Kāṭha-Āraṇyaka
Kṛṣṇa-Yajurveda, Kaṭha-(Kāṭhaka-)Schule. Zählt nicht zum traditionellen Achterkanon der Āraṇyakas, wird hier aber als neuntes, ergänzendes Werk aufgenommen. WICHTIGER HINWEIS ZUR NATUR DIESER QUELLE: Anders als bei den übrigen acht Werken liegt hier KEIN durchlaufender, eigenständiger Sanskrit-Text vor, sondern die deutschsprachige philologische Abhandlung von Leopold von Schroeder, 'Die Tübinger Kaṭha-Handschriften und ihre Beziehung zum Taittirīya-Āraṇyaka' (Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Classe, Bd. 137, Wien 1898, hrsg. mit einem Nachtrag von G. Bühler) – eine handschriftenkundliche Studie über stark fragmentierte Birkenrinden-Manuscripte der Kaṭha-Schule, die bruchstückhaft erhaltene Kaṭhaka-Kapitel referiert und mit dem Paralleltext des bereits vollständig übersetzten Taittirīya-Āraṇyaka vergleicht. Der Sanskrit-Text selbst wird von Schroeder überwiegend NUR als Incipit/Explicit (Anfangs- und Schlussworte) zitiert, mit Verweis auf die entsprechende (bereits übersetzte) Taittirīya-Parallelstelle – vollständig zitiert werden meist nur die Passagen, in denen die Kaṭha-Rezension inhaltlich oder wörtlich eigenständig vom Taittirīya-Text abweicht. Die Übersetzungsmethodik wird entsprechend angepasst: Schroeders deutsche Gelehrten-Prosa (Handschriften-beschreibung, Kollationsapparat) wird zusammenfassend wiedergegeben (keine Sanskrit-Übersetzung nötig, da bereits deutsch), während die eigenständigen Sanskrit-Zitate der Kaṭha-Rezension – soweit über bloße Incipit/Explicit-Angaben hinausgehend – mit voller Wort-für-Wort-Analyse übersetzt werden. Textgrundlage: die von Dominik bereitgestellte Arbeitsausgabe (Faksimile der Originalpublikation, 126 Druckseiten, Digitalisat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften). Moderne kritische Referenz (nicht als Quelle verwendet): Michael Witzel, Kaṭha Āraṇyaka, Harvard Oriental Series 65, 2004. Der gesamte 126-seitige Originaltext wurde gesichtet; Teil I (Handschriftenbeschreibung) und die überwiegend katalogartigen Passagen von Teil II wurden zusammenfassend referiert, die substantiellen eigenständigen Sanskrit-Textpassagen (Svādhyāyabrāhmaṇa Cap.1-3, Vaiśvānara-Gebet, Pravargyabrāhmaṇa der Kaṭha-Śākhā) vollständig mit Wort-für-Wort-Analyse übersetzt. Die Bearbeitung dieses neunten, ergänzenden Werkes ist damit im für seine Quellenart angemessenen Umfang abgeschlossen.
Āraṇyakas · 6 Kapitel · 13 Verse
Zum Umfang dieser Ausgabe. Dies ist keine fortlaufende Textausgabe. Grundlage ist Leopold von Schroeders Handschriftenstudie „Die Tübinger Kaṭha-Handschriften und ihre Beziehung zum Taittirīya-Āraṇyaka“ (Wien 1898) über stark fragmentierte Birkenrinden-Handschriften der Kaṭha-Schule. Der Sanskrit-Text wird dort überwiegend nur mit Anfangs- und Schlussworten zitiert, mit Verweis auf die Parallelstelle im Taittirīya-Āraṇyaka. Das Kāṭha-Āraṇyaka zählt auch nicht zum traditionellen Achterkanon.
Kāṭha-Āraṇyaka steht hier zweisprachig: der Sanskrit-Wortlaut in wissenschaftlicher Umschrift (IAST) neben einer eigenständigen deutschen Übersetzung, Vers für Vers direkt aus dem Original erarbeitet, mit ausklappbarer Wort-für-Wort-Analyse. Die Übersetzung ist gemeinfrei.
Inhalt
- 1(kein fortlaufender Sanskrit-Titel – deutschsprachige Handschriftenstudie)Einleitung: Die Tübinger Kaṭha-Handschriften – Herkunft, Beschaffenheit, Katalogisierung3 Verse
- 2svādhyāyabrāhmaṇam (Kaṭha-Recension, 9 Kapitel)Teil II, Abschnitt 1: Das Svādhyāya-Brāhmaṇa der Kaṭha-Rezension (9 Kapitel) im Vergleich mit Taittirīya-Āraṇyaka 2 — BEDEUTENDER BEFUND: identischer Text, aber ABWEICHENDE KAPITELREIHENFOLGE3 Verse
- 3(Kaṭha-Recension, unnummerierte Kapitel = Tāitt.Ār. 2,3–8)Teil II, Abschnitt 2: Weitere Kaṭha-Parallelen zu Tāitt.Ār. 2,3–8 (Sünden-Lösungsformeln, Vaiśvānara-Gebet) — abermals abweichende Kapiteleinteilung1 Vers
- 4(Kaṭha-Recension, Parallelen zu Tāitt.Ār. 4 und dem 'Bṛhatpuruṣasūkta'-Komplex aus Tāitt.Ār. 3 und 10)Teil II, Abschnitt 3: Kaṭha-Parallelen zum Rudra-Mantra-Komplex (Tāitt.Ār.4) und zum 'Bṛhatpuruṣasūkta' (Tāitt.Ār.3 und 10 = Mahānārāyaṇa-Upaniṣad)2 Verse
- 5pravargyabrāhmaṇam kaṭhaśākhāyāḥ (Originalseite 97ff.)Teil II, Abschnitt 4: Das PRAVARGYA-BRĀHMAṆA DER KAṬHA-ŚĀKHĀ (S.92-120) — Makha-Kopf-Mythos, Richtungs/Jahreszeiten/Versmaß-Korrespondenzen, bricht unvollständig ab3 Verse
- 6(Schlussteil der Abhandlung, Originalseiten ~98-126)Teil II (Schluss) und zusammenfassende Würdigung: weitere Textparallelen sowie Schroeders textkritisch-phonetische Schlussbetrachtungen1 Vers