Āraṇyakas – deutsche Übersetzungen
Die „Waldtexte“ zwischen Ritual und Spekulation.
7 Werke · 714 übersetzte Abschnitte
Āraṇyaka heißt „zum Wald gehörig“. Diese Texte wurden nach der Überlieferung außerhalb der Siedlung unterrichtet, weil sie als besonders wirkmächtig und gefährlich galten. Sie bilden die Brücke zwischen dem Ritualdenken der Brāhmaṇas und der Philosophie der Upaniṣaden: Das Opfer wird hier zunehmend nicht mehr vollzogen, sondern gedeutet, verinnerlicht und schließlich durch Erkenntnis ersetzt.
Inhaltlich steht das Pravargya-Ritual im Mittelpunkt, dazu die Lehre vom Uktha, geheime Namen und Gleichsetzungen von Körper, Atem und Kosmos. Wer die Upaniṣaden verstehen will, findet hier ihre Vorgeschichte: Der Gedanke, dass der Atem (prāṇa) das eigentliche Lebensprinzip ist und dass die Erkenntnis einer Entsprechung wirksamer sei als ihre rituelle Ausführung, wird in den Āraṇyakas zum ersten Mal durchgeführt.
Traditionell zählt man acht Āraṇyakas, und alle acht sind in dieser Bibliothek vertreten: das Aitareya- und das Kauṣītaki-Āraṇyaka des Ṛgveda, das Chāndogya- und das Talavakāra-Āraṇyaka des Sāmaveda, das Taittirīya-, das Maitrāyaṇīya- und das Kāṭha-Āraṇyaka des schwarzen Yajurveda sowie das Bṛhad-Āraṇyaka des weißen. Mehrere von ihnen enthalten in ihren Schlussteilen die großen Upaniṣaden: Die Aitareya-Upaniṣad steht im zweiten Buch des Aitareya-Āraṇyaka, die Kauṣītaki-Upaniṣad in dessen Adhyāyas 3 bis 6, die Taittirīya-Upaniṣad in den Prapāṭhakas 7 bis 9 des Taittirīya-Āraṇyaka.
Der Umfang der Übersetzungen ist unterschiedlich: Einige Werke liegen vollständig vor, andere als Auswahl. Auf jeder Werkseite steht, was die jeweilige Ausgabe enthält, und der Stand der Übersetzungen führt es zusammen.
Die Werke dieses Regals
- Aitareya-ĀraṇyakaṚgveda, Śākala-Schule. Fünf Bücher (Āraṇyakas im engeren Sinn); das zweite und dritte Buch enthalten u. a. die Aitareya-Upaniṣad.76 Verse
- Bṛhad-ĀraṇyakaŚukla-Yajurveda (Kāṇva-Rezension folgt der traditionellen Kāṇḍa-17-Zählung, hier nach der Mādhyandina-Zählung als Kāṇḍa 14 des Śatapatha-Brāhmaṇa ziti77 Verse
- Chāndogya-UpaniṣadSāmaveda, Kauthuma-Tāṇḍya-Schule.134 Verse
- Kauṣītaki-/Śāṅkhāyana-ĀraṇyakaṚgveda. Fünfzehn Adhyāyas; die Adhyāyas 3–6 bilden die Kauṣītaki-Upaniṣad.146 Verse
- Kāṭha-ĀraṇyakaKṛṣṇa-Yajurveda, Kaṭha-(Kāṭhaka-)Schule. Zählt nicht zum traditionellen Achterkanon der Āraṇyakas, wird hier aber als neuntes, ergänzendes Werk aufgen13 Verse
- Maitrāyaṇīya-ĀraṇyakaKṛṣṇa-Yajurveda, Maitrāyaṇī-Schule. VOLLSTÄNDIG ÜBERSETZT (7 Prapāṭhakas, echter Schlusskolophon 'iti maitrāyaṇyupaniṣatsu saptamaḥ prapāṭhakaḥ' bestä71 Verse
- Taittirīya-ĀraṇyakaKṛṣṇa-Yajurveda. Zehn Prapāṭhakas; enthält u. a. die Taittirīya- und die Nārāyaṇa-/Mahānārāyaṇa-Upaniṣad.197 Verse
Talavakāra-Āraṇyaka
Das Talavakāra- oder Jaiminīya-Āraṇyaka ist kein eigenes Werk: Es ist das Jaiminīya-Upaniṣad-Brāhmaṇa, der Āraṇyaka der Jaiminīya- (Talavakāra-)Schule des Sāmaveda. Die Übersetzung steht vollständig unter diesem Namen.