Glossar
Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · 17 Begriffe
- adhvaryu
- Der für die manuelle Durchführung des Opfers zuständige Priester des Yajurveda; er misst, bereitet und legt die Opfergaben dar und spricht dazu die Yajus-Formeln. ausführender Opferpriester
- āgnīdhra
- Gehilfe des Hotṛ, zuständig für die Betreuung des Āgnīdhrīya-Feuers und bestimmte Nebenverrichtungen des Opfers. Feueranfacher-Priester
- āhavanīya
- Das nach Osten hin errichtete der drei vedischen Opferfeuer, in das die Opfergaben für die Götter dargebracht werden. östliches Opferfeuer
- brahman (Priester)
- Der schweigend die Gesamtheit des Opfers überwachende vierte Hauptpriester, zuständig für die Fehlerfreiheit des Ritualvollzugs; nicht zu verwechseln mit dem neutrischen Brahman als kosmischem Prinzip. überwachender Priester
- dīkṣā
- Die vorbereitende Weihe des Opferherrn vor einem Soma-Opfer, durch die er rituell aus der gewöhnlichen menschlichen Sphäre heraustritt und für die Dauer des Gelübdes (vrata) besonderen Regeln unterworfen ist. Weihe, Initiation
- gārhapatya
- Das runde, nach Westen hin gelegene der drei vedischen Opferfeuer, von dem aus die beiden anderen Feuer entzündet werden. Hausherrenfeuer
- gṛhapati
- Der Opferherr in seiner Eigenschaft als Herr des eigenen Hauses und Haushalts; im Śatapatha-Brāhmaṇa zugleich mit dem irdischen Bereich schlechthin gleichgesetzt. Hausherr
- havis
- Die den Göttern im Feuer dargebrachte Substanz (Milch, geklärte Butter, Opferkuchen, Somasaft u.a.). Opfergabe
- hotṛ
- Der für die Rezitation der Ṛgveda-Hymnen und Anrufungsformeln zuständige Hauptpriester. Rezitationspriester
- kṛṣṇājina
- Das Fell der schwarzen Antilope, auf dem sich der Opferherr während der dīkṣā niederlässt; gilt als Abbild des Opfers und des Dreifachen Wissens (der drei Veden). schwarzes Antilopenfell
- pavitra
- Sowohl ein konkretes Läuterungsgerät (etwa ein Sieb aus Gras oder Wolle zur Reinigung des Soma) als auch allgemein Bezeichnung für ein reinigendes Element wie Wasser oder Wind. Reinigungsmittel, Filter
- prāṇa
- Einer der vedischen Körperatem-Ströme (mit apāna, udāna, vyāna, samāna); hier speziell der einwärts gerichtete Atem, oft mit dem Windgott und dem Leben selbst gleichgesetzt. Einatem, Lebenshauch
- udāna
- Der nach oben gerichtete Körperatem, in späterer Yoga-Physiologie u.a. mit Sprache, Aufsteigen und dem Zeitpunkt des Todes assoziiert. Aufwärtsatem
- udgātṛ
- Der für den gesungenen Vortrag der Sāmaveda-Melodien zuständige Hauptpriester, besonders beim Soma-Opfer. Sängerpriester
- vrata
- Die während der dīkṣā übernommene Verpflichtung auf bestimmte Verhaltensregeln (u.a. ausschließliche Wahrheitsrede, eingeschränkte Nahrung), deren Antritt und Entlassung durch feste Sprüche an Agni gerahmt wird. Gelübde
- yajña
- Das vedische Opfer als Ganzes; im Śatapatha-Brāhmaṇa wiederholt mit kosmischen Größen (Jahr, Sonne, Licht des Himmels) gleichgesetzt und selbst als handelnde, personifizierte Größe behandelt. Opfer
- yūpa
- Der hölzerne Pfahl, an den das Opfertier beim Tieropfer gebunden wird. Opferpfahl