Upaniṣaden – deutsche Übersetzungen
Die philosophischen Schlusstexte des Veda und die Yoga-Upaniṣaden des Muktikā-Kanons.
6 Werke · 1.517 übersetzte Abschnitte
Die Upaniṣaden sind die philosophischen Schlusstexte des Veda – daher der Name Vedānta, „Ende des Veda“. In ihnen verschiebt sich die Frage vom richtigen Vollzug des Opfers auf das, was hinter allem steht: Was ist das Selbst (ātman)? Was ist das Brahman? Und in welchem Verhältnis stehen die beiden zueinander? Die Antworten dieser Texte haben die gesamte spätere indische Philosophie geprägt und über Schopenhauer und die Romantik auch das europäische Denken erreicht.
Berühmt sind die großen Gleichungen: tat tvam asi – „das bist du“ – aus dem sechsten Adhyāya der Chāndogya-Upaniṣad, ahaṃ brahmāsmi aus der Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad, prajñānaṃ brahma aus der Aitareya. Ebenso berühmt sind ihre Erzählungen: Yājñavalkyas Streitgespräche am Hof des Janaka, sein Abschied von Maitreyī, Naciketas' Begegnung mit dem Tod, Śvetaketus Belehrung durch den Vater.
Die Zahl der Upaniṣaden ist nicht festgelegt. Der Muktikā-Kanon zählt 108, von denen etwa dreizehn als die großen oder „Mukhya“-Upaniṣaden gelten, weil sie noch zur vedischen Schulüberlieferung gehören und von Śaṅkara kommentiert wurden. Die übrigen sind jünger und gruppieren sich um bestimmte Themen: Yoga, Entsagung, Śiva, Viṣṇu, die Göttin.
In dieser Bibliothek stehen mehrere der großen Upaniṣaden bereits vollständig zur Verfügung. Manche haben eine eigene Seite, andere sind dort zu finden, wo sie überliefert sind – nämlich mitten in einem größeren Werk. Die Īśa-Upaniṣad etwa ist der vierzigste Adhyāya der Vājasaneyi-Saṃhitā, die Kena-Upaniṣad steht im Jaiminīya-Upaniṣad-Brāhmaṇa. Für diese Fälle gibt es unten eigene Einstiegsseiten, die erklären, wo der Text steht, und direkt zu den Kapiteln führen.
Dazu kommen fünf Yoga-Upaniṣaden des Muktikā-Kanons, die die Lehre von den Cakras, den Nāḍīs und der Kuṇḍalinī entfalten und damit die Brücke zum Haṭha-Yoga und zum Tantra schlagen.
Die Werke dieses Regals
- Bṛhadāraṇyaka-UpaniṣadDie umfangreichste und älteste der klassischen Upaniṣaden, zugleich Abschluss des Śatapatha-Brāhmaṇa: von der Aśvamedha-Kosmoshomologie über den Udgīt571 Kaṇḍikās
- Dhyānabindu-UpaniṣadYoga-Upaniṣad des Kṛṣṇa-Yajurveda (Muktikā Nr. 39): Meditation des Oṃ, Viṣṇu im Herzlotos, Cakras, Nāḍīs, Kuṇḍalinī, Bandhas, Bindu und innerer Klang 108 Verse
- Yogacūḍāmaṇi-UpaniṣadYoga-Upaniṣad des Sāmaveda (Muktikā Nr. 46): sechsgliedriger Yoga, Cakras, Nāḍīs, Kuṇḍalinī, die fünf Mudrās, Oṃ und Prāṇāyāma – eine upaniṣadische Fa124 Verse
- Yogakuṇḍalinī-UpaniṣadYoga-Upaniṣad des Kṛṣṇa-Yajurveda (Muktikā Nr. 86) in drei Adhyāyas und 170 Versen: Erregen der Kuṇḍalinī, Kumbhakas und Bandhas, die Khecarī-Vidyā mi175 Verse
- Yogatattva-UpaniṣadYoga-Upaniṣad des Kṛṣṇa-Yajurveda (Muktikā Nr. 41): Viṣṇus Lehrrede an Brahmā über Erkenntnis und Yoga, die vier Yogas und vier Stufen, Prāṇāyāma, die146 Verse
- Yogaśikhā-UpaniṣadYoga-Upaniṣad des Kṛṣṇa-Yajurveda (Muktikā Nr. 63): Śivas Belehrung Brahmās über Erkenntnis und Yoga, den unverwundbaren Leib des Yogin, Kuṇḍalinī, Ku393 Verse
In anderen Werken überliefert
Diese Texte sind keine eigenständigen Werke, sondern Teile größerer Sammlungen – übersetzt sind sie dort.
- Īśa-Upaniṣadin: Vājasaneyi-Saṃhitā (Śukla-Yajurveda)17 Kaṇḍikās
- Kena-Upaniṣadin: Jaiminīya-Upaniṣad-Brāhmaṇa28 Khaṇḍas
- Aitareya-Upaniṣadin: Aitareya-Āraṇyaka5 Verse
- Kauṣītaki-Upaniṣadin: Kauṣītaki-/Śāṅkhāyana-Āraṇyaka50 Verse
- Taittirīya-Upaniṣadin: Taittirīya-Āraṇyaka13 Verse
- Mahānārāyaṇa-Upaniṣadin: Taittirīya-Āraṇyaka30 Verse
- Maitrī-Upaniṣadin: Maitrāyaṇīya-Āraṇyaka71 Verse
Chāndogya-Upaniṣad
Die Chāndogya-Upaniṣad ist als Teil des Chāndogya-Brāhmaṇa überliefert und steht deshalb im Regal der Āraṇyakas – dort vollständig in acht Adhyāyas, mit der Lehre „tat tvam asi“ im sechsten.