Adhyāya 2: Dvitīyo 'dhyāyaḥ
Zweiter Adhyāya – Fortsetzung der Wortliste und Ausnahmen
Setzt die Aufzählung labialer Wortformen fort; schließt mit einer Gruppe von Ausnahmeformen (2.11), bei denen der b-Laut nach Aussage des Textes „wechselseitig übergeht“.
adharād uttare bhāge bhāgāt prativibhāgaśaḥ |
daśanāgreṇa saṃspṛṣṭyo na tu pīḍāsu yojayet || 2.1 ||
Im oberen Teil, gegenüber dem unteren, von Abschnitt zu Abschnitt gesondert: [der Laut] ist mit der Zahnspitze zu berühren; man verwende ihn aber nicht in Bedrängungs-/Schmerzausdrücken [Anm.: pīḍāsu, Bezug unsicher].
„Badhāna“ [Anm.: unsicher, Imperativ einer Wurzel „badh“], „prābandhāyāḥ“ [Anm.: unsicher], „colba“ [Anm.: unsicher] und ebenso „kāberka“ [Anm.: unsicher]; „ābedhuḥ“ [Anm.: unsicher, etwa „sie durchbohrten“], „ailaba“ [Anm.: unsicher] und ebenso bei „ābedha“ [Anm.: unsicher] und den Bālhika-Ländern (Balch/Baktrien).
abodhi bārhatsāme ghoṣabuddhā tathaiva ca |
baṃdhanaṃ yatra śeṣaṃ syād ābadhe me nidraśanam || 2.7 ||
„Abodhi“ (er/es wurde erkannt) beim Bārhatsāman [Anm.: ein Sāman-Melodietyp], ebenso bei „ghoṣabuddhā“ [Anm.: unsicher]; wo „bandhana“ (Fessel, Bindung) als Rest übrig bliebe, [gilt dies auch] bei „ābadha“ [Anm.: unsicher] und in der Wendung „me nidraśanam“ [Anm.: unsicher, Text möglicherweise verderbt].
alābu bajaḥ bāṇaṃ syād ādyudātto yadā bhavet |
brahma śabdaṃ tu sarvārtham auṣṭhyam eva vidur budhāḥ || 2.8 ||
„Alābu“ (Flaschenkürbis), „baja“ [Anm.: unsicher] und „bāṇa“ (Pfeil) – wenn der Hochton auf der ersten Silbe liegt. Das Wort „brahma“ aber wissen die Kundigen in jeder Bedeutung als labial.
Bei „cubuka“ (Kinn), „abdaṣkaya“ [Anm.: unsicher] und „bāla“ im Sinne von „keśabāla“ (Haarspitze), ebenso bei „adhibāla“ [Anm.: unsicher] wird „vayas“ (Alter, Lebenskraft) genannt; in den übrigen [Fällen gilt dies] dem jeweiligen Maße nach.
bibhed ādiṣu bhedāś ca pari pūrvaṃ bale tathā |
baṃdhu vā siṃdhurapara eteṣāṃ tu balaḥ kva cit || 2.10 ||
„Bibheda“ (er spaltete) am Anfang, und die „Bheda“-Formen (Spaltungen), ringsum, vorher, bei „bala“ (Kraft) ebenso; „bandhu“ (Verwandter) oder „Sindhu“ (der Indus, Strom) als ein anderes [Beispiel] – bei diesen jedoch gilt „bala“ bisweilen gesondert [Anm.: Vers insgesamt unsicher überliefert].
„Tuchubda“ [Anm.: unsicher], „cubuka“ (Kinn) ebenso, „babhūvuḥ“ (sie waren geworden) und „babhūvuṣī“ (die geworden war, f.) – all diese lassen, davon abgesehen [als Ausnahme von der vorstehenden Regel], den „ba“-Laut wechselseitig ineinander übergehen [Anm.: bakāram anyonya-bhakṣaṇam, wörtl. „gegenseitiges Verzehren des Ba-Lauts“ – genaue Bedeutung der Formulierung unsicher].