Glossar (Āyurveda)
Caraka-Saṃhitā · 1354 Begriffe
- abhayā
- Ein Synonym für harītakī, die 'furchtlose' Frucht; gilt als eines der wichtigsten Universalheilmittel der Ayurveda-Medizin. Myrobalane (Synonym für Harītakī) (Terminalia chebula)
- abhicāra
- Abhicāra ist schwarze Magie bzw. Schadzauber, eine der übernatürlichen Krankheitsursachen, denen mit „göttlicher“ (daivavyapāśraya) Therapie begegnet wird. Schadzauber, Magie
- abhighāta
- Äußere, mechanisch verursachte Verletzung als eine Kategorie exogener (āgantu) Krankheitsursachen, im Gegensatz zu den endogenen Doṣa-Störungen. Verletzung, Trauma
- abhiṣaṅga
- Abhiṣaṅga bezeichnet den Befall bzw. die Einwirkung äußerer, oft als übernatürlich verstandener Einflüsse als Krankheitsursache. äußerer Befall, Ansteckung
- abhiśāpa
- Abhiśāpa bezeichnet einen Fluch bzw. eine Verwünschung, die in der traditionellen Ätiologie als übernatürliche (daivische) Krankheitsursache genannt wird. Fluch, Verwünschung
- abhiṣyanda
- Abhiṣyanda bezeichnet eine durch angesammeltes Kapha bzw. Feuchtigkeit verursachte Kanalverstopfung; derselbe Begriff bezeichnet in der klassischen Augenheilkunde auch die Bindehautentzündung. Stauung, Verschleimung
- abhiṣyandin
- Eigenschaft bestimmter, meist schwerer und öliger Substanzen, die feine Körperkanäle (Srotas) verstopfen können und so Stauungen begünstigen. kanalverstopfend (Eigenschaft)
- abhyaṅga
- Die äußere Ganzkörper- oder Teilölmassage, ein zentrales Verfahren der täglichen Gesundheitspflege (dinacaryā) und Vorbereitung auf Reinigungstherapien. Ölmassage
- abhyañjana
- Die äußerliche Anwendung von Öl auf den ganzen Körper oder Körperteile durch Massage; fester Bestandteil der täglichen Gesundheitsroutine (Dinacaryā) und der Vorbehandlung vor Pañcakarma. Ölmassage, Einreibung
- abhyāsa
- Abhyāsa bezeichnet das Prinzip der schrittweisen, wiederholten Gewöhnung an eine Diät oder Substanz (Satmya), durch die sich der Körper an diese anpasst. Gewöhnung, Übung
- ācāra
- Ācāra bezeichnet die rechte Lebensführung und die ethisch-hygienischen Verhaltensregeln, deren Einhaltung in der Ayurveda-Literatur als gesundheitsfördernd (sadvṛtta) gilt. Lebensführung, Verhaltensregeln
- acikitsya
- Prognostische Klassifikation eines Krankheitsfalls als nicht mehr behandelbar; Gegenstück zu sādhya (heilbar) und yāpya (nur lindernd behandelbar). unheilbar
- adhimāṃsa
- Eine übermäßige, krankhafte Wucherung von Gewebe (wörtlich "Überfleisch"), etwa am Zahnfleisch oder Augenlid. krankhafte Gewebewucherung
- ādhmāna
- Ādhmāna ist eine Bauchblähung durch angesammelte Gase, meist Folge einer gestörten Verdauung. Blähung
- adhobhāga
- Bezeichnet die abwärts gerichtete Ausleitungsrichtung des Körpers, insbesondere die Purgation (virecana), im Gegensatz zur aufwärts gerichteten Emesis (vamana). abwärts gerichtet (Ausleitung)
- adhoga
- Adhoga bezeichnet die nach unten, durch die unteren Körperöffnungen verlaufende Form einer Blutung, etwa des Raktapitta, im Gegensatz zur aufwärts gerichteten Form (ūrdhvaga). abwärts fließend
- adhyaśana
- Adhyaśana bezeichnet das Einnehmen einer neuen Mahlzeit, bevor die vorherige verdaut ist – ein als bedeutende Krankheitsursache geltender Ernährungsfehler. Überessen
- adhyātma
- Das auf das Selbst bzw. den Geist bezogene, spirituelle Wissensgebiet, in Abgrenzung zu rein körperlichen Belangen; verwandt mit ātman. das Selbst betreffend
- agada
- Ein Heilmittel gegen Vergiftungen; Agadatantra ist zugleich der Name des toxikologischen Teilgebiets der Ayurveda-Medizin. Gegengift, Antidot
- āgama
- Die verlässliche mündliche oder schriftliche Lehrüberlieferung (heilige Schriften, glaubwürdige Lehrmeinung), eines der von Caraka anerkannten Erkenntnismittel (pramāṇa). autoritative Überlieferung
- āgantu
- Eine von außen einwirkende Krankheitsursache (z. B. Verletzung, Gift), im Gegensatz zu inneren, doshabedingten Ursachen. exogene Krankheitsursache
- āgneya
- Āgneya beschreibt Substanzen oder Eigenschaften, die dem Feuerelement (Agni/Tejas) zugeordnet sind und typischerweise erhitzende, Pitta-fördernde Wirkung haben. feurig, dem Feuerelement zugehörig
- agni
- Agni, das „Verdauungsfeuer“, ist der zentrale ayurvedische Begriff für die Stoffwechsel- und Verdauungskraft, deren Gleichgewicht als Grundlage der Gesundheit gilt. Im Quelldatensatz waren Begriff und Glosse vertauscht. Verdauungsfeuer
- agnibala
- Agnibala bezeichnet die Stärke des Verdauungsfeuers (Agni), von der laut Ayurveda die Qualität der Verdauung, des Stoffwechsels und letztlich die Gesundheit insgesamt abhängt. Verdauungskraft
- agnikarma
- Agnikarma ("Feuerbehandlung") ist ein parachirurgisches Verfahren, bei dem erhitzte Instrumente zur gezielten Kauterisation von Geweben eingesetzt werden, u.a. bei chronischen Gelenk- und Vāta-Erkrankungen. Kauterisation (Brennbehandlung)
- aguru
- Adlerholz (Agarholz), ein stark duftendes, harzreiches Holz, das äußerlich und als Räuchermittel medizinisch verwendet wird. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'Adlerholz' vertauscht extrahiert worden. Adlerholz (Aquilaria agallocha)
- ahaṅkāra
- Ahaṅkāra ("Ich-Macher") ist ein Begriff der Sāṃkhya-Philosophie für das individuierende Ich-Bewusstsein, das aus dem kosmischen Prinzip Mahat hervorgeht und in der Ayurveda-Psychologie übernommen wird. Ich-Bewusstsein
- āhāra
- Die Nahrungsaufnahme als eine der drei "Stützen" des Körpers (trayopastambha, neben Schlaf und Enthaltsamkeit); Grundpfeiler ayurvedischer Gesundheitslehre. Nahrung
- āhāramātrā
- Das richtige Maß der Nahrungsaufnahme (weder zu viel noch zu wenig), ein zentraler Grundsatz der ayurvedischen Diätetik zur Erhaltung der Verdauungskraft. Nahrungsmenge
- ahiṃsā
- Das Prinzip der Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen, eine zentrale ethische Norm des rechten Verhaltens (sadvṛtta). Gewaltlosigkeit
- aindra
- Aindra (wörtlich 'zu Indra gehörig') bezeichnet Regenwasser als eigene Kategorie in der ayurvedischen Klassifikation der Wasserarten nach Herkunft. Regenwasser
- aja
- Aja ist die Ziege; Ziegenfleisch und -milch gelten in der ayurvedischen Diätetik als leicht bekömmlich und für Geschwächte besonders geeignet. Ziege
- ājājī
- Der Kreuzkümmel, dessen Samen als verdauungsförderndes Gewürz und Heilmittel verwendet werden. Kreuzkümmel (Cuminum cyminum)
- ajājī
- Ajājī ist der Kreuzkümmel (Kumin), dessen Samen als verdauungsförderndes, karminatives Gewürz und Heilmittel weit verbreitet sind. Kreuzkümmel (Cuminum cyminum L.)
- ajīrṇa
- Zustand unvollständiger oder gestörter Verdauung der Nahrung; gilt als Ausgangspunkt zahlreicher Folgeerkrankungen und wird in mehrere Unterarten differenziert. Verdauungsstörung, Dyspepsie
- ākāśa
- Ākāśa, „Raum/Äther“, ist eines der fünf Grundelemente (Pañcamahābhūta) der ayurvedischen Physiologie und steht insbesondere mit den Hohlräumen und Kanälen des Körpers in Verbindung. Raum, Äther
- ākṛti
- Ākṛti bezeichnet die äußere Gestalt bzw. das Erscheinungsbild, das u. a. zur Erkennung von Heilpflanzen (dravya) und zur Diagnose herangezogen wird. äußeres Erscheinungsbild
- ākṣepa
- Ein krampfartiges Zucken bzw. Konvulsionen, Symptom oder eigenständige Erkrankung durch stark erregtes Vāta. Krampf, Konvulsion
- ākṣepaka
- Krankhafte, unwillkürliche Muskelkrämpfe bzw. konvulsive Anfälle, in der klassischen Nosologie als Vāta-Störung eingeordnet. Krämpfe
- alābu
- Alābu bezeichnet den Flaschenkürbis, dessen ausgehöhlte, getrocknete Frucht in der Chirurgie traditionell auch als Schröpfgefäß zum blutigen Schröpfen verwendet wurde. Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria)
- alajī
- Eine Form entzündlicher Halslymphknotenschwellung (skrofulöse Lymphadenitis) mit Neigung zur Geschwürbildung, in den klassischen Chirurgie-Kapiteln beschrieben. Skrofulose
- alaktaka
- Ein roter Farbstoff, gewonnen aus dem Harz der Lackschildlaus, der kosmetisch (z. B. zum Färben der Fußsohlen) und medizinisch verwendet wird. Lackfarbe
- alasaka
- Eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Verdauungsstörung mit Stillstand der Darmbewegung, ein ileusartiges Krankheitsbild. schwere Verdauungsstörung
- ālasya
- Ālasya, „Trägheit“, ist ein Symptom verlangsamter Verdauung und von Kapha-Überschuss und wird bei zahlreichen Krankheitsbildern aufgeführt. Trägheit, Mattigkeit
- ālepana
- Das äußerliche Auftragen einer Heilpaste auf die Haut; weitgehend synonym mit lepa und pralepana. Salbenauftrag
- alpāgni
- Alpāgni bezeichnet einen Zustand geschwächter Verdauungskraft (agni), der zu unvollständiger Verdauung und der Bildung von Āma (unverdautem Stoffwechselprodukt) führt. schwaches Verdauungsfeuer
- āma
- Unvollständig verdaute, toxische Substanz, die bei gestörter Verdauungskraft (Agni) entsteht und als Ursache zahlreicher Krankheiten gilt; zentraler Begriff der ayurvedischen Pathologie. Unverdautes, Stoffwechseltoxin
- āmalakī
- Eine der wichtigsten Ayurveda-Heilpflanzen; ihre vitamin-C-reiche Frucht wird als Rasāyana (Verjüngungsmittel) und in zahlreichen Rezepturen, etwa Triphalā, verwendet. Amalaki (Indische Stachelbeere) (Phyllanthus emblica)
- āmapradoṣa
- Āmapradoṣa bezeichnet eine krankhafte Störung, die durch unverdaute, toxische Stoffwechselreste (āma) verursacht wird. durch Āma verursachte Störung
- āmāśaya
- Der Magen als anatomischer Sitz der unverdauten Nahrung (āma) und Ausgangspunkt vieler Kapha-bedingter Erkrankungen. Magen
- āmaśleṣman
- Āmaśleṣman bezeichnet unverdautes, pathologisch verändertes Kapha bzw. Schleim, der bei gestörter Verdauung entsteht. unverdauter (pathologischer) Schleim
- ambu
- Ein weiterer Ausdruck für Wasser, synonym mit āpaḥ und udaka. Wasser
- āmiṣa
- Sammelbegriff für tierische Fleischnahrung im Gegensatz zu pflanzlicher Kost; wird in der Diätetik als eigene Nahrungsmittelgruppe behandelt. Fleisch(nahrung)
- amla
- Der saure Geschmack (rasa), eine der sechs Grundgeschmacksrichtungen, typischerweise Pitta und Kapha erhöhend. sauer (Geschmack)
- amlapitta
- Eine durch übersäuertes Pitta verursachte Verdauungsstörung mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen, vergleichbar mit Hyperazidität; nicht primär eine Blutstörung, wie eine ungenaue automatische Extraktion nahelegen könnte. Säure-Pitta-Störung (Hyperazidität)
- āmra
- Der Mangobaum bzw. seine Frucht, in Diätetik und Materia medica vielseitig verwendet. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'mango' vertauscht extrahiert worden. Mango (Mangifera indica)
- āmrāsthi
- Āmrāsthi bezeichnet den Kern bzw. Stein der Mangofrucht, der unter anderem gegen Durchfall eingesetzt wurde. Mangokern (Mangifera indica)
- amṛta
- Der mythologische „Unsterblichkeitstrank“ bzw. Lebensnektar; der Begriff amṛtā dient in der Materia medica zudem als gebräuchliches Synonym für die Pflanze guḍūcī (Tinospora cordifolia). Lebensnektar, Ambrosia
- amṛtā
- Amṛtā ('die Unsterbliche') ist ein Synonym für Guḍūcī, eine vielseitig als Fiebermittel, Tonikum und zur Immunstärkung eingesetzte Kletterpflanze. Guḍūcī (Tinospora cordifolia)
- anabhiṣyandi
- Anabhiṣyandi beschreibt eine Substanz, die im Gegensatz zu abhiṣyandi-Substanzen keine Verstopfung der Körperkanäle oder Schleimbildung verursacht. nicht verschleimend
- ānaddha
- Ānaddha bezeichnet einen Zustand von Verschluss bzw. Aufblähung des Darms durch gestaute Winde (verwandt mit ānāha), begleitet von Schmerzen und Stuhl- bzw. Windverhalt. Darmverschluss, Blähsucht
- ānāha
- Ein Zustand von Blähungen mit Verhaltung von Stuhl und Winden, meist auf eine Vāta-Störung zurückgeführt. Blähsucht, Stuhl-/Windverhaltung
- aṅgamarda
- Aṅgamarda, wörtlich „Zerschlagenheit der Glieder“, ist ein häufiges Vorläufersymptom von Fieber. Gliederschmerzen
- aṅgasāda
- Aṅgasāda bezeichnet ein Gefühl von Schwere und Mattigkeit in den Gliedmaßen, ein häufiges Krankheitssymptom. Gliederschwere
- aṅgula
- Aṅgula ist eine traditionelle Längeneinheit von etwa einer Fingerbreite, die in Anatomie und Chirurgie zur Maßangabe verwendet wird. Fingerbreite (Maßeinheit)
- anila
- Poetisches/synonymes Wort für Vāta, das Bewegungs- und Luftprinzip unter den drei Doṣas; synonym zu māruta. Wind (Synonym für Vāta)
- añjali
- Añjali bezeichnet die hohle, aus beiden zusammengelegten Händen gebildete Handvoll und dient in den Saṃhitās als traditionelle Maßeinheit für Dosierungen von Heilmitteln. Handvoll (Maßeinheit)
- añjana
- Añjana bezeichnet ein aus antimonhaltigen Mineralien (v. a. Antimonsulfid) hergestelltes Augen-Kollyrium, das zur Reinigung und Stärkung der Augen aufgetragen wird. Sanskrit-Begriff und deutsche Glosse waren im Ausgangsdatensatz vertauscht/verkürzt; der Terminus wurde hier rekonstruiert. Antimon-Kollyrium, Augensalbe
- anna
- Grundbegriff für Nahrung; gilt neben Schlaf (nidrā) und Enthaltsamkeit (brahmacarya) als eine der drei Stützen des Lebens (trayopastambha). Nahrung
- annapāna
- Sammelbegriff für Nahrung und Getränke; Titel eines Kapitels der Caraka-Saṃhitā über Ernährungslehre. Speise und Trank
- annapānavidhi
- Die diätetischen Grundregeln zu Auswahl, Zubereitung und Einnahme von Speise und Getränk; Titel eines eigenen Kapitels bei Caraka. Regeln für Speise und Trank
- annarasa
- Annarasa ist das erste, feinstoffliche Produkt der Verdauung (Speisesaft/Chylus), aus dem in der Ayurveda-Physiologie nacheinander die sieben Körpergewebe (dhātus) gebildet werden. Nahrungssaft, Chylus
- antaragni
- Antaragni bezeichnet das innere, im Magen-Darm-Trakt wirkende Verdauungsfeuer, das für Verdauung und Stoffwechsel verantwortlich ist. inneres Verdauungsfeuer
- antarātman
- Die innere Seele bzw. das Gemüt als Sitz von Denken, Fühlen und Wollen im ayurvedischen Menschenbild. innerer Selbst, Gemüt
- antardhūma
- Antardhūma bezeichnet eine Räuchertherapie, bei der der Rauch in einem geschlossenen Raum bzw. direkt eingeatmet wird, im Unterschied zur äußeren Räucherung. innere Räucherung
- antarvega
- Antarvega bezeichnet die innere, noch nicht äußerlich sichtbare Phase des Ausbruchs einer Krankheit, im Gegensatz zur äußeren Phase (bahirvega). innere Ausbruchsphase
- antra
- Antra bezeichnet den Darm; in der anatomischen Beschreibung der Saṃhitās wird zwischen Dünn- und Dickdarmabschnitten unterschieden. Darm
- anubandha
- Anubandha bezeichnet ein Symptom oder einen Faktor, der eine Krankheit begleitet bzw. mit ihr in kausalem Zusammenhang steht, und wird in der diagnostischen Symptomtrias (Vorzeichen, Hauptsymptom, Begleiterscheinung) verwendet. Begleiterscheinung
- anulepana
- Äußerliche Anwendung, bei der eine Salbe oder Paste auf die Haut aufgetragen bzw. eingerieben wird. Bestreichung, Einreibung
- anuloma
- 'In natürlicher (abwärts gerichteter) Richtung'; bezeichnet die normale Bewegungsrichtung des Vāta bzw. eine entsprechend wirkende, den Stuhlgang normalisierende Behandlung. in natürlicher Richtung
- anulomana
- Pharmakologische Wirkung, die den natürlichen Abwärtsfluss von Vāta (und damit Stuhl- und Windabgang) wiederherstellt; milde abführende bzw. karminative Wirkung. Regulierung der Windbewegung
- anumāna
- Anumāna, die „Schlussfolgerung“, ist neben der direkten Wahrnehmung eines der Erkenntnismittel (Pramāṇa) und wird im diagnostischen Schließen genutzt. Schlussfolgerung
- ānūpa
- Ānūpa bezeichnet feuchtes Sumpfland, einen der drei klassischen Landschaftstypen neben Jāṅgala (Trockenland) und Sādhāraṇa (Mischland), sowie das Fleisch der dort heimischen Tiere. Sumpfland, Feuchtgebiet
- anupakrama
- Ein Zustand bzw. eine Krankheit, die keiner Behandlungsmaßnahme mehr zugänglich, also unbehandelbar ist. unbehandelbar
- anupāna
- Eine Flüssigkeit (z. B. warmes Wasser, Milch, Honig), die zusammen mit oder nach der Einnahme einer Arznei getrunken wird, um deren Wirkung zu unterstützen oder zu lenken. Begleitgetränk (Arznei-Vehikel)
- anurasa
- Der Nebengeschmack, ein schwächerer, sekundär wahrgenommener Geschmack neben dem Hauptgeschmack (rasa) einer Substanz, Begriff der Substanzlehre (Dravyaguṇa). Nebengeschmack
- anuvāsana
- Ein mit Öl durchgeführter, meist milder Klistier-Typ (basti), vor allem bei Vāta-Störungen und zur Nachbehandlung; Gegenstück zum Dekokt-Klistier nirūha. Öleinlauf
- anuvāsana-basti
- Anuvāsana-basti ist eine Form des therapeutischen Klistiers (basti), bei der Öl in kleiner Menge eingeführt und über längere Zeit im Körper zurückgehalten wird; es folgt meist auf ein reinigendes Klistier. ölbasiertes Nachklistier
- apacāra
- Apacāra bezeichnet ein den Regeln der Lebensführung zuwiderlaufendes Fehlverhalten, das als eine der Krankheitsursachen gilt. Fehlverhalten
- apacī
- Kettenartige, meist im Halsbereich auftretende Lymphknotenschwellungen; verwandt mit, aber im klassischen Krankheitskatalog von alajī unterschieden. Halslymphknotenschwellung
- āpaḥ
- Wasser, eines der fünf Grundelemente (pañcamahābhūta) sowie mitbestimmender Bestandteil des Kapha-Doṣa; synonym zu udaka und ambu. Wasser (Element)
- apakarṣaṇa
- Apakarṣaṇa bezeichnet das therapeutische Prinzip der Entfernung bzw. Ausleitung eines vermehrten Doshas oder krankmachenden Stoffes aus dem Körper. Entfernung, Ausleitung
- apāna
- Apāna ist einer der fünf Unterformen des Vāta (Vāyu) und steuert die abwärtsgerichteten Ausscheidungsvorgänge wie Stuhl-, Harn- und Samenentleerung sowie die Geburt. abwärtsgerichteter Lebenswind
- apasmāra
- Anfallsartige Bewusstseinsstörung mit Krämpfen; wird in der Ayurveda-Nosologie sowohl somatisch (Doṣa-Störung) als auch psychisch-geistig gedeutet. Epilepsie
- apatānaka
- Apatānaka bezeichnet eine Vāta-bedingte Krankheit mit Krampfanfällen bzw. tetanieartigen Muskelkrämpfen. Krampfanfälle, Tetanie
- apatarpaṇa
- Eine Form der abmagernden, entleerenden Therapie (Langhana-Gruppe), die durch Fasten, Purgation u. Ä. überschüssige Körpersubstanz und Doṣas reduziert. Reduktions-/Abmagerungstherapie
- apathya
- Unzuträgliche, der Gesundheit abträgliche Nahrung oder Lebensweise, Gegenbegriff zu pathya (zuträglich). Unzuträgliches (Diät/Verhalten)
- apavarga
- Apavarga bezeichnet die endgültige Erlösung von Leid und Wiedergeburt; das Wort ist weitgehend gleichbedeutend mit mokṣa, dem gelegentlich als höchstem Lebensziel genannten Zustand. Erlösung
- āpta
- Āpta bezeichnet eine als zuverlässig geltende, kompetente Autorität, deren Aussage (āptopadeśa) in der Ayurveda-Erkenntnislehre als eigenständiges gültiges Erkenntnismittel (Pramāṇa) anerkannt ist. vertrauenswürdige Autorität
- āptopadeśa
- Die verlässliche Aussage einer vertrauenswürdigen, kompetenten Autorität, eine der anerkannten Erkenntnisquellen (Pramāṇa) in der Ayurveda-Epistemologie. verlässliche Aussage (Autorität)
- apunarbhava
- Das Nicht-Wiederauftreten einer Krankheit nach der Behandlung, ein Kennzeichen vollständiger, dauerhafter Heilung. Nichtwiederauftreten (Heilung ohne Rückfall)
- āragvadha
- Āragvadha, im Hindi auch Amaltas genannt, ist der Goldregenbaum, dessen Fruchtfleisch als mildes Abführmittel verwendet wird. Goldregenbaum (Amaltas) (Cassia fistula L.)
- āranāla
- Āranāla ist eine saure, fermentierte Flüssigkeit aus Reisschleim, die als Trägerstoff für Arzneien und zur Verdauungsanregung verwendet wird. fermentiertes Reiswasser
- arati
- Arati bezeichnet ein Gefühl innerer Unruhe und Unbehagens, das als Symptom bei verschiedenen körperlichen und psychischen Störungen, z.B. Fieber, auftritt. Unruhe, Unbehagen
- arbuda
- Eine Geschwulst bzw. ein Tumor, eine im chirurgischen Teil des Suśruta beschriebene Gewebeneubildung. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'Tumor' vertauscht extrahiert worden. Tumor, Geschwulst
- ardhāvabhedaka
- Ardhāvabhedaka ("halbseitiges Spalten") bezeichnet einen einseitigen, migräneartigen Kopfschmerz, der durch gestörtes Vāta, oft in Kombination mit Kapha, im Kopfbereich verursacht wird. halbseitiger Kopfschmerz (Migräne)
- ardita
- Ardita ist eine durch Vāta verursachte einseitige Gesichtslähmung, vergleichbar mit der modernen Fazialisparese. Gesichtslähmung
- ārdita
- Eine durch gestörtes Vāta verursachte einseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur, vergleichbar der Fazialisparese. Gesichtslähmung
- ārdraka
- Ārdraka ist der frische (ungetrocknete) Ingwer, der appetitanregend und verdauungsfördernd wirkt und häufig als Gewürz und Hausmittel eingesetzt wird. frischer Ingwer (Zingiber officinale Roscoe)
- arka
- Arka ist der Sanskrit-Name für den Wolfsmilchstrauch Calotropis; daneben bezeichnet arka auch die Sonne bzw. die Sonnengottheit – eine für dieses Wort typische Doppelbedeutung, die in den Quellbelegen zu einer verwirrten Zuordnung geführt hat. Calotropis-Strauch (Calotropis gigantea)
- arocaka
- Appetitlosigkeit bzw. Abneigung gegen Nahrung, als eigenständiges Krankheitsbild oder Symptom beschrieben. Appetitlosigkeit
- ārogya
- Ārogya bezeichnet den Zustand der Gesundheit bzw. Freiheit von Krankheit, das zentrale Ziel der Ayurveda-Medizin (vgl. die Definition des Gesunden, svastha). Gesundheit, Krankheitsfreiheit
- arśas
- Arśas bezeichnet Hämorrhoiden, knotenförmige Gefäßerweiterungen im Enddarmbereich, denen in den klassischen Texten ein eigenes ausführliches Kapitel gewidmet ist. Hämorrhoiden
- ārtava
- Das Menstrualblut bzw. das weibliche Fortpflanzungsgewebe, zentral für Fruchtbarkeit und gynäkologische Diagnostik; wird von manchen Autoren als eigenständiges siebtes Körpergewebe gezählt. Menstrualblut
- artha
- Eines der vier klassischen Lebensziele (puruṣārtha – Dharma, Artha, Kāma, Mokṣa) der indischen Ethik; Gesundheit gilt bei Caraka als Grundlage, um Artha erreichen zu können. Wohlstand, materieller Erwerb
- ārti
- Ārti bezeichnet Schmerz, Qual oder Leiden allgemein; der Begriff wird häufig zur Beschreibung akuter schmerzhafter Beschwerden verwendet. Schmerz, Leiden
- aruci
- Verlust des Appetits bzw. Abneigung gegen Nahrung; gilt als Symptom oder eigenständige leichte Störung, die meist auf eine Störung des Verdauungsfeuers zurückgeführt wird. Appetitlosigkeit
- arucī
- Arucī bezeichnet den Verlust des Appetits bzw. Widerwillen gegen Nahrung, ein häufiges Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen. Appetitlosigkeit
- asādhya
- Klassifikation einer Krankheit als unheilbar bzw. therapeutisch nicht beherrschbar; Gegenbegriff zu sādhya. unheilbar
- asat
- Gegenbegriff zu sat: das nicht (mehr oder noch nicht) Existierende; philosophische Kategorie aus Carakas Kapitel über Seinslehre. das Nichtseiende
- asātmya
- Bezeichnet Nahrung oder Verhaltensweisen, die der individuellen Konstitution oder Gewohnheit eines Menschen nicht zuträglich sind; Gegenbegriff zu sātmya (zuträglich). unbekömmlich, unverträglich
- asātmyendriyārthasaṃyoga
- Asātmyendriyārthasaṃyoga bezeichnet die unangemessene (zu starke, zu schwache oder verkehrte) Verbindung der Sinnesorgane mit ihren Objekten und gilt bei Caraka als eine der drei Grundursachen von Krankheit. schädlicher Sinnesreiz-Kontakt
- āsava
- Ein durch Fermentation ohne vorheriges Kochen hergestelltes, oft alkoholhaltiges Arzneigetränk. Gärgetränk (ohne Kochen)
- āśaya
- Āśaya bezeichnet ein "Behältnis" bzw. Hohlorgan des Körpers, in dem sich bestimmte Substanzen sammeln, z.B. āmāśaya (Magen, Sitz des unverdauten Speisebreis) oder pakvāśaya (Dickdarm, Sitz des verdauten Speisebreis). Sitz, Hohlorgan
- āśīviṣa
- Sammelbegriff für hochgiftige Schlangen, behandelt u. a. im toxikologischen Kalpasthāna der Suśruta-Saṃhitā. Giftschlangen
- aśmarī
- Steinbildung in Harnwegen oder Blase, verursacht Schmerzen und Harnverhalt; wird nach dem beteiligten Doṣa in verschiedene Typen unterteilt. Harnstein, Blasenstein
- āsrāva
- Das Austreten von Körperflüssigkeit oder Sekret, nahezu synonym mit parisrāva. Ausfluss, Sekretion
- āśraya
- Āśraya bezeichnet den "Sitz" bzw. das Substrat, auf dem sich ein Doṣa oder eine Krankheit manifestiert, etwa im Beziehungsgefüge von Doṣa und betroffenem Gewebe (Dūṣya). Sitz, Substrat
- asṛgdara
- Asṛgdara ist eine übermäßige oder abnorme Gebärmutterblutung (Menorrhagie), die auf eine Störung von Blut und Doṣas zurückgeführt wird. abnorme Uterusblutung
- asṛgdoṣa
- Asṛgdoṣa bezeichnet eine krankhafte Störung der Blutqualität bzw. -zusammensetzung (Rakta-Dhātu). Blutstörung
- asṛj
- Asṛj ist ein Synonym für Rakta, „Blut“, eines der sieben Körpergewebe (Dhātu). Blut
- asṛk
- Synonym für Blut (rakta), eines der sieben Körpergewebe (dhātus) und Sitz des Pitta-Doṣa. Blut
- asṛkkṣaya
- Asṛkkṣaya bezeichnet eine Verminderung bzw. Erschöpfung des Blutes (Rakta-Dhātu). Blutschwund
- āsthāpana
- Eine Form des therapeutischen Klistiers (Vasti) auf Basis von Kräuterabkochungen, Ölen und weiteren Zutaten, die vor allem zur Beruhigung von Vāta eingesetzt wird. dekoktbasiertes Heilklistier
- asthi
- Eines der sieben Körpergewebe (Dhātus); trägt Struktur und Stabilität des Körpers und wird v. a. Vāta zugeordnet. Knochen(gewebe)
- asu
- Klassischer Begriff für den Lebensatem bzw. die Lebenskraft, verwandt mit prāṇa. Lebensatem, Leben
- aśuddha
- Aśuddha bezeichnet eine Substanz, die noch nicht der vorgeschriebenen Reinigungs- bzw. Entgiftungsbehandlung (Śodhana) unterzogen wurde und daher in Rohform als potenziell schädlich gilt. ungereinigt (unverarbeitet)
- āsuta
- Ein durch Vergärung bzw. Aufguss hergestelltes Präparat, verwandt mit dem Āsava. Vergärungspräparat
- aśva
- Das Pferd; in Carakas Klassifikation der Fleischnahrung als Vertreter der grasfressenden, huftragenden Tiere eingeordnet. Pferd
- āśvāsana
- Psychologisch tröstender Zuspruch bzw. beruhigende Zuwendung zum Patienten, Teil der ärztlichen Behandlung insbesondere bei Angst oder Schockzuständen. beruhigender Zuspruch
- aśvattha
- Aśvattha ist der Heilige Feigenbaum (Pipal), dessen Rinde, Blätter und Milchsaft in zahlreichen Rezepturen unter anderem gegen Hautkrankheiten und Wunden verwendet werden. Heiliger Feigenbaum, Pipal (Ficus religiosa L.)
- asveda
- Asveda bezeichnet das Ausbleiben der Schweißbildung (Anhidrose), ein Symptom, das insbesondere Vāta- oder Kapha-Störungen zugeschrieben wird. Schweißlosigkeit
- ātaṅka
- Allgemeiner Begriff für eine, oft akut auftretende, bedrohliche Krankheit; wird gelegentlich synonym zu vyādhi oder roga gebraucht. akute, bedrohliche Krankheit
- atasī
- Atasī ist der Sanskrit-Name für Leinsamen bzw. die Flachspflanze. Leinsamen (Linum usitatissimum)
- atisāra
- Durchfallerkrankung, nach Ursache und beteiligten Doshas in mehrere Typen unterteilt. Durchfall
- atīsāra
- Krankheit mit häufigem, wässrigem oder unförmigem Stuhlgang; wird nach dem beteiligten Doṣa in verschiedene Unterarten differenziert. Durchfall
- atisnigdha
- Zustand übermäßiger innerer oder äußerer Ölanwendung im Rahmen der Vorbereitungstherapie (snehana), der selbst zu unerwünschten Beschwerden führen kann. Überölung
- atiyoga
- Eine von drei möglichen Graden der Anwendung einer Therapie oder eines Faktors (neben Unter- und Normalanwendung); übermäßige Anwendung, die zu Nebenwirkungen führen kann. Überanwendung, Übertherapie
- ātman
- Das individuelle Selbst bzw. die Seele, ein zentraler Begriff der indischen Philosophie, der auch in der Ayurveda-Lehre von Person und Krankheit eine Rolle spielt. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'selbst' und einem Wortfragment ('tman') vertauscht extrahiert worden. das Selbst, Seele
- ātreya
- Beiname des legendären Arztes und Lehrers Punarvasu Ātreya, auf dessen Unterweisung die im Caraka-Saṃhitā überlieferte Lehrtradition zurückgeführt wird. Ātreya Punarvasu (Lehrerfigur)
- ātura
- Der Kranke bzw. Patient, Standardbezeichnung in den medizinischen Texten für die zu behandelnde Person. Patient, Kranker
- atyagni
- Atyagni bezeichnet ein krankhaft gesteigertes Verdauungsfeuer (agni), das zu übermäßigem Hunger und rascher Verdauung führt – ein Zustand, der ebenso als Störung gilt wie ein zu schwaches Feuer. übermäßiges Verdauungsfeuer
- ātyayika
- Ātyayika bezeichnet einen akuten, potenziell lebensbedrohlichen Krankheitszustand, der sofortige ärztliche Intervention erfordert. akut, lebensbedrohlich
- audbhida
- Klassifikationsbegriff für Substanzen pflanzlichen bzw. aus der Erde hervorsprießenden Ursprungs, im Gegensatz zu tierischem (jaṅgama) oder mineralischem (pārthiva) Ursprung. pflanzlichen Ursprungs
- auṣadha
- Auṣadha ist der allgemeine Grundbegriff für ein Heilmittel bzw. eine Arznei in der ayurvedischen Pharmakologie. Heilmittel, Arznei
- auṣṇya
- Auṣṇya bezeichnet die Eigenschaft der Wärme bzw. Hitze als eine der grundlegenden Qualitäten (guṇa), die zur Beurteilung von Speisen, Substanzen und Körperzuständen dient. Wärme(qualität)
- avacūrṇana
- Äußerliche Anwendungstechnik, bei der Wunden oder Hautstellen mit feinem Arzneipulver bestäubt werden. Bestäuben
- avadaṃśa
- Kleine Beilagen bzw. Häppchen, die traditionell zusammen mit alkoholischen Getränken gereicht werden. Beilage (zu Getränken)
- avagāha
- Avagāha ist eine therapeutische Bäderanwendung, bei der der Patient in eine medizinisch aufbereitete Flüssigkeit eintaucht. Tauchbad
- avagāhana
- Avagāhana ist eine Form der Wasserbehandlung, bei der der Körper zu therapeutischen Zwecken vollständig in Wasser oder einen medizinischen Sud getaucht wird. Tauchbad
- āvaraṇa
- Die Blockade bzw. Umhüllung eines Doṣa, meist des nach oben oder außen strebenden Vāta, durch ein anderes Doṣa oder Gewebe, wodurch dessen normale Bewegung behindert wird. Verdeckung, Obstruktion
- avasādana
- Avasādana bezeichnet ein therapeutisches Verfahren, das Schwellung, Spannung oder überschüssige Kraft eines Gewebes bzw. Doṣas mindert; vgl. das Adjektiv avasādin (geschwächt). Abschwellung, Kräfteschwächung
- avasādin
- Avasādin beschreibt einen Zustand bzw. eine Wirkung, die Kraft und Spannung eines Gewebes oder Doṣas mindert oder erschöpft; verwandt mit avasādana. kraftlos, erschöpfend
- avaseka
- Avaseka bezeichnet das therapeutische Übergießen bzw. Beträufeln des Körpers mit medizinischen Flüssigkeiten (Ölen, Absuden) als äußerliche Anwendung, u.a. bei Hautkrankheiten und Fieber. Übergießung (Affusionstherapie)
- avasthā
- Avasthā bezeichnet den jeweiligen Zustand bzw. das Stadium, in dem sich ein Dosha oder eine Krankheit im Verlauf befindet. Krankheitsstadium, Zustand
- avidāhin
- Avidāhin beschreibt Nahrungsmittel, die keine "brennende" Verdauungsreaktion (vidāha, z.B. Sodbrennen oder Übersäuerung) hervorrufen, und gilt damit als erwünschte diätetische Eigenschaft. nicht-brennend (Speisequalität)
- avipāka
- Avipāka bezeichnet eine gestörte Verdauung infolge eines geschwächten Verdauungsfeuers (Agni), bei der unverdaute Nahrungsreste (Āma) zurückbleiben. Verdauungsstörung
- avirecya
- Avirecya bezeichnet Zustände oder Patienten, für die eine Abführtherapie (Virecana) kontraindiziert ist. nicht für Abführtherapie geeignet
- avṛṣya
- Eigenschaft eines Mittels, das die Zeugungskraft bzw. sexuelle Potenz mindert – das Gegenteil eines Aphrodisiakums (vṛṣya). Die automatisch extrahierte Glosse 'aphrodisierend' gibt die Bedeutung irreführend verkehrt wieder. die Potenz mindernd
- avyakta
- Avyakta ("das Unentfaltete/Unmanifeste") ist ein Begriff der Sāṃkhya-Philosophie für den ungeformten Urgrund (Prakṛti) vor seiner Entfaltung in die materielle Welt und wird in der Ayurveda-Kosmologie und Embryologie rezipiert. das Unmanifeste
- āyāma
- Ein krampfartiges Verspannen der Muskulatur bzw. Sehnen, das häufig im Zusammenhang mit Vāta-Störungen genannt wird. Muskelkrampf, Spasmus
- āyatana
- Āyatana bezeichnet den "Träger" bzw. Bereich, in dem sich eine Krankheit manifestiert oder ihre Ursache verortet ist, z.B. Körper, Sinnesorgane, Geist, und dient in der Nidāna-Lehre der systematischen Einordnung von Krankheitsursachen. Sitz, Ursachenbereich
- ayoga
- Ayoga bezeichnet die unzureichende Anwendung bzw. Dosierung einer Therapie – einen von drei möglichen Dosierungsfehlern neben richtiger (Samyak) und übermäßiger (Atiyoga) Anwendung. Unterdosierung
- āyus
- Das Leben bzw. die Lebensspanne, definiert als Verbindung von Körper, Sinnen, Geist und Selbst; namengebend für den Begriff Āyurveda („Wissen vom Leben“). Lebensspanne, Leben
- badara
- Badara ist die Brustbeere bzw. Jujube, deren Früchte roh oder getrocknet als Nahrungs- und Heilmittel dienen. Brustbeere, Jujube (Ziziphus mauritiana)
- badarī
- Badarī ist die Jujube (Brustbeere), deren Früchte als Nahrungs- und Heilmittel geschätzt werden. Jujube (Ziziphus mauritiana Lam.)
- baddhagudodara
- Baddhagudodara bezeichnet eine Form der Bauchwassersucht (udara-Krankheit), die durch eine Verstopfung bzw. Verengung des Enddarms entsteht. Bauchleib durch Darmverschluss
- baddhodara
- Baddhodara ist eine Form der Bauchwassersucht (Udara), die durch Verstopfung bzw. Obstruktion des Darms gekennzeichnet ist. obstruktive Bauchwassersucht
- bādhirya
- Bādhirya bezeichnet Schwerhörigkeit bzw. Taubheit als eigenständiges Krankheitsbild. Schwerhörigkeit
- bahirvega
- Bahirvega bezeichnet die äußerlich manifeste, sichtbare Phase des Ausbruchs einer Krankheit, im Gegensatz zur inneren Phase (antarvega). äußere Ausbruchsphase
- bahusrāva
- Bahusrāva bezeichnet einen übermäßig starken, profusen Ausfluss oder Sekretfluss, etwa aus einer Wunde oder Körperöffnung. starker Ausfluss
- bala
- Die körperliche Stärke bzw. Widerstandskraft/Immunität eines Menschen, ein zentraler diagnostischer und prognostischer Faktor. körperliche Kraft, Widerstandskraft
- bāla
- Wörtlich 'Kind'; im übertragenen Sinn auch Bezeichnung für einen unwissenden bzw. unerfahrenen Menschen im Gegensatz zum kundigen Arzt. Kind, Unwissender
- balātaila
- Balātaila ist ein medizinisches Öl, das mit der Wurzel der Pflanze Balā (Sida cordifolia) versetzt und zur äußeren Anwendung, unter anderem bei Vāta-Störungen, verwendet wird. Balā-Öl
- balya
- Balya bezeichnet eine Wirkqualität von Substanzen oder Therapien, die die körperliche Kraft (bala) steigern. kräftigend, stärkend
- barhi
- Barhi bezeichnet den Pfau; Teile des Tieres, etwa Federn, finden vereinzelt Erwähnung in Rezepturen bzw. Vergleichen. Pfau
- barhin
- Barhin bezeichnet den Pfau, dessen Fleisch, Fett bzw. Exkremente in einzelnen Rezepturen der klassischen Texte medizinisch erwähnt werden. Pfau
- bastamūtra
- Bastamūtra bezeichnet den Harn der Ziege, der wie der Harn anderer Tiere in der Materia medica als Heilmittel, u. a. bei Hautkrankheiten, eingesetzt wird. Ziegenharn
- basti
- Basti bezeichnet die therapeutische Einführung flüssiger (öliger oder dekokthaltiger) Heilmittel über den After (Klistier/Einlauf); eines der fünf klassischen Ausleitungsverfahren (pañcakarma). medizinisches Klistier, Einlauf
- bastikarma
- Bastikarma bezeichnet die Klistierbehandlung (basti), eine der fünf klassischen Ausleitungstherapien (pañcakarma). Klistierbehandlung
- bhagandara
- Eine der acht 'großen' chirurgisch bedeutsamen Erkrankungen bei Sushruta: eine Fistelbildung im Bereich des Anus, deren Behandlung ausführlich beschrieben wird. Analfistel
- bhagna
- Sanskrit-Begriff für einen Knochenbruch; die klassischen Texte widmen der Diagnose und Schienung von Frakturen (bhagna-cikitsā) ein eigenes Kapitel. Knochenbruch
- bhaiṣajya
- Bhaiṣajya ist der allgemeine Begriff für Heilmittel bzw. Arznei im weitesten Sinn. Heilmittel, Arznei
- bhakṣya
- Bhakṣya bezeichnet feste, zu kauende Nahrung und bildet eine der klassischen vier Kategorien der Nahrungsaufnahme (neben getrunkener, geleckter und gesaugter Speise). feste, zu kauende Speise
- bhallātaka
- Bhallātaka, die Tintennuss, liefert eine scharfe, ätzende Frucht, die nach spezieller Entgiftung (Śodhana) u. a. gegen Hämorrhoiden und Hautkrankheiten verwendet wird. Tintennuss (Semecarpus anacardium L.f.)
- bhasman
- Bhasman bezeichnet ein durch wiederholtes Kalzinieren hergestelltes Asche-Präparat aus Metallen, Mineralien oder Muschelschalen, das in fein aufbereiteter Form medizinisch verabreicht wird. kalzinierte Mineral-/Metallasche
- bhāvanā
- Bhāvanā bezeichnet ein pharmazeutisches Verarbeitungsverfahren, bei dem eine Droge wiederholt mit einer Flüssigkeit (etwa Pflanzensaft) verrieben und getrocknet wird, um ihre Wirkkraft zu steigern. Verreibung mit Flüssigkeit
- bhāvita
- Bhāvita beschreibt eine Substanz, die im Rahmen des Bhāvana-Verfahrens wiederholt mit einer Flüssigkeit durchtränkt und getrocknet wurde, um ihre Wirkung zu verstärken. eingeweicht, imprägniert
- bhedana
- Eine kräftige abführende Behandlung, die verhärteten Stuhl aufspaltet und ausleitet, stärker als das milde sraṃsana. Die automatisch extrahierte Glosse 'Stuhl' greift zu kurz. stuhlspaltendes Abführmittel
- bhedinī
- Bezeichnung für Substanzen mit abführender, stuhllösender Wirkung (bhedana); eine der pharmakologischen Wirkungskategorien der ayurvedischen Arzneilehre, Gegenstück zu saṅgrāhin (stopfend). abführend wirkend
- bheṣaja
- Allgemeiner Begriff für Arznei oder Heilmittel jeglicher Art; eine der vier Säulen der Therapie (neben Arzt, Patient und Pflegepersonal). Heilmittel, Arznei
- bhiṣagvid
- Bhiṣagvid ("der die Heilkunde Kennende") bezeichnet den ausgebildeten, kompetenten Arzt bzw. Heiler; Synonym zu vaidya und cikitsaka. kundiger Arzt
- bhiṣaj
- Die klassische Bezeichnung für den (Ayurveda-)Arzt bzw. Heilkundigen. Arzt
- bhojya
- Bhojya bezeichnet feste, zu kauende Nahrung – eine von mehreren klassischen Nahrungskategorien neben Getränken (Peya), Saugbarem (Coṣya) und Leckbarem (Lehya). feste Nahrung
- bhrama
- Symptom bzw. eigenständige Störung mit Gefühl von Drehschwindel oder Benommenheit, meist Vāta- oder Pitta-bedingt. Schwindel
- bhraṃśa
- Bhraṃśa bezeichnet allgemein das Herabsinken oder den Funktionsverlust eines Organs (Prolaps) sowie übertragen das Wiederauftreten einer Krankheit (Rückfall). Verfall, Prolaps, Rückfall
- bhūrja
- Bhūrja ist die Himalaya-Birke, deren Rinde traditionell als Schreibmaterial und in geringerem Umfang auch medizinisch verwendet wurde. Birke (Betula utilis)
- bhūta
- In der Lehre der Bhūtavidyā (einem der acht klassischen Zweige der Ayurveda-Medizin) gelten bestimmte psychische Störungen als durch Geister oder übernatürliche Wesen verursacht. Geister, Dämonen
- bhūtagraha
- Bhūtagraha bezeichnet eine durch das "Ergriffensein" (graha) von Geistwesen (bhūta) verursachte psychische oder körperliche Störung, eine Kategorie der Dämonologie/Psychiatrie (bhūtavidyā). Dämonenbesessenheit
- bhūtātman
- Bhūtātman bezeichnet in der ayurvedischen Philosophie den an die materiellen Elemente (bhūta) gebundenen Aspekt des Selbst, im Unterschied zum reinen, universellen Selbst (paramātman). elementares Selbst
- bīja
- In der Embryologie die 'Samen'-Substanz von Vater und Mutter (vergleichbar Spermium/Ovum), aus deren Vereinigung der Embryo entsteht; im botanischen Sinn auch schlicht 'Pflanzensamen'. Same, Keimanlage
- bījapūraka
- Die Zitronatzitrone, deren dicke, aromatische Schale und Fruchtfleisch in Verdauungsmitteln verwendet werden. Zitronatzitrone (Citrus medica)
- bījopaghāta
- Schädigung des "Samens" bzw. der Keimsubstanz (bīja) der Eltern, die nach ayurvedischer Vorstellung zu erblich bedingten Krankheiten bei den Nachkommen führen kann. Keimschädigung
- bilva
- Bilva, die Bengalische Quitte, liefert eine Frucht, deren unreifes Fruchtfleisch traditionell gegen Durchfall und Verdauungsstörungen eingesetzt wird; der Baum gehört zudem zu den fünf Wurzeln des Daśamūla. Bengalische Quitte (Aegle marmelos (L.) Corrêa)
- bisa
- Bisa bezeichnet die feinen Faserfäden aus dem Wurzelstock der Lotuspflanze, die in kühlenden, schleimlösenden Zubereitungen verwendet werden. Lotusfaser (Nelumbo nucifera)
- bisagranthi
- Vergleichsbegriff für eine knotige Struktur, die mit den Knoten des Lotosstängels (bisa) verglichen wird, etwa bei der Beschreibung von Gefäß- oder Gewebeknoten. Knoten wie am Lotosstängel
- bradhna
- Bradhna bezeichnet eine krankhafte Schwellung des Hodensacks, vergleichbar einer Hydrozele oder Hernie, die in Suśrutas chirurgischer Nosologie beschrieben wird. Hodenschwellung
- brahmacarya
- Brahmacarya bezeichnet die sexuelle Enthaltsamkeit bzw. Mäßigung, eine der neben Ernährung und Schlaf empfohlenen Lebensregeln zur Gesunderhaltung. sexuelle Enthaltsamkeit
- bṛṃhaṇa
- Eine gewebeaufbauende, kräftigende Therapieform, meist bei Erschöpfungs- und Abmagerungszuständen; Gegenstück zur reduzierenden laṅghana-Therapie. aufbauende, nährende Therapie
- bṛṃhaṇīya
- Bṛṃhaṇīya bezeichnet eine Klasse von Substanzen bzw. Therapien mit aufbauender, gewebevermehrender Wirkung, die zur Gewichtszunahme und Kräftigung eingesetzt werden; Gegenbegriff ist laṅghana ("abmagernd"). aufbauend, gewichtsfördernd
- buddhi
- Buddhi bezeichnet den Verstand bzw. die Urteilskraft, eines der inneren Organe (antaḥkaraṇa) neben manas (Geist) und ahaṃkāra (Ichbewusstsein). Verstand, Intellekt
- caitya
- Caitya bezeichnet eine Kultstätte oder einen als heilig verehrten Baum bzw. Hain, der etwa bei der Standortwahl für Gebäude oder Behandlungsstätten Erwähnung findet. Kultstätte, heiliger Baum
- caṇaka
- Caṇaka ist die Kichererbse, deren Samen als eiweißreiche Hülsenfrucht in Diät und Medizin, u.a. bei Fettleibigkeit und Hautkrankheiten, verwendet werden. Kichererbse (Cicer arietinum L.)
- candana
- Candana ist das Sandelholz, ein aromatisches, kühlendes Holz, das in Pasten gegen Hauterkrankungen und Fieber verwendet wird. Im Quelldatensatz waren Begriff und Glosse vertauscht. Sandelholz (Santalum album)
- cāṅgerī
- Cāṅgerī bezeichnet den Sauerklee, ein saures, kühlendes Kraut, das in der Ayurveda-Medizin u. a. bei Verdauungsstörungen und Durchfall eingesetzt wird. Sauerklee (Oxalis corniculata L.)
- caraṇāyudha
- Caraṇāyudha ('der die Füße als Waffe hat') bezeichnet Hähne bzw. sporntragende Vögel; ihr Fleisch bildet eine eigene Kategorie in der Fleischklassifikation. Kampfhahn (Fleischklassifikation)
- carman
- Haut bzw. Fell/Leder, sowohl als anatomischer Begriff für die Körperhaut als auch für tierische Häute als Rohstoff. Haut, Fell
- cāṣa
- Die Blauracke (Indian Roller), ein Vogel, der in Carakas Klassifikation der Vögel nach Lebensraum und Nahrung aufgeführt wird. Blauracke
- catuḥsneha
- Die vier klassischen öligen bzw. fetten Substanzen (Ghee, Öl, Knochenmark, Fettgewebe), die in der Ölungstherapie (snehana) verwendet werden. die vier Fette
- caturthaka
- Ein Fiebertyp, der jeden vierten Tag wiederkehrt. Quartanfieber
- cetanā
- Cetanā bezeichnet das Bewusstsein bzw. den belebenden Geist, dessen Vorhandensein den lebenden Organismus vom toten Körper unterscheidet. Bewusstsein, Lebensgeist
- cetana
- Bezeichnet das Belebtsein bzw. die bewusste Seele (puruṣa/ātman), die einen Organismus von unbelebter Materie unterscheidet; zentraler Begriff der ayurvedischen Anthropologie. Beseeltheit, Bewusstsein
- cetas
- Cetas ist ein Synonym für manas bzw. citta und bezeichnet den Geist oder das Bewusstsein als Sitz von Denken und Empfinden. Geist, Bewusstsein
- chagalī-payas
- Chagalī-payas ist Ziegenmilch, die in der Ayurveda-Diätetik als leicht verdauliches, ausgleichendes Nahrungsmittel und Arzneiträger geschätzt wird. Ziegenmilch
- chardana
- Das Erbrechen, sowohl als Krankheitssymptom als auch als absichtlich herbeigeführte reinigende Maßnahme (vgl. vamana). Erbrechen
- chardi
- Spontanes, krankhaftes Erbrechen als Symptom bzw. Krankheitsbild, im Unterschied zum therapeutisch herbeigeführten Erbrechen (vamana). Erbrechen (als Symptom)
- chedana
- Chedana bezeichnet das chirurgische Herausschneiden von krankhaftem Gewebe, eine der acht klassischen chirurgischen Grundtechniken (śastrakarma). Herausschneiden, Exzision
- chidrodara
- Eine schwere, meist lebensbedrohliche Form der Bauchwassersucht, bei der ein Leck bzw. eine Perforation im Verdauungstrakt zu Flüssigkeitsansammlung führt. durchbruchsbedingte Bauchwassersucht
- cikitsā
- Cikitsā ist der Grundbegriff für die ärztliche Behandlung bzw. Therapie und bezeichnet zugleich den Abschnitt „Cikitsāsthāna“ der Klassiker, der sich mit der Behandlung einzelner Krankheiten befasst. Behandlung, Therapie
- cintā
- Übermäßiges Sorgen bzw. Grübeln; in der Ayurveda-Psychologie eine Ursache psychosomatischer Störungen. Sorge, Grübeln
- cirakārin
- Cirakārin beschreibt eine langsam bzw. protrahiert wirkende oder verlaufende Krankheit oder Behandlung. langwierig, chronisch verlaufend
- citraka
- Citraka ist die Bleiwurz, eine scharfe, verdauungsfördernde Pflanze, deren Wurzel traditionell zur Anregung des Verdauungsfeuers eingesetzt wird. Bleiwurz (Plumbago zeylanica L.)
- citta
- Das Denkvermögen bzw. der Geist als psychisches Organ, häufig zusammen mit manas (Sinnesorgan des Geistes) und buddhi (Intellekt) genannt. Denken, Geist
- cūrṇa
- Ein feines Pulver aus einer oder mehreren getrockneten Drogen, eine der einfachsten und häufigsten Arzneiformen. Pulver
- cūrṇapradeha
- Eine äußerlich angewendete dicke Paste oder Auflage aus feinem Arzneipulver (cūrṇa), die auf die Haut aufgetragen wird. Pulverauflage
- cūṣaṇa
- Cūṣaṇa bezeichnet das therapeutische Aussaugen von Gift oder Sekret aus einer Wunde oder Bissstelle, etwa nach Schlangen- oder Insektenbissen. Aussaugen (Wundbehandlung)
- dadhi
- Dadhi bezeichnet gesäuerte Dickmilch (Joghurt), ein in der klassischen Diätetik vielfach verwendetes und differenziert bewertetes Milchprodukt. Dickmilch, Joghurt
- dadhimastu
- Dadhimastu bezeichnet die aus geronnener Milch (dadhi) abgeschiedene Molke, die diätetisch und medizinisch verwendet wird; verwandt mit dem einfachen mastu. Molke aus Dickmilch
- dadhyamla
- Dadhyamla bezeichnet sauer gewordene Dickmilch bzw. Joghurt, eine in Diätetik und Rezepturen verwendete Milchzubereitung. saure Dickmilch
- dāḍima
- Der Granatapfel, dessen Frucht und Rinde wegen ihrer adstringierenden, verdauungsfördernden Wirkung geschätzt werden. Der Sanskrit-Terminus wurde im Quellenauszug nur als Fragment ('ima') neben dem deutschen Wort 'Granatapfel' erfasst und hier zu dāḍima rekonstruiert. Granatapfel (Punica granatum)
- dadru
- Eine Hautkrankheit vom Typ der Dermatophytose (Ringelflechte); zählt zu den Kuṣṭha-Hauterkrankungen. Ringelflechte
- dāha
- Ein brennendes Hitzegefühl im Körper, meist als Symptom einer Pitta- oder Blutstörung (raktapitta) beschrieben. Brennen, Hitzegefühl
- daivavyapāśraya
- Die 'auf das Göttliche gestützte' Therapieform, die spirituelle und rituelle Maßnahmen wie Mantren, Opfer oder Sühnehandlungen umfasst; eine von drei Grundarten der Behandlung neben rationaler (yuktivyapāśraya) und psychologischer (sattvāvajaya) Therapie. spirituelle Therapie
- daṃśa
- Daṃśa bezeichnet den Biss eines Tieres, etwa einer Schlange oder eines Insekts, sowie die dadurch entstandene Bissstelle bzw. -wunde. Biss, Bissstelle
- darśana
- Darśana bezeichnet die philosophische Erkenntnis bzw. ein philosophisches Lehrsystem und daneben auch die unmittelbare Wahrnehmung bzw. Einsicht. Einsicht, philosophische Sicht
- dāru
- Wörtlich 'Holz'; steht in der Materia medica meist verkürzt für Devadāru, die Himalaya-Zeder, deren Holz und Harz entzündungshemmend eingesetzt werden. Zeder (Devadāru) (Cedrus deodara)
- dārvī
- Die Indische Berberitze, deren gelbes Holz wegen seiner adstringierenden und antimikrobiellen Wirkung vor allem bei Augen- und Hautleiden verwendet wird. Berberitze (Berberis aristata)
- darvī
- Ein löffel- bzw. schöpfkellenförmiges Gerät; im chirurgischen Kontext des Suśruta auch Bezeichnung für ein sondenartiges Instrument. Nicht zu verwechseln mit dārvī (Berberitze, langes ā). Löffel, Sonde
- darvīkara
- Darvīkara ("der eine Kelle/Haube Bildende") bezeichnet eine Giftschlange mit aufblähbarer Halshaut, also eine kobraartige Schlange, in der klassischen Schlangenkunde (sarpavidyā). Hutschlange (Kobra)
- daśamūla
- Eine klassische Kombination aus zehn Heilpflanzenwurzeln (fünf krautige, fünf holzige Arten), die als vielseitig einsetzbares entzündungshemmendes und stärkendes Dekokt gilt; auch als daśamūlī bezeichnet. die zehn Wurzeln
- daurbalya
- Daurbalya bezeichnet allgemeine körperliche Schwäche bzw. Kraftlosigkeit, ein häufig genanntes Symptom zahlreicher Erkrankungen und Erschöpfungszustände. Schwäche
- daurgandhya
- Daurgandhya bezeichnet üblen Körper- oder Mundgeruch, der als Krankheitszeichen beschrieben wird. Körpergeruch
- devadāru
- Die Himalaya-Zeder, deren Holz und Harz in der Ayurveda-Medizin u. a. gegen Fieber, Hautkrankheiten und Atemwegsbeschwerden eingesetzt werden. Himalaya-Zeder (Cedrus deodara)
- dhāma
- Dhāma bezeichnet den 'Sitz' bzw. Ort, an dem sich ein Dosha oder eine Krankheit vorrangig aufhält oder manifestiert. Sitz einer Störung
- dhamanī
- Dhamanī bezeichnet die Blutgefäße bzw. Arterien, durch die Blut und andere Körperflüssigkeiten zirkulieren. Blutgefäße, Arterien
- dhanvaja
- Dhanvaja bezeichnet Tiere oder Pflanzen, die aus trockenem, aridem Gelände (dhanvan) stammen, im Rahmen der Landschaftsklassifikation. aus Trockengebiet stammend
- dhanvan
- Dhanvan bezeichnet trockenes, wüstenartiges Gelände (jāṅgala-deśa) innerhalb der ayurvedischen Landschaftsklassifikation, die Auswirkungen auf Klima, Tiere und Heilpflanzen der Region hat. trockenes, arides Gelände
- dhānyaka
- Dhānyaka ist der Koriander. Der Quelldatensatz führte den Begriff verkürzt als „dhānya“ (das eigentlich allgemein „Getreide“ bedeutet); die spezifische Glosse „Koriander“ zeigt, dass tatsächlich Dhānyaka gemeint ist. Koriander (Coriandrum sativum)
- dhānyāmla
- Dhānyāmla bezeichnet eine durch Fermentation von Getreide gewonnene saure Flüssigkeit, die als Verdauungsanregung und Arzneiträger verwendet wird. fermentierte Getreide-Sauerflüssigkeit
- dhārāgṛha
- Dhārāgṛha bezeichnet einen eigens errichteten Pavillon, in dem kontinuierliche Wasser- bzw. Flüssigkeitsgüsse (dhārā) zu therapeutischen Zwecken verabreicht wurden. Pavillon für Wasserstrahltherapie
- dharmaśāstra
- Die Gattung der altindischen Rechts- und Pflichtenlehrtexte, die in der klassischen Sanskritliteratur gelegentlich neben medizinischen Werken als normative Autorität zitiert wird. Rechtslehre
- dhāroṣṇa
- Dhāroṣṇa bezeichnet Milch, die noch warm und unmittelbar nach dem Melken verwendet wird, was ihr besondere diätetische Eigenschaften verleiht. frisch gemolkene, warme Milch
- dhātrī
- Dhātrī bezeichnet in der Kinderheilkunde (Kaumārabhṛtya) die Amme bzw. Pflegefrau des Säuglings, deren Lebensweise die Muttermilch beeinflusst; als Pflanzenname ist dhātrī zugleich ein Synonym für die Āmalakī-Frucht (Phyllanthus emblica). Amme; auch Beiname der Āmalakī-Frucht
- dhātu
- Dhātu bezeichnet die sieben grundlegenden Körpergewebe (Nährflüssigkeit, Blut, Muskel-, Fett-, Knochen-, Knochenmarkgewebe und Reproduktionsgewebe), deren geregelte Bildung die physische Konstitution des Körpers trägt. Körpergewebe
- dhātukṣaya
- Dhātukṣaya bezeichnet die krankhafte Erschöpfung bzw. Abnahme eines oder mehrerer Körpergewebe (Dhātus). Gewebeschwund
- dhātuvaiṣamya
- Dhātuvaiṣamya bezeichnet das gestörte Gleichgewicht der sieben Körpergewebe (dhātu), das als eine Wurzel von Krankheit gilt. Ungleichgewicht der Körpergewebe
- dhī
- Das erkennende, unterscheidende Denkvermögen; eine Störung von dhī gilt neben dhṛti und smṛti in der Caraka-Saṃhitā als Ursache von Fehlverhalten und Krankheit (prajñāparādha). Verstand, Intellekt
- dhṛti
- Dhṛti ist eine geistige Fähigkeit (Willenskraft, Selbstbeherrschung), die in der Ayurveda-Psychologie zu den drei wesentlichen Stützen des Geistes gezählt wird und deren Störung mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Standhaftigkeit, Willenskraft
- dhūma
- Die therapeutische Inhalation von medizinischem Rauch, vor allem bei Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich. medizinische Rauchinhalation
- dhūmapāna
- Dhūmapāna ist eine Therapieform, bei der medizinisch wirksamer Rauch, meist über ein Rauchstäbchen (dhūmavarti), inhaliert wird, u. a. zur Behandlung von Kopf- und Atemwegsbeschwerden. Rauchinhalation
- dhūmavarti
- Dhūmavarti ist ein zu einem Stäbchen geformtes Räuchermittel aus Kräuterpulver, das für die Rauchinhalation (dhūmapāna) angezündet wird. Rauchstäbchen
- dhūpa
- Dhūpa bezeichnet die therapeutische oder rituelle Räucherung mit brennenden Kräutersubstanzen, u. a. zur Desinfektion von Krankenräumen und Instrumenten. Räucherung
- dhūpana
- Dhūpana ist eine therapeutische Räucherung, bei der Heilstoffe verbrannt werden, um Patienten oder Räume mit ihrem Rauch zu behandeln bzw. zu reinigen. Räucherung
- dhvaja
- Dhvaja bedeutet wörtlich "Banner, Flagge" und wird in medizinischen Texten euphemistisch für das männliche Geschlechtsorgan verwendet, etwa im Zusammenhang mit Impotenz (dhvajabhaṅga, wörtlich "Bruch des Banners"). Banner; (euphem.) männliches Glied
- dīpana
- Ein Mittel, das das Verdauungsfeuer (agni) direkt anregt, ohne notwendigerweise unverdaute Rückstände (āma) zu beseitigen; verwandt mit, aber unterschieden von pācana. verdauungsanregendes Mittel
- dīpana-pācana
- Dīpana-pācana bezeichnet eine Gruppe von Heilmitteln, die das Verdauungsfeuer (Agni) anregen (dīpana) und unverdaute Stoffe (Āma) verstoffwechseln bzw. verdauen (pācana). verdauungsanregende Mittel
- dīpanīya
- Bezeichnung für Mittel, die das Verdauungsfeuer (Agni) anregen und den Appetit fördern, eine eigene pharmakologische Wirkstoffklasse. verdauungsanregend
- divāsvapna
- Das Schlafen am Tage, dessen Nutzen und Schädlichkeit je nach Jahreszeit und Konstitution in der Ayurveda-Literatur diskutiert wird. Tagesschlaf
- doṣa
- Eine der drei Grundregulationskräfte des Körpers (Vāta, Pitta, Kapha), deren Gleichgewicht als Grundlage der Ayurveda-Physiologie und -Pathologie gilt; wörtlich „Fehler/Verderbnis“. Körpersaft, Humoralfaktor
- doṣānulomana
- Die Normalisierung bzw. Wiederherstellung der natürlichen Fließrichtung der drei Doṣas als therapeutisches Ziel. Regulierung des Doṣa-Flusses
- drākṣā
- Die Weintraube bzw. getrocknete Rosine, in der Materia medica als nährend, kühlend und mild abführend beschrieben. Weintrauben, Rosinen (Vitis vinifera)
- drākṣārasa
- Der Saft der Weintraube, ein mildes, kühlendes und stärkendes diätetisches Getränk. Traubensaft
- dravya
- Grundbegriff der ayurvedischen Pharmakologie (Dravyaguṇa) für jede stoffliche Substanz – Pflanze, Mineral oder Tierprodukt –, die als Träger von Eigenschaften (guṇa) und Wirkkraft dient. Substanz, Heilstoff
- droṇī
- Droṇī bezeichnet einen hölzernen Trog oder eine Wanne, wie sie bei bestimmten Formen der Öl- oder Dampfanwendung (droṇī-sveda) zur ganzkörperlichen Behandlung verwendet wird. Trog, Wanne
- duḥkha
- Grundbegriff der altindischen Philosophie für Leid bzw. Schmerz, dessen Vermeidung eines der Hauptziele der Heilkunde ist. Leiden
- durupakrama
- Durupakrama beschreibt eine Erkrankung, deren therapeutisches Vorgehen (upakrama) erschwert bzw. schwierig ist; der Begriff gehört zum Vokabular der Prognosebeurteilung (sādhyāsādhya). schwer behandelbar
- dūṣīviṣa
- Ein abgeschwächtes, latentes Gift, das im Körper verbleibt und erst nach längerer Zeit oder durch auslösende Faktoren Krankheitssymptome hervorruft; eine eigene toxikologische Kategorie. latentes Gift
- dūṣya
- Bezeichnet die Körpergewebe (Dhātus, Malas u. a.), die von den außer Gleichgewicht geratenen Doṣas befallen und geschädigt werden; zentraler Begriff der Pathogenese-Theorie. vitiiertes Körpergewebe
- dvandva
- Dvandva bezeichnet Paare gegensätzlicher Einflüsse (etwa Hitze und Kälte, Lust und Schmerz), deren Ertragen bzw. Meiden für die Gesundheit von Bedeutung ist. Gegensatzpaare
- dvandvaja
- Dvandvaja(-jvara) bezeichnet eine Fieberform, die durch das gleichzeitige Aus-dem-Gleichgewicht-Geraten zweier Doṣas verursacht wird. Fieber aus zwei Doṣas
- dveṣa
- Eine der grundlegenden mentalen Regungen (neben rāga, Anhaftung), die nach ayurvedischer Psychologie krankheitsfördernd wirken kann. Hass, Abneigung
- dvijāti
- Bezeichnung für Angehörige der oberen Kasten, insbesondere Brahmanen, die durch eine Initiationszeremonie als "zweimal geboren" gelten; taucht u. a. in Diät- und Verhaltensvorschriften auf. Zweimalgeborener (Brahmane)
- elā
- Die aromatischen Samenkapseln des Kardamoms, ein häufiges Gewürz und Bestandteil zahlreicher Arzneirezepturen, besonders bei Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden. Kardamom (Elettaria cardamomum)
- eṇa
- Eṇa bezeichnet eine Antilopen- bzw. Hirschart, deren Fleisch in der klassischen Diätetik als Wildfleisch (mṛga-Gruppe) eingeordnet wird. Hirschantilope
- eraṇḍa
- Rizinusstrauch, dessen Öl in der ayurvedischen Medizin vor allem als mildes Abführmittel und bei rheumatischen Beschwerden verwendet wird. Rizinus (Ricinus communis)
- ervāru
- Eine Kürbisgewächs-Art, deren Samen kühlend und harntreibend eingesetzt werden; botanische Zuordnung mit gewisser Unsicherheit. Ackermelone/Schlangengurke (Cucumis melo)
- eṣaṇa
- Eṣaṇa bezeichnet das Sondieren einer Wunde oder Fistel mit einer Sonde (ebenfalls eṣaṇa genannt), eines der von Suśruta beschriebenen stumpfen chirurgischen Instrumente. Sondierung, Wundsonde
- gairika
- Gairika ist ein eisenoxidhaltiges rotes Ockerpigment, das äußerlich zur Wundheilung und bei Hautleiden verwendet wird. roter Ocker
- gaja
- Der Elefant, in der klassischen Tierklassifikation als großes pflanzenfressendes Tier eingeordnet. Elefant
- galagraha
- Eine krampfartige Verengung bzw. Blockade im Halsbereich, die Schlucken und Atmung beeinträchtigt, auf gestörtes Vāta zurückgeführt. Halsklemme
- gambhīra
- Beschreibt eine tiefe bzw. tiefliegende Beschaffenheit, etwa eines Pulses, eines Nabels oder eines Symptoms. tief, tiefliegend
- gaṇa
- Gaṇa bezeichnet eine Gruppe von Heilpflanzen, die nach einer gemeinsamen therapeutischen Wirkung klassifiziert werden, etwa die von Caraka beschriebenen fünfzig Pflanzengruppen. Heilpflanzengruppe
- gandha
- Eine der grundlegenden, an Substanzen wahrnehmbaren Eigenschaften (neben Rasa, Guṇa, Vīrya und Vipāka) in der Dravyaguṇa-Pharmakologie. Geruch (Substanzeigenschaft)
- gara
- Gara bezeichnet ein künstlich zusammengesetztes ('kompoundiertes') Gift im Unterschied zu natürlichem Pflanzen- oder Tiergift; die im Quellmaterial zugeordnete Glosse 'Trockeningwer' beruht auf einem Extraktionsfehler und wurde hier korrigiert. künstliches Gift
- garbha
- Bezeichnet den Embryo bzw. Fötus; die ayurvedische Embryologie (Garbhaśārīra) beschreibt dessen Entstehung, Entwicklung und Pflege. Embryo, Leibesfrucht
- garbhāśaya
- Garbhāśaya, wörtlich „Behälter des Embryos“, bezeichnet die Gebärmutter. Gebärmutter
- garbhāvakrānti
- Bezeichnet den Vorgang der Empfängnis und embryonalen Entwicklung; Titel eines eigenen Kapitels im Śārīrasthāna der Caraka-Saṃhitā. Embryonalentwicklung
- garbhiṇī
- Garbhiṇī bezeichnet die schwangere Frau; für sie gelten in den Texten eigene diätetische und verhaltensbezogene Regeln (Garbhiṇī-Paricaryā) zum Schutz von Mutter und Kind. Schwangere
- gaurava
- Gaurava bezeichnet sowohl die Qualität "Schwere" (guru-Eigenschaft) als auch das Symptom eines subjektiven Schweregefühls im Körper, das typischerweise mit einer Kapha-Störung einhergeht. Schwere (Eigenschaft/Symptom)
- gavya
- Gavya bezeichnet allgemein von der Kuh stammende Produkte, insbesondere Rindfleisch bzw. Rindererzeugnisse; vergleiche das speziellere pañcagavya, die fünf Kuhprodukte. von der Kuh stammend
- ghana
- Ghana bezeichnet einen festen, eingedickten Extrakt einer Heildroge, der durch Einkochen eines Suds bis zur festen Konsistenz gewonnen wird. Der Quelleneintrag verwechselte den Begriff mit „Musta“, das eigentlich eine eigene Droge (Cyperus rotundus) bezeichnet. fester Extrakt, Dickextrakt
- ghanakapha
- Ghanakapha bezeichnet dickflüssigen, verdichteten Schleim (Kapha), der z. B. Atemwege verlegen kann. verdichteter Schleim
- gharmāmbu
- Gharmāmbu bezeichnet erhitztes bzw. heißes Wasser, das therapeutisch verabreicht oder äußerlich angewendet wird. heißes Wasser
- ghrāṇa
- Das Riechorgan, eines der fünf Sinnesorgane; ihm ist das Erdelement zugeordnet, sein Objekt ist der Geruch. Nase (Sinnesorgan)
- ghreya
- Ghreya bezeichnet eine zum Riechen bzw. Einatmen bestimmte Substanz, etwa im Kontext der Nasen- und Geruchstherapie (nasya/ghrāṇa). Riechbares, Inhalationsmittel
- ghṛta
- Ghṛta bezeichnet geklärte Butter (Ghee), eine der wichtigsten Trägersubstanzen der Ayurvedischen Arzneizubereitung und ein zentrales Mittel der Ölungstherapie (snehana). geklärte Butter (Ghee)
- ghurghuraka
- Ghurghuraka bezeichnet ein rasselndes, röchelndes Atemgeräusch, das in der klassischen Symptomatik unter anderem als Vorzeichen des nahenden Todes beschrieben wird. Röcheln
- glāni
- Glāni, Erschöpfung bzw. Mattigkeit, ist ein häufig genanntes Schwächesymptom in Krankheitsbeschreibungen. Erschöpfung
- godhā
- Godhā ist der Waran, dessen Fleisch in den diätetischen Kapiteln mit bestimmten Eigenschaften beschrieben wird. Waran
- godhūma
- Der Weizen, ein Grundnahrungsmittel, das in der ayurvedischen Diätetik als nährend, aufbauend und Kapha-fördernd gilt. Weizen (Triticum aestivum)
- godhūmacūrṇa
- Godhūmacūrṇa ist gemahlenes Weizenmehl, das als nährendes Nahrungsmittel und als Grundlage für Umschläge und Breie verwendet wird. Weizenmehl (Triticum aestivum L.)
- gokṣura
- Eine dornige, bodennah wachsende Pflanze, deren Früchte in der Ayurveda-Medizin vor allem bei Harnwegsbeschwerden eingesetzt werden. Erdburzeldorn (Tribulus terrestris)
- gomūtra
- Der Urin der Kuh, der in der Ayurveda-Medizin äußerlich und innerlich als reinigendes und entgiftendes Mittel verwendet wird. Kuhurin
- gopitta
- Gopitta ist die Galle des Rindes, die als Bestandteil äußerlicher und innerer Heilmittel, unter anderem bei Augenleiden, verwendet wird. Rindergalle
- gorasa
- Sammelbegriff für Milchprodukte wie Milch, Joghurt, Butter, Ghee und Buttermilch, wörtlich 'Kuh-Saft', wichtiger Bestandteil der Diätetik. Milchprodukte
- gośvaśakṛdrasa
- Gośvaśakṛdrasa bezeichnet einen aus dem Kot von Rind und Hund gewonnenen Saft bzw. Extrakt, der in der Toxikologie u. a. als Gegenmittel erwähnt wird. Extrakt aus Rinder- und Hundekot
- graha
- In der Bhūtavidyā ein 'ergreifendes' übernatürliches Wesen (Planet, Geist, Dämon), dem bestimmte akute oder psychische Erkrankungen, besonders bei Kindern (Bālagraha), zugeschrieben werden. krankheitsverursachende Wesenheit
- grahaṇī
- Bezeichnet den Sitz des Verdauungsfeuers (Agni) im oberen Dünndarm sowie übertragen die Verdauungskraft selbst; als Krankheitsname (grahaṇī-doṣa/grahaṇī-roga) auch eine chronische Verdauungsstörung mit unregelmäßiger Stuhlbeschaffenheit. Verdauungskraft, Dünndarmbereich
- grahaṇīdoṣa
- Die krankhafte Störung der grahaṇī (des Verdauungssitzes/-feuers), die zu chronischen Verdauungsbeschwerden mit wechselndem Stuhlgang führt; eng verwandt mit grahaṇī selbst. Störung der Verdauungskraft
- grāhi
- Grāhi bezeichnet eine adstringierende, stuhlbindende pharmakologische Eigenschaft bzw. entsprechende Substanzen zur Behandlung von Durchfall. stopfend, stuhlbindend
- grāhī
- Pharmakologische Eigenschaft einer Substanz, den Stuhl zu binden bzw. Durchfall entgegenzuwirken. stuhlfestigende Wirkung
- grāhin
- Eigenschaft eines Mittels, das den Stuhl festigt bzw. bindet, verwendet gegen Durchfall. stuhlfestigend
- granthi
- Granthi bezeichnet eine knotige, meist gutartige Gewebeneubildung (etwa eine zystische oder drüsige Schwellung), die von der bösartigen Geschwulst (arbuda) unterschieden wird. Knoten, gutartige Geschwulst
- gṛdhrasī
- Gṛdhrasī ist die klassische Bezeichnung für die Ischiasneuralgie, ein durch Vāta verursachtes Schmerzsyndrom, das vom Gesäß über die Beinrückseite ausstrahlt. Ischias
- gṛhadhūma
- Gṛhadhūma bezeichnet den Ruß aus der häuslichen Feuerstelle, der äußerlich unter anderem bei bestimmten Augen- oder Hautleiden angewendet wird. Herdruß, Hausruß
- gṛhagodhikā
- Gṛhagodhikā bezeichnet die im Haus lebende Eidechse (Gecko); ihr Biss und vermeintliches Gift werden in der Toxikologie (agada-tantra) besprochen. Hauseidechse, Gecko
- grīṣma
- Grīṣma, der Sommer, ist eine der sechs Jahreszeiten (Ṛtu), um die die Empfehlungen der saisonalen Lebensführung (Ṛtucaryā) organisiert sind. Sommer (Jahreszeit)
- gṛñjanaka
- Die Küchenzwiebel, in der Diätetik u. a. als verdauungsförderndes, scharfes Nahrungsmittel beschrieben. Zwiebel (Allium cepa)
- guda
- Guda bezeichnet in der Anatomie den After bzw. unteren Enddarmabschnitt; als Ernährungsbegriff bezeichnet dasselbe Wort auch den unraffinierten Rohrzucker (Jaggery), eine häufige Zutat medizinischer Zubereitungen. After; auch Rohrzucker/Jaggery
- gudabhraṃśa
- Gudabhraṃśa bezeichnet den Vorfall des Enddarms (Rektumprolaps) aus dem After. Mastdarmvorfall
- gudaja
- Gudaja, wörtlich „im After entstanden“, bezeichnet Hämorrhoiden als spezielle Unterform der Arśas (Hämorrhoidalleiden). Hämorrhoiden
- gudalepa
- Gudalepa bezeichnet das äußerliche Auftragen einer Salbe oder Paste auf den After, etwa zur Behandlung von Hämorrhoiden oder Analleiden. Aftereinreibung, Analsalbe
- gudaniḥsaraṇa
- Gudaniḥsaraṇa bezeichnet den Vorfall (Prolaps) des Enddarms bzw. Rektums aus dem Anus. Rektumprolaps
- gudavali
- Die ringförmigen Schleimhautfalten des Analkanals, anatomisch relevant u. a. für die Klassifikation von Fisteln (bhagandara) und Hämorrhoiden. Analfalten
- gulma
- Ein durch gestörte Doshas verursachtes, tastbares Bauchgeschwulst-Syndrom, klassisch in fünf Formen nach den beteiligten Doshas unterteilt. abdominale Geschwulst
- guṇa
- Die stofflichen Eigenschaften einer Substanz (z. B. schwer/leicht, heiß/kalt), eine der fünf pharmakologischen Wirkungsebenen neben rasa, vīrya und vipāka. Eigenschaft(en)
- guru
- Eine der zehn Eigenschaftspaare (guṇa), „schwer“ (schwer verdaulich, gewichtig), typischerweise mit Kapha assoziiert; im allgemeinen Sanskrit bedeutet guru auch „Lehrer“. schwer (Eigenschaft)
- haṃsa
- Gans bzw. Schwan, ein Wasservogel aus Carakas Vogelklassifikation. Gans, Schwan
- hanugraha
- Eine krankhafte Steifheit bzw. Sperre des Kiefergelenks (Trismus). Kieferklemme
- hanusaṅgraha
- Krankhafte Verkrampfung bzw. Blockade der Kiefermuskulatur mit eingeschränkter Mundöffnung (vergleichbar dem Trismus), auf gestörtes Vāta zurückgeführt. Kieferklemme
- hanustambha
- Hanustambha bezeichnet die krankhafte Steifheit bzw. Verkrampfung des Kiefers (Trismus), die das Öffnen des Mundes verhindert. Kieferklemme, Trismus
- hapuṣā
- Ein Wacholderstrauch, dessen Beeren harntreibend eingesetzt werden. Wacholder (Juniperus communis)
- haridrā
- Haridrā ist die Kurkumapflanze, deren Wurzelstock als entzündungshemmendes, blutreinigendes und hautheilendes Mittel eingesetzt wird. Kurkuma, Gelbwurz (Curcuma longa)
- hāridra
- Adjektiv für eine gelbliche, an Kurkuma (haridrā) erinnernde Färbung, etwa bei Ikterus-Symptomen. gelblich, kurkumafarben
- harītakī
- Die Frucht der Myrobalane, eines der wichtigsten Universalheilmittel der Ayurveda-Medizin (u. a. Bestandteil von Triphalā); Synonym: abhayā. Myrobalane (Terminalia chebula)
- haritāla
- Haritāla ist das Mineral Auripigment (Arsen(III)-sulfid), ein in der Mineralpharmakologie (rasaśāstra) nach Reinigung äußerlich, seltener innerlich verwendetes, potenziell giftiges Heilmittel. Der Begriff wurde hier aus einem verkürzten Extraktionsfragment ("…la") rekonstruiert. Auripigment (Arsensulfid)
- harṣaṇa
- Harṣaṇa bezeichnet die Wirkqualität von Substanzen, die Freude, Wohlbehagen oder auch Hautprickeln (Piloarrektion) hervorrufen. erfreuend, wohltuend (Wirkqualität)
- hastipippalī
- Hastipippalī, wörtlich 'Elefanten-Pippalī', ist eine dem echten Langpfeffer ähnliche, aber botanisch verschiedene Arzneipflanze aus der Familie der Aronstabgewächse. Elefanten-Langpfeffer (Scindapsus officinalis (Roxb.) Schott)
- hemanta
- Hemanta ist eine der sechs traditionellen indischen Jahreszeiten (ṛtu), der Frühwinter, für den in der Ritucaryā (Jahreszeitenregimen) spezifische Ernährungs- und Verhaltensregeln gelten. Frühwinter (Jahreszeit)
- hetu
- Der ursächliche bzw. auslösende Faktor einer Krankheit; weitgehend synonym zu nidāna verwendet. ätiologischer Faktor
- hikkā
- Schluckauf, klassisch in mehrere Schweregrade unterteilt, von harmlos bis lebensbedrohlich. Schluckauf
- hiṅgu
- Hiṅgu ist Asafoetida, ein scharfes Gummiharz aus den Wurzeln einer Steppenraute-Art, das als Verdauungsmittel und Karminativum weit verbreitet ist. Im Quelldatensatz erschien der Begriff verstümmelt als „asafoetida“/„gu“. Asafoetida, Teufelsdreck (Ferula asafoetida)
- hita
- Hita bezeichnet das für den Körper Zuträgliche bzw. Wohltuende; die Unterscheidung von hita und ahita (zuträglich/unzuträglich) ist ein Grundprinzip der Diätetik und Lebensführung. zuträglich, wohltuend
- hitāśana
- Hitāśana bezeichnet eine dem individuellen Konstitutionstyp zuträgliche, gesunde Ernährungsweise. zuträgliche Ernährung
- homa
- Homa ist ein rituelles Feueropfer, das zur „göttlichen“ Therapie (Daivavyapāśraya Cikitsā) gehört, welche Krankheitsursachen jenseits gewöhnlicher physischer Erklärungen behandelt. Feueropfer
- hṛd
- Hṛd bezeichnet das Herz, das in der Ayurveda-Physiologie als Sitz des Bewusstseins und wichtiges Zentrum der Kreislaufphysiologie gilt. Herz
- hṛdaya
- Hṛdaya, das Herz, gilt im Ayurveda sowohl als physisches Organ als auch – zusammen mit dem Kopf – als Sitz des Bewusstseins. Herz
- hṛdayadrava
- Hṛdayadrava bezeichnet wörtlich das 'Zerfließen des Herzens', einen Zustand von Herzschwäche bzw. Kollaps, wie er etwa bei Vergiftungen beschrieben wird. Herzversagen ('Herzschmelzen')
- hṛdgraha
- Hṛdgraha ("Ergriffensein des Herzens") bezeichnet ein Beklemmungs- bzw. Engegefühl in der Herzgegend, das als Symptom verschiedener Herzbeschwerden (hṛdroga) beschrieben wird. Herzbeklemmung
- hṛdroga
- Herzerkrankung, klassisch in mehrere doshabedingte Typen unterteilt. Herzkrankheit
- hṛdya
- Hṛdya bezeichnet Substanzen mit herzstärkender bzw. herzerfrischender Wirkung, die zugleich häufig als appetitanregend und wohltuend für das Gemüt beschrieben werden. herzstärkend
- hṛllāsa
- Hṛllāsa ist ein Übelkeitsgefühl in Brust und Kehle, das häufig dem Erbrechen vorausgeht und mit Kapha-Störungen in Verbindung gebracht wird. Übelkeit
- ikṣu
- Ikṣu ist das Zuckerrohr, aus dessen Saft zahlreiche Zubereitungen wie Kandiszucker, Sirup und alkoholische Getränke hergestellt werden. Zuckerrohr (Saccharum officinarum)
- ikṣurasa
- Der frisch gepresste Saft des Zuckerrohrs (Saccharum officinarum), diätetisch als kühlend und nährend geschätzt und in mehreren Arzneiformen verwendet. Zuckerrohrsaft
- indhana
- Indhana bedeutet wörtlich 'Brennstoff' und wird metaphorisch für Nahrung verwendet, die das Verdauungsfeuer (Agni) am Brennen hält. Brennstoff (der Verdauung)
- indrayava
- Indrayava sind die Samen des Kutaja-Baums, die traditionell vor allem gegen Durchfall und Ruhr eingesetzt werden. Kutaja-Samen (Holarrhena antidysenterica)
- indriya
- Die (meist fünf) Sinnesorgane bzw. Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeiten des Menschen. Sinnesorgane
- indriyārtha
- Das jeweilige Objekt eines Sinnesorgans (z. B. Klang für das Ohr, Farbe für das Auge); Grundbegriff der ayurvedischen Erkenntnis- und Wahrnehmungslehre. Sinnesobjekt
- jalaukā
- Jalaukā ist der Blutegel, der beim therapeutischen Aderlass (Jalaukāvacaraṇa), einer der klassischen Blutreinigungsmethoden, eingesetzt wird. Blutegel
- jalaukas
- Jalaukas ist der Blutegel; sein medizinischer Einsatz zum Aderlass (jalaukāvacāraṇa) ist eines der klassischen blutreinigenden Verfahren. Blutegel
- jāṅgala
- Klassifikationsbegriff für Tiere bzw. Fleisch aus trockenem, wildreichem Terrain (jāṅgala-deśa); Gegensatz zu Tieren aus Sumpf-/Feuchtgebieten (ānūpa). Trockenland-/Wildtiere
- jāṅgalarasa
- Jāṅgalarasa bezeichnet eine Fleischbrühe aus dem Fleisch von Wildtieren trockener Landstriche (jāṅgala-deśa), die als stärkende, leicht verdauliche diätetische Zubereitung gilt. Wildfleischbrühe
- jaṅgama
- Klassifikationsbegriff für Substanzen tierischen Ursprungs, im Gegensatz zu Substanzen pflanzlichen (audbhida) oder mineralischen (pārthiva) Ursprungs. tierischen Ursprungs
- japa
- Japa bezeichnet das wiederholte Rezitieren heiliger Formeln (Mantras) und gehört als Bestandteil der "geistig gestützten Therapie" (daivavyapāśraya cikitsā) zum spirituellen Behandlungsrepertoire der Ayurveda-Medizin. Gebets-/Mantrarezitation
- jarā
- Jarā bezeichnet das Altern bzw. das hohe Lebensalter als eine der unvermeidlichen körperlichen Verfallserscheinungen; die Verzögerung von Jarā ist zentrales Anliegen der Verjüngungslehre (Rasāyana). (das) Alter, Altern
- jarāyu
- Jarāyu bezeichnet die Plazenta bzw. die den Fötus umhüllende Eihaut; Lebewesen, die aus einer solchen Hülle geboren werden, heißen jarāyuja (plazental/vivipar). Plazenta, Eihaut
- jaṭāmāṃsī
- Jaṭāmāṃsī, gemeinhin Narde genannt, ist eine aromatische Wurzelpflanze aus dem Himalaya, deren Rhizom beruhigend auf Geist und Nervensystem wirkt und u.a. bei Schlaflosigkeit und Hautkrankheiten eingesetzt wird. Narde (Nardostachys jatamansi (D.Don) DC.)
- jātasyottarakālaja
- Jātasyottarakālaja bezeichnet eine Krankheit, die erst nach der Geburt entsteht, im Gegensatz zu angeborenen (garbhaja) Erkrankungen – eine Unterscheidung in der Klassifikation kindlicher Krankheiten. postnatal entstanden
- jatu
- Ein von Lackschildläusen erzeugtes Harz (Schellack), das äußerlich u. a. bei Hautkrankheiten verwendet wird. Lack (Insektenharz)
- jīrṇajvara
- Jīrṇajvara bezeichnet ein lang andauerndes, chronisches Fieber im Unterschied zum akuten (nava) Fieber. chronisches Fieber
- jitātman
- Jitātman bezeichnet einen Menschen, der sein Selbst bzw. seine Sinne und Triebe beherrscht; dieses Ideal der Selbstbeherrschung gilt in der ayurvedischen Verhaltenslehre (sadvṛtta) als gesundheitsförderlich. selbstbeherrscht
- jīva
- Jīva bezeichnet das belebende Lebensprinzip bzw. die individuelle Seele, die zusammen mit Körper und Geist ein Lebewesen ausmacht. Lebenskraft, Lebensprinzip
- jīvana
- 'Lebenskraftspendend'; Bezeichnung für eine Gruppe stärkender, das Leben fördernder Heilpflanzen (Jīvanīya-Gaṇa). lebenskraftspendend
- jīvanīya
- Eine Gruppe lebenskräftigender, vitalisierender Heilpflanzen, eine der klassischen Drogengruppen (gaṇa) bei Caraka. lebenskräftigende Drogengruppe
- jñāna
- Jñāna, „Wissen/Erkenntnis“, ist ein erkenntnistheoretischer Grundbegriff, der auch die richtige diagnostische Wahrnehmung des Arztes betrifft. Wissen, Erkenntnis
- jṛmbhā
- Das Gähnen, ein von der Vāta-Bewegung gesteuerter physiologischer Reflex, der in der Symptomatik verschiedener Krankheiten erwähnt wird. Gähnen
- jvara
- Fieber, in der ayurvedischen Nosologie eine eigenständige, in zahlreiche Unterarten gegliederte Krankheitskategorie. Fieber
- jyotis
- Das Licht bzw. Feuerelement als Objekt des Sehsinns in der ayurvedischen Sinnes- und Elementenlehre. Licht (Sinnesobjekt des Sehens)
- kāca
- Kāca bezeichnet in der altindischen Augenheilkunde ein frühes Stadium der Linsentrübung, das dem fortgeschrittenen Katarakt-Stadium (liṅganāśa) vorausgeht. beginnender grauer Star
- kadalī
- Kadalī bezeichnet die Bananenpflanze bzw. -frucht; Wurzel, Stängelsaft und Frucht finden unter anderem bei Blutungen und Verbrennungen Verwendung. Banane, Bananenpflanze (Musa × paradisiaca L.)
- kākapada
- Kākapada ("Krähenfuß") bezeichnet in der Chirurgie Suśrutas eine an einen Krähenfuß erinnernde Schnitt- oder Markierungsform, wie sie bei bestimmten Inzisionen verwendet wird. Krähenfuß-Schnitt/-Zeichen
- kalā
- Bezeichnet einerseits einen Aspekt oder Teilbereich eines Ganzen, andererseits in der Anatomie eine dünne Gewebeschicht bzw. Membran des Körpers. Aspekt; Gewebeschicht
- kālaja
- Bezeichnet Krankheiten oder Doṣa-Störungen, deren Ursache im jahreszeitlichen bzw. zeitlichen Wandel liegt, im Unterschied zu ernährungs- oder verhaltensbedingten Ursachen. zeitbedingt, jahreszeitlich verursacht
- kalāya
- Die Erbse, eine in der Diätetik behandelte Hülsenfrucht. Erbse (Pisum sativum)
- kalka
- Eine feuchte, zerriebene Paste aus frischen oder eingeweichten Drogen, eine der fünf klassischen Grundzubereitungen (pañcavidha kaṣāya). Kräuterpaste
- kalpa
- Allgemeiner Begriff für pharmazeutische Zubereitungsarten von Heilstoffen; auch Titel eigener Textabschnitte (Kalpasthāna), die sich mit Rezepturen befassen. Zubereitung, Arzneiform
- kalpanā
- Kalpanā bezeichnet allgemein die pharmazeutische Zubereitungsform eines Heilmittels, etwa Absud, Pulver oder Extrakt. pharmazeutische Zubereitung
- kalya
- Kalya bezeichnet einerseits den frühen Morgen als Zeitangabe in der Tagesroutine (dinacaryā), andererseits als Adjektiv einen gesunden, leistungsfähigen Zustand. früher Morgen; gesund, tüchtig
- kāma
- Kāma ("Verlangen, Lust") ist eines der klassischen Lebensziele (puruṣārtha) und wird in der Ayurveda-Medizin sowohl als legitimes menschliches Streben wie auch als möglicher Auslöser psychischer Störungen behandelt. Begierde, Lust
- kāmalā
- Gelbsucht (Ikterus), eine durch gestörtes Pitta und Blut verursachte Krankheit mit Gelbfärbung von Haut und Augen. Gelbsucht
- kamala
- Kamala ist der Lotus, dessen Blüten, Samen und Wurzelstock (bisa) in Diätetik und Materia medica verwendet werden. Lotus (Nelumbo nucifera)
- kampa
- Kampa bezeichnet Zittern bzw. Tremor der Gliedmaßen oder des Körpers, ein typisches Vāta-Symptom. Zittern
- kāñjika
- Kāñjika ist ein aus fermentiertem Reis oder Reisschleim hergestelltes säuerliches Getränk, das als Trägerflüssigkeit für Arzneien und als eigenständiges Verdauungsmittel verwendet wird. fermentierter Reisessig
- kānti
- Kānti bezeichnet den gesunden Glanz bzw. die Ausstrahlung von Haut und Teint, der als äußeres Zeichen von Wohlbefinden und intaktem Ojas gilt. Glanz, Ausstrahlung
- kapāla
- Kapāla bezeichnet eine irdene Scherbe bzw. ein Gefäßbruchstück, das unter anderem zum Erhitzen oder als einfaches medizinisches Hilfsmittel verwendet wurde. Tonscherbe
- kapha
- Eines der drei Doṣas, das Prinzip von Struktur, Stabilität und Feuchtigkeit im Körper; wird oft mit 'Schleim' übersetzt. Im Quellenauszug war das deutsche Wort 'Schleim' mit dem eigentlichen Sanskrit-Terminus vertauscht. Kapha (Schleim-Doṣa)
- kaphakāsa
- Ein Hustentyp, der durch ein Übermaß an Kapha (Schleim) verursacht wird. Kapha-Husten
- kaphapraseka
- Vermehrter Speichelfluss als Symptom eines gestörten Kapha. übermäßiger Speichelfluss
- kapiñjala
- Kapiñjala ist die Sanskrit-Bezeichnung für das (Grau-)Rebhuhn, dessen Fleisch in der altindischen Diätetik als leicht verdaulich und stärkend eingestuft wird. Rebhuhn
- kapittha
- Kapittha, die Holzapfelfrucht (Elefantenapfel), wird wegen ihres sauer-adstringierenden Geschmacks bei Durchfall und Verdauungsstörungen sowie als Gewürzzutat verwendet. Holzapfelfrucht (Limonia acidissima L. (Syn. Feronia limonia (L.) Swingle))
- kapota
- Die Haustaube, deren Fleisch in der Diätetik unter den Vogelarten klassifiziert wird. Taube
- karaṇa
- Karaṇa bezeichnet das Verfahren bzw. Mittel der pharmazeutischen Verarbeitung, durch das eine Rohdroge in eine anwendbare Arzneiform überführt wird. Zubereitungsmethode
- kāravī
- Kāravī ist der Kümmel, dessen Samen als verdauungsförderndes und krampflösendes Gewürz und Heilmittel verwendet werden. Kümmel (Carum carvi L.)
- karma
- Im pharmakologischen Kontext die konkrete Wirkung bzw. Handlung einer Substanz auf den Körper; allgemeiner auch „Handlung“ im ethischen Sinn. pharmakologische Wirkung, Handlung
- karman
- Karman bezeichnet allgemein Handlung bzw. Tätigkeit; im medizinischen Kontext auch eine therapeutische Maßnahme oder Prozedur, im philosophisch-kosmologischen Sinn das Wirkungsgesetz vergangener Taten. Handlung, Tätigkeit
- kārmaṇa
- Kārmaṇa bezeichnet eine durch schwarze Magie bzw. Behexung verursachte Krankheit oder Störung und gehört zu den übernatürlichen Krankheitsursachen (bhūtavidyā). Schadzauber, Behexung
- karmendriya
- Karmendriya bezeichnet die fünf Handlungsorgane (Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorgan), über die der Mensch aktiv auf die Welt einwirkt. Handlungsorgane
- karṇaśūla
- Karṇaśūla bezeichnet Ohrenschmerzen als eigenständiges Krankheitsbild. Ohrenschmerzen
- karṇikā
- Karṇikā bezeichnet eine kleine knötchenförmige Gewebewucherung, etwa im Nasen- oder Augenbereich, wie sie z. B. bei Nasenpolypen beschrieben wird. Knötchen, Wucherung
- kārpāsa
- Kārpāsa bezeichnet die Baumwollpflanze bzw. deren Faser, die u. a. als Verbandsmaterial diente. Baumwolle (Gossypium herbaceum L.)
- kārpāsāsthi
- Kārpāsāsthi bezeichnet die Samen der Baumwollpflanze, die medizinisch u. a. wegen ihres Öls Verwendung finden. Baumwollsamen (Gossypium herbaceum L.)
- karpūra
- Kampfer, eine aus dem Holz des Kampferbaums gewonnene kristalline Substanz mit kühlender, schmerzlindernder Wirkung. Kampfer (Cinnamomum camphora)
- karśana
- Karśana bezeichnet eine reduzierende, abmagernde Therapieform, die zur Gewichtsabnahme bzw. zum Abbau überschüssiger Körpersubstanz eingesetzt wird, im Gegensatz zur aufbauenden Therapie (sambṛṃhaṇa). Abmagerungstherapie
- kārśya
- Kārśya bezeichnet krankhafte Abmagerung bzw. Untergewicht infolge mangelhafter Gewebebildung, das Gegenstück zur Fettleibigkeit (Sthaulya). Abmagerung
- kāruṇya
- Eine der vier von Caraka empfohlenen ethischen Grundhaltungen gegenüber Lebewesen (neben Freundlichkeit, Mitfreude und Gleichmut), die zu psychischer Gesundheit beitragen. Mitgefühl
- kāsa
- Krankheitsbild des Hustens, klassisch in mehrere doshabedingte und ätiologische Unterformen gegliedert. Husten
- kaṣāya
- Ein wässriger Absud aus Heilpflanzen, eine der grundlegenden Zubereitungsformen der ayurvedischen Pharmazie. Sud, Dekokt
- kāsin
- Kāsin bezeichnet eine an Husten (Kāsa) leidende Person. Hustenkranker
- kāsīsa
- Kāsīsa ist ein eisenhaltiges Mineral (Eisen(II)-sulfat, Grünvitriol), das in der Rasashastra u.a. bei Augenkrankheiten und als Bestandteil eisenhaltiger Präparate verarbeitet wird. Eisenvitriol (Grünvitriol)
- kavala
- Kavala ist eine therapeutische Mundspülung bzw. Gurgelbehandlung, bei der eine medizinische Flüssigkeit im Mund gehalten oder bewegt wird, u. a. zur Reinigung von Mund- und Rachenraum. Mundspülung, Gurgeltherapie
- kavalagraha
- Therapeutisches Halten oder Gurgeln einer medizinischen Flüssigkeit im Mund zur Behandlung von Mund-, Zahn- und Rachenerkrankungen. Mundspülung, Gurgeln
- kāyāgni
- Synonym für das Verdauungsfeuer (agni) im Körper, das für Stoffwechsel und Verdauung verantwortlich ist. Körperfeuer, Verdauungsfeuer
- keśara
- Bezeichnet die Staubfäden bzw. Narbenfäden bestimmter Blüten (z. B. von Safran oder Nāgakeśara-Bäumen), die medizinisch verwendet werden; botanische Identität im Einzelfall nicht sicher bestimmt. Staubfäden, Blütennarben
- kha
- Kha bezeichnet die Hohlräume bzw. Kanäle und Öffnungen des Körpers, deren strukturelle Fehlbildung (Khavaiguṇya) als wichtiger Faktor der Krankheitslokalisation gilt. Die im Quelldatensatz erhaltene Glosse „ther“ ist vermutlich ein Fragment von „Äther/Hohlraum“. Hohlraum, Körperkanal
- khālitya
- Krankhafter Haarausfall bzw. Glatzenbildung. Kahlheit
- khāni
- Khāni bezeichnet die natürlichen Körperöffnungen (z. B. Augen, Ohren, Mund, Nase, Anus), die in anatomischen Aufzählungen meist zu neun gezählt werden. Körperöffnungen
- khara
- Khara bezeichnet den Esel, dessen Milch und andere Produkte in den klassischen Texten gelegentlich zu therapeutischen Zwecken erwähnt werden. Esel
- kharjūra
- Kharjūra ist die Dattelpalme bzw. ihre Frucht, die als nährstoffreiches, kräftigendes und leicht abführendes Nahrungs- und Heilmittel geschätzt wird. Dattel (Phoenix dactylifera L.)
- khura
- Der Huf von Tieren, der in der ayurvedischen Pharmazie, z. B. verascht, als Bestandteil bestimmter Rezepturen verwendet wird. Huf
- kilāsa
- Kilāsa ist eine mildere Form der Weißfleckenkrankheit (verwandt mit śvitra), bei der depigmentierte Hautflecken auftreten. Hautflecken (Leukoderm)
- kiṇva
- Ein zur Fermentation eingesetzter Zusatzstoff, der bei der Herstellung alkoholischer Getränke (z. B. surā) verwendet wird. Gärmittel, Ferment
- klaibya
- Sexuelle Funktionsstörung des Mannes (Unfähigkeit zum Geschlechtsverkehr bzw. zur Zeugung); wird körperlichen wie psychischen Ursachen zugeschrieben. Impotenz
- klama
- Symptom allgemeiner körperlicher und geistiger Erschöpfung ohne vorherige Anstrengung, oft als Frühzeichen von Krankheit gedeutet. Erschöpfung, Mattigkeit
- kleda
- Bezeichnet krankhafte oder physiologische Feuchtigkeit/Nässe im Körper, eng mit Kapha und dem Verdauungsprozess verbunden; im Übermaß Ursache vieler Störungen. Feuchtigkeit, Körperflüssigkeit
- klība
- Klība bezeichnet Impotenz bzw. Zeugungsunfähigkeit des Mannes; die im Quellmaterial mitgeführte Glosse 'Schlange' beruht offensichtlich auf einem Extraktionsfehler und wurde hier korrigiert. Impotenz, Zeugungsunfähigkeit
- kola
- Kola ist ein Synonym für Badara, die Brustbeere bzw. Jujube. Im Quelldatensatz waren Begriff und deutsche Glosse vertauscht. Brustbeere, Jujube (Ziziphus mauritiana)
- krama
- Krama bezeichnet die vorgeschriebene Reihenfolge bzw. den systematischen Ablauf einer Behandlung. Behandlungsreihenfolge
- krauñca
- Der Kranich bzw. eine ähnliche Vogelart, in der Klassifikation der Wildvögel der Diätetik aufgeführt. Kranich
- kṛcchrasādhya
- Kṛcchrasādhya bezeichnet eine Krankheit, die nur mit großer Mühe und intensiver Behandlung heilbar ist — eine Zwischenkategorie der Prognose zwischen leicht heilbar (sukhasādhya) und unheilbar (asādhya). schwer heilbar
- krimi
- Sammelbegriff für Wurm- und Parasitenbefall des Körpers; die Lehre von den Krimi umfasst sowohl innere (Darm-)Würmer als auch äußere Parasiten und bildet einen eigenen nosologischen Bereich. Würmer, Parasiten
- krimighna
- Pharmakologische Wirkungskategorie für Substanzen mit anthelminthischer, also gegen Darmparasiten gerichteter Wirkung. wurmtötend
- kriyā
- Kriyā bezeichnet allgemein eine Handlung bzw. Prozedur, im medizinischen Kontext speziell ein therapeutisches Verfahren oder eine Behandlungsmaßnahme. Behandlung, therapeutisches Verfahren
- kriyākrama
- Die geordnete Abfolge therapeutischer Maßnahmen im Rahmen einer Behandlung. Behandlungsablauf
- kṛmi
- Kṛmi bezeichnet Würmer bzw. Parasiten, die als eigenständige Krankheitsursache und -kategorie (kṛmiroga) behandelt werden; in modernen Übersetzungen gelegentlich auch weiter als 'Mikroorganismen' wiedergegeben. Würmer, Parasiten
- kṛśarā
- Ein Brei aus Reis und Hülsenfrüchten, diätetische Zubereitung für Kranke und Genesende. Reis-Linsen-Brei
- kṛśara
- Eine breiartige Speise aus Reis und Hülsenfrüchten (vergleichbar Khichari), die in der Diätetik als nahrhafte, mild verdauliche Kost dient. Reis-Linsen-Brei
- kṛṣṇā
- Kṛṣṇā ("die Schwarze/Dunkle") ist ein gängiges Synonym für den langen Pfeffer (Pippalī), eine der wichtigsten Gewürz- und Heildrogen der Ayurveda-Medizin mit verdauungsförderndem, erwärmendem Charakter. langer Pfeffer (Pippalī) (Piper longum L.)
- kṛṣṇasarpa
- Kṛṣṇasarpa bezeichnet eine schwarz gefärbte Giftschlangenart innerhalb der klassischen Klassifikation der Schlangen nach Farbe und Giftwirkung. Schwarze Schlange
- kṣāra
- Ein aus Pflanzenaschen hergestelltes alkalisches Präparat, das äußerlich als Ätzmittel oder innerlich als verdauungsförderndes und krankheitsauflösendes Mittel verwendet wird. Lauge, Ätzmittel
- kṣārāgada
- Eine auf ätzenden Alkalisubstanzen (kṣāra) basierende Heilzubereitung, die u. a. als Gegengift eingesetzt wird. alkalisches Gegenmittel
- kṣārasūtra
- Kṣārasūtra ist ein mit alkalischen und pflanzlichen Wirkstoffen imprägnierter chirurgischer Faden, der als Ligatur v. a. zur Behandlung von Analfisteln verwendet wird. Ätzfaden
- kṣata
- Eine (innere) Verletzung, insbesondere des Brust-/Lungenbereichs, oft mit Bluthusten einhergehend (kṣataja kāsa). Verletzung (bes. der Lunge)
- kṣataja
- Kṣataja bezeichnet eine durch äußere Verletzung oder Trauma ausgelöste Blutung bzw. blutungsbedingte Störung, etwa eine Form des Raktapitta. verletzungsbedingte Blutung
- kṣatakāsa
- Husten infolge einer inneren Verletzung, insbesondere der Lunge oder Brust. Verletzungshusten
- kṣatakṣīṇa
- Zustand der Auszehrung infolge einer inneren Verletzung, etwa Überlastung der Lunge, oft im Zusammenhang mit rājayakṣma genannt. durch Verletzung erschöpft
- kṣaudra
- Eine Honigsorte kleiner Wildbienen, in der Materia medica von anderen Honigarten (u. a. madhu) unterschieden. Honig (feine Sorte)
- kṣauma
- Kṣauma ist ein aus Flachs gewebtes Leinengewand, das in den Regimen-Kapiteln als empfohlene Kleidung in bestimmten Kontexten genannt wird. Leinengewand
- kṣavathu
- Kṣavathu bezeichnet das Niesen als physiologischen Reflex bzw. als beschriebenes Symptom in der Krankheitslehre. Niesen
- kṣaya
- Ein Zustand fortschreitender Gewebeschwäche und -abmagerung (u. a. bei Tuberkulose), eng verwandt mit dem Begriff śoṣa. Auszehrung, Schwindsucht
- kṣayakāsa
- Kṣayakāsa bezeichnet einen chronischen, mit körperlichem Verfall (kṣaya) einhergehenden Husten, der der Symptomatik einer Lungentuberkulose entspricht. Auszehrungshusten
- kṣetra
- Kṣetra ('Feld') dient in der Embryologie als Metapher für die Gebärmutter, in die der Same wie in fruchtbares Erdreich gesät wird. Feld (Metapher für die Gebärmutter)
- kṣetrajña
- Philosophischer Begriff für das individuelle Bewusstseinsprinzip bzw. die Seele als "Kenner" des Körperfeldes (kṣetra); geht auf die Sāṃkhya-Philosophie zurück. Kenner des Feldes (Bewusstsein)
- kṣīṇa
- Kṣīṇa beschreibt einen Zustand der Erschöpfung bzw. Verminderung eines Doṣa oder Dhātu unterhalb seines normalen Maßes. erschöpft, geschwächt
- kṣīṇaretas
- Kṣīṇaretas bezeichnet den krankhaften Zustand verminderter oder erschöpfter Samenflüssigkeit (śukra) und gilt als eine Form männlicher Fortpflanzungsschwäche. Samenschwund
- kṣīra
- Milch, insbesondere Kuhmilch, ein zentrales nährendes und stärkendes diätetisches sowie pharmazeutisches Trägermedium. Milch
- kṣīrabasti
- Kṣīrabasti ist eine Form des medizinischen Klistiers (Basti), bei dem Milch bzw. eine milchbasierte Zubereitung rektal verabreicht wird, u.a. zur Nährung und Befeuchtung. Milchklistier
- kṣīra-doṣa
- Kṣīra-doṣa bezeichnet eine qualitative Störung bzw. Verunreinigung der Muttermilch, die als Ursache für Erkrankungen des gestillten Säuglings gilt (Kinderheilkunde, kaumārabhṛtya). Muttermilchstörung
- kṣiti
- Eines der fünf Grobelemente (mahābhūta – Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther), aus denen nach ayurvedischer Kosmologie Körper und Substanzen aufgebaut sind. Erde (Element)
- kukṣi
- Kukṣi ist die anatomische Bezeichnung für den Unterleib bzw. Bauchraum, etwa in Beschreibungen der Verdauungsorgane. Unterleib, Bauchraum
- kulattha
- Kulattha ist die Pferdebohne bzw. Wollbohne, deren Samen als nahrhafte, aber schwer verdauliche Hülsenfrucht sowie als Absud (Kulatthayūṣa) medizinisch, u.a. bei Harnsteinen, verwendet werden. Pferdebohne (Macrotyloma uniflorum (Lam.) Verdc. (Syn. Dolichos biflorus L.))
- kumāra
- Kumāra bezeichnet den (kleinen) Knaben bzw. das Kind allgemein; im medizinischen Kontext bildet der Begriff die Grundlage für kaumārabhṛtya, das Teilgebiet der Kinderheilkunde. Knabe, Kind
- kumbha
- Ein Krug bzw. Gefäß, u. a. als Messgefäß oder im Rahmen bestimmter Schwitztherapien (Kumbhī-Sveda) verwendet. Krug, Gefäß
- kuṅkuma
- Kuṅkuma ist der getrocknete Griffel der Safranblüte, der äußerlich und innerlich u.a. bei Hautkrankheiten sowie als färbende und aromatische Zutat verwendet wird. Safran (Crocus sativus L.)
- kupita
- Bezeichnet den Zustand, in dem einer der drei Körperhumores (Vāta, Pitta, Kapha) durch ungünstige Ursachen aus seinem Gleichgewicht gebracht ("erregt") wurde und krankmachend wirkt; Grundbegriff der ayurvedischen Pathologie. erregt, vitiiert (von einem Doṣa)
- kurara
- Ein fischfressender Greifvogel (Osprey), in der klassischen Vogelklassifikation genannt. Flussadler, Fischadler
- kūrca
- Kūrca bezeichnet ein Bündel von Sehnen bzw. Bändern, das als anatomischer Vitalpunkt (marma) an Hand und Fuß beschrieben wird. Sehnenbündel (Marma)
- kūrcikā
- Kūrcikā bezeichnet eine aus geronnener Milch hergestellte, käseartige Zubereitung, die als Nahrungs- bzw. Arzneimittel verwendet wird. geronnene Milchzubereitung
- kūrma
- Kūrma bezeichnet die Schildkröte, deren Fleisch in der Diätetik als eigene Nahrungsmittelkategorie geführt wird; als kūrma-vāyu bezeichnet das Wort daneben einen der fünf Neben-Vāta, der das Blinzeln der Augenlider steuert. Schildkröte
- kuṣṭha
- Aromatische Wurzeldroge, die in Ayurveda und Räucherkunde vielseitig eingesetzt wird, u. a. bei Atemwegs- und Hautleiden. Kostwurz (Saussurea costus)
- kusumbha
- Die Färberdistel, deren Blüten als Farbstoff sowie medizinisch, u. a. als mild abführendes und blutreinigendes Mittel, verwendet werden. Färberdistel (Carthamus tinctorius)
- kvātha
- Ein durch Auskochen von Pflanzenteilen in Wasser hergestelltes Heilgetränk; eine der grundlegenden fünf klassischen Arzneiformen (Pañcavidha Kaṣāya Kalpanā). Sud, Dekokt
- lāghava
- Lāghava bezeichnet die Eigenschaft der Leichtigkeit; ein subjektives Leichtigkeitsgefühl gilt zudem als Zeichen einer erfolgreichen Reduktionstherapie (laṅghana). Leichtigkeit (Qualität)
- laghu
- Laghu ("leicht") ist eines der zehn Eigenschaftspaare (guṇa) der Ayurveda-Pharmakologie und bezeichnet eine leicht verdauliche, kapha-vermindernde Qualität von Substanzen; Gegenbegriff ist guru ("schwer"). leicht (Eigenschaft)
- lāja
- Trocken geröstete, aufgeplatzte Reiskörner, die als leicht verdauliche Speise sowie rituell verwendet werden. geröstetes Reiskorn (Röstreis)
- lākṣā
- Ein rotes, harzartiges Sekret, das von der Lackschildlaus auf bestimmten Bäumen abgesondert wird; medizinisch u. a. zur Wundheilung und als Farbstoff verwendet. Lack (Gummilack)
- lakṣaṇa
- Diagnostischer Grundbegriff für die charakteristischen Anzeichen bzw. Symptome einer Krankheit, die zusammen mit Nidāna (Ursache) und Saṃprāpti (Pathogenese) das diagnostische Bild ergeben. Kennzeichen, Symptom
- lālā
- Lālā bezeichnet den Speichel bzw. vermehrten Speichelfluss, ein häufig beschriebenes Symptom bei Vergiftungen, Mundkrankheiten oder Kapha-Störungen. Speichel, Speichelfluss
- laṅghana
- Eine „leichtmachende“ Therapieform (u. a. Fasten, Diät) zum Abbau von überschüssigem Kapha und Āma; Gegenstück zur nährenden bṛṃhaṇa-Therapie. Fasten-/Reduktionstherapie
- lasīkā
- Lasīkā ist ein Körpergewebe/-flüssigkeit, die in modernen Deutungen der ayurvedischen Physiologie häufig mit der Lymphe gleichgesetzt wird. Lymphe
- laśuna
- Knoblauch, ein scharf und heiß wirkendes Mittel mit verdauungsfördernder, herzstärkender und Vāta-besänftigender Wirkung. Der Sanskrit-Terminus wurde im Quellenauszug nur als Fragment ('una') neben dem deutschen Wort 'Knoblauch' erfasst und hier zu laśuna rekonstruiert. Knoblauch (Allium sativum)
- laulya
- Laulya bezeichnet zügellose Gier bzw. Genusssucht, etwa unkontrolliertes Essverhalten aus Verlangen, das als Krankheitsursache gilt. Gier, Genusssucht
- lāva
- Das Fleisch der Wachtel, in der Diätetik unter den leichten, empfehlenswerten Fleischsorten aufgeführt. Wachtel
- lavaṇa
- Der salzige Geschmack (rasa) bzw. Salz als Substanz; eine der sechs Grundgeschmacksrichtungen. salzig (Geschmack)
- lavaṇatraya
- Lavaṇatraya bezeichnet eine in Rezepturen häufig genannte Gruppe von drei verschiedenen Salzarten. die drei Salze
- lavaṅga
- Die Gewürznelke, deren ätherisches Öl schmerzstillend und verdauungsfördernd wirkt und vor allem bei Zahn- und Mundbeschwerden eingesetzt wird. Gewürznelke (Syzygium aromaticum)
- leha
- Leha ist eine Kurzform von lehya und bezeichnet ebenfalls eine leckbare, halbfeste Arzneizubereitung. Leckspeise, Elektuarium
- lehya
- Lehya bezeichnet eine halbfeste, löffel- oder fingerweise zu leckende Arzneizubereitung, meist mit Zucker, Honig oder Ghee als Grundlage; siehe auch das gleichbedeutende leha. Leckspeise, Elektuarium
- lekhana
- Lekhana, „Abschaben“, bezeichnet eine pharmakologische Wirkung, die überschüssiges Fettgewebe und Kapha reduziert, etwa bei der Behandlung von Übergewicht. abmagernde Wirkung
- lekhanīya
- Pharmakologische Wirkungskategorie für Substanzen, die überschüssiges Fett- und Kapha-Gewebe "abschaben" bzw. reduzieren. abmagernd, entschlackend wirkend
- lepa
- Eine äußerlich aufgetragene Paste aus zerriebenen Kräutern oder anderen Substanzen, u. a. zur Behandlung von Hautkrankheiten, Schwellungen und Schmerzen; synonym u. a. mit ālepana und pralepana. Salbe, Paste
- liṅga
- Ein diagnostisches Kennzeichen bzw. Symptom einer Krankheit, das zu deren Erkennung dient. Krankheitszeichen, Symptom
- lobha
- Eine der von der ayurvedischen Ethik als schädlich gebrandmarkten mentalen Neigungen, die zu unheilsamem Verhalten und in der Folge zu Krankheit führen kann. Habgier
- loha
- Allgemeiner Begriff für Metall, im engeren Sinn Eisen; zentraler Rohstoff der ayurvedischen Mineral- und Metallpräparate (Rasaśāstra). Metall (bes. Eisen)
- lohita
- Lohita ('das Rote') ist ein Synonym für Blut (rakta), eines der sieben Körpergewebe (dhātu). Blut
- lohitapitta
- Krankheitsbild mit pathologischen Blutungen aus Körperöffnungen oder unter die Haut, verursacht durch überhitztes Pitta im Blut; Synonym: raktapitta. Blutungskrankheit
- lohitaśāli
- Eine rötliche Reissorte, die in der Diätetik wegen ihrer als besonders bekömmlich geltenden Eigenschaften geschätzt wird. Rotreis (Oryza sativa)
- loka
- Loka bezeichnet den Kosmos bzw. die Welt und dient als Bezugsgröße der ayurvedischen Analogie zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos (loka-puruṣa-sāmya), wonach der menschliche Körper ein Abbild der Welt ist. Kosmos, Welt
- lomaharṣa
- Lomaharṣa, das Haarsträuben (Piloerektion, „Gänsehaut“), wird etwa als frühes Anzeichen beginnenden Fiebers beschrieben. Haarsträuben, Gänsehaut
- lopāka
- Der Schakal; in der klassischen Tierklassifikation zu den fleischfressenden, gewaltsam jagenden Tieren gezählt. Schakal
- lūtā
- Lūtā ist die Sanskrit-Bezeichnung für Spinne; Spinnenbisse und ihre Gifte (lūtāviṣa) werden in der Toxikologie als eigene Kategorie behandelt. Spinne
- lūtāviṣa
- Lūtāviṣa bezeichnet die Vergiftung durch den Biss einer Spinne sowie deren charakteristische Symptome, wie sie in der Toxikologie (viṣa-cikitsā) beschrieben werden. Spinnengift, Spinnenbiss-Vergiftung
- mada
- Zustand der Bewusstseinstrübung durch übermäßigen Alkoholgenuss oder Gifteinwirkung; wird von den schwereren Zuständen mūrcchā (Ohnmacht) und sannyāsa (tiefe Bewusstlosigkeit) abgegrenzt. Rausch, Trunkenheit
- madātyaya
- Madātyaya bezeichnet das durch übermäßigen Alkoholgenuss verursachte Krankheitsbild, dem in den Klassikern ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Alkoholvergiftung
- madhu
- Honig, in der Materia medica ein vielseitig eingesetztes Trägermittel und Arzneistoff; wird u. a. von der feineren Sorte kṣaudra unterschieden. Honig
- madhūdaka
- Mit Honig versetztes Wasser, ein mildes, stärkendes Getränk. Honigwasser
- madhuka
- Bezeichnung für das Süßholz, dessen Wurzel als befeuchtend, nährend und schleimhautberuhigend gilt; Synonym zu yaṣṭimadhu. Süßholz (Glycyrrhiza glabra)
- madhūka
- Madhūka ist der Mahua-Baum, dessen süße, nektarreiche Blüten roh, getrocknet oder zu Getränken verarbeitet gegessen werden. Mahua-Blüten (Madhuca longifolia)
- madhumeha
- Madhumeha ("honigsüßer Urin") ist die klassische Bezeichnung für eine der schwersten Formen der Harnkrankheiten (Meha) und entspricht weitgehend dem heutigen Diabetes mellitus. "Honigurin"-Krankheit (Diabetes)
- madhura
- Einer der sechs Geschmäcker (Rasa) der ayurvedischen Pharmakologie; gilt als aufbauend, befeuchtend und Kapha-fördernd. süß (Geschmack/Wirkung)
- madhuraka
- Bezeichnung für eine süß schmeckende Heilpflanze, möglicherweise mit dem Süßholz verwandt; botanische Identität nicht sicher bestimmt. süß schmeckendes Kraut
- madhuraskandha
- Madhuraskandha bezeichnet die Gruppe von Substanzen mit süßem Geschmack (madhura rasa) innerhalb der geschmacksbasierten Klassifikation von Heilmitteln. Gruppe süßer Mittel
- mādhvīka
- Mādhvīka ist eine Sorte alkoholischen Getränks, die aus Trauben oder süßen Blüten hergestellt wird und zu den klassischen Rauschmitteln zählt. Traubenwein
- madirā
- Madirā ist eine der klassischen Sorten alkoholischer Getränke (Madya) in der ayurvedischen Klassifikation von Genussmitteln. Wein, alkoholisches Getränk
- madya
- Madya ist der Sammelbegriff für alkoholische bzw. berauschende Getränke; ihre Wirkungen und Zubereitungsarten werden in eigenen Kapiteln der Saṃhitās behandelt. Alkohol, berauschendes Getränk
- madyadoṣa
- Ein Defekt bzw. Qualitätsmangel eines alkoholischen Getränks, der dessen gesundheitsschädliche Wirkung bedingt. Fehler des Weins
- māgadhikā
- Māgadhikā ist ein klassisches Synonym für den Langen Pfeffer (Pippalī). Langer Pfeffer (Piper longum)
- mahābhūta
- Mahābhūta bezeichnet die fünf großen Elemente Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde, aus denen nach ayurvedischer Kosmologie und Physiologie alle materielle Existenz, einschließlich des Körpers, zusammengesetzt ist. die fünf Grundelemente
- mahāmūla
- Mahāmūla bezeichnet eine Gruppe von Heilpflanzen mit besonders bedeutsamen, kräftig wirkenden Wurzeln innerhalb der klassischen Drogenklassifikation. bedeutende Wurzeldrogen
- maharṣi
- Ein Maharṣi ist einer der legendären großen Seher, denen die Überlieferung bzw. Weitergabe des medizinischen Wissens der Klassiker zugeschrieben wird. großer Weiser
- mahāsneha
- Die 'vier großen Fette' – Ghee, Öl, Knochenmark und tierisches Fett –, die als Gruppe in der Ölungstherapie (Snehana) verwendet werden. die vier Fette
- mahauṣadha
- Mahauṣadha ('großes Heilmittel') ist ein klassisches Synonym für den frischen Ingwer. Ingwer (Zingiber officinale)
- mahāvega
- Ein besonders starker natürlicher Körperdrang bzw. dessen mit großer Wucht auftretende Symptomatik. starker Körperdrang
- māhendra
- Māhendra (jala) bezeichnet frisch gefallenes Regenwasser, das in der klassischen Wasserkunde als besonders reine und hochwertige Wasserart gilt. Regenwasser
- maithuna
- Maithuna bezeichnet den Geschlechtsverkehr, der in Regimen zu Häufigkeit und Zeitpunkt nach Jahreszeit und Konstitution geregelt wird. Geschlechtsverkehr
- maitrī
- Freundlichkeit bzw. Wohlwollen gegenüber allen Lebewesen, eine der empfohlenen ethischen Grundhaltungen (sadvṛtta). Freundlichkeit
- majjā
- Das Knochenmark, eines der sieben Körpergewebe (dhātu), das u. a. für die Funktion der Sinnesorgane mitverantwortlich gilt. Knochenmark
- majjan
- Eines der sieben Körpergewebe (Dhātu) der ayurvedischen Physiologie; es füllt die Knochen aus und gilt als Sitz von Kraft und Schmiere des Skeletts. Knochenmark
- mākṣika
- Mākṣika bezeichnet den von Bienen gesammelten Honig, der in der Ayurveda-Medizin als Trägersubstanz (Anupāna) und eigenständiges Heilmittel mit je nach Sorte unterschiedlichen Eigenschaften verwendet wird. (In der Mineralogie kann derselbe Begriff auch ein kupferhaltiges Erz bezeichnen; hier ist der Honig gemeint.) Bienenhonig
- makṣikā
- Bezeichnung für Fliegen bzw. kleine Insekten, im medizinischen Kontext u. a. im Zusammenhang mit Wundbefall oder Nahrungsverunreinigung genannt. Fliegen, Insekten
- mala
- Mala bezeichnet die Ausscheidungs- und Abfallprodukte des Körpers, etwa Kot, Harn und Schweiß, deren regelrechte Bildung und Ausscheidung für die Gesundheit ebenso wichtig gilt wie die von Doṣas und Geweben (dhātu). Ausscheidungsstoffe
- māṃsa
- Fleisch als Nahrungs- und Arzneimittel, dessen Eigenschaften je nach Herkunftstier klassifiziert werden; bezeichnet auch das Muskelgewebe (māṃsa-dhātu) als eines der sieben Körpergewebe. Fleisch
- māṃsāda
- Klassifikationsbegriff für fleischfressende Tiere in der diätetischen Einteilung der Fleischsorten nach Suśruta. fleischfressend (Tierklasse)
- māṃsa-dhātu
- Māṃsa-dhātu ist das Muskel- bzw. Fleischgewebe, eines der sieben Körpergewebe (sapta dhātu) der ayurvedischen Physiologie. Muskelgewebe
- māṃsarasa
- Eine aus Fleisch gekochte Brühe, die diätetisch als kräftigendes, aufbauendes Nahrungsmittel v. a. bei Schwäche und Rekonvaleszenz empfohlen wird. Fleischbrühe
- māna
- Māna bezeichnet das System der Maße und Gewichte, nach dem Heilmittel dosiert und abgemessen werden. Maß, Maßeinheit
- manaḥśilā
- Ein rotes Arsensulfid-Mineral (Realgar), das äußerlich u. a. bei Hautkrankheiten eingesetzt wird. Realgar
- manas
- Das „innere Sinnesorgan“ bzw. der Geist, der Wahrnehmung und Denken koordiniert; eng verwandt mit, aber begrifflich unterschieden von sattva und ātman. Geist, Denkorgan
- mānasa
- Mānasa bezeichnet alles, was den Geist betrifft, etwa geistige Krankheiten (mānasa vyādhi) im Unterschied zu körperlichen (śārīra) Leiden. geistig, seelisch
- manda
- Manda bezeichnet die Eigenschaft der Trägheit bzw. Schwäche, etwa eines schwachen Verdauungsfeuers (manda agni); daneben bezeichnet manda auch die dünnste Form des Reisschleims. träge, schwach (Qualität)
- mandāgni
- Mandāgni bezeichnet einen Zustand geschwächten Verdauungsfeuers (Agni), der zu unvollständiger Verdauung, Appetitlosigkeit und der Bildung von Toxinen (Āma) führt. geschwächtes Verdauungsfeuer
- maṅgala
- Maṅgala bezeichnet auspizöse Segensriten, die unter anderem vor Behandlungen oder wichtigen Handlungen zum Schutz und Gelingen vollzogen werden. Segensriten
- maṇi
- Maṇi bezeichnet Edelsteine bzw. Juwelen, die sowohl als Schmuck wie auch als apotropäische Amulette, etwa gegen Unglück oder Krankheit, getragen wurden. Edelstein, Amulett
- manovikāra
- Manovikāra bezeichnet Störungen des Geistes bzw. psychische Erkrankungen im weiteren Sinn. Geisteskrankheiten
- mantha
- Ein aus Getreidemehl, Wasser und weiteren Zutaten verquirltes Getränk, das als erfrischende und stärkende Speise dient. gerührter Getreidetrank
- mantra
- Mantras sind heilige, rhythmisch rezitierte Formeln, die im Rahmen der geistig gestützten Therapie (daivavyapāśraya cikitsā) neben Kräutermitteln zur Krankheitsabwehr eingesetzt werden. heilige Sprüche, Beschwörungsformeln
- manyā
- Manyā bezeichnet die seitliche Halsregion mit den großen Halsgefäßen/-muskeln, wie sie etwa im Namen der Nackensteife (Manyāstambha) erscheint. Nackenregion
- manyāstambha
- Manyāstambha bezeichnet eine schmerzhafte Versteifung der Nackenmuskulatur, vergleichbar einem Torticollis, die durch gestörtes Vāta im Nackenbereich verursacht wird. Nackensteife
- mārdava
- Mārdava bezeichnet die Eigenschaft der Weichheit, die u. a. als positives Behandlungszeichen bei entzündlichen oder verhärteten Zuständen gilt. Weichheit (Qualität)
- mārdvīka
- Eine Rosinen- bzw. Weintraubensorte, deren Saft als mild-süßes, stärkendes Mittel geschätzt wird. Weintraube (Vitis vinifera)
- mārga
- Mārga, der „Weg“, bezeichnet die Kanäle bzw. Bahnen (Gliedmaßen, Rumpf, Vitalpunkte), entlang derer sich Krankheit oder gestörte Doṣas im Körper ausbreiten. Ausbreitungsweg
- marica
- Der schwarze Pfeffer, eine scharfe, verdauungsfördernde Gewürzdroge und Bestandteil von trikaṭu. schwarzer Pfeffer (Piper nigrum)
- mārjāra
- Die Katze; in Carakas Tierklassifikation den kleineren fleischfressenden Raubtieren zugerechnet. Katze
- marma
- Anatomisch definierte, besonders verletzliche Körperstellen (v. a. bei Sushruta beschrieben), deren Verletzung schwerwiegende oder tödliche Folgen haben kann; Grundlage für chirurgische Vorsicht. vitaler Punkt
- marman
- Anatomisch definierte „vitale Punkte“ des Körpers, deren Verletzung als besonders gefährlich gilt. vitale Körperpunkte
- māruta
- Weiteres Synonym für Vāta, das Bewegungsprinzip unter den drei Doṣas; austauschbar mit anila verwendet. Wind (Synonym für Vāta)
- māṣa
- Die Urdbohne, eine nährende, kräftigende Hülsenfrucht, häufig in stärkenden Rezepturen verwendet. schwarze Linse (Urdbohne) (Vigna mungo)
- māṣapūpalikā
- Māṣapūpalikā ist ein aus Urdbohnenmehl (māṣa) zubereiteter Fladen bzw. Kuchen. Bohnenmehlfladen
- mastu
- Mastu ist die Molke, die wässrige Flüssigkeit, die sich beim Gerinnen von Milch absetzt und als mild verdauungsförderndes Mittel gilt. Molke
- mastuluṅga
- Mastuluṅga ist die klassische Bezeichnung für das Gehirn als anatomisches Organ. Gehirn
- masūra
- Die Linse, eine leicht verdauliche Hülsenfrucht mit adstringierendem Geschmack. Linse (Lens culinaris)
- mātrā
- Die angemessene Dosierung eines Arzneimittels, abhängig von Konstitution, Alter, Kraft und weiteren Faktoren. Dosierung, Dosis
- matsya
- Matsya, Fisch, wird in den diätetischen Kapiteln als eigene Nahrungsmittelkategorie mit spezifischen Eigenschaften behandelt. Fisch
- mātuluṅga
- Die Zitronatzitrone, deren saure Frucht appetitanregend und verdauungsfördernd wirkt. Zitronatzitrone (Citrus medica)
- mātuluṅgarasa
- Mātuluṅgarasa ist der Saft der Zitrusfrucht Mātuluṅga (Zitronatzitrone), der als verdauungsförderndes Mittel verwendet wird. Zitronensaft (Citrus medica L.)
- mayūra
- Mayūra bezeichnet den Pfau, dessen Fleisch in der klassischen Diätetik als eigene Kategorie unter den Vögeln geführt wird. Pfau
- meda
- Eines der sieben Körpergewebe (Dhātus); trägt zu Polsterung, Schmierung und Energiespeicherung des Körpers bei. Fettgewebe
- medas
- Das Fettgewebe, eines der sieben Körpergewebe (dhātu). Fettgewebe
- medhā
- Medhā bezeichnet die geistige Merk- und Fassungskraft, deren Förderung Ziel der sogenannten „Medhya-Rasāyanas“ (intellektfördernde Verjüngungsmittel) ist. Verstand, Merkfähigkeit
- medhya
- Medhya bezeichnet eine Klasse von Substanzen mit geist- und gedächtnisfördernder Wirkung (medhya rasāyana), die als "Intelligenz-Verjünger" der Ayurveda-Pharmakologie gelten. geistfördernd, nootropisch
- medya
- Medya bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität, die den Aufbau von Körperfett bzw. Gewebe fördert. fettbildend, nährend
- meha
- Meha ist der Sammelbegriff für eine Gruppe von zwanzig Harnkrankheiten (darunter madhumeha, die diabetesähnliche Erkrankung), die durch übermäßigen und pathologisch veränderten Urin gekennzeichnet sind. Harnkrankheiten
- mithyācāra
- Mithyācāra bezeichnet ein gegen die Vernunft bzw. gegen gesundheitsförderliche Regeln verstoßendes Verhalten und gilt als eine der Hauptursachen für Krankheit. Fehlverhalten, unangemessenes Handeln
- mlāna
- Beschreibt einen welken, kraftlosen bzw. abgemagerten Zustand, häufig als Zeichen sinkender Vitalität (ojas). welk, abgemagert
- modaka
- Modaka ist eine mit Heilkräutern versetzte, kugelförmige Süßspeise, ähnlich einer Konfektpille, die als angenehm einzunehmende Arzneiform, besonders für Kinder, dient. medizinische Süßspeise, Kugelpille
- moha
- Geistige Verwirrung bzw. Täuschung, eine der zentralen mentalen Fehlhaltungen (neben Gier und Hass), die nach ayurvedischer Psychologie Krankheiten begünstigt. Verblendung
- mokṣa
- Mokṣa bezeichnet die endgültige Befreiung von Leid und Wiedergeburtskreislauf; das Wort ist weitgehend synonym mit apavarga. Erlösung
- mṛdbhakṣaṇa
- Mṛdbhakṣaṇa bezeichnet die schädliche Gewohnheit, Erde oder Lehm zu essen, die in den Texten als Ursache verschiedener Beschwerden genannt wird. Erdessen (Geophagie)
- mṛdvīkā
- Die Weintraube bzw. Rosine, in der Ayurveda-Diätetik als kühlende, nährende und stärkende Frucht geschätzt. Weintraube (Vitis vinifera)
- mṛṇāla
- Mṛṇāla ist der Wurzelstock bzw. Stängel der Lotuspflanze, der als Nahrungsmittel und in kühlenden Zubereitungen verwendet wird. Lotuswurzel (Nelumbo nucifera)
- mṛtasañjīvana
- Mṛtasañjīvana ("die Toten Wiederbelebende") bezeichnet ein Verfahren bzw. eine Rezeptur zur Wiederbelebung eines scheintoten oder bewusstlosen Patienten, etwa nach schwerer Vergiftung. Wiederbelebungsverfahren
- mṛttikā
- Mṛttikā ist Ton bzw. Erde, die sowohl äußerlich (z. B. in Anwendungen) als auch als Gegenstand des krankhaften Erdeessens (Pica) Erwähnung findet. Tonerde
- mudga
- Die Mungbohne, eine leicht verdauliche Hülsenfrucht, die in der ayurvedischen Diätetik als besonders bekömmlich gilt. Mungbohne (Vigna radiata)
- mudgayūṣa
- Eine leichte Suppe aus Mungbohnen, in der Diätetik als bekömmliche, leicht verdauliche Kost geschätzt. Mungbohnensuppe
- muhūrta
- Muhūrta ist eine traditionelle Zeiteinheit von etwa 48 Minuten, die unter anderem zur Angabe von Behandlungs- und Einnahmezeitpunkten dient. Zeiteinheit (~48 Minuten)
- mukhadhāvana
- Mukhadhāvana bezeichnet die morgendliche Mundspülung bzw. -reinigung als Teil der täglichen Verhaltensregeln (dinacaryā). Mundspülung
- mukhapāka
- Mukhapāka bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Mundschleimhaut mit Geschwürbildung (Stomatitis), meist durch gestörte Pitta- oder Rakta-Doṣas verursacht. Mundfäule, Stomatitis
- mūlaka
- Der Rettich, ein in der Diätetik behandeltes Wurzelgemüse mit verdauungsfördernder, aber auch blähender Wirkung. Rettich (Raphanus sativus)
- mūlakasvarasa
- Mūlakasvarasa bezeichnet den ausgepressten Saft der Rettichwurzel (Raphanus sativus), der innerlich unter anderem bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird. Rettichsaft
- mūlaviṣa
- Mūlaviṣa bezeichnet ein aus der Wurzel einer Giftpflanze gewonnenes Gift, eine Kategorie innerhalb der Klassifikation pflanzlicher Gifte (Sthāvara-Viṣa). Wurzelgift
- muni
- Muni bezeichnet einen Weisen bzw. Asketen, eine der traditionellen Autoritäten der Wissensüberlieferung; weitgehend synonym mit Ṛṣi/Maharṣi. Weiser, Asket
- mūrcchā
- Vorübergehender Bewusstseinsverlust (Synkope), meist als Symptom schwerer Doshastörungen oder Vergiftung. Ohnmacht, Bewusstlosigkeit
- mūrdhavirecana
- Eine Reinigungstherapie des Kopfes, bei der Medikamente über Nase oder Mund appliziert werden, um Schleim und Doṣas aus dem Kopfbereich zu entfernen (vgl. Śirovirecana). Kopfreinigungstherapie
- mūṣika
- Maus bzw. Ratte; in der klassischen Nagetier-Klassifikation als Vertreter grabender Kleinsäuger genannt. Maus, Ratte
- muṣka
- Muṣka bezeichnet den Hodensack (Skrotum); Erkrankungen dieser Region werden unter anderem im Zusammenhang mit Hydrozelen und Hernien beschrieben. Hodensack, Skrotum
- musta
- Musta ist ein aromatisches Knollen-Zypergras, das vor allem gegen Verdauungsstörungen, Durchfall und Fieber eingesetzt wird. Cyperngras, Mutha (Cyperus rotundus)
- mustā
- Mustā ist das Cyperngras (Purpur-Nussgras), dessen aromatisches Rhizom als eines der wichtigsten verdauungsfördernden und fiebersenkenden Mittel der Ayurveda-Medizin gilt. Cyperngras (Nussgras) (Cyperus rotundus L.)
- mūtra
- Urin, insbesondere Kuhurin (gomūtra), der in der Materia medica als Arzneimittel u. a. bei Hautkrankheiten und Ödemen verwendet wird. Urin (bes. Rinderurin)
- mūtrakṛcchra
- Krankheitsbild mit Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen, vergleichbar mit Dysurie; wird in mehrere Unterarten je nach zugrundeliegendem Doṣa unterteilt. schmerzhaftes/erschwertes Harnlassen
- mūtrasaṅga
- Erschwertes oder unterbrochenes Wasserlassen bis hin zum vollständigen Harnverhalt. Harnverhaltung
- mūtrāśaya
- Mūtrāśaya ("Sitz des Urins") ist die anatomische Bezeichnung für die Harnblase. Harnblase
- nāgara
- Bezeichnung für den getrockneten Ingwerwurzelstock, ein häufig verwendetes verdauungsförderndes Gewürz und Bestandteil vieler Rezepturen (u. a. trikaṭu). getrockneter Ingwer (Zingiber officinale)
- nakha
- Der als Räucher- und Riechstoff verwendete Deckel (Operculum) bestimmter Meeresschnecken, in der klassischen Parfümerie und Medizin genutzt. Duftnagel (Onycha)
- nakṣatra
- Eines der Mondhäuser der altindischen Astronomie/Astrologie, nach denen unter anderem günstige Zeitpunkte für das Sammeln von Heilpflanzen oder für Therapien bestimmt wurden. Mondhaus
- nakula
- Der Mungo, ein Raubtier, dessen Immunität gegen Schlangengift in den toxikologischen Kapiteln thematisiert wird. Mungo
- nala
- Eine Schilf- bzw. Rohrpflanze, deren Wurzeln u. a. harntreibend eingesetzt werden; botanische Identität nicht sicher bestimmt. Schilfrohr
- nārīkṣīra
- Nārīkṣīra bezeichnet menschliche Muttermilch, die in der Kinderheilkunde und als Arzneiträger Erwähnung findet. Frauenmilch
- nastaḥkarma
- Nastaḥkarma (auch nasya-karma) bezeichnet die therapeutische Anwendung von Heilmitteln über die Nase, eines der fünf klassischen Ausleitungsverfahren (pañcakarma). Nasentherapie
- nāstikya
- Die aus ayurvedischer Sicht als ethisch bedenklich geltende Haltung, ein Leben nach dem Tod bzw. die Autorität der heiligen Überlieferung zu leugnen. Leugnung des Jenseits
- nasya
- Die Applikation von Heilmitteln über die Nase, eines der fünf klassischen Reinigungsverfahren (Pañcakarma) bei Kopf- und Halserkrankungen. Nasentherapie
- nāvana
- Nāvana bezeichnet die Verabreichung von Arzneiflüssigkeit in Tropfenform über die Nase, eine Form der Nasya-Therapie. Verabreichung von Nasentropfen
- navanīta
- Navanīta ist frisch aus Rahm gebuttete, ungeklärte Butter, im Unterschied zum geklärten Ghee (Ghṛta). frische Butter
- netra
- Netra ('Auge, Leiter') bezeichnet in der Chirurgie ein röhrenförmiges Instrument bzw. eine Sonde, u. a. zur Anwendung von Klistieren; wörtlich kann das Wort auch schlicht 'Auge' bedeuten. Sonde, Katheter
- nidāna
- Die (unmittelbare) Krankheitsursache; im weiteren Sinn auch die gesamte Lehre der Ätiologie bzw. das entsprechende Textkapitel. Krankheitsursache, Ätiologie
- nidrā
- Der Schlaf, neben Nahrung (anna) und Enthaltsamkeit eine der drei Stützen des Lebens (trayopastambha); Schlafstörungen gelten als bedeutender Krankheitsfaktor. Schlaf
- niḥsneha
- Niḥsneha beschreibt einen Zustand ohne Öl- bzw. Fettzufuhr, etwa nach Beendigung einer Ölungstherapie (Snehana), im Gegensatz zu snigdha (geölt/fettig). unfettig, ohne Ölung
- niḥśreyasa
- Das jenseitige, endgültige Heil bzw. die Erlösung, die Caraka programmatisch von bloßem irdischen Wohlergehen (abhyudaya) unterscheidet; letztes Ziel neben der Gesundheit. höchstes Heil
- nija
- Klassifikation von Krankheiten, deren Ursache im Inneren des Körpers liegt (Störung der Doṣas), im Gegensatz zu āgantu, den von außen einwirkenden Ursachen. endogen (innere Krankheitsursache)
- nija-vraṇa
- Nija-vraṇa bezeichnet eine "innere", d. h. durch gestörte Doṣas im Körper selbst entstandene Wunde oder Geschwür, im Gegensatz zur äußerlich-traumatischen Wunde (āgantuja-vraṇa). endogene Wunde
- nīlī
- Nīlī ist die Indigopflanze, deren blauer Farbstoff sowie Blätter unter anderem äußerlich bei Hautkrankheiten und in der Haarpflege verwendet werden. Indigopflanze (Indigofera tinctoria L.)
- nīlikā
- Eine in der Suśruta-Saṃhitā beschriebene Augenerkrankung mit bläulicher Verfärbung der Lederhaut; der Begriff bezeichnet daneben auch einen bläulich-schwarzen Hautfleck (Muttermal). bläuliche Augentrübung
- nīlinī
- Nīlinī ist die Indigopflanze, aus deren Blättern der blaue Farbstoff Indigo gewonnen wird; sie findet auch medizinische Verwendung. Indigopflanze (Indigofera tinctoria)
- nīlotpala
- Nīlotpala ist die blaue Seerose (blauer Lotus), deren kühlende Blüten ähnlich wie die des Padma-Lotus bei Fieber und Hautkrankheiten Verwendung finden. Blaue Seerose (Nymphaea nouchali Burm.f. (Syn. N. stellata Willd.))
- nimba
- Nimba ist der Neembaum, dessen bitteres Holz, Blätter und Öl als blutreinigende, entzündungshemmende und hautheilende Mittel gelten. Picumarda ist ein Sanskrit-Synonym für Nimba, kein deutsches Wort. Neembaum (Azadirachta indica)
- nimitta
- Ein auslösender Faktor, Anlass oder Vorzeichen, etwa die unmittelbare Ursache einer Erkrankung oder ein diagnostisches Anzeichen. Ursache, Anzeichen
- nirūha
- Ein mit einem Kräuterdekokt statt Öl durchgeführtes Klistier (basti), auch āsthāpana genannt; Gegenstück zum Öleinlauf anuvāsana. Dekokt-Klistier
- nirvāpaṇa
- Eine kühlende äußere Anwendung bzw. ein Umschlag, der zur Linderung von Hitze- oder Pitta-bedingten Beschwerden aufgelegt wird. kühlende Auflage
- niryāsa
- Allgemeiner Sammelbegriff für aus Bäumen oder Pflanzen austretende Harze, Gummen und Säfte, die als Rohstoffe für zahlreiche Heilmittel dienen. Baum-/Pflanzenharz
- niryūha
- Niryūha ist ein Sud bzw. Dekokt, gewonnen durch Auskochen von Arzneidrogen in Wasser; weitgehend gleichbedeutend mit Kaṣāya. Sud, Dekokt
- niṣkvātha
- Niṣkvātha ist ein Synonym für kvātha, den wässrigen Absud aus Heilpflanzenmaterial, eine der Grundformen der Ayurvedischen Arzneizubereitung. Absud, Dekokt
- niṣpāva
- Niṣpāva ist eine Hülsenfruchtart (Helmbohne), die in der Diätetik unter den Hülsenfrüchten aufgeführt wird. Hülsenbohne (Lablab purpureus)
- nistoda
- Nistoda bezeichnet einen stechenden, bohrenden Schmerz, eine spezifische, meist Vāta zugeordnete Schmerzqualität. stechender Schmerz
- niyama
- Niyama bezeichnet eine feste Verhaltens- bzw. Ordnungsregel, wie sie etwa im Rahmen der täglichen Lebensführung (Dinacaryā) zur Gesunderhaltung vorgeschrieben wird. Regel, Verhaltensvorschrift
- nyagrodha
- Der Banyanbaum (Indische Würgefeige), dessen Milchsaft, Rinde und Luftwurzeln adstringierend wirken und u. a. bei Hautleiden und zur Wundheilung verwendet werden. Im Quellentext war der Kandidat mit dem englischen Wort 'banyan' vertauscht extrahiert worden. Banyanbaum (Ficus benghalensis)
- odana
- Odana ist gekochter Reis, eine häufig als Teil therapeutischer Diäten verordnete Grundzubereitung. gekochter Reis
- ojas
- Ojas bezeichnet die feinste, essenzielle Vitalkraft des Körpers, die als Endprodukt der Gewebebildung (dhātu) gilt und Immunität sowie Widerstandskraft verleiht. Vitalessenz, Lebenskraft
- pācana
- Ein Mittel, das unverdaute Stoffwechselrückstände (āma) verdaut bzw. neutralisiert, ohne selbst stark verdauungsanregend zu wirken; verwandt mit, aber unterschieden von dīpana. Ama-verdauendes Mittel
- pāda
- Pāda ('Fuß, Teil') bezeichnet u. a. die vier Grundpfeiler der Heilbehandlung – Arzt, Heilmittel, Pflegepersonal und Patient (catuṣpāda) –, auf denen der Therapieerfolg beruht. Grundpfeiler (der Behandlung)
- padma
- Padma ist der (rosa-weiße) Lotus, dessen Blüten, Samen und Rhizome kühlende, adstringierende Eigenschaften besitzen und u.a. bei Fieber und Blutungen verwendet werden. Lotus (Nelumbo nucifera Gaertn.)
- padmabīja
- Die Samen der Lotosblume, die u. a. als kühlendes, stärkendes Mittel verwendet werden. Lotossamen (Nelumbo nucifera)
- padmakeśara
- Padmakeśara bezeichnet die Staubgefäße (Antheren) der Lotosblüte, die als adstringierendes und kühlendes Heilmittel verwendet werden. Lotus-Staubgefäße (Nelumbo nucifera)
- padmakiñjalka
- Die Staubfäden (Filamente) der Lotosblüte, die als kühlendes, adstringierendes Mittel u. a. bei Blutungen verwendet werden. Lotos-Staubfäden (Nelumbo nucifera)
- paicchilya
- Die Eigenschaft der Schleimigkeit bzw. Klebrigkeit einer Substanz oder eines Körpergewebes. Schleimigkeit
- paittika
- Paittika ist das Adjektiv zu Pitta und bezeichnet Zustände, Krankheiten oder Konstitutionen, die durch eine Störung bzw. Dominanz des Pitta-Doṣa gekennzeichnet sind. pitta-bedingt
- pāka
- Bezeichnet den Reifungs- bzw. Eiterungsprozess einer Entzündung oder eines Geschwürs (chirurgischer Kontext bei Sushruta); wörtlich auch 'Kochen/Verdauen'. Reifung, Eiterung
- pakṣa
- Pakṣa bezeichnet einen Halbmonat (ca. 14 Tage, eine Mondphase), daneben auch „Seite“ oder, in der Logik, eine „These“; die verstümmelte Quellglosse „lang“ stammt vermutlich aus einer Zeitangabe wie „vierzehn Tage lang“. Halbmonat, Mondphase
- pakṣāghāta
- Die Halbseitenlähmung (Hemiplegie), eine schwere Vāta-Erkrankung mit Lähmung einer Körperseite. Halbseitenlähmung
- pakṣavadha
- Lähmung einer Körperseite (Hemiplegie), verursacht durch gestörtes Vāta in den betroffenen Kanälen. Halbseitenlähmung
- pakva
- Bezeichnet den gereiften bzw. vollständig verdauten oder gekochten Zustand eines Stoffes oder einer Doṣa-Störung, im Gegensatz zum unreifen Zustand (āma). gereift, verdaut
- pakvāśaya
- Wörtlich der 'Behälter des Gekochten'; anatomischer Begriff für den unteren Verdauungstrakt (Dickdarm), Sitz von Vāta. Dickdarm
- palala
- Palala bezeichnet eine aus zerstoßenen Sesamsamen hergestellte Paste, die diätetisch und als Arzneiträger verwendet wird. Sesampaste
- palita
- Palita bezeichnet das vorzeitige Ergrauen der Kopfhaare, eine Alterserscheinung, gegen die Verjüngungsmittel (rasāyana) empfohlen werden. vorzeitiges Ergrauen der Haare
- pallava
- Pallava bezeichnet zarte junge Sprossen bzw. Triebe einer Pflanze (etwa des Mangobaums), die als Bestandteil verschiedener Heilmittel verwendet werden. junger Trieb
- pānaka
- Ein gesüßtes, oft aus Fruchtsaft bereitetes Getränk, das in der Diätetik zur Erfrischung und leichten Verdauungsförderung dient. Fruchtgetränk
- panasa
- Panasa ist die Jackfrucht, deren süßes Fruchtfleisch in der klassischen Diätetik als nahrhaft, aber schwer verdaulich beschrieben wird. Jackfrucht (Artocarpus heterophyllus)
- pañcagavya
- Pañcagavya bezeichnet die fünf Produkte der Kuh – Milch, Dickmilch, Ghee, Urin und Dung –, die einzeln oder als Mischung rituell und medizinisch verwendet werden. die fünf Kuhprodukte
- pañcakarma
- Die fünf klassischen Ausleitungstherapien der Ayurveda-Medizin (u. a. Emesis, Purgation, Klistiere, Nasentherapie, Aderlass) zur gezielten Entfernung überschüssiger Doṣas. Fünf Reinigungsverfahren
- pañcakola
- Pañcakola ist eine klassische Kombination aus fünf scharfen Drogen (Langer Pfeffer, dessen Wurzel, Cavya, Citraka und trockener Ingwer), die zur Anregung der Verdauung eingesetzt wird. Fünf-Scharfstoffe-Formel
- pañcalavaṇa
- Eine feste Gruppe von fünf traditionell verwendeten Salzen, die gemeinsam als Heilmittel und Gewürz eingesetzt werden. die fünf Salze
- pañcamahābhūta
- Die fünf Grundelemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther/Raum), aus denen nach ayurvedischer Kosmologie alle materiellen Dinge einschließlich des Körpers zusammengesetzt sind. die fünf Grundelemente
- pañcamūla
- Pañcamūla bezeichnet eine Gruppe von fünf Heilpflanzenwurzeln (in kleiner und großer Ausführung, laghu- und bṛhat-pañcamūla), die zusammen die zehn Wurzeln (daśamūla) einer bekannten Kombinationsdroge bilden. Gruppe von fünf Wurzeldrogen
- pañcapañcaka
- Ein in Carakas Grundlagenkapitel verwendetes Ordnungsschema, das medizinisch relevante Größen in Gruppen von je fünf Elementen gliedert. Fünfergruppe von Fünfheiten
- pañcavalka
- Pañcavalka bezeichnet eine feste Gruppe von fünf Baumrinden, meist verschiedener Ficus-Arten, die gemeinsam als Absud oder Paste bei Wunden, Entzündungen und Hautkrankheiten verwendet werden. die fünf Rinden
- pañcavalkala
- Eine klassische Kombination aus den Rinden von fünf feigenbaumverwandten Bäumen (u. a. Udumbara, Nyagrodha, Aśvattha), die adstringierend und wundheilend eingesetzt wird. die fünf Rinden
- pāṇḍuroga
- Pāṇḍuroga ("Blässe-Krankheit") ist die klassische Bezeichnung für eine der Anämie entsprechende Erkrankung, die durch Blässe der Haut und Schleimhäute sowie durch eine Störung von Pitta und Blutbildung gekennzeichnet ist. Blutarmut (Anämie)
- pāṇitala
- Traditionelle Mengenangabe in der ayurvedischen Pharmazie, entsprechend etwa einer Handvoll einer Substanz. Handvoll (Maßeinheit)
- paramātman
- Paramātman bezeichnet das universelle, höchste Selbst bzw. die Weltseele, im Unterschied zum individuellen, elementgebundenen Selbst (bhūtātman). höchstes Selbst
- pārāvata
- Die Wildtaube bzw. Felstaube, eine von der Haustaube (kapota) unterschiedene Art in der Vogelklassifikation. Wildtaube
- parigraha
- Parigraha bezeichnet in der Arzneizubereitung die für jede einzelne Zutat vorgesehene Teilmenge einer Rezeptur, im Gegensatz zur Gesamtmenge (sarvagraha). Einzelmenge je Zutat
- parikartikā
- Parikartikā ist ein scharfer, schneidender Schmerz vor allem im Anal- oder Genitalbereich, wie er etwa nach Abführtherapien oder bei der Geburt auftreten kann. schneidender Schmerz
- parīkṣā
- Parīkṣā bezeichnet die systematische ärztliche Untersuchung von Patient und Krankheit, etwa nach den klassischen acht- oder zehnfachen Untersuchungsschemata. Untersuchung
- parimāṇa
- Philosophische Kategorie für die Ausdehnung bzw. Maßgröße eines Dinges; wird in Carakas Erkenntnistheorie unter den Grundkategorien behandelt. Maß, Größe
- pariṇāma
- Pariṇāma bezeichnet Wandel bzw. Transformation, etwa die Umwandlung der Nahrung im Verdauungsprozess oder den Wandel der Zeit (kāla-pariṇāma) als Krankheitsursache. Wandel, Umwandlung
- pariṇata
- Pariṇata bezeichnet den Zustand des Verdaut- bzw. Umgewandeltseins, etwa von Nahrung im Zuge der Verdauung (Anna-Pariṇāma). verdaut, umgewandelt
- paripakva
- Paripakva bezeichnet den Zustand vollständiger Reifung bzw. 'Kochung' – etwa eines Geschwürs oder eines vitiierten Doshas –, der einen Behandlungsschritt (z. B. Öffnung eines Abszesses) vorbereitet. vollständig ausgereift
- pariṣecana
- Synonym zu pariṣeka: therapeutisches Übergießen oder Besprengen des Körpers mit medizinischen Flüssigkeiten. Besprengen, Übergießen
- pariṣeka
- Therapeutisches Übergießen des Körpers oder betroffener Körperteile mit warmen Ölen, Dekokten oder anderen Flüssigkeiten; synonym mit pariṣecana. Übergießungstherapie
- parisrāva
- Allgemeiner Begriff für das Austreten bzw. Sickern von Körperflüssigkeit, weitgehend synonym zu āsrāva. Ausfluss, Sickern
- pārśva
- Pārśva bezeichnet die Flanken bzw. seitlichen Regionen des Rumpfes, eine anatomische Bezugsregion u.a. für Schmerzsymptome wie den Flankenschmerz (pārśvaśūla). Flanke, Körperseite
- pārśvārti
- Pārśvārti bezeichnet Schmerzen in der Flanke bzw. Seite des Rumpfes, ein häufiges Symptom bei Lungen- und Rippenfellerkrankungen. Flankenschmerz
- pārśvaśūla
- Pārśvaśūla bezeichnet stechenden Schmerz in der Flankenregion, ein häufiges Begleitsymptom von Lungen-, Rippenfell- oder Vāta-bedingten Erkrankungen. Flankenschmerz
- pārthiva
- Klassifikationsbegriff für Substanzen erdig-mineralischen Ursprungs, abgeleitet von pṛthivī (Erde), im Gegensatz zu tierischem oder pflanzlichem Ursprung. mineralisch-erdigen Ursprungs
- parvan
- Parvan bezeichnet die Körpergelenke; die Gesamtzahl und Anordnung der Gelenke wird in der Anatomie der Saṃhitās detailliert aufgeführt. Gelenk
- pathya
- Bezeichnet Nahrung, Verhalten oder Lebensweise, die der Gesundheit bzw. dem Therapieerfolg zuträglich sind; Gegenbegriff zu apathya (unzuträglich). zuträglich, bekömmlich
- pathyā
- Pathyā ist ein Synonym für Haritaki, eine der wichtigsten Verjüngungs- und milden Abführfrüchte des Ayurveda. Myrobalane, Haritaki-Synonym (Terminalia chebula)
- patra
- Patra bedeutet allgemein „Blatt“ und wird im Text meist als unspezifischer Bestandteil größerer Pflanzenbezeichnungen verwendet. Blatt
- patrabhaṅga
- Patrabhaṅga bezeichnet ein Bündel medizinischer Blätter, das erhitzt und zur Schwitz- bzw. Wärmetherapie auf den Körper aufgelegt wird. Blätterbündel (Fomentation)
- patrakalka
- Patrakalka bezeichnet einen aus frischen Blättern hergestellten Brei bzw. eine Paste, die äußerlich oder innerlich angewendet wird. Blätterbrei
- pauruṣa
- Pauruṣa bezeichnet die menschliche Tatkraft bzw. Willensanstrengung, die dem Schicksal (daiva) als Krankheitsursache bzw. Mittel zur Krankheitsbewältigung gegenübergestellt wird. menschliche Tatkraft
- pāvaka
- Pāvaka ("der Reinigende") ist ein Beiname des Feuergottes Agni und wird auch allgemein für Feuer als reinigendes Element verwendet, gelegentlich in Bezug auf das Verdauungsfeuer (agni). Feuer, reinigende Flamme
- pavana
- Ein Synonym für Vāta bzw. Vāyu, das Bewegungsprinzip unter den drei Doṣas, wörtlich 'Wind'. Wind (Synonym für Vāta)
- payas
- Payas ist die Milch, ein in der ayurvedischen Diätetik hochgeschätztes, nährendes und aufbauendes (rasayanisches) Nahrungsmittel. Milch
- pāyasa
- Pāyasa bezeichnet eine in Milch gekochte, meist gesüßte Reisspeise, eine klassische, als nährend und Kapha-fördernd geltende Zubereitung. Der Begriff wurde hier aus einem verkürzten Extraktionsfragment ("…yasa") rekonstruiert. Milchreis, Reispudding
- peśī
- Peśī bezeichnet eine Muskel- bzw. Fleischmasse, sowohl als anatomisches Gewebe als auch als embryologisches Entwicklungsstadium (Fleischklumpen). Fleisch-/Muskelgebilde
- peṣya
- Eine der fünf klassischen Grundzubereitungsformen (pañcavidha kaṣāya kalpanā): eine zerriebene, feuchte Paste aus Drogenmaterial, auch kalka genannt. Paste
- peyā
- Ein sehr dünnflüssiger, viel Wasser enthaltender Reisschleim, diätetisch bei akuten Verdauungsstörungen eingesetzt; vgl. die dickere Zubereitung yavāgū. dünnflüssiger Reisschleim
- peya
- Peya (peyā) ist eine dünnflüssige Reisgrütze, eine der klassischen Zubereitungsformen für Rekonvaleszenten und bei schwacher Verdauungskraft. dünner Reisschleim
- phāṇita
- Phāṇita ist ein halbflüssiger, eingedickter Zuckerrohrsirup, eine Zwischenstufe zwischen Rohsaft und festem Rohzucker (Guḍa), die in der Pharmazie verwendet wird. Zuckersirup
- phenasaṅghāta
- Phenasaṅghāta bezeichnet die Ansammlung von Schaum, etwa im Urin oder Stuhl, ein Symptom, das mit gestörtem Vāta in Verbindung gebracht wird; vgl. phenila. Schaumansammlung
- phenila
- Phenila beschreibt eine schaumige, blasige Beschaffenheit von Ausscheidungen, etwa Stuhl oder Urin, häufig als Zeichen einer Vāta-Störung gedeutet; vgl. phenasaṅghāta. schaumig
- picchā
- Eine schleimig-klebrige Substanz, wie sie z. B. bei bestimmten Klistierarten (picchā-basti) verwendet wird. Schleimstoff
- piccha
- Piccha bezeichnet eine schleimige, fadenziehende Absonderung, wie sie etwa bei bestimmten Wunden oder Durchfallerkrankungen beschrieben wird; vgl. das Adjektiv picchila (schleimig). Schleim, schleimiger Ausfluss
- picchābasti
- Picchābasti ist ein Klistier aus schleimig-klebrigen (piccha) Substanzen, das bei blutigem Durchfall und anderen Darmerkrankungen zur Beruhigung und Blutstillung eingesetzt wird. Schleimklistier
- piccha-basti
- Piccha-basti bezeichnet eine besondere Form des medizinischen Klistiers (basti) mit schleimig-adstringierenden Substanzen, die insbesondere bei blutigem Durchfall angewendet wird. Schleimklistier
- picchila
- Eine der zwanzig grundlegenden Substanzeigenschaften (Guṇa); beschreibt eine klebrig-schleimige Konsistenz, die typischerweise Kapha fördert. schleimig (Eigenschaft)
- picchilā
- Picchilā ist das Adjektiv zu piccha und beschreibt eine schleimige, klebrige Gewebe- oder Sekretqualität (guṇa). schleimig
- picu
- Picu ist ein mit Öl oder medizinischer Flüssigkeit getränkter Watte- oder Stoffbausch zur lokalen Anwendung, etwa bei Wunden. Wattebausch, Tampon
- pīnasa
- Chronischer Schnupfen bzw. Rhinitis, meist auf eine Kapha-Störung im Kopfbereich zurückgeführt. chronischer Schnupfen
- piṇyāka
- Piṇyāka ist der feste Rückstand, der beim Auspressen von Öl (z. B. aus Sesam) übrig bleibt und als Futter- und gelegentlich als Heilmittel verwendet wird. Ölkuchen
- pipāsā
- Durst, sowohl als physiologisches Bedürfnis als auch als krankhaftes Symptom (übermäßiger Durst). Durst
- pipīlikā
- Pipīlikā ('Ameisen') dient in der Symptombeschreibung als Vergleich für ein kribbelndes, ameisenlaufähnliches Hautgefühl, etwa bei bestimmten Stoffwechselstörungen. Ameisen (Symptomvergleich)
- pippalī
- Der lange Pfeffer, eine scharfe, verdauungsfördernde Droge und Bestandteil klassischer Rezepturen wie trikaṭu. langer Pfeffer (Piper longum)
- pippalīmūla
- Pippalīmūla ist die Wurzel des Langpfeffers, die als eigenständige Droge mit stärker erhitzender Wirkung als die Frucht (Pippalī) gilt. Langpfefferwurzel (Piper longum L.)
- pitṛ
- Pitṛ bezeichnet die (verstorbenen) Ahnen; in der Embryologie der Ayurveda-Texte wird ihnen auch ein Einfluss auf bestimmte, vom Vater ererbte Merkmale des Kindes (pitṛja bhāva) zugeschrieben. Ahnen, Vorfahren
- pitta
- Eines der drei Doṣas, das Prinzip von Stoffwechsel, Hitze und Umwandlung im Körper; wird oft mit 'Galle' übersetzt. Im Quellenauszug war das deutsche Wort 'Galle' mit dem eigentlichen Sanskrit-Terminus vertauscht. Pitta (Galle-Doṣa)
- pittadāha
- Pittadāha bezeichnet ein durch aggraviertes Pitta verursachtes Brenngefühl im Körper. Pitta-bedingtes Brennen
- pittakāsa
- Pittakāsa ist eine von fünf klassischen Hustenarten (kāsa) und wird auf eine Störung des Pitta-Doṣa zurückgeführt. Pitta-bedingter Husten
- pittala
- Pittala beschreibt eine Substanz oder Eigenschaft, die das Pitta-Dosha vermehrt bzw. dominiert. pitta-erhöhend
- pittāśaya
- Pittāśaya bezeichnet die anatomische Region, die als hauptsächlicher Sitz des Pitta-Doshas gilt, im Wesentlichen den Magen-Dünndarm-Bereich. Sitz des Pitta
- pittāsṛj
- Pittāsṛj ('Pitta-Blut') ist ein Synonym für Raktapitta, eine Blutungsstörung, die durch vitiiertes Pitta-Dosha und Blut verursacht wird. Blutungsstörung durch Pitta
- pittātisāra
- Eine Form von Durchfall, die auf eine Störung des Pitta-Doṣa zurückgeführt wird und mit brennenden, gelblichen Stühlen einhergeht. Pitta-bedingter Durchfall
- pittodara
- Pittodara ist eine der acht Formen der Bauchwassersucht (Udara), die durch aggraviertes Pitta verursacht wird und mit Brennen und gelblichen Symptomen einhergeht. Gallenbauch (Pitta-Aszites)
- plīhā
- Plīhā ist die Milz; der Begriff wird auch zur Bezeichnung von Milzerkrankungen (Plīhāroga, z. B. Milzvergrößerung) verwendet. Milz
- plīha
- Plīha bezeichnet sowohl das Organ Milz als auch, im Krankheitszusammenhang, eine Milzvergrößerung bzw. Milzerkrankung (plīhodara). Milz, Milzleiden
- plīhan
- Anatomischer Begriff für die Milz; Erkrankungen dieses Organs (Plīhāroga, Milzvergrößerung) werden in eigenen Kapiteln behandelt. Milz
- plīhodara
- Plīhodara bezeichnet eine Form der Bauchwassersucht (udara-Krankheit), die durch eine krankhaft vergrößerte Milz verursacht wird. Milzbedingter Bauchleib
- prabhā
- Der gesunde Glanz bzw. die Ausstrahlung von Haut und Teint, ein diagnostisches Zeichen für Vitalität (ojas). Glanz, Ausstrahlung
- prabhāva
- Die einzigartige, nicht aus Geschmack (Rasa), Eigenschaft (Guṇa) oder Wirkpotenz (Vīrya) ableitbare Sonderwirkung einer Substanz; letzter und stärkster der sechs pharmakologischen Wirkfaktoren. spezifische Wirkkraft
- pracchana
- Eine Form des lokalen Aderlasses durch oberflächliche Einschnitte der Haut. Skarifikation
- pracchāna
- Pracchāna ist ein chirurgisches Blutentnahmeverfahren, bei dem die Haut durch zahlreiche kleine Einschnitte geritzt wird, um Blut austreten zu lassen. Skarifikation
- pradara
- Pradara bezeichnet eine gynäkologische Erkrankung mit abnormem, meist übermäßigem vaginalem Blut- oder Ausfluss. abnormaler vaginaler Blutfluss
- pradeha
- Eine breiartig aufgetragene äußere Auflage aus Heilpflanzen, z. B. zur Kühlung oder Schmerzlinderung. Heilpflanzenauflage
- pradhamana
- Pradhamana bezeichnet eine Form der Nasentherapie, bei der pulverisierte Heilmittel mit einem Röhrchen in die Nasenlöcher eingeblasen werden. Der Begriff wurde hier aus einem verkürzten Extraktionsfragment ("…pana") rekonstruiert; die genaue Zuordnung ist nicht vollständig gesichert. Pulver-Einblasen (Nasentherapie)
- pragharṣaṇa
- Pragharṣaṇa bezeichnet das Einreiben bzw. Massieren des Zahnfleisches, eine im Rahmen der täglichen Mundhygiene (Dinacaryā) empfohlene Maßnahme. Zahnfleischmassage
- prāgrūpa
- Prāgrūpa bezeichnet die Vorboten- bzw. Frühsymptome einer Krankheit, die vor der vollen Ausprägung ihrer charakteristischen Zeichen (rūpa) auftreten und diagnostisch genutzt werden. Vorzeichen, Prodromalsymptome
- prajñāparādha
- Prajñāparādha, „Vergehen gegen die Einsicht“, bezeichnet das bewusste Handeln entgegen besserem Wissen und gilt neben Sinnesmissbrauch und den Wirkungen der Zeit als eine der drei Hauptursachen von Krankheit. Verstandesfehler
- praklinna
- Praklinna beschreibt Gewebe, das durch Feuchtigkeit aufgeweicht bzw. mazeriert ist, etwa bei nässenden Wunden. aufgeweicht, mazeriert
- prakopa
- Stufe der krankhaften Zunahme eines Doṣas innerhalb des sechsstufigen Pathogenesemodells (Ṣaṭkriyākāla), nach der Ansammlung (sañcaya) folgend. Erregung, Vitiierung
- prakopahetu
- Prakopahetu bezeichnet einen Faktor, der die Aggravation bzw. Erregung eines oder mehrerer Doṣas auslöst. Ursache der Doṣa-Erregung
- prākṛta
- Prākṛta beschreibt einen Zustand, der der individuellen Grundkonstitution (Prakṛti) entspricht bzw. natürlich/normal ist, im Gegensatz zu einem krankhaft veränderten (vaikṛta) Zustand. naturgemäß, konstitutionsgerecht
- prakṛti
- Die bei der Geburt festgelegte individuelle körperlich-seelische Konstitution, bestimmt durch das relative Verhältnis der drei Doshas. individuelle Konstitution
- prakṛtistha
- Im natürlichen, ausgewogenen (nicht gestörten) Zustand befindlich, Bezeichnung für Gesundheit als Gleichgewicht der Doṣas. im natürlichen Zustand
- prakṣālana
- Prakṣālana bezeichnet das therapeutische Waschen bzw. Spülen, etwa zur Reinigung von Wunden oder Körperteilen. Waschung, Spülung
- pralāpa
- Symptom von unzusammenhängendem, wirrem Sprechen im Rahmen schwerer fieberhafter oder toxischer Erkrankungen, Ausdruck einer Bewusstseinstrübung. Delirium, wirres Reden
- pralepa
- Pralepa ist eine äußerlich aufgetragene therapeutische Paste oder Salbe zur Behandlung von Schwellungen, Schmerzen oder Hauterkrankungen. Salbenauflage, Paste
- pralepana
- Das äußerliche Auftragen einer dickeren Heilpaste auf die Haut, ähnlich und teils synonym zu lepa und ālepana. Salben-/Pastenauftrag
- pramāṇa
- Pramāṇa bezeichnet in der indischen Erkenntnislehre die gültigen Mittel der Erkenntnis (z.B. Wahrnehmung, Schlussfolgerung, Zeugnis), die Caraka auch für die medizinische Diagnostik heranzieht. Erkenntnismittel
- pramathī
- Pramathī bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität, bei der eine Substanz Doṣas oder Gewebe 'aufwühlt' bzw. durchdringend löst. durchdringend-aufwühlend
- prameha
- Eine Gruppe von Erkrankungen mit übermäßigem, oft süßlichem Harnabgang, zu denen auch dem Diabetes vergleichbare Zustände gerechnet werden; klassifiziert in zwanzig Unterarten. Harnleiden
- prāṇa
- Die vitale Lebensenergie bzw. der Lebensatem, der u. a. Atmung, Herzfunktion und geistige Prozesse steuert. Lebensatem, Lebenskraft
- prasāda
- Prasāda bezeichnet geistige Klarheit bzw. innere Gelassenheit, einen als gesundheitsförderlich geltenden Geisteszustand im Gegensatz zu belastenden Gemütsverfassungen. geistige Klarheit
- prasaha
- Prasaha bezeichnet Tiere, die ihre Nahrung mit Gewalt packen und reißen (Raubtiere, Raubvögel); ihr Fleisch bildet in der ayurvedischen Diätetik eine eigene, als stärkend geltende Kategorie. reißende Raubtiere
- prasahya
- Sammelbezeichnung für Tiere, die ihre Nahrung gewaltsam erbeuten (Raubtiere, Greifvögel); eine der Klassifikationsgruppen in Carakas Fleisch-Kapitel. Gewaltfresser (Tiergruppe)
- praśama
- Praśama bezeichnet die Beruhigung bzw. das Abklingen gestörter Doṣas oder Symptome und damit den erwünschten Effekt einer Therapie; im übertragenen Sinn auch geistige Gelassenheit. Besänftigung, Beruhigung
- praśamana
- Eine palliativ-beruhigende Behandlungsform, die Doṣa-Störungen ohne aktive Ausleitung (śodhana) besänftigt. Beruhigungstherapie
- prasannā
- Prasannā ist eine geklärte Art fermentierten alkoholischen Getränks (Madya), unterschieden von gröberen Zubereitungen wie Sīdhu. geklärter Wein
- praseka
- Praseka bezeichnet übermäßigen Speichelfluss, ein Symptom von Verdauungs- und Kapha-Störungen. vermehrter Speichelfluss
- praskandana
- Pathologischer Vorgang der Stockung bzw. Verdickung/Gerinnung von Körperflüssigkeiten (z. B. Blut), der zu Blockaden führt. Stockung, Gerinnung
- praśna
- Die Befragung des Patienten, eine der klassischen diagnostischen Untersuchungsmethoden. Befragung (Diagnostik)
- prasraṃsana
- Prasraṃsana bezeichnet eine mild lösende, abführende Wirkung bzw. Substanz, die den Darminhalt löst, ohne eine vollständige Purgation (virecana) auszulösen. mildes Abführmittel
- prastara
- Eine Form der Schwitztherapie (Sveda), bei der der Patient auf einer erhitzten Liege bzw. Matte zum Schwitzen gebracht wird. Schwitzliege (Sudationstherapie)
- prastarasveda
- Prastarasveda ist eine Form der Schwitztherapie (sveda), bei der der Patient auf einer erhitzten, mit Kräutern belegten Liegefläche liegend zum Schwitzen gebracht wird. Flächenschwitzung
- praticchāyā
- Praticchāyā bezeichnet ein Spiegel- bzw. Widerbild und wird bildhaft zur Beschreibung von Reflexions- oder Ähnlichkeitsverhältnissen verwendet. Widerschein, Spiegelbild
- pratiloma
- Bezeichnet eine der normalen Ordnung entgegengesetzte, rückläufige Richtung, etwa den widernatürlichen Verlauf von Doṣas oder Symptomen; kann auch gesellschaftliche Verbindungen entgegen der Kastenordnung bezeichnen. gegen den natürlichen Verlauf
- pratimarśa
- Pratimarśa(-nasya) ist eine milde, in geringer Dosis tägliche Form der Nasentherapie (nasya), bei der wenige Tropfen Öl in die Nase appliziert werden; Teil der täglichen Gesundheitsroutine (dinacaryā). milde tägliche Nasenölung
- pratisāraṇa
- Lokale Einreibung oder Auftragung eines Medikaments auf Haut oder Schleimhaut, etwa Zahnfleisch oder Wunden, als äußere Behandlungsmethode. Einreibetherapie
- pratiśyāya
- Erkrankung mit laufender oder verstopfter Nase, Niesen und Kopfschmerzen; klassischerweise Kapha- bzw. Vāta-bedingt. Schnupfen, Rhinitis
- pratuda
- Eine Klassifikationskategorie für 'hackende' bzw. pickende Vögel (z. B. spechtartige), eine der Vogelgruppen in der diätetischen Fleischklassifikation Carakas. hackende Vögel (Klassengruppe)
- pratyakṣa
- Pratyakṣa, die „direkte Wahrnehmung“, ist eines der Erkenntnismittel (Pramāṇa) und zugleich eine zentrale Methode ärztlicher Untersuchung. direkte Wahrnehmung
- pratyaṅga
- Pratyaṅga bezeichnet die sekundären Körperglieder bzw. -teile im Unterschied zu den Hauptgliedern (aṅga), etwa Finger, Ohren oder Lippen. Nebenglieder
- pravāhikā
- Krankheit mit schmerzhaftem, häufigem Stuhldrang und schleimig-blutigem Stuhl, vergleichbar mit einer Dysenterie. Ruhr
- pravāla
- Koralle, die in pulverisierter oder kalzinierter Form (Pravāla Bhasma) als calciumreiches Mineralpräparat verwendet wird. Koralle
- pravṛtti
- Pravṛtti bezeichnet das Einsetzen bzw. Auftreten eines Zustands oder Symptoms, in philosophischem Kontext auch den auf die Außenwelt gerichteten Handlungsdrang (Gegenbegriff: nivṛtti, Rückzug). Auftreten, Einsetzen; Handlungsdrang
- prāyaścitta
- Prāyaścitta bezeichnet eine religiöse Sühne- bzw. Bußhandlung, die u. a. zur Abwendung von durch Fehlverhalten verursachtem Unheil oder Krankheit vorgeschrieben wird. Sühnehandlung, Buße
- prayatna
- Die bewusste, willentliche Anstrengung der Seele, die nach Caraka notwendige Bedingung für jede Sinneswahrnehmung und Handlung ist. Willensanstrengung
- preta
- Preta bezeichnet den Geist eines Verstorbenen, dessen Einwirkung in der traditionellen Ätiologie als übernatürliche Krankheitsursache gilt. Verstorbenengeist
- prīṇana
- Pharmakologische bzw. diätetische Wirkkategorie für Substanzen, die den Körper stärken, nähren und sättigen. Sättigung, Nährung
- prokṣaṇa
- Ein rituell-therapeutisches Besprengen, z. B. mit Wasser oder Kräuterauszügen, zu reinigenden Zwecken. Besprengen
- pṛthaktva
- Philosophische Kategorie (Vaiśeṣika) für die Unterscheidbarkeit bzw. Individualität einzelner Dinge voneinander. Verschiedenheit
- puṃsavana
- Puṃsavana bezeichnet ein rituell-medizinisches Verfahren in der frühen Schwangerschaft, das traditionell der Erzeugung eines männlichen bzw. gesunden Kindes dienen sollte; es zählt zu den klassischen Lebenszyklus-Ritualen (saṃskāra) mit medizinischem Bezug. Verfahren zur Sicherung gesunder Nachkommenschaft
- punarbhava
- Die Vorstellung von der Wiederverkörperung der Seele nach dem Tod, ein Hintergrundkonzept der ayurvedischen Lehre von Karma und Krankheitsursachen. Wiedergeburt
- pūpa
- Pūpa bezeichnet eine kuchen- bzw. fladenartige Zubereitungsform von Heilmitteln oder Speisen, wie sie in diätetischen und pharmazeutischen Rezepturen vorkommt. Kuchen, Fladen
- pūpalikā
- Pūpalikā ist eine Art gebackener Fladen bzw. Kuchen, die in diätetischen Texten unter den Getreidezubereitungen aufgeführt wird. Fladen, Kuchen
- pūraṇa
- Pūraṇa ('Füllung') bezeichnet hier das Auffüllen des Ohres mit warmem Öl (karṇapūraṇa), eine Behandlung bei Ohrenleiden. Ohreneinlage, Ohrenölung
- purāṇa
- Adjektiv für "alt" bzw. "abgelagert"; medizinisch oft im Sinne von "chronisch" (z. B. purāṇa jvara, chronisches Fieber) oder für gereifte Substanzen wie alten Ghee gebraucht. alt, chronisch
- purīṣa
- Purīṣa bezeichnet den Stuhl bzw. Kot, eines der drei körperlichen Abfallprodukte (Mala) neben Urin und Schweiß. Stuhl, Kot
- puruṣa
- Puruṣa bezeichnet den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele; der Begriff stammt aus der Sāṃkhya-Philosophie, die dem ayurvedischen Weltbild zugrunde liegt. Mensch, Individuum
- puruṣakāra
- Puruṣakāra bezeichnet die eigene Willenskraft und Anstrengung des Menschen als Ursachenfaktor für Gesundheit und Krankheit, im Gegensatz zum Schicksal (daiva). menschliches Handeln, Eigenanstrengung
- pūrvarūpa
- Die Vorzeichen bzw. Frühsymptome einer sich entwickelnden Krankheit, einer der fünf diagnostischen Schritte (nidāna pañcaka). Prodromalzeichen
- pūti
- Adjektiv zur Beschreibung eines fauligen, übelriechenden Zustands, z. B. von Wunden oder Ausscheidungen. übelriechend, faulig
- pūtigandha
- Pūtigandha bezeichnet einen fauligen, üblen Geruch, wie er als diagnostisches Zeichen etwa bei nekrotischem Gewebe oder verdorbenen Sekreten beschrieben wird; vgl. das Adjektiv pūtigandhi (übelriechend). Fäulnisgeruch, übler Geruch
- pūtigandhi
- Pūtigandhi ist das Adjektiv zu pūtigandha und beschreibt etwas, das faulig bzw. übel riecht, etwa nekrotisches Gewebe oder verdorbene Sekrete. übelriechend
- pūya
- Eiter, ein pathologisches Sekret, das bei Entzündungen und Abszessen entsteht. Eiter
- rāga
- Symptom einer entzündlichen Rötung der Haut oder Schleimhaut, häufig im Zusammenhang mit Pitta-Störungen oder Hautkrankheiten beschrieben. Rötung
- rajanī
- Ein Synonym für haridrā, die Kurkumapflanze, deren Wurzelstock als entzündungshemmendes, blutreinigendes und wundheilendes Mittel geschätzt wird. Kurkuma (Synonym für Haridrā) (Curcuma longa)
- rajanīdvaya
- Rajanīdvaya ("das Paar der Gelben") bezeichnet zwei gemeinsam verwendete gelbfärbende Heilpflanzen, meist Haridrā (Curcuma longa) und Dāruharidrā (Berberis aristata), die beide den Beinamen "rajanī" tragen. Da der Begriff ein Pflanzenpaar bezeichnet, wird hier kein einzelnes botanisches Binomen angegeben. die zwei Kurkumaarten
- rajas
- Bezeichnet zum einen das Menstrualblut der Frau (physiologischer Kontext der Fortpflanzungslehre), zum anderen eine der drei Eigenschaften des Geistes (Sattva, Rajas, Tamas), die für Aktivität und Leidenschaft steht. Menstrualblut / Rajas-Prinzip
- rājasa
- Rājasa bezeichnet einen von der Qualität rajas geprägten, leidenschaftlich-unruhigen Geisteszustand bzw. Charaktertyp, neben sāttvika und tāmasa einer der drei mentalen Konstitutionstypen. von leidenschaftlicher (rajas-geprägter) Wesensart
- rājayakṣmā
- Rājayakṣmā ist die klassische Bezeichnung für eine schwere Auszehrungskrankheit mit Gewichtsverlust, Husten und Fieber, die weitgehend der Tuberkulose entspricht. Schwindsucht (Tuberkulose)
- rājayakṣman
- Die 'Königskrankheit', klassische Bezeichnung für eine schwere Auszehrungskrankheit (u. a. Tuberkulose), die mit fortschreitendem Kräfteverfall einhergeht. Schwindsucht, Tuberkulose
- rājī
- Rājī bezeichnet eine streifen- oder linienförmige Veränderung, etwa eine Hautstreifung oder -verfärbung, die als diagnostisches Zeichen beschrieben wird. Streifen, lineare Hautveränderung
- rājimant
- Bezeichnung für eine Schlangenart mit streifenartiger Zeichnung in der klassischen Schlangenklassifikation der Suśruta-Saṃhitā. gestreifte Schlange
- rakṣas
- Rakṣas bezeichnet in der traditionellen Ätiologie ein dämonisches, feindseliges Wesen, dessen Einwirkung als übernatürliche Krankheitsursache genannt wird. dämonisches Wesen
- rakta
- Rakta bezeichnet das Blut, eines der sieben Körpergewebe (dhātu) der Ayurvedischen Physiologie. Blut
- raktamokṣaṇa
- Raktamokṣaṇa ("Blutentnahme") ist eine ausleitende Therapie zur gezielten Entfernung "verdorbenen" Blutes, u.a. mittels Blutegeln, Schröpfen oder chirurgischem Aderlass, bei blutbedingten Erkrankungen. Aderlass, Blutentnahme
- raktapitta
- Eine eigenständige Krankheitskategorie mit spontanen Blutungen aus Körperöffnungen, verursacht durch gestörtes Pitta und Blut. Blutungskrankheit
- raktārśas
- Raktārśas bezeichnet die blutende Form der Hämorrhoiden (arśas), eine von mehreren nach vorherrschendem Doṣa unterschiedenen Unterarten. blutende Hämorrhoiden
- raktaśāli
- Raktaśāli ist eine rothülsige Reissorte, die im Ayurveda als besonders bekömmlich gilt und häufig in Genesungsdiäten verordnet wird. roter Reis (Oryza sativa)
- raktasaṅgrahaṇa
- Raktasaṅgrahaṇa bezeichnet die pharmakologische Eigenschaft, Blutungen zu stillen bzw. hämostyptisch zu wirken. blutstillend
- raktātisāra
- Durchfallerkrankung mit Blutbeimengung, vergleichbar mit einer Ruhr. blutiger Durchfall
- raktāvasecana
- Therapeutischer Blutentzug, etwa durch Blutegel, Schröpfen oder Venenpunktion, zur Beseitigung verunreinigten Blutes; Teil der Pañcakarma-Verfahren. Aderlass
- rasa
- Einer der sechs Geschmacksqualitäten (madhura, amla, lavaṇa, kaṭu, tikta, kaṣāya), die in der ayurvedischen Pharmakologie die erste Wirkungsebene einer Substanz bestimmen; im weiteren Sinn auch Bezeichnung für Körperflüssigkeit/Plasma (rasa-dhātu). Geschmack(squalität)
- rasakriyā
- Rasakriyā bezeichnet eine halbfeste Zubereitung, die durch Einkochen von Pflanzensaft oder Absud bis zur pastenartigen Konsistenz hergestellt wird. eingedickter Saftextrakt
- rasaudana
- Eine diätetische Zubereitung aus Reis, die in Fleischbrühe (rasa) gekocht wird; wird Rekonvaleszenten als leicht verdauliche, kräftigende Kost verabreicht. Fleisch-Reis-Brühe
- rasāyana
- Eine der acht klassischen Fachrichtungen der Ayurveda-Medizin: Verjüngungs- und Stärkungstherapien zur Förderung von Langlebigkeit und Vitalität. Verjüngungstherapie
- rasona
- Rasona (auch laśuna) ist der Knoblauch, ein vielseitig als Gewürz und Heilmittel eingesetztes Gewächs, dem unter anderem stärkende und verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Knoblauch (Allium sativum)
- rati
- Sinnliches bzw. geschlechtliches Verlangen, in der klassischen Literatur einer der menschlichen Grundtriebe. sinnliches Verlangen, Lust
- ratni
- Eine klassische Längeneinheit (Elle, entspricht etwa der Unterarmlänge), die u. a. zur Bemessung von Krankenbetten und Räumen verwendet wird. Elle (Längenmaß)
- raukṣya
- Eine der zwanzig Substanzeigenschaften (Guṇa); pathologisch mit erhöhtem Vāta assoziiert und Ursache u. a. von Hautproblemen und Steifheit. Trockenheit (Eigenschaft)
- retas
- Retas bezeichnet den männlichen Samen (Śukra-Dhātu) bzw. allgemeiner die Reproduktionsflüssigkeit, das letzte der sieben Körpergewebe (dhātu) in der Ayurveda-Physiologie. Samen, Reproduktionsflüssigkeit
- retobhighāta
- Eine Schädigung bzw. Beeinträchtigung des männlichen Samens (retas), die als Ursache von Unfruchtbarkeit gilt. Schädigung des Samens
- rocana
- Rocana bezeichnet eine appetitanregende pharmakologische Wirkung bzw. entsprechende Substanzen, die das Verdauungsfeuer und den Geschmackssinn anregen. appetitanregend
- roga
- Der allgemeine Begriff für Krankheit im Sinne einer gestörten, leidvollen Verfassung des Körpers oder Geistes. Krankheit
- rogamārga
- Die drei Ausbreitungswege einer Erkrankung im Körper (Gliedmaßen, Rumpf/Koṣṭha, Marmapunkte-Knochen-Gelenke), nach denen die Prognose beurteilt wird. Krankheitsweg
- rogānīka
- Rogānīka (wörtlich 'Heer der Krankheiten') bezeichnet eine Häufung bzw. das gleichzeitige Auftreten mehrerer Krankheiten. Vielzahl von Krankheiten
- romaharṣa
- Romaharṣa bezeichnet das Aufstellen der Körperhaare (Piloerektion), das als Krankheitszeichen, etwa bei Fieber oder Vergiftung, genannt wird. Haarsträuben, Gänsehaut
- ropaṇa
- Ropaṇa bezeichnet die wundheilende Wirkung von Substanzen bzw. den Vorgang der Geweberegeneration und des Wundverschlusses. Wundheilung
- ṛtu
- Ṛtu bezeichnet die Jahreszeit; die Anpassung von Ernährung und Lebensweise an die sechs Jahreszeiten (ṛtucaryā) ist ein zentrales Präventionskonzept. Jahreszeit
- ṛtusnātā
- Ṛtusnātā bezeichnet eine Frau, die unmittelbar nach dem Ende ihrer Menstruation gebadet hat und sich damit im als fruchtbar geltenden Zeitfenster für die Empfängnis (garbhādhāna) befindet. frisch gebadete Frau (nach Menses)
- ruci
- Ruci bezeichnet den Appetit bzw. das Wohlgefallen am Geschmack von Speisen; sein Verlust (aruci) gilt als eigenständiges Krankheitssymptom. Appetit, Geschmacksempfinden
- ruj
- Allgemeiner Begriff für Schmerz, häufig Bestandteil zusammengesetzter Krankheitsnamen, z. B. śiroruj (Kopfschmerz). Schmerz
- rūkṣa
- Eine der zehn Eigenschaftspaare (guṇa), „trocken“, typischerweise mit Vāta assoziiert; Gegensatz zu snigdha („ölig“). trocken (Eigenschaft)
- rūkṣaṇa
- Eine austrocknende Behandlungsform, die dem Körper Feuchtigkeit entzieht, Gegenstück zur ölenden Therapie (Snehana). Austrocknungstherapie
- rūpa
- Die Gesamtheit der Symptome und Zeichen einer Krankheit, wie sie sich am Patienten zeigen; zentraler Begriff der diagnostischen Trias Nidāna–Saṃprāpti–Rūpa. klinisches Erscheinungsbild
- rūpyamala
- Rūpyamala bezeichnet die bei der Silberverarbeitung anfallende Schlacke bzw. Verunreinigung, die in der Mineralienpharmazie (Rasaśāstra) Verwendung findet. Silberschlacke
- śabda
- Der Schall bzw. Klang als spezifisches Wahrnehmungsobjekt des Gehörsinns und Eigenschaft des Äther-Elements. Klang
- sāda
- Allgemeines Erschöpfungs- bzw. Schwächegefühl, dem Begriff sadana eng verwandt (weitgehendes Synonym). Mattigkeit, Erschöpfung
- sadana
- Allgemeines Symptom von Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Mattigkeit, Schwäche
- sādhana
- Sādhana bezeichnet die notwendigen Mittel bzw. Erfordernisse einer Behandlung, etwa Arzt, Arznei, Pflegepersonal und Patient (die vier 'Säulen' der Therapie, catuṣpāda). Mittel der Behandlung
- sādhya
- Klassifikation einer Krankheit als heilbar bzw. therapeutisch beherrschbar; Gegenbegriff zu asādhya. heilbar
- sādhyāsādhyatva
- Sādhyāsādhyatva bezeichnet die ärztliche Beurteilung, ob eine Krankheit heilbar (sādhya) oder unheilbar (asādhya) ist, ein zentrales Element der Prognosestellung. Heilbarkeit/Unheilbarkeit
- sadvṛtta
- Sadvṛtta bezeichnet den Kodex des rechten Verhaltens – ethische und hygienische Verhaltensregeln, deren Einhaltung Gesundheit und langes Leben fördern soll. rechte Lebensführung
- sahaja
- Angeboren bzw. von Natur aus vorhanden, etwa bei angeborenen Krankheiten oder einem natürlichen, ungetrübten Wohlbefinden. angeboren
- sāhasa
- Unbedachte oder übermäßige körperliche bzw. geistige Anstrengung, die in der Ayurveda-Ätiologie als krankheitsauslösender Faktor gilt. riskante Überanstrengung
- śaila
- Śaila bezeichnet Wasser oder Erzeugnisse, die aus gebirgigem, felsigem Gelände stammen, innerhalb der ayurvedischen Klassifikation von Landschaftstypen (deśa). aus Gebirgsgelände
- saindhava
- Saindhava ("aus dem Indus-Gebiet stammend") ist Steinsalz (Halit), das unter den in der Ayurveda-Medizin verwendeten Salzarten als mildestes und am besten verträgliches gilt. Steinsalz
- śaithilya
- Śaithilya bezeichnet die krankhafte Lockerung oder Erschlaffung von Gewebe, Gelenken oder Organen, häufig als Zeichen einer Vāta-Störung oder allgemeiner Schwäche. Lockerung, Erschlaffung
- śaivāla
- Śaivāla bezeichnet eine im Wasser wachsende Alge bzw. Wasserpflanze, die in Rezepturen und diätetischen Klassifikationen genannt wird; die botanische Identität ist nicht sicher bestimmt. Wasseralge
- śaivala
- Śaivala bezeichnet eine im Wasser wachsende Pflanze bzw. Algenart mit kühlenden Eigenschaften; die genaue botanische Identität ist nicht sicher bestimmt. Wasserpflanze/Wasserlinse
- śāka
- Śāka ist die Sammelbezeichnung für Blattgemüse und Kräuter, denen in den diätetischen Kapiteln der Klassiker breiter Raum gewidmet wird. Gemüse, Blattgemüse
- śākhā
- Śākhā ("Zweig, Ast") bezeichnet die Gliedmaßen des Körpers; die Unterscheidung zwischen Erkrankungen der Extremitäten (śākhā), des Rumpfes (madhya) und der vitalen Punkte (marma) dient der Einschätzung des Schweregrads. Gliedmaßen, Extremitäten
- śakṛt
- Der Stuhl bzw. Kot als eines der drei Ausscheidungsprodukte (mala), dessen Beschaffenheit diagnostisch von Bedeutung ist. Stuhl, Kot
- śakti
- Das Vermögen bzw. Wirkpotential einer Substanz oder Handlung, eine bestimmte Wirkung hervorzubringen; grundlegender Begriff der Arzneiwirkungslehre. Wirkkraft, Potenz
- saktu
- Aus geröstetem Getreide (meist Gerste) hergestelltes Mehl, das als leichte Speise oder in Getränken (z. B. mit Wasser angerührt) verwendet wird. geröstetes Getreidemehl
- śaktu
- Śaktu ist geröstetes und gemahlenes Getreidemehl, meist aus Gerste, das als leicht verdauliche, nahrhafte Speise bzw. diätetisches Mittel dient. geröstetes Getreidemehl
- śālākya-tantra
- Śālākya-tantra ist eines der acht klassischen Teilgebiete (aṣṭāṅga) der Ayurveda-Medizin und behandelt Krankheiten oberhalb des Schlüsselbeins, insbesondere von Augen, Ohren, Nase, Mund und Kopf – vergleichbar mit HNO-Heilkunde und Ophthalmologie. Kopf- und Sinnesorganheilkunde
- śāli
- Eine hochwertige, feinkörnige Reissorte, die in der Diätetik als besonders bekömmlich und nährend gilt. Reis (feine Sorte) (Oryza sativa)
- śallaka
- Śallaka bezeichnet das Stachelschwein, dessen Fleisch in der klassischen Diätetik als eigene Nahrungsmittelkategorie geführt wird. Stachelschwein
- śālūka
- Śālūka bezeichnet die essbare Wurzelknolle (das Rhizom) der Lotospflanze, die als Nahrungs- und Heilmittel verwendet wird. Lotoswurzel (Nelumbo nucifera)
- śalya
- Śalya bezeichnet wörtlich einen "Pfeil" bzw. Fremdkörper im Körper; als Śalya Tantra bezeichnet derselbe Begriff eines der acht klassischen Fachgebiete der Ayurveda-Medizin, die Chirurgie. Fremdkörper; Chirurgie
- śalyavid
- Śalyavid ('Kenner der Chirurgie') bezeichnet einen in der Chirurgie (śalya-tantra), einem der acht klassischen Zweige der Ayurveda, ausgebildeten Arzt. Chirurg
- sama
- Sama bezeichnet den Zustand des Gleichgewichts, insbesondere ausgeglichener Doṣas (samadoṣa) als Kennzeichen von Gesundheit. ausgeglichen
- sāma
- Zustand, bei dem sich unverdauter, toxischer Stoffwechselrückstand (āma) mit den Doṣas oder Körpergeweben verbindet; Gegenteil von nirāma (āma-frei) und zentral für die Ayurveda-Pathologie. mit Āma behaftet, unverdaut
- samādhi
- Meditative Sammlung bzw. Versenkung des Geistes, ein Zustand geistiger Ausgeglichenheit, der im Kontext geistiger Gesundheit erwähnt wird. meditative Sammlung
- śamana
- Eine palliative, ausgleichende Therapieform, die gestörte Doshas ohne Ausleitung besänftigt; Gegenstück zur eliminativen śodhana-Therapie. palliative Therapie
- sāmānya
- Das Prinzip der Gleichartigkeit bzw. Gemeinsamkeit zwischen Substanzen, ein zentraler Begriff der ayurvedischen Erkenntnislehre, dessen Gegenbegriff viśeṣa (Verschiedenheit) ist. Gleichartigkeit, Allgemeinheit
- samāsa
- Samāsa bezeichnet die knappe, zusammenfassende Darstellung eines Themas im Gegensatz zur ausführlichen Erörterung (vyāsa). knappe Zusammenfassung
- samaśana
- Samaśana bezeichnet das Essen in angemessener, ausgewogener Menge – eine der als gesund geltenden Ernährungsweisen im Gegensatz zu Über- oder Unteressen. ausgewogenes Essen
- samavāya
- Philosophische Kategorie (aus dem Vaiśeṣika-System) für die untrennbare, notwendige Verbindung zweier Dinge, die nicht ohne einander bestehen können, z. B. zwischen einer Substanz und ihren Eigenschaften. Inhärenz
- sambṛṃhaṇa
- Sambṛṃhaṇa bezeichnet die nährende, aufbauende Therapieform, die auf Kräftigung und Gewichtszunahme abzielt, im Gegensatz zur abmagernden Therapie (karśana/laṅghana). aufbauende Therapie
- śamīdhānya
- Diätetische Sammelkategorie für Hülsenfrüchte (Leguminosen), die im Unterschied zum Grannengetreide als schwerer verdaulich, aber nahrhaft gelten. Hülsenfrüchte
- samīraṇa
- Poetisches Synonym für das Vāta-Doṣa bzw. den Wind-/Luftaspekt im Körper. Wind (Synonym für Vāta)
- saṃjñā
- Bezeichnet Bewusstsein, Empfindungsvermögen oder Erkenntnisfähigkeit; der Verlust von saṃjñā gilt als ernstes Krankheitszeichen (Ohnmacht, Bewusstlosigkeit). Bewusstsein, Wahrnehmung
- sammoha
- Eine Trübung oder Verwirrung des Bewusstseins, ein Symptom schwerer Doṣa-Störungen oder Vergiftungen. Bewusstseinstrübung
- saṃśamana
- Saṃśamana bezeichnet die palliative, "besänftigende" Behandlung gestörter Doṣas ohne deren aktive Ausleitung aus dem Körper — im Gegensatz zur ausleitenden Therapie (Śodhana). palliative Besänftigungstherapie
- saṃsarga
- Saṃsarga bezeichnet das gemeinsame Auftreten bzw. die Kombination zweier Doṣas oder Substanzen, etwa bei Krankheiten, die durch das Zusammenwirken zweier gestörter Doṣas (Dvidoṣaja) entstehen. Kombination (zweier Doṣas/Substanzen)
- saṃsarjana
- Saṃsarjana Krama ist das gestufte Nachdiät-Schema, das nach Ausleitungstherapien wie Erbrechen oder Abführen die schrittweise Rückkehr zu normaler Nahrung vorschreibt. Nachdiät
- saṃsarjanakrama
- Ein festgelegtes Schema der schrittweisen Wiedereinführung fester Nahrung nach einer Ausleitungstherapie (Pañcakarma), beginnend mit dünnen Reisschleimen bis zur normalen Kost. stufenweise Nachdiät
- saṃskāra
- Bezeichnet Verfahren, durch die eine Substanz be- oder verarbeitet wird, um ihre Eigenschaften zu verändern oder zu verbessern (z. B. Reinigung, Erhitzen, Fermentation). pharmazeutische Verarbeitung
- saṃśodhana
- Oberbegriff für die eliminierenden Reinigungstherapien (im Kern die Pañcakarma-Verfahren), die überschüssige Doṣas aus dem Körper entfernen, im Gegensatz zur palliativen Saṃśamana-Therapie. Ausleitungstherapie
- saṃsthāna
- Die äußere Form bzw. Erscheinungsform eines Körperteils oder einer krankhaften Veränderung. Erscheinungsform, Gestalt
- saṃśuddhi
- Oberbegriff für die ausleitenden Verfahren der Pañcakarma-Therapie (Erbrechen, Abführen, Klistiere u. a.), die krankmachende Doṣas aus dem Körper entfernen. Ausleitung, Reinigungstherapie
- samutthāna
- Bezeichnet in der Ayurveda-Literatur das Entstehen bzw. den Ausbruch einer Krankheit oder eines Zustands, oft im Sinne der Pathogenese. Entstehen, Ausbruch (einer Krankheit)
- saṃvāhana
- Eine sanfte Massage- bzw. Streichtechnik zur Entspannung und Beruhigung des Körpers. Massage
- saṃyāva
- Saṃyāva bezeichnet eine süße, aus Mehl, Ghee und Zucker hergestellte Speise aus der klassischen Ernährungslehre (kṛtānna-varga); die im Ausgangsdatensatz automatisch zugeordnete Glosse "Umschlag" ist unzutreffend und wurde hier korrigiert. Mehlspeise, Getreidezubereitung
- saṃyoga
- Die Verbindung bzw. Kombination mehrerer Substanzen, insbesondere in der Diätetik relevant, wo bestimmte Nahrungskombinationen (viruddha saṃyoga) als gesundheitsschädlich gelten. Kombination (von Substanzen)
- śaṇabīja
- Śaṇabīja bezeichnet die Samen des Hanfs, die in einigen Rezepturen Verwendung finden. Hanfsamen (Cannabis sativa L.)
- sandhāna
- Sandhāna bezeichnet den Prozess des Zusammenwachsens bzw. der Vereinigung getrennter Teile, etwa das Verheilen von Wunden oder das Zusammenwachsen gebrochener Knochen. Vereinigung, Wundheilung
- sandhi
- Sandhi ist die anatomische Bezeichnung für ein Körpergelenk. Gelenk
- saṅghāta
- Saṅghāta bezeichnet eine pathologische Anhäufung oder Verdichtung von Gewebe bzw. Doṣas, etwa im Zusammenhang mit Geschwulstbildung. Anhäufung, Verdichtung
- saṅgrahaṇa
- Ein adstringierend-stopfendes Heilmittel gegen Durchfall; der gleichlautende Begriff bezeichnet auch die chronische Verdauungsstörung grahaṇī. stuhlfestigendes Mittel
- sāṅgrāhika
- Sāṅgrāhika bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität von Substanzen, die den Stuhl binden bzw. adstringierend auf den Darm wirken. stuhlfestigend
- saṅgrāhin
- Pharmakologische Wirkungskategorie für Substanzen mit stopfender, den Stuhl festigender Wirkung; Gegenstück zu bhedinī (abführend). stuhlfestigend
- sañjñā
- Sañjñā bezeichnet das Bewusstsein bzw. die Fähigkeit zur Sinneswahrnehmung und Orientierung; sein Verlust (asañjñā) gilt als ernstes Krankheitszeichen, etwa bei Ohnmacht oder Vergiftung. Bewusstsein, Wahrnehmungsvermögen
- saṅkalpa
- Saṅkalpa bezeichnet den Willensentschluss bzw. das Verlangen als eine der geistigen Funktionen, die in der klassischen Psychologie neben Wahrnehmung und Urteil aufgeführt werden. Wille, Vorsatz
- śaṅkha
- Śaṅkha bezeichnet die Schale der Muschelschnecke (Turbinella pyrum), aus der durch Kalzinierung ein kalziumreiches Pulver (Śaṅkha Bhasma) hergestellt wird. Muschel-/Schneckenpulver
- saṅkleda
- Saṅkleda bezeichnet eine krankhafte Durchfeuchtung bzw. Aufweichung von Gewebe, meist durch übermäßiges Kapha verursacht. Durchfeuchtung, Mazeration
- saṅkoca
- Saṅkoca bezeichnet die krankhafte Zusammenziehung bzw. Verengung eines Körperteils oder Organs, etwa der Augenlider, des Afters oder eines Gelenks. Zusammenziehung, Kontraktion
- sannipāta
- Der gleichzeitige krankhafte Zustand aller drei Doshas (Vāta, Pitta, Kapha), der als besonders schwerwiegend und schwer behandelbar gilt. Tridosha-Störung
- sannipātaja
- Sannipātaja bezeichnet Krankheiten, die durch die gleichzeitige Störung aller drei Doṣas (Vāta, Pitta, Kapha) entstehen und daher als besonders schwer behandelbar gelten. durch alle drei Doṣas verursacht
- sānnipātika
- Sānnipātika beschreibt eine Krankheit, die durch die gleichzeitige Störung aller drei Doṣas verursacht wird, im Unterschied zu Erkrankungen, die auf nur einen Doṣa zurückgehen. durch alle drei Doṣas verursacht
- sannipātika
- Sannipātika bezeichnet eine Krankheitsform, die durch gleichzeitige Störung aller drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha) verursacht wird und als besonders schwer behandelbar gilt. tridoshisch
- sannipātodara
- Sannipātodara ist eine Form der Bauchwassersucht (Udara), die durch gleichzeitige Störung aller drei Doṣas entsteht und als besonders schwerwiegend gilt. Bauchwassersucht durch alle Doṣas
- santāpa
- Santāpa bezeichnet ein Hitze- bzw. Brenngefühl, ein Symptom von Pitta-bedingten und fieberhaften Zuständen. Hitze, Brennen
- santarpaṇa
- Eine aufbauende, nährende Therapieform (Gegenstück zu apatarpaṇa), die bei übermäßiger Anwendung selbst zu Erkrankungen durch Übersättigung führen kann. Nähr-/Sättigungstherapie
- santata
- Santata bezeichnet einen anhaltenden, ununterbrochenen Fiebertyp (santata jvara) innerhalb der klassischen Fieberklassifikation. andauerndes Fieber
- sāra
- Sāra bezeichnet die "Substanzfülle" bzw. Qualität der Körpergewebe eines Menschen und ist eines der zehn Beurteilungskriterien (Daśavidha Parīkṣā) zur konstitutionellen Einschätzung eines Patienten. Gewebe-Substanzfülle (Konstitutionsmerkmal)
- sara
- Sara bezeichnet die obenauf schwimmende Rahm- bzw. Sahneschicht von Milch oder Milchprodukten, die in diätetischen Vorschriften erwähnt wird. Rahmschicht
- śarad
- Der Herbst, eine der sechs Jahreszeiten (Ṛtu) der ayurvedischen Jahreszeitenlehre, in der besonders Pitta-Störungen auftreten. Herbst (Jahreszeit)
- sārasa
- Der Saruskranich, ein großer Wasservogel, in der klassischen Vogelklassifikation genannt. Saruskranich
- śarāva
- Ein flaches, schalenförmiges Gefäß, das zugleich als klassisches Hohlmaß für Flüssigkeiten und Arzneisubstanzen dient. Schale (Hohlmaß)
- śārīra
- Śārīra ("den Körper Betreffendes") bezeichnet das Fachgebiet der Anatomie und Embryologie, eines der acht klassischen Teilgebiete der Ayurveda-Medizin. Körperlehre, Anatomie
- śarīravicaya
- Die systematische Analyse bzw. Untersuchung des menschlichen Körpers hinsichtlich Aufbau und Bestandteile. Körperanalyse
- sarjarasa
- Sarjarasa ist das Harz des Sal-Baumes, das äußerlich zur Wundbehandlung und als Räucherstoff verwendet wird. Im Quelldatensatz waren Begriff und deutsche Glosse („Harz“) vertauscht. Sal-Baumharz (Shorea robusta)
- śarkarā
- Kristallzucker aus Zuckerrohr, sowohl als Nahrungs- als auch als Arzneimittelzusatz verwendet; kann im medizinischen Kontext auch „Grieß/Steinchen“ (z. B. Harngrieß) bezeichnen. Zucker
- śārkara
- Ein aus Zucker (śarkarā) fermentiertes alkoholisches Getränk. zuckerbasierter Alkohol
- sarpa
- Sarpa bezeichnet die Schlange; Schlangenbisse und ihre Behandlung sind Gegenstand der Toxikologie (Agada Tantra bzw. Viṣa Cikitsā), eines der klassischen Teilgebiete der Ayurveda-Medizin. Schlange
- sarpis
- Geklärte Butter (Ghee), eines der wichtigsten Trägermedien der ayurvedischen Pharmazie; synonym zu ghṛta. Ghee, Butterschmalz
- sarṣapa
- Sanskrit-Name für Senfsamen bzw. die Senfpflanze, die als Gewürz, Ölpflanze und in äußerlichen Anwendungen (z. B. Ölmassagen, Reizmittel) verwendet wird. Senf (Brassica juncea)
- sarvagandha
- Sarvagandha bezeichnet eine Kombination bzw. Gruppe wohlriechender (aromatischer) Substanzen, die gemeinsam in Rezepturen, etwa Räucher- oder Salbenmischungen, verwendet werden. Gesamtheit der Duftstoffe
- sarvagraha
- Sarvagraha bezeichnet in der Arzneizubereitung die zusammengenommene Gesamtmenge aller Bestandteile einer Rezeptur, im Gegensatz zur Einzelmenge (parigraha). Gesamtmenge aller Zutaten
- sarvaja
- Sarvaja beschreibt Zustände oder Krankheiten, die durch das gemeinsame Wirken aller drei Doṣas entstehen bzw. alle Körperbereiche betreffen. durch alle Doṣas verursacht
- sarvasara
- Sarvasara(-puruṣa) bezeichnet einen Konstitutionstyp, bei dem alle sieben Körpergewebe (dhātus) in optimaler Qualität (sāra) ausgeprägt sind, verbunden mit besonderer Kraft, Ausdauer und Gesundheit. Person mit optimaler Gewebe-Konstitution
- śaśa
- Śaśa bezeichnet den Hasen, dessen Fleisch in der diätetischen Klassifikation der Fleischsorten als leicht und trocken beschrieben wird. Hase
- śastra
- Bei Sushruta Bezeichnung für scharfe, schneidende Operationsinstrumente, im Gegensatz zu den stumpfen Instrumenten (yantra). scharfes chirurgisches Instrument
- śāstra
- Śāstra bezeichnet ein systematisches Lehrwerk oder eine anerkannte Wissenschaft, wie sie die medizinischen Klassiker selbst darstellen. Lehrwerk, Wissenschaft
- śastrakarma
- Der chirurgische Eingriff mit scharfen Instrumenten (śastra), eine der Hauptbehandlungsarten in der Chirurgie des Suśruta. chirurgischer Eingriff
- sat
- Philosophischer Grundbegriff für Existenz bzw. wirkliches Sein, Gegenbegriff zu asat; in Carakas Seinslehre-Kapitel als Erkenntnisgegenstand behandelt. das Seiende
- śatadhautaghṛta
- Eine spezielle Ghee-Zubereitung, die durch hundertfaches Waschen mit Wasser hergestellt wird und äußerlich vor allem bei Verbrennungen und Hautentzündungen verwendet wird. hundertfach gewaschenes Ghee
- śatāhvā
- Śatāhvā ist der (indische) Dill, dessen Samen als karminatives und verdauungsförderndes Gewürz sowie Heilmittel verwendet werden. Dill (Anethum sowa Roxb. ex Fleming (auch als A. graveolens L. geführt))
- śatapadī
- Śatapadī ("die Hundertfüßige") bezeichnet den Tausendfüßler; sein Biss wird in der Toxikologie als eigene Vergiftungsform behandelt. Tausendfüßler
- śatapāka
- Bezeichnung für ein medizinisches Öl, das durch hundertmalige Wiederholung des Kochvorgangs mit Kräuterabkochungen besonders stark angereichert wurde (śatapāka taila); Beispiel für die aufwendige Ölzubereitung der ayurvedischen Pharmazie. hundertfach gekochtes Heilöl
- śatapuṣpā
- Śatapuṣpā ('die Hundertblütige') ist der Dill, dessen Samen als Gewürz und Karminativum verwendet werden. Dill (Anethum graveolens)
- sātmya
- Die individuelle Verträglichkeit bzw. durch Gewöhnung erworbene Zuträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel oder Klimaeinflüsse. Verträglichkeit, Gewöhnung
- sattva
- Sattva bezeichnet hier die geistige Konstitution bzw. psychische Kraft (manobala); als eine der drei mentalen Qualitäten neben rajas und tamas beschreibt es zudem den reinen, klaren Aspekt des Geistes. Geist, psychische Kraft
- sāttvika
- Sāttvika bezeichnet einen von der Qualität sattva geprägten, 'gütigen' Geisteszustand bzw. Charaktertyp, einen von drei klassischen mentalen Konstitutionstypen neben rājasa und tāmasa. von reiner (sattva-geprägter) Wesensart
- śauca
- Śauca bezeichnet die körperliche und rituelle Reinheit bzw. Hygiene, ein Bestandteil der täglichen Verhaltensregeln (dinacaryā). Reinheit, Hygiene
- saugandhika
- Eine der klassischen Schwefel-Varietäten (gandhaka) der ayurvedischen Mineralogie (Rasaśāstra), die nach Reinigung in Arzneien verwendet wird. Schwefelsorte
- saukṣmya
- Die Eigenschaft der Feinheit bzw. Subtilität, etwa von Körperkanälen (srotas) oder Substanzen. Feinheit
- saumya
- Saumya, wörtlich „zum Mond/Soma gehörig“, bezeichnet eine milde, kühlende Qualität im Gegensatz zum feurigen Āgneya; in den Lehrdialogen wird das Wort auch als vertrauliche Anrede („lieber Freund“) verwendet, was die Quellglosse „Freund“ erklärt. mild, kühlend (mondhaft)
- sauvīraka
- Sauvīraka ist eine fermentierte, saure Reisflüssigkeit, ähnlich der Āranāla, die als verdauungsanregendes Mittel und Trägerstoff dient. saures Reiswasser
- secana
- Secana ist eine äußere Therapie, bei der eine medizinische Flüssigkeit (Öl, Sud u. Ä.) gezielt über einen Körperteil gegossen wird, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Übergießung
- seka
- Das kontinuierliche Übergießen einer Körperregion mit warmen Flüssigkeiten (Öl, Dekokt, Milch), eine äußere Anwendung bei Schmerzen und Entzündungen. medizinisches Übergießen
- śepha
- Anatomische Bezeichnung für das männliche Geschlechtsglied, u. a. Bestandteil von Krankheitsbezeichnungen wie śepharoga. Penis, männliches Glied
- sevanī
- Eine anatomische Naht- bzw. Verbindungslinie im Körper, etwa im Damm- oder Schädelbereich, wie sie in der Anatomie des Suśruta beschrieben wird. anatomische Naht
- siddha
- Siddha, „vollendet“, bezeichnet pharmazeutisch ein fertig verarbeitetes Präparat (etwa ein vollständig ausgekochtes Öl); der Begriff kann auch einen vollkommenen, erleuchteten Menschen bezeichnen. vollendet zubereitet
- siddhārthaka
- Eine helle Senfsorte, deren Samen u. a. für Räucherungen und äußerliche Anwendungen genutzt werden. weißer Senf (Sinapis alba)
- siddhi
- Das erfolgreiche Erreichen des Behandlungsziels; einer der möglichen Ausgänge einer Therapie neben Misserfolg und unverändertem Zustand. Therapieerfolg, Heilung
- sīdhu
- Sīdhu ist ein aus Zuckerrohrsaft fermentiertes alkoholisches Getränk, eine der klassischen Madya-Sorten. Zuckerrohrgetränk
- śigru
- Śigru ist der Meerrettich- bzw. Trommelstockbaum, dessen Wurzel, Rinde und Schoten als scharfes, verdauungsförderndes Heilmittel u.a. bei Ödemen und Gelenkbeschwerden dienen. Meerrettichbaum (Moringa oleifera Lam.)
- śikhin
- Der Pfau; sein Fleisch wird in der Materia medica unter den Vogelarten als stärkende Substanz erwähnt. Pfau
- śikya
- Śikya bezeichnet eine netz- oder schlingenartige Hängevorrichtung, die etwa zur Extension oder Ruhigstellung eines gebrochenen Gliedes eingesetzt wird. Hängevorrichtung, Schlinge
- śīla
- Der habituelle Charakter bzw. die Lebensgewohnheit eines Menschen, relevant für individuelle Konstitution und ethische Verhaltensregeln (sadvṛtta). Charakter, Gewohnheit
- śilājatu
- Śilājatu, auch Shilajit genannt, ist eine aus Felsspalten des Himalaya austretende, harzartige Mineralsubstanz, die als kräftigendes und verjüngendes Mittel gilt. Mineralpech (Shilajit)
- siṃha
- Der Löwe; in der klassischen Tierklassifikation Vertreter der reißenden, fleischfressenden Raubtiere (prasaha-Gruppe). Löwe
- sirā
- Die im Körper angenommenen (Blut-)Gefäße, durch die Rakta und andere Substanzen zirkulieren; Ziel des Aderlasses (raktamokṣaṇa). Blutgefäße
- sirākarma
- Sirākarma bezeichnet chirurgische Eingriffe an den Venen (sirā), insbesondere den Aderlass (sirāvedha) zur Ausleitung verdorbenen Blutes. Venenbehandlung, Aderlassverfahren
- sirāvedha
- Sirāvedha bezeichnet das chirurgische Öffnen einer Vene zum Aderlass, ein klassisches Verfahren zur Ausleitung verdorbenen Blutes. Aderlass
- sirāvyadhana
- Sirāvyadhana ist die therapeutische Venenpunktion (Aderlass), ein chirurgisches Verfahren zur Blutentnahme bei bestimmten Krankheitsbildern. Aderlass
- sirāyāma
- Ein seltener Begriff für eine Überdehnung oder einen Krampf eines Blutgefäßes (sirā); die genaue klassische Verwendung ist nicht abschließend gesichert. Gefäßdehnung, Gefäßkrampf
- śirograha
- Eine Kopferkrankung mit starrer, klammerartiger Schmerzempfindung im Kopf. Kopfklemme
- śiroroga
- Sammelbegriff für die verschiedenen, in eigenen Kapiteln behandelten Kopferkrankungen der Ayurveda-Nosologie. Kopfkrankheiten
- śirovirecana
- Śirovirecana ist eine „kopfreinigende“ Therapie, bei der über Nase oder Mund verabreichte Mittel vitiierte Doṣas aus dem Kopfbereich ausleiten. Kopf-Reinigungstherapie
- śirovireka
- Śirovireka ist eine Nasya-Therapieform, bei der über die Nase verabreichte Arzneien gezielt Schleim und krankhafte Doṣas aus dem Kopfbereich ausleiten sollen. Kopf-Ausleitungstherapie
- śiśira
- Śiśira bezeichnet den Spätwinter, eine der sechs klassischen Jahreszeiten (ṛtu). Spätwinter
- śiśna
- Śiśna bezeichnet das männliche Geschlechtsglied, das in anatomischen und pathologischen Beschreibungen erwähnt wird. Penis
- śiśumāra
- Der Gangesdelfin (Süßwasserdelfin bzw. -schweinswal), in der klassischen Klassifikation der Wassertiere aufgeführt. Gangesdelfin
- sitā
- Gereinigter, kristallisierter Zucker aus Zuckerrohrsaft; dient als süßender Zusatz und Vehikel zahlreicher Arzneien. raffinierter (kristallisierter) Zucker
- śīta
- Śīta, „kalt“, ist eine der zehn grundlegenden gegensätzlichen Eigenschaftspaare (Guṇa), mit denen Substanzen, Therapien und Körperzustände charakterisiert werden; Gegenteil von uṣṇa (heiß). kalt (Grundqualität)
- śītajvara
- Ein Fiebertyp mit ausgeprägtem Kältegefühl bzw. Schüttelfrost. Kältefieber
- śītakāmitā
- Śītakāmitā bezeichnet das krankhafte Verlangen nach Kälte bzw. kalten Anwendungen, häufig als Symptom einer Pitta-Störung genannt. Verlangen nach Kälte
- śītakaṣāya
- Ein durch Kaltwassermazeration hergestellter Kräuterauszug, im Gegensatz zum heiß gekochten Dekokt. Kaltauszug
- śītavīrya
- Śītavīrya bezeichnet die kühlende pharmakologische Wirkpotenz (vīrya) einer Substanz, im Gegensatz zur erhitzenden Wirkpotenz (uṣṇavīrya). kühlende Wirkpotenz
- sitopalā
- Sitopalā ist kristallisierter, aus Zuckerrohrsaft gewonnener Kandiszucker, der in der ayurvedischen Pharmazie als kühlendes Süßungs- und Trägermittel für Arzneien dient. Kandiszucker
- sitopala
- Kristallisierter Rohrzucker (Kandiszucker), eine in Rezepturen häufig verwendete süße Grundsubstanz. Kandiszucker
- sīvana
- Sīvana bezeichnet das chirurgische Vernähen einer Wunde, eines der von Suśruta beschriebenen Grundverfahren der Wundversorgung (śastra-karma). Nähen, Wundnaht
- skandha
- Die Schulter, anatomischer Begriff für den oberen Gliedmaßenansatz des Rumpfes. Schulter
- ślaiṣmika
- Adjektiv zur Bezeichnung einer von Kapha geprägten Körperkonstitution oder eines entsprechenden Krankheitscharakters. kapha-dominierte Konstitution
- śleṣmala
- Śleṣmala beschreibt eine Substanz oder Eigenschaft, die das Kapha-Dosha vermehrt bzw. dominiert. kapha-erhöhend
- śleṣman
- Synonym zu kapha; das für Struktur und Befeuchtung des Körpers zuständige Dosha. Schleim-Dosha
- śleṣmātisāra
- Śleṣmātisāra bezeichnet eine Form des Durchfalls (Atisāra), die durch aggraviertes Kapha verursacht wird und mit schleimigem Stuhl einhergeht. Kapha-bedingter Durchfall
- ślīpada
- Ślīpada bezeichnet die krankhafte, meist die Beine betreffende Schwellung durch Lymphstau (Elephantiasis), die auf eine Störung von Kapha und Blut zurückgeführt wird. Elephantiasis
- smṛti
- Das Gedächtnis bzw. Erinnerungsvermögen; seine Störung gilt als Symptom bestimmter psychischer und Vāta-bedingter Erkrankungen. Erinnerungsvermögen
- snaihika
- Öl- bzw. fetthaltig; Eigenschaft, die eine Substanz oder Behandlung zur Ölungstherapie (Snehana) geeignet macht. ölhaltig
- snapana
- Snapana bezeichnet die therapeutische Waschung oder das Bad, häufig mit medizinischen Absuden, als äußerliche Behandlungsmaßnahme. Waschung, Bad
- snāyu
- Bindegewebige Strukturen (Sehnen, Bänder, Faszien), die Gelenke stabilisieren und Bewegung ermöglichen; anatomischer Grundbegriff besonders bei Sushruta. Sehnen, Bänder
- sneha
- Die vorbereitende Öltherapie (innerlich oder äußerlich) vor reinigenden Verfahren (Pañcakarma); auch allgemeine Bezeichnung für ölige/fettige Substanzen. Ölungstherapie
- sneha-basti
- Ein medizinisches Klistier auf Ölbasis, das u. a. bei Vāta-Störungen zur inneren Befeuchtung und Beruhigung eingesetzt wird. Ölklistier
- snehabasti
- Snehabasti ist ein mit Öl bzw. Fett durchgeführtes therapeutisches Klistier; das Anuvāsana-basti ist eine spezielle Form davon. Ölklistier
- snehana
- Innerliche oder äußerliche Anwendung von Ölen bzw. Fetten zur Vorbereitung auf die eigentlichen Ausleitungsverfahren (Pañcakarma); Teil der Vorbehandlung (Pūrvakarma). Ölungstherapie
- snehapāna
- Snehapāna ("Öl-Trinken") ist die innerliche Einnahme von medizinischem Öl oder Ghee in ansteigender Dosis; sie dient als vorbereitende Ölungstherapie vor den ausleitenden Pañcakarma-Verfahren. innere Ölkur
- snehavirecana
- Eine mit öligen Substanzen (sneha) vorbereitete Form der therapeutischen Ausleitung durch Abführen (virecana). ölig-vorbereitete Purgation
- snigdha
- Eine der zehn Eigenschaftspaare, „ölig/feucht“, typischerweise mit Kapha assoziiert; Gegensatz zu rūkṣa („trocken“). ölig, unctuous (Eigenschaft)
- śodhana
- Śodhana bezeichnet die therapeutische Reinigung bzw. Ausleitung krankhafter Doṣas aus dem Körper, etwa durch Abführen, Erbrechen oder andere Pañcakarma-Verfahren. Reinigung, Ausleitung
- soma
- Soma bezeichnet in medizinisch-kosmologischem Kontext das kühlende Mondprinzip; der Begriff bezieht sich daneben auf die vedische Somapflanze bzw. den Somatrank, deren botanische Identität nicht sicher bestimmt ist. Mondprinzip
- śoṇita
- Eines der sieben Körpergewebe (Dhātus); Synonym zu rakta, dem Blut, dessen Qualität und Fluss zentrale diagnostische Bedeutung haben. Blut (Synonym für Rakta)
- śopha
- Eine lokale oder generalisierte Gewebeschwellung, weitgehend synonym zu śotha und śvayathu verwendet. Schwellung, Ödem
- śophaghna
- Śophaghna bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität von Substanzen, die Schwellungen bzw. Entzündungen (śopha) entgegenwirken. entzündungshemmend
- śoṣa
- Ein Auszehrungs- bzw. Abmagerungssyndrom, weitgehend synonym mit kṣaya verwendet. Auszehrung
- śoṣaṇa
- Śoṣaṇa bezeichnet die austrocknende bzw. entwässernde Wirkung einer Substanz oder Therapie auf Körpergewebe oder -flüssigkeiten. austrocknende Wirkung
- śotha
- Allgemeiner Ausdruck für krankhafte Gewebeschwellung (Ödem), die durch verschiedene Doṣa-Störungen verursacht sein kann. Schwellung, Ödem
- sparśa
- Sparśa bezeichnet den Tastsinn bzw. die Tastempfindung, eine der fünf Sinnesqualitäten (tanmātra), die dem Element Luft (Vāyu) zugeordnet wird. Tastempfindung
- sparśana
- Das Tastorgan (Haut), eines der fünf Sinnesorgane; ihm ist das Luftelement zugeordnet, sein Objekt die Berührung. Haut, Tastsinn
- sphota
- Sphota bezeichnet eine Hauterkrankung mit ausgedehnter Blasen- bzw. Pustelbildung. Blasenkrankheit (Hauteruption)
- sphotaka
- Sphotaka bezeichnet kleine Bläschen oder Pusteln auf der Haut. kleine Bläschen, Pusteln
- sphuraṇa
- Sphuraṇa bezeichnet unwillkürliches Zittern oder Zucken der Muskulatur, das als Krankheitszeichen v. a. bei Vāta-Störungen auftritt. Zittern, Zucken
- śrama
- Śrama bezeichnet körperliche oder geistige Erschöpfung infolge von Anstrengung und gilt in den Saṃhitās als einer der Faktoren, die Krankheiten begünstigen können. Erschöpfung, Anstrengung
- sraṃsana
- Eine milde abführende Behandlung, die den Stuhl löst, ohne die kräftige Ausleitung der eigentlichen Purgiertherapie (virecana) zu erreichen. mildes Abführmittel
- srāva
- Srāva bezeichnet krankhaften Ausfluss oder Sekretion aus Körperöffnungen bzw. Wunden, etwa von Blut, Eiter oder anderen Flüssigkeiten. Ausfluss, Sekretion
- srāvin
- Adjektiv zur Beschreibung von Hämorrhoiden (arśas), die Blut oder Sekret absondern. nässend, blutend (bei Hämorrhoiden)
- śṛṅga
- Śṛṅga bezeichnet das Horn von Tieren, z.B. Hirsch- oder Büffelhorn, das in der Rasashastra zu Asche (bhasma) verarbeitet und medizinisch verwendet wird. Horn (Tierhorn)
- śṛṅgavera
- Der frische Ingwer, eines der am häufigsten verwendeten Verdauungs- und Wärmemittel der Ayurveda-Medizin. Ingwer (frisch) (Zingiber officinale)
- srotas
- Die im Körper angenommenen Kanäle, durch die Dhātus, Doshas und Ausscheidungsstoffe zirkulieren; ihre Verstopfung oder Störung gilt als Krankheitsursache. Körperkanäle
- śrotra
- Das Hörorgan als eines der fünf Sinnesorgane (indriya); sein spezifisches Element ist der Äther (ākāśa), sein Objekt der Klang. Ohr (Sinnesorgan)
- śṛta
- Bezeichnet den gekochten bzw. eingedickten Zustand eines Suds oder einer Zubereitung, eine wichtige Stufenangabe bei der Herstellung von Dekokten. gekocht, reduziert
- śruti
- Die 'gehörte', geoffenbarte Überlieferung (vor allem die vedischen Texte), die in der ayurvedischen Erkenntnislehre als eine Quelle gültigen Wissens gilt. heilige Überlieferung
- stabdha
- Stabdha beschreibt einen starren, steifen Zustand von Gliedern oder Gewebe, typischerweise als Zeichen einer Vāta-Störung. starr, steif
- staimitya
- Staimitya bezeichnet ein Gefühl von Schwere bzw. „Feuchtigkeit“ in den Gliedern, ein klassisches Vorläufersymptom insbesondere zu Beginn eines Fiebers. Schwere-, Feuchtigkeitsgefühl
- stambha
- Symptom bzw. Zustand von Steifheit oder Bewegungsunfähigkeit von Körperteilen, häufig als Folge von Vāta- oder Kapha-Störung beschrieben. Steifheit, Erstarrung
- stambhana
- Stambhana ist eine adstringierende, stillstellende therapeutische Wirkung, die einen Vorgang (Blutung, Durchfall, Schweiß) zum Stillstand bringt. Die Quellglosse „Bewegung“ ist vermutlich ein Fragment von „Bewegungslosigkeit“ – der eigentlichen, nahezu gegenteiligen Bedeutung. stopfend-stillstellende Wirkung
- stanya
- Stanya bezeichnet die Muttermilch, die in der Ayurveda-Physiologie als aus dem Blut- bzw. Fettgewebe der Mutter gebildetes Nährsekret für den Säugling gilt. Muttermilch
- sthāna
- Der „Sitz“ bzw. die Lokalisation eines Doshas oder einer Krankheit im Körper; auch Bezeichnung für die Bücher/Kapitelabschnitte der Saṃhitās. Sitz, Lokalisation
- sthira
- Sthira ist eine der klassischen Substanzqualitäten (guṇa) und bezeichnet Festigkeit bzw. Stabilität, im Gegensatz zur Qualität cala (beweglich). fest, stabil (Qualität)
- stimita
- Beschreibt eine schwere, unbewegliche bzw. träge Qualität, typisch für ein Übermaß an Kapha. unbeweglich, träge
- styāna
- Styāna bezeichnet einen stockenden, geronnenen bzw. stagnierenden Zustand, etwa von geronnenem Blut oder trägem Gewebefluss. stockend, geronnen
- sūcī
- Sūcī bezeichnet die chirurgische Nadel, eines der spitzen Instrumente (śastra) in Suśrutas Instrumentenkunde, unter anderem zum Nähen von Wunden verwendet. Nadel (chirurgisches Instrument)
- śuddha
- Śuddha bezeichnet den Zustand der Reinheit bzw. Gereinigtheit, etwa einer durch Vorbehandlung (śodhana) gereinigten Arzneisubstanz oder eines gereinigten Körpers. gereinigt, rein
- śuddhi
- Śuddhi bezeichnet die innere Körperreinigung, wie sie insbesondere durch die fünf klassischen Ausleitungsverfahren (Pañcakarma) erreicht wird. Reinigung
- sudhā
- Gebrannter oder gelöschter Kalk (Calciumverbindung), der äußerlich sowie in mineralischen Zubereitungen medizinisch verwendet wird. Kalk
- śuka
- Der Papagei, in der klassischen Vogelklassifikation als Vertreter körnerfressender Vögel aufgeführt. Papagei
- śūka
- Śūka bezeichnet die feinen, reizenden Grannen bzw. Spelzen von Getreide, die in den Texten als hautreizend beschrieben werden. Grannen, Spelzen
- śūkadhānya
- Diätetische Sammelkategorie für begrannte Getreidearten (z. B. Weizen, Gerste, Reis), die als besonders bekömmlich gelten. Grannengetreide
- sukhasādhya
- Sukhasādhya bezeichnet eine Krankheit, die als leicht und ohne größere Mühe heilbar eingestuft wird — eine der klassischen Prognosekategorien neben kṛcchrasādhya und asādhya. leicht heilbar
- śukra
- Śukra bezeichnet das männliche Reproduktionsgewebe (Samen) und ist eines der sieben Körpergewebe (dhātu) der Ayurvedischen Physiologie. Samen, Reproduktionsgewebe
- śukradoṣa
- Eine Störung des Śukra-Dhātu (Samen-/Reproduktionsgewebe), die sich in Qualität oder Menge des Samens äußert und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Störung des Samengewebes
- śukrāśmarī
- Śukrāśmarī bezeichnet einen Stein bzw. ein Konkrement im Bereich der Samenwege, eine von Suśruta beschriebene Unterform der Steinerkrankung (aśmarī). Samenstein (Konkrement)
- sūkṣma
- Sūkṣma ("fein, subtil") ist eine Grundqualität (guṇa) der Ayurveda-Pharmakologie; sie beschreibt Substanzen oder Vāta-Wirkungen, die in feinste Körperkanäle eindringen können. Gegenbegriff ist sthūla ("grob"). fein, subtil (Eigenschaft)
- sūkṣmailā
- Sūkṣmailā, wörtlich 'kleiner Kardamom', bezeichnet den echten (grünen) Kardamom, dessen Samenkapseln als aromatisches Gewürz und Heilmittel dienen. Kardamom (Elettaria cardamomum (L.) Maton)
- sūkṣmānana
- Sūkṣmānana ("feiner Mund/Öffnung") beschreibt eine enge, feine Öffnung, etwa eines Instruments, einer Fistel oder eines Körperkanals. feine, enge Öffnung
- śukta
- Śukta ist eine durch Fermentation von Zuckerrohrsaft oder Getreide gewonnene essigartige, saure Flüssigkeit, die in Küche und Pharmazie verwendet wird. Essig, fermentierte Säure
- śukti
- Śukti bezeichnet die Perlmuschel bzw. ihre Schale, deren kalkhaltiges Material zu Asche (bhasma) kalziniert und in der Mineral- und Tierstoffpharmakologie u.a. bei Verdauungsstörungen eingesetzt wird. Perlmuschelschale
- sukumāra
- Sukumāra beschreibt eine zarte, empfindliche körperliche Konstitution, die bei der Therapieplanung besondere Rücksicht, etwa mildere Verfahren, erfordert. zart, empfindlich (Konstitution)
- śūla
- Stechende, kolikartige Schmerzen, meist im Abdominalbereich, nach den beteiligten Doshas klassifiziert. stechender Schmerz, Kolik
- sumanas
- Klassischer Sanskrit-Name für eine wohlriechende Jasminart, deren Blüten in Riech- und Hautmitteln verwendet werden; botanische Identität nicht sicher bestimmt (vermutlich Jasminum sp.). Jasmin
- śūnā
- Śūna/śūnā beschreibt den Zustand einer krankhaften Schwellung eines Körperteils, ein häufig genanntes klinisches Zeichen, verwandt mit śvayathu (Ödem). geschwollen
- sūpa
- Eine Suppe, meist aus Hülsenfrüchten, fester Bestandteil der ayurvedischen Diätetik. Suppe
- supta
- Supta ist das Adjektiv zu supti und beschreibt einen tauben, gefühllosen Zustand eines Körperteils. gefühllos, taub
- supti
- Supti bezeichnet das Taubheitsgefühl bzw. den Verlust der Sinnesempfindung in einem Körperteil, meist als Vāta-Symptom; vgl. das Adjektiv supta (gefühllos). Taubheit, Gefühllosigkeit
- surā
- Ein aus Getreide gebrautes, bierähnliches alkoholisches Getränk, das in der Ayurveda-Literatur sowohl als Genussmittel als auch als medizinisches Vehikel bzw. Zutat erwähnt wird. vergorenes Getreidegetränk
- suradāru
- Ein im Himalaya beheimateter Nadelbaum, dessen Holz und Öl u. a. bei Fieber und Hautkrankheiten verwendet werden. Deodar-Zeder (Cedrus deodara)
- surāhva
- Surāhva ('nach den Göttern benannt') ist in Nighaṇṭu-Texten als Synonym für bestimmte Bäume belegt, vermutlich Kampferbaum oder Deodar-Zeder; die botanische Identität ist anhand der vorliegenden fragmentarischen Angabe nicht sicher zu bestimmen. Baumname, botanisch unsicher
- surasa
- Surasa ist ein klassisches Synonym für das Heilige Basilikum (Tulsi). Heiliges Basilikum (Ocimum tenuiflorum)
- surasā
- Klassischer Name für das Heilige Basilikum (Tulsi), eine im Ayurveda vielfach genutzte, stark aromatische Heilpflanze. Tulsi, Heiliges Basilikum (Ocimum tenuiflorum)
- surāsava
- Surāsava bezeichnet ein durch Fermentation hergestelltes, leicht alkoholisches Arzneigetränk aus der Gruppe der Āsava-/Ariṣṭa-Präparate. fermentiertes Getränk
- śuṣkamūlaka
- Der getrocknete Rettich, in der Diätetik als leicht verdauliches, mild wirkendes Gemüse verwendet. getrockneter Rettich (Raphanus sativus)
- sūtra
- Sūtra bezeichnet einen knapp gefassten Lehrsatz, wie er die Verse der Sūtrasthāna-Abschnitte der Saṃhitās charakterisiert; wörtlich auch 'Faden'. Lehrsatz, Aphorismus
- svabhāva
- Svabhāva, die „Eigennatur“, bezeichnet die philosophische Vorstellung einer Verursachung durch das innere Wesen einer Sache selbst, unabhängig von äußeren Ursachen, etwa beim natürlichen Altern. Eigennatur
- svābhāvika
- Bezeichnet Vorgänge, die ohne äußere Einwirkung allein aus der Eigennatur (svabhāva) der Dinge entstehen, etwa natürliches Altern oder Vergehen – eine Kausalitätskategorie neben zeit- und schicksalsbedingten Ursachen. naturgegeben
- svalakṣaṇa
- Svalakṣaṇa bezeichnet das eigentümliche, definierende Kennzeichen einer Sache oder Krankheit, mit dem sie von anderen unterschieden wird. spezifisches Kennzeichen
- svara
- Svara, die Stimme, wird als diagnostisches Zeichen zur Beurteilung des Patientenzustands untersucht. Stimme
- svarabheda
- Svarabheda ist eine Heiserkeit bzw. Stimmveränderung, ein Symptom von Hals- und Kehlkopfleiden, oft im Zusammenhang mit Vāta- und Kapha-Störungen. Stimmveränderung, Heiserkeit
- svarasa
- Der durch Auspressen frischer Pflanzenteile gewonnene Saft; eine der grundlegenden fünf klassischen Arzneiformen. frisch ausgepresster Saft
- śvāsa
- Krankheitsbild von Atembeschwerden bis hin zu asthmaähnlicher Atemnot, klassisch in mehrere Schweregrade unterteilt. Atemnot
- svasthāna
- Der natürliche anatomische Hauptsitz eines Doṣa im Körper, z. B. Kapha in der Brust oder Pitta im Nabelbereich. eigener Sitz eines Doṣa
- svasthavṛtta
- Svasthavṛtta ("Lebensweise des Gesunden") ist das Fachgebiet der Ayurveda-Medizin, das sich mit der Erhaltung der Gesundheit durch tägliche und jahreszeitliche Verhaltens- und Ernährungsregeln befasst. Gesundheitslehre, Regimen der Gesunden
- svastyayana
- Svastyayana bezeichnet rituelle Segens- und Schutzformeln, die zur Abwehr von Unheil und zur Förderung des Wohlergehens rezitiert werden. Schutz- und Segenssprüche
- śvāvidh
- Śvāvidh bezeichnet das Stachelschwein, dessen Stacheln bzw. deren Asche in einigen Rezepturen medizinisch verwendet wurden. Stachelschwein
- śvayathu
- Eine Gewebeschwellung, weitgehend synonym zu śopha und śotha verwendet. Schwellung, Ödem
- sveda
- Wärme- bzw. Schwitztherapie, die meist der Öltherapie (sneha) folgt und zur Vorbereitung auf Reinigungsverfahren dient. Schwitzbehandlung
- svedana
- Therapeutisches Herbeiführen von Schweißausbruch durch Dampf, Wärme oder erhitzte Substanzen; dient meist als Vorbereitung auf Ausleitungsverfahren und zur Lockerung von Kapha und Ama. Schwitzbehandlung
- svinna
- Svinna beschreibt den Zustand eines Patienten, der die Schwitztherapie (svedana) erhalten hat, wodurch Kanäle geöffnet und Doṣas gelockert werden. der Schwitzbehandlung unterzogen
- śvitra
- Śvitra ist die klassische Bezeichnung für die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo/Leukoderm), bei der die Haut durch Pigmentverlust weiße Flecken zeigt. Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)
- śyāva
- Śyāva bezeichnet einen dunkelbräunlichen bis rauchfarbenen Farbton, der in der Diagnostik etwa bei Haut, Zunge oder Ausscheidungen als Zeichen einer Doṣa-Störung beschrieben wird. dunkelbräunliche Farbe
- śyāvāruṇa
- Farbbeschreibung (bräunlich-rötlich), die häufig zur diagnostischen Beschreibung von Haut, Urin oder Ausscheidungen verwendet wird. bräunlich-rötlich
- tagara
- Wurzeldroge einer Baldrianart, die in der ayurvedischen Pharmakopöe u. a. bei Nervenleiden und als Räuchermittel verwendet wird; botanische Zuordnung in der Sekundärliteratur nicht ganz einheitlich, meist mit Valeriana wallichii gleichgesetzt. Indischer Baldrian (Valeriana wallichii)
- taikṣṇya
- Taikṣṇya bezeichnet die pharmakologische Qualität der Schärfe bzw. Durchdringungskraft einer Substanz, die häufig mit pittaerhöhender Wirkung verbunden ist. Schärfe (Wirkqualität)
- taila
- Ein pflanzliches, meist mit Kräutern versetztes Öl (klassisch auf Sesamölbasis), eine der grundlegenden öligen Zubereitungsformen. medizinisches Öl
- takra
- Takra ist die Buttermilch, ein aus Dickmilch (dadhi) durch Zugabe von Wasser gewonnenes, als verdauungsfördernd geltendes diätetisches Getränk mit zahlreichen therapeutischen Anwendungen. Buttermilch
- tāla
- Tāla ist die Palmyrapalme, deren Früchte, Saft und andere Teile in Diätetik und Materia medica genannt werden. Palmyrapalme (Borassus flabellifer)
- tālaśasya
- Tālaśasya bezeichnet die Frucht bzw. den Kern der Palmyrapalme, der roh oder verarbeitet als Nahrungsmittel dient. Palmyrapalmenfrucht (Borassus flabellifer)
- tamaka
- Tamaka ist die klassische Bezeichnung für eine Form von Atemnot bzw. Asthma (tamaka śvāsa), die durch verengte Atemwege infolge einer Kapha-Vāta-Störung gekennzeichnet ist. Asthma, Atemnot
- tamas
- Eine der drei Eigenschaften des Geistes (Sattva, Rajas, Tamas) in der ayurvedischen Psychologie; steht für Trägheit, Verdunkelung des Bewusstseins und Unwissenheit. geistige Trägheit, Dunkelheit
- tāmasa
- Tāmasa bezeichnet einen von der Qualität tamas geprägten, trägen und dumpfen Geisteszustand bzw. Charaktertyp, neben sāttvika und rājasa einer der drei mentalen Konstitutionstypen. von träger (tamas-geprägter) Wesensart
- tandrā
- Ein Zustand krankhafter Benommenheit und übermäßiger Schläfrigkeit, häufig Vorzeichen schwererer Erkrankungen. Benommenheit, Schläfrigkeit
- tantra
- Bezeichnet sowohl ein systematisches Lehrgebäude als auch ein grundlegendes Fachwerk der Medizin (z. B. das 'Caraka-Tantra'); im weiteren Sinn auch 'Wissenschaft' oder 'Methode'. Lehrsystem, Fachtraktat
- tanukapha
- Bezeichnet ein verdünntes, wässriges Kapha bzw. entsprechenden Schleimausfluss. dünnflüssiger Schleim
- tarakṣu
- Die Hyäne, in den Kapiteln über Fleischsorten und Tierarten der Diätetik erwähnt. Hyäne
- tarpaṇa
- Eine nährende, sättigende Therapieform (z. B. Augen-tarpaṇa mit Ghee), die Gewebe und Sinnesorgane stärkt. nährende Sättigungstherapie
- taruṇa
- Taruṇa bezeichnet das akute, frische Anfangsstadium einer Krankheit, etwa eines Fiebers, im Gegensatz zum chronischen Verlauf. akutes, frisches Stadium
- tejas
- Eines der fünf Elemente (Mahābhūta) bzw. das im Körper wirksame Feuerprinzip, das Stoffwechsel, Verdauung und Transformation trägt; eng verwandt mit dem Konzept des Agni. Feuer-Prinzip
- tīkṣṇa
- Tīkṣṇa, „scharf/durchdringend“, ist eine der Grundqualitäten (Guṇa), die stark wirkende, penetrierende Substanzen oder Therapiemaßnahmen beschreibt. scharf, durchdringend
- tikta
- Der bittere Geschmack (rasa), eine der sechs Grundgeschmacksrichtungen, typischerweise kühlend und Pitta/Kapha reduzierend. bitter (Geschmack)
- tiktaka
- Tiktaka bezeichnet eine Gruppe bitter schmeckender Heilkräuter bzw. eine nach ihnen benannte Zubereitung (etwa das medizinische Ghee Tiktaka-ghṛta). Gruppe bitterer Kräuter
- tila
- Der Sesam, dessen Samen und Öl in Diätetik und Pharmazie vielfältig verwendet werden. Sesam (Sesamum indicum)
- tilacūrṇa
- Tilacūrṇa bezeichnet gemahlenes Sesammehl (aus Sesamum indicum), das äußerlich und innerlich in verschiedenen Rezepturen verwendet wird. Sesammehl
- timira
- Timira ist eine in der klassischen Augenheilkunde (Suśruta) in mehreren Stadien beschriebene, fortschreitende Sehstörung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann; die Quellglosse „Nachtblindheit“ vereinfacht dieses breitere Krankheitsbild. fortschreitende Augenkrankheit
- tisraiṣaṇā
- Die drei fundamentalen Lebenswünsche nach Caraka: das Verlangen nach Leben (prāṇaiṣaṇā), nach Wohlstand (dhanaiṣaṇā) und nach dem Jenseits (paralokaiṣaṇā); ihnen ist ein eigenes Kapitel gewidmet. die drei Verlangen
- tittiri
- Das Fleisch des Rebhuhns, das in der ayurvedischen Diätetik unter den empfohlenen leichten, kräftigenden Fleischsorten aufgeführt wird. Rebhuhn
- toda
- Toda bezeichnet eine stechend-bohrende Schmerzqualität, die in der Symptomatik meist einer Vāta-Störung zugeordnet wird. stechender Schmerz
- trapuṣa
- Trapuṣa bezeichnet die Gurke, deren Samen und Fruchtfleisch unter anderem als kühlende, harntreibende Mittel verwendet werden. Gurke (Cucumis sativus L.)
- tridoṣa
- Tridoṣa bezeichnet das gleichzeitige Zusammenwirken der drei Doṣas Vāta, Pitta und Kapha, deren Gleichgewicht dem gesamten ayurvedischen Modell von Physiologie und Krankheit zugrunde liegt. Im Quelldatensatz war die deutsche Glosse zu einem Fragment („as“) verstümmelt. die drei Doṣas
- tridoṣaja
- Bezeichnung für eine Störung oder Krankheit, die durch die gleichzeitige Verstörung aller drei Doṣas (Vāta, Pitta, Kapha) entsteht und daher meist schwer zu behandeln ist. durch alle drei Doṣas verursacht
- trika
- Trika bezeichnet die untere Rückenregion um das Kreuzbein und die angrenzenden Hüftgelenke, ein häufiger Sitz von Vāta-bedingten Beschwerden. Kreuzbeinregion
- triphalā
- Triphalā ist die klassische Kombination dreier Myrobalanenfrüchte (Terminalia chebula, Terminalia bellirica, Phyllanthus emblica) und eine der wichtigsten Verjüngungs- und milden Abführformeln des Ayurveda. Dreifruchtmischung, Myrobalanen
- trisneha
- Trisneha bezeichnet eine Gruppe von drei fetten bzw. öligen Heilsubstanzen, etwa Ghee, Öl und tierisches Fett, die in Rezepturen zur Ölung (sneha) eingesetzt werden. die drei öligen Substanzen
- trivṛt
- Trivṛt ist die Purgierwinde, deren Wurzelrinde als mildes, weit verbreitetes pflanzliches Abführmittel dient. Purgierwinde (Operculina turpethum (L.) Silva Manso)
- tṛṇapañcamūla
- Tṛṇapañcamūla bezeichnet eine klassische Gruppe (Gaṇa) von fünf Wurzeln verschiedener Gräser bzw. grasartiger Pflanzen, die gemeinsam in Rezepturen verwendet werden. die fünf Graswurzeln
- tṛṣā
- Tṛṣā bezeichnet sowohl den physiologischen Durst als auch, als eigenständiges Krankheitsbild (tṛṣṇā-roga), übermäßigen, krankhaften Durst. Durst, krankhafter Durst
- tṛṣṇā
- Tṛṣṇā bezeichnet ein pathologisch gesteigertes Durstgefühl, das als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben wird. krankhafter Durst
- tṛtīyaka
- Ein Fiebertyp, der jeden dritten Tag wiederkehrt, vergleichbar mit der Tertiana bei Malaria. Tertianfieber
- tryūṣaṇa
- Synonym für trikaṭu, die klassische Kombination aus Ingwer, langem Pfeffer und schwarzem Pfeffer, die als verdauungsförderndes und Kapha-reduzierendes Grundrezept dient. Dreier-Schärfe-Kombination
- tugākṣīrī
- Tugākṣīrī, auch Bambusmanna oder Tabaschir genannt, ist ein weißliches, kieselsäurehaltiges Konkrement aus den Knoten der Bambuspflanze, das als kühlendes und herzstärkendes Mittel verwendet wird. Bambusmanna (Tabaschir)
- tuṣodaka
- Tuṣodaka bezeichnet eine durch Fermentation von Getreidespelzen (Hülsen) in Wasser gewonnene saure Flüssigkeit, die als Verdauungsmittel verwendet wird. Spelzenwasser (Fermentgetränk)
- tuttha
- Tuttha ist ein blaues, kupferhaltiges Mineral (Kupfersulfat/Kupfervitriol), das in der Rasashastra (Mineralpharmakologie) u.a. für Augenmittel und zur äußerlichen Anwendung bei Hautkrankheiten verarbeitet wird. Kupfersulfat (Kupfervitriol)
- tvac
- Die Haut als Organ bzw. äußerste Gewebeschicht; in der Materia medica bezeichnet tvac auch die Rinde bestimmter Bäume (z. B. Zimt). Haut
- tvagdoṣa
- Ein Sammelbegriff für Hautfehler bzw. -erkrankungen, verursacht durch gestörte Doṣas im Hautgewebe. Hautfehler
- tvak
- Tvak (wörtlich 'Rinde/Haut') bezeichnet in der Materia medica die Rinde des Zimtbaums; die genaue Artzuordnung schwankt in der Literatur zwischen echtem Zimt und verwandten Cinnamomum-Arten. Zimtrinde (Cinnamomum verum)
- tvaṅmāṃsa
- Tvaṅmāṃsa bezeichnet zusammenfassend die Gewebeschichten von Haut (Tvac) und Muskelfleisch (Māṃsa). Haut und Muskelfleisch
- udaka
- Ein weiterer Ausdruck für Wasser, synonym mit āpaḥ und ambu. Wasser
- udakodara
- Udakodara bezeichnet die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites), eine der klassischen Formen der udara-Erkrankungen. Bauchwassersucht (Aszites)
- udara
- Sammelbegriff für eine Gruppe schwerer Bauch- bzw. Unterleibserkrankungen mit Auftreibung des Abdomens, darunter aszitesartige Zustände; wird nach Doṣa-Beteiligung in mehrere Unterarten gegliedert. Bauch(wasser)sucht, Abdominalerkrankung
- udāvarta
- Krankhafte Umkehr der natürlichen Abwärtsbewegung von Vāta, klassischerweise durch Unterdrückung natürlicher Körperdränge (Vega) verursacht; äußert sich u. a. in Blähungen und Schmerzen. Aufwärtsbewegung des Windes
- uddhūpana
- Uddhūpana bezeichnet die therapeutische Räucherung von Körperteilen oder Räumen mit brennenden Heilsubstanzen, u.a. zur Desinfektion und Schmerzlinderung. Räucherung
- udgāra
- Das Aufstoßen (Rülpsen), ein physiologischer bzw. bei Störung pathologischer Vorgang im Verdauungstrakt. Aufstoßen
- udumbara
- Ein in Ayurveda-Texten häufig genannter Feigenbaum, dessen Rinde und Früchte adstringierend wirken und u. a. bei Hautkrankheiten und Blutungen verwendet werden. Feigenbaum (Ficus racemosa)
- udvartana
- Udvartana ist eine therapeutische Trockenmassage mit Kräuterpulver, die gegen die Haarwuchsrichtung ausgeführt wird, um Kapha und Fettgewebe zu reduzieren und die Haut zu straffen. Pulver-Trockenmassage
- ullekhana
- Ullekhana ("Auskratzen") ist eine milde Form des Brechmittelverfahrens (Vamana), die oberflächlich angesammeltes Kapha aus dem oberen Verdauungstrakt entfernen soll. Ausschabungstherapie
- umā
- Umā ist ein klassisches Synonym für den Flachs bzw. Lein, dessen Samen (Leinsamen) und Fasern medizinisch und textil genutzt wurden. Flachs, Lein (Linum usitatissimum L.)
- unmāda
- Sammelbegriff für psychische Störungen mit Verwirrung, abnormem Verhalten und gestörtem Denken; Ursachen werden sowohl somatisch (Doṣa-Störung) als auch dämonisch (bhūta) gedeutet. Wahnsinn, Geisteskrankheit
- upacaya
- Upacaya bezeichnet die Zunahme bzw. Vermehrung von Körpergewebe oder Körpermasse und wird sowohl physiologisch als auch pathologisch (z. B. bei Schwellungen) verwendet. Zunahme, Gewebezuwachs
- upadhā
- Klassischer Begriff für Vorwand, Verstellung oder eine Loyalitätsprüfung, etwa zur Prüfung eines Gehilfen oder Beamten; die genaue Bedeutung ist kontextabhängig und nicht einheitlich. Verstellung, Vertrauensprobe
- upadhāna
- Upadhāna bezeichnet eine stützende Unterlage oder Polsterung, die bei der Wundversorgung bzw. beim Anlegen eines Verbandes unter oder auf die Wunde gelegt wird. Wundauflage, Polster
- upadrava
- Eine sekundäre Komplikation oder Begleiterscheinung, die im Verlauf einer Grunderkrankung auftritt. Begleit-/Folgekomplikation
- upajihvā
- Upajihvā (wörtlich "Unter-Zunge") bezeichnet das Gaumenzäpfchen (Uvula) bzw. allgemein Weichteilgebilde im Rachenraum, deren Erkrankungen in der Kopfheilkunde (śālākya) behandelt werden. Gaumenzäpfchen
- upakrama
- Upakrama bezeichnet allgemein eine therapeutische Maßnahme bzw. Strategie, etwa die sechs klassischen Behandlungsansätze, mit denen ein Arzt einer Krankheit begegnet. Behandlungsmaßnahme
- upanāha
- Eine erwärmte, oft über Nacht belassene Kräuterauflage bzw. -umschlag, vor allem bei Gelenk- und Vāta-Beschwerden; verwandt mit pradeha. warme Kräuterauflage
- upanāhana
- Upanāha(na) bezeichnet einen warmen, feuchten Kräuterumschlag bzw. eine Breiauflage, die zur lokalen Schmerz- und Schwellungsbehandlung sowie als Form der Wärmetherapie (sveda) verwendet wird. warmer Kräuterumschlag
- upaśamana
- Palliative Beruhigung der Doṣas ohne körperliche Ausleitung, weitgehend synonym mit praśamana bzw. śamana-Therapie. beruhigende (palliative) Therapie
- upasarga
- Ein zusätzliches, eine Grunderkrankung begleitendes Symptom oder eine Komplikation. Begleitsymptom, Komplikation
- upaśaya
- Upaśaya bezeichnet eine diagnostische Methode, bei der aus der Verträglichkeit bzw. Linderung durch bestimmte Speisen, Verhaltensweisen oder Heilmittel (Upaśaya) bzw. deren Verschlechterung (Anupaśaya) auf die zugrundeliegende Krankheitsursache geschlossen wird. diagnostischer Therapieversuch
- upastambha
- Upastambha bezeichnet die drei 'Stützen' des Körpers – Nahrung, Schlaf und maßvoller Geschlechtsverkehr –, die neben den drei Doṣas das Leben erhalten (trayopastambha). Stützpfeiler (des Körpers)
- upavāsa
- Upavāsa bezeichnet das therapeutische Fasten, eine reduzierende Behandlungsmaßnahme zur Beseitigung von überschüssigem Doṣa und zur Anregung der Verdauungskraft. Fasten
- upekṣā
- Innere Gelassenheit gegenüber unangenehmen oder schädlichen Personen und Umständen; eine der vier von Caraka gelehrten Tugendhaltungen. Gleichmut
- uras
- Uras bezeichnet die Brust bzw. den Brustkorb als anatomische Region, Sitz von Herz und Lunge und häufiger Bezugspunkt für Krankheitsbezeichnungen, z.B. Urahkṣata (Brustverletzung). Brust, Thorax
- ūrdhvabhāga
- Ūrdhvabhāga bezeichnet die "obere Richtung" der Ausleitung von Doṣas, also deren Bewegung nach oben, wie sie beim therapeutischen Erbrechen (vamana) genutzt wird, im Gegensatz zur unteren Ausleitung (adhobhāga) durch Abführen. obere Richtung, Erbrechen-Richtung
- ūrdhvajatru
- Ūrdhvajatru ("oberhalb des Schlüsselbeins") bezeichnet die Kopf-Hals-Region des Körpers und dient in Suśrutas Nosologie als eigene diagnostische Kategorie für dort lokalisierte Erkrankungen, z.B. der Sinnesorgane. Kopf-Hals-Region (oberhalb des Schlüsselbeins)
- ūrja
- Ūrjā bezeichnet die aus guter Verdauung hervorgehende Vital- und Nährkraft des Körpers, die Stärke, Immunität und Wohlbefinden trägt. Vitalkraft, Nährkraft
- ūru
- Ūru ist die anatomische Bezeichnung für den Oberschenkel; Erkrankungen dieser Region werden unter anderem als ūrustambha (Oberschenkelsteifheit) beschrieben. Oberschenkel
- ūrugraha
- Eine Vāta-bedingte Erkrankung mit Steifheit, Krampf oder Bewegungseinschränkung des Oberschenkels, verursacht durch gestörten Windhumor (vāta) in der betroffenen Region. Oberschenkelsteifheit, -krampf
- ūrustambha
- Eine Steifheits- und Schwereerkrankung der Oberschenkel, meist durch eine Kapha-Vāta-Störung mit Blockade der Gliedmaßen verursacht. Oberschenkelsteifheit
- ūṣara
- Salzhaltiger, alkalischer Boden, aus dessen Ausblühungen bestimmte Salze gewonnen werden. salzhaltiger Boden
- uśīra
- Uśīra ist das Vetivergras, dessen aromatische Wurzeln wegen ihrer kühlenden Wirkung bei Fieber und Hautleiden verwendet werden. Im Quelldatensatz erschien der Begriff stark verstümmelt als „vetiver“/„ra“; der korrekte Sanskrit-Terminus wurde rekonstruiert. Vetiver (Chrysopogon zizanioides)
- ūṣman
- Ūṣman bezeichnet die durch das Verdauungsfeuer (Agni) erzeugte Körperwärme bzw. Stoffwechselhitze, die für Verdauung und Stoffumwandlung notwendig ist. Verdauungshitze
- uṣṇa
- Eine der beiden grundlegenden Wirkpotenzen (Vīrya) neben śīta (kühlend); beschreibt die erwärmende Wirkung einer Substanz auf den Körper. heiß (Eigenschaft/Wirkpotenz)
- utkārikā
- Utkārikā ist eine weiche, kuchen- oder puddingartige Speise, meist aus Mehl mit Ghee oder Milch gekocht, die auch als diätetisch-medizinische Zubereitung dient. Kuchen, Grießbrei
- utkleda
- Utkleda bezeichnet eine Stufe im Krankheitsprozess, bei der sich in einem Gewebe krankhafte Feuchtigkeit bzw. schleimige Substanz (kleda) ansammelt. Durchfeuchtung, Verklebung
- utkleśa
- Utkleśa bezeichnet die Aufwallung bzw. Provokation eines gestörten Doṣa (oft Kapha), die sich u.a. als Übelkeit äußert und einen Schritt vor der vollen Krankheitsmanifestation darstellt. Übelkeit, Provokation der Doṣas
- utpala
- Die blaue Seerose (Blaulotus), deren kühlende Blüten u. a. bei Fieber und Hautleiden verwendet werden; nicht zu verwechseln mit dem „echten“ Lotus (padma, Nelumbo nucifera). blaue Seerose (Nymphaea nouchali)
- utsādana
- Eine Form der Einreibung mit pastenartigen Substanzen, die u. a. zur Reinigung, Straffung oder kosmetischen Behandlung der Haut dient. abrasive Einreibung
- utsāha
- Tatkraft bzw. Willensstärke, eine psychische Eigenschaft, die u. a. mit Widerstandskraft und Genesung in Verbindung gebracht wird. Tatkraft, Energie
- utsedha
- Eine Erhebung bzw. Prominenz, etwa eines Körperteils oder einer Hautveränderung, deskriptiver Begriff in Anatomie und Diagnostik. Erhebung, Prominenz
- uttarabasti
- Uttarabasti bezeichnet ein medizinisches Klistier, das über die Harnröhre oder Vagina verabreicht wird, im Unterschied zum rektalen basti. urethrales/vaginales Heilklistier
- uttarāyaṇa
- Das halbe Sonnenjahr, in dem die Sonne aus indischer Sicht nordwärts wandert (etwa Winter- bis Sommersonnenwende); Grundbegriff der ayurvedischen Jahreszeiten- und Regimenlehre (ṛtucaryā). Nordwendung der Sonne
- vacā
- Vacā ist der Kalmus, eine aromatische Sumpfpflanze, deren Wurzelstock in der Ayurveda-Medizin als Nerven- und Verdauungsmittel sowie zur Förderung von Sprache und Gedächtnis eingesetzt wird. Kalmus (Acorus calamus)
- vāggraha
- Vāggraha ("Ergriffenwerden der Sprache") bezeichnet den Verlust des Sprechvermögens, eine schwere neurologische Störung, die zu den vāta-bedingten Erkrankungen gezählt wird. Sprachverlust
- vaidūrya
- Ein Edelstein (Chrysoberyll/Katzenauge), der in der Edelsteintherapie sowie als Schmuckstein Verwendung findet. Katzenauge (Chrysoberyll)
- vaidya
- Vaidya ist die klassische Bezeichnung für den ayurvedischen Arzt bzw. Heilkundigen. Arzt
- vaikalya
- Vaikalya bezeichnet eine Fehlbildung, Beeinträchtigung oder den Funktionsverlust eines Organs bzw. Körperteils. Beeinträchtigung, Funktionsstörung
- vaikārika
- Vaikārika bezeichnet einen durch Veränderung bzw. Störung (vikāra) hervorgerufenen, krankhaften Zustand. krankhaft verändert
- vaikṛta
- Vom natürlichen Zustand abweichend, pathologisch verändert; verwandt mit vikṛta. pathologisch verändert
- vairasya
- Verlust oder Verfälschung des Geschmacksempfindens, häufig als Krankheitszeichen genannt. Geschmacksverlust
- vairodhika
- Bezeichnet gegensätzliche, sich widersprechende Nahrungsmittelkombinationen (viruddha āhāra), deren gemeinsamer Verzehr als gesundheitsschädlich gilt. unverträglich (Nahrungskombination)
- vaiśadya
- Vaiśadya bezeichnet die Eigenschaft der Klarheit bzw. Nicht-Schleimigkeit (das Gegenteil von picchila/Klebrigkeit); die in den Quelldaten mitgeführte Glosse 'Klebrigkeit' beruht offensichtlich auf einem Übertragungsfehler. Klarheit, Nicht-Klebrigkeit
- vaiṣamya
- Vaiṣamya bezeichnet das Ungleichgewicht der Doṣas oder Körperfunktionen, die Grundursache jeder Krankheit in der Ayurveda-Lehre. Ungleichgewicht
- vaisvarya
- Vaisvarya bezeichnet eine Störung bzw. Veränderung der Stimme, insbesondere Heiserkeit. Heiserkeit
- vaivarṇya
- Vaivarṇya bezeichnet eine abnorme Verfärbung der Haut, ein bei zahlreichen Krankheiten genanntes Symptom. Hautverfärbung
- vājīkaraṇa
- Vājīkaraṇa ("Hengstmachung") ist eines der acht klassischen Fachgebiete der Ayurveda-Medizin und befasst sich mit Mitteln zur Steigerung von Fruchtbarkeit, Potenz und sexueller Vitalität. Aphrodisiaka-Lehre
- vājīkaraṇayoga
- Vājīkaraṇayoga bezeichnet eine Heilmittelrezeptur aus dem Teilgebiet vājīkaraṇa (Potenz- und Fruchtbarkeitsmedizin), die der Steigerung der männlichen Zeugungskraft dient; eng verwandt mit vṛṣyayoga. aphrodisische Rezeptur
- vali
- Vali bezeichnet Hautfalten bzw. Runzeln, die insbesondere als Zeichen des körperlichen Alterns beschrieben werden. Hautfalten, Runzeln
- vamana
- Das therapeutisch herbeigeführte Erbrechen, eine der fünf Reinigungsmaßnahmen (Pañcakarma), die vor allem überschüssige Kapha-Dosha ausleitet. Erbrechenstherapie
- vaṃśalocana
- Vaṃśalocana ('Bambustränen') ist eine kieselsäurehaltige Ausscheidung im Innern von Bambusrohren, die als kühlendes, stärkendes Mineralpräparat verwendet wird; sie stammt aus Bambusarten der Gattung Bambusa. Bambusmanna
- vaṃśatvac
- Vaṃśatvac bezeichnet die Rinde bzw. Halmhaut des Bambus, die unter anderem äußerlich zur Wundbehandlung verwendet wird. Bambusrinde (Bambusa bambos (L.) Voss)
- vandhyā
- Klassifikationsbegriff der Gynäkologie für eine Frau, die nicht empfangen kann. unfruchtbare Frau
- vaṅkṣaṇa
- Vaṅkṣaṇa bezeichnet die Leistenregion des Körpers, die u. a. bei Lymphknotenschwellungen (Leistendrüsen) als Lokalisation genannt wird. Leistengegend
- varāha
- Das Wildschwein, in Carakas Fleisch-Klassifikation als Vertreter der grabenden bzw. wühlenden Tiere genannt. Wildschwein
- varcas
- Ein weiterer Ausdruck für den Stuhl bzw. Kot, synonym zu śakṛt. Stuhl
- varṇa
- Die Farbe bzw. der Teint der Haut, ein diagnostisch relevantes Merkmal (u. a. bei Gelbsucht oder Blutstörungen). Hautfarbe, Teint
- varṇya
- Varṇya bezeichnet eine in Carakas Liste der Wirkstoffklassen (Mahākaṣāya) genannte Gruppe von Substanzen, die den Teint verbessern bzw. die Hautfarbe positiv beeinflussen sollen. hautfarbfördernd
- varṣā
- Varṣā ist die Regenzeit, eine der sechs klassischen Jahreszeiten (ṛtu), für die eigene diätetische Regeln gelten. Regenzeit
- vārtāka
- Vārtāka ist die Aubergine bzw. Eierfrucht, die in den diätetischen Kapiteln als Gemüse behandelt wird. Aubergine (Solanum melongena)
- vartaka
- Die Wachtel, ein in diätetischen Kapiteln genanntes Wildgeflügel, dessen Fleisch bestimmten Konstitutionen zugeschrieben wird. Wachtel
- varti
- Eine stiftförmige feste Arzneiform, etwa als Augenmedikament (Kajal-Stift) oder als Zäpfchen verwendet. medizinisches Stäbchen/Zäpfchen
- vartī
- Vartī ist eine stäbchen- oder stiftförmige Arzneizubereitung, etwa für Augenanwendungen, hergestellt durch Rollen und Trocknen einer Arzneipaste. Medizinstäbchen
- vāruṇī
- Vāruṇī ist eine klassische Sorte alkoholischen Getränks (Wein/Branntwein), benannt nach dem Gott Varuṇa, deren Eigenschaften in den Kapiteln über Rauschmittel behandelt werden. alkoholisches Getränk
- vasā
- Tierisches Fett bzw. Knochenmarkfett, das in der Materia medica u. a. äußerlich bei Vāta-Störungen verwendet wird. tierisches Fett
- vasanta
- Die Frühlingsjahreszeit im ayurvedischen Sechs-Jahreszeiten-Kalender, in der angestautes Kapha flüssig wird und zu Erkrankungen neigt, weshalb besondere Reinigungs- und Diätregeln gelten. Frühling
- vāstuvidyā
- Die traditionelle Lehre von Bauwesen und Architektur, auf die Caraka bei Regeln zur Errichtung von Wohn- und Krankenhäusern zurückgreift. Baukunde
- vaśyā
- Vaśyā bezeichnet zahme bzw. domestizierbare Tiere als eigene Kategorie innerhalb der ayurvedischen Klassifikation der Fleischsorten nach Lebensweise der Tiere. zahm, domestizierbar
- vāta
- Eines der drei Doshas, das Bewegung, Nervenfunktion und Ausscheidung steuert; synonym auch vāyu genannt. Wind-Dosha
- vātaghna
- Eigenschaft eines Heilmittels, das den Vāta-Doṣa besänftigt bzw. dessen Übermaß reduziert. Vāta-besänftigend
- vātagulma
- Vātagulma bezeichnet eine Form des Gulma, einer knotigen Geschwulst im Bauchraum, die durch ein gestörtes Vata-Dosha verursacht wird. vata-bedingter Bauchtumor
- vātahara
- Vātahara bezeichnet die pharmakologische Eigenschaft, das Vāta-Doṣa zu besänftigen bzw. auszugleichen. vāta-beruhigend
- vātakāsa
- Eine Form von Husten, die durch eine Störung des Vāta-Doṣa verursacht wird. Vāta-bedingter Husten
- vātala
- Vātala beschreibt eine Substanz oder Eigenschaft, die das Vata-Dosha vermehrt bzw. dominiert. vata-erhöhend
- vātāmaya
- Vātāmaya bezeichnet eine durch gestörten Vāta-Doṣa (das Bewegungsprinzip) verursachte Erkrankung, insbesondere aus der Gruppe der "Windkrankheiten" (vāta-vyādhi). Vāta-bedingte Krankheit
- vātānulomana
- Vātānulomana bezeichnet Maßnahmen bzw. Mittel, die den natürlichen, meist abwärtsgerichteten Fluss des Vāta-Doṣa normalisieren, etwa bei Blähungen oder Verstopfung. Vāta-Regulierung
- vātarakta
- Eine Erkrankung durch gestörtes Zusammenwirken von Vāta und Blut, die vor allem die Gelenke betrifft und mit der Gicht verglichen wird. Vāta-Blut-Störung (gichtartig)
- vātaroga
- Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch eine Störung des Vāta-Doṣa verursacht werden, weitgehend synonym mit vātavyādhi. Vāta-/Windkrankheit
- vātaśoṇita
- Eine Krankheit, bei der sich gestörtes Vāta mit dem Blut vermischt und Symptome ähnlich der Gicht (Gelenkschmerzen, Schwellungen) hervorruft; ein eigenständiges Krankheitskapitel bei Caraka. Vāta-Blut-Erkrankung (gichtartig)
- vātāsṛk
- Vātāsṛk bezeichnet eine Erkrankung durch gleichzeitige Störung von Vāta und Blut (Rakta), die in Symptomatik und Behandlung weitgehend der Gicht entspricht. Gicht (Vāta-Blut-Störung)
- vātātisāra
- Vātātisāra bezeichnet eine durch aggraviertes Vāta verursachte Form des Durchfalls (Atisāra). Vāta-bedingter Durchfall
- vātatṛṣṇā
- Vātatṛṣṇā bezeichnet eine durch gestörtes Vāta verursachte Form des krankhaften Durstes (Tṛṣṇā). Vāta-bedingter Durst
- vātavyādhi
- Sammelbegriff für die Gruppe der durch Vāta-Störung verursachten neurologisch-muskulären Erkrankungen, u. a. Lähmungen und Zittern; weitgehend synonym mit vātaroga. Vāta-Erkrankungen
- vātika
- Vātika bezeichnet alles, was vom Doṣa Vāta (Bewegungsprinzip) stammt bzw. durch dessen Störung verursacht wird, etwa einen vāta-bedingten Krankheitstyp oder eine entsprechende Konstitution. vāta-bedingt, Windtyp
- vātodara
- Eine Form der Bauchwassersucht (udara), bei der übermäßiges Vāta zu starker Blähung des Abdomens führt. windbedingte Bauchblähung
- vayas
- Vayas bezeichnet das Lebensalter bzw. die Lebensphase eines Menschen; die Ayurveda-Medizin unterscheidet üblicherweise drei Altersstufen mit jeweils unterschiedlicher Doṣa-Konstitution. Lebensalter, Lebensphase
- vayathu
- Vayathu bezeichnet eine Schwellung bzw. Ödembildung des Gewebes, ein häufig genanntes Symptom bei entzündlichen und Doṣa-bedingten Erkrankungen. Schwellung
- vāyavya
- Von der Natur des Vāyu (Wind/Luft) geprägt; Adjektiv zur Bezeichnung von Eigenschaften oder Substanzen mit windartigem Charakter. windartig, luftartig
- vāyu
- Synonym zu vāta; das für Bewegung und Nervenfunktion zuständige Dosha. Wind-Dosha
- vedanā
- Allgemeiner Begriff für Schmerzempfindung als diagnostisch bedeutsames Symptom, insbesondere in der chirurgischen Literatur (Sushruta) differenziert beschrieben. Schmerz
- vega
- Bezeichnet sowohl die natürlichen Körperdränge (z. B. Harn-, Stuhldrang), deren Unterdrückung als krankmachend gilt, als auch allgemein den akuten Anfall bzw. Schub einer Erkrankung. Drang, Anfall
- vegadhāraṇa
- Vegadhāraṇa bezeichnet das willentliche Unterdrücken natürlicher Körperbedürfnisse (z. B. Harn- oder Stuhldrang, Niesen, Hunger), was nach ayurvedischer Lehre Krankheiten verursacht. Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse
- vegasandhāraṇa
- Vegasandhāraṇa bezeichnet das willentliche Unterdrücken natürlicher Körperbedürfnisse (etwa Stuhl- oder Harndrang, Niesen, Hunger), das als bedeutende Krankheitsursache gilt. Unterdrückung natürlicher Körperdränge
- vegavidhāraṇa
- Das willentliche Zurückhalten natürlicher körperlicher Impulse, etwa Stuhlgang, Wasserlassen oder Niesen, das nach Ayurveda-Lehre zahlreiche Krankheiten verursachen kann. Unterdrückung von Körperdrängen
- vepana
- Zittern der Gliedmaßen oder des Körpers, ein typisches Vāta-Symptom. Zittern
- vepathu
- Unwillkürliches Zittern des Körpers als Krankheitssymptom. Zittern
- veśavāra
- Eine gewürzte Hackfleischzubereitung der klassischen indischen Diätetik. Hackfleischgericht
- vetasa
- Vetasa ist der Sanskrit-Name für eine an Flussufern wachsende Weidenart, deren Rinde und Blätter medizinisch, u. a. bei Pitta-Störungen, verwendet werden; der Begriff wird in manchen Quellen auch auf Rattan-Rohrpflanzen bezogen. Rohrweide (Salix tetrasperma Roxb.)
- vetrāgra
- Vetrāgra bezeichnet die jungen Triebspitzen der Rohrpalme (vetra), die als Gemüse verzehrt werden. Rohr-/Rattansprossen (Calamus rotang)
- vibaddha
- Vibaddha bezeichnet einen Zustand der Verstopfung bzw. Blockierung, meist bezogen auf erschwerten Stuhlgang. Verstopfung
- vibandha
- Vibandha bezeichnet eine behinderte bzw. erschwerte Stuhlentleerung, also Verstopfung. Verstopfung
- vibhraṃśa
- Vibhraṃśa bezeichnet das Herabsinken bzw. den Vorfall eines Organs oder Inhalts aus seiner normalen Lage, etwa den Prolaps der Gebärmutter oder eine Fehlgeburt. Vorfall, Prolaps
- vidagdha
- Vidagdha beschreibt Nahrung oder Körpersubstanzen, die statt ordnungsgemäß verdaut gleichsam „verbrannt“ bzw. fehlfermentiert wurden – eine Stufe gestörter Verdauung. verdorben, fehlverdaut
- vidāha
- Ein pathologischer Zustand von Brennen bzw. Fermentations-/Gärungsprozessen im Verdauungstrakt, häufig durch unverträgliche Nahrungskombinationen ausgelöst. Brennen, Vergärung
- vidāhī
- Eigenschaft von Speisen, die im Körper ein brennendes bzw. säurebildendes Gefühl (vidāha) verursachen. säurebildend, hitzeerzeugend
- vidāhin
- Adjektiv zu vidāha; beschreibt Substanzen, die im Körper ein Brennen bzw. Gärungsprozesse hervorrufen können. brennend-scharf wirkend
- viḍaṅga
- Viḍaṅga ist eine kletternde Strauchpflanze, deren Früchte als wichtigstes ayurvedisches Wurmmittel (Anthelminthikum) gelten. Embelia (Embelia ribes Burm.f.)
- vidradhi
- Vidradhi bezeichnet einen tief sitzenden, meist schmerzhaften Abszess, dessen Ursache und Lage nach beteiligtem Doṣa unterschieden werden. Abszess
- vikāra
- Allgemeiner Begriff für eine krankhafte Veränderung bzw. Störung des Gleichgewichts im Körper. Krankheit, Störung
- vikāśin
- Eine dem Vāta zugeschriebene Eigenschaft des Auseinanderbreitens bzw. Auflockerns, die etwa zu einer Lockerung der Gelenke führen kann. ausbreitende Eigenschaft
- vikāsin
- Eine der besonderen Arzneiwirkungen (karma), die Körperöffnungen bzw. -gelenke löst und lockert, teils mit stark schwächender Nebenwirkung. öffnend, lockernd
- vikṛta
- Der gestörte, von der Norm abgewichene (pathologische) Zustand eines Doṣa oder Gewebes, Gegenbegriff zu prakṛta/prakṛtistha. gestört, pathologisch verändert
- vikṛti
- Der von der individuellen Grundkonstitution (Prakṛti) abweichende, gestörte Zustand des Körpers infolge eines Doṣa-Ungleichgewichts. krankhafte Abweichung
- vilaṅghana
- Therapeutisches Fasten bzw. Nahrungsreduktion zur Entlastung des Verdauungsfeuers und Beseitigung von Āma. Fastentherapie
- vilepī
- Vilepī bezeichnet eine dickflüssige Reisgrütze, die im Vergleich zur dünnen peyā einen höheren Reisanteil enthält. dicker Reisschleim
- viloma
- Viloma bezeichnet einen der normalen Richtung entgegengesetzten, "gegen den Strich" verlaufenden Vorgang, etwa eine abnorme Bewegungsrichtung der Doṣas oder eines Körpervorgangs. Gegenrichtung, umgekehrter Verlauf
- vimāna
- Vimāna bzw. „Vimānasthāna“ ist einer der acht traditionellen Abschnitte der Caraka-Saṃhitā, der u. a. Diagnostik, Seuchenlehre und ärztliche Ausbildung behandelt; wörtlich „Bestimmung, Maß“. Vimānasthāna (Textabschnitt)
- vipāka
- Der Geschmack bzw. Effekt, der nach vollständiger Verdauung einer Substanz zurückbleibt; einer der zentralen pharmakologischen Wirkfaktoren neben Rasa, Vīrya und Prabhāva. Verdauungswirkung (Post-Digestions-Geschmack)
- virecana
- Die therapeutisch herbeigeführte Purgation, eine der fünf Reinigungsmaßnahmen (Pañcakarma), die vor allem überschüssige Pitta-Dosha ausleitet. Abführtherapie
- vireka
- Therapeutisch herbeigeführtes Abführen über den Darm zur Ausleitung überschüssigen Pitta; eines der fünf klassischen Pañcakarma-Verfahren. Purgationstherapie
- viruddha
- Bezeichnet Substanzen oder Nahrungskombinationen, die einander in Eigenschaft oder Wirkung widersprechen und dadurch gesundheitsschädlich wirken (viruddha āhāra); ein wichtiges diätetisches Konzept. unverträglich (Nahrungskombination)
- virūkṣaṇa
- Virūkṣaṇa bezeichnet eine trocknende, rauhende Behandlung – das Gegenteil der Ölungstherapie (snehana) –, die u. a. zur Vorbereitung bestimmter Ausleitungsverfahren eingesetzt wird. Austrocknungstherapie
- vīrya
- Eine der vier Hauptkategorien der Arzneiwirkung (neben Geschmack, Nachwirkung und besonderer Kraft) – die grundlegende erhitzende oder kühlende Wirkpotenz einer Substanz. Wirkkraft, Potenz
- viṣa
- Grundbegriff der Toxikologie (Agada- bzw. Viṣacikitsā); umfasst pflanzliche, tierische und mineralische Gifte sowie deren Symptomatik und Gegenmittel. Gift
- viśada
- Viśada, „klar/nicht-schleimig“, ist eine der Grundqualitäten (Guṇa), die trocknende, nicht-viskose Substanzen beschreibt – das Gegenteil von picchila (schleimig). klar, nicht schleimig
- viṣama
- Viṣama, „unregelmäßig“, beschreibt etwa ein unregelmäßig arbeitendes Verdauungsfeuer (Viṣamāgni), einen der vier klassischen Agni-Typen. unregelmäßig
- viṣamāgni
- Viṣamāgni bezeichnet eine der vier Grundformen des Verdauungsfeuers (agni), bei der die Verdauungsleistung unregelmäßig schwankt und vor allem durch gestörtes Vata verursacht wird. unregelmäßiges Verdauungsfeuer
- viṣamajvara
- Viṣamajvara ("unregelmäßiges Fieber") bezeichnet Fiebertypen mit periodischem oder unregelmäßigem Verlauf, wie sie u.a. bei Malaria-artigen Erkrankungen auftreten. unregelmäßiges (intermittierendes) Fieber
- viṣamāśana
- Essen zu unpassenden bzw. unregelmäßigen Zeiten oder in falscher Menge; gilt als eine der Ursachen von Verdauungsstörungen. unregelmäßiges Essen
- visarga
- In der Jahreszeitenlehre (ṛtucaryā) die zweite Jahreshälfte (dakṣiṇāyana), in der Mond und Regen den Menschen kräftigen; Gegenstück zur ādāna-Phase. Freisetzungsphase (Jahreszeitenzyklus)
- visarpa
- Visarpa ("sich Ausbreitendes") bezeichnet eine Gruppe akuter, sich rasch über die Haut ausbreitender entzündlicher Hauterkrankungen, die dem heutigen Erysipel (Wundrose) ähneln. Hautrötung, Wundrose (Erysipel)
- viṣaya
- Viṣaya bezeichnet die Objekte der Sinne (Ton, Form, Geruch usw.), deren angemessener oder unangemessener Kontakt mit den Sinnesorganen Gesundheit oder Krankheit mitbestimmt. Sinnesobjekt
- viśeṣa
- Eine der Grundkategorien (padārtha) der Vaiśeṣika-Philosophie, die Caraka in seine Erkenntnistheorie übernimmt; sie bezeichnet das Merkmal, durch das sich letzte, gleichartige Substanzen voneinander unterscheiden. Partikularität (philosophische Kategorie)
- viṣkira
- Viṣkira bezeichnet in der altindischen Diätetik eine Gruppe scharrender Vögel (etwa Rebhühner, Wachteln), deren Fleisch als leichter verdaulich gilt. Der Begriff gehört zu Carakas Klassifikation der Fleischsorten nach Lebensweise der Tiere. Scharrvögel (Fleischklassifikation)
- viśodhana
- Viśodhana bezeichnet die ausleitende Reinigungstherapie (Śodhana), die überschüssige oder verdorbene Doṣas aktiv aus dem Körper entfernt, etwa durch Emesis, Abführen, Klistiere oder Aderlass. Reinigung, ausleitende Therapie
- visrāvya
- Visrāvya bezeichnet das gezielte Ablassen von Körperflüssigkeiten wie Blut oder Eiter, etwa im Rahmen chirurgischer Eingriffe. abzulassen(d)
- visūcikā
- Eine akute, schwere Erkrankung mit gleichzeitigem Erbrechen und Durchfall, vergleichbar mit einer choleraartigen Gastroenteritis. akute Cholera-artige Erkrankung
- viśvabheṣaja
- Viśvabheṣaja ("Allheilmittel") ist ein Beiname für getrockneten Ingwer (śuṇṭhī), der wegen seiner breiten Wirksamkeit bei Verdauungs- und anderen Beschwerden geschätzt wird. getrockneter Ingwer (Zingiber officinale Roscoe)
- viṣyanda
- Ein Krankheitsstadium, in dem sich angesammeltes, verschlimmertes Kapha verflüssigt bzw. die Gewebe durchfeuchtet, bevor die Krankheit voll ausbricht. Durchfeuchtung, Verflüssigung
- vivarṇa
- Beschreibt eine krankhafte Verfärbung bzw. den Verlust der natürlichen Hautfarbe. verfärbt, entfärbt
- vraṇa
- Vraṇa bezeichnet eine Wunde oder ein Geschwür und ist zentraler Gegenstand der klassischen Wundchirurgie (Śalya-tantra). Wunde, Geschwür
- vraṇaropaṇa
- Vraṇaropaṇa bezeichnet die pharmakologische Eigenschaft, das Verheilen von Wunden zu fördern. wundheilend
- vraṇasrāva
- Vraṇasrāva bezeichnet das Sekret bzw. den Ausfluss aus einer Wunde, dessen Beschaffenheit (Farbe, Geruch, Menge) diagnostisch zur Beurteilung des Heilungsverlaufs herangezogen wird. Wundausfluss, Wundsekret
- vṛddhi
- Vṛddhi bezeichnet allgemein die Zunahme bzw. Vermehrung, etwa eines Doṣa; in der Chirurgie Suśrutas bezeichnet derselbe Begriff zugleich eine eigene Krankheitsgruppe krankhafter Skrotal- bzw. Bruchschwellungen. Zunahme, Vermehrung
- vṛkṣāmla
- Vṛkṣāmla ('Baumsäure') ist ein klassischer Sanskrit-Name für die Tamarinde, deren saures Fruchtfleisch in Diätetik und Arzneizubereitungen verwendet wird. Tamarinde (Tamarindus indica)
- vṛṣadaṃśa
- Vṛṣadaṃśa bezeichnet die Wanze, ein Insekt, dessen Biss in den Texten im Zusammenhang mit Hautreaktionen erwähnt wird. Wanze
- vṛṣaṇa
- Anatomische Bezeichnung des Hodens. Hoden
- vṛścika
- Der Skorpion, dessen Stich in den toxikologischen Kapiteln (Viṣa-Lehre) der Saṃhitās ausführlich behandelt wird. Skorpion
- vṛṣya
- Bezeichnung für Substanzen mit aphrodisierender, die Zeugungskraft fördernder Wirkung; Gegenstand der Vājīkaraṇa-Lehre. aphrodisierend
- vṛṣyayoga
- Vṛṣyayoga bezeichnet ein Heilmittel bzw. eine Rezeptur mit potenzsteigernder (aphrodisierender) Wirkung; eng verwandt mit dem Begriff vājīkaraṇayoga. potenzsteigernde Rezeptur
- vyadhana
- Vyadhana bezeichnet das chirurgische Punktieren bzw. Anstechen, etwa zur Eröffnung eines Abszesses, eine der acht klassischen chirurgischen Grundtechniken. Punktieren, Stechen
- vyādhi
- Vyādhi ist der allgemeine Fachbegriff für Krankheit als Störung des körperlichen Gleichgewichts. Krankheit (allgemein)
- vyāghra
- Der Tiger; wie der Löwe der Gruppe der gewaltsam Beute reißenden Raubtiere zugeordnet. Tiger
- vyaṅga
- Dunkle Flecken bzw. Pigmentstörungen im Gesicht, meist auf eine Pitta-Störung des Hautgewebes zurückgeführt. Gesichtsflecken, Melasma
- vyañjana
- Vyañjana bezeichnet in diätetischen Kontexten eine Beilage oder Würzzutat zur Hauptspeise. Beilage, Würzzutat
- vyāpad
- Vyāpad bezeichnet eine im Krankheitsverlauf oder bei einem medizinischen Eingriff auftretende Komplikation, etwa die klassischen Geburtskomplikationen. Komplikation
- vyāsa
- Vyāsa bezeichnet die ausführliche, detaillierte Darstellung eines Themas, im Gegensatz zur knappen Zusammenfassung (samāsa). ausführliche Darstellung
- vyavāya
- Vyavāya bezeichnet den Geschlechtsverkehr, dessen maßvolle Ausübung in Diätetik und Lebensführung als eine der drei 'Stützen' des Körpers thematisiert wird. Geschlechtsverkehr
- vyavāyi
- Vyavāyi ist eine pharmakologische Eigenschaft (guṇa), die Substanzen beschreibt, die sich vor ihrer eigentlichen Verdauung bereits im ganzen Körper ausbreiten, etwa bestimmte Gifte oder Rauschmittel. sich zuerst im ganzen Körper verteilend
- vyavāyin
- Vyavāyin bezeichnet eine pharmakologische Eigenschaft von Substanzen, z.B. Alkohol oder bestimmten Giften, sich vor der eigentlichen Verdauung bereits im ganzen Körper zu verteilen und zu wirken. Wirkstoffeigenschaft: den ganzen Körper durchdringend
- vyāyāma
- Regelmäßige körperliche Betätigung, als Bestandteil der täglichen Gesundheitspflege (dinacaryā) empfohlen, jedoch in Maßen. körperliche Anstrengung, Bewegung
- vyoṣa
- Die Kombination der drei scharfen Substanzen Ingwer, langer Pfeffer und schwarzer Pfeffer (auch trikaṭu genannt), ein Standardbestandteil vieler Rezepturen. Dreiergewürz (Trikaṭu)
- yakṛt
- Anatomische Bezeichnung der Leber. Leber
- yakṣma
- Yakṣma (auch yakṣman) bezeichnet eine schwere Auszehrungskrankheit mit Gewichtsverlust und Husten, die der Lungentuberkulose entspricht; ihre schwerste Form heißt Rājayakṣma ("Königskrankheit"). Schwindsucht (Auszehrung)
- yamaka
- Yamaka bezeichnet ein Zubereitungsverfahren, bei dem zwei gleichartige ölige oder butterartige Heilmittel gemeinsam bzw. parallel verkocht werden. Doppelpfannen-Verfahren
- yāpana
- Eine milde, nährende Form des medizinischen Klistiers (basti), die den Körper stärkt statt stark auszuleiten. mildes Nährklistier
- yāpya
- Klassifikation einer Krankheit, die nicht vollständig heilbar, aber durch dauerhafte Therapie kontrollierbar ist – eine von mehreren Prognosekategorien neben sādhya (heilbar) und asādhya (unheilbar). unheilbar, aber beherrschbar
- yava
- Die Gerste, ein Grundnahrungsmittel und Getreide, das in der Ayurveda-Diätetik als leicht, trocken und kühlend beschrieben wird. Gerste (Hordeum vulgare)
- yavāgraja
- Yavāgraja bezeichnet die jungen Sprossen bzw. das Malz der Gerste, die als leicht verdauliches Nahr- und Heilmittel verwendet werden. Gerstensprossen/-malz (Hordeum vulgare L.)
- yavāgū
- Ein dickflüssiger, aus viel Wasser gekochter Reisbrei, diätetisch bei Verdauungsschwäche und Rekonvaleszenz eingesetzt; dünnflüssigere Variante siehe peyā. Reisschleim (dickflüssig)
- yāvaka
- Ein Brei bzw. Getreidegericht aus Gerste (yava), das in diätetischen Vorschriften als leicht verdauliche Kost empfohlen wird. Gerstenbrei
- yavaka
- Eine Gerstensorte bzw. junge Gerste, die in Diätetik und Arzneikunde als leicht verdauliches Getreide gilt. (kleinkörnige) Gerste (Hordeum vulgare)
- yavakṣāra
- Yavakṣāra ist ein alkalisches Salz, das durch Verbrennen von Gerstenpflanzen und Aufbereitung der Asche gewonnen wird; es dient als verdauungsförderndes und steinauflösendes Mittel. Gerstenlauge, Gerstenasche-Salz
- yavakvātha
- Yavakvātha ist ein Absud aus Gerste (Gerstenwasser), der als mildes, leicht verdauliches Getränk bei Verdauungsschwäche verwendet wird. Gerstenabsud
- yavānī
- Die Samen des Ajowan, ein scharfes, verdauungsförderndes Gewürz, das u. a. bei Blähungen und Erkältungskrankheiten eingesetzt wird. Ajowan (Trachyspermum ammi)
- yavānna
- Sammelbegriff für aus Gerste zubereitete Speisen in der diätetischen Literatur. Gerstenspeisen
- yavodaka
- Yavodaka bezeichnet ein aus Gerste(nspelzen) gekochtes Wasser, das als leicht verdauliches, entwässerndes Getränk in der Diätetik verwendet wird. Der Sanskrit-Begriff wurde hier aus einem verstümmelten Extraktionsfragment rekonstruiert; die genaue Schreibung ist nicht vollständig gesichert. Gerstenwasser, Spelzenwasser
- yoga
- In pharmazeutischem Kontext bezeichnet yoga nicht die spirituelle Praxis, sondern eine zusammengesetzte Heilmittel-Rezeptur bzw. Kombination mehrerer Substanzen zu einer Arznei. Arzneiformel, Rezeptur
- yoni
- Die weiblichen Geschlechtsorgane (Vagina/Gebärmutter), deren Erkrankungen in eigenen Kapiteln behandelt werden. weibliche Geschlechtsorgane
- yonidoṣa
- Sammelbegriff für krankhafte Zustände bzw. Fehlbildungen der weiblichen Geschlechtsorgane (yoni), behandelt u. a. im Kapitel über yonivyāpad. Störung der weiblichen Genitalorgane
- yonivyāpad
- Sammelbegriff für gynäkologische Erkrankungen bzw. Störungen der Gebärmutter und des weiblichen Genitaltrakts. Gebärmuttererkrankung
- yuga
- Ein Weltzeitalter der indischen Kosmologie; in den Saṃhitās gelegentlich zur zeitlichen Einordnung von Bräuchen oder Heilmitteln herangezogen. Weltzeitalter
- yukti
- In der Erkenntnislehre (Pramāṇa) Caraka's eine eigenständige Erkenntnisquelle: das rationale Zusammenführen mehrerer Faktoren zu einem begründeten Urteil, etwa bei der Wahl einer Therapie. rationale Methode, Beurteilungskraft
- yuktivyapāśraya
- Eine der drei ayurvedischen Grundarten der Therapie (neben ritueller/religiöser und psychologischer Behandlung): die auf Arzneimitteln, Diät und Verfahren beruhende, logisch begründete Heilbehandlung. rationale, pharmakologische Behandlung
- yūṣa
- Eine aus Hülsenfrüchten gekochte Suppe, diätetisch vor allem in der Rekonvaleszenz und bei Verdauungsschwäche eingesetzt. Hülsenfrüchtesuppe