Haṭha-Yoga – deutsche Übersetzungen
Die klassischen Handbücher des Haṭha-Yoga.
3 Werke · 1.069 übersetzte Abschnitte
Der Haṭha-Yoga ist die körperbetonte Form des Yoga, wie sie sich vom elften Jahrhundert an ausbildete. Ihre Handbücher setzen voraus, was die Yoga-Upaniṣaden und die tantrische Literatur über den feinstofflichen Körper lehren – die Nāḍīs als Kanäle, die Cakras als Knotenpunkte, die Kuṇḍalinī als ruhende Kraft an der Basis der Wirbelsäule – und übersetzen es in Praxis: Körperhaltungen (āsana), Atemlenkung (prāṇāyāma), Verschlüsse (bandha) und Siegel (mudrā).
Die Haṭhapradīpikā Svātmārāmas aus dem 15. Jahrhundert ist der maßgebliche Text dieser Tradition und die Quelle, auf die sich fast alle späteren Darstellungen berufen. Sie ordnet den Stoff in vier Kapitel: Āsana, Prāṇāyāma mit den Reinigungsverfahren, Mudrā und Bandha, und schließlich Samādhi mit der Lehre vom Nāda, dem inneren Klang. Die Śivasaṃhitā ist philosophisch breiter angelegt und verbindet die Praxis mit einer vedāntischen Rahmenlehre; das Gorakṣaśataka, dem Nātha-Meister Gorakṣanātha zugeschrieben, ist der knappste und vermutlich älteste der drei.
Wer diese Texte liest, stellt schnell fest, wie wenig sie mit dem zu tun haben, was heute unter Yoga verstanden wird: Von den Dutzenden heute geläufigen Haltungen kennen sie eine Handvoll, und ihr Ziel ist nicht Beweglichkeit, sondern die Umkehr des Bindu und die Erweckung der Kuṇḍalinī. Gerade darum lohnt der Blick in die Quellen.
Ergänzend stehen im Regal der Upaniṣaden fünf Yoga-Upaniṣaden des Muktikā-Kanons, die dieselbe Lehre in älterer Form entfalten.
Die Werke dieses Regals
- GorakṣaśatakaHundert Verse über die Techniken des Haṭha-Yoga, dem Yogi Gorakṣanātha zugeschrieben.99 Verse
- HaṭhapradīpikāDer klassische Systematisierungstext des Haṭha-Yoga: Āsana, Prāṇāyāma, Mudrā und Samādhi.392 Verse
- ŚivasaṃhitāEin tantrisch geprägter Yoga-Text über Kosmologie, Cakra-Lehre und die Praxis der Mudrās.578 Verse