Quellen der Menschheit

Glossar

Gopatha-Brāhmaṇa · 184 Begriffe

ācamana
Rituelles Berühren von Mund und Sinnesorganen mit Wasser vor oder während einer Opferhandlung, mit dem sich der Opfernde reinigt und sammelt. Mundspülungsritus
adhvara
Verhüllend-euphemistischer Name für das (Soma-)Opfer, wörtlich "das Unversehrte"; im Gopatha-Brāhmaṇa gebräuchliche Bezeichnung für den gesamten Opferablauf. Opferdienst
adhyātma
Auf das Selbst bezogen, den inneren, geistigen Bereich betreffend, im Unterschied zum äußeren, kosmischen Bereich. das Selbst betreffend
āghāra
Die einleitenden Ghee-Ausgießungen (Āghāra-Spenden) zu Beginn eines Havis-Opfers, mit denen die Opferstätte für Agni bereitet wird. Ausgießung
agnamedhya
Das (beständig unterhaltene) Opferfeuer, das im Gopatha-Brāhmaṇa als der eigentliche Ort der Vaṣaṭ-Anrufung bezeichnet wird. Opferfeuer
ahīna
Bezeichnung für ein Soma-Opfer, das sich über zwei bis zwölf Tage erstreckt und damit zwischen dem eintägigen Ekāha und den langen Sattra-Sitzungen steht; das Gopatha-Brāhmaṇa widmet den Sonderregeln der Ahīna-Opfer (u. a. den Paridhānīya-Versen) eigene Abschnitte. mehrtägiges Opfer
ājyabhāga
Die beiden einleitenden Ghee-Spenden an Agni und Soma zu Beginn eines Havis-Opfers. Ghee-Anteile
ākāśa
Der (Welt-)Raum bzw. Äther, eines der kosmischen Grundelemente. Raum
aṃśu
Der Stängel der Soma-Pflanze; steht im Gopatha-Brāhmaṇa auch stellvertretend für den Soma-Trank selbst. Soma-Stengel
ānāgūrti
Das ununterbrochene, störungsfreie Fortschreiten eines mehrtägigen Opfers, etwa beim Übergang über den Viṣuvat-Tag hinweg. Ungestörtheit
anuvākyā
Der vom Hotṛ-Priester rezitierte Einladungsvers, der vor der eigentlichen Opferspende gesprochen wird und mit dem Stotriya-Vers ein liturgisches Paar bildet. Anuvākyā-Vers
anuyāja
Die abschließenden Opferspenden am Ende einer Havis-Darbringung, das Gegenstück zu den einleitenden Vorspenden (Prayāja). Nachopfer
apāna
Der abwärts gerichtete Atem, einer der fünf vedischen Lebensatem-Funktionen. Ausatem
araṇī
Die beiden Hölzer, durch deren Reiben aneinander das Opferfeuer neu entzündet wird. Reibhölzer
arvāṇaḥ
Die früheren Seher bzw. Vorfahren in der priesterlichen Überlieferungskette. die Alten
asura
Die mythischen Gegenspieler der Götter (Devas); zahlreiche Erzählungen des Gopatha-Brāhmaṇa, etwa zum Tanūnaptra-Bund, schildern den Kampf zwischen Devas und Asuras. Asura
ātithya
Der Soma als "Gastgabe" für Indra; Bezeichnung für eine besondere Form des Trankopfers, mit der ein Gott wie ein Gast empfangen wird. Gastopfer
ātman
Das (innerste, wahre) Selbst; im Gopatha-Brāhmaṇa sowohl auf das kosmische Urwesen als auch auf das individuelle Selbst des Menschen bezogen. Selbst
avabhṛtha
Das abschließende rituelle Reinigungsbad, mit dem der Opfernde am Ende eines Opfers dessen Rückstände und den geweihten Zustand von sich abwäscht. Abschlussbad
āvāhana
Die förmliche Anrufung und Einladung einer Gottheit, zum Opferplatz herabzukommen. Herbeirufung
avyaya
Das Unvergängliche, Unwandelbare, als Attribut kosmischer Prinzipien gebraucht. der Unveränderliche
āyaścitti
Ein Ritus zur Behebung eines im Opferverlauf unterlaufenen Fehlers, der dem Opfer einen "heilvollen Ausgang" sichert. Sühnehandlung
āyavya
Eine feste Gruppe von Anfangsversen, die der Hotṛ vor dem Marut-Sūkta zu rezitieren hat. Āyavya-Anfangsverse
bahvṛc
Ein Angehöriger der Ṛgveda-Rezitationstradition; im Gopatha-Brāhmaṇa als "der Kundige" der Ṛc-Verse eingeführt. Ṛgveda-Kundiger
barhis
Das ausgelegte Bündel heiliger Gräser, auf dem die Götter zum Opfer niedergesetzt gedacht werden und auf dem Opfergaben abgelegt werden. Opferstreu
bhāga
Die oberste Gliederungsebene des Gopatha-Brāhmaṇa: Pūrva-Bhāga ("Erster Teil") und Uttara-Bhāga ("Zweiter Teil"). Teil
bhargas
Strahlendes Licht bzw. Glanz, insbesondere in kosmologischem Kontext. Licht, Glanz
brahmacārin
Ein Schüler in der Zeit des Vedastudiums (Brahmacarya), der in Enthaltsamkeit bei seinem Lehrer lebt. Vedaschüler
brahmacarya
Die durch Enthaltsamkeit gekennzeichnete Zeit des Vedastudiums bei einem Lehrer; im weiteren Sinn auch das enthaltsame Leben überhaupt. Schülerzeit, Keuschheit
brahman
Das im Eröffnungsmythos des Gopatha-Brāhmaṇa "im Anfang" allein existierende, selbstentstandene Urwesen, aus dessen Askese-Schweiß die Veden und die Schöpfung hervorgehen; nicht zu verwechseln mit dem gleichlautenden Wort für "heilige Rede" bzw. das Brahman-Priesteramt. Brahman (Urwesen)
brāhmaṇa
Die Gattungsbezeichnung für die exegetische, meist in Prosa gehaltene Erläuterungsliteratur zu den vedischen Opferhandlungen, der auch das Gopatha-Brāhmaṇa als Brāhmaṇa des Atharvaveda angehört; zugleich wiederkehrende Schlussformel einzelner Kaṇḍikās ("so das Brāhmaṇa"). Brāhmaṇa
brahmavarcas
Die durch Vedastudium und Askese erworbene brahmanische Ausstrahlungskraft. geistlicher Glanz
bṛhaspati
Der Aṅgirase und Brahman-Priester der Götter; im Gopatha-Brāhmaṇa Vorbild und Modellfigur des irdischen Brahman-Priesteramts, dessen Formeln in der Rezitation wiederholt genannt werden. Bṛhaspati
bṛhattama
Superlativische Bezeichnung für den kulminierenden, höchsten Teil eines Sāman-Gesangs. der Höchste
cāturmāsya
Die halbjährlich bzw. jahreszeitlich wiederkehrenden Opfer, die jeweils zu Beginn einer neuen Jahreszeit dargebracht werden. Vierjahreszeitenopfer
caturnidhana
Bezeichnung eines Sāman-Gesangs mit vier abschließenden Teilen (Nidhana), entsprechend den vier Himmelsrichtungen gedeutet. vierschlägig
chandas
Das metrische Versmaß eines vedischen Verses; im weiteren Sinn auch Bezeichnung für die vedische Dichtung insgesamt. Versmaß
dakṣiṇā
Die den amtierenden Priestern nach vollzogenem Opfer zustehenden Gaben (Vieh, Gold u. a.), ohne die ein Opfer als unvollständig gilt. Priestergabe
daśāha
Ein zehntägiges Ahīna-Soma-Opfer. Zehntagesopfer
devayāna
Der "Weg der Götter", auf dem der Wissende bzw. Opferkundige nach dem Tod in die Götterwelt gelangt, im Gegensatz zum Pfad der Väter (Pitṛyāna). Götterpfad
devayoni
Göttliche Abstammung bzw. Herkunft. göttlicher Ursprung
dharma
Feststehende (rituelle) Ordnung bzw. Pflicht, der überlieferte rechte Brauch. Ordnung, Brauch
dhātṛ
"Der Ordner": eine der Ādityas-Gottheiten, die den rechten Bestand der Dinge einsetzt. Dhātṛ
dhī
Der (dichterische) Gedanke bzw. die Erkenntniskraft, mit der ein Seher die Wahrheit erfasst. Einsicht
dhiṣṇya
Die kleinen Feuerherde bzw. Sitzplätze der einzelnen Priester am Opferplatz, an denen sie ihre Anteile verrichten. Priestersitz
dīkṣā
Die Vorweihe, mit der sich der Opfernde vor einem Soma-Opfer in den geheiligten Zustand des Dīkṣita versetzt, der ihn für die Dauer des Rituals von der Alltagswelt trennt. Weihe
dvādaśāha
Ein zwölftägiges Ahīna-Soma-Opfer, eine der kanonischen Längen der Mehrtagesopfer. Zwölftagesopfer
ekāha
Das eintägige Soma-Opfer, der Grundtyp, aus dem sich die längeren Ahīna- und Sattra-Formen ableiten. Eintagesopfer
etaśa
Mythischer Sänger bzw. Wesen, dessen "Wehklage" (Etaśa-pralāpa) im Zusammenhang mit einer bestimmten Versgruppe der dritten Pressung genannt wird. Etaśa
garbha
Der Keim bzw. die Leibesfrucht, im Zusammenhang mit den Schwangerschaftsriten (Garbhavedana, Puṃsavana) verwendet. Keim, Leibesfrucht
garbhavedana
Der rituelle Moment, an dem eine Schwangerschaft festgestellt und rituell anerkannt wird, im Zusammenhang mit den Schwangerschaftsriten behandelt. Feststellung der Schwangerschaft
gaya
In einer Weiheformel der dritten Soma-Pressung angerufene Größe, die zusammen mit "Svara" personifiziert Haus und Wohlstand des Opfernden vertritt. Haus, Wohlstand
gotra
Die Abstammungslinie bzw. Sippenzugehörigkeit, wichtig für die Zuordnung von Priestern und Opferern zu ihren vedischen Lehrlinien. Sippe
graha
Das Schöpfgefäß für die einzelnen Soma-Anteile, die im Verlauf des Opfers den Göttern und Priestern zugeteilt werden. Soma-Becher
gṛhapati
Der Herr des Hauses, in dessen Eigenschaft er häusliche (Smārta-)Opfer selbst vollziehen kann. Hausherr
haviryajña
Klasse der Opfer mit Spendegaben wie Ghee und Getreide, ohne Soma, im Unterschied zu den Soma-Opfern. Trankopfer
idhma
Das für das Opferfeuer bestimmte Holz. Brennholz
indra
Der kriegerische Herr des Götterhimmels und Gott des Blitzes; im Gopatha-Brāhmaṇa u. a. Gesprächspartner Prajāpatis und Empfänger zahlreicher Opferhandlungen. Indra
indra-ālambha
Wendung für das erfolgreiche Zustandekommen eines (gedanklich dargebrachten) Opfers unter der Wirkung Indras. Opfergelingen durch Indra
indriya
Ein Sinnesorgan bzw. Erkenntnis- und Wirkvermögen des Menschen. Sinnesvermögen
indu
Beiname des Soma-Saftes ("der Tropfen"), zugleich Bezeichnung des Mondes, mit dem der Soma in Beziehung gesetzt wird. Soma-Tropfen
itihāsaveda
Einer der im Schöpfungsmythos des Gopatha-Brāhmaṇa aus dem Urwesen hervorgehenden Sonder-Veden, der die Gattung der überlieferten Erzählungen (Itihāsa) umfasst. Geschichtenveda
jyotis
Himmlisches Licht bzw. Himmelskörper als Lichtträger; zentraler kosmologischer Begriff. Licht
kāma
Verlangen bzw. Wunsch, häufig als Beweggrund eines Opfers genannt ("wer X wünscht, opfere..."). Wunsch
kāmacāra
Das nach eigenem Wunsch freie Verfügen bzw. Sich-Bewegen, das dem opferkundigen Wissenden in allen Welten zugesprochen wird. freies Walten
kaṇḍikā
Die kleinste durchgezählte Textgliederungseinheit innerhalb eines Prapāṭhaka, vergleichbar einem Paragraphen oder Vers-Abschnitt. Abschnitt
khila
Ein nicht zum Kernbestand einer Saṃhitā gehöriger, ergänzend überlieferter Textteil. Zusatztext
khila-śruti
Eine im Sāmaveda überlieferte ergänzende Textschicht außerhalb des eigentlichen Saṃhitā-Bestands. Zusatzüberlieferung
kratu
Die geistige Einsicht bzw. tatkräftige Entschlusskraft, die ein Opfer zustande bringt; auch das Opferwerk selbst. Willenskraft, Opferwerk
kṣatriya
Angehöriger des Krieger- und Herrscherstandes; im Gopatha-Brāhmaṇa u. a. als der eigentliche "Herr des Viehs" bezeichnet. Adliger
kusīda
Zinsnahme bzw. Wucher, bildlich für einen dem Opfer oder dem Opferer "abgezogenen" Vorteil verwendet. Wucher
mahābhūta
Eines der großen, materiellen Grundelemente, aus denen die Welt aufgebaut ist. Grundelement
mahas
Größe bzw. Macht, u. a. in Formeln zur Steigerung der eigenen Kraft angerufen. Größe, Macht
mahāsuparṇa
Kosmologische Chiffre für das Opferjahr: seine Flügel, sein Schwanz und seine Körperteile werden mit den Tagesabschnitten um den Viṣuvat-Tag identifiziert. der große Vogel
mahāvāc
Die kombinierte Rezitationsformel aus Hotṛ-Vers und Atharvāṅgiras-Spruch, mit der das Brahman-Priesteramt begründet wird. großer Wortlaut
mala
Der beim wiederholten "Erhitzen" (Askese) des Urwesens entstehende Extrakt; im Gopatha-Brāhmaṇas Schöpfungsmythos die Substanz, aus der die einzelnen Veden hervorgehen. Essenz, Rückstand
manas
Das (denkende) Bewusstsein, eines der inneren Wahrnehmungs- und Denkorgane in der vedischen Anthropologie. Geist
mantra
Allgemeine Bezeichnung für einen heiligen Rezitationstext oder eine Opferformel. Spruch
maruts
Die Sturmgötter, Gefolge und Begleiter Indras; ihnen ist u. a. ein eigenes Sūkta gewidmet. Maruts
mṛtyu
Der personifizierte Tod; im eröffnenden Schöpfungsmythos des Gopatha-Brāhmaṇa aus dem Schweiß des Urwesens entstanden und mit Varuṇa verbunden. Tod
muhūrta
Eine feste astronomische Zeiteinheit (ein Teil des Tages). Augenblick
nakṣatra
Eines der 27 bzw. 28 Sternbilder entlang der Mondbahn, wichtig für die vedische Zeitrechnung. Mondhaus
nirukta
Die etymologisierende Erklärung eines Wortes bzw. Namens, eine der im Gopatha-Brāhmaṇa häufig angewandten Deutungstechniken; auch Name des betreffenden Vedāṅga. Worterklärung
ojas
Vitale Kraft bzw. Glanzkraft eines Wesens. Vitalkraft
pākayajña
Gruppe kleinerer Opfer mit gekochten Speisen (im Unterschied zu den großen Soma- und Tieropfern), etwa Neumond- und Erntedankopfer. Speiseopfer
paridhāna
Allgemein das rituelle "Umlegen", etwa von Kleidung oder Holzscheiten, um einen zentralen Gegenstand herum. Umlegung
paridhānīya
Eine feste Versgruppe innerhalb der von den Hotraka-Priestern vorgetragenen Rezitation, für Ahīna- wie Ekāha-Opfer je eigens festgelegt. Umhüllungsvers
paridhi
Die drei Holzscheite, die rings um die Feuerstätte gelegt werden. Umlegehölzer
paryāsa
Ein Vers mit gleichem Wortanfang, der anstelle eines anderen, sonst zu erwartenden Verses rezitiert wird. Ersatzvers
paryāya
Ein wiederkehrender Zyklus bzw. eine feste Reihenfolge. Umlauf
pāśa
Die Schlinge bzw. das Band, insbesondere Varuṇas Fessel als Symbol für Schuld und Bindung. Fessel
paśubandha
Das rituelle Binden und Opfern eines Opfertieres. Tieropfer
pavitra
Das (meist wollene) Sieb, mit dem der gepresste Soma-Saft gefiltert und geläutert wird. Läuterer
pitaraḥ
Die verstorbenen Vorfahren, denen im Ritual eigene Trankopfer (u. a. still, Upāṃśu) dargebracht werden. Ahnenväter
pragātha
Ein aus zwei metrisch verschiedenen Versen (meist Bṛhatī und Satobṛhatī) gebildetes Verspaar der vedischen Liturgie; im Gopatha-Brāhmaṇa u. a. mit dem "Vieh" gleichgesetzt. Pragātha
prakaraṇa
Der thematische Zusammenhang bzw. Abschnitt, in dem eine Aussage steht und aus dem sich ihre genaue Bedeutung erschließt. Sachzusammenhang
prakṛti
Der Urstoff bzw. die ursprüngliche Beschaffenheit einer Sache. Grundnatur
prāṇa
Der zentrale Lebensatem; im engeren Sinn auch Sammelbezeichnung für die Gruppe der fünf Atemkräfte (Prāṇa, Apāna, Vyāna, Samāna, Udāna). Atem, Lebenshauch
prāṇāpati
"Herr des Atems": im kosmogonischen Kontext des Gopatha-Brāhmaṇa gebrauchter Beiname für die den Lebensatem beherrschende Größe. Prāṇāpati
praṇītṛ
Epitheton des Maitrāvaruṇa-Priesters als Anführer der Hotraka-Priestergruppe (Maitrāvaruṇa, Brahmaṇācchaṃsin, Acchāvāka u. a.). Anführer
prapāṭhaka
Die größte Gliederungseinheit des Gopatha-Brāhmaṇa; Pūrva- und Uttara-Bhāga umfassen zusammen neun Prapāṭhakas, die jeweils am Ende ausdrücklich als abgeschlossen benannt werden. Hauptkapitel
prasāraṇa
Die Streckung bzw. Ausdehnung eines Lautes oder Vorgangs. Dehnung
prastara
Ein Büschel Grashalme aus der Opferstreu (Barhis), das bei bestimmten Riten als eigenständiges Opfersymbol dient. Streuhalm
prātaḥsavana
Die erste der drei täglichen Soma-Pressungen eines Soma-Opfers. Morgenpressung
pravara
Die Reihe der als Vorfahren beanspruchten vedischen Seher (Ṛṣis), deren Aufzählung die priesterliche Abstammungslinie begründet. Ahnenreihe
prayāja
Die einleitenden Opfergaben vor der eigentlichen Hauptspende, Gegenstück zu den abschließenden Nachopfern (Anuyāja). Vorspende
prāyaścitta
Allgemeine Bezeichnung für die Wiedergutmachungshandlungen, mit denen ein während des Opfers unterlaufener Fehler behoben wird. Sühnerite
puṃsavana
Ein Schwangerschaftsritus, der die Geburt eines männlichen Nachkommens fördern soll. Rite zum Erzeugen eines Sohnes
puṇya
Das durch rechtes Handeln, insbesondere Opferhandeln, erworbene Verdienst. Verdienst
puri
Bildliche Bezeichnung des Körpers als "Burg", die das Selbst umschließt. Burg
purodāśa
Ein aus Reis- oder Gerstenmehl gebackener Kuchen, der als Opfergabe u. a. bei den jahreszeitlichen Opfern dargebracht wird. Opferkuchen
purohita
Der persönliche Priester eines Fürsten oder einer Familie, der deren Opfer- und Kultgeschäfte dauerhaft betreut. Hauspriester
pūrti
Das durch fromme, karitative Werke (im Unterschied zum Opfer, Iṣṭa) erworbene Verdienst. fromme Wohltat
puruṣa
Im kosmogonischen Kontext das Urwesen, aus dem die Schöpfung hervorgeht (vgl. Puruṣa-Sūkta); allgemein auch schlicht "Mensch, Person". Urwesen, Mensch
rasa
Der ausgepresste Saft, insbesondere des Soma; im übertragenen Sinn die "Essenz" eines Dinges oder Vorgangs. Saft, Essenz
raya
Materieller Reichtum, häufiges Opferziel. Reichtum
rūpasamṛddhi
Das "Gedeihen der Form": die Vorstellung, dass eine korrekt vollzogene Opferhandlung in ihrer äußeren Form auch ihr inneres Gelingen sichert. Formgedeihen
sadas
Die Halle am Opferplatz, in der insbesondere die Sāmaveda-Priester während des Soma-Opfers sitzen und singen. Versammlungshaus
śakman
Seltener vedischer Ausdruck für Vermögen bzw. Fähigkeit. Können
sākṣāt
Direkt, von Angesicht zu Angesicht; erste Stufe einer im Gopatha-Brāhmaṇa entfalteten Reihe zunehmender Verbundenheit mit einer rituellen Größe. unmittelbar
sākṣya
Das unmittelbare, gemeinsame Miterleben bzw. Bezeugen; zweite Stufe der genannten Verbundenheitsreihe. Teilhabe
śakti
Die Kraft bzw. Fähigkeit, etwas zu bewirken. Kraft, Vermögen
śālā
Das für ein mehrtägiges (Ahīna-)Opfer eigens errichtete Gebäude. Opferhalle
śalākā
Kleine Zählstäbchen, mit denen u. a. Verse, Rezitationen oder Anteile eines Rituals abgezählt werden. Opferhölzchen
śāli
Reis als Opfergabe, u. a. bei häuslichen Speiseopfern verwendet. Reis
salokatā
Das Teilen derselben (himmlischen) Welt mit einer Gottheit; vierte und letzte Stufe der genannten Verbundenheitsreihe. gemeinsame Welt
samāna
Der die Verdauung und den inneren Ausgleich bewirkende Atem, einer der fünf Lebensatem-Funktionen. Gleichatem
saṃdhi
Übergang bzw. Verbindungsstelle, etwa zwischen zwei Lauten oder zwei Tageszeiten (Dämmerung). Verbindung, Übergang
saṃpad
Das (magisch-identifizierende) Zusammenfallen zweier an sich verschiedener Größen; eines der zentralen Denkverfahren der Brāhmaṇa-Literatur, mit dem etwa ein Ritualelement mit einer kosmischen Entsprechung gleichgesetzt wird. Übereinstimmung
saṃpāta
"Vers-Zusammenstoß": ein gemeinsam rezitiertes Verspaar, das den Übergang zwischen zwei Sūktas markiert; das Gopatha-Brāhmaṇa führt ihre Einrichtung auf den Ṛṣi Viśvāmitra zurück. Saṃpāta-Vers
samrāj
"Allherrscher": Titel eines höchsten (himmlischen) Herrschers, auch als Beiname von Göttern verwendet. Samrāj
sāmrājya
Die höchste, umfassende Souveränität, die mit dem Sāman-Gesang erlangt wird. Allherrschaft
samṛta
Ein verdichtet vollzogenes Opfer, bei dem mehrere Elemente zusammengezogen werden; der "zusammengekommene" Opfertyp (Samṛtayajña) meint speziell das Paar von Neu- und Vollmondopfer als Einheit. zusammengelegtes Opfer
samṛtayajña
Das als Einheit betrachtete Paar von Neumond- (Darśa) und Vollmondopfer (Pūrṇamāsa). zusammengekommenes Opfer
saṃskṛta
Rituell zubereitet bzw. veredelt; Grundwort für alles durch Ritus "Vollkommen-Gemachte". geweiht, vervollkommnet
saṃsrava
Die zusammengeflossenen Reste mehrerer Soma-Pressungen bzw. -Spenden. Vermischung
saṃvatsara
Das volle Jahr als Zeiteinheit, insbesondere als Rahmen der langen, jahresbezogenen Opferzyklen. Jahr
savana
Die Pressung des Soma; auch Bezeichnung für die drei täglichen Presszeiten (Morgen-, Mittags- und Abendpressung) eines Soma-Opfers. Pressung
sāyujya
Die mystische Vereinigung mit einer Gottheit oder rituellen Größe; dritte Stufe der genannten Verbundenheitsreihe. Einung
śikṣā
Die Phonetik bzw. Aussprachelehre, eines der sechs Vedāṅgas. Lautlehre
śiva
Unter dem Beinamen Īśāna genannter Gott, der im Gopatha-Brāhmaṇa der dritten (kapilafarbenen) Mātrā der Silbe Om als Gottheit zugeordnet wird. Śiva
śloka
Ein Preis- bzw. Ruhmesvers; später Bezeichnung eines der geläufigsten Sanskrit-Versmaße. Preisvers
śraddhā
Vertrauen bzw. Glaube, die innere Haltung, mit der ein Opfer wirksam dargebracht wird. Glaube
śrī
Schönheit, Wohlstand und Ausstrahlung; auch als eigenständige Göttin personifiziert. Glanz, Glück
sruva
Ein kleiner Löffel zum Ausgießen von Ghee-Spenden ins Feuer. Opferlöffel
stotriya
Der zum Singen (als Sāman) bestimmte Vers innerhalb eines liturgischen Verspaares, dem die Anuvākyā als Rezitationsvers gegenübersteht. Stotriya-Vers
su-veda
Etymologisierender Deckname ("Suveda") für den im Schöpfungsmythos des Gopatha-Brāhmaṇa aus dem Schweiß des Urwesens entstandenen Salzsee. "Wohlerkennendes"
sūkta
Ein zusammenhängender vedischer Hymnus (wörtlich "Wohlgesagtes"); im Gopatha-Brāhmaṇa u. a. mit dem "Haus" gleichgesetzt und als Abbild der Saṃpātas gedeutet. Hymnus
sutyā
Ein Tag, an dem der Soma gepresst wird; die Presstage bilden das rituelle Kernstück eines Soma-Opfers. Presstag
svara
In einer Weiheformel der dritten Soma-Pressung als Begleitname zu "Gaya" angerufene Größe, die Klang bzw. das rechte Versmaß personifiziert. Klingender
svedāyana
Formelhafte Anrede an den geweihten Opferer in einer Ring- bzw. Goldübergabeformel im Zusammenhang mit der Weihe (Dīkṣā). Schweiß-Erwerber
tantra
Das durchgehende "Grundgewebe" bzw. der tragende Rahmen eines Rituals, nach dem Bild der Kette beim Weben. Grundgerüst
tanūnaptra
Ein Bündnisritus zu Beginn des Soma-Opfers, durch den sich zwei Opferparteien bzw. Priestergruppen rituell miteinander verbinden; nach dem Gopatha-Brāhmaṇa geht er auf ein Bündnis der Götter im Kampf gegen die Asuras zurück. Leibbund
tejas
Feurige Energie bzw. Ausstrahlungskraft, sowohl physisch (Glut, Hitze) als auch übertragen (geistiger Glanz) verstanden. Glut, Glanz
tīpāka
Ein aus der Milch einer Kuh mit gleichaltrigem Kalb bereiteter Milchbrei, der im Zusammenhang mit Schwangerschaftsriten dargebracht wird. Milchbrei
udāna
Der aufwärts gerichtete Atem, einer der fünf Lebensatem-Funktionen. Aufatem
uktha
Eine nicht gesungene, sondern rezitierte Preisrede im Soma-Ritual, vorgetragen u. a. von Hotṛ, Maitrāvaruṇa, Brahmaṇācchaṃsin und Acchāvāka; im Gopatha-Brāhmaṇa auch Bezeichnung einer eigenen Verszählung ("einundzwanzig Ukthas"). Preislied
upāṃśu
Bezeichnung für einen still, unhörbar dargebrachten Soma-Trank (Upāṃśu-Graha) bzw. eine leise gesprochene Opferformel. leise (dargebracht)
upaniṣad
Eine esoterische, geheim zu haltende Verknüpfungslehre bzw. -Zusammenhang; im Gopatha-Brāhmaṇa etwa auf die Sāvitrī bezogen. Geheimlehre
upaśrotṛ
Der "Mithörende"; in einer Dreiergruppe mit Agni ("Zuschauer") und Āditya ("Vernehmer") wird Vāyu als Upaśrotṛ von Opfer und frommem Werk bezeichnet. Zuhörer
upavīta
Die über die linke Schulter getragene Opferschnur bzw. die entsprechend gebundene Kleidung während bestimmter Riten. heilige Schnur
ūrdhva-nirvāha
Das "Hinausführen nach oben": die technische Bezeichnung für den Abschluss und Übergang eines langen Soma-Opfers über den Prāyaṇīya-Atirātra hinaus. Hinaufführung
vāc
Die als Göttin personifizierte (heilige) Rede. Vāc
vahni
Das "tragende" Zugtier bzw. übertragen ein Träger von Opfergaben; auch gängiger Beiname Agnis als Überbringer der Opferspenden zu den Göttern. Zugtier, Träger
vāja
Wettkampf- bzw. Siegeskraft, häufig im Zusammenhang mit dem Erringen von Reichtum. Kraft, Beute
vājin
Beiname für ein kraftvolles, siegreiches Wesen, etwa das Ross oder den Soma. der Kraftvolle
vākovākya
Eine dialogische Wechselrede; im Gopatha-Brāhmaṇa neben Itihāsa, Purāṇa und den Gāthās als eigene überlieferte Textgattung genannt. Streitgespräch
vāyu
Der Windgott; im Gopatha-Brāhmaṇa u. a. als "Zuhörer" (Upaśrotṛ) von Opfer und frommem Werk bezeichnet. Vāyu
vedāṅga
Eine der sechs traditionellen "Glieder des Veda" (u. a. Phonetik, Metrik, Etymologie), die dem richtigen Verständnis und Vortrag der vedischen Texte dienen. Hilfswissenschaft des Veda
vidhātṛ
"Der Verordner": Zuteiler-Gottheit, meist zusammen mit Dhātṛ genannt. Vidhātṛ
vihṛta
Bezeichnung für eine fehlerhaft bzw. nicht zu Ende gebrachte Opferhandlung, die dadurch nicht zustande kommt. unvollständig ausgeführt
vipra
Ein von dichterischer Eingebung erfüllter Seher bzw. Priester-Dichter. inspirierter Seher
vīrya
Heldenkraft bzw. Tatkraft, besonders im Zusammenhang mit dem Ukthya und ähnlichen Erweiterungen des Soma-Opfers verwendet. Manneskraft
viśaḥ
Die Gesamtheit des (Bauern-)Volkes bzw. der Gemeinfreien als soziale Gruppe, im Unterschied zu Kṣatriya und Brahmanen. Volksstamm
viśvedevāḥ
Kollektivgottheit "Alle Götter", der im Gopatha-Brāhmaṇa u. a. bei den jahreszeitlichen Opfern eigene Anteile zukommen. Allgötter
vrata
Eine während der Weihezeit oder eines Rituals einzuhaltende Verhaltensregel bzw. Beobachtung. Gelübde
vyāhṛti
Die mystischen Ausrufe bhūr, bhuvaḥ, svaḥ (u. a.), mit denen zentrale rituelle Handlungen begleitet werden. mystische Formel
vyāna
Der durchdringende, den ganzen Körper verteilende Atem, einer der fünf Lebensatem-Funktionen. Zwischenatem
yajamāna
Der Auftraggeber und Nutznießer eines Opfers, in dessen Namen und zu dessen Nutzen die Priester das Ritual vollziehen. Opferherr
yajña
Allgemeiner Ausdruck für das vedische Opfer als solches, dem im Gopatha-Brāhmaṇa in zahlreichen Zusammensetzungen (Pāka-, Havir-, Paśu-, Soma-yajña usw.) begegnet wird. Opfer
yajus
Ein in Prosa gehaltener Opferspruch, kennzeichnend für die Formeln des Yajurveda. Opferformel
yaśas
Ansehen und Ruhm, das durch rechtes Opfern erlangt wird. Ruhm
yātayāma
Zustand des Soma, der über Nacht gestanden hat und dadurch seine rituelle Kraft und Verwendbarkeit verloren hat. über Nacht gestanden
yogakṣema
Das Erlangen und Bewahren von Besitz bzw. Wohlergehen. Erwerb und Erhalt