Quellen der Menschheit

Glossar (Āyurveda)

Suśruta-Saṃhitā · 1354 Begriffe

abhayā
Ein Synonym für harītakī, die 'furchtlose' Frucht; gilt als eines der wichtigsten Universalheilmittel der Ayurveda-Medizin. Myrobalane (Synonym für Harītakī) (Terminalia chebula)
abhicāra
Abhicāra ist schwarze Magie bzw. Schadzauber, eine der übernatürlichen Krankheitsursachen, denen mit „göttlicher“ (daivavyapāśraya) Therapie begegnet wird. Schadzauber, Magie
abhighāta
Äußere, mechanisch verursachte Verletzung als eine Kategorie exogener (āgantu) Krankheitsursachen, im Gegensatz zu den endogenen Doṣa-Störungen. Verletzung, Trauma
abhiṣaṅga
Abhiṣaṅga bezeichnet den Befall bzw. die Einwirkung äußerer, oft als übernatürlich verstandener Einflüsse als Krankheitsursache. äußerer Befall, Ansteckung
abhiśāpa
Abhiśāpa bezeichnet einen Fluch bzw. eine Verwünschung, die in der traditionellen Ätiologie als übernatürliche (daivische) Krankheitsursache genannt wird. Fluch, Verwünschung
abhiṣyanda
Abhiṣyanda bezeichnet eine durch angesammeltes Kapha bzw. Feuchtigkeit verursachte Kanalverstopfung; derselbe Begriff bezeichnet in der klassischen Augenheilkunde auch die Bindehautentzündung. Stauung, Verschleimung
abhiṣyandin
Eigenschaft bestimmter, meist schwerer und öliger Substanzen, die feine Körperkanäle (Srotas) verstopfen können und so Stauungen begünstigen. kanalverstopfend (Eigenschaft)
abhyaṅga
Die äußere Ganzkörper- oder Teilölmassage, ein zentrales Verfahren der täglichen Gesundheitspflege (dinacaryā) und Vorbereitung auf Reinigungstherapien. Ölmassage
abhyañjana
Die äußerliche Anwendung von Öl auf den ganzen Körper oder Körperteile durch Massage; fester Bestandteil der täglichen Gesundheitsroutine (Dinacaryā) und der Vorbehandlung vor Pañcakarma. Ölmassage, Einreibung
abhyāsa
Abhyāsa bezeichnet das Prinzip der schrittweisen, wiederholten Gewöhnung an eine Diät oder Substanz (Satmya), durch die sich der Körper an diese anpasst. Gewöhnung, Übung
ācāra
Ācāra bezeichnet die rechte Lebensführung und die ethisch-hygienischen Verhaltensregeln, deren Einhaltung in der Ayurveda-Literatur als gesundheitsfördernd (sadvṛtta) gilt. Lebensführung, Verhaltensregeln
acikitsya
Prognostische Klassifikation eines Krankheitsfalls als nicht mehr behandelbar; Gegenstück zu sādhya (heilbar) und yāpya (nur lindernd behandelbar). unheilbar
adhimāṃsa
Eine übermäßige, krankhafte Wucherung von Gewebe (wörtlich "Überfleisch"), etwa am Zahnfleisch oder Augenlid. krankhafte Gewebewucherung
ādhmāna
Ādhmāna ist eine Bauchblähung durch angesammelte Gase, meist Folge einer gestörten Verdauung. Blähung
adhobhāga
Bezeichnet die abwärts gerichtete Ausleitungsrichtung des Körpers, insbesondere die Purgation (virecana), im Gegensatz zur aufwärts gerichteten Emesis (vamana). abwärts gerichtet (Ausleitung)
adhoga
Adhoga bezeichnet die nach unten, durch die unteren Körperöffnungen verlaufende Form einer Blutung, etwa des Raktapitta, im Gegensatz zur aufwärts gerichteten Form (ūrdhvaga). abwärts fließend
adhyaśana
Adhyaśana bezeichnet das Einnehmen einer neuen Mahlzeit, bevor die vorherige verdaut ist – ein als bedeutende Krankheitsursache geltender Ernährungsfehler. Überessen
adhyātma
Das auf das Selbst bzw. den Geist bezogene, spirituelle Wissensgebiet, in Abgrenzung zu rein körperlichen Belangen; verwandt mit ātman. das Selbst betreffend
agada
Ein Heilmittel gegen Vergiftungen; Agadatantra ist zugleich der Name des toxikologischen Teilgebiets der Ayurveda-Medizin. Gegengift, Antidot
āgama
Die verlässliche mündliche oder schriftliche Lehrüberlieferung (heilige Schriften, glaubwürdige Lehrmeinung), eines der von Caraka anerkannten Erkenntnismittel (pramāṇa). autoritative Überlieferung
āgantu
Eine von außen einwirkende Krankheitsursache (z. B. Verletzung, Gift), im Gegensatz zu inneren, doshabedingten Ursachen. exogene Krankheitsursache
āgneya
Āgneya beschreibt Substanzen oder Eigenschaften, die dem Feuerelement (Agni/Tejas) zugeordnet sind und typischerweise erhitzende, Pitta-fördernde Wirkung haben. feurig, dem Feuerelement zugehörig
agni
Agni, das „Verdauungsfeuer“, ist der zentrale ayurvedische Begriff für die Stoffwechsel- und Verdauungskraft, deren Gleichgewicht als Grundlage der Gesundheit gilt. Im Quelldatensatz waren Begriff und Glosse vertauscht. Verdauungsfeuer
agnibala
Agnibala bezeichnet die Stärke des Verdauungsfeuers (Agni), von der laut Ayurveda die Qualität der Verdauung, des Stoffwechsels und letztlich die Gesundheit insgesamt abhängt. Verdauungskraft
agnikarma
Agnikarma ("Feuerbehandlung") ist ein parachirurgisches Verfahren, bei dem erhitzte Instrumente zur gezielten Kauterisation von Geweben eingesetzt werden, u.a. bei chronischen Gelenk- und Vāta-Erkrankungen. Kauterisation (Brennbehandlung)
aguru
Adlerholz (Agarholz), ein stark duftendes, harzreiches Holz, das äußerlich und als Räuchermittel medizinisch verwendet wird. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'Adlerholz' vertauscht extrahiert worden. Adlerholz (Aquilaria agallocha)
ahaṅkāra
Ahaṅkāra ("Ich-Macher") ist ein Begriff der Sāṃkhya-Philosophie für das individuierende Ich-Bewusstsein, das aus dem kosmischen Prinzip Mahat hervorgeht und in der Ayurveda-Psychologie übernommen wird. Ich-Bewusstsein
āhāra
Die Nahrungsaufnahme als eine der drei "Stützen" des Körpers (trayopastambha, neben Schlaf und Enthaltsamkeit); Grundpfeiler ayurvedischer Gesundheitslehre. Nahrung
āhāramātrā
Das richtige Maß der Nahrungsaufnahme (weder zu viel noch zu wenig), ein zentraler Grundsatz der ayurvedischen Diätetik zur Erhaltung der Verdauungskraft. Nahrungsmenge
ahiṃsā
Das Prinzip der Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen, eine zentrale ethische Norm des rechten Verhaltens (sadvṛtta). Gewaltlosigkeit
aindra
Aindra (wörtlich 'zu Indra gehörig') bezeichnet Regenwasser als eigene Kategorie in der ayurvedischen Klassifikation der Wasserarten nach Herkunft. Regenwasser
aja
Aja ist die Ziege; Ziegenfleisch und -milch gelten in der ayurvedischen Diätetik als leicht bekömmlich und für Geschwächte besonders geeignet. Ziege
ājājī
Der Kreuzkümmel, dessen Samen als verdauungsförderndes Gewürz und Heilmittel verwendet werden. Kreuzkümmel (Cuminum cyminum)
ajājī
Ajājī ist der Kreuzkümmel (Kumin), dessen Samen als verdauungsförderndes, karminatives Gewürz und Heilmittel weit verbreitet sind. Kreuzkümmel (Cuminum cyminum L.)
ajīrṇa
Zustand unvollständiger oder gestörter Verdauung der Nahrung; gilt als Ausgangspunkt zahlreicher Folgeerkrankungen und wird in mehrere Unterarten differenziert. Verdauungsstörung, Dyspepsie
ākāśa
Ākāśa, „Raum/Äther“, ist eines der fünf Grundelemente (Pañcamahābhūta) der ayurvedischen Physiologie und steht insbesondere mit den Hohlräumen und Kanälen des Körpers in Verbindung. Raum, Äther
ākṛti
Ākṛti bezeichnet die äußere Gestalt bzw. das Erscheinungsbild, das u. a. zur Erkennung von Heilpflanzen (dravya) und zur Diagnose herangezogen wird. äußeres Erscheinungsbild
ākṣepa
Ein krampfartiges Zucken bzw. Konvulsionen, Symptom oder eigenständige Erkrankung durch stark erregtes Vāta. Krampf, Konvulsion
ākṣepaka
Krankhafte, unwillkürliche Muskelkrämpfe bzw. konvulsive Anfälle, in der klassischen Nosologie als Vāta-Störung eingeordnet. Krämpfe
alābu
Alābu bezeichnet den Flaschenkürbis, dessen ausgehöhlte, getrocknete Frucht in der Chirurgie traditionell auch als Schröpfgefäß zum blutigen Schröpfen verwendet wurde. Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria)
alajī
Eine Form entzündlicher Halslymphknotenschwellung (skrofulöse Lymphadenitis) mit Neigung zur Geschwürbildung, in den klassischen Chirurgie-Kapiteln beschrieben. Skrofulose
alaktaka
Ein roter Farbstoff, gewonnen aus dem Harz der Lackschildlaus, der kosmetisch (z. B. zum Färben der Fußsohlen) und medizinisch verwendet wird. Lackfarbe
alasaka
Eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Verdauungsstörung mit Stillstand der Darmbewegung, ein ileusartiges Krankheitsbild. schwere Verdauungsstörung
ālasya
Ālasya, „Trägheit“, ist ein Symptom verlangsamter Verdauung und von Kapha-Überschuss und wird bei zahlreichen Krankheitsbildern aufgeführt. Trägheit, Mattigkeit
ālepana
Das äußerliche Auftragen einer Heilpaste auf die Haut; weitgehend synonym mit lepa und pralepana. Salbenauftrag
alpāgni
Alpāgni bezeichnet einen Zustand geschwächter Verdauungskraft (agni), der zu unvollständiger Verdauung und der Bildung von Āma (unverdautem Stoffwechselprodukt) führt. schwaches Verdauungsfeuer
āma
Unvollständig verdaute, toxische Substanz, die bei gestörter Verdauungskraft (Agni) entsteht und als Ursache zahlreicher Krankheiten gilt; zentraler Begriff der ayurvedischen Pathologie. Unverdautes, Stoffwechseltoxin
āmalakī
Eine der wichtigsten Ayurveda-Heilpflanzen; ihre vitamin-C-reiche Frucht wird als Rasāyana (Verjüngungsmittel) und in zahlreichen Rezepturen, etwa Triphalā, verwendet. Amalaki (Indische Stachelbeere) (Phyllanthus emblica)
āmapradoṣa
Āmapradoṣa bezeichnet eine krankhafte Störung, die durch unverdaute, toxische Stoffwechselreste (āma) verursacht wird. durch Āma verursachte Störung
āmāśaya
Der Magen als anatomischer Sitz der unverdauten Nahrung (āma) und Ausgangspunkt vieler Kapha-bedingter Erkrankungen. Magen
āmaśleṣman
Āmaśleṣman bezeichnet unverdautes, pathologisch verändertes Kapha bzw. Schleim, der bei gestörter Verdauung entsteht. unverdauter (pathologischer) Schleim
ambu
Ein weiterer Ausdruck für Wasser, synonym mit āpaḥ und udaka. Wasser
āmiṣa
Sammelbegriff für tierische Fleischnahrung im Gegensatz zu pflanzlicher Kost; wird in der Diätetik als eigene Nahrungsmittelgruppe behandelt. Fleisch(nahrung)
amla
Der saure Geschmack (rasa), eine der sechs Grundgeschmacksrichtungen, typischerweise Pitta und Kapha erhöhend. sauer (Geschmack)
amlapitta
Eine durch übersäuertes Pitta verursachte Verdauungsstörung mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen, vergleichbar mit Hyperazidität; nicht primär eine Blutstörung, wie eine ungenaue automatische Extraktion nahelegen könnte. Säure-Pitta-Störung (Hyperazidität)
āmra
Der Mangobaum bzw. seine Frucht, in Diätetik und Materia medica vielseitig verwendet. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'mango' vertauscht extrahiert worden. Mango (Mangifera indica)
āmrāsthi
Āmrāsthi bezeichnet den Kern bzw. Stein der Mangofrucht, der unter anderem gegen Durchfall eingesetzt wurde. Mangokern (Mangifera indica)
amṛta
Der mythologische „Unsterblichkeitstrank“ bzw. Lebensnektar; der Begriff amṛtā dient in der Materia medica zudem als gebräuchliches Synonym für die Pflanze guḍūcī (Tinospora cordifolia). Lebensnektar, Ambrosia
amṛtā
Amṛtā ('die Unsterbliche') ist ein Synonym für Guḍūcī, eine vielseitig als Fiebermittel, Tonikum und zur Immunstärkung eingesetzte Kletterpflanze. Guḍūcī (Tinospora cordifolia)
anabhiṣyandi
Anabhiṣyandi beschreibt eine Substanz, die im Gegensatz zu abhiṣyandi-Substanzen keine Verstopfung der Körperkanäle oder Schleimbildung verursacht. nicht verschleimend
ānaddha
Ānaddha bezeichnet einen Zustand von Verschluss bzw. Aufblähung des Darms durch gestaute Winde (verwandt mit ānāha), begleitet von Schmerzen und Stuhl- bzw. Windverhalt. Darmverschluss, Blähsucht
ānāha
Ein Zustand von Blähungen mit Verhaltung von Stuhl und Winden, meist auf eine Vāta-Störung zurückgeführt. Blähsucht, Stuhl-/Windverhaltung
aṅgamarda
Aṅgamarda, wörtlich „Zerschlagenheit der Glieder“, ist ein häufiges Vorläufersymptom von Fieber. Gliederschmerzen
aṅgasāda
Aṅgasāda bezeichnet ein Gefühl von Schwere und Mattigkeit in den Gliedmaßen, ein häufiges Krankheitssymptom. Gliederschwere
aṅgula
Aṅgula ist eine traditionelle Längeneinheit von etwa einer Fingerbreite, die in Anatomie und Chirurgie zur Maßangabe verwendet wird. Fingerbreite (Maßeinheit)
anila
Poetisches/synonymes Wort für Vāta, das Bewegungs- und Luftprinzip unter den drei Doṣas; synonym zu māruta. Wind (Synonym für Vāta)
añjali
Añjali bezeichnet die hohle, aus beiden zusammengelegten Händen gebildete Handvoll und dient in den Saṃhitās als traditionelle Maßeinheit für Dosierungen von Heilmitteln. Handvoll (Maßeinheit)
añjana
Añjana bezeichnet ein aus antimonhaltigen Mineralien (v. a. Antimonsulfid) hergestelltes Augen-Kollyrium, das zur Reinigung und Stärkung der Augen aufgetragen wird. Sanskrit-Begriff und deutsche Glosse waren im Ausgangsdatensatz vertauscht/verkürzt; der Terminus wurde hier rekonstruiert. Antimon-Kollyrium, Augensalbe
anna
Grundbegriff für Nahrung; gilt neben Schlaf (nidrā) und Enthaltsamkeit (brahmacarya) als eine der drei Stützen des Lebens (trayopastambha). Nahrung
annapāna
Sammelbegriff für Nahrung und Getränke; Titel eines Kapitels der Caraka-Saṃhitā über Ernährungslehre. Speise und Trank
annapānavidhi
Die diätetischen Grundregeln zu Auswahl, Zubereitung und Einnahme von Speise und Getränk; Titel eines eigenen Kapitels bei Caraka. Regeln für Speise und Trank
annarasa
Annarasa ist das erste, feinstoffliche Produkt der Verdauung (Speisesaft/Chylus), aus dem in der Ayurveda-Physiologie nacheinander die sieben Körpergewebe (dhātus) gebildet werden. Nahrungssaft, Chylus
antaragni
Antaragni bezeichnet das innere, im Magen-Darm-Trakt wirkende Verdauungsfeuer, das für Verdauung und Stoffwechsel verantwortlich ist. inneres Verdauungsfeuer
antarātman
Die innere Seele bzw. das Gemüt als Sitz von Denken, Fühlen und Wollen im ayurvedischen Menschenbild. innerer Selbst, Gemüt
antardhūma
Antardhūma bezeichnet eine Räuchertherapie, bei der der Rauch in einem geschlossenen Raum bzw. direkt eingeatmet wird, im Unterschied zur äußeren Räucherung. innere Räucherung
antarvega
Antarvega bezeichnet die innere, noch nicht äußerlich sichtbare Phase des Ausbruchs einer Krankheit, im Gegensatz zur äußeren Phase (bahirvega). innere Ausbruchsphase
antra
Antra bezeichnet den Darm; in der anatomischen Beschreibung der Saṃhitās wird zwischen Dünn- und Dickdarmabschnitten unterschieden. Darm
anubandha
Anubandha bezeichnet ein Symptom oder einen Faktor, der eine Krankheit begleitet bzw. mit ihr in kausalem Zusammenhang steht, und wird in der diagnostischen Symptomtrias (Vorzeichen, Hauptsymptom, Begleiterscheinung) verwendet. Begleiterscheinung
anulepana
Äußerliche Anwendung, bei der eine Salbe oder Paste auf die Haut aufgetragen bzw. eingerieben wird. Bestreichung, Einreibung
anuloma
'In natürlicher (abwärts gerichteter) Richtung'; bezeichnet die normale Bewegungsrichtung des Vāta bzw. eine entsprechend wirkende, den Stuhlgang normalisierende Behandlung. in natürlicher Richtung
anulomana
Pharmakologische Wirkung, die den natürlichen Abwärtsfluss von Vāta (und damit Stuhl- und Windabgang) wiederherstellt; milde abführende bzw. karminative Wirkung. Regulierung der Windbewegung
anumāna
Anumāna, die „Schlussfolgerung“, ist neben der direkten Wahrnehmung eines der Erkenntnismittel (Pramāṇa) und wird im diagnostischen Schließen genutzt. Schlussfolgerung
ānūpa
Ānūpa bezeichnet feuchtes Sumpfland, einen der drei klassischen Landschaftstypen neben Jāṅgala (Trockenland) und Sādhāraṇa (Mischland), sowie das Fleisch der dort heimischen Tiere. Sumpfland, Feuchtgebiet
anupakrama
Ein Zustand bzw. eine Krankheit, die keiner Behandlungsmaßnahme mehr zugänglich, also unbehandelbar ist. unbehandelbar
anupāna
Eine Flüssigkeit (z. B. warmes Wasser, Milch, Honig), die zusammen mit oder nach der Einnahme einer Arznei getrunken wird, um deren Wirkung zu unterstützen oder zu lenken. Begleitgetränk (Arznei-Vehikel)
anurasa
Der Nebengeschmack, ein schwächerer, sekundär wahrgenommener Geschmack neben dem Hauptgeschmack (rasa) einer Substanz, Begriff der Substanzlehre (Dravyaguṇa). Nebengeschmack
anuvāsana
Ein mit Öl durchgeführter, meist milder Klistier-Typ (basti), vor allem bei Vāta-Störungen und zur Nachbehandlung; Gegenstück zum Dekokt-Klistier nirūha. Öleinlauf
anuvāsana-basti
Anuvāsana-basti ist eine Form des therapeutischen Klistiers (basti), bei der Öl in kleiner Menge eingeführt und über längere Zeit im Körper zurückgehalten wird; es folgt meist auf ein reinigendes Klistier. ölbasiertes Nachklistier
apacāra
Apacāra bezeichnet ein den Regeln der Lebensführung zuwiderlaufendes Fehlverhalten, das als eine der Krankheitsursachen gilt. Fehlverhalten
apacī
Kettenartige, meist im Halsbereich auftretende Lymphknotenschwellungen; verwandt mit, aber im klassischen Krankheitskatalog von alajī unterschieden. Halslymphknotenschwellung
āpaḥ
Wasser, eines der fünf Grundelemente (pañcamahābhūta) sowie mitbestimmender Bestandteil des Kapha-Doṣa; synonym zu udaka und ambu. Wasser (Element)
apakarṣaṇa
Apakarṣaṇa bezeichnet das therapeutische Prinzip der Entfernung bzw. Ausleitung eines vermehrten Doshas oder krankmachenden Stoffes aus dem Körper. Entfernung, Ausleitung
apāna
Apāna ist einer der fünf Unterformen des Vāta (Vāyu) und steuert die abwärtsgerichteten Ausscheidungsvorgänge wie Stuhl-, Harn- und Samenentleerung sowie die Geburt. abwärtsgerichteter Lebenswind
apasmāra
Anfallsartige Bewusstseinsstörung mit Krämpfen; wird in der Ayurveda-Nosologie sowohl somatisch (Doṣa-Störung) als auch psychisch-geistig gedeutet. Epilepsie
apatānaka
Apatānaka bezeichnet eine Vāta-bedingte Krankheit mit Krampfanfällen bzw. tetanieartigen Muskelkrämpfen. Krampfanfälle, Tetanie
apatarpaṇa
Eine Form der abmagernden, entleerenden Therapie (Langhana-Gruppe), die durch Fasten, Purgation u. Ä. überschüssige Körpersubstanz und Doṣas reduziert. Reduktions-/Abmagerungstherapie
apathya
Unzuträgliche, der Gesundheit abträgliche Nahrung oder Lebensweise, Gegenbegriff zu pathya (zuträglich). Unzuträgliches (Diät/Verhalten)
apavarga
Apavarga bezeichnet die endgültige Erlösung von Leid und Wiedergeburt; das Wort ist weitgehend gleichbedeutend mit mokṣa, dem gelegentlich als höchstem Lebensziel genannten Zustand. Erlösung
āpta
Āpta bezeichnet eine als zuverlässig geltende, kompetente Autorität, deren Aussage (āptopadeśa) in der Ayurveda-Erkenntnislehre als eigenständiges gültiges Erkenntnismittel (Pramāṇa) anerkannt ist. vertrauenswürdige Autorität
āptopadeśa
Die verlässliche Aussage einer vertrauenswürdigen, kompetenten Autorität, eine der anerkannten Erkenntnisquellen (Pramāṇa) in der Ayurveda-Epistemologie. verlässliche Aussage (Autorität)
apunarbhava
Das Nicht-Wiederauftreten einer Krankheit nach der Behandlung, ein Kennzeichen vollständiger, dauerhafter Heilung. Nichtwiederauftreten (Heilung ohne Rückfall)
āragvadha
Āragvadha, im Hindi auch Amaltas genannt, ist der Goldregenbaum, dessen Fruchtfleisch als mildes Abführmittel verwendet wird. Goldregenbaum (Amaltas) (Cassia fistula L.)
āranāla
Āranāla ist eine saure, fermentierte Flüssigkeit aus Reisschleim, die als Trägerstoff für Arzneien und zur Verdauungsanregung verwendet wird. fermentiertes Reiswasser
arati
Arati bezeichnet ein Gefühl innerer Unruhe und Unbehagens, das als Symptom bei verschiedenen körperlichen und psychischen Störungen, z.B. Fieber, auftritt. Unruhe, Unbehagen
arbuda
Eine Geschwulst bzw. ein Tumor, eine im chirurgischen Teil des Suśruta beschriebene Gewebeneubildung. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'Tumor' vertauscht extrahiert worden. Tumor, Geschwulst
ardhāvabhedaka
Ardhāvabhedaka ("halbseitiges Spalten") bezeichnet einen einseitigen, migräneartigen Kopfschmerz, der durch gestörtes Vāta, oft in Kombination mit Kapha, im Kopfbereich verursacht wird. halbseitiger Kopfschmerz (Migräne)
ardita
Ardita ist eine durch Vāta verursachte einseitige Gesichtslähmung, vergleichbar mit der modernen Fazialisparese. Gesichtslähmung
ārdita
Eine durch gestörtes Vāta verursachte einseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur, vergleichbar der Fazialisparese. Gesichtslähmung
ārdraka
Ārdraka ist der frische (ungetrocknete) Ingwer, der appetitanregend und verdauungsfördernd wirkt und häufig als Gewürz und Hausmittel eingesetzt wird. frischer Ingwer (Zingiber officinale Roscoe)
arka
Arka ist der Sanskrit-Name für den Wolfsmilchstrauch Calotropis; daneben bezeichnet arka auch die Sonne bzw. die Sonnengottheit – eine für dieses Wort typische Doppelbedeutung, die in den Quellbelegen zu einer verwirrten Zuordnung geführt hat. Calotropis-Strauch (Calotropis gigantea)
arocaka
Appetitlosigkeit bzw. Abneigung gegen Nahrung, als eigenständiges Krankheitsbild oder Symptom beschrieben. Appetitlosigkeit
ārogya
Ārogya bezeichnet den Zustand der Gesundheit bzw. Freiheit von Krankheit, das zentrale Ziel der Ayurveda-Medizin (vgl. die Definition des Gesunden, svastha). Gesundheit, Krankheitsfreiheit
arśas
Arśas bezeichnet Hämorrhoiden, knotenförmige Gefäßerweiterungen im Enddarmbereich, denen in den klassischen Texten ein eigenes ausführliches Kapitel gewidmet ist. Hämorrhoiden
ārtava
Das Menstrualblut bzw. das weibliche Fortpflanzungsgewebe, zentral für Fruchtbarkeit und gynäkologische Diagnostik; wird von manchen Autoren als eigenständiges siebtes Körpergewebe gezählt. Menstrualblut
artha
Eines der vier klassischen Lebensziele (puruṣārtha – Dharma, Artha, Kāma, Mokṣa) der indischen Ethik; Gesundheit gilt bei Caraka als Grundlage, um Artha erreichen zu können. Wohlstand, materieller Erwerb
ārti
Ārti bezeichnet Schmerz, Qual oder Leiden allgemein; der Begriff wird häufig zur Beschreibung akuter schmerzhafter Beschwerden verwendet. Schmerz, Leiden
aruci
Verlust des Appetits bzw. Abneigung gegen Nahrung; gilt als Symptom oder eigenständige leichte Störung, die meist auf eine Störung des Verdauungsfeuers zurückgeführt wird. Appetitlosigkeit
arucī
Arucī bezeichnet den Verlust des Appetits bzw. Widerwillen gegen Nahrung, ein häufiges Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen. Appetitlosigkeit
asādhya
Klassifikation einer Krankheit als unheilbar bzw. therapeutisch nicht beherrschbar; Gegenbegriff zu sādhya. unheilbar
asat
Gegenbegriff zu sat: das nicht (mehr oder noch nicht) Existierende; philosophische Kategorie aus Carakas Kapitel über Seinslehre. das Nichtseiende
asātmya
Bezeichnet Nahrung oder Verhaltensweisen, die der individuellen Konstitution oder Gewohnheit eines Menschen nicht zuträglich sind; Gegenbegriff zu sātmya (zuträglich). unbekömmlich, unverträglich
asātmyendriyārthasaṃyoga
Asātmyendriyārthasaṃyoga bezeichnet die unangemessene (zu starke, zu schwache oder verkehrte) Verbindung der Sinnesorgane mit ihren Objekten und gilt bei Caraka als eine der drei Grundursachen von Krankheit. schädlicher Sinnesreiz-Kontakt
āsava
Ein durch Fermentation ohne vorheriges Kochen hergestelltes, oft alkoholhaltiges Arzneigetränk. Gärgetränk (ohne Kochen)
āśaya
Āśaya bezeichnet ein "Behältnis" bzw. Hohlorgan des Körpers, in dem sich bestimmte Substanzen sammeln, z.B. āmāśaya (Magen, Sitz des unverdauten Speisebreis) oder pakvāśaya (Dickdarm, Sitz des verdauten Speisebreis). Sitz, Hohlorgan
āśīviṣa
Sammelbegriff für hochgiftige Schlangen, behandelt u. a. im toxikologischen Kalpasthāna der Suśruta-Saṃhitā. Giftschlangen
aśmarī
Steinbildung in Harnwegen oder Blase, verursacht Schmerzen und Harnverhalt; wird nach dem beteiligten Doṣa in verschiedene Typen unterteilt. Harnstein, Blasenstein
āsrāva
Das Austreten von Körperflüssigkeit oder Sekret, nahezu synonym mit parisrāva. Ausfluss, Sekretion
āśraya
Āśraya bezeichnet den "Sitz" bzw. das Substrat, auf dem sich ein Doṣa oder eine Krankheit manifestiert, etwa im Beziehungsgefüge von Doṣa und betroffenem Gewebe (Dūṣya). Sitz, Substrat
asṛgdara
Asṛgdara ist eine übermäßige oder abnorme Gebärmutterblutung (Menorrhagie), die auf eine Störung von Blut und Doṣas zurückgeführt wird. abnorme Uterusblutung
asṛgdoṣa
Asṛgdoṣa bezeichnet eine krankhafte Störung der Blutqualität bzw. -zusammensetzung (Rakta-Dhātu). Blutstörung
asṛj
Asṛj ist ein Synonym für Rakta, „Blut“, eines der sieben Körpergewebe (Dhātu). Blut
asṛk
Synonym für Blut (rakta), eines der sieben Körpergewebe (dhātus) und Sitz des Pitta-Doṣa. Blut
asṛkkṣaya
Asṛkkṣaya bezeichnet eine Verminderung bzw. Erschöpfung des Blutes (Rakta-Dhātu). Blutschwund
āsthāpana
Eine Form des therapeutischen Klistiers (Vasti) auf Basis von Kräuterabkochungen, Ölen und weiteren Zutaten, die vor allem zur Beruhigung von Vāta eingesetzt wird. dekoktbasiertes Heilklistier
asthi
Eines der sieben Körpergewebe (Dhātus); trägt Struktur und Stabilität des Körpers und wird v. a. Vāta zugeordnet. Knochen(gewebe)
asu
Klassischer Begriff für den Lebensatem bzw. die Lebenskraft, verwandt mit prāṇa. Lebensatem, Leben
aśuddha
Aśuddha bezeichnet eine Substanz, die noch nicht der vorgeschriebenen Reinigungs- bzw. Entgiftungsbehandlung (Śodhana) unterzogen wurde und daher in Rohform als potenziell schädlich gilt. ungereinigt (unverarbeitet)
āsuta
Ein durch Vergärung bzw. Aufguss hergestelltes Präparat, verwandt mit dem Āsava. Vergärungspräparat
aśva
Das Pferd; in Carakas Klassifikation der Fleischnahrung als Vertreter der grasfressenden, huftragenden Tiere eingeordnet. Pferd
āśvāsana
Psychologisch tröstender Zuspruch bzw. beruhigende Zuwendung zum Patienten, Teil der ärztlichen Behandlung insbesondere bei Angst oder Schockzuständen. beruhigender Zuspruch
aśvattha
Aśvattha ist der Heilige Feigenbaum (Pipal), dessen Rinde, Blätter und Milchsaft in zahlreichen Rezepturen unter anderem gegen Hautkrankheiten und Wunden verwendet werden. Heiliger Feigenbaum, Pipal (Ficus religiosa L.)
asveda
Asveda bezeichnet das Ausbleiben der Schweißbildung (Anhidrose), ein Symptom, das insbesondere Vāta- oder Kapha-Störungen zugeschrieben wird. Schweißlosigkeit
ātaṅka
Allgemeiner Begriff für eine, oft akut auftretende, bedrohliche Krankheit; wird gelegentlich synonym zu vyādhi oder roga gebraucht. akute, bedrohliche Krankheit
atasī
Atasī ist der Sanskrit-Name für Leinsamen bzw. die Flachspflanze. Leinsamen (Linum usitatissimum)
atisāra
Durchfallerkrankung, nach Ursache und beteiligten Doshas in mehrere Typen unterteilt. Durchfall
atīsāra
Krankheit mit häufigem, wässrigem oder unförmigem Stuhlgang; wird nach dem beteiligten Doṣa in verschiedene Unterarten differenziert. Durchfall
atisnigdha
Zustand übermäßiger innerer oder äußerer Ölanwendung im Rahmen der Vorbereitungstherapie (snehana), der selbst zu unerwünschten Beschwerden führen kann. Überölung
atiyoga
Eine von drei möglichen Graden der Anwendung einer Therapie oder eines Faktors (neben Unter- und Normalanwendung); übermäßige Anwendung, die zu Nebenwirkungen führen kann. Überanwendung, Übertherapie
ātman
Das individuelle Selbst bzw. die Seele, ein zentraler Begriff der indischen Philosophie, der auch in der Ayurveda-Lehre von Person und Krankheit eine Rolle spielt. Im Quellentext war der Kandidat mit dem deutschen Wort 'selbst' und einem Wortfragment ('tman') vertauscht extrahiert worden. das Selbst, Seele
ātreya
Beiname des legendären Arztes und Lehrers Punarvasu Ātreya, auf dessen Unterweisung die im Caraka-Saṃhitā überlieferte Lehrtradition zurückgeführt wird. Ātreya Punarvasu (Lehrerfigur)
ātura
Der Kranke bzw. Patient, Standardbezeichnung in den medizinischen Texten für die zu behandelnde Person. Patient, Kranker
atyagni
Atyagni bezeichnet ein krankhaft gesteigertes Verdauungsfeuer (agni), das zu übermäßigem Hunger und rascher Verdauung führt – ein Zustand, der ebenso als Störung gilt wie ein zu schwaches Feuer. übermäßiges Verdauungsfeuer
ātyayika
Ātyayika bezeichnet einen akuten, potenziell lebensbedrohlichen Krankheitszustand, der sofortige ärztliche Intervention erfordert. akut, lebensbedrohlich
audbhida
Klassifikationsbegriff für Substanzen pflanzlichen bzw. aus der Erde hervorsprießenden Ursprungs, im Gegensatz zu tierischem (jaṅgama) oder mineralischem (pārthiva) Ursprung. pflanzlichen Ursprungs
auṣadha
Auṣadha ist der allgemeine Grundbegriff für ein Heilmittel bzw. eine Arznei in der ayurvedischen Pharmakologie. Heilmittel, Arznei
auṣṇya
Auṣṇya bezeichnet die Eigenschaft der Wärme bzw. Hitze als eine der grundlegenden Qualitäten (guṇa), die zur Beurteilung von Speisen, Substanzen und Körperzuständen dient. Wärme(qualität)
avacūrṇana
Äußerliche Anwendungstechnik, bei der Wunden oder Hautstellen mit feinem Arzneipulver bestäubt werden. Bestäuben
avadaṃśa
Kleine Beilagen bzw. Häppchen, die traditionell zusammen mit alkoholischen Getränken gereicht werden. Beilage (zu Getränken)
avagāha
Avagāha ist eine therapeutische Bäderanwendung, bei der der Patient in eine medizinisch aufbereitete Flüssigkeit eintaucht. Tauchbad
avagāhana
Avagāhana ist eine Form der Wasserbehandlung, bei der der Körper zu therapeutischen Zwecken vollständig in Wasser oder einen medizinischen Sud getaucht wird. Tauchbad
āvaraṇa
Die Blockade bzw. Umhüllung eines Doṣa, meist des nach oben oder außen strebenden Vāta, durch ein anderes Doṣa oder Gewebe, wodurch dessen normale Bewegung behindert wird. Verdeckung, Obstruktion
avasādana
Avasādana bezeichnet ein therapeutisches Verfahren, das Schwellung, Spannung oder überschüssige Kraft eines Gewebes bzw. Doṣas mindert; vgl. das Adjektiv avasādin (geschwächt). Abschwellung, Kräfteschwächung
avasādin
Avasādin beschreibt einen Zustand bzw. eine Wirkung, die Kraft und Spannung eines Gewebes oder Doṣas mindert oder erschöpft; verwandt mit avasādana. kraftlos, erschöpfend
avaseka
Avaseka bezeichnet das therapeutische Übergießen bzw. Beträufeln des Körpers mit medizinischen Flüssigkeiten (Ölen, Absuden) als äußerliche Anwendung, u.a. bei Hautkrankheiten und Fieber. Übergießung (Affusionstherapie)
avasthā
Avasthā bezeichnet den jeweiligen Zustand bzw. das Stadium, in dem sich ein Dosha oder eine Krankheit im Verlauf befindet. Krankheitsstadium, Zustand
avidāhin
Avidāhin beschreibt Nahrungsmittel, die keine "brennende" Verdauungsreaktion (vidāha, z.B. Sodbrennen oder Übersäuerung) hervorrufen, und gilt damit als erwünschte diätetische Eigenschaft. nicht-brennend (Speisequalität)
avipāka
Avipāka bezeichnet eine gestörte Verdauung infolge eines geschwächten Verdauungsfeuers (Agni), bei der unverdaute Nahrungsreste (Āma) zurückbleiben. Verdauungsstörung
avirecya
Avirecya bezeichnet Zustände oder Patienten, für die eine Abführtherapie (Virecana) kontraindiziert ist. nicht für Abführtherapie geeignet
avṛṣya
Eigenschaft eines Mittels, das die Zeugungskraft bzw. sexuelle Potenz mindert – das Gegenteil eines Aphrodisiakums (vṛṣya). Die automatisch extrahierte Glosse 'aphrodisierend' gibt die Bedeutung irreführend verkehrt wieder. die Potenz mindernd
avyakta
Avyakta ("das Unentfaltete/Unmanifeste") ist ein Begriff der Sāṃkhya-Philosophie für den ungeformten Urgrund (Prakṛti) vor seiner Entfaltung in die materielle Welt und wird in der Ayurveda-Kosmologie und Embryologie rezipiert. das Unmanifeste
āyāma
Ein krampfartiges Verspannen der Muskulatur bzw. Sehnen, das häufig im Zusammenhang mit Vāta-Störungen genannt wird. Muskelkrampf, Spasmus
āyatana
Āyatana bezeichnet den "Träger" bzw. Bereich, in dem sich eine Krankheit manifestiert oder ihre Ursache verortet ist, z.B. Körper, Sinnesorgane, Geist, und dient in der Nidāna-Lehre der systematischen Einordnung von Krankheitsursachen. Sitz, Ursachenbereich
ayoga
Ayoga bezeichnet die unzureichende Anwendung bzw. Dosierung einer Therapie – einen von drei möglichen Dosierungsfehlern neben richtiger (Samyak) und übermäßiger (Atiyoga) Anwendung. Unterdosierung
āyus
Das Leben bzw. die Lebensspanne, definiert als Verbindung von Körper, Sinnen, Geist und Selbst; namengebend für den Begriff Āyurveda („Wissen vom Leben“). Lebensspanne, Leben
badara
Badara ist die Brustbeere bzw. Jujube, deren Früchte roh oder getrocknet als Nahrungs- und Heilmittel dienen. Brustbeere, Jujube (Ziziphus mauritiana)
badarī
Badarī ist die Jujube (Brustbeere), deren Früchte als Nahrungs- und Heilmittel geschätzt werden. Jujube (Ziziphus mauritiana Lam.)
baddhagudodara
Baddhagudodara bezeichnet eine Form der Bauchwassersucht (udara-Krankheit), die durch eine Verstopfung bzw. Verengung des Enddarms entsteht. Bauchleib durch Darmverschluss
baddhodara
Baddhodara ist eine Form der Bauchwassersucht (Udara), die durch Verstopfung bzw. Obstruktion des Darms gekennzeichnet ist. obstruktive Bauchwassersucht
bādhirya
Bādhirya bezeichnet Schwerhörigkeit bzw. Taubheit als eigenständiges Krankheitsbild. Schwerhörigkeit
bahirvega
Bahirvega bezeichnet die äußerlich manifeste, sichtbare Phase des Ausbruchs einer Krankheit, im Gegensatz zur inneren Phase (antarvega). äußere Ausbruchsphase
bahusrāva
Bahusrāva bezeichnet einen übermäßig starken, profusen Ausfluss oder Sekretfluss, etwa aus einer Wunde oder Körperöffnung. starker Ausfluss
bala
Die körperliche Stärke bzw. Widerstandskraft/Immunität eines Menschen, ein zentraler diagnostischer und prognostischer Faktor. körperliche Kraft, Widerstandskraft
bāla
Wörtlich 'Kind'; im übertragenen Sinn auch Bezeichnung für einen unwissenden bzw. unerfahrenen Menschen im Gegensatz zum kundigen Arzt. Kind, Unwissender
balātaila
Balātaila ist ein medizinisches Öl, das mit der Wurzel der Pflanze Balā (Sida cordifolia) versetzt und zur äußeren Anwendung, unter anderem bei Vāta-Störungen, verwendet wird. Balā-Öl
balya
Balya bezeichnet eine Wirkqualität von Substanzen oder Therapien, die die körperliche Kraft (bala) steigern. kräftigend, stärkend
barhi
Barhi bezeichnet den Pfau; Teile des Tieres, etwa Federn, finden vereinzelt Erwähnung in Rezepturen bzw. Vergleichen. Pfau
barhin
Barhin bezeichnet den Pfau, dessen Fleisch, Fett bzw. Exkremente in einzelnen Rezepturen der klassischen Texte medizinisch erwähnt werden. Pfau
bastamūtra
Bastamūtra bezeichnet den Harn der Ziege, der wie der Harn anderer Tiere in der Materia medica als Heilmittel, u. a. bei Hautkrankheiten, eingesetzt wird. Ziegenharn
basti
Basti bezeichnet die therapeutische Einführung flüssiger (öliger oder dekokthaltiger) Heilmittel über den After (Klistier/Einlauf); eines der fünf klassischen Ausleitungsverfahren (pañcakarma). medizinisches Klistier, Einlauf
bastikarma
Bastikarma bezeichnet die Klistierbehandlung (basti), eine der fünf klassischen Ausleitungstherapien (pañcakarma). Klistierbehandlung
bhagandara
Eine der acht 'großen' chirurgisch bedeutsamen Erkrankungen bei Sushruta: eine Fistelbildung im Bereich des Anus, deren Behandlung ausführlich beschrieben wird. Analfistel
bhagna
Sanskrit-Begriff für einen Knochenbruch; die klassischen Texte widmen der Diagnose und Schienung von Frakturen (bhagna-cikitsā) ein eigenes Kapitel. Knochenbruch
bhaiṣajya
Bhaiṣajya ist der allgemeine Begriff für Heilmittel bzw. Arznei im weitesten Sinn. Heilmittel, Arznei
bhakṣya
Bhakṣya bezeichnet feste, zu kauende Nahrung und bildet eine der klassischen vier Kategorien der Nahrungsaufnahme (neben getrunkener, geleckter und gesaugter Speise). feste, zu kauende Speise
bhallātaka
Bhallātaka, die Tintennuss, liefert eine scharfe, ätzende Frucht, die nach spezieller Entgiftung (Śodhana) u. a. gegen Hämorrhoiden und Hautkrankheiten verwendet wird. Tintennuss (Semecarpus anacardium L.f.)
bhasman
Bhasman bezeichnet ein durch wiederholtes Kalzinieren hergestelltes Asche-Präparat aus Metallen, Mineralien oder Muschelschalen, das in fein aufbereiteter Form medizinisch verabreicht wird. kalzinierte Mineral-/Metallasche
bhāvanā
Bhāvanā bezeichnet ein pharmazeutisches Verarbeitungsverfahren, bei dem eine Droge wiederholt mit einer Flüssigkeit (etwa Pflanzensaft) verrieben und getrocknet wird, um ihre Wirkkraft zu steigern. Verreibung mit Flüssigkeit
bhāvita
Bhāvita beschreibt eine Substanz, die im Rahmen des Bhāvana-Verfahrens wiederholt mit einer Flüssigkeit durchtränkt und getrocknet wurde, um ihre Wirkung zu verstärken. eingeweicht, imprägniert
bhedana
Eine kräftige abführende Behandlung, die verhärteten Stuhl aufspaltet und ausleitet, stärker als das milde sraṃsana. Die automatisch extrahierte Glosse 'Stuhl' greift zu kurz. stuhlspaltendes Abführmittel
bhedinī
Bezeichnung für Substanzen mit abführender, stuhllösender Wirkung (bhedana); eine der pharmakologischen Wirkungskategorien der ayurvedischen Arzneilehre, Gegenstück zu saṅgrāhin (stopfend). abführend wirkend
bheṣaja
Allgemeiner Begriff für Arznei oder Heilmittel jeglicher Art; eine der vier Säulen der Therapie (neben Arzt, Patient und Pflegepersonal). Heilmittel, Arznei
bhiṣagvid
Bhiṣagvid ("der die Heilkunde Kennende") bezeichnet den ausgebildeten, kompetenten Arzt bzw. Heiler; Synonym zu vaidya und cikitsaka. kundiger Arzt
bhiṣaj
Die klassische Bezeichnung für den (Ayurveda-)Arzt bzw. Heilkundigen. Arzt
bhojya
Bhojya bezeichnet feste, zu kauende Nahrung – eine von mehreren klassischen Nahrungskategorien neben Getränken (Peya), Saugbarem (Coṣya) und Leckbarem (Lehya). feste Nahrung
bhrama
Symptom bzw. eigenständige Störung mit Gefühl von Drehschwindel oder Benommenheit, meist Vāta- oder Pitta-bedingt. Schwindel
bhraṃśa
Bhraṃśa bezeichnet allgemein das Herabsinken oder den Funktionsverlust eines Organs (Prolaps) sowie übertragen das Wiederauftreten einer Krankheit (Rückfall). Verfall, Prolaps, Rückfall
bhūrja
Bhūrja ist die Himalaya-Birke, deren Rinde traditionell als Schreibmaterial und in geringerem Umfang auch medizinisch verwendet wurde. Birke (Betula utilis)
bhūta
In der Lehre der Bhūtavidyā (einem der acht klassischen Zweige der Ayurveda-Medizin) gelten bestimmte psychische Störungen als durch Geister oder übernatürliche Wesen verursacht. Geister, Dämonen
bhūtagraha
Bhūtagraha bezeichnet eine durch das "Ergriffensein" (graha) von Geistwesen (bhūta) verursachte psychische oder körperliche Störung, eine Kategorie der Dämonologie/Psychiatrie (bhūtavidyā). Dämonenbesessenheit
bhūtātman
Bhūtātman bezeichnet in der ayurvedischen Philosophie den an die materiellen Elemente (bhūta) gebundenen Aspekt des Selbst, im Unterschied zum reinen, universellen Selbst (paramātman). elementares Selbst
bīja
In der Embryologie die 'Samen'-Substanz von Vater und Mutter (vergleichbar Spermium/Ovum), aus deren Vereinigung der Embryo entsteht; im botanischen Sinn auch schlicht 'Pflanzensamen'. Same, Keimanlage
bījapūraka
Die Zitronatzitrone, deren dicke, aromatische Schale und Fruchtfleisch in Verdauungsmitteln verwendet werden. Zitronatzitrone (Citrus medica)
bījopaghāta
Schädigung des "Samens" bzw. der Keimsubstanz (bīja) der Eltern, die nach ayurvedischer Vorstellung zu erblich bedingten Krankheiten bei den Nachkommen führen kann. Keimschädigung
bilva
Bilva, die Bengalische Quitte, liefert eine Frucht, deren unreifes Fruchtfleisch traditionell gegen Durchfall und Verdauungsstörungen eingesetzt wird; der Baum gehört zudem zu den fünf Wurzeln des Daśamūla. Bengalische Quitte (Aegle marmelos (L.) Corrêa)
bisa
Bisa bezeichnet die feinen Faserfäden aus dem Wurzelstock der Lotuspflanze, die in kühlenden, schleimlösenden Zubereitungen verwendet werden. Lotusfaser (Nelumbo nucifera)
bisagranthi
Vergleichsbegriff für eine knotige Struktur, die mit den Knoten des Lotosstängels (bisa) verglichen wird, etwa bei der Beschreibung von Gefäß- oder Gewebeknoten. Knoten wie am Lotosstängel
bradhna
Bradhna bezeichnet eine krankhafte Schwellung des Hodensacks, vergleichbar einer Hydrozele oder Hernie, die in Suśrutas chirurgischer Nosologie beschrieben wird. Hodenschwellung
brahmacarya
Brahmacarya bezeichnet die sexuelle Enthaltsamkeit bzw. Mäßigung, eine der neben Ernährung und Schlaf empfohlenen Lebensregeln zur Gesunderhaltung. sexuelle Enthaltsamkeit
bṛṃhaṇa
Eine gewebeaufbauende, kräftigende Therapieform, meist bei Erschöpfungs- und Abmagerungszuständen; Gegenstück zur reduzierenden laṅghana-Therapie. aufbauende, nährende Therapie
bṛṃhaṇīya
Bṛṃhaṇīya bezeichnet eine Klasse von Substanzen bzw. Therapien mit aufbauender, gewebevermehrender Wirkung, die zur Gewichtszunahme und Kräftigung eingesetzt werden; Gegenbegriff ist laṅghana ("abmagernd"). aufbauend, gewichtsfördernd
buddhi
Buddhi bezeichnet den Verstand bzw. die Urteilskraft, eines der inneren Organe (antaḥkaraṇa) neben manas (Geist) und ahaṃkāra (Ichbewusstsein). Verstand, Intellekt
caitya
Caitya bezeichnet eine Kultstätte oder einen als heilig verehrten Baum bzw. Hain, der etwa bei der Standortwahl für Gebäude oder Behandlungsstätten Erwähnung findet. Kultstätte, heiliger Baum
caṇaka
Caṇaka ist die Kichererbse, deren Samen als eiweißreiche Hülsenfrucht in Diät und Medizin, u.a. bei Fettleibigkeit und Hautkrankheiten, verwendet werden. Kichererbse (Cicer arietinum L.)
candana
Candana ist das Sandelholz, ein aromatisches, kühlendes Holz, das in Pasten gegen Hauterkrankungen und Fieber verwendet wird. Im Quelldatensatz waren Begriff und Glosse vertauscht. Sandelholz (Santalum album)
cāṅgerī
Cāṅgerī bezeichnet den Sauerklee, ein saures, kühlendes Kraut, das in der Ayurveda-Medizin u. a. bei Verdauungsstörungen und Durchfall eingesetzt wird. Sauerklee (Oxalis corniculata L.)
caraṇāyudha
Caraṇāyudha ('der die Füße als Waffe hat') bezeichnet Hähne bzw. sporntragende Vögel; ihr Fleisch bildet eine eigene Kategorie in der Fleischklassifikation. Kampfhahn (Fleischklassifikation)
carman
Haut bzw. Fell/Leder, sowohl als anatomischer Begriff für die Körperhaut als auch für tierische Häute als Rohstoff. Haut, Fell
cāṣa
Die Blauracke (Indian Roller), ein Vogel, der in Carakas Klassifikation der Vögel nach Lebensraum und Nahrung aufgeführt wird. Blauracke
catuḥsneha
Die vier klassischen öligen bzw. fetten Substanzen (Ghee, Öl, Knochenmark, Fettgewebe), die in der Ölungstherapie (snehana) verwendet werden. die vier Fette
caturthaka
Ein Fiebertyp, der jeden vierten Tag wiederkehrt. Quartanfieber
cetanā
Cetanā bezeichnet das Bewusstsein bzw. den belebenden Geist, dessen Vorhandensein den lebenden Organismus vom toten Körper unterscheidet. Bewusstsein, Lebensgeist
cetana
Bezeichnet das Belebtsein bzw. die bewusste Seele (puruṣa/ātman), die einen Organismus von unbelebter Materie unterscheidet; zentraler Begriff der ayurvedischen Anthropologie. Beseeltheit, Bewusstsein
cetas
Cetas ist ein Synonym für manas bzw. citta und bezeichnet den Geist oder das Bewusstsein als Sitz von Denken und Empfinden. Geist, Bewusstsein
chagalī-payas
Chagalī-payas ist Ziegenmilch, die in der Ayurveda-Diätetik als leicht verdauliches, ausgleichendes Nahrungsmittel und Arzneiträger geschätzt wird. Ziegenmilch
chardana
Das Erbrechen, sowohl als Krankheitssymptom als auch als absichtlich herbeigeführte reinigende Maßnahme (vgl. vamana). Erbrechen
chardi
Spontanes, krankhaftes Erbrechen als Symptom bzw. Krankheitsbild, im Unterschied zum therapeutisch herbeigeführten Erbrechen (vamana). Erbrechen (als Symptom)
chedana
Chedana bezeichnet das chirurgische Herausschneiden von krankhaftem Gewebe, eine der acht klassischen chirurgischen Grundtechniken (śastrakarma). Herausschneiden, Exzision
chidrodara
Eine schwere, meist lebensbedrohliche Form der Bauchwassersucht, bei der ein Leck bzw. eine Perforation im Verdauungstrakt zu Flüssigkeitsansammlung führt. durchbruchsbedingte Bauchwassersucht
cikitsā
Cikitsā ist der Grundbegriff für die ärztliche Behandlung bzw. Therapie und bezeichnet zugleich den Abschnitt „Cikitsāsthāna“ der Klassiker, der sich mit der Behandlung einzelner Krankheiten befasst. Behandlung, Therapie
cintā
Übermäßiges Sorgen bzw. Grübeln; in der Ayurveda-Psychologie eine Ursache psychosomatischer Störungen. Sorge, Grübeln
cirakārin
Cirakārin beschreibt eine langsam bzw. protrahiert wirkende oder verlaufende Krankheit oder Behandlung. langwierig, chronisch verlaufend
citraka
Citraka ist die Bleiwurz, eine scharfe, verdauungsfördernde Pflanze, deren Wurzel traditionell zur Anregung des Verdauungsfeuers eingesetzt wird. Bleiwurz (Plumbago zeylanica L.)
citta
Das Denkvermögen bzw. der Geist als psychisches Organ, häufig zusammen mit manas (Sinnesorgan des Geistes) und buddhi (Intellekt) genannt. Denken, Geist
cūrṇa
Ein feines Pulver aus einer oder mehreren getrockneten Drogen, eine der einfachsten und häufigsten Arzneiformen. Pulver
cūrṇapradeha
Eine äußerlich angewendete dicke Paste oder Auflage aus feinem Arzneipulver (cūrṇa), die auf die Haut aufgetragen wird. Pulverauflage
cūṣaṇa
Cūṣaṇa bezeichnet das therapeutische Aussaugen von Gift oder Sekret aus einer Wunde oder Bissstelle, etwa nach Schlangen- oder Insektenbissen. Aussaugen (Wundbehandlung)
dadhi
Dadhi bezeichnet gesäuerte Dickmilch (Joghurt), ein in der klassischen Diätetik vielfach verwendetes und differenziert bewertetes Milchprodukt. Dickmilch, Joghurt
dadhimastu
Dadhimastu bezeichnet die aus geronnener Milch (dadhi) abgeschiedene Molke, die diätetisch und medizinisch verwendet wird; verwandt mit dem einfachen mastu. Molke aus Dickmilch
dadhyamla
Dadhyamla bezeichnet sauer gewordene Dickmilch bzw. Joghurt, eine in Diätetik und Rezepturen verwendete Milchzubereitung. saure Dickmilch
dāḍima
Der Granatapfel, dessen Frucht und Rinde wegen ihrer adstringierenden, verdauungsfördernden Wirkung geschätzt werden. Der Sanskrit-Terminus wurde im Quellenauszug nur als Fragment ('ima') neben dem deutschen Wort 'Granatapfel' erfasst und hier zu dāḍima rekonstruiert. Granatapfel (Punica granatum)
dadru
Eine Hautkrankheit vom Typ der Dermatophytose (Ringelflechte); zählt zu den Kuṣṭha-Hauterkrankungen. Ringelflechte
dāha
Ein brennendes Hitzegefühl im Körper, meist als Symptom einer Pitta- oder Blutstörung (raktapitta) beschrieben. Brennen, Hitzegefühl
daivavyapāśraya
Die 'auf das Göttliche gestützte' Therapieform, die spirituelle und rituelle Maßnahmen wie Mantren, Opfer oder Sühnehandlungen umfasst; eine von drei Grundarten der Behandlung neben rationaler (yuktivyapāśraya) und psychologischer (sattvāvajaya) Therapie. spirituelle Therapie
daṃśa
Daṃśa bezeichnet den Biss eines Tieres, etwa einer Schlange oder eines Insekts, sowie die dadurch entstandene Bissstelle bzw. -wunde. Biss, Bissstelle
darśana
Darśana bezeichnet die philosophische Erkenntnis bzw. ein philosophisches Lehrsystem und daneben auch die unmittelbare Wahrnehmung bzw. Einsicht. Einsicht, philosophische Sicht
dāru
Wörtlich 'Holz'; steht in der Materia medica meist verkürzt für Devadāru, die Himalaya-Zeder, deren Holz und Harz entzündungshemmend eingesetzt werden. Zeder (Devadāru) (Cedrus deodara)
dārvī
Die Indische Berberitze, deren gelbes Holz wegen seiner adstringierenden und antimikrobiellen Wirkung vor allem bei Augen- und Hautleiden verwendet wird. Berberitze (Berberis aristata)
darvī
Ein löffel- bzw. schöpfkellenförmiges Gerät; im chirurgischen Kontext des Suśruta auch Bezeichnung für ein sondenartiges Instrument. Nicht zu verwechseln mit dārvī (Berberitze, langes ā). Löffel, Sonde
darvīkara
Darvīkara ("der eine Kelle/Haube Bildende") bezeichnet eine Giftschlange mit aufblähbarer Halshaut, also eine kobraartige Schlange, in der klassischen Schlangenkunde (sarpavidyā). Hutschlange (Kobra)
daśamūla
Eine klassische Kombination aus zehn Heilpflanzenwurzeln (fünf krautige, fünf holzige Arten), die als vielseitig einsetzbares entzündungshemmendes und stärkendes Dekokt gilt; auch als daśamūlī bezeichnet. die zehn Wurzeln
daurbalya
Daurbalya bezeichnet allgemeine körperliche Schwäche bzw. Kraftlosigkeit, ein häufig genanntes Symptom zahlreicher Erkrankungen und Erschöpfungszustände. Schwäche
daurgandhya
Daurgandhya bezeichnet üblen Körper- oder Mundgeruch, der als Krankheitszeichen beschrieben wird. Körpergeruch
devadāru
Die Himalaya-Zeder, deren Holz und Harz in der Ayurveda-Medizin u. a. gegen Fieber, Hautkrankheiten und Atemwegsbeschwerden eingesetzt werden. Himalaya-Zeder (Cedrus deodara)
dhāma
Dhāma bezeichnet den 'Sitz' bzw. Ort, an dem sich ein Dosha oder eine Krankheit vorrangig aufhält oder manifestiert. Sitz einer Störung
dhamanī
Dhamanī bezeichnet die Blutgefäße bzw. Arterien, durch die Blut und andere Körperflüssigkeiten zirkulieren. Blutgefäße, Arterien
dhanvaja
Dhanvaja bezeichnet Tiere oder Pflanzen, die aus trockenem, aridem Gelände (dhanvan) stammen, im Rahmen der Landschaftsklassifikation. aus Trockengebiet stammend
dhanvan
Dhanvan bezeichnet trockenes, wüstenartiges Gelände (jāṅgala-deśa) innerhalb der ayurvedischen Landschaftsklassifikation, die Auswirkungen auf Klima, Tiere und Heilpflanzen der Region hat. trockenes, arides Gelände
dhānyaka
Dhānyaka ist der Koriander. Der Quelldatensatz führte den Begriff verkürzt als „dhānya“ (das eigentlich allgemein „Getreide“ bedeutet); die spezifische Glosse „Koriander“ zeigt, dass tatsächlich Dhānyaka gemeint ist. Koriander (Coriandrum sativum)
dhānyāmla
Dhānyāmla bezeichnet eine durch Fermentation von Getreide gewonnene saure Flüssigkeit, die als Verdauungsanregung und Arzneiträger verwendet wird. fermentierte Getreide-Sauerflüssigkeit
dhārāgṛha
Dhārāgṛha bezeichnet einen eigens errichteten Pavillon, in dem kontinuierliche Wasser- bzw. Flüssigkeitsgüsse (dhārā) zu therapeutischen Zwecken verabreicht wurden. Pavillon für Wasserstrahltherapie
dharmaśāstra
Die Gattung der altindischen Rechts- und Pflichtenlehrtexte, die in der klassischen Sanskritliteratur gelegentlich neben medizinischen Werken als normative Autorität zitiert wird. Rechtslehre
dhāroṣṇa
Dhāroṣṇa bezeichnet Milch, die noch warm und unmittelbar nach dem Melken verwendet wird, was ihr besondere diätetische Eigenschaften verleiht. frisch gemolkene, warme Milch
dhātrī
Dhātrī bezeichnet in der Kinderheilkunde (Kaumārabhṛtya) die Amme bzw. Pflegefrau des Säuglings, deren Lebensweise die Muttermilch beeinflusst; als Pflanzenname ist dhātrī zugleich ein Synonym für die Āmalakī-Frucht (Phyllanthus emblica). Amme; auch Beiname der Āmalakī-Frucht
dhātu
Dhātu bezeichnet die sieben grundlegenden Körpergewebe (Nährflüssigkeit, Blut, Muskel-, Fett-, Knochen-, Knochenmarkgewebe und Reproduktionsgewebe), deren geregelte Bildung die physische Konstitution des Körpers trägt. Körpergewebe
dhātukṣaya
Dhātukṣaya bezeichnet die krankhafte Erschöpfung bzw. Abnahme eines oder mehrerer Körpergewebe (Dhātus). Gewebeschwund
dhātuvaiṣamya
Dhātuvaiṣamya bezeichnet das gestörte Gleichgewicht der sieben Körpergewebe (dhātu), das als eine Wurzel von Krankheit gilt. Ungleichgewicht der Körpergewebe
dhī
Das erkennende, unterscheidende Denkvermögen; eine Störung von dhī gilt neben dhṛti und smṛti in der Caraka-Saṃhitā als Ursache von Fehlverhalten und Krankheit (prajñāparādha). Verstand, Intellekt
dhṛti
Dhṛti ist eine geistige Fähigkeit (Willenskraft, Selbstbeherrschung), die in der Ayurveda-Psychologie zu den drei wesentlichen Stützen des Geistes gezählt wird und deren Störung mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Standhaftigkeit, Willenskraft
dhūma
Die therapeutische Inhalation von medizinischem Rauch, vor allem bei Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich. medizinische Rauchinhalation
dhūmapāna
Dhūmapāna ist eine Therapieform, bei der medizinisch wirksamer Rauch, meist über ein Rauchstäbchen (dhūmavarti), inhaliert wird, u. a. zur Behandlung von Kopf- und Atemwegsbeschwerden. Rauchinhalation
dhūmavarti
Dhūmavarti ist ein zu einem Stäbchen geformtes Räuchermittel aus Kräuterpulver, das für die Rauchinhalation (dhūmapāna) angezündet wird. Rauchstäbchen
dhūpa
Dhūpa bezeichnet die therapeutische oder rituelle Räucherung mit brennenden Kräutersubstanzen, u. a. zur Desinfektion von Krankenräumen und Instrumenten. Räucherung
dhūpana
Dhūpana ist eine therapeutische Räucherung, bei der Heilstoffe verbrannt werden, um Patienten oder Räume mit ihrem Rauch zu behandeln bzw. zu reinigen. Räucherung
dhvaja
Dhvaja bedeutet wörtlich "Banner, Flagge" und wird in medizinischen Texten euphemistisch für das männliche Geschlechtsorgan verwendet, etwa im Zusammenhang mit Impotenz (dhvajabhaṅga, wörtlich "Bruch des Banners"). Banner; (euphem.) männliches Glied
dīpana
Ein Mittel, das das Verdauungsfeuer (agni) direkt anregt, ohne notwendigerweise unverdaute Rückstände (āma) zu beseitigen; verwandt mit, aber unterschieden von pācana. verdauungsanregendes Mittel
dīpana-pācana
Dīpana-pācana bezeichnet eine Gruppe von Heilmitteln, die das Verdauungsfeuer (Agni) anregen (dīpana) und unverdaute Stoffe (Āma) verstoffwechseln bzw. verdauen (pācana). verdauungsanregende Mittel
dīpanīya
Bezeichnung für Mittel, die das Verdauungsfeuer (Agni) anregen und den Appetit fördern, eine eigene pharmakologische Wirkstoffklasse. verdauungsanregend
divāsvapna
Das Schlafen am Tage, dessen Nutzen und Schädlichkeit je nach Jahreszeit und Konstitution in der Ayurveda-Literatur diskutiert wird. Tagesschlaf
doṣa
Eine der drei Grundregulationskräfte des Körpers (Vāta, Pitta, Kapha), deren Gleichgewicht als Grundlage der Ayurveda-Physiologie und -Pathologie gilt; wörtlich „Fehler/Verderbnis“. Körpersaft, Humoralfaktor
doṣānulomana
Die Normalisierung bzw. Wiederherstellung der natürlichen Fließrichtung der drei Doṣas als therapeutisches Ziel. Regulierung des Doṣa-Flusses
drākṣā
Die Weintraube bzw. getrocknete Rosine, in der Materia medica als nährend, kühlend und mild abführend beschrieben. Weintrauben, Rosinen (Vitis vinifera)
drākṣārasa
Der Saft der Weintraube, ein mildes, kühlendes und stärkendes diätetisches Getränk. Traubensaft
dravya
Grundbegriff der ayurvedischen Pharmakologie (Dravyaguṇa) für jede stoffliche Substanz – Pflanze, Mineral oder Tierprodukt –, die als Träger von Eigenschaften (guṇa) und Wirkkraft dient. Substanz, Heilstoff
droṇī
Droṇī bezeichnet einen hölzernen Trog oder eine Wanne, wie sie bei bestimmten Formen der Öl- oder Dampfanwendung (droṇī-sveda) zur ganzkörperlichen Behandlung verwendet wird. Trog, Wanne
duḥkha
Grundbegriff der altindischen Philosophie für Leid bzw. Schmerz, dessen Vermeidung eines der Hauptziele der Heilkunde ist. Leiden
durupakrama
Durupakrama beschreibt eine Erkrankung, deren therapeutisches Vorgehen (upakrama) erschwert bzw. schwierig ist; der Begriff gehört zum Vokabular der Prognosebeurteilung (sādhyāsādhya). schwer behandelbar
dūṣīviṣa
Ein abgeschwächtes, latentes Gift, das im Körper verbleibt und erst nach längerer Zeit oder durch auslösende Faktoren Krankheitssymptome hervorruft; eine eigene toxikologische Kategorie. latentes Gift
dūṣya
Bezeichnet die Körpergewebe (Dhātus, Malas u. a.), die von den außer Gleichgewicht geratenen Doṣas befallen und geschädigt werden; zentraler Begriff der Pathogenese-Theorie. vitiiertes Körpergewebe
dvandva
Dvandva bezeichnet Paare gegensätzlicher Einflüsse (etwa Hitze und Kälte, Lust und Schmerz), deren Ertragen bzw. Meiden für die Gesundheit von Bedeutung ist. Gegensatzpaare
dvandvaja
Dvandvaja(-jvara) bezeichnet eine Fieberform, die durch das gleichzeitige Aus-dem-Gleichgewicht-Geraten zweier Doṣas verursacht wird. Fieber aus zwei Doṣas
dveṣa
Eine der grundlegenden mentalen Regungen (neben rāga, Anhaftung), die nach ayurvedischer Psychologie krankheitsfördernd wirken kann. Hass, Abneigung
dvijāti
Bezeichnung für Angehörige der oberen Kasten, insbesondere Brahmanen, die durch eine Initiationszeremonie als "zweimal geboren" gelten; taucht u. a. in Diät- und Verhaltensvorschriften auf. Zweimalgeborener (Brahmane)
elā
Die aromatischen Samenkapseln des Kardamoms, ein häufiges Gewürz und Bestandteil zahlreicher Arzneirezepturen, besonders bei Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden. Kardamom (Elettaria cardamomum)
eṇa
Eṇa bezeichnet eine Antilopen- bzw. Hirschart, deren Fleisch in der klassischen Diätetik als Wildfleisch (mṛga-Gruppe) eingeordnet wird. Hirschantilope
eraṇḍa
Rizinusstrauch, dessen Öl in der ayurvedischen Medizin vor allem als mildes Abführmittel und bei rheumatischen Beschwerden verwendet wird. Rizinus (Ricinus communis)
ervāru
Eine Kürbisgewächs-Art, deren Samen kühlend und harntreibend eingesetzt werden; botanische Zuordnung mit gewisser Unsicherheit. Ackermelone/Schlangengurke (Cucumis melo)
eṣaṇa
Eṣaṇa bezeichnet das Sondieren einer Wunde oder Fistel mit einer Sonde (ebenfalls eṣaṇa genannt), eines der von Suśruta beschriebenen stumpfen chirurgischen Instrumente. Sondierung, Wundsonde
gairika
Gairika ist ein eisenoxidhaltiges rotes Ockerpigment, das äußerlich zur Wundheilung und bei Hautleiden verwendet wird. roter Ocker
gaja
Der Elefant, in der klassischen Tierklassifikation als großes pflanzenfressendes Tier eingeordnet. Elefant
galagraha
Eine krampfartige Verengung bzw. Blockade im Halsbereich, die Schlucken und Atmung beeinträchtigt, auf gestörtes Vāta zurückgeführt. Halsklemme
gambhīra
Beschreibt eine tiefe bzw. tiefliegende Beschaffenheit, etwa eines Pulses, eines Nabels oder eines Symptoms. tief, tiefliegend
gaṇa
Gaṇa bezeichnet eine Gruppe von Heilpflanzen, die nach einer gemeinsamen therapeutischen Wirkung klassifiziert werden, etwa die von Caraka beschriebenen fünfzig Pflanzengruppen. Heilpflanzengruppe
gandha
Eine der grundlegenden, an Substanzen wahrnehmbaren Eigenschaften (neben Rasa, Guṇa, Vīrya und Vipāka) in der Dravyaguṇa-Pharmakologie. Geruch (Substanzeigenschaft)
gara
Gara bezeichnet ein künstlich zusammengesetztes ('kompoundiertes') Gift im Unterschied zu natürlichem Pflanzen- oder Tiergift; die im Quellmaterial zugeordnete Glosse 'Trockeningwer' beruht auf einem Extraktionsfehler und wurde hier korrigiert. künstliches Gift
garbha
Bezeichnet den Embryo bzw. Fötus; die ayurvedische Embryologie (Garbhaśārīra) beschreibt dessen Entstehung, Entwicklung und Pflege. Embryo, Leibesfrucht
garbhāśaya
Garbhāśaya, wörtlich „Behälter des Embryos“, bezeichnet die Gebärmutter. Gebärmutter
garbhāvakrānti
Bezeichnet den Vorgang der Empfängnis und embryonalen Entwicklung; Titel eines eigenen Kapitels im Śārīrasthāna der Caraka-Saṃhitā. Embryonalentwicklung
garbhiṇī
Garbhiṇī bezeichnet die schwangere Frau; für sie gelten in den Texten eigene diätetische und verhaltensbezogene Regeln (Garbhiṇī-Paricaryā) zum Schutz von Mutter und Kind. Schwangere
gaurava
Gaurava bezeichnet sowohl die Qualität "Schwere" (guru-Eigenschaft) als auch das Symptom eines subjektiven Schweregefühls im Körper, das typischerweise mit einer Kapha-Störung einhergeht. Schwere (Eigenschaft/Symptom)
gavya
Gavya bezeichnet allgemein von der Kuh stammende Produkte, insbesondere Rindfleisch bzw. Rindererzeugnisse; vergleiche das speziellere pañcagavya, die fünf Kuhprodukte. von der Kuh stammend
ghana
Ghana bezeichnet einen festen, eingedickten Extrakt einer Heildroge, der durch Einkochen eines Suds bis zur festen Konsistenz gewonnen wird. Der Quelleneintrag verwechselte den Begriff mit „Musta“, das eigentlich eine eigene Droge (Cyperus rotundus) bezeichnet. fester Extrakt, Dickextrakt
ghanakapha
Ghanakapha bezeichnet dickflüssigen, verdichteten Schleim (Kapha), der z. B. Atemwege verlegen kann. verdichteter Schleim
gharmāmbu
Gharmāmbu bezeichnet erhitztes bzw. heißes Wasser, das therapeutisch verabreicht oder äußerlich angewendet wird. heißes Wasser
ghrāṇa
Das Riechorgan, eines der fünf Sinnesorgane; ihm ist das Erdelement zugeordnet, sein Objekt ist der Geruch. Nase (Sinnesorgan)
ghreya
Ghreya bezeichnet eine zum Riechen bzw. Einatmen bestimmte Substanz, etwa im Kontext der Nasen- und Geruchstherapie (nasya/ghrāṇa). Riechbares, Inhalationsmittel
ghṛta
Ghṛta bezeichnet geklärte Butter (Ghee), eine der wichtigsten Trägersubstanzen der Ayurvedischen Arzneizubereitung und ein zentrales Mittel der Ölungstherapie (snehana). geklärte Butter (Ghee)
ghurghuraka
Ghurghuraka bezeichnet ein rasselndes, röchelndes Atemgeräusch, das in der klassischen Symptomatik unter anderem als Vorzeichen des nahenden Todes beschrieben wird. Röcheln
glāni
Glāni, Erschöpfung bzw. Mattigkeit, ist ein häufig genanntes Schwächesymptom in Krankheitsbeschreibungen. Erschöpfung
godhā
Godhā ist der Waran, dessen Fleisch in den diätetischen Kapiteln mit bestimmten Eigenschaften beschrieben wird. Waran
godhūma
Der Weizen, ein Grundnahrungsmittel, das in der ayurvedischen Diätetik als nährend, aufbauend und Kapha-fördernd gilt. Weizen (Triticum aestivum)
godhūmacūrṇa
Godhūmacūrṇa ist gemahlenes Weizenmehl, das als nährendes Nahrungsmittel und als Grundlage für Umschläge und Breie verwendet wird. Weizenmehl (Triticum aestivum L.)
gokṣura
Eine dornige, bodennah wachsende Pflanze, deren Früchte in der Ayurveda-Medizin vor allem bei Harnwegsbeschwerden eingesetzt werden. Erdburzeldorn (Tribulus terrestris)
gomūtra
Der Urin der Kuh, der in der Ayurveda-Medizin äußerlich und innerlich als reinigendes und entgiftendes Mittel verwendet wird. Kuhurin
gopitta
Gopitta ist die Galle des Rindes, die als Bestandteil äußerlicher und innerer Heilmittel, unter anderem bei Augenleiden, verwendet wird. Rindergalle
gorasa
Sammelbegriff für Milchprodukte wie Milch, Joghurt, Butter, Ghee und Buttermilch, wörtlich 'Kuh-Saft', wichtiger Bestandteil der Diätetik. Milchprodukte
gośvaśakṛdrasa
Gośvaśakṛdrasa bezeichnet einen aus dem Kot von Rind und Hund gewonnenen Saft bzw. Extrakt, der in der Toxikologie u. a. als Gegenmittel erwähnt wird. Extrakt aus Rinder- und Hundekot
graha
In der Bhūtavidyā ein 'ergreifendes' übernatürliches Wesen (Planet, Geist, Dämon), dem bestimmte akute oder psychische Erkrankungen, besonders bei Kindern (Bālagraha), zugeschrieben werden. krankheitsverursachende Wesenheit
grahaṇī
Bezeichnet den Sitz des Verdauungsfeuers (Agni) im oberen Dünndarm sowie übertragen die Verdauungskraft selbst; als Krankheitsname (grahaṇī-doṣa/grahaṇī-roga) auch eine chronische Verdauungsstörung mit unregelmäßiger Stuhlbeschaffenheit. Verdauungskraft, Dünndarmbereich
grahaṇīdoṣa
Die krankhafte Störung der grahaṇī (des Verdauungssitzes/-feuers), die zu chronischen Verdauungsbeschwerden mit wechselndem Stuhlgang führt; eng verwandt mit grahaṇī selbst. Störung der Verdauungskraft
grāhi
Grāhi bezeichnet eine adstringierende, stuhlbindende pharmakologische Eigenschaft bzw. entsprechende Substanzen zur Behandlung von Durchfall. stopfend, stuhlbindend
grāhī
Pharmakologische Eigenschaft einer Substanz, den Stuhl zu binden bzw. Durchfall entgegenzuwirken. stuhlfestigende Wirkung
grāhin
Eigenschaft eines Mittels, das den Stuhl festigt bzw. bindet, verwendet gegen Durchfall. stuhlfestigend
granthi
Granthi bezeichnet eine knotige, meist gutartige Gewebeneubildung (etwa eine zystische oder drüsige Schwellung), die von der bösartigen Geschwulst (arbuda) unterschieden wird. Knoten, gutartige Geschwulst
gṛdhrasī
Gṛdhrasī ist die klassische Bezeichnung für die Ischiasneuralgie, ein durch Vāta verursachtes Schmerzsyndrom, das vom Gesäß über die Beinrückseite ausstrahlt. Ischias
gṛhadhūma
Gṛhadhūma bezeichnet den Ruß aus der häuslichen Feuerstelle, der äußerlich unter anderem bei bestimmten Augen- oder Hautleiden angewendet wird. Herdruß, Hausruß
gṛhagodhikā
Gṛhagodhikā bezeichnet die im Haus lebende Eidechse (Gecko); ihr Biss und vermeintliches Gift werden in der Toxikologie (agada-tantra) besprochen. Hauseidechse, Gecko
grīṣma
Grīṣma, der Sommer, ist eine der sechs Jahreszeiten (Ṛtu), um die die Empfehlungen der saisonalen Lebensführung (Ṛtucaryā) organisiert sind. Sommer (Jahreszeit)
gṛñjanaka
Die Küchenzwiebel, in der Diätetik u. a. als verdauungsförderndes, scharfes Nahrungsmittel beschrieben. Zwiebel (Allium cepa)
guda
Guda bezeichnet in der Anatomie den After bzw. unteren Enddarmabschnitt; als Ernährungsbegriff bezeichnet dasselbe Wort auch den unraffinierten Rohrzucker (Jaggery), eine häufige Zutat medizinischer Zubereitungen. After; auch Rohrzucker/Jaggery
gudabhraṃśa
Gudabhraṃśa bezeichnet den Vorfall des Enddarms (Rektumprolaps) aus dem After. Mastdarmvorfall
gudaja
Gudaja, wörtlich „im After entstanden“, bezeichnet Hämorrhoiden als spezielle Unterform der Arśas (Hämorrhoidalleiden). Hämorrhoiden
gudalepa
Gudalepa bezeichnet das äußerliche Auftragen einer Salbe oder Paste auf den After, etwa zur Behandlung von Hämorrhoiden oder Analleiden. Aftereinreibung, Analsalbe
gudaniḥsaraṇa
Gudaniḥsaraṇa bezeichnet den Vorfall (Prolaps) des Enddarms bzw. Rektums aus dem Anus. Rektumprolaps
gudavali
Die ringförmigen Schleimhautfalten des Analkanals, anatomisch relevant u. a. für die Klassifikation von Fisteln (bhagandara) und Hämorrhoiden. Analfalten
gulma
Ein durch gestörte Doshas verursachtes, tastbares Bauchgeschwulst-Syndrom, klassisch in fünf Formen nach den beteiligten Doshas unterteilt. abdominale Geschwulst
guṇa
Die stofflichen Eigenschaften einer Substanz (z. B. schwer/leicht, heiß/kalt), eine der fünf pharmakologischen Wirkungsebenen neben rasa, vīrya und vipāka. Eigenschaft(en)
guru
Eine der zehn Eigenschaftspaare (guṇa), „schwer“ (schwer verdaulich, gewichtig), typischerweise mit Kapha assoziiert; im allgemeinen Sanskrit bedeutet guru auch „Lehrer“. schwer (Eigenschaft)
haṃsa
Gans bzw. Schwan, ein Wasservogel aus Carakas Vogelklassifikation. Gans, Schwan
hanugraha
Eine krankhafte Steifheit bzw. Sperre des Kiefergelenks (Trismus). Kieferklemme
hanusaṅgraha
Krankhafte Verkrampfung bzw. Blockade der Kiefermuskulatur mit eingeschränkter Mundöffnung (vergleichbar dem Trismus), auf gestörtes Vāta zurückgeführt. Kieferklemme
hanustambha
Hanustambha bezeichnet die krankhafte Steifheit bzw. Verkrampfung des Kiefers (Trismus), die das Öffnen des Mundes verhindert. Kieferklemme, Trismus
hapuṣā
Ein Wacholderstrauch, dessen Beeren harntreibend eingesetzt werden. Wacholder (Juniperus communis)
haridrā
Haridrā ist die Kurkumapflanze, deren Wurzelstock als entzündungshemmendes, blutreinigendes und hautheilendes Mittel eingesetzt wird. Kurkuma, Gelbwurz (Curcuma longa)
hāridra
Adjektiv für eine gelbliche, an Kurkuma (haridrā) erinnernde Färbung, etwa bei Ikterus-Symptomen. gelblich, kurkumafarben
harītakī
Die Frucht der Myrobalane, eines der wichtigsten Universalheilmittel der Ayurveda-Medizin (u. a. Bestandteil von Triphalā); Synonym: abhayā. Myrobalane (Terminalia chebula)
haritāla
Haritāla ist das Mineral Auripigment (Arsen(III)-sulfid), ein in der Mineralpharmakologie (rasaśāstra) nach Reinigung äußerlich, seltener innerlich verwendetes, potenziell giftiges Heilmittel. Der Begriff wurde hier aus einem verkürzten Extraktionsfragment ("…la") rekonstruiert. Auripigment (Arsensulfid)
harṣaṇa
Harṣaṇa bezeichnet die Wirkqualität von Substanzen, die Freude, Wohlbehagen oder auch Hautprickeln (Piloarrektion) hervorrufen. erfreuend, wohltuend (Wirkqualität)
hastipippalī
Hastipippalī, wörtlich 'Elefanten-Pippalī', ist eine dem echten Langpfeffer ähnliche, aber botanisch verschiedene Arzneipflanze aus der Familie der Aronstabgewächse. Elefanten-Langpfeffer (Scindapsus officinalis (Roxb.) Schott)
hemanta
Hemanta ist eine der sechs traditionellen indischen Jahreszeiten (ṛtu), der Frühwinter, für den in der Ritucaryā (Jahreszeitenregimen) spezifische Ernährungs- und Verhaltensregeln gelten. Frühwinter (Jahreszeit)
hetu
Der ursächliche bzw. auslösende Faktor einer Krankheit; weitgehend synonym zu nidāna verwendet. ätiologischer Faktor
hikkā
Schluckauf, klassisch in mehrere Schweregrade unterteilt, von harmlos bis lebensbedrohlich. Schluckauf
hiṅgu
Hiṅgu ist Asafoetida, ein scharfes Gummiharz aus den Wurzeln einer Steppenraute-Art, das als Verdauungsmittel und Karminativum weit verbreitet ist. Im Quelldatensatz erschien der Begriff verstümmelt als „asafoetida“/„gu“. Asafoetida, Teufelsdreck (Ferula asafoetida)
hita
Hita bezeichnet das für den Körper Zuträgliche bzw. Wohltuende; die Unterscheidung von hita und ahita (zuträglich/unzuträglich) ist ein Grundprinzip der Diätetik und Lebensführung. zuträglich, wohltuend
hitāśana
Hitāśana bezeichnet eine dem individuellen Konstitutionstyp zuträgliche, gesunde Ernährungsweise. zuträgliche Ernährung
homa
Homa ist ein rituelles Feueropfer, das zur „göttlichen“ Therapie (Daivavyapāśraya Cikitsā) gehört, welche Krankheitsursachen jenseits gewöhnlicher physischer Erklärungen behandelt. Feueropfer
hṛd
Hṛd bezeichnet das Herz, das in der Ayurveda-Physiologie als Sitz des Bewusstseins und wichtiges Zentrum der Kreislaufphysiologie gilt. Herz
hṛdaya
Hṛdaya, das Herz, gilt im Ayurveda sowohl als physisches Organ als auch – zusammen mit dem Kopf – als Sitz des Bewusstseins. Herz
hṛdayadrava
Hṛdayadrava bezeichnet wörtlich das 'Zerfließen des Herzens', einen Zustand von Herzschwäche bzw. Kollaps, wie er etwa bei Vergiftungen beschrieben wird. Herzversagen ('Herzschmelzen')
hṛdgraha
Hṛdgraha ("Ergriffensein des Herzens") bezeichnet ein Beklemmungs- bzw. Engegefühl in der Herzgegend, das als Symptom verschiedener Herzbeschwerden (hṛdroga) beschrieben wird. Herzbeklemmung
hṛdroga
Herzerkrankung, klassisch in mehrere doshabedingte Typen unterteilt. Herzkrankheit
hṛdya
Hṛdya bezeichnet Substanzen mit herzstärkender bzw. herzerfrischender Wirkung, die zugleich häufig als appetitanregend und wohltuend für das Gemüt beschrieben werden. herzstärkend
hṛllāsa
Hṛllāsa ist ein Übelkeitsgefühl in Brust und Kehle, das häufig dem Erbrechen vorausgeht und mit Kapha-Störungen in Verbindung gebracht wird. Übelkeit
ikṣu
Ikṣu ist das Zuckerrohr, aus dessen Saft zahlreiche Zubereitungen wie Kandiszucker, Sirup und alkoholische Getränke hergestellt werden. Zuckerrohr (Saccharum officinarum)
ikṣurasa
Der frisch gepresste Saft des Zuckerrohrs (Saccharum officinarum), diätetisch als kühlend und nährend geschätzt und in mehreren Arzneiformen verwendet. Zuckerrohrsaft
indhana
Indhana bedeutet wörtlich 'Brennstoff' und wird metaphorisch für Nahrung verwendet, die das Verdauungsfeuer (Agni) am Brennen hält. Brennstoff (der Verdauung)
indrayava
Indrayava sind die Samen des Kutaja-Baums, die traditionell vor allem gegen Durchfall und Ruhr eingesetzt werden. Kutaja-Samen (Holarrhena antidysenterica)
indriya
Die (meist fünf) Sinnesorgane bzw. Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeiten des Menschen. Sinnesorgane
indriyārtha
Das jeweilige Objekt eines Sinnesorgans (z. B. Klang für das Ohr, Farbe für das Auge); Grundbegriff der ayurvedischen Erkenntnis- und Wahrnehmungslehre. Sinnesobjekt
jalaukā
Jalaukā ist der Blutegel, der beim therapeutischen Aderlass (Jalaukāvacaraṇa), einer der klassischen Blutreinigungsmethoden, eingesetzt wird. Blutegel
jalaukas
Jalaukas ist der Blutegel; sein medizinischer Einsatz zum Aderlass (jalaukāvacāraṇa) ist eines der klassischen blutreinigenden Verfahren. Blutegel
jāṅgala
Klassifikationsbegriff für Tiere bzw. Fleisch aus trockenem, wildreichem Terrain (jāṅgala-deśa); Gegensatz zu Tieren aus Sumpf-/Feuchtgebieten (ānūpa). Trockenland-/Wildtiere
jāṅgalarasa
Jāṅgalarasa bezeichnet eine Fleischbrühe aus dem Fleisch von Wildtieren trockener Landstriche (jāṅgala-deśa), die als stärkende, leicht verdauliche diätetische Zubereitung gilt. Wildfleischbrühe
jaṅgama
Klassifikationsbegriff für Substanzen tierischen Ursprungs, im Gegensatz zu Substanzen pflanzlichen (audbhida) oder mineralischen (pārthiva) Ursprungs. tierischen Ursprungs
japa
Japa bezeichnet das wiederholte Rezitieren heiliger Formeln (Mantras) und gehört als Bestandteil der "geistig gestützten Therapie" (daivavyapāśraya cikitsā) zum spirituellen Behandlungsrepertoire der Ayurveda-Medizin. Gebets-/Mantrarezitation
jarā
Jarā bezeichnet das Altern bzw. das hohe Lebensalter als eine der unvermeidlichen körperlichen Verfallserscheinungen; die Verzögerung von Jarā ist zentrales Anliegen der Verjüngungslehre (Rasāyana). (das) Alter, Altern
jarāyu
Jarāyu bezeichnet die Plazenta bzw. die den Fötus umhüllende Eihaut; Lebewesen, die aus einer solchen Hülle geboren werden, heißen jarāyuja (plazental/vivipar). Plazenta, Eihaut
jaṭāmāṃsī
Jaṭāmāṃsī, gemeinhin Narde genannt, ist eine aromatische Wurzelpflanze aus dem Himalaya, deren Rhizom beruhigend auf Geist und Nervensystem wirkt und u.a. bei Schlaflosigkeit und Hautkrankheiten eingesetzt wird. Narde (Nardostachys jatamansi (D.Don) DC.)
jātasyottarakālaja
Jātasyottarakālaja bezeichnet eine Krankheit, die erst nach der Geburt entsteht, im Gegensatz zu angeborenen (garbhaja) Erkrankungen – eine Unterscheidung in der Klassifikation kindlicher Krankheiten. postnatal entstanden
jatu
Ein von Lackschildläusen erzeugtes Harz (Schellack), das äußerlich u. a. bei Hautkrankheiten verwendet wird. Lack (Insektenharz)
jīrṇajvara
Jīrṇajvara bezeichnet ein lang andauerndes, chronisches Fieber im Unterschied zum akuten (nava) Fieber. chronisches Fieber
jitātman
Jitātman bezeichnet einen Menschen, der sein Selbst bzw. seine Sinne und Triebe beherrscht; dieses Ideal der Selbstbeherrschung gilt in der ayurvedischen Verhaltenslehre (sadvṛtta) als gesundheitsförderlich. selbstbeherrscht
jīva
Jīva bezeichnet das belebende Lebensprinzip bzw. die individuelle Seele, die zusammen mit Körper und Geist ein Lebewesen ausmacht. Lebenskraft, Lebensprinzip
jīvana
'Lebenskraftspendend'; Bezeichnung für eine Gruppe stärkender, das Leben fördernder Heilpflanzen (Jīvanīya-Gaṇa). lebenskraftspendend
jīvanīya
Eine Gruppe lebenskräftigender, vitalisierender Heilpflanzen, eine der klassischen Drogengruppen (gaṇa) bei Caraka. lebenskräftigende Drogengruppe
jñāna
Jñāna, „Wissen/Erkenntnis“, ist ein erkenntnistheoretischer Grundbegriff, der auch die richtige diagnostische Wahrnehmung des Arztes betrifft. Wissen, Erkenntnis
jṛmbhā
Das Gähnen, ein von der Vāta-Bewegung gesteuerter physiologischer Reflex, der in der Symptomatik verschiedener Krankheiten erwähnt wird. Gähnen
jvara
Fieber, in der ayurvedischen Nosologie eine eigenständige, in zahlreiche Unterarten gegliederte Krankheitskategorie. Fieber
jyotis
Das Licht bzw. Feuerelement als Objekt des Sehsinns in der ayurvedischen Sinnes- und Elementenlehre. Licht (Sinnesobjekt des Sehens)
kāca
Kāca bezeichnet in der altindischen Augenheilkunde ein frühes Stadium der Linsentrübung, das dem fortgeschrittenen Katarakt-Stadium (liṅganāśa) vorausgeht. beginnender grauer Star
kadalī
Kadalī bezeichnet die Bananenpflanze bzw. -frucht; Wurzel, Stängelsaft und Frucht finden unter anderem bei Blutungen und Verbrennungen Verwendung. Banane, Bananenpflanze (Musa × paradisiaca L.)
kākapada
Kākapada ("Krähenfuß") bezeichnet in der Chirurgie Suśrutas eine an einen Krähenfuß erinnernde Schnitt- oder Markierungsform, wie sie bei bestimmten Inzisionen verwendet wird. Krähenfuß-Schnitt/-Zeichen
kalā
Bezeichnet einerseits einen Aspekt oder Teilbereich eines Ganzen, andererseits in der Anatomie eine dünne Gewebeschicht bzw. Membran des Körpers. Aspekt; Gewebeschicht
kālaja
Bezeichnet Krankheiten oder Doṣa-Störungen, deren Ursache im jahreszeitlichen bzw. zeitlichen Wandel liegt, im Unterschied zu ernährungs- oder verhaltensbedingten Ursachen. zeitbedingt, jahreszeitlich verursacht
kalāya
Die Erbse, eine in der Diätetik behandelte Hülsenfrucht. Erbse (Pisum sativum)
kalka
Eine feuchte, zerriebene Paste aus frischen oder eingeweichten Drogen, eine der fünf klassischen Grundzubereitungen (pañcavidha kaṣāya). Kräuterpaste
kalpa
Allgemeiner Begriff für pharmazeutische Zubereitungsarten von Heilstoffen; auch Titel eigener Textabschnitte (Kalpasthāna), die sich mit Rezepturen befassen. Zubereitung, Arzneiform
kalpanā
Kalpanā bezeichnet allgemein die pharmazeutische Zubereitungsform eines Heilmittels, etwa Absud, Pulver oder Extrakt. pharmazeutische Zubereitung
kalya
Kalya bezeichnet einerseits den frühen Morgen als Zeitangabe in der Tagesroutine (dinacaryā), andererseits als Adjektiv einen gesunden, leistungsfähigen Zustand. früher Morgen; gesund, tüchtig
kāma
Kāma ("Verlangen, Lust") ist eines der klassischen Lebensziele (puruṣārtha) und wird in der Ayurveda-Medizin sowohl als legitimes menschliches Streben wie auch als möglicher Auslöser psychischer Störungen behandelt. Begierde, Lust
kāmalā
Gelbsucht (Ikterus), eine durch gestörtes Pitta und Blut verursachte Krankheit mit Gelbfärbung von Haut und Augen. Gelbsucht
kamala
Kamala ist der Lotus, dessen Blüten, Samen und Wurzelstock (bisa) in Diätetik und Materia medica verwendet werden. Lotus (Nelumbo nucifera)
kampa
Kampa bezeichnet Zittern bzw. Tremor der Gliedmaßen oder des Körpers, ein typisches Vāta-Symptom. Zittern
kāñjika
Kāñjika ist ein aus fermentiertem Reis oder Reisschleim hergestelltes säuerliches Getränk, das als Trägerflüssigkeit für Arzneien und als eigenständiges Verdauungsmittel verwendet wird. fermentierter Reisessig
kānti
Kānti bezeichnet den gesunden Glanz bzw. die Ausstrahlung von Haut und Teint, der als äußeres Zeichen von Wohlbefinden und intaktem Ojas gilt. Glanz, Ausstrahlung
kapāla
Kapāla bezeichnet eine irdene Scherbe bzw. ein Gefäßbruchstück, das unter anderem zum Erhitzen oder als einfaches medizinisches Hilfsmittel verwendet wurde. Tonscherbe
kapha
Eines der drei Doṣas, das Prinzip von Struktur, Stabilität und Feuchtigkeit im Körper; wird oft mit 'Schleim' übersetzt. Im Quellenauszug war das deutsche Wort 'Schleim' mit dem eigentlichen Sanskrit-Terminus vertauscht. Kapha (Schleim-Doṣa)
kaphakāsa
Ein Hustentyp, der durch ein Übermaß an Kapha (Schleim) verursacht wird. Kapha-Husten
kaphapraseka
Vermehrter Speichelfluss als Symptom eines gestörten Kapha. übermäßiger Speichelfluss
kapiñjala
Kapiñjala ist die Sanskrit-Bezeichnung für das (Grau-)Rebhuhn, dessen Fleisch in der altindischen Diätetik als leicht verdaulich und stärkend eingestuft wird. Rebhuhn
kapittha
Kapittha, die Holzapfelfrucht (Elefantenapfel), wird wegen ihres sauer-adstringierenden Geschmacks bei Durchfall und Verdauungsstörungen sowie als Gewürzzutat verwendet. Holzapfelfrucht (Limonia acidissima L. (Syn. Feronia limonia (L.) Swingle))
kapota
Die Haustaube, deren Fleisch in der Diätetik unter den Vogelarten klassifiziert wird. Taube
karaṇa
Karaṇa bezeichnet das Verfahren bzw. Mittel der pharmazeutischen Verarbeitung, durch das eine Rohdroge in eine anwendbare Arzneiform überführt wird. Zubereitungsmethode
kāravī
Kāravī ist der Kümmel, dessen Samen als verdauungsförderndes und krampflösendes Gewürz und Heilmittel verwendet werden. Kümmel (Carum carvi L.)
karma
Im pharmakologischen Kontext die konkrete Wirkung bzw. Handlung einer Substanz auf den Körper; allgemeiner auch „Handlung“ im ethischen Sinn. pharmakologische Wirkung, Handlung
karman
Karman bezeichnet allgemein Handlung bzw. Tätigkeit; im medizinischen Kontext auch eine therapeutische Maßnahme oder Prozedur, im philosophisch-kosmologischen Sinn das Wirkungsgesetz vergangener Taten. Handlung, Tätigkeit
kārmaṇa
Kārmaṇa bezeichnet eine durch schwarze Magie bzw. Behexung verursachte Krankheit oder Störung und gehört zu den übernatürlichen Krankheitsursachen (bhūtavidyā). Schadzauber, Behexung
karmendriya
Karmendriya bezeichnet die fünf Handlungsorgane (Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorgan), über die der Mensch aktiv auf die Welt einwirkt. Handlungsorgane
karṇaśūla
Karṇaśūla bezeichnet Ohrenschmerzen als eigenständiges Krankheitsbild. Ohrenschmerzen
karṇikā
Karṇikā bezeichnet eine kleine knötchenförmige Gewebewucherung, etwa im Nasen- oder Augenbereich, wie sie z. B. bei Nasenpolypen beschrieben wird. Knötchen, Wucherung
kārpāsa
Kārpāsa bezeichnet die Baumwollpflanze bzw. deren Faser, die u. a. als Verbandsmaterial diente. Baumwolle (Gossypium herbaceum L.)
kārpāsāsthi
Kārpāsāsthi bezeichnet die Samen der Baumwollpflanze, die medizinisch u. a. wegen ihres Öls Verwendung finden. Baumwollsamen (Gossypium herbaceum L.)
karpūra
Kampfer, eine aus dem Holz des Kampferbaums gewonnene kristalline Substanz mit kühlender, schmerzlindernder Wirkung. Kampfer (Cinnamomum camphora)
karśana
Karśana bezeichnet eine reduzierende, abmagernde Therapieform, die zur Gewichtsabnahme bzw. zum Abbau überschüssiger Körpersubstanz eingesetzt wird, im Gegensatz zur aufbauenden Therapie (sambṛṃhaṇa). Abmagerungstherapie
kārśya
Kārśya bezeichnet krankhafte Abmagerung bzw. Untergewicht infolge mangelhafter Gewebebildung, das Gegenstück zur Fettleibigkeit (Sthaulya). Abmagerung
kāruṇya
Eine der vier von Caraka empfohlenen ethischen Grundhaltungen gegenüber Lebewesen (neben Freundlichkeit, Mitfreude und Gleichmut), die zu psychischer Gesundheit beitragen. Mitgefühl
kāsa
Krankheitsbild des Hustens, klassisch in mehrere doshabedingte und ätiologische Unterformen gegliedert. Husten
kaṣāya
Ein wässriger Absud aus Heilpflanzen, eine der grundlegenden Zubereitungsformen der ayurvedischen Pharmazie. Sud, Dekokt
kāsin
Kāsin bezeichnet eine an Husten (Kāsa) leidende Person. Hustenkranker
kāsīsa
Kāsīsa ist ein eisenhaltiges Mineral (Eisen(II)-sulfat, Grünvitriol), das in der Rasashastra u.a. bei Augenkrankheiten und als Bestandteil eisenhaltiger Präparate verarbeitet wird. Eisenvitriol (Grünvitriol)
kavala
Kavala ist eine therapeutische Mundspülung bzw. Gurgelbehandlung, bei der eine medizinische Flüssigkeit im Mund gehalten oder bewegt wird, u. a. zur Reinigung von Mund- und Rachenraum. Mundspülung, Gurgeltherapie
kavalagraha
Therapeutisches Halten oder Gurgeln einer medizinischen Flüssigkeit im Mund zur Behandlung von Mund-, Zahn- und Rachenerkrankungen. Mundspülung, Gurgeln
kāyāgni
Synonym für das Verdauungsfeuer (agni) im Körper, das für Stoffwechsel und Verdauung verantwortlich ist. Körperfeuer, Verdauungsfeuer
keśara
Bezeichnet die Staubfäden bzw. Narbenfäden bestimmter Blüten (z. B. von Safran oder Nāgakeśara-Bäumen), die medizinisch verwendet werden; botanische Identität im Einzelfall nicht sicher bestimmt. Staubfäden, Blütennarben
kha
Kha bezeichnet die Hohlräume bzw. Kanäle und Öffnungen des Körpers, deren strukturelle Fehlbildung (Khavaiguṇya) als wichtiger Faktor der Krankheitslokalisation gilt. Die im Quelldatensatz erhaltene Glosse „ther“ ist vermutlich ein Fragment von „Äther/Hohlraum“. Hohlraum, Körperkanal
khālitya
Krankhafter Haarausfall bzw. Glatzenbildung. Kahlheit
khāni
Khāni bezeichnet die natürlichen Körperöffnungen (z. B. Augen, Ohren, Mund, Nase, Anus), die in anatomischen Aufzählungen meist zu neun gezählt werden. Körperöffnungen
khara
Khara bezeichnet den Esel, dessen Milch und andere Produkte in den klassischen Texten gelegentlich zu therapeutischen Zwecken erwähnt werden. Esel
kharjūra
Kharjūra ist die Dattelpalme bzw. ihre Frucht, die als nährstoffreiches, kräftigendes und leicht abführendes Nahrungs- und Heilmittel geschätzt wird. Dattel (Phoenix dactylifera L.)
khura
Der Huf von Tieren, der in der ayurvedischen Pharmazie, z. B. verascht, als Bestandteil bestimmter Rezepturen verwendet wird. Huf
kilāsa
Kilāsa ist eine mildere Form der Weißfleckenkrankheit (verwandt mit śvitra), bei der depigmentierte Hautflecken auftreten. Hautflecken (Leukoderm)
kiṇva
Ein zur Fermentation eingesetzter Zusatzstoff, der bei der Herstellung alkoholischer Getränke (z. B. surā) verwendet wird. Gärmittel, Ferment
klaibya
Sexuelle Funktionsstörung des Mannes (Unfähigkeit zum Geschlechtsverkehr bzw. zur Zeugung); wird körperlichen wie psychischen Ursachen zugeschrieben. Impotenz
klama
Symptom allgemeiner körperlicher und geistiger Erschöpfung ohne vorherige Anstrengung, oft als Frühzeichen von Krankheit gedeutet. Erschöpfung, Mattigkeit
kleda
Bezeichnet krankhafte oder physiologische Feuchtigkeit/Nässe im Körper, eng mit Kapha und dem Verdauungsprozess verbunden; im Übermaß Ursache vieler Störungen. Feuchtigkeit, Körperflüssigkeit
klība
Klība bezeichnet Impotenz bzw. Zeugungsunfähigkeit des Mannes; die im Quellmaterial mitgeführte Glosse 'Schlange' beruht offensichtlich auf einem Extraktionsfehler und wurde hier korrigiert. Impotenz, Zeugungsunfähigkeit
kola
Kola ist ein Synonym für Badara, die Brustbeere bzw. Jujube. Im Quelldatensatz waren Begriff und deutsche Glosse vertauscht. Brustbeere, Jujube (Ziziphus mauritiana)
krama
Krama bezeichnet die vorgeschriebene Reihenfolge bzw. den systematischen Ablauf einer Behandlung. Behandlungsreihenfolge
krauñca
Der Kranich bzw. eine ähnliche Vogelart, in der Klassifikation der Wildvögel der Diätetik aufgeführt. Kranich
kṛcchrasādhya
Kṛcchrasādhya bezeichnet eine Krankheit, die nur mit großer Mühe und intensiver Behandlung heilbar ist — eine Zwischenkategorie der Prognose zwischen leicht heilbar (sukhasādhya) und unheilbar (asādhya). schwer heilbar
krimi
Sammelbegriff für Wurm- und Parasitenbefall des Körpers; die Lehre von den Krimi umfasst sowohl innere (Darm-)Würmer als auch äußere Parasiten und bildet einen eigenen nosologischen Bereich. Würmer, Parasiten
krimighna
Pharmakologische Wirkungskategorie für Substanzen mit anthelminthischer, also gegen Darmparasiten gerichteter Wirkung. wurmtötend
kriyā
Kriyā bezeichnet allgemein eine Handlung bzw. Prozedur, im medizinischen Kontext speziell ein therapeutisches Verfahren oder eine Behandlungsmaßnahme. Behandlung, therapeutisches Verfahren
kriyākrama
Die geordnete Abfolge therapeutischer Maßnahmen im Rahmen einer Behandlung. Behandlungsablauf
kṛmi
Kṛmi bezeichnet Würmer bzw. Parasiten, die als eigenständige Krankheitsursache und -kategorie (kṛmiroga) behandelt werden; in modernen Übersetzungen gelegentlich auch weiter als 'Mikroorganismen' wiedergegeben. Würmer, Parasiten
kṛśarā
Ein Brei aus Reis und Hülsenfrüchten, diätetische Zubereitung für Kranke und Genesende. Reis-Linsen-Brei
kṛśara
Eine breiartige Speise aus Reis und Hülsenfrüchten (vergleichbar Khichari), die in der Diätetik als nahrhafte, mild verdauliche Kost dient. Reis-Linsen-Brei
kṛṣṇā
Kṛṣṇā ("die Schwarze/Dunkle") ist ein gängiges Synonym für den langen Pfeffer (Pippalī), eine der wichtigsten Gewürz- und Heildrogen der Ayurveda-Medizin mit verdauungsförderndem, erwärmendem Charakter. langer Pfeffer (Pippalī) (Piper longum L.)
kṛṣṇasarpa
Kṛṣṇasarpa bezeichnet eine schwarz gefärbte Giftschlangenart innerhalb der klassischen Klassifikation der Schlangen nach Farbe und Giftwirkung. Schwarze Schlange
kṣāra
Ein aus Pflanzenaschen hergestelltes alkalisches Präparat, das äußerlich als Ätzmittel oder innerlich als verdauungsförderndes und krankheitsauflösendes Mittel verwendet wird. Lauge, Ätzmittel
kṣārāgada
Eine auf ätzenden Alkalisubstanzen (kṣāra) basierende Heilzubereitung, die u. a. als Gegengift eingesetzt wird. alkalisches Gegenmittel
kṣārasūtra
Kṣārasūtra ist ein mit alkalischen und pflanzlichen Wirkstoffen imprägnierter chirurgischer Faden, der als Ligatur v. a. zur Behandlung von Analfisteln verwendet wird. Ätzfaden
kṣata
Eine (innere) Verletzung, insbesondere des Brust-/Lungenbereichs, oft mit Bluthusten einhergehend (kṣataja kāsa). Verletzung (bes. der Lunge)
kṣataja
Kṣataja bezeichnet eine durch äußere Verletzung oder Trauma ausgelöste Blutung bzw. blutungsbedingte Störung, etwa eine Form des Raktapitta. verletzungsbedingte Blutung
kṣatakāsa
Husten infolge einer inneren Verletzung, insbesondere der Lunge oder Brust. Verletzungshusten
kṣatakṣīṇa
Zustand der Auszehrung infolge einer inneren Verletzung, etwa Überlastung der Lunge, oft im Zusammenhang mit rājayakṣma genannt. durch Verletzung erschöpft
kṣaudra
Eine Honigsorte kleiner Wildbienen, in der Materia medica von anderen Honigarten (u. a. madhu) unterschieden. Honig (feine Sorte)
kṣauma
Kṣauma ist ein aus Flachs gewebtes Leinengewand, das in den Regimen-Kapiteln als empfohlene Kleidung in bestimmten Kontexten genannt wird. Leinengewand
kṣavathu
Kṣavathu bezeichnet das Niesen als physiologischen Reflex bzw. als beschriebenes Symptom in der Krankheitslehre. Niesen
kṣaya
Ein Zustand fortschreitender Gewebeschwäche und -abmagerung (u. a. bei Tuberkulose), eng verwandt mit dem Begriff śoṣa. Auszehrung, Schwindsucht
kṣayakāsa
Kṣayakāsa bezeichnet einen chronischen, mit körperlichem Verfall (kṣaya) einhergehenden Husten, der der Symptomatik einer Lungentuberkulose entspricht. Auszehrungshusten
kṣetra
Kṣetra ('Feld') dient in der Embryologie als Metapher für die Gebärmutter, in die der Same wie in fruchtbares Erdreich gesät wird. Feld (Metapher für die Gebärmutter)
kṣetrajña
Philosophischer Begriff für das individuelle Bewusstseinsprinzip bzw. die Seele als "Kenner" des Körperfeldes (kṣetra); geht auf die Sāṃkhya-Philosophie zurück. Kenner des Feldes (Bewusstsein)
kṣīṇa
Kṣīṇa beschreibt einen Zustand der Erschöpfung bzw. Verminderung eines Doṣa oder Dhātu unterhalb seines normalen Maßes. erschöpft, geschwächt
kṣīṇaretas
Kṣīṇaretas bezeichnet den krankhaften Zustand verminderter oder erschöpfter Samenflüssigkeit (śukra) und gilt als eine Form männlicher Fortpflanzungsschwäche. Samenschwund
kṣīra
Milch, insbesondere Kuhmilch, ein zentrales nährendes und stärkendes diätetisches sowie pharmazeutisches Trägermedium. Milch
kṣīrabasti
Kṣīrabasti ist eine Form des medizinischen Klistiers (Basti), bei dem Milch bzw. eine milchbasierte Zubereitung rektal verabreicht wird, u.a. zur Nährung und Befeuchtung. Milchklistier
kṣīra-doṣa
Kṣīra-doṣa bezeichnet eine qualitative Störung bzw. Verunreinigung der Muttermilch, die als Ursache für Erkrankungen des gestillten Säuglings gilt (Kinderheilkunde, kaumārabhṛtya). Muttermilchstörung
kṣiti
Eines der fünf Grobelemente (mahābhūta – Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther), aus denen nach ayurvedischer Kosmologie Körper und Substanzen aufgebaut sind. Erde (Element)
kukṣi
Kukṣi ist die anatomische Bezeichnung für den Unterleib bzw. Bauchraum, etwa in Beschreibungen der Verdauungsorgane. Unterleib, Bauchraum
kulattha
Kulattha ist die Pferdebohne bzw. Wollbohne, deren Samen als nahrhafte, aber schwer verdauliche Hülsenfrucht sowie als Absud (Kulatthayūṣa) medizinisch, u.a. bei Harnsteinen, verwendet werden. Pferdebohne (Macrotyloma uniflorum (Lam.) Verdc. (Syn. Dolichos biflorus L.))
kumāra
Kumāra bezeichnet den (kleinen) Knaben bzw. das Kind allgemein; im medizinischen Kontext bildet der Begriff die Grundlage für kaumārabhṛtya, das Teilgebiet der Kinderheilkunde. Knabe, Kind
kumbha
Ein Krug bzw. Gefäß, u. a. als Messgefäß oder im Rahmen bestimmter Schwitztherapien (Kumbhī-Sveda) verwendet. Krug, Gefäß
kuṅkuma
Kuṅkuma ist der getrocknete Griffel der Safranblüte, der äußerlich und innerlich u.a. bei Hautkrankheiten sowie als färbende und aromatische Zutat verwendet wird. Safran (Crocus sativus L.)
kupita
Bezeichnet den Zustand, in dem einer der drei Körperhumores (Vāta, Pitta, Kapha) durch ungünstige Ursachen aus seinem Gleichgewicht gebracht ("erregt") wurde und krankmachend wirkt; Grundbegriff der ayurvedischen Pathologie. erregt, vitiiert (von einem Doṣa)
kurara
Ein fischfressender Greifvogel (Osprey), in der klassischen Vogelklassifikation genannt. Flussadler, Fischadler
kūrca
Kūrca bezeichnet ein Bündel von Sehnen bzw. Bändern, das als anatomischer Vitalpunkt (marma) an Hand und Fuß beschrieben wird. Sehnenbündel (Marma)
kūrcikā
Kūrcikā bezeichnet eine aus geronnener Milch hergestellte, käseartige Zubereitung, die als Nahrungs- bzw. Arzneimittel verwendet wird. geronnene Milchzubereitung
kūrma
Kūrma bezeichnet die Schildkröte, deren Fleisch in der Diätetik als eigene Nahrungsmittelkategorie geführt wird; als kūrma-vāyu bezeichnet das Wort daneben einen der fünf Neben-Vāta, der das Blinzeln der Augenlider steuert. Schildkröte
kuṣṭha
Aromatische Wurzeldroge, die in Ayurveda und Räucherkunde vielseitig eingesetzt wird, u. a. bei Atemwegs- und Hautleiden. Kostwurz (Saussurea costus)
kusumbha
Die Färberdistel, deren Blüten als Farbstoff sowie medizinisch, u. a. als mild abführendes und blutreinigendes Mittel, verwendet werden. Färberdistel (Carthamus tinctorius)
kvātha
Ein durch Auskochen von Pflanzenteilen in Wasser hergestelltes Heilgetränk; eine der grundlegenden fünf klassischen Arzneiformen (Pañcavidha Kaṣāya Kalpanā). Sud, Dekokt
lāghava
Lāghava bezeichnet die Eigenschaft der Leichtigkeit; ein subjektives Leichtigkeitsgefühl gilt zudem als Zeichen einer erfolgreichen Reduktionstherapie (laṅghana). Leichtigkeit (Qualität)
laghu
Laghu ("leicht") ist eines der zehn Eigenschaftspaare (guṇa) der Ayurveda-Pharmakologie und bezeichnet eine leicht verdauliche, kapha-vermindernde Qualität von Substanzen; Gegenbegriff ist guru ("schwer"). leicht (Eigenschaft)
lāja
Trocken geröstete, aufgeplatzte Reiskörner, die als leicht verdauliche Speise sowie rituell verwendet werden. geröstetes Reiskorn (Röstreis)
lākṣā
Ein rotes, harzartiges Sekret, das von der Lackschildlaus auf bestimmten Bäumen abgesondert wird; medizinisch u. a. zur Wundheilung und als Farbstoff verwendet. Lack (Gummilack)
lakṣaṇa
Diagnostischer Grundbegriff für die charakteristischen Anzeichen bzw. Symptome einer Krankheit, die zusammen mit Nidāna (Ursache) und Saṃprāpti (Pathogenese) das diagnostische Bild ergeben. Kennzeichen, Symptom
lālā
Lālā bezeichnet den Speichel bzw. vermehrten Speichelfluss, ein häufig beschriebenes Symptom bei Vergiftungen, Mundkrankheiten oder Kapha-Störungen. Speichel, Speichelfluss
laṅghana
Eine „leichtmachende“ Therapieform (u. a. Fasten, Diät) zum Abbau von überschüssigem Kapha und Āma; Gegenstück zur nährenden bṛṃhaṇa-Therapie. Fasten-/Reduktionstherapie
lasīkā
Lasīkā ist ein Körpergewebe/-flüssigkeit, die in modernen Deutungen der ayurvedischen Physiologie häufig mit der Lymphe gleichgesetzt wird. Lymphe
laśuna
Knoblauch, ein scharf und heiß wirkendes Mittel mit verdauungsfördernder, herzstärkender und Vāta-besänftigender Wirkung. Der Sanskrit-Terminus wurde im Quellenauszug nur als Fragment ('una') neben dem deutschen Wort 'Knoblauch' erfasst und hier zu laśuna rekonstruiert. Knoblauch (Allium sativum)
laulya
Laulya bezeichnet zügellose Gier bzw. Genusssucht, etwa unkontrolliertes Essverhalten aus Verlangen, das als Krankheitsursache gilt. Gier, Genusssucht
lāva
Das Fleisch der Wachtel, in der Diätetik unter den leichten, empfehlenswerten Fleischsorten aufgeführt. Wachtel
lavaṇa
Der salzige Geschmack (rasa) bzw. Salz als Substanz; eine der sechs Grundgeschmacksrichtungen. salzig (Geschmack)
lavaṇatraya
Lavaṇatraya bezeichnet eine in Rezepturen häufig genannte Gruppe von drei verschiedenen Salzarten. die drei Salze
lavaṅga
Die Gewürznelke, deren ätherisches Öl schmerzstillend und verdauungsfördernd wirkt und vor allem bei Zahn- und Mundbeschwerden eingesetzt wird. Gewürznelke (Syzygium aromaticum)
leha
Leha ist eine Kurzform von lehya und bezeichnet ebenfalls eine leckbare, halbfeste Arzneizubereitung. Leckspeise, Elektuarium
lehya
Lehya bezeichnet eine halbfeste, löffel- oder fingerweise zu leckende Arzneizubereitung, meist mit Zucker, Honig oder Ghee als Grundlage; siehe auch das gleichbedeutende leha. Leckspeise, Elektuarium
lekhana
Lekhana, „Abschaben“, bezeichnet eine pharmakologische Wirkung, die überschüssiges Fettgewebe und Kapha reduziert, etwa bei der Behandlung von Übergewicht. abmagernde Wirkung
lekhanīya
Pharmakologische Wirkungskategorie für Substanzen, die überschüssiges Fett- und Kapha-Gewebe "abschaben" bzw. reduzieren. abmagernd, entschlackend wirkend
lepa
Eine äußerlich aufgetragene Paste aus zerriebenen Kräutern oder anderen Substanzen, u. a. zur Behandlung von Hautkrankheiten, Schwellungen und Schmerzen; synonym u. a. mit ālepana und pralepana. Salbe, Paste
liṅga
Ein diagnostisches Kennzeichen bzw. Symptom einer Krankheit, das zu deren Erkennung dient. Krankheitszeichen, Symptom
lobha
Eine der von der ayurvedischen Ethik als schädlich gebrandmarkten mentalen Neigungen, die zu unheilsamem Verhalten und in der Folge zu Krankheit führen kann. Habgier
loha
Allgemeiner Begriff für Metall, im engeren Sinn Eisen; zentraler Rohstoff der ayurvedischen Mineral- und Metallpräparate (Rasaśāstra). Metall (bes. Eisen)
lohita
Lohita ('das Rote') ist ein Synonym für Blut (rakta), eines der sieben Körpergewebe (dhātu). Blut
lohitapitta
Krankheitsbild mit pathologischen Blutungen aus Körperöffnungen oder unter die Haut, verursacht durch überhitztes Pitta im Blut; Synonym: raktapitta. Blutungskrankheit
lohitaśāli
Eine rötliche Reissorte, die in der Diätetik wegen ihrer als besonders bekömmlich geltenden Eigenschaften geschätzt wird. Rotreis (Oryza sativa)
loka
Loka bezeichnet den Kosmos bzw. die Welt und dient als Bezugsgröße der ayurvedischen Analogie zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos (loka-puruṣa-sāmya), wonach der menschliche Körper ein Abbild der Welt ist. Kosmos, Welt
lomaharṣa
Lomaharṣa, das Haarsträuben (Piloerektion, „Gänsehaut“), wird etwa als frühes Anzeichen beginnenden Fiebers beschrieben. Haarsträuben, Gänsehaut
lopāka
Der Schakal; in der klassischen Tierklassifikation zu den fleischfressenden, gewaltsam jagenden Tieren gezählt. Schakal
lūtā
Lūtā ist die Sanskrit-Bezeichnung für Spinne; Spinnenbisse und ihre Gifte (lūtāviṣa) werden in der Toxikologie als eigene Kategorie behandelt. Spinne
lūtāviṣa
Lūtāviṣa bezeichnet die Vergiftung durch den Biss einer Spinne sowie deren charakteristische Symptome, wie sie in der Toxikologie (viṣa-cikitsā) beschrieben werden. Spinnengift, Spinnenbiss-Vergiftung
mada
Zustand der Bewusstseinstrübung durch übermäßigen Alkoholgenuss oder Gifteinwirkung; wird von den schwereren Zuständen mūrcchā (Ohnmacht) und sannyāsa (tiefe Bewusstlosigkeit) abgegrenzt. Rausch, Trunkenheit
madātyaya
Madātyaya bezeichnet das durch übermäßigen Alkoholgenuss verursachte Krankheitsbild, dem in den Klassikern ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Alkoholvergiftung
madhu
Honig, in der Materia medica ein vielseitig eingesetztes Trägermittel und Arzneistoff; wird u. a. von der feineren Sorte kṣaudra unterschieden. Honig
madhūdaka
Mit Honig versetztes Wasser, ein mildes, stärkendes Getränk. Honigwasser
madhuka
Bezeichnung für das Süßholz, dessen Wurzel als befeuchtend, nährend und schleimhautberuhigend gilt; Synonym zu yaṣṭimadhu. Süßholz (Glycyrrhiza glabra)
madhūka
Madhūka ist der Mahua-Baum, dessen süße, nektarreiche Blüten roh, getrocknet oder zu Getränken verarbeitet gegessen werden. Mahua-Blüten (Madhuca longifolia)
madhumeha
Madhumeha ("honigsüßer Urin") ist die klassische Bezeichnung für eine der schwersten Formen der Harnkrankheiten (Meha) und entspricht weitgehend dem heutigen Diabetes mellitus. "Honigurin"-Krankheit (Diabetes)
madhura
Einer der sechs Geschmäcker (Rasa) der ayurvedischen Pharmakologie; gilt als aufbauend, befeuchtend und Kapha-fördernd. süß (Geschmack/Wirkung)
madhuraka
Bezeichnung für eine süß schmeckende Heilpflanze, möglicherweise mit dem Süßholz verwandt; botanische Identität nicht sicher bestimmt. süß schmeckendes Kraut
madhuraskandha
Madhuraskandha bezeichnet die Gruppe von Substanzen mit süßem Geschmack (madhura rasa) innerhalb der geschmacksbasierten Klassifikation von Heilmitteln. Gruppe süßer Mittel
mādhvīka
Mādhvīka ist eine Sorte alkoholischen Getränks, die aus Trauben oder süßen Blüten hergestellt wird und zu den klassischen Rauschmitteln zählt. Traubenwein
madirā
Madirā ist eine der klassischen Sorten alkoholischer Getränke (Madya) in der ayurvedischen Klassifikation von Genussmitteln. Wein, alkoholisches Getränk
madya
Madya ist der Sammelbegriff für alkoholische bzw. berauschende Getränke; ihre Wirkungen und Zubereitungsarten werden in eigenen Kapiteln der Saṃhitās behandelt. Alkohol, berauschendes Getränk
madyadoṣa
Ein Defekt bzw. Qualitätsmangel eines alkoholischen Getränks, der dessen gesundheitsschädliche Wirkung bedingt. Fehler des Weins
māgadhikā
Māgadhikā ist ein klassisches Synonym für den Langen Pfeffer (Pippalī). Langer Pfeffer (Piper longum)
mahābhūta
Mahābhūta bezeichnet die fünf großen Elemente Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde, aus denen nach ayurvedischer Kosmologie und Physiologie alle materielle Existenz, einschließlich des Körpers, zusammengesetzt ist. die fünf Grundelemente
mahāmūla
Mahāmūla bezeichnet eine Gruppe von Heilpflanzen mit besonders bedeutsamen, kräftig wirkenden Wurzeln innerhalb der klassischen Drogenklassifikation. bedeutende Wurzeldrogen
maharṣi
Ein Maharṣi ist einer der legendären großen Seher, denen die Überlieferung bzw. Weitergabe des medizinischen Wissens der Klassiker zugeschrieben wird. großer Weiser
mahāsneha
Die 'vier großen Fette' – Ghee, Öl, Knochenmark und tierisches Fett –, die als Gruppe in der Ölungstherapie (Snehana) verwendet werden. die vier Fette
mahauṣadha
Mahauṣadha ('großes Heilmittel') ist ein klassisches Synonym für den frischen Ingwer. Ingwer (Zingiber officinale)
mahāvega
Ein besonders starker natürlicher Körperdrang bzw. dessen mit großer Wucht auftretende Symptomatik. starker Körperdrang
māhendra
Māhendra (jala) bezeichnet frisch gefallenes Regenwasser, das in der klassischen Wasserkunde als besonders reine und hochwertige Wasserart gilt. Regenwasser
maithuna
Maithuna bezeichnet den Geschlechtsverkehr, der in Regimen zu Häufigkeit und Zeitpunkt nach Jahreszeit und Konstitution geregelt wird. Geschlechtsverkehr
maitrī
Freundlichkeit bzw. Wohlwollen gegenüber allen Lebewesen, eine der empfohlenen ethischen Grundhaltungen (sadvṛtta). Freundlichkeit
majjā
Das Knochenmark, eines der sieben Körpergewebe (dhātu), das u. a. für die Funktion der Sinnesorgane mitverantwortlich gilt. Knochenmark
majjan
Eines der sieben Körpergewebe (Dhātu) der ayurvedischen Physiologie; es füllt die Knochen aus und gilt als Sitz von Kraft und Schmiere des Skeletts. Knochenmark
mākṣika
Mākṣika bezeichnet den von Bienen gesammelten Honig, der in der Ayurveda-Medizin als Trägersubstanz (Anupāna) und eigenständiges Heilmittel mit je nach Sorte unterschiedlichen Eigenschaften verwendet wird. (In der Mineralogie kann derselbe Begriff auch ein kupferhaltiges Erz bezeichnen; hier ist der Honig gemeint.) Bienenhonig
makṣikā
Bezeichnung für Fliegen bzw. kleine Insekten, im medizinischen Kontext u. a. im Zusammenhang mit Wundbefall oder Nahrungsverunreinigung genannt. Fliegen, Insekten
mala
Mala bezeichnet die Ausscheidungs- und Abfallprodukte des Körpers, etwa Kot, Harn und Schweiß, deren regelrechte Bildung und Ausscheidung für die Gesundheit ebenso wichtig gilt wie die von Doṣas und Geweben (dhātu). Ausscheidungsstoffe
māṃsa
Fleisch als Nahrungs- und Arzneimittel, dessen Eigenschaften je nach Herkunftstier klassifiziert werden; bezeichnet auch das Muskelgewebe (māṃsa-dhātu) als eines der sieben Körpergewebe. Fleisch
māṃsāda
Klassifikationsbegriff für fleischfressende Tiere in der diätetischen Einteilung der Fleischsorten nach Suśruta. fleischfressend (Tierklasse)
māṃsa-dhātu
Māṃsa-dhātu ist das Muskel- bzw. Fleischgewebe, eines der sieben Körpergewebe (sapta dhātu) der ayurvedischen Physiologie. Muskelgewebe
māṃsarasa
Eine aus Fleisch gekochte Brühe, die diätetisch als kräftigendes, aufbauendes Nahrungsmittel v. a. bei Schwäche und Rekonvaleszenz empfohlen wird. Fleischbrühe
māna
Māna bezeichnet das System der Maße und Gewichte, nach dem Heilmittel dosiert und abgemessen werden. Maß, Maßeinheit
manaḥśilā
Ein rotes Arsensulfid-Mineral (Realgar), das äußerlich u. a. bei Hautkrankheiten eingesetzt wird. Realgar
manas
Das „innere Sinnesorgan“ bzw. der Geist, der Wahrnehmung und Denken koordiniert; eng verwandt mit, aber begrifflich unterschieden von sattva und ātman. Geist, Denkorgan
mānasa
Mānasa bezeichnet alles, was den Geist betrifft, etwa geistige Krankheiten (mānasa vyādhi) im Unterschied zu körperlichen (śārīra) Leiden. geistig, seelisch
manda
Manda bezeichnet die Eigenschaft der Trägheit bzw. Schwäche, etwa eines schwachen Verdauungsfeuers (manda agni); daneben bezeichnet manda auch die dünnste Form des Reisschleims. träge, schwach (Qualität)
mandāgni
Mandāgni bezeichnet einen Zustand geschwächten Verdauungsfeuers (Agni), der zu unvollständiger Verdauung, Appetitlosigkeit und der Bildung von Toxinen (Āma) führt. geschwächtes Verdauungsfeuer
maṅgala
Maṅgala bezeichnet auspizöse Segensriten, die unter anderem vor Behandlungen oder wichtigen Handlungen zum Schutz und Gelingen vollzogen werden. Segensriten
maṇi
Maṇi bezeichnet Edelsteine bzw. Juwelen, die sowohl als Schmuck wie auch als apotropäische Amulette, etwa gegen Unglück oder Krankheit, getragen wurden. Edelstein, Amulett
manovikāra
Manovikāra bezeichnet Störungen des Geistes bzw. psychische Erkrankungen im weiteren Sinn. Geisteskrankheiten
mantha
Ein aus Getreidemehl, Wasser und weiteren Zutaten verquirltes Getränk, das als erfrischende und stärkende Speise dient. gerührter Getreidetrank
mantra
Mantras sind heilige, rhythmisch rezitierte Formeln, die im Rahmen der geistig gestützten Therapie (daivavyapāśraya cikitsā) neben Kräutermitteln zur Krankheitsabwehr eingesetzt werden. heilige Sprüche, Beschwörungsformeln
manyā
Manyā bezeichnet die seitliche Halsregion mit den großen Halsgefäßen/-muskeln, wie sie etwa im Namen der Nackensteife (Manyāstambha) erscheint. Nackenregion
manyāstambha
Manyāstambha bezeichnet eine schmerzhafte Versteifung der Nackenmuskulatur, vergleichbar einem Torticollis, die durch gestörtes Vāta im Nackenbereich verursacht wird. Nackensteife
mārdava
Mārdava bezeichnet die Eigenschaft der Weichheit, die u. a. als positives Behandlungszeichen bei entzündlichen oder verhärteten Zuständen gilt. Weichheit (Qualität)
mārdvīka
Eine Rosinen- bzw. Weintraubensorte, deren Saft als mild-süßes, stärkendes Mittel geschätzt wird. Weintraube (Vitis vinifera)
mārga
Mārga, der „Weg“, bezeichnet die Kanäle bzw. Bahnen (Gliedmaßen, Rumpf, Vitalpunkte), entlang derer sich Krankheit oder gestörte Doṣas im Körper ausbreiten. Ausbreitungsweg
marica
Der schwarze Pfeffer, eine scharfe, verdauungsfördernde Gewürzdroge und Bestandteil von trikaṭu. schwarzer Pfeffer (Piper nigrum)
mārjāra
Die Katze; in Carakas Tierklassifikation den kleineren fleischfressenden Raubtieren zugerechnet. Katze
marma
Anatomisch definierte, besonders verletzliche Körperstellen (v. a. bei Sushruta beschrieben), deren Verletzung schwerwiegende oder tödliche Folgen haben kann; Grundlage für chirurgische Vorsicht. vitaler Punkt
marman
Anatomisch definierte „vitale Punkte“ des Körpers, deren Verletzung als besonders gefährlich gilt. vitale Körperpunkte
māruta
Weiteres Synonym für Vāta, das Bewegungsprinzip unter den drei Doṣas; austauschbar mit anila verwendet. Wind (Synonym für Vāta)
māṣa
Die Urdbohne, eine nährende, kräftigende Hülsenfrucht, häufig in stärkenden Rezepturen verwendet. schwarze Linse (Urdbohne) (Vigna mungo)
māṣapūpalikā
Māṣapūpalikā ist ein aus Urdbohnenmehl (māṣa) zubereiteter Fladen bzw. Kuchen. Bohnenmehlfladen
mastu
Mastu ist die Molke, die wässrige Flüssigkeit, die sich beim Gerinnen von Milch absetzt und als mild verdauungsförderndes Mittel gilt. Molke
mastuluṅga
Mastuluṅga ist die klassische Bezeichnung für das Gehirn als anatomisches Organ. Gehirn
masūra
Die Linse, eine leicht verdauliche Hülsenfrucht mit adstringierendem Geschmack. Linse (Lens culinaris)
mātrā
Die angemessene Dosierung eines Arzneimittels, abhängig von Konstitution, Alter, Kraft und weiteren Faktoren. Dosierung, Dosis
matsya
Matsya, Fisch, wird in den diätetischen Kapiteln als eigene Nahrungsmittelkategorie mit spezifischen Eigenschaften behandelt. Fisch
mātuluṅga
Die Zitronatzitrone, deren saure Frucht appetitanregend und verdauungsfördernd wirkt. Zitronatzitrone (Citrus medica)
mātuluṅgarasa
Mātuluṅgarasa ist der Saft der Zitrusfrucht Mātuluṅga (Zitronatzitrone), der als verdauungsförderndes Mittel verwendet wird. Zitronensaft (Citrus medica L.)
mayūra
Mayūra bezeichnet den Pfau, dessen Fleisch in der klassischen Diätetik als eigene Kategorie unter den Vögeln geführt wird. Pfau
meda
Eines der sieben Körpergewebe (Dhātus); trägt zu Polsterung, Schmierung und Energiespeicherung des Körpers bei. Fettgewebe
medas
Das Fettgewebe, eines der sieben Körpergewebe (dhātu). Fettgewebe
medhā
Medhā bezeichnet die geistige Merk- und Fassungskraft, deren Förderung Ziel der sogenannten „Medhya-Rasāyanas“ (intellektfördernde Verjüngungsmittel) ist. Verstand, Merkfähigkeit
medhya
Medhya bezeichnet eine Klasse von Substanzen mit geist- und gedächtnisfördernder Wirkung (medhya rasāyana), die als "Intelligenz-Verjünger" der Ayurveda-Pharmakologie gelten. geistfördernd, nootropisch
medya
Medya bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität, die den Aufbau von Körperfett bzw. Gewebe fördert. fettbildend, nährend
meha
Meha ist der Sammelbegriff für eine Gruppe von zwanzig Harnkrankheiten (darunter madhumeha, die diabetesähnliche Erkrankung), die durch übermäßigen und pathologisch veränderten Urin gekennzeichnet sind. Harnkrankheiten
mithyācāra
Mithyācāra bezeichnet ein gegen die Vernunft bzw. gegen gesundheitsförderliche Regeln verstoßendes Verhalten und gilt als eine der Hauptursachen für Krankheit. Fehlverhalten, unangemessenes Handeln
mlāna
Beschreibt einen welken, kraftlosen bzw. abgemagerten Zustand, häufig als Zeichen sinkender Vitalität (ojas). welk, abgemagert
modaka
Modaka ist eine mit Heilkräutern versetzte, kugelförmige Süßspeise, ähnlich einer Konfektpille, die als angenehm einzunehmende Arzneiform, besonders für Kinder, dient. medizinische Süßspeise, Kugelpille
moha
Geistige Verwirrung bzw. Täuschung, eine der zentralen mentalen Fehlhaltungen (neben Gier und Hass), die nach ayurvedischer Psychologie Krankheiten begünstigt. Verblendung
mokṣa
Mokṣa bezeichnet die endgültige Befreiung von Leid und Wiedergeburtskreislauf; das Wort ist weitgehend synonym mit apavarga. Erlösung
mṛdbhakṣaṇa
Mṛdbhakṣaṇa bezeichnet die schädliche Gewohnheit, Erde oder Lehm zu essen, die in den Texten als Ursache verschiedener Beschwerden genannt wird. Erdessen (Geophagie)
mṛdvīkā
Die Weintraube bzw. Rosine, in der Ayurveda-Diätetik als kühlende, nährende und stärkende Frucht geschätzt. Weintraube (Vitis vinifera)
mṛṇāla
Mṛṇāla ist der Wurzelstock bzw. Stängel der Lotuspflanze, der als Nahrungsmittel und in kühlenden Zubereitungen verwendet wird. Lotuswurzel (Nelumbo nucifera)
mṛtasañjīvana
Mṛtasañjīvana ("die Toten Wiederbelebende") bezeichnet ein Verfahren bzw. eine Rezeptur zur Wiederbelebung eines scheintoten oder bewusstlosen Patienten, etwa nach schwerer Vergiftung. Wiederbelebungsverfahren
mṛttikā
Mṛttikā ist Ton bzw. Erde, die sowohl äußerlich (z. B. in Anwendungen) als auch als Gegenstand des krankhaften Erdeessens (Pica) Erwähnung findet. Tonerde
mudga
Die Mungbohne, eine leicht verdauliche Hülsenfrucht, die in der ayurvedischen Diätetik als besonders bekömmlich gilt. Mungbohne (Vigna radiata)
mudgayūṣa
Eine leichte Suppe aus Mungbohnen, in der Diätetik als bekömmliche, leicht verdauliche Kost geschätzt. Mungbohnensuppe
muhūrta
Muhūrta ist eine traditionelle Zeiteinheit von etwa 48 Minuten, die unter anderem zur Angabe von Behandlungs- und Einnahmezeitpunkten dient. Zeiteinheit (~48 Minuten)
mukhadhāvana
Mukhadhāvana bezeichnet die morgendliche Mundspülung bzw. -reinigung als Teil der täglichen Verhaltensregeln (dinacaryā). Mundspülung
mukhapāka
Mukhapāka bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Mundschleimhaut mit Geschwürbildung (Stomatitis), meist durch gestörte Pitta- oder Rakta-Doṣas verursacht. Mundfäule, Stomatitis
mūlaka
Der Rettich, ein in der Diätetik behandeltes Wurzelgemüse mit verdauungsfördernder, aber auch blähender Wirkung. Rettich (Raphanus sativus)
mūlakasvarasa
Mūlakasvarasa bezeichnet den ausgepressten Saft der Rettichwurzel (Raphanus sativus), der innerlich unter anderem bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird. Rettichsaft
mūlaviṣa
Mūlaviṣa bezeichnet ein aus der Wurzel einer Giftpflanze gewonnenes Gift, eine Kategorie innerhalb der Klassifikation pflanzlicher Gifte (Sthāvara-Viṣa). Wurzelgift
muni
Muni bezeichnet einen Weisen bzw. Asketen, eine der traditionellen Autoritäten der Wissensüberlieferung; weitgehend synonym mit Ṛṣi/Maharṣi. Weiser, Asket
mūrcchā
Vorübergehender Bewusstseinsverlust (Synkope), meist als Symptom schwerer Doshastörungen oder Vergiftung. Ohnmacht, Bewusstlosigkeit
mūrdhavirecana
Eine Reinigungstherapie des Kopfes, bei der Medikamente über Nase oder Mund appliziert werden, um Schleim und Doṣas aus dem Kopfbereich zu entfernen (vgl. Śirovirecana). Kopfreinigungstherapie
mūṣika
Maus bzw. Ratte; in der klassischen Nagetier-Klassifikation als Vertreter grabender Kleinsäuger genannt. Maus, Ratte
muṣka
Muṣka bezeichnet den Hodensack (Skrotum); Erkrankungen dieser Region werden unter anderem im Zusammenhang mit Hydrozelen und Hernien beschrieben. Hodensack, Skrotum
musta
Musta ist ein aromatisches Knollen-Zypergras, das vor allem gegen Verdauungsstörungen, Durchfall und Fieber eingesetzt wird. Cyperngras, Mutha (Cyperus rotundus)
mustā
Mustā ist das Cyperngras (Purpur-Nussgras), dessen aromatisches Rhizom als eines der wichtigsten verdauungsfördernden und fiebersenkenden Mittel der Ayurveda-Medizin gilt. Cyperngras (Nussgras) (Cyperus rotundus L.)
mūtra
Urin, insbesondere Kuhurin (gomūtra), der in der Materia medica als Arzneimittel u. a. bei Hautkrankheiten und Ödemen verwendet wird. Urin (bes. Rinderurin)
mūtrakṛcchra
Krankheitsbild mit Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen, vergleichbar mit Dysurie; wird in mehrere Unterarten je nach zugrundeliegendem Doṣa unterteilt. schmerzhaftes/erschwertes Harnlassen
mūtrasaṅga
Erschwertes oder unterbrochenes Wasserlassen bis hin zum vollständigen Harnverhalt. Harnverhaltung
mūtrāśaya
Mūtrāśaya ("Sitz des Urins") ist die anatomische Bezeichnung für die Harnblase. Harnblase
nāgara
Bezeichnung für den getrockneten Ingwerwurzelstock, ein häufig verwendetes verdauungsförderndes Gewürz und Bestandteil vieler Rezepturen (u. a. trikaṭu). getrockneter Ingwer (Zingiber officinale)
nakha
Der als Räucher- und Riechstoff verwendete Deckel (Operculum) bestimmter Meeresschnecken, in der klassischen Parfümerie und Medizin genutzt. Duftnagel (Onycha)
nakṣatra
Eines der Mondhäuser der altindischen Astronomie/Astrologie, nach denen unter anderem günstige Zeitpunkte für das Sammeln von Heilpflanzen oder für Therapien bestimmt wurden. Mondhaus
nakula
Der Mungo, ein Raubtier, dessen Immunität gegen Schlangengift in den toxikologischen Kapiteln thematisiert wird. Mungo
nala
Eine Schilf- bzw. Rohrpflanze, deren Wurzeln u. a. harntreibend eingesetzt werden; botanische Identität nicht sicher bestimmt. Schilfrohr
nārīkṣīra
Nārīkṣīra bezeichnet menschliche Muttermilch, die in der Kinderheilkunde und als Arzneiträger Erwähnung findet. Frauenmilch
nastaḥkarma
Nastaḥkarma (auch nasya-karma) bezeichnet die therapeutische Anwendung von Heilmitteln über die Nase, eines der fünf klassischen Ausleitungsverfahren (pañcakarma). Nasentherapie
nāstikya
Die aus ayurvedischer Sicht als ethisch bedenklich geltende Haltung, ein Leben nach dem Tod bzw. die Autorität der heiligen Überlieferung zu leugnen. Leugnung des Jenseits
nasya
Die Applikation von Heilmitteln über die Nase, eines der fünf klassischen Reinigungsverfahren (Pañcakarma) bei Kopf- und Halserkrankungen. Nasentherapie
nāvana
Nāvana bezeichnet die Verabreichung von Arzneiflüssigkeit in Tropfenform über die Nase, eine Form der Nasya-Therapie. Verabreichung von Nasentropfen
navanīta
Navanīta ist frisch aus Rahm gebuttete, ungeklärte Butter, im Unterschied zum geklärten Ghee (Ghṛta). frische Butter
netra
Netra ('Auge, Leiter') bezeichnet in der Chirurgie ein röhrenförmiges Instrument bzw. eine Sonde, u. a. zur Anwendung von Klistieren; wörtlich kann das Wort auch schlicht 'Auge' bedeuten. Sonde, Katheter
nidāna
Die (unmittelbare) Krankheitsursache; im weiteren Sinn auch die gesamte Lehre der Ätiologie bzw. das entsprechende Textkapitel. Krankheitsursache, Ätiologie
nidrā
Der Schlaf, neben Nahrung (anna) und Enthaltsamkeit eine der drei Stützen des Lebens (trayopastambha); Schlafstörungen gelten als bedeutender Krankheitsfaktor. Schlaf
niḥsneha
Niḥsneha beschreibt einen Zustand ohne Öl- bzw. Fettzufuhr, etwa nach Beendigung einer Ölungstherapie (Snehana), im Gegensatz zu snigdha (geölt/fettig). unfettig, ohne Ölung
niḥśreyasa
Das jenseitige, endgültige Heil bzw. die Erlösung, die Caraka programmatisch von bloßem irdischen Wohlergehen (abhyudaya) unterscheidet; letztes Ziel neben der Gesundheit. höchstes Heil
nija
Klassifikation von Krankheiten, deren Ursache im Inneren des Körpers liegt (Störung der Doṣas), im Gegensatz zu āgantu, den von außen einwirkenden Ursachen. endogen (innere Krankheitsursache)
nija-vraṇa
Nija-vraṇa bezeichnet eine "innere", d. h. durch gestörte Doṣas im Körper selbst entstandene Wunde oder Geschwür, im Gegensatz zur äußerlich-traumatischen Wunde (āgantuja-vraṇa). endogene Wunde
nīlī
Nīlī ist die Indigopflanze, deren blauer Farbstoff sowie Blätter unter anderem äußerlich bei Hautkrankheiten und in der Haarpflege verwendet werden. Indigopflanze (Indigofera tinctoria L.)
nīlikā
Eine in der Suśruta-Saṃhitā beschriebene Augenerkrankung mit bläulicher Verfärbung der Lederhaut; der Begriff bezeichnet daneben auch einen bläulich-schwarzen Hautfleck (Muttermal). bläuliche Augentrübung
nīlinī
Nīlinī ist die Indigopflanze, aus deren Blättern der blaue Farbstoff Indigo gewonnen wird; sie findet auch medizinische Verwendung. Indigopflanze (Indigofera tinctoria)
nīlotpala
Nīlotpala ist die blaue Seerose (blauer Lotus), deren kühlende Blüten ähnlich wie die des Padma-Lotus bei Fieber und Hautkrankheiten Verwendung finden. Blaue Seerose (Nymphaea nouchali Burm.f. (Syn. N. stellata Willd.))
nimba
Nimba ist der Neembaum, dessen bitteres Holz, Blätter und Öl als blutreinigende, entzündungshemmende und hautheilende Mittel gelten. Picumarda ist ein Sanskrit-Synonym für Nimba, kein deutsches Wort. Neembaum (Azadirachta indica)
nimitta
Ein auslösender Faktor, Anlass oder Vorzeichen, etwa die unmittelbare Ursache einer Erkrankung oder ein diagnostisches Anzeichen. Ursache, Anzeichen
nirūha
Ein mit einem Kräuterdekokt statt Öl durchgeführtes Klistier (basti), auch āsthāpana genannt; Gegenstück zum Öleinlauf anuvāsana. Dekokt-Klistier
nirvāpaṇa
Eine kühlende äußere Anwendung bzw. ein Umschlag, der zur Linderung von Hitze- oder Pitta-bedingten Beschwerden aufgelegt wird. kühlende Auflage
niryāsa
Allgemeiner Sammelbegriff für aus Bäumen oder Pflanzen austretende Harze, Gummen und Säfte, die als Rohstoffe für zahlreiche Heilmittel dienen. Baum-/Pflanzenharz
niryūha
Niryūha ist ein Sud bzw. Dekokt, gewonnen durch Auskochen von Arzneidrogen in Wasser; weitgehend gleichbedeutend mit Kaṣāya. Sud, Dekokt
niṣkvātha
Niṣkvātha ist ein Synonym für kvātha, den wässrigen Absud aus Heilpflanzenmaterial, eine der Grundformen der Ayurvedischen Arzneizubereitung. Absud, Dekokt
niṣpāva
Niṣpāva ist eine Hülsenfruchtart (Helmbohne), die in der Diätetik unter den Hülsenfrüchten aufgeführt wird. Hülsenbohne (Lablab purpureus)
nistoda
Nistoda bezeichnet einen stechenden, bohrenden Schmerz, eine spezifische, meist Vāta zugeordnete Schmerzqualität. stechender Schmerz
niyama
Niyama bezeichnet eine feste Verhaltens- bzw. Ordnungsregel, wie sie etwa im Rahmen der täglichen Lebensführung (Dinacaryā) zur Gesunderhaltung vorgeschrieben wird. Regel, Verhaltensvorschrift
nyagrodha
Der Banyanbaum (Indische Würgefeige), dessen Milchsaft, Rinde und Luftwurzeln adstringierend wirken und u. a. bei Hautleiden und zur Wundheilung verwendet werden. Im Quellentext war der Kandidat mit dem englischen Wort 'banyan' vertauscht extrahiert worden. Banyanbaum (Ficus benghalensis)
odana
Odana ist gekochter Reis, eine häufig als Teil therapeutischer Diäten verordnete Grundzubereitung. gekochter Reis
ojas
Ojas bezeichnet die feinste, essenzielle Vitalkraft des Körpers, die als Endprodukt der Gewebebildung (dhātu) gilt und Immunität sowie Widerstandskraft verleiht. Vitalessenz, Lebenskraft
pācana
Ein Mittel, das unverdaute Stoffwechselrückstände (āma) verdaut bzw. neutralisiert, ohne selbst stark verdauungsanregend zu wirken; verwandt mit, aber unterschieden von dīpana. Ama-verdauendes Mittel
pāda
Pāda ('Fuß, Teil') bezeichnet u. a. die vier Grundpfeiler der Heilbehandlung – Arzt, Heilmittel, Pflegepersonal und Patient (catuṣpāda) –, auf denen der Therapieerfolg beruht. Grundpfeiler (der Behandlung)
padma
Padma ist der (rosa-weiße) Lotus, dessen Blüten, Samen und Rhizome kühlende, adstringierende Eigenschaften besitzen und u.a. bei Fieber und Blutungen verwendet werden. Lotus (Nelumbo nucifera Gaertn.)
padmabīja
Die Samen der Lotosblume, die u. a. als kühlendes, stärkendes Mittel verwendet werden. Lotossamen (Nelumbo nucifera)
padmakeśara
Padmakeśara bezeichnet die Staubgefäße (Antheren) der Lotosblüte, die als adstringierendes und kühlendes Heilmittel verwendet werden. Lotus-Staubgefäße (Nelumbo nucifera)
padmakiñjalka
Die Staubfäden (Filamente) der Lotosblüte, die als kühlendes, adstringierendes Mittel u. a. bei Blutungen verwendet werden. Lotos-Staubfäden (Nelumbo nucifera)
paicchilya
Die Eigenschaft der Schleimigkeit bzw. Klebrigkeit einer Substanz oder eines Körpergewebes. Schleimigkeit
paittika
Paittika ist das Adjektiv zu Pitta und bezeichnet Zustände, Krankheiten oder Konstitutionen, die durch eine Störung bzw. Dominanz des Pitta-Doṣa gekennzeichnet sind. pitta-bedingt
pāka
Bezeichnet den Reifungs- bzw. Eiterungsprozess einer Entzündung oder eines Geschwürs (chirurgischer Kontext bei Sushruta); wörtlich auch 'Kochen/Verdauen'. Reifung, Eiterung
pakṣa
Pakṣa bezeichnet einen Halbmonat (ca. 14 Tage, eine Mondphase), daneben auch „Seite“ oder, in der Logik, eine „These“; die verstümmelte Quellglosse „lang“ stammt vermutlich aus einer Zeitangabe wie „vierzehn Tage lang“. Halbmonat, Mondphase
pakṣāghāta
Die Halbseitenlähmung (Hemiplegie), eine schwere Vāta-Erkrankung mit Lähmung einer Körperseite. Halbseitenlähmung
pakṣavadha
Lähmung einer Körperseite (Hemiplegie), verursacht durch gestörtes Vāta in den betroffenen Kanälen. Halbseitenlähmung
pakva
Bezeichnet den gereiften bzw. vollständig verdauten oder gekochten Zustand eines Stoffes oder einer Doṣa-Störung, im Gegensatz zum unreifen Zustand (āma). gereift, verdaut
pakvāśaya
Wörtlich der 'Behälter des Gekochten'; anatomischer Begriff für den unteren Verdauungstrakt (Dickdarm), Sitz von Vāta. Dickdarm
palala
Palala bezeichnet eine aus zerstoßenen Sesamsamen hergestellte Paste, die diätetisch und als Arzneiträger verwendet wird. Sesampaste
palita
Palita bezeichnet das vorzeitige Ergrauen der Kopfhaare, eine Alterserscheinung, gegen die Verjüngungsmittel (rasāyana) empfohlen werden. vorzeitiges Ergrauen der Haare
pallava
Pallava bezeichnet zarte junge Sprossen bzw. Triebe einer Pflanze (etwa des Mangobaums), die als Bestandteil verschiedener Heilmittel verwendet werden. junger Trieb
pānaka
Ein gesüßtes, oft aus Fruchtsaft bereitetes Getränk, das in der Diätetik zur Erfrischung und leichten Verdauungsförderung dient. Fruchtgetränk
panasa
Panasa ist die Jackfrucht, deren süßes Fruchtfleisch in der klassischen Diätetik als nahrhaft, aber schwer verdaulich beschrieben wird. Jackfrucht (Artocarpus heterophyllus)
pañcagavya
Pañcagavya bezeichnet die fünf Produkte der Kuh – Milch, Dickmilch, Ghee, Urin und Dung –, die einzeln oder als Mischung rituell und medizinisch verwendet werden. die fünf Kuhprodukte
pañcakarma
Die fünf klassischen Ausleitungstherapien der Ayurveda-Medizin (u. a. Emesis, Purgation, Klistiere, Nasentherapie, Aderlass) zur gezielten Entfernung überschüssiger Doṣas. Fünf Reinigungsverfahren
pañcakola
Pañcakola ist eine klassische Kombination aus fünf scharfen Drogen (Langer Pfeffer, dessen Wurzel, Cavya, Citraka und trockener Ingwer), die zur Anregung der Verdauung eingesetzt wird. Fünf-Scharfstoffe-Formel
pañcalavaṇa
Eine feste Gruppe von fünf traditionell verwendeten Salzen, die gemeinsam als Heilmittel und Gewürz eingesetzt werden. die fünf Salze
pañcamahābhūta
Die fünf Grundelemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther/Raum), aus denen nach ayurvedischer Kosmologie alle materiellen Dinge einschließlich des Körpers zusammengesetzt sind. die fünf Grundelemente
pañcamūla
Pañcamūla bezeichnet eine Gruppe von fünf Heilpflanzenwurzeln (in kleiner und großer Ausführung, laghu- und bṛhat-pañcamūla), die zusammen die zehn Wurzeln (daśamūla) einer bekannten Kombinationsdroge bilden. Gruppe von fünf Wurzeldrogen
pañcapañcaka
Ein in Carakas Grundlagenkapitel verwendetes Ordnungsschema, das medizinisch relevante Größen in Gruppen von je fünf Elementen gliedert. Fünfergruppe von Fünfheiten
pañcavalka
Pañcavalka bezeichnet eine feste Gruppe von fünf Baumrinden, meist verschiedener Ficus-Arten, die gemeinsam als Absud oder Paste bei Wunden, Entzündungen und Hautkrankheiten verwendet werden. die fünf Rinden
pañcavalkala
Eine klassische Kombination aus den Rinden von fünf feigenbaumverwandten Bäumen (u. a. Udumbara, Nyagrodha, Aśvattha), die adstringierend und wundheilend eingesetzt wird. die fünf Rinden
pāṇḍuroga
Pāṇḍuroga ("Blässe-Krankheit") ist die klassische Bezeichnung für eine der Anämie entsprechende Erkrankung, die durch Blässe der Haut und Schleimhäute sowie durch eine Störung von Pitta und Blutbildung gekennzeichnet ist. Blutarmut (Anämie)
pāṇitala
Traditionelle Mengenangabe in der ayurvedischen Pharmazie, entsprechend etwa einer Handvoll einer Substanz. Handvoll (Maßeinheit)
paramātman
Paramātman bezeichnet das universelle, höchste Selbst bzw. die Weltseele, im Unterschied zum individuellen, elementgebundenen Selbst (bhūtātman). höchstes Selbst
pārāvata
Die Wildtaube bzw. Felstaube, eine von der Haustaube (kapota) unterschiedene Art in der Vogelklassifikation. Wildtaube
parigraha
Parigraha bezeichnet in der Arzneizubereitung die für jede einzelne Zutat vorgesehene Teilmenge einer Rezeptur, im Gegensatz zur Gesamtmenge (sarvagraha). Einzelmenge je Zutat
parikartikā
Parikartikā ist ein scharfer, schneidender Schmerz vor allem im Anal- oder Genitalbereich, wie er etwa nach Abführtherapien oder bei der Geburt auftreten kann. schneidender Schmerz
parīkṣā
Parīkṣā bezeichnet die systematische ärztliche Untersuchung von Patient und Krankheit, etwa nach den klassischen acht- oder zehnfachen Untersuchungsschemata. Untersuchung
parimāṇa
Philosophische Kategorie für die Ausdehnung bzw. Maßgröße eines Dinges; wird in Carakas Erkenntnistheorie unter den Grundkategorien behandelt. Maß, Größe
pariṇāma
Pariṇāma bezeichnet Wandel bzw. Transformation, etwa die Umwandlung der Nahrung im Verdauungsprozess oder den Wandel der Zeit (kāla-pariṇāma) als Krankheitsursache. Wandel, Umwandlung
pariṇata
Pariṇata bezeichnet den Zustand des Verdaut- bzw. Umgewandeltseins, etwa von Nahrung im Zuge der Verdauung (Anna-Pariṇāma). verdaut, umgewandelt
paripakva
Paripakva bezeichnet den Zustand vollständiger Reifung bzw. 'Kochung' – etwa eines Geschwürs oder eines vitiierten Doshas –, der einen Behandlungsschritt (z. B. Öffnung eines Abszesses) vorbereitet. vollständig ausgereift
pariṣecana
Synonym zu pariṣeka: therapeutisches Übergießen oder Besprengen des Körpers mit medizinischen Flüssigkeiten. Besprengen, Übergießen
pariṣeka
Therapeutisches Übergießen des Körpers oder betroffener Körperteile mit warmen Ölen, Dekokten oder anderen Flüssigkeiten; synonym mit pariṣecana. Übergießungstherapie
parisrāva
Allgemeiner Begriff für das Austreten bzw. Sickern von Körperflüssigkeit, weitgehend synonym zu āsrāva. Ausfluss, Sickern
pārśva
Pārśva bezeichnet die Flanken bzw. seitlichen Regionen des Rumpfes, eine anatomische Bezugsregion u.a. für Schmerzsymptome wie den Flankenschmerz (pārśvaśūla). Flanke, Körperseite
pārśvārti
Pārśvārti bezeichnet Schmerzen in der Flanke bzw. Seite des Rumpfes, ein häufiges Symptom bei Lungen- und Rippenfellerkrankungen. Flankenschmerz
pārśvaśūla
Pārśvaśūla bezeichnet stechenden Schmerz in der Flankenregion, ein häufiges Begleitsymptom von Lungen-, Rippenfell- oder Vāta-bedingten Erkrankungen. Flankenschmerz
pārthiva
Klassifikationsbegriff für Substanzen erdig-mineralischen Ursprungs, abgeleitet von pṛthivī (Erde), im Gegensatz zu tierischem oder pflanzlichem Ursprung. mineralisch-erdigen Ursprungs
parvan
Parvan bezeichnet die Körpergelenke; die Gesamtzahl und Anordnung der Gelenke wird in der Anatomie der Saṃhitās detailliert aufgeführt. Gelenk
pathya
Bezeichnet Nahrung, Verhalten oder Lebensweise, die der Gesundheit bzw. dem Therapieerfolg zuträglich sind; Gegenbegriff zu apathya (unzuträglich). zuträglich, bekömmlich
pathyā
Pathyā ist ein Synonym für Haritaki, eine der wichtigsten Verjüngungs- und milden Abführfrüchte des Ayurveda. Myrobalane, Haritaki-Synonym (Terminalia chebula)
patra
Patra bedeutet allgemein „Blatt“ und wird im Text meist als unspezifischer Bestandteil größerer Pflanzenbezeichnungen verwendet. Blatt
patrabhaṅga
Patrabhaṅga bezeichnet ein Bündel medizinischer Blätter, das erhitzt und zur Schwitz- bzw. Wärmetherapie auf den Körper aufgelegt wird. Blätterbündel (Fomentation)
patrakalka
Patrakalka bezeichnet einen aus frischen Blättern hergestellten Brei bzw. eine Paste, die äußerlich oder innerlich angewendet wird. Blätterbrei
pauruṣa
Pauruṣa bezeichnet die menschliche Tatkraft bzw. Willensanstrengung, die dem Schicksal (daiva) als Krankheitsursache bzw. Mittel zur Krankheitsbewältigung gegenübergestellt wird. menschliche Tatkraft
pāvaka
Pāvaka ("der Reinigende") ist ein Beiname des Feuergottes Agni und wird auch allgemein für Feuer als reinigendes Element verwendet, gelegentlich in Bezug auf das Verdauungsfeuer (agni). Feuer, reinigende Flamme
pavana
Ein Synonym für Vāta bzw. Vāyu, das Bewegungsprinzip unter den drei Doṣas, wörtlich 'Wind'. Wind (Synonym für Vāta)
payas
Payas ist die Milch, ein in der ayurvedischen Diätetik hochgeschätztes, nährendes und aufbauendes (rasayanisches) Nahrungsmittel. Milch
pāyasa
Pāyasa bezeichnet eine in Milch gekochte, meist gesüßte Reisspeise, eine klassische, als nährend und Kapha-fördernd geltende Zubereitung. Der Begriff wurde hier aus einem verkürzten Extraktionsfragment ("…yasa") rekonstruiert. Milchreis, Reispudding
peśī
Peśī bezeichnet eine Muskel- bzw. Fleischmasse, sowohl als anatomisches Gewebe als auch als embryologisches Entwicklungsstadium (Fleischklumpen). Fleisch-/Muskelgebilde
peṣya
Eine der fünf klassischen Grundzubereitungsformen (pañcavidha kaṣāya kalpanā): eine zerriebene, feuchte Paste aus Drogenmaterial, auch kalka genannt. Paste
peyā
Ein sehr dünnflüssiger, viel Wasser enthaltender Reisschleim, diätetisch bei akuten Verdauungsstörungen eingesetzt; vgl. die dickere Zubereitung yavāgū. dünnflüssiger Reisschleim
peya
Peya (peyā) ist eine dünnflüssige Reisgrütze, eine der klassischen Zubereitungsformen für Rekonvaleszenten und bei schwacher Verdauungskraft. dünner Reisschleim
phāṇita
Phāṇita ist ein halbflüssiger, eingedickter Zuckerrohrsirup, eine Zwischenstufe zwischen Rohsaft und festem Rohzucker (Guḍa), die in der Pharmazie verwendet wird. Zuckersirup
phenasaṅghāta
Phenasaṅghāta bezeichnet die Ansammlung von Schaum, etwa im Urin oder Stuhl, ein Symptom, das mit gestörtem Vāta in Verbindung gebracht wird; vgl. phenila. Schaumansammlung
phenila
Phenila beschreibt eine schaumige, blasige Beschaffenheit von Ausscheidungen, etwa Stuhl oder Urin, häufig als Zeichen einer Vāta-Störung gedeutet; vgl. phenasaṅghāta. schaumig
picchā
Eine schleimig-klebrige Substanz, wie sie z. B. bei bestimmten Klistierarten (picchā-basti) verwendet wird. Schleimstoff
piccha
Piccha bezeichnet eine schleimige, fadenziehende Absonderung, wie sie etwa bei bestimmten Wunden oder Durchfallerkrankungen beschrieben wird; vgl. das Adjektiv picchila (schleimig). Schleim, schleimiger Ausfluss
picchābasti
Picchābasti ist ein Klistier aus schleimig-klebrigen (piccha) Substanzen, das bei blutigem Durchfall und anderen Darmerkrankungen zur Beruhigung und Blutstillung eingesetzt wird. Schleimklistier
piccha-basti
Piccha-basti bezeichnet eine besondere Form des medizinischen Klistiers (basti) mit schleimig-adstringierenden Substanzen, die insbesondere bei blutigem Durchfall angewendet wird. Schleimklistier
picchila
Eine der zwanzig grundlegenden Substanzeigenschaften (Guṇa); beschreibt eine klebrig-schleimige Konsistenz, die typischerweise Kapha fördert. schleimig (Eigenschaft)
picchilā
Picchilā ist das Adjektiv zu piccha und beschreibt eine schleimige, klebrige Gewebe- oder Sekretqualität (guṇa). schleimig
picu
Picu ist ein mit Öl oder medizinischer Flüssigkeit getränkter Watte- oder Stoffbausch zur lokalen Anwendung, etwa bei Wunden. Wattebausch, Tampon
pīnasa
Chronischer Schnupfen bzw. Rhinitis, meist auf eine Kapha-Störung im Kopfbereich zurückgeführt. chronischer Schnupfen
piṇyāka
Piṇyāka ist der feste Rückstand, der beim Auspressen von Öl (z. B. aus Sesam) übrig bleibt und als Futter- und gelegentlich als Heilmittel verwendet wird. Ölkuchen
pipāsā
Durst, sowohl als physiologisches Bedürfnis als auch als krankhaftes Symptom (übermäßiger Durst). Durst
pipīlikā
Pipīlikā ('Ameisen') dient in der Symptombeschreibung als Vergleich für ein kribbelndes, ameisenlaufähnliches Hautgefühl, etwa bei bestimmten Stoffwechselstörungen. Ameisen (Symptomvergleich)
pippalī
Der lange Pfeffer, eine scharfe, verdauungsfördernde Droge und Bestandteil klassischer Rezepturen wie trikaṭu. langer Pfeffer (Piper longum)
pippalīmūla
Pippalīmūla ist die Wurzel des Langpfeffers, die als eigenständige Droge mit stärker erhitzender Wirkung als die Frucht (Pippalī) gilt. Langpfefferwurzel (Piper longum L.)
pitṛ
Pitṛ bezeichnet die (verstorbenen) Ahnen; in der Embryologie der Ayurveda-Texte wird ihnen auch ein Einfluss auf bestimmte, vom Vater ererbte Merkmale des Kindes (pitṛja bhāva) zugeschrieben. Ahnen, Vorfahren
pitta
Eines der drei Doṣas, das Prinzip von Stoffwechsel, Hitze und Umwandlung im Körper; wird oft mit 'Galle' übersetzt. Im Quellenauszug war das deutsche Wort 'Galle' mit dem eigentlichen Sanskrit-Terminus vertauscht. Pitta (Galle-Doṣa)
pittadāha
Pittadāha bezeichnet ein durch aggraviertes Pitta verursachtes Brenngefühl im Körper. Pitta-bedingtes Brennen
pittakāsa
Pittakāsa ist eine von fünf klassischen Hustenarten (kāsa) und wird auf eine Störung des Pitta-Doṣa zurückgeführt. Pitta-bedingter Husten
pittala
Pittala beschreibt eine Substanz oder Eigenschaft, die das Pitta-Dosha vermehrt bzw. dominiert. pitta-erhöhend
pittāśaya
Pittāśaya bezeichnet die anatomische Region, die als hauptsächlicher Sitz des Pitta-Doshas gilt, im Wesentlichen den Magen-Dünndarm-Bereich. Sitz des Pitta
pittāsṛj
Pittāsṛj ('Pitta-Blut') ist ein Synonym für Raktapitta, eine Blutungsstörung, die durch vitiiertes Pitta-Dosha und Blut verursacht wird. Blutungsstörung durch Pitta
pittātisāra
Eine Form von Durchfall, die auf eine Störung des Pitta-Doṣa zurückgeführt wird und mit brennenden, gelblichen Stühlen einhergeht. Pitta-bedingter Durchfall
pittodara
Pittodara ist eine der acht Formen der Bauchwassersucht (Udara), die durch aggraviertes Pitta verursacht wird und mit Brennen und gelblichen Symptomen einhergeht. Gallenbauch (Pitta-Aszites)
plīhā
Plīhā ist die Milz; der Begriff wird auch zur Bezeichnung von Milzerkrankungen (Plīhāroga, z. B. Milzvergrößerung) verwendet. Milz
plīha
Plīha bezeichnet sowohl das Organ Milz als auch, im Krankheitszusammenhang, eine Milzvergrößerung bzw. Milzerkrankung (plīhodara). Milz, Milzleiden
plīhan
Anatomischer Begriff für die Milz; Erkrankungen dieses Organs (Plīhāroga, Milzvergrößerung) werden in eigenen Kapiteln behandelt. Milz
plīhodara
Plīhodara bezeichnet eine Form der Bauchwassersucht (udara-Krankheit), die durch eine krankhaft vergrößerte Milz verursacht wird. Milzbedingter Bauchleib
prabhā
Der gesunde Glanz bzw. die Ausstrahlung von Haut und Teint, ein diagnostisches Zeichen für Vitalität (ojas). Glanz, Ausstrahlung
prabhāva
Die einzigartige, nicht aus Geschmack (Rasa), Eigenschaft (Guṇa) oder Wirkpotenz (Vīrya) ableitbare Sonderwirkung einer Substanz; letzter und stärkster der sechs pharmakologischen Wirkfaktoren. spezifische Wirkkraft
pracchana
Eine Form des lokalen Aderlasses durch oberflächliche Einschnitte der Haut. Skarifikation
pracchāna
Pracchāna ist ein chirurgisches Blutentnahmeverfahren, bei dem die Haut durch zahlreiche kleine Einschnitte geritzt wird, um Blut austreten zu lassen. Skarifikation
pradara
Pradara bezeichnet eine gynäkologische Erkrankung mit abnormem, meist übermäßigem vaginalem Blut- oder Ausfluss. abnormaler vaginaler Blutfluss
pradeha
Eine breiartig aufgetragene äußere Auflage aus Heilpflanzen, z. B. zur Kühlung oder Schmerzlinderung. Heilpflanzenauflage
pradhamana
Pradhamana bezeichnet eine Form der Nasentherapie, bei der pulverisierte Heilmittel mit einem Röhrchen in die Nasenlöcher eingeblasen werden. Der Begriff wurde hier aus einem verkürzten Extraktionsfragment ("…pana") rekonstruiert; die genaue Zuordnung ist nicht vollständig gesichert. Pulver-Einblasen (Nasentherapie)
pragharṣaṇa
Pragharṣaṇa bezeichnet das Einreiben bzw. Massieren des Zahnfleisches, eine im Rahmen der täglichen Mundhygiene (Dinacaryā) empfohlene Maßnahme. Zahnfleischmassage
prāgrūpa
Prāgrūpa bezeichnet die Vorboten- bzw. Frühsymptome einer Krankheit, die vor der vollen Ausprägung ihrer charakteristischen Zeichen (rūpa) auftreten und diagnostisch genutzt werden. Vorzeichen, Prodromalsymptome
prajñāparādha
Prajñāparādha, „Vergehen gegen die Einsicht“, bezeichnet das bewusste Handeln entgegen besserem Wissen und gilt neben Sinnesmissbrauch und den Wirkungen der Zeit als eine der drei Hauptursachen von Krankheit. Verstandesfehler
praklinna
Praklinna beschreibt Gewebe, das durch Feuchtigkeit aufgeweicht bzw. mazeriert ist, etwa bei nässenden Wunden. aufgeweicht, mazeriert
prakopa
Stufe der krankhaften Zunahme eines Doṣas innerhalb des sechsstufigen Pathogenesemodells (Ṣaṭkriyākāla), nach der Ansammlung (sañcaya) folgend. Erregung, Vitiierung
prakopahetu
Prakopahetu bezeichnet einen Faktor, der die Aggravation bzw. Erregung eines oder mehrerer Doṣas auslöst. Ursache der Doṣa-Erregung
prākṛta
Prākṛta beschreibt einen Zustand, der der individuellen Grundkonstitution (Prakṛti) entspricht bzw. natürlich/normal ist, im Gegensatz zu einem krankhaft veränderten (vaikṛta) Zustand. naturgemäß, konstitutionsgerecht
prakṛti
Die bei der Geburt festgelegte individuelle körperlich-seelische Konstitution, bestimmt durch das relative Verhältnis der drei Doshas. individuelle Konstitution
prakṛtistha
Im natürlichen, ausgewogenen (nicht gestörten) Zustand befindlich, Bezeichnung für Gesundheit als Gleichgewicht der Doṣas. im natürlichen Zustand
prakṣālana
Prakṣālana bezeichnet das therapeutische Waschen bzw. Spülen, etwa zur Reinigung von Wunden oder Körperteilen. Waschung, Spülung
pralāpa
Symptom von unzusammenhängendem, wirrem Sprechen im Rahmen schwerer fieberhafter oder toxischer Erkrankungen, Ausdruck einer Bewusstseinstrübung. Delirium, wirres Reden
pralepa
Pralepa ist eine äußerlich aufgetragene therapeutische Paste oder Salbe zur Behandlung von Schwellungen, Schmerzen oder Hauterkrankungen. Salbenauflage, Paste
pralepana
Das äußerliche Auftragen einer dickeren Heilpaste auf die Haut, ähnlich und teils synonym zu lepa und ālepana. Salben-/Pastenauftrag
pramāṇa
Pramāṇa bezeichnet in der indischen Erkenntnislehre die gültigen Mittel der Erkenntnis (z.B. Wahrnehmung, Schlussfolgerung, Zeugnis), die Caraka auch für die medizinische Diagnostik heranzieht. Erkenntnismittel
pramathī
Pramathī bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität, bei der eine Substanz Doṣas oder Gewebe 'aufwühlt' bzw. durchdringend löst. durchdringend-aufwühlend
prameha
Eine Gruppe von Erkrankungen mit übermäßigem, oft süßlichem Harnabgang, zu denen auch dem Diabetes vergleichbare Zustände gerechnet werden; klassifiziert in zwanzig Unterarten. Harnleiden
prāṇa
Die vitale Lebensenergie bzw. der Lebensatem, der u. a. Atmung, Herzfunktion und geistige Prozesse steuert. Lebensatem, Lebenskraft
prasāda
Prasāda bezeichnet geistige Klarheit bzw. innere Gelassenheit, einen als gesundheitsförderlich geltenden Geisteszustand im Gegensatz zu belastenden Gemütsverfassungen. geistige Klarheit
prasaha
Prasaha bezeichnet Tiere, die ihre Nahrung mit Gewalt packen und reißen (Raubtiere, Raubvögel); ihr Fleisch bildet in der ayurvedischen Diätetik eine eigene, als stärkend geltende Kategorie. reißende Raubtiere
prasahya
Sammelbezeichnung für Tiere, die ihre Nahrung gewaltsam erbeuten (Raubtiere, Greifvögel); eine der Klassifikationsgruppen in Carakas Fleisch-Kapitel. Gewaltfresser (Tiergruppe)
praśama
Praśama bezeichnet die Beruhigung bzw. das Abklingen gestörter Doṣas oder Symptome und damit den erwünschten Effekt einer Therapie; im übertragenen Sinn auch geistige Gelassenheit. Besänftigung, Beruhigung
praśamana
Eine palliativ-beruhigende Behandlungsform, die Doṣa-Störungen ohne aktive Ausleitung (śodhana) besänftigt. Beruhigungstherapie
prasannā
Prasannā ist eine geklärte Art fermentierten alkoholischen Getränks (Madya), unterschieden von gröberen Zubereitungen wie Sīdhu. geklärter Wein
praseka
Praseka bezeichnet übermäßigen Speichelfluss, ein Symptom von Verdauungs- und Kapha-Störungen. vermehrter Speichelfluss
praskandana
Pathologischer Vorgang der Stockung bzw. Verdickung/Gerinnung von Körperflüssigkeiten (z. B. Blut), der zu Blockaden führt. Stockung, Gerinnung
praśna
Die Befragung des Patienten, eine der klassischen diagnostischen Untersuchungsmethoden. Befragung (Diagnostik)
prasraṃsana
Prasraṃsana bezeichnet eine mild lösende, abführende Wirkung bzw. Substanz, die den Darminhalt löst, ohne eine vollständige Purgation (virecana) auszulösen. mildes Abführmittel
prastara
Eine Form der Schwitztherapie (Sveda), bei der der Patient auf einer erhitzten Liege bzw. Matte zum Schwitzen gebracht wird. Schwitzliege (Sudationstherapie)
prastarasveda
Prastarasveda ist eine Form der Schwitztherapie (sveda), bei der der Patient auf einer erhitzten, mit Kräutern belegten Liegefläche liegend zum Schwitzen gebracht wird. Flächenschwitzung
praticchāyā
Praticchāyā bezeichnet ein Spiegel- bzw. Widerbild und wird bildhaft zur Beschreibung von Reflexions- oder Ähnlichkeitsverhältnissen verwendet. Widerschein, Spiegelbild
pratiloma
Bezeichnet eine der normalen Ordnung entgegengesetzte, rückläufige Richtung, etwa den widernatürlichen Verlauf von Doṣas oder Symptomen; kann auch gesellschaftliche Verbindungen entgegen der Kastenordnung bezeichnen. gegen den natürlichen Verlauf
pratimarśa
Pratimarśa(-nasya) ist eine milde, in geringer Dosis tägliche Form der Nasentherapie (nasya), bei der wenige Tropfen Öl in die Nase appliziert werden; Teil der täglichen Gesundheitsroutine (dinacaryā). milde tägliche Nasenölung
pratisāraṇa
Lokale Einreibung oder Auftragung eines Medikaments auf Haut oder Schleimhaut, etwa Zahnfleisch oder Wunden, als äußere Behandlungsmethode. Einreibetherapie
pratiśyāya
Erkrankung mit laufender oder verstopfter Nase, Niesen und Kopfschmerzen; klassischerweise Kapha- bzw. Vāta-bedingt. Schnupfen, Rhinitis
pratuda
Eine Klassifikationskategorie für 'hackende' bzw. pickende Vögel (z. B. spechtartige), eine der Vogelgruppen in der diätetischen Fleischklassifikation Carakas. hackende Vögel (Klassengruppe)
pratyakṣa
Pratyakṣa, die „direkte Wahrnehmung“, ist eines der Erkenntnismittel (Pramāṇa) und zugleich eine zentrale Methode ärztlicher Untersuchung. direkte Wahrnehmung
pratyaṅga
Pratyaṅga bezeichnet die sekundären Körperglieder bzw. -teile im Unterschied zu den Hauptgliedern (aṅga), etwa Finger, Ohren oder Lippen. Nebenglieder
pravāhikā
Krankheit mit schmerzhaftem, häufigem Stuhldrang und schleimig-blutigem Stuhl, vergleichbar mit einer Dysenterie. Ruhr
pravāla
Koralle, die in pulverisierter oder kalzinierter Form (Pravāla Bhasma) als calciumreiches Mineralpräparat verwendet wird. Koralle
pravṛtti
Pravṛtti bezeichnet das Einsetzen bzw. Auftreten eines Zustands oder Symptoms, in philosophischem Kontext auch den auf die Außenwelt gerichteten Handlungsdrang (Gegenbegriff: nivṛtti, Rückzug). Auftreten, Einsetzen; Handlungsdrang
prāyaścitta
Prāyaścitta bezeichnet eine religiöse Sühne- bzw. Bußhandlung, die u. a. zur Abwendung von durch Fehlverhalten verursachtem Unheil oder Krankheit vorgeschrieben wird. Sühnehandlung, Buße
prayatna
Die bewusste, willentliche Anstrengung der Seele, die nach Caraka notwendige Bedingung für jede Sinneswahrnehmung und Handlung ist. Willensanstrengung
preta
Preta bezeichnet den Geist eines Verstorbenen, dessen Einwirkung in der traditionellen Ätiologie als übernatürliche Krankheitsursache gilt. Verstorbenengeist
prīṇana
Pharmakologische bzw. diätetische Wirkkategorie für Substanzen, die den Körper stärken, nähren und sättigen. Sättigung, Nährung
prokṣaṇa
Ein rituell-therapeutisches Besprengen, z. B. mit Wasser oder Kräuterauszügen, zu reinigenden Zwecken. Besprengen
pṛthaktva
Philosophische Kategorie (Vaiśeṣika) für die Unterscheidbarkeit bzw. Individualität einzelner Dinge voneinander. Verschiedenheit
puṃsavana
Puṃsavana bezeichnet ein rituell-medizinisches Verfahren in der frühen Schwangerschaft, das traditionell der Erzeugung eines männlichen bzw. gesunden Kindes dienen sollte; es zählt zu den klassischen Lebenszyklus-Ritualen (saṃskāra) mit medizinischem Bezug. Verfahren zur Sicherung gesunder Nachkommenschaft
punarbhava
Die Vorstellung von der Wiederverkörperung der Seele nach dem Tod, ein Hintergrundkonzept der ayurvedischen Lehre von Karma und Krankheitsursachen. Wiedergeburt
pūpa
Pūpa bezeichnet eine kuchen- bzw. fladenartige Zubereitungsform von Heilmitteln oder Speisen, wie sie in diätetischen und pharmazeutischen Rezepturen vorkommt. Kuchen, Fladen
pūpalikā
Pūpalikā ist eine Art gebackener Fladen bzw. Kuchen, die in diätetischen Texten unter den Getreidezubereitungen aufgeführt wird. Fladen, Kuchen
pūraṇa
Pūraṇa ('Füllung') bezeichnet hier das Auffüllen des Ohres mit warmem Öl (karṇapūraṇa), eine Behandlung bei Ohrenleiden. Ohreneinlage, Ohrenölung
purāṇa
Adjektiv für "alt" bzw. "abgelagert"; medizinisch oft im Sinne von "chronisch" (z. B. purāṇa jvara, chronisches Fieber) oder für gereifte Substanzen wie alten Ghee gebraucht. alt, chronisch
purīṣa
Purīṣa bezeichnet den Stuhl bzw. Kot, eines der drei körperlichen Abfallprodukte (Mala) neben Urin und Schweiß. Stuhl, Kot
puruṣa
Puruṣa bezeichnet den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele; der Begriff stammt aus der Sāṃkhya-Philosophie, die dem ayurvedischen Weltbild zugrunde liegt. Mensch, Individuum
puruṣakāra
Puruṣakāra bezeichnet die eigene Willenskraft und Anstrengung des Menschen als Ursachenfaktor für Gesundheit und Krankheit, im Gegensatz zum Schicksal (daiva). menschliches Handeln, Eigenanstrengung
pūrvarūpa
Die Vorzeichen bzw. Frühsymptome einer sich entwickelnden Krankheit, einer der fünf diagnostischen Schritte (nidāna pañcaka). Prodromalzeichen
pūti
Adjektiv zur Beschreibung eines fauligen, übelriechenden Zustands, z. B. von Wunden oder Ausscheidungen. übelriechend, faulig
pūtigandha
Pūtigandha bezeichnet einen fauligen, üblen Geruch, wie er als diagnostisches Zeichen etwa bei nekrotischem Gewebe oder verdorbenen Sekreten beschrieben wird; vgl. das Adjektiv pūtigandhi (übelriechend). Fäulnisgeruch, übler Geruch
pūtigandhi
Pūtigandhi ist das Adjektiv zu pūtigandha und beschreibt etwas, das faulig bzw. übel riecht, etwa nekrotisches Gewebe oder verdorbene Sekrete. übelriechend
pūya
Eiter, ein pathologisches Sekret, das bei Entzündungen und Abszessen entsteht. Eiter
rāga
Symptom einer entzündlichen Rötung der Haut oder Schleimhaut, häufig im Zusammenhang mit Pitta-Störungen oder Hautkrankheiten beschrieben. Rötung
rajanī
Ein Synonym für haridrā, die Kurkumapflanze, deren Wurzelstock als entzündungshemmendes, blutreinigendes und wundheilendes Mittel geschätzt wird. Kurkuma (Synonym für Haridrā) (Curcuma longa)
rajanīdvaya
Rajanīdvaya ("das Paar der Gelben") bezeichnet zwei gemeinsam verwendete gelbfärbende Heilpflanzen, meist Haridrā (Curcuma longa) und Dāruharidrā (Berberis aristata), die beide den Beinamen "rajanī" tragen. Da der Begriff ein Pflanzenpaar bezeichnet, wird hier kein einzelnes botanisches Binomen angegeben. die zwei Kurkumaarten
rajas
Bezeichnet zum einen das Menstrualblut der Frau (physiologischer Kontext der Fortpflanzungslehre), zum anderen eine der drei Eigenschaften des Geistes (Sattva, Rajas, Tamas), die für Aktivität und Leidenschaft steht. Menstrualblut / Rajas-Prinzip
rājasa
Rājasa bezeichnet einen von der Qualität rajas geprägten, leidenschaftlich-unruhigen Geisteszustand bzw. Charaktertyp, neben sāttvika und tāmasa einer der drei mentalen Konstitutionstypen. von leidenschaftlicher (rajas-geprägter) Wesensart
rājayakṣmā
Rājayakṣmā ist die klassische Bezeichnung für eine schwere Auszehrungskrankheit mit Gewichtsverlust, Husten und Fieber, die weitgehend der Tuberkulose entspricht. Schwindsucht (Tuberkulose)
rājayakṣman
Die 'Königskrankheit', klassische Bezeichnung für eine schwere Auszehrungskrankheit (u. a. Tuberkulose), die mit fortschreitendem Kräfteverfall einhergeht. Schwindsucht, Tuberkulose
rājī
Rājī bezeichnet eine streifen- oder linienförmige Veränderung, etwa eine Hautstreifung oder -verfärbung, die als diagnostisches Zeichen beschrieben wird. Streifen, lineare Hautveränderung
rājimant
Bezeichnung für eine Schlangenart mit streifenartiger Zeichnung in der klassischen Schlangenklassifikation der Suśruta-Saṃhitā. gestreifte Schlange
rakṣas
Rakṣas bezeichnet in der traditionellen Ätiologie ein dämonisches, feindseliges Wesen, dessen Einwirkung als übernatürliche Krankheitsursache genannt wird. dämonisches Wesen
rakta
Rakta bezeichnet das Blut, eines der sieben Körpergewebe (dhātu) der Ayurvedischen Physiologie. Blut
raktamokṣaṇa
Raktamokṣaṇa ("Blutentnahme") ist eine ausleitende Therapie zur gezielten Entfernung "verdorbenen" Blutes, u.a. mittels Blutegeln, Schröpfen oder chirurgischem Aderlass, bei blutbedingten Erkrankungen. Aderlass, Blutentnahme
raktapitta
Eine eigenständige Krankheitskategorie mit spontanen Blutungen aus Körperöffnungen, verursacht durch gestörtes Pitta und Blut. Blutungskrankheit
raktārśas
Raktārśas bezeichnet die blutende Form der Hämorrhoiden (arśas), eine von mehreren nach vorherrschendem Doṣa unterschiedenen Unterarten. blutende Hämorrhoiden
raktaśāli
Raktaśāli ist eine rothülsige Reissorte, die im Ayurveda als besonders bekömmlich gilt und häufig in Genesungsdiäten verordnet wird. roter Reis (Oryza sativa)
raktasaṅgrahaṇa
Raktasaṅgrahaṇa bezeichnet die pharmakologische Eigenschaft, Blutungen zu stillen bzw. hämostyptisch zu wirken. blutstillend
raktātisāra
Durchfallerkrankung mit Blutbeimengung, vergleichbar mit einer Ruhr. blutiger Durchfall
raktāvasecana
Therapeutischer Blutentzug, etwa durch Blutegel, Schröpfen oder Venenpunktion, zur Beseitigung verunreinigten Blutes; Teil der Pañcakarma-Verfahren. Aderlass
rasa
Einer der sechs Geschmacksqualitäten (madhura, amla, lavaṇa, kaṭu, tikta, kaṣāya), die in der ayurvedischen Pharmakologie die erste Wirkungsebene einer Substanz bestimmen; im weiteren Sinn auch Bezeichnung für Körperflüssigkeit/Plasma (rasa-dhātu). Geschmack(squalität)
rasakriyā
Rasakriyā bezeichnet eine halbfeste Zubereitung, die durch Einkochen von Pflanzensaft oder Absud bis zur pastenartigen Konsistenz hergestellt wird. eingedickter Saftextrakt
rasaudana
Eine diätetische Zubereitung aus Reis, die in Fleischbrühe (rasa) gekocht wird; wird Rekonvaleszenten als leicht verdauliche, kräftigende Kost verabreicht. Fleisch-Reis-Brühe
rasāyana
Eine der acht klassischen Fachrichtungen der Ayurveda-Medizin: Verjüngungs- und Stärkungstherapien zur Förderung von Langlebigkeit und Vitalität. Verjüngungstherapie
rasona
Rasona (auch laśuna) ist der Knoblauch, ein vielseitig als Gewürz und Heilmittel eingesetztes Gewächs, dem unter anderem stärkende und verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Knoblauch (Allium sativum)
rati
Sinnliches bzw. geschlechtliches Verlangen, in der klassischen Literatur einer der menschlichen Grundtriebe. sinnliches Verlangen, Lust
ratni
Eine klassische Längeneinheit (Elle, entspricht etwa der Unterarmlänge), die u. a. zur Bemessung von Krankenbetten und Räumen verwendet wird. Elle (Längenmaß)
raukṣya
Eine der zwanzig Substanzeigenschaften (Guṇa); pathologisch mit erhöhtem Vāta assoziiert und Ursache u. a. von Hautproblemen und Steifheit. Trockenheit (Eigenschaft)
retas
Retas bezeichnet den männlichen Samen (Śukra-Dhātu) bzw. allgemeiner die Reproduktionsflüssigkeit, das letzte der sieben Körpergewebe (dhātu) in der Ayurveda-Physiologie. Samen, Reproduktionsflüssigkeit
retobhighāta
Eine Schädigung bzw. Beeinträchtigung des männlichen Samens (retas), die als Ursache von Unfruchtbarkeit gilt. Schädigung des Samens
rocana
Rocana bezeichnet eine appetitanregende pharmakologische Wirkung bzw. entsprechende Substanzen, die das Verdauungsfeuer und den Geschmackssinn anregen. appetitanregend
roga
Der allgemeine Begriff für Krankheit im Sinne einer gestörten, leidvollen Verfassung des Körpers oder Geistes. Krankheit
rogamārga
Die drei Ausbreitungswege einer Erkrankung im Körper (Gliedmaßen, Rumpf/Koṣṭha, Marmapunkte-Knochen-Gelenke), nach denen die Prognose beurteilt wird. Krankheitsweg
rogānīka
Rogānīka (wörtlich 'Heer der Krankheiten') bezeichnet eine Häufung bzw. das gleichzeitige Auftreten mehrerer Krankheiten. Vielzahl von Krankheiten
romaharṣa
Romaharṣa bezeichnet das Aufstellen der Körperhaare (Piloerektion), das als Krankheitszeichen, etwa bei Fieber oder Vergiftung, genannt wird. Haarsträuben, Gänsehaut
ropaṇa
Ropaṇa bezeichnet die wundheilende Wirkung von Substanzen bzw. den Vorgang der Geweberegeneration und des Wundverschlusses. Wundheilung
ṛtu
Ṛtu bezeichnet die Jahreszeit; die Anpassung von Ernährung und Lebensweise an die sechs Jahreszeiten (ṛtucaryā) ist ein zentrales Präventionskonzept. Jahreszeit
ṛtusnātā
Ṛtusnātā bezeichnet eine Frau, die unmittelbar nach dem Ende ihrer Menstruation gebadet hat und sich damit im als fruchtbar geltenden Zeitfenster für die Empfängnis (garbhādhāna) befindet. frisch gebadete Frau (nach Menses)
ruci
Ruci bezeichnet den Appetit bzw. das Wohlgefallen am Geschmack von Speisen; sein Verlust (aruci) gilt als eigenständiges Krankheitssymptom. Appetit, Geschmacksempfinden
ruj
Allgemeiner Begriff für Schmerz, häufig Bestandteil zusammengesetzter Krankheitsnamen, z. B. śiroruj (Kopfschmerz). Schmerz
rūkṣa
Eine der zehn Eigenschaftspaare (guṇa), „trocken“, typischerweise mit Vāta assoziiert; Gegensatz zu snigdha („ölig“). trocken (Eigenschaft)
rūkṣaṇa
Eine austrocknende Behandlungsform, die dem Körper Feuchtigkeit entzieht, Gegenstück zur ölenden Therapie (Snehana). Austrocknungstherapie
rūpa
Die Gesamtheit der Symptome und Zeichen einer Krankheit, wie sie sich am Patienten zeigen; zentraler Begriff der diagnostischen Trias Nidāna–Saṃprāpti–Rūpa. klinisches Erscheinungsbild
rūpyamala
Rūpyamala bezeichnet die bei der Silberverarbeitung anfallende Schlacke bzw. Verunreinigung, die in der Mineralienpharmazie (Rasaśāstra) Verwendung findet. Silberschlacke
śabda
Der Schall bzw. Klang als spezifisches Wahrnehmungsobjekt des Gehörsinns und Eigenschaft des Äther-Elements. Klang
sāda
Allgemeines Erschöpfungs- bzw. Schwächegefühl, dem Begriff sadana eng verwandt (weitgehendes Synonym). Mattigkeit, Erschöpfung
sadana
Allgemeines Symptom von Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Mattigkeit, Schwäche
sādhana
Sādhana bezeichnet die notwendigen Mittel bzw. Erfordernisse einer Behandlung, etwa Arzt, Arznei, Pflegepersonal und Patient (die vier 'Säulen' der Therapie, catuṣpāda). Mittel der Behandlung
sādhya
Klassifikation einer Krankheit als heilbar bzw. therapeutisch beherrschbar; Gegenbegriff zu asādhya. heilbar
sādhyāsādhyatva
Sādhyāsādhyatva bezeichnet die ärztliche Beurteilung, ob eine Krankheit heilbar (sādhya) oder unheilbar (asādhya) ist, ein zentrales Element der Prognosestellung. Heilbarkeit/Unheilbarkeit
sadvṛtta
Sadvṛtta bezeichnet den Kodex des rechten Verhaltens – ethische und hygienische Verhaltensregeln, deren Einhaltung Gesundheit und langes Leben fördern soll. rechte Lebensführung
sahaja
Angeboren bzw. von Natur aus vorhanden, etwa bei angeborenen Krankheiten oder einem natürlichen, ungetrübten Wohlbefinden. angeboren
sāhasa
Unbedachte oder übermäßige körperliche bzw. geistige Anstrengung, die in der Ayurveda-Ätiologie als krankheitsauslösender Faktor gilt. riskante Überanstrengung
śaila
Śaila bezeichnet Wasser oder Erzeugnisse, die aus gebirgigem, felsigem Gelände stammen, innerhalb der ayurvedischen Klassifikation von Landschaftstypen (deśa). aus Gebirgsgelände
saindhava
Saindhava ("aus dem Indus-Gebiet stammend") ist Steinsalz (Halit), das unter den in der Ayurveda-Medizin verwendeten Salzarten als mildestes und am besten verträgliches gilt. Steinsalz
śaithilya
Śaithilya bezeichnet die krankhafte Lockerung oder Erschlaffung von Gewebe, Gelenken oder Organen, häufig als Zeichen einer Vāta-Störung oder allgemeiner Schwäche. Lockerung, Erschlaffung
śaivāla
Śaivāla bezeichnet eine im Wasser wachsende Alge bzw. Wasserpflanze, die in Rezepturen und diätetischen Klassifikationen genannt wird; die botanische Identität ist nicht sicher bestimmt. Wasseralge
śaivala
Śaivala bezeichnet eine im Wasser wachsende Pflanze bzw. Algenart mit kühlenden Eigenschaften; die genaue botanische Identität ist nicht sicher bestimmt. Wasserpflanze/Wasserlinse
śāka
Śāka ist die Sammelbezeichnung für Blattgemüse und Kräuter, denen in den diätetischen Kapiteln der Klassiker breiter Raum gewidmet wird. Gemüse, Blattgemüse
śākhā
Śākhā ("Zweig, Ast") bezeichnet die Gliedmaßen des Körpers; die Unterscheidung zwischen Erkrankungen der Extremitäten (śākhā), des Rumpfes (madhya) und der vitalen Punkte (marma) dient der Einschätzung des Schweregrads. Gliedmaßen, Extremitäten
śakṛt
Der Stuhl bzw. Kot als eines der drei Ausscheidungsprodukte (mala), dessen Beschaffenheit diagnostisch von Bedeutung ist. Stuhl, Kot
śakti
Das Vermögen bzw. Wirkpotential einer Substanz oder Handlung, eine bestimmte Wirkung hervorzubringen; grundlegender Begriff der Arzneiwirkungslehre. Wirkkraft, Potenz
saktu
Aus geröstetem Getreide (meist Gerste) hergestelltes Mehl, das als leichte Speise oder in Getränken (z. B. mit Wasser angerührt) verwendet wird. geröstetes Getreidemehl
śaktu
Śaktu ist geröstetes und gemahlenes Getreidemehl, meist aus Gerste, das als leicht verdauliche, nahrhafte Speise bzw. diätetisches Mittel dient. geröstetes Getreidemehl
śālākya-tantra
Śālākya-tantra ist eines der acht klassischen Teilgebiete (aṣṭāṅga) der Ayurveda-Medizin und behandelt Krankheiten oberhalb des Schlüsselbeins, insbesondere von Augen, Ohren, Nase, Mund und Kopf – vergleichbar mit HNO-Heilkunde und Ophthalmologie. Kopf- und Sinnesorganheilkunde
śāli
Eine hochwertige, feinkörnige Reissorte, die in der Diätetik als besonders bekömmlich und nährend gilt. Reis (feine Sorte) (Oryza sativa)
śallaka
Śallaka bezeichnet das Stachelschwein, dessen Fleisch in der klassischen Diätetik als eigene Nahrungsmittelkategorie geführt wird. Stachelschwein
śālūka
Śālūka bezeichnet die essbare Wurzelknolle (das Rhizom) der Lotospflanze, die als Nahrungs- und Heilmittel verwendet wird. Lotoswurzel (Nelumbo nucifera)
śalya
Śalya bezeichnet wörtlich einen "Pfeil" bzw. Fremdkörper im Körper; als Śalya Tantra bezeichnet derselbe Begriff eines der acht klassischen Fachgebiete der Ayurveda-Medizin, die Chirurgie. Fremdkörper; Chirurgie
śalyavid
Śalyavid ('Kenner der Chirurgie') bezeichnet einen in der Chirurgie (śalya-tantra), einem der acht klassischen Zweige der Ayurveda, ausgebildeten Arzt. Chirurg
sama
Sama bezeichnet den Zustand des Gleichgewichts, insbesondere ausgeglichener Doṣas (samadoṣa) als Kennzeichen von Gesundheit. ausgeglichen
sāma
Zustand, bei dem sich unverdauter, toxischer Stoffwechselrückstand (āma) mit den Doṣas oder Körpergeweben verbindet; Gegenteil von nirāma (āma-frei) und zentral für die Ayurveda-Pathologie. mit Āma behaftet, unverdaut
samādhi
Meditative Sammlung bzw. Versenkung des Geistes, ein Zustand geistiger Ausgeglichenheit, der im Kontext geistiger Gesundheit erwähnt wird. meditative Sammlung
śamana
Eine palliative, ausgleichende Therapieform, die gestörte Doshas ohne Ausleitung besänftigt; Gegenstück zur eliminativen śodhana-Therapie. palliative Therapie
sāmānya
Das Prinzip der Gleichartigkeit bzw. Gemeinsamkeit zwischen Substanzen, ein zentraler Begriff der ayurvedischen Erkenntnislehre, dessen Gegenbegriff viśeṣa (Verschiedenheit) ist. Gleichartigkeit, Allgemeinheit
samāsa
Samāsa bezeichnet die knappe, zusammenfassende Darstellung eines Themas im Gegensatz zur ausführlichen Erörterung (vyāsa). knappe Zusammenfassung
samaśana
Samaśana bezeichnet das Essen in angemessener, ausgewogener Menge – eine der als gesund geltenden Ernährungsweisen im Gegensatz zu Über- oder Unteressen. ausgewogenes Essen
samavāya
Philosophische Kategorie (aus dem Vaiśeṣika-System) für die untrennbare, notwendige Verbindung zweier Dinge, die nicht ohne einander bestehen können, z. B. zwischen einer Substanz und ihren Eigenschaften. Inhärenz
sambṛṃhaṇa
Sambṛṃhaṇa bezeichnet die nährende, aufbauende Therapieform, die auf Kräftigung und Gewichtszunahme abzielt, im Gegensatz zur abmagernden Therapie (karśana/laṅghana). aufbauende Therapie
śamīdhānya
Diätetische Sammelkategorie für Hülsenfrüchte (Leguminosen), die im Unterschied zum Grannengetreide als schwerer verdaulich, aber nahrhaft gelten. Hülsenfrüchte
samīraṇa
Poetisches Synonym für das Vāta-Doṣa bzw. den Wind-/Luftaspekt im Körper. Wind (Synonym für Vāta)
saṃjñā
Bezeichnet Bewusstsein, Empfindungsvermögen oder Erkenntnisfähigkeit; der Verlust von saṃjñā gilt als ernstes Krankheitszeichen (Ohnmacht, Bewusstlosigkeit). Bewusstsein, Wahrnehmung
sammoha
Eine Trübung oder Verwirrung des Bewusstseins, ein Symptom schwerer Doṣa-Störungen oder Vergiftungen. Bewusstseinstrübung
saṃśamana
Saṃśamana bezeichnet die palliative, "besänftigende" Behandlung gestörter Doṣas ohne deren aktive Ausleitung aus dem Körper — im Gegensatz zur ausleitenden Therapie (Śodhana). palliative Besänftigungstherapie
saṃsarga
Saṃsarga bezeichnet das gemeinsame Auftreten bzw. die Kombination zweier Doṣas oder Substanzen, etwa bei Krankheiten, die durch das Zusammenwirken zweier gestörter Doṣas (Dvidoṣaja) entstehen. Kombination (zweier Doṣas/Substanzen)
saṃsarjana
Saṃsarjana Krama ist das gestufte Nachdiät-Schema, das nach Ausleitungstherapien wie Erbrechen oder Abführen die schrittweise Rückkehr zu normaler Nahrung vorschreibt. Nachdiät
saṃsarjanakrama
Ein festgelegtes Schema der schrittweisen Wiedereinführung fester Nahrung nach einer Ausleitungstherapie (Pañcakarma), beginnend mit dünnen Reisschleimen bis zur normalen Kost. stufenweise Nachdiät
saṃskāra
Bezeichnet Verfahren, durch die eine Substanz be- oder verarbeitet wird, um ihre Eigenschaften zu verändern oder zu verbessern (z. B. Reinigung, Erhitzen, Fermentation). pharmazeutische Verarbeitung
saṃśodhana
Oberbegriff für die eliminierenden Reinigungstherapien (im Kern die Pañcakarma-Verfahren), die überschüssige Doṣas aus dem Körper entfernen, im Gegensatz zur palliativen Saṃśamana-Therapie. Ausleitungstherapie
saṃsthāna
Die äußere Form bzw. Erscheinungsform eines Körperteils oder einer krankhaften Veränderung. Erscheinungsform, Gestalt
saṃśuddhi
Oberbegriff für die ausleitenden Verfahren der Pañcakarma-Therapie (Erbrechen, Abführen, Klistiere u. a.), die krankmachende Doṣas aus dem Körper entfernen. Ausleitung, Reinigungstherapie
samutthāna
Bezeichnet in der Ayurveda-Literatur das Entstehen bzw. den Ausbruch einer Krankheit oder eines Zustands, oft im Sinne der Pathogenese. Entstehen, Ausbruch (einer Krankheit)
saṃvāhana
Eine sanfte Massage- bzw. Streichtechnik zur Entspannung und Beruhigung des Körpers. Massage
saṃyāva
Saṃyāva bezeichnet eine süße, aus Mehl, Ghee und Zucker hergestellte Speise aus der klassischen Ernährungslehre (kṛtānna-varga); die im Ausgangsdatensatz automatisch zugeordnete Glosse "Umschlag" ist unzutreffend und wurde hier korrigiert. Mehlspeise, Getreidezubereitung
saṃyoga
Die Verbindung bzw. Kombination mehrerer Substanzen, insbesondere in der Diätetik relevant, wo bestimmte Nahrungskombinationen (viruddha saṃyoga) als gesundheitsschädlich gelten. Kombination (von Substanzen)
śaṇabīja
Śaṇabīja bezeichnet die Samen des Hanfs, die in einigen Rezepturen Verwendung finden. Hanfsamen (Cannabis sativa L.)
sandhāna
Sandhāna bezeichnet den Prozess des Zusammenwachsens bzw. der Vereinigung getrennter Teile, etwa das Verheilen von Wunden oder das Zusammenwachsen gebrochener Knochen. Vereinigung, Wundheilung
sandhi
Sandhi ist die anatomische Bezeichnung für ein Körpergelenk. Gelenk
saṅghāta
Saṅghāta bezeichnet eine pathologische Anhäufung oder Verdichtung von Gewebe bzw. Doṣas, etwa im Zusammenhang mit Geschwulstbildung. Anhäufung, Verdichtung
saṅgrahaṇa
Ein adstringierend-stopfendes Heilmittel gegen Durchfall; der gleichlautende Begriff bezeichnet auch die chronische Verdauungsstörung grahaṇī. stuhlfestigendes Mittel
sāṅgrāhika
Sāṅgrāhika bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität von Substanzen, die den Stuhl binden bzw. adstringierend auf den Darm wirken. stuhlfestigend
saṅgrāhin
Pharmakologische Wirkungskategorie für Substanzen mit stopfender, den Stuhl festigender Wirkung; Gegenstück zu bhedinī (abführend). stuhlfestigend
sañjñā
Sañjñā bezeichnet das Bewusstsein bzw. die Fähigkeit zur Sinneswahrnehmung und Orientierung; sein Verlust (asañjñā) gilt als ernstes Krankheitszeichen, etwa bei Ohnmacht oder Vergiftung. Bewusstsein, Wahrnehmungsvermögen
saṅkalpa
Saṅkalpa bezeichnet den Willensentschluss bzw. das Verlangen als eine der geistigen Funktionen, die in der klassischen Psychologie neben Wahrnehmung und Urteil aufgeführt werden. Wille, Vorsatz
śaṅkha
Śaṅkha bezeichnet die Schale der Muschelschnecke (Turbinella pyrum), aus der durch Kalzinierung ein kalziumreiches Pulver (Śaṅkha Bhasma) hergestellt wird. Muschel-/Schneckenpulver
saṅkleda
Saṅkleda bezeichnet eine krankhafte Durchfeuchtung bzw. Aufweichung von Gewebe, meist durch übermäßiges Kapha verursacht. Durchfeuchtung, Mazeration
saṅkoca
Saṅkoca bezeichnet die krankhafte Zusammenziehung bzw. Verengung eines Körperteils oder Organs, etwa der Augenlider, des Afters oder eines Gelenks. Zusammenziehung, Kontraktion
sannipāta
Der gleichzeitige krankhafte Zustand aller drei Doshas (Vāta, Pitta, Kapha), der als besonders schwerwiegend und schwer behandelbar gilt. Tridosha-Störung
sannipātaja
Sannipātaja bezeichnet Krankheiten, die durch die gleichzeitige Störung aller drei Doṣas (Vāta, Pitta, Kapha) entstehen und daher als besonders schwer behandelbar gelten. durch alle drei Doṣas verursacht
sānnipātika
Sānnipātika beschreibt eine Krankheit, die durch die gleichzeitige Störung aller drei Doṣas verursacht wird, im Unterschied zu Erkrankungen, die auf nur einen Doṣa zurückgehen. durch alle drei Doṣas verursacht
sannipātika
Sannipātika bezeichnet eine Krankheitsform, die durch gleichzeitige Störung aller drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha) verursacht wird und als besonders schwer behandelbar gilt. tridoshisch
sannipātodara
Sannipātodara ist eine Form der Bauchwassersucht (Udara), die durch gleichzeitige Störung aller drei Doṣas entsteht und als besonders schwerwiegend gilt. Bauchwassersucht durch alle Doṣas
santāpa
Santāpa bezeichnet ein Hitze- bzw. Brenngefühl, ein Symptom von Pitta-bedingten und fieberhaften Zuständen. Hitze, Brennen
santarpaṇa
Eine aufbauende, nährende Therapieform (Gegenstück zu apatarpaṇa), die bei übermäßiger Anwendung selbst zu Erkrankungen durch Übersättigung führen kann. Nähr-/Sättigungstherapie
santata
Santata bezeichnet einen anhaltenden, ununterbrochenen Fiebertyp (santata jvara) innerhalb der klassischen Fieberklassifikation. andauerndes Fieber
sāra
Sāra bezeichnet die "Substanzfülle" bzw. Qualität der Körpergewebe eines Menschen und ist eines der zehn Beurteilungskriterien (Daśavidha Parīkṣā) zur konstitutionellen Einschätzung eines Patienten. Gewebe-Substanzfülle (Konstitutionsmerkmal)
sara
Sara bezeichnet die obenauf schwimmende Rahm- bzw. Sahneschicht von Milch oder Milchprodukten, die in diätetischen Vorschriften erwähnt wird. Rahmschicht
śarad
Der Herbst, eine der sechs Jahreszeiten (Ṛtu) der ayurvedischen Jahreszeitenlehre, in der besonders Pitta-Störungen auftreten. Herbst (Jahreszeit)
sārasa
Der Saruskranich, ein großer Wasservogel, in der klassischen Vogelklassifikation genannt. Saruskranich
śarāva
Ein flaches, schalenförmiges Gefäß, das zugleich als klassisches Hohlmaß für Flüssigkeiten und Arzneisubstanzen dient. Schale (Hohlmaß)
śārīra
Śārīra ("den Körper Betreffendes") bezeichnet das Fachgebiet der Anatomie und Embryologie, eines der acht klassischen Teilgebiete der Ayurveda-Medizin. Körperlehre, Anatomie
śarīravicaya
Die systematische Analyse bzw. Untersuchung des menschlichen Körpers hinsichtlich Aufbau und Bestandteile. Körperanalyse
sarjarasa
Sarjarasa ist das Harz des Sal-Baumes, das äußerlich zur Wundbehandlung und als Räucherstoff verwendet wird. Im Quelldatensatz waren Begriff und deutsche Glosse („Harz“) vertauscht. Sal-Baumharz (Shorea robusta)
śarkarā
Kristallzucker aus Zuckerrohr, sowohl als Nahrungs- als auch als Arzneimittelzusatz verwendet; kann im medizinischen Kontext auch „Grieß/Steinchen“ (z. B. Harngrieß) bezeichnen. Zucker
śārkara
Ein aus Zucker (śarkarā) fermentiertes alkoholisches Getränk. zuckerbasierter Alkohol
sarpa
Sarpa bezeichnet die Schlange; Schlangenbisse und ihre Behandlung sind Gegenstand der Toxikologie (Agada Tantra bzw. Viṣa Cikitsā), eines der klassischen Teilgebiete der Ayurveda-Medizin. Schlange
sarpis
Geklärte Butter (Ghee), eines der wichtigsten Trägermedien der ayurvedischen Pharmazie; synonym zu ghṛta. Ghee, Butterschmalz
sarṣapa
Sanskrit-Name für Senfsamen bzw. die Senfpflanze, die als Gewürz, Ölpflanze und in äußerlichen Anwendungen (z. B. Ölmassagen, Reizmittel) verwendet wird. Senf (Brassica juncea)
sarvagandha
Sarvagandha bezeichnet eine Kombination bzw. Gruppe wohlriechender (aromatischer) Substanzen, die gemeinsam in Rezepturen, etwa Räucher- oder Salbenmischungen, verwendet werden. Gesamtheit der Duftstoffe
sarvagraha
Sarvagraha bezeichnet in der Arzneizubereitung die zusammengenommene Gesamtmenge aller Bestandteile einer Rezeptur, im Gegensatz zur Einzelmenge (parigraha). Gesamtmenge aller Zutaten
sarvaja
Sarvaja beschreibt Zustände oder Krankheiten, die durch das gemeinsame Wirken aller drei Doṣas entstehen bzw. alle Körperbereiche betreffen. durch alle Doṣas verursacht
sarvasara
Sarvasara(-puruṣa) bezeichnet einen Konstitutionstyp, bei dem alle sieben Körpergewebe (dhātus) in optimaler Qualität (sāra) ausgeprägt sind, verbunden mit besonderer Kraft, Ausdauer und Gesundheit. Person mit optimaler Gewebe-Konstitution
śaśa
Śaśa bezeichnet den Hasen, dessen Fleisch in der diätetischen Klassifikation der Fleischsorten als leicht und trocken beschrieben wird. Hase
śastra
Bei Sushruta Bezeichnung für scharfe, schneidende Operationsinstrumente, im Gegensatz zu den stumpfen Instrumenten (yantra). scharfes chirurgisches Instrument
śāstra
Śāstra bezeichnet ein systematisches Lehrwerk oder eine anerkannte Wissenschaft, wie sie die medizinischen Klassiker selbst darstellen. Lehrwerk, Wissenschaft
śastrakarma
Der chirurgische Eingriff mit scharfen Instrumenten (śastra), eine der Hauptbehandlungsarten in der Chirurgie des Suśruta. chirurgischer Eingriff
sat
Philosophischer Grundbegriff für Existenz bzw. wirkliches Sein, Gegenbegriff zu asat; in Carakas Seinslehre-Kapitel als Erkenntnisgegenstand behandelt. das Seiende
śatadhautaghṛta
Eine spezielle Ghee-Zubereitung, die durch hundertfaches Waschen mit Wasser hergestellt wird und äußerlich vor allem bei Verbrennungen und Hautentzündungen verwendet wird. hundertfach gewaschenes Ghee
śatāhvā
Śatāhvā ist der (indische) Dill, dessen Samen als karminatives und verdauungsförderndes Gewürz sowie Heilmittel verwendet werden. Dill (Anethum sowa Roxb. ex Fleming (auch als A. graveolens L. geführt))
śatapadī
Śatapadī ("die Hundertfüßige") bezeichnet den Tausendfüßler; sein Biss wird in der Toxikologie als eigene Vergiftungsform behandelt. Tausendfüßler
śatapāka
Bezeichnung für ein medizinisches Öl, das durch hundertmalige Wiederholung des Kochvorgangs mit Kräuterabkochungen besonders stark angereichert wurde (śatapāka taila); Beispiel für die aufwendige Ölzubereitung der ayurvedischen Pharmazie. hundertfach gekochtes Heilöl
śatapuṣpā
Śatapuṣpā ('die Hundertblütige') ist der Dill, dessen Samen als Gewürz und Karminativum verwendet werden. Dill (Anethum graveolens)
sātmya
Die individuelle Verträglichkeit bzw. durch Gewöhnung erworbene Zuträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel oder Klimaeinflüsse. Verträglichkeit, Gewöhnung
sattva
Sattva bezeichnet hier die geistige Konstitution bzw. psychische Kraft (manobala); als eine der drei mentalen Qualitäten neben rajas und tamas beschreibt es zudem den reinen, klaren Aspekt des Geistes. Geist, psychische Kraft
sāttvika
Sāttvika bezeichnet einen von der Qualität sattva geprägten, 'gütigen' Geisteszustand bzw. Charaktertyp, einen von drei klassischen mentalen Konstitutionstypen neben rājasa und tāmasa. von reiner (sattva-geprägter) Wesensart
śauca
Śauca bezeichnet die körperliche und rituelle Reinheit bzw. Hygiene, ein Bestandteil der täglichen Verhaltensregeln (dinacaryā). Reinheit, Hygiene
saugandhika
Eine der klassischen Schwefel-Varietäten (gandhaka) der ayurvedischen Mineralogie (Rasaśāstra), die nach Reinigung in Arzneien verwendet wird. Schwefelsorte
saukṣmya
Die Eigenschaft der Feinheit bzw. Subtilität, etwa von Körperkanälen (srotas) oder Substanzen. Feinheit
saumya
Saumya, wörtlich „zum Mond/Soma gehörig“, bezeichnet eine milde, kühlende Qualität im Gegensatz zum feurigen Āgneya; in den Lehrdialogen wird das Wort auch als vertrauliche Anrede („lieber Freund“) verwendet, was die Quellglosse „Freund“ erklärt. mild, kühlend (mondhaft)
sauvīraka
Sauvīraka ist eine fermentierte, saure Reisflüssigkeit, ähnlich der Āranāla, die als verdauungsanregendes Mittel und Trägerstoff dient. saures Reiswasser
secana
Secana ist eine äußere Therapie, bei der eine medizinische Flüssigkeit (Öl, Sud u. Ä.) gezielt über einen Körperteil gegossen wird, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Übergießung
seka
Das kontinuierliche Übergießen einer Körperregion mit warmen Flüssigkeiten (Öl, Dekokt, Milch), eine äußere Anwendung bei Schmerzen und Entzündungen. medizinisches Übergießen
śepha
Anatomische Bezeichnung für das männliche Geschlechtsglied, u. a. Bestandteil von Krankheitsbezeichnungen wie śepharoga. Penis, männliches Glied
sevanī
Eine anatomische Naht- bzw. Verbindungslinie im Körper, etwa im Damm- oder Schädelbereich, wie sie in der Anatomie des Suśruta beschrieben wird. anatomische Naht
siddha
Siddha, „vollendet“, bezeichnet pharmazeutisch ein fertig verarbeitetes Präparat (etwa ein vollständig ausgekochtes Öl); der Begriff kann auch einen vollkommenen, erleuchteten Menschen bezeichnen. vollendet zubereitet
siddhārthaka
Eine helle Senfsorte, deren Samen u. a. für Räucherungen und äußerliche Anwendungen genutzt werden. weißer Senf (Sinapis alba)
siddhi
Das erfolgreiche Erreichen des Behandlungsziels; einer der möglichen Ausgänge einer Therapie neben Misserfolg und unverändertem Zustand. Therapieerfolg, Heilung
sīdhu
Sīdhu ist ein aus Zuckerrohrsaft fermentiertes alkoholisches Getränk, eine der klassischen Madya-Sorten. Zuckerrohrgetränk
śigru
Śigru ist der Meerrettich- bzw. Trommelstockbaum, dessen Wurzel, Rinde und Schoten als scharfes, verdauungsförderndes Heilmittel u.a. bei Ödemen und Gelenkbeschwerden dienen. Meerrettichbaum (Moringa oleifera Lam.)
śikhin
Der Pfau; sein Fleisch wird in der Materia medica unter den Vogelarten als stärkende Substanz erwähnt. Pfau
śikya
Śikya bezeichnet eine netz- oder schlingenartige Hängevorrichtung, die etwa zur Extension oder Ruhigstellung eines gebrochenen Gliedes eingesetzt wird. Hängevorrichtung, Schlinge
śīla
Der habituelle Charakter bzw. die Lebensgewohnheit eines Menschen, relevant für individuelle Konstitution und ethische Verhaltensregeln (sadvṛtta). Charakter, Gewohnheit
śilājatu
Śilājatu, auch Shilajit genannt, ist eine aus Felsspalten des Himalaya austretende, harzartige Mineralsubstanz, die als kräftigendes und verjüngendes Mittel gilt. Mineralpech (Shilajit)
siṃha
Der Löwe; in der klassischen Tierklassifikation Vertreter der reißenden, fleischfressenden Raubtiere (prasaha-Gruppe). Löwe
sirā
Die im Körper angenommenen (Blut-)Gefäße, durch die Rakta und andere Substanzen zirkulieren; Ziel des Aderlasses (raktamokṣaṇa). Blutgefäße
sirākarma
Sirākarma bezeichnet chirurgische Eingriffe an den Venen (sirā), insbesondere den Aderlass (sirāvedha) zur Ausleitung verdorbenen Blutes. Venenbehandlung, Aderlassverfahren
sirāvedha
Sirāvedha bezeichnet das chirurgische Öffnen einer Vene zum Aderlass, ein klassisches Verfahren zur Ausleitung verdorbenen Blutes. Aderlass
sirāvyadhana
Sirāvyadhana ist die therapeutische Venenpunktion (Aderlass), ein chirurgisches Verfahren zur Blutentnahme bei bestimmten Krankheitsbildern. Aderlass
sirāyāma
Ein seltener Begriff für eine Überdehnung oder einen Krampf eines Blutgefäßes (sirā); die genaue klassische Verwendung ist nicht abschließend gesichert. Gefäßdehnung, Gefäßkrampf
śirograha
Eine Kopferkrankung mit starrer, klammerartiger Schmerzempfindung im Kopf. Kopfklemme
śiroroga
Sammelbegriff für die verschiedenen, in eigenen Kapiteln behandelten Kopferkrankungen der Ayurveda-Nosologie. Kopfkrankheiten
śirovirecana
Śirovirecana ist eine „kopfreinigende“ Therapie, bei der über Nase oder Mund verabreichte Mittel vitiierte Doṣas aus dem Kopfbereich ausleiten. Kopf-Reinigungstherapie
śirovireka
Śirovireka ist eine Nasya-Therapieform, bei der über die Nase verabreichte Arzneien gezielt Schleim und krankhafte Doṣas aus dem Kopfbereich ausleiten sollen. Kopf-Ausleitungstherapie
śiśira
Śiśira bezeichnet den Spätwinter, eine der sechs klassischen Jahreszeiten (ṛtu). Spätwinter
śiśna
Śiśna bezeichnet das männliche Geschlechtsglied, das in anatomischen und pathologischen Beschreibungen erwähnt wird. Penis
śiśumāra
Der Gangesdelfin (Süßwasserdelfin bzw. -schweinswal), in der klassischen Klassifikation der Wassertiere aufgeführt. Gangesdelfin
sitā
Gereinigter, kristallisierter Zucker aus Zuckerrohrsaft; dient als süßender Zusatz und Vehikel zahlreicher Arzneien. raffinierter (kristallisierter) Zucker
śīta
Śīta, „kalt“, ist eine der zehn grundlegenden gegensätzlichen Eigenschaftspaare (Guṇa), mit denen Substanzen, Therapien und Körperzustände charakterisiert werden; Gegenteil von uṣṇa (heiß). kalt (Grundqualität)
śītajvara
Ein Fiebertyp mit ausgeprägtem Kältegefühl bzw. Schüttelfrost. Kältefieber
śītakāmitā
Śītakāmitā bezeichnet das krankhafte Verlangen nach Kälte bzw. kalten Anwendungen, häufig als Symptom einer Pitta-Störung genannt. Verlangen nach Kälte
śītakaṣāya
Ein durch Kaltwassermazeration hergestellter Kräuterauszug, im Gegensatz zum heiß gekochten Dekokt. Kaltauszug
śītavīrya
Śītavīrya bezeichnet die kühlende pharmakologische Wirkpotenz (vīrya) einer Substanz, im Gegensatz zur erhitzenden Wirkpotenz (uṣṇavīrya). kühlende Wirkpotenz
sitopalā
Sitopalā ist kristallisierter, aus Zuckerrohrsaft gewonnener Kandiszucker, der in der ayurvedischen Pharmazie als kühlendes Süßungs- und Trägermittel für Arzneien dient. Kandiszucker
sitopala
Kristallisierter Rohrzucker (Kandiszucker), eine in Rezepturen häufig verwendete süße Grundsubstanz. Kandiszucker
sīvana
Sīvana bezeichnet das chirurgische Vernähen einer Wunde, eines der von Suśruta beschriebenen Grundverfahren der Wundversorgung (śastra-karma). Nähen, Wundnaht
skandha
Die Schulter, anatomischer Begriff für den oberen Gliedmaßenansatz des Rumpfes. Schulter
ślaiṣmika
Adjektiv zur Bezeichnung einer von Kapha geprägten Körperkonstitution oder eines entsprechenden Krankheitscharakters. kapha-dominierte Konstitution
śleṣmala
Śleṣmala beschreibt eine Substanz oder Eigenschaft, die das Kapha-Dosha vermehrt bzw. dominiert. kapha-erhöhend
śleṣman
Synonym zu kapha; das für Struktur und Befeuchtung des Körpers zuständige Dosha. Schleim-Dosha
śleṣmātisāra
Śleṣmātisāra bezeichnet eine Form des Durchfalls (Atisāra), die durch aggraviertes Kapha verursacht wird und mit schleimigem Stuhl einhergeht. Kapha-bedingter Durchfall
ślīpada
Ślīpada bezeichnet die krankhafte, meist die Beine betreffende Schwellung durch Lymphstau (Elephantiasis), die auf eine Störung von Kapha und Blut zurückgeführt wird. Elephantiasis
smṛti
Das Gedächtnis bzw. Erinnerungsvermögen; seine Störung gilt als Symptom bestimmter psychischer und Vāta-bedingter Erkrankungen. Erinnerungsvermögen
snaihika
Öl- bzw. fetthaltig; Eigenschaft, die eine Substanz oder Behandlung zur Ölungstherapie (Snehana) geeignet macht. ölhaltig
snapana
Snapana bezeichnet die therapeutische Waschung oder das Bad, häufig mit medizinischen Absuden, als äußerliche Behandlungsmaßnahme. Waschung, Bad
snāyu
Bindegewebige Strukturen (Sehnen, Bänder, Faszien), die Gelenke stabilisieren und Bewegung ermöglichen; anatomischer Grundbegriff besonders bei Sushruta. Sehnen, Bänder
sneha
Die vorbereitende Öltherapie (innerlich oder äußerlich) vor reinigenden Verfahren (Pañcakarma); auch allgemeine Bezeichnung für ölige/fettige Substanzen. Ölungstherapie
sneha-basti
Ein medizinisches Klistier auf Ölbasis, das u. a. bei Vāta-Störungen zur inneren Befeuchtung und Beruhigung eingesetzt wird. Ölklistier
snehabasti
Snehabasti ist ein mit Öl bzw. Fett durchgeführtes therapeutisches Klistier; das Anuvāsana-basti ist eine spezielle Form davon. Ölklistier
snehana
Innerliche oder äußerliche Anwendung von Ölen bzw. Fetten zur Vorbereitung auf die eigentlichen Ausleitungsverfahren (Pañcakarma); Teil der Vorbehandlung (Pūrvakarma). Ölungstherapie
snehapāna
Snehapāna ("Öl-Trinken") ist die innerliche Einnahme von medizinischem Öl oder Ghee in ansteigender Dosis; sie dient als vorbereitende Ölungstherapie vor den ausleitenden Pañcakarma-Verfahren. innere Ölkur
snehavirecana
Eine mit öligen Substanzen (sneha) vorbereitete Form der therapeutischen Ausleitung durch Abführen (virecana). ölig-vorbereitete Purgation
snigdha
Eine der zehn Eigenschaftspaare, „ölig/feucht“, typischerweise mit Kapha assoziiert; Gegensatz zu rūkṣa („trocken“). ölig, unctuous (Eigenschaft)
śodhana
Śodhana bezeichnet die therapeutische Reinigung bzw. Ausleitung krankhafter Doṣas aus dem Körper, etwa durch Abführen, Erbrechen oder andere Pañcakarma-Verfahren. Reinigung, Ausleitung
soma
Soma bezeichnet in medizinisch-kosmologischem Kontext das kühlende Mondprinzip; der Begriff bezieht sich daneben auf die vedische Somapflanze bzw. den Somatrank, deren botanische Identität nicht sicher bestimmt ist. Mondprinzip
śoṇita
Eines der sieben Körpergewebe (Dhātus); Synonym zu rakta, dem Blut, dessen Qualität und Fluss zentrale diagnostische Bedeutung haben. Blut (Synonym für Rakta)
śopha
Eine lokale oder generalisierte Gewebeschwellung, weitgehend synonym zu śotha und śvayathu verwendet. Schwellung, Ödem
śophaghna
Śophaghna bezeichnet eine pharmakologische Wirkqualität von Substanzen, die Schwellungen bzw. Entzündungen (śopha) entgegenwirken. entzündungshemmend
śoṣa
Ein Auszehrungs- bzw. Abmagerungssyndrom, weitgehend synonym mit kṣaya verwendet. Auszehrung
śoṣaṇa
Śoṣaṇa bezeichnet die austrocknende bzw. entwässernde Wirkung einer Substanz oder Therapie auf Körpergewebe oder -flüssigkeiten. austrocknende Wirkung
śotha
Allgemeiner Ausdruck für krankhafte Gewebeschwellung (Ödem), die durch verschiedene Doṣa-Störungen verursacht sein kann. Schwellung, Ödem
sparśa
Sparśa bezeichnet den Tastsinn bzw. die Tastempfindung, eine der fünf Sinnesqualitäten (tanmātra), die dem Element Luft (Vāyu) zugeordnet wird. Tastempfindung
sparśana
Das Tastorgan (Haut), eines der fünf Sinnesorgane; ihm ist das Luftelement zugeordnet, sein Objekt die Berührung. Haut, Tastsinn
sphota
Sphota bezeichnet eine Hauterkrankung mit ausgedehnter Blasen- bzw. Pustelbildung. Blasenkrankheit (Hauteruption)
sphotaka
Sphotaka bezeichnet kleine Bläschen oder Pusteln auf der Haut. kleine Bläschen, Pusteln
sphuraṇa
Sphuraṇa bezeichnet unwillkürliches Zittern oder Zucken der Muskulatur, das als Krankheitszeichen v. a. bei Vāta-Störungen auftritt. Zittern, Zucken
śrama
Śrama bezeichnet körperliche oder geistige Erschöpfung infolge von Anstrengung und gilt in den Saṃhitās als einer der Faktoren, die Krankheiten begünstigen können. Erschöpfung, Anstrengung
sraṃsana
Eine milde abführende Behandlung, die den Stuhl löst, ohne die kräftige Ausleitung der eigentlichen Purgiertherapie (virecana) zu erreichen. mildes Abführmittel
srāva
Srāva bezeichnet krankhaften Ausfluss oder Sekretion aus Körperöffnungen bzw. Wunden, etwa von Blut, Eiter oder anderen Flüssigkeiten. Ausfluss, Sekretion
srāvin
Adjektiv zur Beschreibung von Hämorrhoiden (arśas), die Blut oder Sekret absondern. nässend, blutend (bei Hämorrhoiden)
śṛṅga
Śṛṅga bezeichnet das Horn von Tieren, z.B. Hirsch- oder Büffelhorn, das in der Rasashastra zu Asche (bhasma) verarbeitet und medizinisch verwendet wird. Horn (Tierhorn)
śṛṅgavera
Der frische Ingwer, eines der am häufigsten verwendeten Verdauungs- und Wärmemittel der Ayurveda-Medizin. Ingwer (frisch) (Zingiber officinale)
srotas
Die im Körper angenommenen Kanäle, durch die Dhātus, Doshas und Ausscheidungsstoffe zirkulieren; ihre Verstopfung oder Störung gilt als Krankheitsursache. Körperkanäle
śrotra
Das Hörorgan als eines der fünf Sinnesorgane (indriya); sein spezifisches Element ist der Äther (ākāśa), sein Objekt der Klang. Ohr (Sinnesorgan)
śṛta
Bezeichnet den gekochten bzw. eingedickten Zustand eines Suds oder einer Zubereitung, eine wichtige Stufenangabe bei der Herstellung von Dekokten. gekocht, reduziert
śruti
Die 'gehörte', geoffenbarte Überlieferung (vor allem die vedischen Texte), die in der ayurvedischen Erkenntnislehre als eine Quelle gültigen Wissens gilt. heilige Überlieferung
stabdha
Stabdha beschreibt einen starren, steifen Zustand von Gliedern oder Gewebe, typischerweise als Zeichen einer Vāta-Störung. starr, steif
staimitya
Staimitya bezeichnet ein Gefühl von Schwere bzw. „Feuchtigkeit“ in den Gliedern, ein klassisches Vorläufersymptom insbesondere zu Beginn eines Fiebers. Schwere-, Feuchtigkeitsgefühl
stambha
Symptom bzw. Zustand von Steifheit oder Bewegungsunfähigkeit von Körperteilen, häufig als Folge von Vāta- oder Kapha-Störung beschrieben. Steifheit, Erstarrung
stambhana
Stambhana ist eine adstringierende, stillstellende therapeutische Wirkung, die einen Vorgang (Blutung, Durchfall, Schweiß) zum Stillstand bringt. Die Quellglosse „Bewegung“ ist vermutlich ein Fragment von „Bewegungslosigkeit“ – der eigentlichen, nahezu gegenteiligen Bedeutung. stopfend-stillstellende Wirkung
stanya
Stanya bezeichnet die Muttermilch, die in der Ayurveda-Physiologie als aus dem Blut- bzw. Fettgewebe der Mutter gebildetes Nährsekret für den Säugling gilt. Muttermilch
sthāna
Der „Sitz“ bzw. die Lokalisation eines Doshas oder einer Krankheit im Körper; auch Bezeichnung für die Bücher/Kapitelabschnitte der Saṃhitās. Sitz, Lokalisation
sthira
Sthira ist eine der klassischen Substanzqualitäten (guṇa) und bezeichnet Festigkeit bzw. Stabilität, im Gegensatz zur Qualität cala (beweglich). fest, stabil (Qualität)
stimita
Beschreibt eine schwere, unbewegliche bzw. träge Qualität, typisch für ein Übermaß an Kapha. unbeweglich, träge
styāna
Styāna bezeichnet einen stockenden, geronnenen bzw. stagnierenden Zustand, etwa von geronnenem Blut oder trägem Gewebefluss. stockend, geronnen
sūcī
Sūcī bezeichnet die chirurgische Nadel, eines der spitzen Instrumente (śastra) in Suśrutas Instrumentenkunde, unter anderem zum Nähen von Wunden verwendet. Nadel (chirurgisches Instrument)
śuddha
Śuddha bezeichnet den Zustand der Reinheit bzw. Gereinigtheit, etwa einer durch Vorbehandlung (śodhana) gereinigten Arzneisubstanz oder eines gereinigten Körpers. gereinigt, rein
śuddhi
Śuddhi bezeichnet die innere Körperreinigung, wie sie insbesondere durch die fünf klassischen Ausleitungsverfahren (Pañcakarma) erreicht wird. Reinigung
sudhā
Gebrannter oder gelöschter Kalk (Calciumverbindung), der äußerlich sowie in mineralischen Zubereitungen medizinisch verwendet wird. Kalk
śuka
Der Papagei, in der klassischen Vogelklassifikation als Vertreter körnerfressender Vögel aufgeführt. Papagei
śūka
Śūka bezeichnet die feinen, reizenden Grannen bzw. Spelzen von Getreide, die in den Texten als hautreizend beschrieben werden. Grannen, Spelzen
śūkadhānya
Diätetische Sammelkategorie für begrannte Getreidearten (z. B. Weizen, Gerste, Reis), die als besonders bekömmlich gelten. Grannengetreide
sukhasādhya
Sukhasādhya bezeichnet eine Krankheit, die als leicht und ohne größere Mühe heilbar eingestuft wird — eine der klassischen Prognosekategorien neben kṛcchrasādhya und asādhya. leicht heilbar
śukra
Śukra bezeichnet das männliche Reproduktionsgewebe (Samen) und ist eines der sieben Körpergewebe (dhātu) der Ayurvedischen Physiologie. Samen, Reproduktionsgewebe
śukradoṣa
Eine Störung des Śukra-Dhātu (Samen-/Reproduktionsgewebe), die sich in Qualität oder Menge des Samens äußert und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Störung des Samengewebes
śukrāśmarī
Śukrāśmarī bezeichnet einen Stein bzw. ein Konkrement im Bereich der Samenwege, eine von Suśruta beschriebene Unterform der Steinerkrankung (aśmarī). Samenstein (Konkrement)
sūkṣma
Sūkṣma ("fein, subtil") ist eine Grundqualität (guṇa) der Ayurveda-Pharmakologie; sie beschreibt Substanzen oder Vāta-Wirkungen, die in feinste Körperkanäle eindringen können. Gegenbegriff ist sthūla ("grob"). fein, subtil (Eigenschaft)
sūkṣmailā
Sūkṣmailā, wörtlich 'kleiner Kardamom', bezeichnet den echten (grünen) Kardamom, dessen Samenkapseln als aromatisches Gewürz und Heilmittel dienen. Kardamom (Elettaria cardamomum (L.) Maton)
sūkṣmānana
Sūkṣmānana ("feiner Mund/Öffnung") beschreibt eine enge, feine Öffnung, etwa eines Instruments, einer Fistel oder eines Körperkanals. feine, enge Öffnung
śukta
Śukta ist eine durch Fermentation von Zuckerrohrsaft oder Getreide gewonnene essigartige, saure Flüssigkeit, die in Küche und Pharmazie verwendet wird. Essig, fermentierte Säure
śukti
Śukti bezeichnet die Perlmuschel bzw. ihre Schale, deren kalkhaltiges Material zu Asche (bhasma) kalziniert und in der Mineral- und Tierstoffpharmakologie u.a. bei Verdauungsstörungen eingesetzt wird. Perlmuschelschale
sukumāra
Sukumāra beschreibt eine zarte, empfindliche körperliche Konstitution, die bei der Therapieplanung besondere Rücksicht, etwa mildere Verfahren, erfordert. zart, empfindlich (Konstitution)
śūla
Stechende, kolikartige Schmerzen, meist im Abdominalbereich, nach den beteiligten Doshas klassifiziert. stechender Schmerz, Kolik
sumanas
Klassischer Sanskrit-Name für eine wohlriechende Jasminart, deren Blüten in Riech- und Hautmitteln verwendet werden; botanische Identität nicht sicher bestimmt (vermutlich Jasminum sp.). Jasmin
śūnā
Śūna/śūnā beschreibt den Zustand einer krankhaften Schwellung eines Körperteils, ein häufig genanntes klinisches Zeichen, verwandt mit śvayathu (Ödem). geschwollen
sūpa
Eine Suppe, meist aus Hülsenfrüchten, fester Bestandteil der ayurvedischen Diätetik. Suppe
supta
Supta ist das Adjektiv zu supti und beschreibt einen tauben, gefühllosen Zustand eines Körperteils. gefühllos, taub
supti
Supti bezeichnet das Taubheitsgefühl bzw. den Verlust der Sinnesempfindung in einem Körperteil, meist als Vāta-Symptom; vgl. das Adjektiv supta (gefühllos). Taubheit, Gefühllosigkeit
surā
Ein aus Getreide gebrautes, bierähnliches alkoholisches Getränk, das in der Ayurveda-Literatur sowohl als Genussmittel als auch als medizinisches Vehikel bzw. Zutat erwähnt wird. vergorenes Getreidegetränk
suradāru
Ein im Himalaya beheimateter Nadelbaum, dessen Holz und Öl u. a. bei Fieber und Hautkrankheiten verwendet werden. Deodar-Zeder (Cedrus deodara)
surāhva
Surāhva ('nach den Göttern benannt') ist in Nighaṇṭu-Texten als Synonym für bestimmte Bäume belegt, vermutlich Kampferbaum oder Deodar-Zeder; die botanische Identität ist anhand der vorliegenden fragmentarischen Angabe nicht sicher zu bestimmen. Baumname, botanisch unsicher
surasa
Surasa ist ein klassisches Synonym für das Heilige Basilikum (Tulsi). Heiliges Basilikum (Ocimum tenuiflorum)
surasā
Klassischer Name für das Heilige Basilikum (Tulsi), eine im Ayurveda vielfach genutzte, stark aromatische Heilpflanze. Tulsi, Heiliges Basilikum (Ocimum tenuiflorum)
surāsava
Surāsava bezeichnet ein durch Fermentation hergestelltes, leicht alkoholisches Arzneigetränk aus der Gruppe der Āsava-/Ariṣṭa-Präparate. fermentiertes Getränk
śuṣkamūlaka
Der getrocknete Rettich, in der Diätetik als leicht verdauliches, mild wirkendes Gemüse verwendet. getrockneter Rettich (Raphanus sativus)
sūtra
Sūtra bezeichnet einen knapp gefassten Lehrsatz, wie er die Verse der Sūtrasthāna-Abschnitte der Saṃhitās charakterisiert; wörtlich auch 'Faden'. Lehrsatz, Aphorismus
svabhāva
Svabhāva, die „Eigennatur“, bezeichnet die philosophische Vorstellung einer Verursachung durch das innere Wesen einer Sache selbst, unabhängig von äußeren Ursachen, etwa beim natürlichen Altern. Eigennatur
svābhāvika
Bezeichnet Vorgänge, die ohne äußere Einwirkung allein aus der Eigennatur (svabhāva) der Dinge entstehen, etwa natürliches Altern oder Vergehen – eine Kausalitätskategorie neben zeit- und schicksalsbedingten Ursachen. naturgegeben
svalakṣaṇa
Svalakṣaṇa bezeichnet das eigentümliche, definierende Kennzeichen einer Sache oder Krankheit, mit dem sie von anderen unterschieden wird. spezifisches Kennzeichen
svara
Svara, die Stimme, wird als diagnostisches Zeichen zur Beurteilung des Patientenzustands untersucht. Stimme
svarabheda
Svarabheda ist eine Heiserkeit bzw. Stimmveränderung, ein Symptom von Hals- und Kehlkopfleiden, oft im Zusammenhang mit Vāta- und Kapha-Störungen. Stimmveränderung, Heiserkeit
svarasa
Der durch Auspressen frischer Pflanzenteile gewonnene Saft; eine der grundlegenden fünf klassischen Arzneiformen. frisch ausgepresster Saft
śvāsa
Krankheitsbild von Atembeschwerden bis hin zu asthmaähnlicher Atemnot, klassisch in mehrere Schweregrade unterteilt. Atemnot
svasthāna
Der natürliche anatomische Hauptsitz eines Doṣa im Körper, z. B. Kapha in der Brust oder Pitta im Nabelbereich. eigener Sitz eines Doṣa
svasthavṛtta
Svasthavṛtta ("Lebensweise des Gesunden") ist das Fachgebiet der Ayurveda-Medizin, das sich mit der Erhaltung der Gesundheit durch tägliche und jahreszeitliche Verhaltens- und Ernährungsregeln befasst. Gesundheitslehre, Regimen der Gesunden
svastyayana
Svastyayana bezeichnet rituelle Segens- und Schutzformeln, die zur Abwehr von Unheil und zur Förderung des Wohlergehens rezitiert werden. Schutz- und Segenssprüche
śvāvidh
Śvāvidh bezeichnet das Stachelschwein, dessen Stacheln bzw. deren Asche in einigen Rezepturen medizinisch verwendet wurden. Stachelschwein
śvayathu
Eine Gewebeschwellung, weitgehend synonym zu śopha und śotha verwendet. Schwellung, Ödem
sveda
Wärme- bzw. Schwitztherapie, die meist der Öltherapie (sneha) folgt und zur Vorbereitung auf Reinigungsverfahren dient. Schwitzbehandlung
svedana
Therapeutisches Herbeiführen von Schweißausbruch durch Dampf, Wärme oder erhitzte Substanzen; dient meist als Vorbereitung auf Ausleitungsverfahren und zur Lockerung von Kapha und Ama. Schwitzbehandlung
svinna
Svinna beschreibt den Zustand eines Patienten, der die Schwitztherapie (svedana) erhalten hat, wodurch Kanäle geöffnet und Doṣas gelockert werden. der Schwitzbehandlung unterzogen
śvitra
Śvitra ist die klassische Bezeichnung für die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo/Leukoderm), bei der die Haut durch Pigmentverlust weiße Flecken zeigt. Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)
śyāva
Śyāva bezeichnet einen dunkelbräunlichen bis rauchfarbenen Farbton, der in der Diagnostik etwa bei Haut, Zunge oder Ausscheidungen als Zeichen einer Doṣa-Störung beschrieben wird. dunkelbräunliche Farbe
śyāvāruṇa
Farbbeschreibung (bräunlich-rötlich), die häufig zur diagnostischen Beschreibung von Haut, Urin oder Ausscheidungen verwendet wird. bräunlich-rötlich
tagara
Wurzeldroge einer Baldrianart, die in der ayurvedischen Pharmakopöe u. a. bei Nervenleiden und als Räuchermittel verwendet wird; botanische Zuordnung in der Sekundärliteratur nicht ganz einheitlich, meist mit Valeriana wallichii gleichgesetzt. Indischer Baldrian (Valeriana wallichii)
taikṣṇya
Taikṣṇya bezeichnet die pharmakologische Qualität der Schärfe bzw. Durchdringungskraft einer Substanz, die häufig mit pittaerhöhender Wirkung verbunden ist. Schärfe (Wirkqualität)
taila
Ein pflanzliches, meist mit Kräutern versetztes Öl (klassisch auf Sesamölbasis), eine der grundlegenden öligen Zubereitungsformen. medizinisches Öl
takra
Takra ist die Buttermilch, ein aus Dickmilch (dadhi) durch Zugabe von Wasser gewonnenes, als verdauungsfördernd geltendes diätetisches Getränk mit zahlreichen therapeutischen Anwendungen. Buttermilch
tāla
Tāla ist die Palmyrapalme, deren Früchte, Saft und andere Teile in Diätetik und Materia medica genannt werden. Palmyrapalme (Borassus flabellifer)
tālaśasya
Tālaśasya bezeichnet die Frucht bzw. den Kern der Palmyrapalme, der roh oder verarbeitet als Nahrungsmittel dient. Palmyrapalmenfrucht (Borassus flabellifer)
tamaka
Tamaka ist die klassische Bezeichnung für eine Form von Atemnot bzw. Asthma (tamaka śvāsa), die durch verengte Atemwege infolge einer Kapha-Vāta-Störung gekennzeichnet ist. Asthma, Atemnot
tamas
Eine der drei Eigenschaften des Geistes (Sattva, Rajas, Tamas) in der ayurvedischen Psychologie; steht für Trägheit, Verdunkelung des Bewusstseins und Unwissenheit. geistige Trägheit, Dunkelheit
tāmasa
Tāmasa bezeichnet einen von der Qualität tamas geprägten, trägen und dumpfen Geisteszustand bzw. Charaktertyp, neben sāttvika und rājasa einer der drei mentalen Konstitutionstypen. von träger (tamas-geprägter) Wesensart
tandrā
Ein Zustand krankhafter Benommenheit und übermäßiger Schläfrigkeit, häufig Vorzeichen schwererer Erkrankungen. Benommenheit, Schläfrigkeit
tantra
Bezeichnet sowohl ein systematisches Lehrgebäude als auch ein grundlegendes Fachwerk der Medizin (z. B. das 'Caraka-Tantra'); im weiteren Sinn auch 'Wissenschaft' oder 'Methode'. Lehrsystem, Fachtraktat
tanukapha
Bezeichnet ein verdünntes, wässriges Kapha bzw. entsprechenden Schleimausfluss. dünnflüssiger Schleim
tarakṣu
Die Hyäne, in den Kapiteln über Fleischsorten und Tierarten der Diätetik erwähnt. Hyäne
tarpaṇa
Eine nährende, sättigende Therapieform (z. B. Augen-tarpaṇa mit Ghee), die Gewebe und Sinnesorgane stärkt. nährende Sättigungstherapie
taruṇa
Taruṇa bezeichnet das akute, frische Anfangsstadium einer Krankheit, etwa eines Fiebers, im Gegensatz zum chronischen Verlauf. akutes, frisches Stadium
tejas
Eines der fünf Elemente (Mahābhūta) bzw. das im Körper wirksame Feuerprinzip, das Stoffwechsel, Verdauung und Transformation trägt; eng verwandt mit dem Konzept des Agni. Feuer-Prinzip
tīkṣṇa
Tīkṣṇa, „scharf/durchdringend“, ist eine der Grundqualitäten (Guṇa), die stark wirkende, penetrierende Substanzen oder Therapiemaßnahmen beschreibt. scharf, durchdringend
tikta
Der bittere Geschmack (rasa), eine der sechs Grundgeschmacksrichtungen, typischerweise kühlend und Pitta/Kapha reduzierend. bitter (Geschmack)
tiktaka
Tiktaka bezeichnet eine Gruppe bitter schmeckender Heilkräuter bzw. eine nach ihnen benannte Zubereitung (etwa das medizinische Ghee Tiktaka-ghṛta). Gruppe bitterer Kräuter
tila
Der Sesam, dessen Samen und Öl in Diätetik und Pharmazie vielfältig verwendet werden. Sesam (Sesamum indicum)
tilacūrṇa
Tilacūrṇa bezeichnet gemahlenes Sesammehl (aus Sesamum indicum), das äußerlich und innerlich in verschiedenen Rezepturen verwendet wird. Sesammehl
timira
Timira ist eine in der klassischen Augenheilkunde (Suśruta) in mehreren Stadien beschriebene, fortschreitende Sehstörung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann; die Quellglosse „Nachtblindheit“ vereinfacht dieses breitere Krankheitsbild. fortschreitende Augenkrankheit
tisraiṣaṇā
Die drei fundamentalen Lebenswünsche nach Caraka: das Verlangen nach Leben (prāṇaiṣaṇā), nach Wohlstand (dhanaiṣaṇā) und nach dem Jenseits (paralokaiṣaṇā); ihnen ist ein eigenes Kapitel gewidmet. die drei Verlangen
tittiri
Das Fleisch des Rebhuhns, das in der ayurvedischen Diätetik unter den empfohlenen leichten, kräftigenden Fleischsorten aufgeführt wird. Rebhuhn
toda
Toda bezeichnet eine stechend-bohrende Schmerzqualität, die in der Symptomatik meist einer Vāta-Störung zugeordnet wird. stechender Schmerz
trapuṣa
Trapuṣa bezeichnet die Gurke, deren Samen und Fruchtfleisch unter anderem als kühlende, harntreibende Mittel verwendet werden. Gurke (Cucumis sativus L.)
tridoṣa
Tridoṣa bezeichnet das gleichzeitige Zusammenwirken der drei Doṣas Vāta, Pitta und Kapha, deren Gleichgewicht dem gesamten ayurvedischen Modell von Physiologie und Krankheit zugrunde liegt. Im Quelldatensatz war die deutsche Glosse zu einem Fragment („as“) verstümmelt. die drei Doṣas
tridoṣaja
Bezeichnung für eine Störung oder Krankheit, die durch die gleichzeitige Verstörung aller drei Doṣas (Vāta, Pitta, Kapha) entsteht und daher meist schwer zu behandeln ist. durch alle drei Doṣas verursacht
trika
Trika bezeichnet die untere Rückenregion um das Kreuzbein und die angrenzenden Hüftgelenke, ein häufiger Sitz von Vāta-bedingten Beschwerden. Kreuzbeinregion
triphalā
Triphalā ist die klassische Kombination dreier Myrobalanenfrüchte (Terminalia chebula, Terminalia bellirica, Phyllanthus emblica) und eine der wichtigsten Verjüngungs- und milden Abführformeln des Ayurveda. Dreifruchtmischung, Myrobalanen
trisneha
Trisneha bezeichnet eine Gruppe von drei fetten bzw. öligen Heilsubstanzen, etwa Ghee, Öl und tierisches Fett, die in Rezepturen zur Ölung (sneha) eingesetzt werden. die drei öligen Substanzen
trivṛt
Trivṛt ist die Purgierwinde, deren Wurzelrinde als mildes, weit verbreitetes pflanzliches Abführmittel dient. Purgierwinde (Operculina turpethum (L.) Silva Manso)
tṛṇapañcamūla
Tṛṇapañcamūla bezeichnet eine klassische Gruppe (Gaṇa) von fünf Wurzeln verschiedener Gräser bzw. grasartiger Pflanzen, die gemeinsam in Rezepturen verwendet werden. die fünf Graswurzeln
tṛṣā
Tṛṣā bezeichnet sowohl den physiologischen Durst als auch, als eigenständiges Krankheitsbild (tṛṣṇā-roga), übermäßigen, krankhaften Durst. Durst, krankhafter Durst
tṛṣṇā
Tṛṣṇā bezeichnet ein pathologisch gesteigertes Durstgefühl, das als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben wird. krankhafter Durst
tṛtīyaka
Ein Fiebertyp, der jeden dritten Tag wiederkehrt, vergleichbar mit der Tertiana bei Malaria. Tertianfieber
tryūṣaṇa
Synonym für trikaṭu, die klassische Kombination aus Ingwer, langem Pfeffer und schwarzem Pfeffer, die als verdauungsförderndes und Kapha-reduzierendes Grundrezept dient. Dreier-Schärfe-Kombination
tugākṣīrī
Tugākṣīrī, auch Bambusmanna oder Tabaschir genannt, ist ein weißliches, kieselsäurehaltiges Konkrement aus den Knoten der Bambuspflanze, das als kühlendes und herzstärkendes Mittel verwendet wird. Bambusmanna (Tabaschir)
tuṣodaka
Tuṣodaka bezeichnet eine durch Fermentation von Getreidespelzen (Hülsen) in Wasser gewonnene saure Flüssigkeit, die als Verdauungsmittel verwendet wird. Spelzenwasser (Fermentgetränk)
tuttha
Tuttha ist ein blaues, kupferhaltiges Mineral (Kupfersulfat/Kupfervitriol), das in der Rasashastra (Mineralpharmakologie) u.a. für Augenmittel und zur äußerlichen Anwendung bei Hautkrankheiten verarbeitet wird. Kupfersulfat (Kupfervitriol)
tvac
Die Haut als Organ bzw. äußerste Gewebeschicht; in der Materia medica bezeichnet tvac auch die Rinde bestimmter Bäume (z. B. Zimt). Haut
tvagdoṣa
Ein Sammelbegriff für Hautfehler bzw. -erkrankungen, verursacht durch gestörte Doṣas im Hautgewebe. Hautfehler
tvak
Tvak (wörtlich 'Rinde/Haut') bezeichnet in der Materia medica die Rinde des Zimtbaums; die genaue Artzuordnung schwankt in der Literatur zwischen echtem Zimt und verwandten Cinnamomum-Arten. Zimtrinde (Cinnamomum verum)
tvaṅmāṃsa
Tvaṅmāṃsa bezeichnet zusammenfassend die Gewebeschichten von Haut (Tvac) und Muskelfleisch (Māṃsa). Haut und Muskelfleisch
udaka
Ein weiterer Ausdruck für Wasser, synonym mit āpaḥ und ambu. Wasser
udakodara
Udakodara bezeichnet die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites), eine der klassischen Formen der udara-Erkrankungen. Bauchwassersucht (Aszites)
udara
Sammelbegriff für eine Gruppe schwerer Bauch- bzw. Unterleibserkrankungen mit Auftreibung des Abdomens, darunter aszitesartige Zustände; wird nach Doṣa-Beteiligung in mehrere Unterarten gegliedert. Bauch(wasser)sucht, Abdominalerkrankung
udāvarta
Krankhafte Umkehr der natürlichen Abwärtsbewegung von Vāta, klassischerweise durch Unterdrückung natürlicher Körperdränge (Vega) verursacht; äußert sich u. a. in Blähungen und Schmerzen. Aufwärtsbewegung des Windes
uddhūpana
Uddhūpana bezeichnet die therapeutische Räucherung von Körperteilen oder Räumen mit brennenden Heilsubstanzen, u.a. zur Desinfektion und Schmerzlinderung. Räucherung
udgāra
Das Aufstoßen (Rülpsen), ein physiologischer bzw. bei Störung pathologischer Vorgang im Verdauungstrakt. Aufstoßen
udumbara
Ein in Ayurveda-Texten häufig genannter Feigenbaum, dessen Rinde und Früchte adstringierend wirken und u. a. bei Hautkrankheiten und Blutungen verwendet werden. Feigenbaum (Ficus racemosa)
udvartana
Udvartana ist eine therapeutische Trockenmassage mit Kräuterpulver, die gegen die Haarwuchsrichtung ausgeführt wird, um Kapha und Fettgewebe zu reduzieren und die Haut zu straffen. Pulver-Trockenmassage
ullekhana
Ullekhana ("Auskratzen") ist eine milde Form des Brechmittelverfahrens (Vamana), die oberflächlich angesammeltes Kapha aus dem oberen Verdauungstrakt entfernen soll. Ausschabungstherapie
umā
Umā ist ein klassisches Synonym für den Flachs bzw. Lein, dessen Samen (Leinsamen) und Fasern medizinisch und textil genutzt wurden. Flachs, Lein (Linum usitatissimum L.)
unmāda
Sammelbegriff für psychische Störungen mit Verwirrung, abnormem Verhalten und gestörtem Denken; Ursachen werden sowohl somatisch (Doṣa-Störung) als auch dämonisch (bhūta) gedeutet. Wahnsinn, Geisteskrankheit
upacaya
Upacaya bezeichnet die Zunahme bzw. Vermehrung von Körpergewebe oder Körpermasse und wird sowohl physiologisch als auch pathologisch (z. B. bei Schwellungen) verwendet. Zunahme, Gewebezuwachs
upadhā
Klassischer Begriff für Vorwand, Verstellung oder eine Loyalitätsprüfung, etwa zur Prüfung eines Gehilfen oder Beamten; die genaue Bedeutung ist kontextabhängig und nicht einheitlich. Verstellung, Vertrauensprobe
upadhāna
Upadhāna bezeichnet eine stützende Unterlage oder Polsterung, die bei der Wundversorgung bzw. beim Anlegen eines Verbandes unter oder auf die Wunde gelegt wird. Wundauflage, Polster
upadrava
Eine sekundäre Komplikation oder Begleiterscheinung, die im Verlauf einer Grunderkrankung auftritt. Begleit-/Folgekomplikation
upajihvā
Upajihvā (wörtlich "Unter-Zunge") bezeichnet das Gaumenzäpfchen (Uvula) bzw. allgemein Weichteilgebilde im Rachenraum, deren Erkrankungen in der Kopfheilkunde (śālākya) behandelt werden. Gaumenzäpfchen
upakrama
Upakrama bezeichnet allgemein eine therapeutische Maßnahme bzw. Strategie, etwa die sechs klassischen Behandlungsansätze, mit denen ein Arzt einer Krankheit begegnet. Behandlungsmaßnahme
upanāha
Eine erwärmte, oft über Nacht belassene Kräuterauflage bzw. -umschlag, vor allem bei Gelenk- und Vāta-Beschwerden; verwandt mit pradeha. warme Kräuterauflage
upanāhana
Upanāha(na) bezeichnet einen warmen, feuchten Kräuterumschlag bzw. eine Breiauflage, die zur lokalen Schmerz- und Schwellungsbehandlung sowie als Form der Wärmetherapie (sveda) verwendet wird. warmer Kräuterumschlag
upaśamana
Palliative Beruhigung der Doṣas ohne körperliche Ausleitung, weitgehend synonym mit praśamana bzw. śamana-Therapie. beruhigende (palliative) Therapie
upasarga
Ein zusätzliches, eine Grunderkrankung begleitendes Symptom oder eine Komplikation. Begleitsymptom, Komplikation
upaśaya
Upaśaya bezeichnet eine diagnostische Methode, bei der aus der Verträglichkeit bzw. Linderung durch bestimmte Speisen, Verhaltensweisen oder Heilmittel (Upaśaya) bzw. deren Verschlechterung (Anupaśaya) auf die zugrundeliegende Krankheitsursache geschlossen wird. diagnostischer Therapieversuch
upastambha
Upastambha bezeichnet die drei 'Stützen' des Körpers – Nahrung, Schlaf und maßvoller Geschlechtsverkehr –, die neben den drei Doṣas das Leben erhalten (trayopastambha). Stützpfeiler (des Körpers)
upavāsa
Upavāsa bezeichnet das therapeutische Fasten, eine reduzierende Behandlungsmaßnahme zur Beseitigung von überschüssigem Doṣa und zur Anregung der Verdauungskraft. Fasten
upekṣā
Innere Gelassenheit gegenüber unangenehmen oder schädlichen Personen und Umständen; eine der vier von Caraka gelehrten Tugendhaltungen. Gleichmut
uras
Uras bezeichnet die Brust bzw. den Brustkorb als anatomische Region, Sitz von Herz und Lunge und häufiger Bezugspunkt für Krankheitsbezeichnungen, z.B. Urahkṣata (Brustverletzung). Brust, Thorax
ūrdhvabhāga
Ūrdhvabhāga bezeichnet die "obere Richtung" der Ausleitung von Doṣas, also deren Bewegung nach oben, wie sie beim therapeutischen Erbrechen (vamana) genutzt wird, im Gegensatz zur unteren Ausleitung (adhobhāga) durch Abführen. obere Richtung, Erbrechen-Richtung
ūrdhvajatru
Ūrdhvajatru ("oberhalb des Schlüsselbeins") bezeichnet die Kopf-Hals-Region des Körpers und dient in Suśrutas Nosologie als eigene diagnostische Kategorie für dort lokalisierte Erkrankungen, z.B. der Sinnesorgane. Kopf-Hals-Region (oberhalb des Schlüsselbeins)
ūrja
Ūrjā bezeichnet die aus guter Verdauung hervorgehende Vital- und Nährkraft des Körpers, die Stärke, Immunität und Wohlbefinden trägt. Vitalkraft, Nährkraft
ūru
Ūru ist die anatomische Bezeichnung für den Oberschenkel; Erkrankungen dieser Region werden unter anderem als ūrustambha (Oberschenkelsteifheit) beschrieben. Oberschenkel
ūrugraha
Eine Vāta-bedingte Erkrankung mit Steifheit, Krampf oder Bewegungseinschränkung des Oberschenkels, verursacht durch gestörten Windhumor (vāta) in der betroffenen Region. Oberschenkelsteifheit, -krampf
ūrustambha
Eine Steifheits- und Schwereerkrankung der Oberschenkel, meist durch eine Kapha-Vāta-Störung mit Blockade der Gliedmaßen verursacht. Oberschenkelsteifheit
ūṣara
Salzhaltiger, alkalischer Boden, aus dessen Ausblühungen bestimmte Salze gewonnen werden. salzhaltiger Boden
uśīra
Uśīra ist das Vetivergras, dessen aromatische Wurzeln wegen ihrer kühlenden Wirkung bei Fieber und Hautleiden verwendet werden. Im Quelldatensatz erschien der Begriff stark verstümmelt als „vetiver“/„ra“; der korrekte Sanskrit-Terminus wurde rekonstruiert. Vetiver (Chrysopogon zizanioides)
ūṣman
Ūṣman bezeichnet die durch das Verdauungsfeuer (Agni) erzeugte Körperwärme bzw. Stoffwechselhitze, die für Verdauung und Stoffumwandlung notwendig ist. Verdauungshitze
uṣṇa
Eine der beiden grundlegenden Wirkpotenzen (Vīrya) neben śīta (kühlend); beschreibt die erwärmende Wirkung einer Substanz auf den Körper. heiß (Eigenschaft/Wirkpotenz)
utkārikā
Utkārikā ist eine weiche, kuchen- oder puddingartige Speise, meist aus Mehl mit Ghee oder Milch gekocht, die auch als diätetisch-medizinische Zubereitung dient. Kuchen, Grießbrei
utkleda
Utkleda bezeichnet eine Stufe im Krankheitsprozess, bei der sich in einem Gewebe krankhafte Feuchtigkeit bzw. schleimige Substanz (kleda) ansammelt. Durchfeuchtung, Verklebung
utkleśa
Utkleśa bezeichnet die Aufwallung bzw. Provokation eines gestörten Doṣa (oft Kapha), die sich u.a. als Übelkeit äußert und einen Schritt vor der vollen Krankheitsmanifestation darstellt. Übelkeit, Provokation der Doṣas
utpala
Die blaue Seerose (Blaulotus), deren kühlende Blüten u. a. bei Fieber und Hautleiden verwendet werden; nicht zu verwechseln mit dem „echten“ Lotus (padma, Nelumbo nucifera). blaue Seerose (Nymphaea nouchali)
utsādana
Eine Form der Einreibung mit pastenartigen Substanzen, die u. a. zur Reinigung, Straffung oder kosmetischen Behandlung der Haut dient. abrasive Einreibung
utsāha
Tatkraft bzw. Willensstärke, eine psychische Eigenschaft, die u. a. mit Widerstandskraft und Genesung in Verbindung gebracht wird. Tatkraft, Energie
utsedha
Eine Erhebung bzw. Prominenz, etwa eines Körperteils oder einer Hautveränderung, deskriptiver Begriff in Anatomie und Diagnostik. Erhebung, Prominenz
uttarabasti
Uttarabasti bezeichnet ein medizinisches Klistier, das über die Harnröhre oder Vagina verabreicht wird, im Unterschied zum rektalen basti. urethrales/vaginales Heilklistier
uttarāyaṇa
Das halbe Sonnenjahr, in dem die Sonne aus indischer Sicht nordwärts wandert (etwa Winter- bis Sommersonnenwende); Grundbegriff der ayurvedischen Jahreszeiten- und Regimenlehre (ṛtucaryā). Nordwendung der Sonne
vacā
Vacā ist der Kalmus, eine aromatische Sumpfpflanze, deren Wurzelstock in der Ayurveda-Medizin als Nerven- und Verdauungsmittel sowie zur Förderung von Sprache und Gedächtnis eingesetzt wird. Kalmus (Acorus calamus)
vāggraha
Vāggraha ("Ergriffenwerden der Sprache") bezeichnet den Verlust des Sprechvermögens, eine schwere neurologische Störung, die zu den vāta-bedingten Erkrankungen gezählt wird. Sprachverlust
vaidūrya
Ein Edelstein (Chrysoberyll/Katzenauge), der in der Edelsteintherapie sowie als Schmuckstein Verwendung findet. Katzenauge (Chrysoberyll)
vaidya
Vaidya ist die klassische Bezeichnung für den ayurvedischen Arzt bzw. Heilkundigen. Arzt
vaikalya
Vaikalya bezeichnet eine Fehlbildung, Beeinträchtigung oder den Funktionsverlust eines Organs bzw. Körperteils. Beeinträchtigung, Funktionsstörung
vaikārika
Vaikārika bezeichnet einen durch Veränderung bzw. Störung (vikāra) hervorgerufenen, krankhaften Zustand. krankhaft verändert
vaikṛta
Vom natürlichen Zustand abweichend, pathologisch verändert; verwandt mit vikṛta. pathologisch verändert
vairasya
Verlust oder Verfälschung des Geschmacksempfindens, häufig als Krankheitszeichen genannt. Geschmacksverlust
vairodhika
Bezeichnet gegensätzliche, sich widersprechende Nahrungsmittelkombinationen (viruddha āhāra), deren gemeinsamer Verzehr als gesundheitsschädlich gilt. unverträglich (Nahrungskombination)
vaiśadya
Vaiśadya bezeichnet die Eigenschaft der Klarheit bzw. Nicht-Schleimigkeit (das Gegenteil von picchila/Klebrigkeit); die in den Quelldaten mitgeführte Glosse 'Klebrigkeit' beruht offensichtlich auf einem Übertragungsfehler. Klarheit, Nicht-Klebrigkeit
vaiṣamya
Vaiṣamya bezeichnet das Ungleichgewicht der Doṣas oder Körperfunktionen, die Grundursache jeder Krankheit in der Ayurveda-Lehre. Ungleichgewicht
vaisvarya
Vaisvarya bezeichnet eine Störung bzw. Veränderung der Stimme, insbesondere Heiserkeit. Heiserkeit
vaivarṇya
Vaivarṇya bezeichnet eine abnorme Verfärbung der Haut, ein bei zahlreichen Krankheiten genanntes Symptom. Hautverfärbung
vājīkaraṇa
Vājīkaraṇa ("Hengstmachung") ist eines der acht klassischen Fachgebiete der Ayurveda-Medizin und befasst sich mit Mitteln zur Steigerung von Fruchtbarkeit, Potenz und sexueller Vitalität. Aphrodisiaka-Lehre
vājīkaraṇayoga
Vājīkaraṇayoga bezeichnet eine Heilmittelrezeptur aus dem Teilgebiet vājīkaraṇa (Potenz- und Fruchtbarkeitsmedizin), die der Steigerung der männlichen Zeugungskraft dient; eng verwandt mit vṛṣyayoga. aphrodisische Rezeptur
vali
Vali bezeichnet Hautfalten bzw. Runzeln, die insbesondere als Zeichen des körperlichen Alterns beschrieben werden. Hautfalten, Runzeln
vamana
Das therapeutisch herbeigeführte Erbrechen, eine der fünf Reinigungsmaßnahmen (Pañcakarma), die vor allem überschüssige Kapha-Dosha ausleitet. Erbrechenstherapie
vaṃśalocana
Vaṃśalocana ('Bambustränen') ist eine kieselsäurehaltige Ausscheidung im Innern von Bambusrohren, die als kühlendes, stärkendes Mineralpräparat verwendet wird; sie stammt aus Bambusarten der Gattung Bambusa. Bambusmanna
vaṃśatvac
Vaṃśatvac bezeichnet die Rinde bzw. Halmhaut des Bambus, die unter anderem äußerlich zur Wundbehandlung verwendet wird. Bambusrinde (Bambusa bambos (L.) Voss)
vandhyā
Klassifikationsbegriff der Gynäkologie für eine Frau, die nicht empfangen kann. unfruchtbare Frau
vaṅkṣaṇa
Vaṅkṣaṇa bezeichnet die Leistenregion des Körpers, die u. a. bei Lymphknotenschwellungen (Leistendrüsen) als Lokalisation genannt wird. Leistengegend
varāha
Das Wildschwein, in Carakas Fleisch-Klassifikation als Vertreter der grabenden bzw. wühlenden Tiere genannt. Wildschwein
varcas
Ein weiterer Ausdruck für den Stuhl bzw. Kot, synonym zu śakṛt. Stuhl
varṇa
Die Farbe bzw. der Teint der Haut, ein diagnostisch relevantes Merkmal (u. a. bei Gelbsucht oder Blutstörungen). Hautfarbe, Teint
varṇya
Varṇya bezeichnet eine in Carakas Liste der Wirkstoffklassen (Mahākaṣāya) genannte Gruppe von Substanzen, die den Teint verbessern bzw. die Hautfarbe positiv beeinflussen sollen. hautfarbfördernd
varṣā
Varṣā ist die Regenzeit, eine der sechs klassischen Jahreszeiten (ṛtu), für die eigene diätetische Regeln gelten. Regenzeit
vārtāka
Vārtāka ist die Aubergine bzw. Eierfrucht, die in den diätetischen Kapiteln als Gemüse behandelt wird. Aubergine (Solanum melongena)
vartaka
Die Wachtel, ein in diätetischen Kapiteln genanntes Wildgeflügel, dessen Fleisch bestimmten Konstitutionen zugeschrieben wird. Wachtel
varti
Eine stiftförmige feste Arzneiform, etwa als Augenmedikament (Kajal-Stift) oder als Zäpfchen verwendet. medizinisches Stäbchen/Zäpfchen
vartī
Vartī ist eine stäbchen- oder stiftförmige Arzneizubereitung, etwa für Augenanwendungen, hergestellt durch Rollen und Trocknen einer Arzneipaste. Medizinstäbchen
vāruṇī
Vāruṇī ist eine klassische Sorte alkoholischen Getränks (Wein/Branntwein), benannt nach dem Gott Varuṇa, deren Eigenschaften in den Kapiteln über Rauschmittel behandelt werden. alkoholisches Getränk
vasā
Tierisches Fett bzw. Knochenmarkfett, das in der Materia medica u. a. äußerlich bei Vāta-Störungen verwendet wird. tierisches Fett
vasanta
Die Frühlingsjahreszeit im ayurvedischen Sechs-Jahreszeiten-Kalender, in der angestautes Kapha flüssig wird und zu Erkrankungen neigt, weshalb besondere Reinigungs- und Diätregeln gelten. Frühling
vāstuvidyā
Die traditionelle Lehre von Bauwesen und Architektur, auf die Caraka bei Regeln zur Errichtung von Wohn- und Krankenhäusern zurückgreift. Baukunde
vaśyā
Vaśyā bezeichnet zahme bzw. domestizierbare Tiere als eigene Kategorie innerhalb der ayurvedischen Klassifikation der Fleischsorten nach Lebensweise der Tiere. zahm, domestizierbar
vāta
Eines der drei Doshas, das Bewegung, Nervenfunktion und Ausscheidung steuert; synonym auch vāyu genannt. Wind-Dosha
vātaghna
Eigenschaft eines Heilmittels, das den Vāta-Doṣa besänftigt bzw. dessen Übermaß reduziert. Vāta-besänftigend
vātagulma
Vātagulma bezeichnet eine Form des Gulma, einer knotigen Geschwulst im Bauchraum, die durch ein gestörtes Vata-Dosha verursacht wird. vata-bedingter Bauchtumor
vātahara
Vātahara bezeichnet die pharmakologische Eigenschaft, das Vāta-Doṣa zu besänftigen bzw. auszugleichen. vāta-beruhigend
vātakāsa
Eine Form von Husten, die durch eine Störung des Vāta-Doṣa verursacht wird. Vāta-bedingter Husten
vātala
Vātala beschreibt eine Substanz oder Eigenschaft, die das Vata-Dosha vermehrt bzw. dominiert. vata-erhöhend
vātāmaya
Vātāmaya bezeichnet eine durch gestörten Vāta-Doṣa (das Bewegungsprinzip) verursachte Erkrankung, insbesondere aus der Gruppe der "Windkrankheiten" (vāta-vyādhi). Vāta-bedingte Krankheit
vātānulomana
Vātānulomana bezeichnet Maßnahmen bzw. Mittel, die den natürlichen, meist abwärtsgerichteten Fluss des Vāta-Doṣa normalisieren, etwa bei Blähungen oder Verstopfung. Vāta-Regulierung
vātarakta
Eine Erkrankung durch gestörtes Zusammenwirken von Vāta und Blut, die vor allem die Gelenke betrifft und mit der Gicht verglichen wird. Vāta-Blut-Störung (gichtartig)
vātaroga
Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch eine Störung des Vāta-Doṣa verursacht werden, weitgehend synonym mit vātavyādhi. Vāta-/Windkrankheit
vātaśoṇita
Eine Krankheit, bei der sich gestörtes Vāta mit dem Blut vermischt und Symptome ähnlich der Gicht (Gelenkschmerzen, Schwellungen) hervorruft; ein eigenständiges Krankheitskapitel bei Caraka. Vāta-Blut-Erkrankung (gichtartig)
vātāsṛk
Vātāsṛk bezeichnet eine Erkrankung durch gleichzeitige Störung von Vāta und Blut (Rakta), die in Symptomatik und Behandlung weitgehend der Gicht entspricht. Gicht (Vāta-Blut-Störung)
vātātisāra
Vātātisāra bezeichnet eine durch aggraviertes Vāta verursachte Form des Durchfalls (Atisāra). Vāta-bedingter Durchfall
vātatṛṣṇā
Vātatṛṣṇā bezeichnet eine durch gestörtes Vāta verursachte Form des krankhaften Durstes (Tṛṣṇā). Vāta-bedingter Durst
vātavyādhi
Sammelbegriff für die Gruppe der durch Vāta-Störung verursachten neurologisch-muskulären Erkrankungen, u. a. Lähmungen und Zittern; weitgehend synonym mit vātaroga. Vāta-Erkrankungen
vātika
Vātika bezeichnet alles, was vom Doṣa Vāta (Bewegungsprinzip) stammt bzw. durch dessen Störung verursacht wird, etwa einen vāta-bedingten Krankheitstyp oder eine entsprechende Konstitution. vāta-bedingt, Windtyp
vātodara
Eine Form der Bauchwassersucht (udara), bei der übermäßiges Vāta zu starker Blähung des Abdomens führt. windbedingte Bauchblähung
vayas
Vayas bezeichnet das Lebensalter bzw. die Lebensphase eines Menschen; die Ayurveda-Medizin unterscheidet üblicherweise drei Altersstufen mit jeweils unterschiedlicher Doṣa-Konstitution. Lebensalter, Lebensphase
vayathu
Vayathu bezeichnet eine Schwellung bzw. Ödembildung des Gewebes, ein häufig genanntes Symptom bei entzündlichen und Doṣa-bedingten Erkrankungen. Schwellung
vāyavya
Von der Natur des Vāyu (Wind/Luft) geprägt; Adjektiv zur Bezeichnung von Eigenschaften oder Substanzen mit windartigem Charakter. windartig, luftartig
vāyu
Synonym zu vāta; das für Bewegung und Nervenfunktion zuständige Dosha. Wind-Dosha
vedanā
Allgemeiner Begriff für Schmerzempfindung als diagnostisch bedeutsames Symptom, insbesondere in der chirurgischen Literatur (Sushruta) differenziert beschrieben. Schmerz
vega
Bezeichnet sowohl die natürlichen Körperdränge (z. B. Harn-, Stuhldrang), deren Unterdrückung als krankmachend gilt, als auch allgemein den akuten Anfall bzw. Schub einer Erkrankung. Drang, Anfall
vegadhāraṇa
Vegadhāraṇa bezeichnet das willentliche Unterdrücken natürlicher Körperbedürfnisse (z. B. Harn- oder Stuhldrang, Niesen, Hunger), was nach ayurvedischer Lehre Krankheiten verursacht. Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse
vegasandhāraṇa
Vegasandhāraṇa bezeichnet das willentliche Unterdrücken natürlicher Körperbedürfnisse (etwa Stuhl- oder Harndrang, Niesen, Hunger), das als bedeutende Krankheitsursache gilt. Unterdrückung natürlicher Körperdränge
vegavidhāraṇa
Das willentliche Zurückhalten natürlicher körperlicher Impulse, etwa Stuhlgang, Wasserlassen oder Niesen, das nach Ayurveda-Lehre zahlreiche Krankheiten verursachen kann. Unterdrückung von Körperdrängen
vepana
Zittern der Gliedmaßen oder des Körpers, ein typisches Vāta-Symptom. Zittern
vepathu
Unwillkürliches Zittern des Körpers als Krankheitssymptom. Zittern
veśavāra
Eine gewürzte Hackfleischzubereitung der klassischen indischen Diätetik. Hackfleischgericht
vetasa
Vetasa ist der Sanskrit-Name für eine an Flussufern wachsende Weidenart, deren Rinde und Blätter medizinisch, u. a. bei Pitta-Störungen, verwendet werden; der Begriff wird in manchen Quellen auch auf Rattan-Rohrpflanzen bezogen. Rohrweide (Salix tetrasperma Roxb.)
vetrāgra
Vetrāgra bezeichnet die jungen Triebspitzen der Rohrpalme (vetra), die als Gemüse verzehrt werden. Rohr-/Rattansprossen (Calamus rotang)
vibaddha
Vibaddha bezeichnet einen Zustand der Verstopfung bzw. Blockierung, meist bezogen auf erschwerten Stuhlgang. Verstopfung
vibandha
Vibandha bezeichnet eine behinderte bzw. erschwerte Stuhlentleerung, also Verstopfung. Verstopfung
vibhraṃśa
Vibhraṃśa bezeichnet das Herabsinken bzw. den Vorfall eines Organs oder Inhalts aus seiner normalen Lage, etwa den Prolaps der Gebärmutter oder eine Fehlgeburt. Vorfall, Prolaps
vidagdha
Vidagdha beschreibt Nahrung oder Körpersubstanzen, die statt ordnungsgemäß verdaut gleichsam „verbrannt“ bzw. fehlfermentiert wurden – eine Stufe gestörter Verdauung. verdorben, fehlverdaut
vidāha
Ein pathologischer Zustand von Brennen bzw. Fermentations-/Gärungsprozessen im Verdauungstrakt, häufig durch unverträgliche Nahrungskombinationen ausgelöst. Brennen, Vergärung
vidāhī
Eigenschaft von Speisen, die im Körper ein brennendes bzw. säurebildendes Gefühl (vidāha) verursachen. säurebildend, hitzeerzeugend
vidāhin
Adjektiv zu vidāha; beschreibt Substanzen, die im Körper ein Brennen bzw. Gärungsprozesse hervorrufen können. brennend-scharf wirkend
viḍaṅga
Viḍaṅga ist eine kletternde Strauchpflanze, deren Früchte als wichtigstes ayurvedisches Wurmmittel (Anthelminthikum) gelten. Embelia (Embelia ribes Burm.f.)
vidradhi
Vidradhi bezeichnet einen tief sitzenden, meist schmerzhaften Abszess, dessen Ursache und Lage nach beteiligtem Doṣa unterschieden werden. Abszess
vikāra
Allgemeiner Begriff für eine krankhafte Veränderung bzw. Störung des Gleichgewichts im Körper. Krankheit, Störung
vikāśin
Eine dem Vāta zugeschriebene Eigenschaft des Auseinanderbreitens bzw. Auflockerns, die etwa zu einer Lockerung der Gelenke führen kann. ausbreitende Eigenschaft
vikāsin
Eine der besonderen Arzneiwirkungen (karma), die Körperöffnungen bzw. -gelenke löst und lockert, teils mit stark schwächender Nebenwirkung. öffnend, lockernd
vikṛta
Der gestörte, von der Norm abgewichene (pathologische) Zustand eines Doṣa oder Gewebes, Gegenbegriff zu prakṛta/prakṛtistha. gestört, pathologisch verändert
vikṛti
Der von der individuellen Grundkonstitution (Prakṛti) abweichende, gestörte Zustand des Körpers infolge eines Doṣa-Ungleichgewichts. krankhafte Abweichung
vilaṅghana
Therapeutisches Fasten bzw. Nahrungsreduktion zur Entlastung des Verdauungsfeuers und Beseitigung von Āma. Fastentherapie
vilepī
Vilepī bezeichnet eine dickflüssige Reisgrütze, die im Vergleich zur dünnen peyā einen höheren Reisanteil enthält. dicker Reisschleim
viloma
Viloma bezeichnet einen der normalen Richtung entgegengesetzten, "gegen den Strich" verlaufenden Vorgang, etwa eine abnorme Bewegungsrichtung der Doṣas oder eines Körpervorgangs. Gegenrichtung, umgekehrter Verlauf
vimāna
Vimāna bzw. „Vimānasthāna“ ist einer der acht traditionellen Abschnitte der Caraka-Saṃhitā, der u. a. Diagnostik, Seuchenlehre und ärztliche Ausbildung behandelt; wörtlich „Bestimmung, Maß“. Vimānasthāna (Textabschnitt)
vipāka
Der Geschmack bzw. Effekt, der nach vollständiger Verdauung einer Substanz zurückbleibt; einer der zentralen pharmakologischen Wirkfaktoren neben Rasa, Vīrya und Prabhāva. Verdauungswirkung (Post-Digestions-Geschmack)
virecana
Die therapeutisch herbeigeführte Purgation, eine der fünf Reinigungsmaßnahmen (Pañcakarma), die vor allem überschüssige Pitta-Dosha ausleitet. Abführtherapie
vireka
Therapeutisch herbeigeführtes Abführen über den Darm zur Ausleitung überschüssigen Pitta; eines der fünf klassischen Pañcakarma-Verfahren. Purgationstherapie
viruddha
Bezeichnet Substanzen oder Nahrungskombinationen, die einander in Eigenschaft oder Wirkung widersprechen und dadurch gesundheitsschädlich wirken (viruddha āhāra); ein wichtiges diätetisches Konzept. unverträglich (Nahrungskombination)
virūkṣaṇa
Virūkṣaṇa bezeichnet eine trocknende, rauhende Behandlung – das Gegenteil der Ölungstherapie (snehana) –, die u. a. zur Vorbereitung bestimmter Ausleitungsverfahren eingesetzt wird. Austrocknungstherapie
vīrya
Eine der vier Hauptkategorien der Arzneiwirkung (neben Geschmack, Nachwirkung und besonderer Kraft) – die grundlegende erhitzende oder kühlende Wirkpotenz einer Substanz. Wirkkraft, Potenz
viṣa
Grundbegriff der Toxikologie (Agada- bzw. Viṣacikitsā); umfasst pflanzliche, tierische und mineralische Gifte sowie deren Symptomatik und Gegenmittel. Gift
viśada
Viśada, „klar/nicht-schleimig“, ist eine der Grundqualitäten (Guṇa), die trocknende, nicht-viskose Substanzen beschreibt – das Gegenteil von picchila (schleimig). klar, nicht schleimig
viṣama
Viṣama, „unregelmäßig“, beschreibt etwa ein unregelmäßig arbeitendes Verdauungsfeuer (Viṣamāgni), einen der vier klassischen Agni-Typen. unregelmäßig
viṣamāgni
Viṣamāgni bezeichnet eine der vier Grundformen des Verdauungsfeuers (agni), bei der die Verdauungsleistung unregelmäßig schwankt und vor allem durch gestörtes Vata verursacht wird. unregelmäßiges Verdauungsfeuer
viṣamajvara
Viṣamajvara ("unregelmäßiges Fieber") bezeichnet Fiebertypen mit periodischem oder unregelmäßigem Verlauf, wie sie u.a. bei Malaria-artigen Erkrankungen auftreten. unregelmäßiges (intermittierendes) Fieber
viṣamāśana
Essen zu unpassenden bzw. unregelmäßigen Zeiten oder in falscher Menge; gilt als eine der Ursachen von Verdauungsstörungen. unregelmäßiges Essen
visarga
In der Jahreszeitenlehre (ṛtucaryā) die zweite Jahreshälfte (dakṣiṇāyana), in der Mond und Regen den Menschen kräftigen; Gegenstück zur ādāna-Phase. Freisetzungsphase (Jahreszeitenzyklus)
visarpa
Visarpa ("sich Ausbreitendes") bezeichnet eine Gruppe akuter, sich rasch über die Haut ausbreitender entzündlicher Hauterkrankungen, die dem heutigen Erysipel (Wundrose) ähneln. Hautrötung, Wundrose (Erysipel)
viṣaya
Viṣaya bezeichnet die Objekte der Sinne (Ton, Form, Geruch usw.), deren angemessener oder unangemessener Kontakt mit den Sinnesorganen Gesundheit oder Krankheit mitbestimmt. Sinnesobjekt
viśeṣa
Eine der Grundkategorien (padārtha) der Vaiśeṣika-Philosophie, die Caraka in seine Erkenntnistheorie übernimmt; sie bezeichnet das Merkmal, durch das sich letzte, gleichartige Substanzen voneinander unterscheiden. Partikularität (philosophische Kategorie)
viṣkira
Viṣkira bezeichnet in der altindischen Diätetik eine Gruppe scharrender Vögel (etwa Rebhühner, Wachteln), deren Fleisch als leichter verdaulich gilt. Der Begriff gehört zu Carakas Klassifikation der Fleischsorten nach Lebensweise der Tiere. Scharrvögel (Fleischklassifikation)
viśodhana
Viśodhana bezeichnet die ausleitende Reinigungstherapie (Śodhana), die überschüssige oder verdorbene Doṣas aktiv aus dem Körper entfernt, etwa durch Emesis, Abführen, Klistiere oder Aderlass. Reinigung, ausleitende Therapie
visrāvya
Visrāvya bezeichnet das gezielte Ablassen von Körperflüssigkeiten wie Blut oder Eiter, etwa im Rahmen chirurgischer Eingriffe. abzulassen(d)
visūcikā
Eine akute, schwere Erkrankung mit gleichzeitigem Erbrechen und Durchfall, vergleichbar mit einer choleraartigen Gastroenteritis. akute Cholera-artige Erkrankung
viśvabheṣaja
Viśvabheṣaja ("Allheilmittel") ist ein Beiname für getrockneten Ingwer (śuṇṭhī), der wegen seiner breiten Wirksamkeit bei Verdauungs- und anderen Beschwerden geschätzt wird. getrockneter Ingwer (Zingiber officinale Roscoe)
viṣyanda
Ein Krankheitsstadium, in dem sich angesammeltes, verschlimmertes Kapha verflüssigt bzw. die Gewebe durchfeuchtet, bevor die Krankheit voll ausbricht. Durchfeuchtung, Verflüssigung
vivarṇa
Beschreibt eine krankhafte Verfärbung bzw. den Verlust der natürlichen Hautfarbe. verfärbt, entfärbt
vraṇa
Vraṇa bezeichnet eine Wunde oder ein Geschwür und ist zentraler Gegenstand der klassischen Wundchirurgie (Śalya-tantra). Wunde, Geschwür
vraṇaropaṇa
Vraṇaropaṇa bezeichnet die pharmakologische Eigenschaft, das Verheilen von Wunden zu fördern. wundheilend
vraṇasrāva
Vraṇasrāva bezeichnet das Sekret bzw. den Ausfluss aus einer Wunde, dessen Beschaffenheit (Farbe, Geruch, Menge) diagnostisch zur Beurteilung des Heilungsverlaufs herangezogen wird. Wundausfluss, Wundsekret
vṛddhi
Vṛddhi bezeichnet allgemein die Zunahme bzw. Vermehrung, etwa eines Doṣa; in der Chirurgie Suśrutas bezeichnet derselbe Begriff zugleich eine eigene Krankheitsgruppe krankhafter Skrotal- bzw. Bruchschwellungen. Zunahme, Vermehrung
vṛkṣāmla
Vṛkṣāmla ('Baumsäure') ist ein klassischer Sanskrit-Name für die Tamarinde, deren saures Fruchtfleisch in Diätetik und Arzneizubereitungen verwendet wird. Tamarinde (Tamarindus indica)
vṛṣadaṃśa
Vṛṣadaṃśa bezeichnet die Wanze, ein Insekt, dessen Biss in den Texten im Zusammenhang mit Hautreaktionen erwähnt wird. Wanze
vṛṣaṇa
Anatomische Bezeichnung des Hodens. Hoden
vṛścika
Der Skorpion, dessen Stich in den toxikologischen Kapiteln (Viṣa-Lehre) der Saṃhitās ausführlich behandelt wird. Skorpion
vṛṣya
Bezeichnung für Substanzen mit aphrodisierender, die Zeugungskraft fördernder Wirkung; Gegenstand der Vājīkaraṇa-Lehre. aphrodisierend
vṛṣyayoga
Vṛṣyayoga bezeichnet ein Heilmittel bzw. eine Rezeptur mit potenzsteigernder (aphrodisierender) Wirkung; eng verwandt mit dem Begriff vājīkaraṇayoga. potenzsteigernde Rezeptur
vyadhana
Vyadhana bezeichnet das chirurgische Punktieren bzw. Anstechen, etwa zur Eröffnung eines Abszesses, eine der acht klassischen chirurgischen Grundtechniken. Punktieren, Stechen
vyādhi
Vyādhi ist der allgemeine Fachbegriff für Krankheit als Störung des körperlichen Gleichgewichts. Krankheit (allgemein)
vyāghra
Der Tiger; wie der Löwe der Gruppe der gewaltsam Beute reißenden Raubtiere zugeordnet. Tiger
vyaṅga
Dunkle Flecken bzw. Pigmentstörungen im Gesicht, meist auf eine Pitta-Störung des Hautgewebes zurückgeführt. Gesichtsflecken, Melasma
vyañjana
Vyañjana bezeichnet in diätetischen Kontexten eine Beilage oder Würzzutat zur Hauptspeise. Beilage, Würzzutat
vyāpad
Vyāpad bezeichnet eine im Krankheitsverlauf oder bei einem medizinischen Eingriff auftretende Komplikation, etwa die klassischen Geburtskomplikationen. Komplikation
vyāsa
Vyāsa bezeichnet die ausführliche, detaillierte Darstellung eines Themas, im Gegensatz zur knappen Zusammenfassung (samāsa). ausführliche Darstellung
vyavāya
Vyavāya bezeichnet den Geschlechtsverkehr, dessen maßvolle Ausübung in Diätetik und Lebensführung als eine der drei 'Stützen' des Körpers thematisiert wird. Geschlechtsverkehr
vyavāyi
Vyavāyi ist eine pharmakologische Eigenschaft (guṇa), die Substanzen beschreibt, die sich vor ihrer eigentlichen Verdauung bereits im ganzen Körper ausbreiten, etwa bestimmte Gifte oder Rauschmittel. sich zuerst im ganzen Körper verteilend
vyavāyin
Vyavāyin bezeichnet eine pharmakologische Eigenschaft von Substanzen, z.B. Alkohol oder bestimmten Giften, sich vor der eigentlichen Verdauung bereits im ganzen Körper zu verteilen und zu wirken. Wirkstoffeigenschaft: den ganzen Körper durchdringend
vyāyāma
Regelmäßige körperliche Betätigung, als Bestandteil der täglichen Gesundheitspflege (dinacaryā) empfohlen, jedoch in Maßen. körperliche Anstrengung, Bewegung
vyoṣa
Die Kombination der drei scharfen Substanzen Ingwer, langer Pfeffer und schwarzer Pfeffer (auch trikaṭu genannt), ein Standardbestandteil vieler Rezepturen. Dreiergewürz (Trikaṭu)
yakṛt
Anatomische Bezeichnung der Leber. Leber
yakṣma
Yakṣma (auch yakṣman) bezeichnet eine schwere Auszehrungskrankheit mit Gewichtsverlust und Husten, die der Lungentuberkulose entspricht; ihre schwerste Form heißt Rājayakṣma ("Königskrankheit"). Schwindsucht (Auszehrung)
yamaka
Yamaka bezeichnet ein Zubereitungsverfahren, bei dem zwei gleichartige ölige oder butterartige Heilmittel gemeinsam bzw. parallel verkocht werden. Doppelpfannen-Verfahren
yāpana
Eine milde, nährende Form des medizinischen Klistiers (basti), die den Körper stärkt statt stark auszuleiten. mildes Nährklistier
yāpya
Klassifikation einer Krankheit, die nicht vollständig heilbar, aber durch dauerhafte Therapie kontrollierbar ist – eine von mehreren Prognosekategorien neben sādhya (heilbar) und asādhya (unheilbar). unheilbar, aber beherrschbar
yava
Die Gerste, ein Grundnahrungsmittel und Getreide, das in der Ayurveda-Diätetik als leicht, trocken und kühlend beschrieben wird. Gerste (Hordeum vulgare)
yavāgraja
Yavāgraja bezeichnet die jungen Sprossen bzw. das Malz der Gerste, die als leicht verdauliches Nahr- und Heilmittel verwendet werden. Gerstensprossen/-malz (Hordeum vulgare L.)
yavāgū
Ein dickflüssiger, aus viel Wasser gekochter Reisbrei, diätetisch bei Verdauungsschwäche und Rekonvaleszenz eingesetzt; dünnflüssigere Variante siehe peyā. Reisschleim (dickflüssig)
yāvaka
Ein Brei bzw. Getreidegericht aus Gerste (yava), das in diätetischen Vorschriften als leicht verdauliche Kost empfohlen wird. Gerstenbrei
yavaka
Eine Gerstensorte bzw. junge Gerste, die in Diätetik und Arzneikunde als leicht verdauliches Getreide gilt. (kleinkörnige) Gerste (Hordeum vulgare)
yavakṣāra
Yavakṣāra ist ein alkalisches Salz, das durch Verbrennen von Gerstenpflanzen und Aufbereitung der Asche gewonnen wird; es dient als verdauungsförderndes und steinauflösendes Mittel. Gerstenlauge, Gerstenasche-Salz
yavakvātha
Yavakvātha ist ein Absud aus Gerste (Gerstenwasser), der als mildes, leicht verdauliches Getränk bei Verdauungsschwäche verwendet wird. Gerstenabsud
yavānī
Die Samen des Ajowan, ein scharfes, verdauungsförderndes Gewürz, das u. a. bei Blähungen und Erkältungskrankheiten eingesetzt wird. Ajowan (Trachyspermum ammi)
yavānna
Sammelbegriff für aus Gerste zubereitete Speisen in der diätetischen Literatur. Gerstenspeisen
yavodaka
Yavodaka bezeichnet ein aus Gerste(nspelzen) gekochtes Wasser, das als leicht verdauliches, entwässerndes Getränk in der Diätetik verwendet wird. Der Sanskrit-Begriff wurde hier aus einem verstümmelten Extraktionsfragment rekonstruiert; die genaue Schreibung ist nicht vollständig gesichert. Gerstenwasser, Spelzenwasser
yoga
In pharmazeutischem Kontext bezeichnet yoga nicht die spirituelle Praxis, sondern eine zusammengesetzte Heilmittel-Rezeptur bzw. Kombination mehrerer Substanzen zu einer Arznei. Arzneiformel, Rezeptur
yoni
Die weiblichen Geschlechtsorgane (Vagina/Gebärmutter), deren Erkrankungen in eigenen Kapiteln behandelt werden. weibliche Geschlechtsorgane
yonidoṣa
Sammelbegriff für krankhafte Zustände bzw. Fehlbildungen der weiblichen Geschlechtsorgane (yoni), behandelt u. a. im Kapitel über yonivyāpad. Störung der weiblichen Genitalorgane
yonivyāpad
Sammelbegriff für gynäkologische Erkrankungen bzw. Störungen der Gebärmutter und des weiblichen Genitaltrakts. Gebärmuttererkrankung
yuga
Ein Weltzeitalter der indischen Kosmologie; in den Saṃhitās gelegentlich zur zeitlichen Einordnung von Bräuchen oder Heilmitteln herangezogen. Weltzeitalter
yukti
In der Erkenntnislehre (Pramāṇa) Caraka's eine eigenständige Erkenntnisquelle: das rationale Zusammenführen mehrerer Faktoren zu einem begründeten Urteil, etwa bei der Wahl einer Therapie. rationale Methode, Beurteilungskraft
yuktivyapāśraya
Eine der drei ayurvedischen Grundarten der Therapie (neben ritueller/religiöser und psychologischer Behandlung): die auf Arzneimitteln, Diät und Verfahren beruhende, logisch begründete Heilbehandlung. rationale, pharmakologische Behandlung
yūṣa
Eine aus Hülsenfrüchten gekochte Suppe, diätetisch vor allem in der Rekonvaleszenz und bei Verdauungsschwäche eingesetzt. Hülsenfrüchtesuppe