Glossar
Aitareya-Brāhmaṇa · 180 Begriffe
- yajña
- Das vedische Opfer als solches; die zentrale rituelle Handlung, durch die der Opferherr mit den Göttern in Verbindung tritt und kosmische Ordnung sowie eigenes Wohlergehen sichert. Opfer
- hotṛ
- Einer der vier Hauptpriester (ṛtvij); rezitiert die Ṛc-Verse des Ṛgveda, insbesondere die Anrufungs- und Opferformeln (yājyā, anuvākyā). Rezitationspriester
- adhvaryu
- Einer der vier Hauptpriester; vollzieht die praktischen Opferhandlungen (Messen, Gießen, Darbringen) und spricht dazu die Yajus-Formeln des Yajurveda. Handlungspriester
- udgātṛ
- Einer der vier Hauptpriester; singt beim Soma-Opfer die Sāman-Melodien des Sāmaveda. Sängerpriester
- brahman
- Ursprünglich die heilige, wirkkräftige Rede bzw. Formel; im Aitareya-Brāhmaṇa auch Bezeichnung des schweigend über den korrekten Ablauf des Opfers wachenden vierten Hauptpriesters (Brahman) sowie – in weiterem Sinn – des kosmischen Grundprinzips. heilige Macht; Priesteramt
- soma
- Berauschender Presssaft einer (nicht sicher identifizierten) Pflanze, der den Göttern, vor allem Indra, dargebracht und von den Priestern getrunken wird; zugleich als König Soma personifiziert und vergöttlicht. Das Soma-Opfer bildet den Kern eines eigenen, umfangreichen Opfertyps. Soma
- agnihotra
- Das tägliche, morgens und abends darzubringende Milchopfer in das heilige Feuer; eine der grundlegenden, regelmäßig zu wiederholenden Opferpflichten. Feueropfer
- agniṣṭoma
- Die einfachste, eintägige Grundform (prakṛti) des Soma-Opfers, an der sich die übrigen, komplexeren Soma-Opferformen orientieren. Agniṣṭoma-Opfer
- darśapūrṇamāsa
- Das an Neumond (darśa) und Vollmond (pūrṇamāsa) darzubringende Haviropfer; eines der grundlegenden regelmäßigen Opfer, in dessen Rahmen u. a. der Opferkuchen (purodāśa) dargebracht wird. Neu- und Vollmondopfer
- dīkṣā
- Vorbereitungsritus, durch den sich der Opferherr vor dem Soma-Opfer rituellen Enthaltungen und Reinheitsvorschriften unterwirft und in einen geheiligten Zustand versetzt wird. Weihe
- dakṣiṇā
- Die den Priestern für ihre Mitwirkung am Opfer zustehende Gabe (Vieh, Gold, Kleidung u. a.); ihre Höhe und Art gelten als mitentscheidend für die Wirksamkeit des Opfers. Opferlohn
- yūpa
- Hölzerner Pfahl, an den das Opfertier (paśu) beim Tieropfer gebunden wird; sein Holz (z. B. Khadira, Bilva) und seine Aufrichtung sind Gegenstand eigener Vorschriften. Opferpfahl
- paśu
- Das dem Opfer dargebrachte (meist domestizierte) Tier, dessen rituelle Bindung, Tötung und Verteilung eigenen, genau geregelten Handlungen folgt. Opfertier
- havis
- Allgemeine Bezeichnung für die dem Feuer bzw. den Göttern dargebrachte Opfersubstanz (Milch, Ghee, Opferkuchen u. a.). Opfergabe
- vaṣaṭkāra
- Der rituelle Ausruf „vaṣaṭ!“, mit dem der Hotṛ (bzw. sein Assistent) im Augenblick der Darbringung den Adhvaryu zum Ausgießen der Opferspende in das Feuer auffordert. Vaṣaṭ-Ruf
- prastara
- Ein aus Opfergras (barhis) gebundenes Büschel, das während bestimmter Riten als Sitz bzw. Träger für Geräte oder als symbolischer Vertreter des Opferherrn dient. Streubüschel
- nivid
- Kurze, in Prosa gehaltene Einschaltung innerhalb eines Śastra oder Stotra, die die anzurufende Gottheit und ihre wichtigsten Eigenschaften nennt. Ansage
- praiṣa
- Kurze, formelhafte Anweisung, mit der ein Priester einen anderen zur nächsten Ritualhandlung auffordert; unterschieden werden u. a. Einzel- (ekapraiṣa) und Doppelweisungen (dvipraiṣa). Weisung
- rājasūya
- Groß angelegtes, mehrere Opfer und Weiheriten umfassendes Zeremoniell zur feierlichen Einsetzung bzw. Erhöhung eines Königs; im Aitareya-Brāhmaṇa u. a. im Zusammenhang mit der Śunaḥśepa-Erzählung und der Aufzählung großer Könige behandelt. Königsweihe
- abhiṣeka
- Königlicher Salbungs- bzw. Weiheritus, bei dem der zu Weihende mit geweihtem Wasser besprengt wird; zentraler Bestandteil von Rājasūya und der als Aindra Mahābhiṣeka bezeichneten großen Königsweihe. Weihe, Besprengung
- purohita
- Der einem König oder vornehmen Opferherrn dauerhaft zugeordnete Priester, der dessen Opfer leitet und ihn religiös berät; seine Wahl gilt als entscheidend für den Erfolg der Herrschaft. Hauspriester
- ṛtvij
- Sammelbezeichnung für die beim Opfer amtierenden Priester; beim Soma-Opfer traditionell in vier Hauptgruppen (Hotṛ, Adhvaryu, Udgātṛ, Brahman) mit jeweiligen Unterpriestern gegliedert. Opferpriester
- caru
- Aus Reis oder Gerste in Milch gekochter Brei, der als Opfergabe insbesondere im Rahmen des Neu- und Vollmondopfers dargebracht wird. Opferbrei
- barhis
- Auf dem Altarbezirk (vedi) ausgebreitetes Gras (meist Kuśa-Gras), auf dem die Opfergaben dargebracht und die Götter symbolisch zu Sitz gebeten werden. Opferstreu
- prayāja
- Reihe einleitender Opferspenden, die dem eigentlichen Hauptopfer vorausgehen und diesem den Weg bereiten. Vor-Opferungen
- ātithya
- Ehrenopfer bzw. Bewirtungsritus, mit dem ein Gast – im königlichen Kontext insbesondere ein zu weihender König – wie ein verehrter Gast empfangen wird. Gastopfer
- graha
- Gefäß, mit dem der ausgepresste Soma-Saft aus dem Somatrog geschöpft und für die Darbringung sowie den priesterlichen Trankgenuss bereitgehalten wird. Soma-Schöpfschale
- devayajana
- Der eigens hergerichtete, geweihte Boden, auf dem das Opfer stattfindet. Opferplatz
- āgnāvaiṣṇava
- Zu Beginn der Soma-Weihe dargebrachter Opferkuchen, der gemeinsam Agni und Viṣṇu gewidmet ist, den nach vedischer Vorstellung untersten und obersten der Götter. Agni-Viṣṇu-Opferkuchen
- purolāśa
- Aus Reis- oder Gerstenmehl bereiteter, auf Opferscherben (kapāla) gebackener Kuchen, der als Haviropfer dargebracht wird (auch purodāśa). Opferkuchen
- ājya
- Rituell zubereitete geklärte Butter (Ghee), eine der wichtigsten Opfersubstanzen, insbesondere zur Speisung des Feuers. Opferschmalz
- āgnīdhra
- Sowohl das Amt des für die Feuer zuständigen Nebenpriesters (Āgnīdhra) als auch dessen kleiner Altar bzw. Stätte auf dem Opferplatz. Feuerhüter-Altärchen
- havirdhāna
- Überdachte Stätte auf dem Opferplatz, an der der Soma-Wagen sowie weitere Opfergeräte aufbewahrt werden. Somawagenschuppen
- uttaravedi
- Der nördlich, erhöht angelegte Altar beim Soma-Opfer, auf dem u. a. der Āhavanīya-Feuer errichtet und Teile des Opfers vollzogen werden, unterschieden vom (ursprünglichen) Hauptaltarbezirk. Nordaltar
- sāṃnāyya
- Aus morgens und abends gemolkener, gemischter Milch bereitete Opfergabe, u. a. im Rahmen des Neu- und Vollmondopfers verwendet. Milchmischopfer
- ahīna
- Soma-Opfer, das sich über mehrere, bis zu zwölf Tage erstreckt (wörtlich „ununterbrochen“), im Unterschied zum eintägigen und zum als Sattra bezeichneten, opferlohnlosen Mehrtagesritus. Mehrtagesopfer
- gharma
- Heißer Milchtrank, der im Rahmen der Pravargya-Zeremonie in einem eigens erhitzten Tongefäß bereitet und den Aśvin dargebracht wird. Pravargya-Trank
- araṇi
- Paar von Hölzern, durch deren Reibung das heilige Opferfeuer neu entzündet wird. Reibhölzer
- dhiṣṇya
- Kleine Feuerstellen bzw. Sitze der Nebenpriester auf dem Opferplatz. Feuerstätten
- prāyaṇīya
- Die einleitenden Riten bzw. Tage zu Beginn eines Soma-Opfers, mit denen der eigentliche Opferablauf eröffnet wird; Gegenstück zu udayanīya. Einleitungstag(e)
- udayanīya
- Die abschließenden Riten bzw. Tage am Ende eines Soma-Opfers; Gegenstück zu prāyaṇīya. Abschlusstag(e)
- upasad
- Die dem Soma-Kauf und der Somapressung vorausgehenden Weihetage, an denen der Opferherr fastet und besondere Verehrungshandlungen für Agni, Soma und Viṣṇu vollzieht. Vorbereitungstage
- upavasatha
- Der Tag der Enthaltung unmittelbar vor dem Neu- oder Vollmondopfer. Fastentag
- avabhṛtha
- Rituelles Reinigungsbad am Ende eines Opfers (insbesondere des Soma-Opfers und der Königsweihe), das die während der Weihe aufgeladene Spannung bzw. Kraft löst. Abschlussbad
- prāyaścitta
- Ausgleichs- bzw. Sühnehandlung, mit der ein während des Opfers unterlaufener Fehler oder ein ungünstiges Vorzeichen rituell behoben wird. Sühneritus
- pākayajña
- Klasse einfacher, mit gekochten Speisen vollzogener häuslicher Opfer, unterschieden von den aufwendigeren Havir- und Soma-Opfern. Kochopfer
- ukthya
- Erweiterte Form des Agniṣṭoma, bei der zusätzliche Uktha-Rezitationen eingeschoben werden; eine der klassischen Grundformen (saṃsthā) des Soma-Opfers. Ukthya-Opfer
- saṃsthā
- Eine der sieben anerkannten Grundformen, in denen ein Soma-Opfer vollzogen werden kann (u. a. Agniṣṭoma, Ukthya, Atirātra). Grundform
- sattra
- Mehrtägiges bis mehrjähriges Soma-Opfer, das von den daran beteiligten Priestern gemeinsam als eigene Opferherren – ohne äußeren Auftraggeber und Opferlohn – vollzogen wird. Session-Opfer
- tryaha
- Ein aus drei Tagen bestehender Abschnitt innerhalb eines mehrtägigen Opfers. Dreitagesabschnitt
- gṛhapati
- Der Hausherr als Träger und Nutznießer des häuslichen bzw. des von ihm veranstalteten Opfers; weitgehend gleichbedeutend mit yajamāna. Hausherr, Opferherr
- yajamāna
- Derjenige, in dessen Namen und zu dessen Nutzen ein Opfer veranstaltet wird und der die Priester dafür entlohnt; nicht notwendig identisch mit dem ausführenden Priester. Opferherr
- vedi
- Die mit Gras (barhis) bestreute, oft leicht vertiefte oder erhöhte Fläche, auf der das Opfer vollzogen wird und auf der die Opferfeuer errichtet sind. Altarbezirk
- gārhapatya
- Das westliche der drei heiligen Opferfeuer, aus dem die beiden anderen Feuer entzündet werden; Sitz des Hausherrn-Feuers. Haushaltsfeuer
- āhavanīya
- Das östliche der drei heiligen Opferfeuer, in das die eigentlichen Opferspenden gegossen werden. Opferfeuer (östlich)
- camasa
- Hölzerner Becher, aus dem die Priester ihren Anteil (bhakṣa) am Soma-Trank zu sich nehmen. Somabecher
- sruc
- Langstieliger Löffel, mit dem Ghee und andere flüssige Opfergaben in das Feuer gegossen werden. Opferlöffel
- kapāla
- Tonscherbe, auf der bzw. aus mehreren von denen der Opferkuchen (purodāśa) gebacken wird; ihre Anzahl richtet sich nach der jeweiligen Gottheit. Opferscherbe
- pavitra
- Filter (meist aus Wolle), durch den Soma-Saft oder Ghee zu ihrer rituellen Reinigung geseiht werden. Läuterungssieb
- surā
- Vergorenes, berauschendes Getränk, das dem Soma als profane bzw. in bestimmten Riten (etwa der Sautrāmaṇī) verwendete Gegensubstanz gegenübersteht. Branntwein
- udumbara
- Der Gewöhnliche Feigenbaum (Ficus glomerata / racemosa); sein Holz gilt als besonders kraftgeladen und wird u. a. für Opfergeräte, den Königsthron und rituelle Zwecke verwendet. Feigenbaum(holz)
- medha
- Die im Opfer und in der Opfersubstanz wirksame, den Opfernden stärkende Kraft. Opferkraft
- uddhāra
- Ein aus dem Opfer eigens ausgesonderter, besonderer Anteil. Sonderanteil
- prasava
- Formel, mit der ein Priester (insbesondere der Brahman) einen anderen Priester zur nächsten Ritualhandlung antreibt bzw. dazu ermächtigt. Antriebsformel
- Nārāśaṃsa
- Trankanteil bzw. Klasse von Lobpreisungen zu Ehren verdienter Menschen bzw. Ahnen, neben den Āprī- und Vaiśvadeva-Versen eine der drei traditionellen Vers-Klassen der Vorbereitungsriten. Nārāśaṃsa-Trank
- uktha
- Allgemeine Bezeichnung für ein rezitiertes Preislied; namengebend auch für die Ukthya-Opferform, in der zusätzliche Ukthas rezitiert werden. Preislied
- punarabhiṣeka
- Erneute königliche Weihe, mit der die durch die Soma-Weihe (dīkṣā) gleichsam „ausgepresste“ Herrschermacht (kṣatra) des geweihten Kṣatriya nach dem Abschlussbad wiederhergestellt wird. Wiederweihung
- Adhyāya
- Größere Gliederungseinheit des Textes; das Aitareya-Brāhmaṇa umfasst 40 Adhyāyas, verteilt auf acht Pañcikās zu je fünf Adhyāyas. Kapitel
- khaṇḍa
- Kleinste fortlaufend gezählte Gliederungseinheit innerhalb eines Adhyāya. Abschnitt
- pañcikā
- Eine der acht großen Werkabteilungen des Aitareya-Brāhmaṇa (wörtlich „Fünferbuch“), von denen jede fünf Adhyāyas umfasst. Buch
- chandas
- Vedisches Versmaß (z. B. Gāyatrī, Triṣṭubh, Jagatī); zugleich Bezeichnung der metrisch gebundenen vedischen Dichtung überhaupt. Versmaß
- ṛc
- Einzelner metrisch gebundener Vers, insbesondere aus dem Ṛgveda; namengebend für den Hotṛ als Rezitator der Ṛcs. Vers
- sāman
- Zu einer melodischen Weise gesungener, meist aus dem Ṛgveda entnommener Vers; Kerngattung des Sāmaveda und Grundlage des vom Udgātṛ vorgetragenen Stotra. Sāman-Melodie
- yajus
- In Prosa oder freierem Metrum gehaltene, begleitende Opferformel des Yajurveda, wie sie der Adhvaryu bei seinen Handlungen spricht. Opferspruch
- stotra
- Der vom Udgātṛ und seinen Gehilfen gesungene Preisgesang beim Soma-Opfer, aufgebaut aus Sāman-Versen. Preisgesang
- stoma
- Technischer Begriff für das Muster bzw. die Anzahl der in einem Stotra verwendeten Verse (z. B. der neungliedrige trivṛt-Stoma); bestimmt Struktur und Umfang des Gesangs. Chorformel
- śastra
- Das vom Hotṛ und den übrigen Rezitationspriestern (ohne Gesang) vorgetragene Preislied; Gegenstück zum gesungenen Stotra des Udgātṛ. Rezitationslied
- sāmidhenī
- Reihe von (meist siebzehn) Versen, die der Hotṛ beim Entzünden bzw. Schüren des Opferfeuers rezitiert. Anzündungsverse
- puroruc
- Kurzer, der Yājyā-Formel vorangestellter Spruch, mit dem eine Gottheit zum Opfer herbeigerufen wird. Vorspruch
- yājyā-anuvākyā
- Formelpaar aus Anrufungsvers (anuvākyā) und eigentlichem Opferspruch (yājyā), das der Hotṛ bei der Darbringung einer Opfergabe rezitiert. Anrufungs- und Opferspruch
- ardharca
- Die metrische Hälfte eines Verses, als eigenständige liturgische Einheit verwendet. Halbvers
- stotriya
- Vers, der als Textgrundlage für einen zu singenden Stotra-Abschnitt dient. Stotra-Vers
- prastāva
- Der einleitende Abschnitt eines Sāman-Gesangs, vom Prastotṛ-Priester vorgetragen. Eröffnungsteil
- udgītha
- Der zentrale, vom Udgātṛ selbst gesungene Hauptabschnitt eines Sāman-Gesangs. Hauptteil (Sāman)
- pratihāra
- Der auf den Udgītha folgende Abschnitt eines Sāman-Gesangs, vom Pratihartṛ-Priester gesungen. Antwortteil
- nidhana
- Der abschließende Abschnitt eines Sāman-Gesangs. Schlussteil
- āhāva
- Einleitender Ruf-Abschnitt am Beginn eines Sāman-Gesangs, dem Hiṃkāra und Prastāva vorausgehend bzw. mit ihnen verbunden. Anrufungsteil
- hiṃkāra
- Der eröffnende, aus der Silbe „hiṃ“ bestehende Abschnitt eines Sāman-Gesangs. Hiṃ-Laut
- anirukta
- Bezeichnung für absichtlich unbestimmt oder verhüllt gehaltene, rätselhafter Deutung bedürftige Ausdrücke bzw. Verse in der brahmanischen Textauslegung. unausgesprochen
- brahmodya
- Rituelle Wechselrede in Frage-und-Antwort-Form über kosmologisch-theologische Rätsel, wie sie im Zusammenhang bestimmter Opfer (etwa des Aśvamedha) überliefert ist. Rätselgespräch
- pāṅkta
- Ein aus der Paṅkti-Versgruppe gebildetes, fünfteilig gegliedertes Versmaß. fünfteiliges Versmaß
- veda
- Wörtlich „Wissen“; Bezeichnung des als geoffenbart geltenden vedischen Schriftencorpus in seinen drei (bzw. vier) Sammlungen Ṛg-, Sāma- und Yajurveda (später auch Atharvaveda). Wissen; heilige Schrift
- kṣatra
- Die dem Kriegeradel eigene Macht- und Herrschaftsfähigkeit; auch Bezeichnung für den Kriegerstand (Kṣatriya) selbst, im Gegensatz zu brahman (priesterlicher Macht) und viś (Volk). Herrschermacht
- viś
- Der dritte der drei (bzw. vier) altvedischen Stände: die Gemeinfreien, Bauern und Viehzüchter, im Unterschied zu Brahmanen und Kriegeradel. Volk, Gemeinfreie
- brāhmaṇa
- Zum einen der Priesterstand bzw. ein Angehöriger desselben; zum anderen – wie im Titel dieses Werks – die Gattungsbezeichnung für priesterlich-exegetische Prosatexte, die Opferhandlungen erläutern und begründen. Priesterstand; Erklärung
- rājanya
- Angehöriger des Kriegeradels bzw. der herrschenden, kriegerischen Oberschicht; weitgehend gleichbedeutend mit Kṣatriya. Kriegeradel
- ṛta
- Die dem Kosmos, dem Ritual und der sittlichen Ordnung gemeinsam zugrunde liegende Wahrheit bzw. Ordnung, deren Wahrung Aufgabe von Göttern und Menschen ist. kosmische Ordnung
- satya
- Wahrheit bzw. Wahrhaftigkeit, sowohl als sittliche Qualität als auch als grundlegendes kosmisches Prinzip, eng mit ṛta verwandt. Wahrheit
- dharma
- Die rechte Ordnung bzw. Pflicht, der gemäß gehandelt werden soll; im Aitareya-Brāhmaṇa u. a. im Zusammenhang mit rechtmäßiger Herrschaft verwendet. Recht, Ordnung
- tejas
- Feurige Kraft bzw. Glanz, die einer Person, einem Gegenstand oder einer Gottheit innewohnt und Ansehen, Macht und Wirksamkeit verleiht. Glut, Glanz
- śrī
- Glückhafter Glanz, Schönheit und Wohlstand; im königlichen Kontext auch die dem legitimen Herrscher zukommende Herrlichkeit und Glückshoheit. Glanz, Wohlstand
- ātman
- Das Selbst bzw. der (Leibes-)Körper einer Person; im Aitareya-Brāhmaṇa meist im engeren Sinn von „eigene Person, eigener Leib“ gebraucht. Selbst
- mithuna
- Sexuelle Paarung bzw. das Paar als solches; als kosmologisches Prinzip Ausdruck von Fortpflanzung und Vollständigkeit, wie sie durch bestimmte Opferhandlungen erzeugt werden soll. Paar, Vereinigung
- bhrātṛvya
- Wörtlich „Vetter (väterlicherseits)“; im übertragenen Sinn der (potenzielle) Rivale oder Nebenbuhler, dessen Übermacht durch bestimmte Riten und Kenntnisse abgewehrt werden soll. Rivale
- svārājya
- Eine der im Zusammenhang mit der großen Königsweihe (Aindra Mahābhiṣeka) unterschiedenen Herrschaftsformen: die auf eigener Machtfülle beruhende Selbstherrschaft. Selbstherrschaft
- sāmrājya
- Übergeordnete, mehrere Länder bzw. Herrscher umfassende Oberherrschaft; eine der im Rahmen der Königsweihe erlangbaren Herrschaftsformen. Allherrschaft
- vairājya
- Eine der im Kontext der Königsweihe genannten Herrschaftsformen, abgeleitet von virāj („Herrscherglanz“). Strahlherrschaft
- bhaujya
- Eine der im Rahmen der großen Königsweihe unterschiedenen Herrschaftsformen, verbunden mit dem Genussrecht über Land und Leute. Genussherrschaft
- māhārājya
- Die Würde bzw. Herrschaftsform eines Großkönigs (Mahārāja); eine der im Zusammenhang der Königsweihe genannten Herrschaftsstufen. Großkönigtum
- ādhipatya
- Übergeordnete Herrschaft bzw. Vorherrschaft über andere Herrscher. Oberherrschaft
- ekarāj
- Der Alleinherrscher, der ohne Nebenbuhler über sein Reich gebietet. Alleinherrscher
- yoni
- Wörtlich „Mutterschoß“; im übertragenen Sinn Ursprung, Quelle oder angestammter Platz einer Sache oder Gottheit. Ursprung, Mutterschoß
- indriya
- Eine dem Indra eigentümliche bzw. von ihm ausgehende Kraft- und Vermögensqualität, später speziell die Sinnes- und Handlungsvermögen des Menschen. Kraft, Sinneskraft
- vīrya
- Tatkraft, Mannes- und Zeugungskraft; eine für Ansehen und Nachkommenschaft entscheidende Eigenschaft. Manneskraft
- ojas
- Physische bzw. vitale Stärke und Kraftfülle. Stärke
- prāṇa
- Der (Ein-)Atem als Träger des Lebens; im engeren Sinn einer von mehreren unterschiedenen Lebenshauchen (neben apāna, udāna, vyāna, samāna), im weiteren Sinn Sammelbegriff für die Lebenskräfte insgesamt. Atem, Lebenshauch
- apāna
- Der Ausatem bzw. abwärtsgerichtete Lebenshauch, einer der klassischen fünf Prāṇas. Ausatem
- udāna
- Der nach oben strebende Lebenshauch, einer der klassischen fünf Prāṇas. aufwärtsgerichteter Atem
- vyāna
- Der durchdringende, den ganzen Körper durchziehende Lebenshauch, einer der klassischen fünf Prāṇas. Zwischenatem
- samāna
- Der die Verdauung und den Stoffwechsel tragende, „gleichmäßig“ verteilte Lebenshauch, einer der klassischen fünf Prāṇas. gleichmäßiger Atem
- manas
- Der Geist bzw. Denksinn als Organ des Wahrnehmens, Wollens und Erkennens. Geist, Denksinn
- śraddhā
- Das gläubige Vertrauen, mit dem ein Opfer dargebracht bzw. eine Lehre angenommen werden soll; Voraussetzung für die Wirksamkeit ritueller Handlungen. Vertrauen, Glaube
- māyā
- Übernatürliche Schöpfer- bzw. Verwandlungskraft, mit der Götter (insbesondere Asuras und Indra) Gestalten annehmen oder Wirklichkeit hervorbringen. Zauberkraft
- retas
- Der Same bzw. das Samenwesen, sowohl in physiologischem als auch in kosmogonischem Sinn (Ursprung von Nachkommenschaft und Schöpfung). Same
- rasa
- Der Saft, Geschmack bzw. die Essenz einer Sache; im übertragenen Sinn ihr wesentlicher, lebenspendender Kern. Saft, Essenz
- āyus
- Die Lebenskraft bzw. die zugemessene Lebensspanne eines Menschen. Lebenskraft, Lebensalter
- āyatana
- Der Ort, Sitz oder die Grundlage, in der bzw. auf der eine Person, Sache oder Kraft ruht bzw. verankert ist. Sitz, Grundlage
- tapas
- Askese bzw. die durch Entbehrung und Konzentration erzeugte innere Hitze und Kraft, mit der übernatürliche Fähigkeiten und Erkenntnisse erlangt werden. Askese, Glut
- yaśas
- Öffentliches Ansehen und Ruhm, insbesondere als Folge erfolgreicher Opfer oder heldenhafter Taten. Ansehen, Ruhm
- brahmavarcasa
- Der einem Brahmanen bzw. dem Wissenden eigene, aus heiliger Kenntnis und Askese erwachsende geistige Glanz und Ansehen. priesterlicher Glanz
- vrata
- Rituelles Gelübde bzw. verpflichtende Verhaltensregel, insbesondere während der Weihe (dīkṣā); allgemeiner auch die von Göttern eingehaltene Ordnung. Gelübde, Ordnung
- parokṣa
- Das den Göttern nachgesagte Vorlieben für indirekte, verhüllte Rede; ein von der Brāhmaṇa-Literatur häufig zur Erklärung rätselhafter Textstellen herangezogenes Deutungsprinzip. verhüllte Ausdrucksweise
- adhyātma
- Das den eigenen Leib bzw. die eigene Person Betreffende, im Unterschied zur göttlichen (adhidaiva) und rituellen (adhiyajña) Entsprechungsebene. auf das Selbst bezogen
- pañcajanya
- Die fünf (altarischen) Stämme bzw. Völker als Inbegriff der Gesamtheit der Menschen. die fünf Völker
- ṛtu
- Die Jahreszeit; im rituellen Kontext auch die dem jeweiligen Opfer zukommende, rechte Zeit seiner Ausführung. Jahreszeit; rechte Zeit
- pāpman
- Das Übel bzw. Böse als quasi-personifizierte, dem Opfernden nachstellende Gegenmacht, der durch richtiges rituelles Handeln und Wissen entgangen werden kann. Übel
- dvandva
- Paarweises Auftreten bzw. Zusammengehörigkeit zweier Größen; auch grammatischer Terminus für den Kopulativ-Kompositionstyp. Paarbildung
- ūrj
- Nährende Lebens- und Speisekraft. Nahrungskraft
- yogakṣema
- Der Erwerb und die dauerhafte Sicherung von Besitz und Wohlergehen. Erwerb und Erhaltung
- ayātayāmatā
- Die den vedischen Sprüchen zugeschriebene Eigenschaft, durch wiederholten rituellen Gebrauch nicht zu „verbrauchen“ oder an Wirkkraft zu verlieren. Unverbrauchtheit
- āsurya
- Die den Asuras (den Widersachern der Götter) eigene Macht; Gegenbegriff zur göttlichen (daiva) Macht. asurische Macht
- devayoni
- Göttliche Herkunft bzw. Zugehörigkeit zum Geschlecht der Götter. göttlicher Ursprung
- madhu
- Honig bzw. Süße; im übertragenen Sinn Bezeichnung für Wohlgeschmack und Köstlichkeit spendende Substanzen und Zustände. Süße, Honig
- annādya
- Der Genuss von Speise bzw. Nahrungsfülle als Ausdruck von Wohlstand und Gedeihen. Speisegenuss
- kavi
- Der sehende, dichtende Weise; häufig als Epitheton für Götter (insbesondere Agni und Soma) und Ṛṣis gebraucht. Seher, Dichter-Weiser
- muni
- Der schweigende oder ekstatische Weise bzw. Asket, dessen besondere Wissens- und Sehergabe hervorgehoben wird. Weiser, Asket
- Prajāpati
- „Herr der Geschöpfe“; der Schöpfergott, der in den Brāhmaṇa-Texten als Urheber von Welt, Wesen und Opfer sowie als Verkörperung des Opfers selbst gilt. Herr der Geschöpfe
- Agni
- Der Feuergott, personifiziertes Opferfeuer und Mittler zwischen Menschen und Göttern; einer der im Aitareya-Brāhmaṇa am häufigsten genannten Götter. Feuergott
- Indra
- Der Gott des Gewitters, der Kraft und des Sieges, Bezwinger des Vṛtra; im Aitareya-Brāhmaṇa zentrale Gestalt zahlreicher Erzählungen und Deutungen, insbesondere im Zusammenhang mit Königsherrschaft. Gott der Krieger und des Gewitters
- Varuṇa
- Gott der kosmischen und sittlichen Ordnung (ṛta), Hüter von Wahrheit und Eid; in der Hariścandra-Erzählung als Empfänger eines Sohnesgelübdes zentral. Hüter der kosmischen Ordnung
- Savitṛ
- Sonnengott als „Antreiber“, der Bewegung, Aufgang und Antrieb aller Wesen bewirkt; Adressat des berühmten Sāvitrī-Verses. Antreiber-Gott (Sonne)
- Aditi
- Göttin der Unbegrenztheit, Mutter der Āditya-Götter (u. a. Varuṇa, Mitra, Sūrya). Muttergöttin
- Vāc
- Personifizierte heilige Rede bzw. Sprache, in manchen Passagen als eigenständige Göttin behandelt; Grundlage von Ṛc, Sāman und Yajus. Rede, Sprachgöttin
- Aśvin
- Göttliches Zwillingspaar, Frühgestalten des Lichts, Ärzte und Helfer der Götter; Empfänger des heißen Pravargya-Tranks (gharma). Aśvin-Zwillinge
- Uṣas
- Die Göttin der Morgenröte, deren tägliches Erscheinen Licht, Leben und Opfer neu eröffnet. Morgenröte
- Soma (Gott)
- Personifikation des Soma-Trankes als König und Gott, dem u. a. die Sonderstellung des Ersttrunks (agrapā) unter den Göttern zugesprochen wird. König Soma
- Dyaus
- Der personifizierte Himmel, oft im Paar mit Pṛthivī (Erde) als Elternpaar der Welt genannt. Himmel
- Pṛthivī
- Die personifizierte Erde, häufig im Paar mit Dyaus (Himmel) genannt. Erde
- Parjanya
- Gott des Regens und Gewitters, Spender der lebensnotwendigen Niederschläge. Regengott
- Vāyu
- Der Gott des Windes, häufig eng mit Indra verbunden und gemeinsam mit ihm angerufen. Windgott
- Vṛtra
- Dämonischer Widersacher (oft als Schlange, ahi, vorgestellt), der die Wasser zurückhält, bis Indra ihn erschlägt; Urbild des von Indra überwundenen kosmischen Hindernisses. Widersacher Indras
- Rakṣas
- Klasse feindseliger, dem Opfer und den Menschen schädlicher Dämonen, gegen die apotropäische Riten gerichtet sind. Unholde, Dämonen
- Marut
- Gruppe jugendlicher Sturm- und Kriegergötter, Gefolge Indras. Sturmgötter
- Brahmaṇaspati
- Gott der heiligen Formel und Rede (brahman), Beschützer priesterlicher Macht. Herr der heiligen Rede
- Vasu
- Gruppe von (meist acht) Göttern elementarer Naturerscheinungen unter Führung Agnis bzw. Indras. Vasu-Götter
- Viśve Devāḥ
- „Alle Götter“ als eigene Gruppengottheit, der u. a. bestimmte Opferanteile und Opfertage zugeordnet sind (vaiśvadeva). Allgötter
- Manu
- Der mythische erste Mensch und Stammvater bzw. Gesetzgeber der Menschheit; Vater u. a. des Nābhānediṣṭha. Stammvater der Menschen
- Śunaḥśepa
- Sohn des Ajīgarta, der von seinem Vater zum Opfer an Varuṇa verkauft und an den Opferpfahl gebunden wird, sich aber durch an Indra gerichtete Verse rettet und von Viśvāmitra als Devarāta adoptiert wird; zentrale Erzählung des siebten Adhyāya-Blocks des Aitareya-Brāhmaṇa. Śunaḥśepa
- Hariścandra
- Königssohn aus dem Geschlecht der Ikṣvāku, der Varuṇa einen Sohn gelobt, sein Versprechen aber immer wieder hinauszögert und dafür von Varuṇa mit Wassersucht bestraft wird; Vater des Rohita. Hariścandra
- Rohita
- Sohn Hariścandras, der dem Vollzug des väterlichen Gelübdes an Varuṇa auszuweichen sucht, schließlich aber Śunaḥśepa als Ersatzopfer kauft. Rohita
- Ajīgarta
- Vater des Śunaḥśepa, der seinen Sohn gegen Bezahlung zum Menschenopfer für Rohita hergibt und sich sogar bereiterklärt, ihn selbst zu binden bzw. zu töten. Ajīgarta Sauyavasi
- Viśvāmitra
- Berühmter Ṛṣi, der als Hotṛ-Priester bei Hariścandras Rājasūya amtiert, den geretteten Śunaḥśepa als seinen Sohn Devarāta adoptiert und ihm damit seherliches Erbe verleiht. Viśvāmitra
- Devarāta
- Neuer Name, den Śunaḥśepa nach seiner Rettung und Adoption durch Viśvāmitra erhält („von den Göttern gegeben“); Stammvater der Kāpileya-Bābhravas. Devarāta
- Vasiṣṭha
- Berühmter Ṛṣi und Priester, u. a. als Brahman-Priester bei Hariścandras Rājasūya und als Weihepriester des Sudās Paijavana genannt. Vasiṣṭha
- Nābhānediṣṭha
- Sohn des Manu, der von seinen Brüdern bei der Erbteilung übergangen wird und dessen Geschichte im Zusammenhang mit bestimmten zusammengehörigen (sahacara) Versen erzählt wird. Nābhānediṣṭha
- Sudās
- Vedischer König, Schüler des Vasiṣṭha und durch dessen große Weihe (Aindra Mahābhiṣeka) zum Großkönig geweiht; aus dem Daśarājña-Hymnus des Ṛgveda bekannt. Sudās Paijavana
- Bharata
- Vedischer König, Sohn des Duḥṣanta, der durch die große Weihe des Ṛṣi Dīrghatamas zum siegreichen Großkönig geweiht wird. Bharata Dauḥṣanti
- Janamejaya
- Vedischer König, der durch die große Weihe des Tura Kāvaṣeya geweiht wird und daraufhin die Erde ringsum unterwirft. Janamejaya Pārikṣita
- Dasyu
- Bezeichnung feindlicher, außerhalb der arischen Opferordnung stehender Stämme bzw. dämonischer Wesen. Feindstämme
- mahān
- Das Große bzw. die Größe als kosmologisch bedeutsame Eigenschaft, insbesondere im Zusammenhang mit Prajāpati oder dem Kosmos. Größe