satyenottabhitā bhūmiḥ sūryeṇottabhitā dyauḥ ṛtenādityās tiṣṭhanti divi somo adhi śritaḥ
Durch Wahrheit ist die Erde gestützt, durch die Sonne ist der Himmel gestützt; durch die Weltordnung (ṛta) stehen die Ādityas fest, im Himmel ist der Soma geborgen.
Wort für Wort
satyenottabhitā
durch Wahrheit gestützt (satyena+uttabhitā)
bhūmiḥ
die Erde (N.)
sūryeṇottabhitā
durch die Sonne gestützt (sūryeṇa+uttabhitā)
dyauḥ
der Himmel (N.)
ṛtenādityās
durch die Weltordnung, die Ādityas (ṛtena+ādityāḥ)
Er glaubt, Soma getrunken zu haben, wenn sie die Pflanze zerstoßen; von dem Soma aber, den die Priester (brahmán-Kundigen) kennen, isst kein Irdischer.
Wenn sie dich, Soma, austrinken, füllst du dich von dort wieder an; Vāyu ist der Hüter des Soma, der Monat ist seine wiederkehrende Gestalt [Anm.: Bezug unsicher, evtl. Anspielung auf den monatlichen Mondzyklus].
āchadvidhānair gupito bārhataiḥ soma rakṣitaḥ grāvṇām ic chṛṇvan tiṣṭhasi na te aśnāti pārthivaḥ
Durch verhüllende Vorschriften bist du geschützt, durch die zu Bṛhat[-sāman] gehörigen [Weisen], o Soma, bist du behütet; nur den Presssteinen lauschend stehst du da – kein Irdischer isst von dir.
Die Raibhī-Strophe war ihre Mitgift, die Nārāśaṃsī-Strophe ihr Untergewand [Anm.: nyocanī unsicher übersetzt]; Sūryās Kleid ist eben glückverheißend, mit Gesang geschmückt.
ṛksāmābhyām abhihitau gāvau te sāmanāv aitām śrotre te cakre āstāṃ divi panthāś carācaraḥ
Mit Ṛc und Sāman waren deine Rinder angeschirrt, im Gleichklang schritten sie einher; deine Ohren waren die Räder, im Himmel war der Weg, den Bewegliches und Unbewegliches durchmisst.
śucī te cakre yātyā vyāno akṣa āhataḥ ano manasmayaṃ sūryārohat prayatī patim
Rein waren deine Räder, wenn du fuhrst, der Atem (vyāna) war als Achse eingesetzt; den aus Geist gefertigten Wagen bestieg Sūryā, als sie zu ihrem Gatten aufbrach.
Der Brautzug der Sūryā zog voran, den Savitṛ entsandt hatte; unter [dem Mondhaus] Maghā werden die Rinder geschlachtet, unter den Phalgunī wird [die Braut] heimgeführt.
yad aśvinā pṛchamānāv ayātaṃ tricakreṇa vahatuṃ sūryāyāḥ kvaikaṃ cakraṃ vām āsīt kva deṣṭrāya tasthathuḥ
Als ihr, Aśvin, fragend mit dem dreirädrigen [Wagen] zum Brautzug der Sūryā fuhrt – wo war da euer eines Rad, wo bliebt ihr stehen, um Anweisung zu geben? [Anm.: Sinn der zweiten Vershälfte unsicher]
Wort für Wort
yad
als
aśvinā
o Aśvin (Vok.Dual)
pṛchamānāv
fragend (N.Dual.Part.)
ayātaṃ
fuhrt ihr (2.Dual.Impf.)
tricakreṇa
tri 'drei' + cakra 'Rad' → mit dem dreirädrigen Wagen (Instr.)
yad ayātaṃ śubhas patī vareyaṃ sūryām upa viśve devā anu tad vām ajānan putraḥ pitaram avṛṇīta pūṣā
Als ihr, Herren der Schönheit, zur Brautwerbung um Sūryā fuhrt, das erkannten alle Götter zugleich mit euch an; wie ein Sohn erwählte sich Pūṣan den Vater [zum Vorbild] [Anm.: mythologischer Bezug unklar].
dve te cakre sūrye brahmāṇa ṛtuthā viduḥ athaikaṃ cakraṃ yad guhā tad addhātaya id viduḥ
Zwei deiner Räder, o Sūryā, kennen die Priester je nach der Jahreszeit; das eine Rad aber, das verborgen ist, kennen nur die, die die Wahrheit wirklich wissen.
aryamaṇaṃ yajāmahe subandhuṃ pativedanam urvārukam iva bandhanāt preto muñcāmi nāmutaḥ
Wir opfern dem Aryaman, dem guten Verwandten, der den Gatten findet; wie eine Gurkenfrucht von ihrer Ranke, so löse ich [die Braut] – fort von hier, nicht dorthin zurück [Anm.: Bezug auf das Lösen des Jungfrauengürtels].
Wort für Wort
aryamaṇaṃ
Aryaman (Akk.)
yajāmahe
wir opfern
subandhuṃ
su 'gut' + bandhu 'Verwandter' → den guten Verwandten (Akk.)
pativedanam
pati 'Gatte' + vedana 'von vid: finden' → den Gattenfinder (Akk.)
preto muñcāmi nāmutaḥ subaddhām amutas karam yatheyam indra mīḍhvaḥ suputrā subhagāsati
Fort von hier löse ich [sie], nicht dorthin zurück; die fest Gebundene mache ich von dort los, auf dass sie, o gabenreicher Indra, gesegnet sei mit guten Söhnen und Glück.
pra tvā muñcāmi varuṇasya pāśād yena tvābadhnāt savitā suśevāḥ ṛtasya yonau sukṛtasya loke syonaṃ te astu sahasaṃbhalāyai
Ich löse dich von der Fessel des Varuṇa, mit der dich der freundliche Savitṛ gebunden hatte; im Schoß der Weltordnung, in der Welt des guten Werks sei dir Wohlsein beschieden, zusammen mit dem Gefährten.
Wort für Wort
pra
(Präverb zu muñcāmi)
tvā
dich (Akk.)
muñcāmi
ich löse
varuṇasya
des Varuṇa (Gen.)
pāśād
von der Fessel (Abl.)
yena
mit der (Instr.)
tvābadhnāt
dich gebunden hatte (tvā+abadhnāt)
savitā
Savitṛ (N.)
suśevāḥ
der freundliche (N.)
ṛtasya
der Weltordnung (Gen.)
yonau
im Schoß (Lok.)
sukṛtasya
des guten Werks (Gen.)
loke
in der Welt (Lok.)
syonaṃ
Wohlsein (N.)
te
dir (Dat.)
astu
sei (Imp.)
sahasaṃbhalāyai
sahasam 'zusammen' + bhala 'Gefährte' → zusammen mit dem Gefährten (Dat.)
bhagas tveto nayatu hastagṛhyāśvinā tvā pra vahatāṃ rathena gṛhān gacha gṛhapatnī yathāso vaśinī tvaṃ vidatham ā vadāsi ||20|| {2}
Bhaga soll dich von hier fortführen, bei der Hand gefasst; die Aśvin sollen dich mit dem Wagen fortfahren; geh in dein Haus, auf dass du Herrin des Hauses seist; als gebietende Frau sollst du bei der Versammlung mitsprechen.
Wort für Wort
bhagas
Bhaga (N.)
tveto
dich von hier (tvā+itaḥ)
nayatu
soll führen (Imp.)
hastagṛhyāśvinā
hasta 'Hand' + gṛhya 'ergriffen habend' + aśvinā 'die Aśvin (separates Wort, Sandhi)' → bei der Hand gefasst, die Aśvin (hastagṛhya+aśvinā)
tvā
dich (Akk.)
pra
(Präverb zu vahatāṃ)
vahatāṃ
sollen fortfahren (Imp.Dual)
rathena
mit dem Wagen (Instr.)
gṛhān
ins Haus (Akk.Pl.)
gacha
geh! (Imp.)
gṛhapatnī
gṛha 'Haus' + patnī 'Herrin' → Herrin des Hauses (N.)
iha priyaṃ prajāyai te sam ṛdhyatām asmin gṛhe gārhapatyāya jāgṛhi enā patyā tanvaṃ saṃ spṛśasvātha jirvir vidatham ā vadāsi
Hier möge dir Liebes für die Nachkommenschaft gelingen; wache in diesem Haus über das häusliche Feuer; vereine deinen Leib mit diesem Gatten, und sprich, betagt geworden, noch bei der Versammlung mit.
Wort für Wort
iha
hier
priyaṃ
Liebes (N.)
prajāyai
für die Nachkommenschaft (Dat.)
te
dir (Dat.)
sam
(Präverb zu ṛdhyatām)
ṛdhyatām
möge gelingen (Imp.)
asmin
in diesem (Lok.)
gṛhe
Haus (Lok.)
gārhapatyāya
gṛhapati 'Hausherr, davon abgeleitet' + -ya 'zugehörig (häusliches Opferfeuer)' → über das häusliche Feuer (Dat.)
Vorwärts und rückwärts wandeln diese beiden wie spielende Kinder, sie umkreisen das Weltmeer; der eine [die Sonne] überschaut alle Wesen, der andere [der Mond] wird, die Jahreszeiten ordnend, immer aufs Neue geboren [Anm.: gemeint sind offenbar Sonne und Mond, im Text nicht ausdrücklich genannt].
navonavo bhavasi jāyamāno 'hnāṃ ketur uṣasām eṣy agram bhāgaṃ devebhyo vi dadhāsy āyan pra candramas tirase dīrgham āyuḥ
Immer neu wirst du bei deiner Geburt, das Erkennungszeichen der Tage; du gehst der Morgenröten Spitze voran; ihren Anteil weist du den Göttern zu, wenn du herankommst; o Mond, du dehnst [uns] langes Leben aus.
Gib die Śāmulyā [Anm.: Bedeutung unsicher, wohl ein Schmuckstück der unverheirateten Frau] fort, verteile die Güter unter die Priester; diese Zauberkraft, leibhaft geworden, tritt als Ehefrau in das Haus ihres Gatten ein.
Unrein wird der [zuvor] weißleuchtende Leib durch jenes Übel, wenn der Gatte sein Glied mit dem Kleid der Braut verhüllt [Anm.: Anspielung auf das erste Menstruationsblut der Braut, ein Tabu-Motiv].
Das Zuschneiden, das Zerschneiden und auch das Nachschneiden [des Gewandes] – sieh die Erscheinungsformen der Sūryā; auch das heilige Wort schmückt sie.
Ihr beide bringt gedeihliches Glück zusammen, indem ihr bei den Aussprüchen der Wahrheit Wahres redet; o Brahmaṇaspati, lass ihr den Gatten lieblich erscheinen – der Gefährte spreche dieses Wort.
ihed asātha na paro gamāthemaṃ gāvaḥ prajayā vardhayātha śubhaṃ yatīr usriyāḥ somavarcaso viśve devāḥ krann iha vo manāṃsi
Hier sollt ihr bleiben, nicht weiter fortgehen; lasst dieses [Haus] durch Nachkommenschaft gedeihen, ihr Rinder, die zur Schönheit ziehen, glanzvoll wie Soma; alle Götter sollen hier eure Sinne lenken.
Wort für Wort
ihed
hier eben (iha+id)
asātha
sollt ihr bleiben (2.Dual)
na
nicht
paro
weiter fort (Adv.)
gamāthemaṃ
geht dieses (gamātha+imam)
gāvaḥ
ihr Rinder (Vok.Pl.)
prajayā
durch Nachkommenschaft (Instr.)
vardhayātha
lasst gedeihen (Imp.)
śubhaṃ
zur Schönheit (Akk.)
yatīr
ziehende (N.Pl.)
usriyāḥ
Rinder (N.Pl.)
somavarcaso
soma 'Soma' + varcas 'Glanz' → glanzvoll wie Soma (N.Pl.)
imaṃ gāvaḥ prajayā saṃ viśāthāyaṃ devānāṃ na mināti bhāgam asmai vaḥ pūṣā marutaś ca sarve asmai vo dhātā savitā suvāti
In dieses [Haus] zieht mit Nachkommenschaft ein, ihr Rinder; er schmälert nicht den Anteil der Götter; euch seien Pūṣan und alle Marut [gewogen], euch treibe Dhātṛ und Savitṛ zum Guten.
yac ca varco akṣeṣu surāyāṃ ca yad āhitam yad goṣv aśvinā varcas tenemāṃ varcasāvatam
Welcher Glanz in den Würfeln ist und im Rauschtrank niedergelegt ist, welcher Glanz in den Rindern ist, o Aśvin – mit diesem stattet diese [Braut] mit Glanz aus.
Mit dem [Glanz], mit dem die Hüfte der großen Kuh, o Aśvin, oder der Rauschtrank, oder die Würfel begossen wurden – mit diesem stattet diese [Braut] mit Glanz aus.
yo anidhmo dīdayad apsv antar yaṃ viprāsa īḍate adhvareṣu apāṃ napān madhumatīr apo dā yābhir indro vāvṛdhe vīryāvān
Der ohne Brennholz inmitten der Wasser leuchtet, den die Redekundigen bei den Opferhandlungen anrufen – Apāṃ Napāt, gib süße Wasser, durch die der kraftvolle Indra erstarkte.
idam ahaṃ ruśantaṃ grābhaṃ tanūdūṣim apohāmi yo bhadro rocanas tam ud acāmi
Diesen weißen Ergreifer [Anm.: grābha – vermutlich ein Krankheits- oder Unheilsdämon, Bezug unsicher], der den Leib verdirbt, stoße ich hinweg; den, der gut und leuchtend ist, den nehme ich für mich in Empfang.
Wort für Wort
idam
diesen (Akk.)
ahaṃ
ich (N.)
ruśantaṃ
den weißen (Akk.)
grābhaṃ
Ergreifer [?] (Akk., Dämon)
tanūdūṣim
tanū 'Leib' + dūṣi 'von duṣ: verderben' → der den Leib verdirbt (Akk.)
āsyai brāhmaṇāḥ snapanīr harantv avīraghnīr ud ajantv āpaḥ aryamṇo agniṃ pary etu pūṣan pratīkṣante śvaśuro devaraś ca
Für sie sollen die Priester die Badewasser bringen, die keinen Sohn töten; die Wasser sollen [sie] hertreiben; um Aryamans Feuer gehe sie herum, o Pūṣan; Schwiegervater und Schwager erwarten sie.
Wort für Wort
āsyai
für sie (Dat.)
brāhmaṇāḥ
die Priester (N.Pl.)
snapanīr
Badewasser (Akk.Pl.)
harantv
sollen bringen (harantu)
avīraghnīr
a 'nicht' + vīra 'Held/Sohn' + ghnī 'von han: töten' → die keinen Sohn töten (Akk.Pl.)
śaṃ te hiraṇyaṃ śam u santv āpaḥ śaṃ methir bhavatu śaṃ yugasya tardma śaṃ ta āpaḥ śatapavitrā bhavantu śam u patyā tanvaṃ saṃ spṛśasva ||40|| {4}
Heilsam sei dir das Gold, heilsam auch die Wasser; heilsam sei der Wagenpflock, heilsam die Bruchstelle des Jochs; heilsam seien dir die hundertfach geläuterten Wasser; vereine dich heilsam in deinem Leib mit dem Gatten.
Wort für Wort
śaṃ
heilsam
te
dir (Dat.)
hiraṇyaṃ
das Gold (N.)
śam
heilsam
u
auch
santv
seien (santu)
āpaḥ
die Wasser (N.Pl.)
śaṃ
heilsam
methir
der Wagenpflock (N.)
bhavatu
sei (Imp.)
śaṃ
heilsam
yugasya
des Jochs (Gen.)
tardma
die Bruchstelle (N.)
śaṃ
heilsam
ta
dir (Dat.)
āpaḥ
die Wasser (N.Pl.)
śatapavitrā
śata 'hundert' + pavitra 'geläutert' → die hundertfach geläuterten (N.Pl.)
In der Nabe des Wagens, in der Nabe des Karrens, in der Nabe des Jochs – o hundertfach mächtiger Indra, du hast Apālā, nachdem du sie dreimal hindurchgezogen hattest, sonnenhäutig gemacht.
Wort für Wort
khe
in der Nabe (Lok.)
rathasya
des Wagens (Gen.)
khe
in der Nabe (Lok.)
'nasaḥ
des Karrens (Gen.)
khe
in der Nabe (Lok.)
yugasya
des Jochs (Gen.)
śatakrato
o hundertfach Mächtiger (Vok.)
apālām
Apālā (Akk.)
indra
o Indra (Vok.)
triṣ
dreimal (Adv.)
pūtvākṛṇoḥ
nachdem du hindurchgezogen hattest, machtest du (pūtvā+akṛṇoḥ)
Wie der Sindhu-Strom, der Bulle, unter den Flüssen die Oberherrschaft erlangt hat, so werde du, in das Haus deines Gatten eingezogen, [seine] Oberherrin.
Wort für Wort
yathā
wie
sindhur
der Sindhu-Strom (N.)
nadīnāṃ
der Flüsse (Gen.Pl.)
sāmrājyaṃ
sam 'ganz' + rājya 'Herrschaft' → die Oberherrschaft (Akk.)
Werde Oberherrin über die Schwiegereltern, Oberherrin auch über die Schwäger; werde Oberherrin über die Schwägerin, Oberherrin auch über die Schwiegermutter.
yā akṛntann avayan yāś ca tatnire yā devīr antāṃ abhito 'dadanta tās tvā jarase saṃ vyayantv āyuṣmatīdaṃ pari dhatsva vāsaḥ
Die [Fäden], die geschnitten, gewebt und gespannt haben, die Göttinnen, die ringsum den Saum gefertigt haben – sie sollen dich bis ins hohe Alter einhüllen; leg dieses Kleid an, langlebig.
jīvaṃ rudanti vi nayanty adhvaraṃ dīrghām anu prasitiṃ dīdhyur naraḥ vāmaṃ pitṛbhyo ya idaṃ samīrire mayaḥ patibhyo janaye pariṣvaje
Um den Lebenden weinen sie, wenn sie das Opfer geleiten; die Männer sinnen dabei der langen Fesselung [des Lebens] nach; Gutes für die Ahnen, die dies eingesetzt haben – Wohlergehen für die Gatten, für die zu umarmende Frau [Anm.: Vers unsicher, offenbar Vergleich der Hochzeit mit Bestattungsriten].
syonaṃ dhruvaṃ prajāyai dhārayāmi te 'śmānaṃ devyāḥ pṛthivyā upasthe tam ā tiṣṭhānumādyā suvarcā dīrghaṃ ta āyuḥ savitā kṛṇotu
Behaglich und fest halte ich dir den Stein für die Nachkommenschaft hin, im Schoß der göttlichen Erde; besteige ihn, ihm gemäß, glanzvoll; ein langes Leben schaffe dir Savitṛ.
yenāgnir asyā bhūmyā hastaṃ jagrāha dakṣiṇam tena gṛhṇāmi te hastaṃ mā vyathiṣṭhā mayā saha prajayā ca dhanena ca
Mit der [Hand], mit der Agni die rechte Hand dieser Erde ergriff, mit ebendieser ergreife ich deine Hand; wanke nicht mit mir, samt Nachkommenschaft und Reichtum.
devas te savitā hastaṃ gṛhṇātu somo rājā suprajasaṃ kṛṇotu agniḥ subhagāṃ jatavedāḥ patye patnīṃ jaradaṣṭim kṛṇotu
Der Gott Savitṛ ergreife deine Hand, König Soma mache dich kinderreich; Agni Jātavedas mache dich glückhaft, mache dich dem Gatten zur Gattin, die bis ins Alter [bei ihm] bleibt.
Wort für Wort
devas
Gott (Nom.)
te
deine (Gen.)
savitā
Savitṛ (Nom.)
hastaṃ
Hand (Akk.)
gṛhṇātu
ergreife (Imp.)
somo
Soma (Nom.)
rājā
König (Nom.)
suprajasaṃ
su 'gut' + prajas 'Nachkommenschaft' → kinderreich (Akk.)
kṛṇotu
mache (Imp.)
agniḥ
Agni (Nom.)
subhagāṃ
su 'gut' + bhaga 'Anteil, Glück' → glückhaft (Akk.)
jatavedāḥ
Jātavedas (Beiname Agnis, Nom.)
patye
dem Gatten (Dat.)
patnīṃ
zur Gattin (Akk.)
jaradaṣṭim
jarat 'Alter' + aṣṭi 'erreichend' (von √aś) → bis ins Alter bleibend (Akk.)
Ich ergreife deine Hand zum Glück, auf dass du mit mir als Gatten bis ins Alter [vereint] seiest; Bhaga, Aryaman, Savitṛ, Puraṃdhi – dich haben mir die Götter zur Hausherrschaft gegeben.
tvaṣṭā vāso vy adadhāc chubhe kaṃ bṛhaspateḥ praśiṣā kavīnām tenemāṃ nārīṃ savitā bhagaś ca sūryām iva pari dhattāṃ prajayā
Tvaṣṭṛ hat das Gewand zum Schmuck angelegt, nach der Weisung Bṛhaspatis, [des Fürsten] der Seher; mit diesem sollen Savitṛ und Bhaga diese Frau, wie einst Sūryā, mit Nachkommenschaft umhüllen.
Indra und Agni, Himmel und Erde, Mātariśvan, Mitra und Varuṇa, Bhaga, die beiden Aśvin, Bṛhaspati, die Marut, das heilige Wort, Soma – sie alle mögen diese Frau mit Nachkommenschaft mehren.
idaṃ tad rūpaṃ yad avasta yoṣā jāyāṃ jijñāse manasā carantīm tām anv artiṣye sakhibhir navagvaiḥ ka imān vidvān vi cacarta pāśān
Dies ist jene Gestalt, in die sich die Jungfrau kleidete, die im Geiste [heimlich] als Gattin erkannt werden will, während sie umherwandelt; ihr will ich mit den Navagva-Gefährten nachgehen – wer, der dies weiß, hat diese Fesseln gelöst? [Anm.: Rätselvers, Sinn im Einzelnen unsicher]
ahaṃ vi ṣyāmi mayi rūpam asyā vedad it paśyan manasaḥ kulāyam na steyam admi manasod amucye svayaṃ śrathnāno varuṇasya pāśān
Ich löse [die Fesseln]; in mir [ruht] ihre Gestalt; wer dies sehend weiß, [erkennt] das Nest des Geistes; ich verzehre kein gestohlenes Gut, aus freiem Geist löse ich mich, indem ich selbst die Fesseln des Varuṇa lockere. [Anm.: Rätselvers, Sinn im Einzelnen unsicher]
Ich löse dich von der Fessel des Varuṇa, mit der dich der freundliche Savitṛ gebunden hat; einen weiten Raum, einen gangbaren Weg schaffe ich dir hier, o Braut, zusammen mit dem Gatten.
Wort für Wort
pra
fort- (Präverb)
tvā
dich (Akk.)
muñcāmi
ich löse
varuṇasya
des Varuṇa (Gen.)
pāśād
von der Fessel (Abl.)
yena
womit (Instr.)
tvābadhnāt
dich hat gebunden (tvā+abadhnāt)
savitā
Savitṛ (Nom.)
suśevāḥ
su 'gut' + śeva 'lieb, freundlich' → der Freundliche (Nom.)
uruṃ
weiten (Akk.)
lokaṃ
Raum (Akk.)
sugam
su 'gut' + ga(m) 'gehend' → gangbar, leicht zu gehen (Akk.)
ud yachadhvam apa rakṣo hanāthemaṃ nārīṃ sukṛte dadhāta dhātā vipaścit patim asyai viveda bhago rājā pura etu prajānan
Erhebt euch, schlagt den bösen Geist (rakṣas) fort; gebt diese Frau dem, der guten Werke tut; der weise Dhātṛ hat ihr den Gatten gefunden; König Bhaga gehe wissend voran.
Wort für Wort
ud
auf- (Präverb)
yachadhvam
erhebt euch (Imp.Med.)
apa
fort- (Präverb)
rakṣo
den bösen Geist (Akk.)
hanāthemaṃ
schlagt, diese (hanatha+imam)
nārīṃ
Frau (Akk.)
sukṛte
su 'gut' + kṛta 'getan, handelnd' → dem Gutestuenden (Dat.)
dadhāta
gebt (Imp.Pl.)
dhātā
Dhātṛ (Nom.)
vipaścit
vipaś 'Weisheit, Einsicht' + cit 'kennend' → der Weise (Nom.)
bhagas tatakṣa caturaḥ pādān bhagas tatakṣa catvāry uṣpalāni tvaṣṭā pipeśa madhyato 'nu vardhrānt sā no astu sumaṅgalī
Bhaga zimmerte die vier Füße [des Bettes], Bhaga zimmerte die vier … [?] [Anm.: uṣpalāni – Bedeutung des Wortes unsicher, vermutlich Bestandteile des Bettgestells]; Tvaṣṭṛ hat in der Mitte entlang die Riemen kunstvoll gefertigt; sie sei uns eine glückverheißende [Braut].
Wort für Wort
bhagas
Bhaga (Nom.)
tatakṣa
zimmerte (Perf.)
caturaḥ
vier (Akk.)
pādān
Füße (Akk.Pl.)
bhagas
Bhaga (Nom.)
tatakṣa
zimmerte (Perf.)
catvāry
vier (Akk.)
uṣpalāni
[Bestandteile des Bettgestells?] (Akk.Pl.) [?]
tvaṣṭā
Tvaṣṭṛ (Nom.)
pipeśa
hat kunstvoll gefertigt (Perf.)
madhyato
in der Mitte
'nu
entlang (Präverb, anu)
vardhrānt
die Riemen (Akk.Pl.)
sā
sie (Nom.)
no
uns (Dat.)
astu
sie sei (Imp.)
sumaṅgalī
su 'gut' + maṅgala 'Glückszeichen' → glückverheißend (Nom.)
Den schönen, kiṃśuka-blütenfarbenen, allgestaltigen, goldfarbenen, wohlgerundeten, schönrädrigen Brautwagen – besteige ihn, o Sūryā, [besteige] den Ort der Unsterblichkeit; mache den Brautzug behaglich für die Gatten.
Wort für Wort
sukiṃśukaṃ
su 'schön' + kiṃśuka 'Kiṃśuka-Blüte (Butea frondosa)' → kiṃśuka-blütenfarben (Akk.)
Eine, die nicht den Bruder tötet, o Varuṇa, die nicht das Vieh tötet, o Bṛhaspati, die nicht den Gatten tötet, o Indra, eine kinderreiche – führe sie uns her, o Savitṛ.
Wort für Wort
abhrātṛghnīṃ
a- 'nicht' + bhrātṛ 'Bruder' + ghnī 'tötend' → die nicht den Bruder tötet (Akk.)
varuṇāpaśughnīṃ
varuṇa (Vok.) + a- 'nicht' + paśu 'Vieh' + ghnī 'tötend' → o Varuṇa, die nicht das Vieh tötet (Vok.+Akk.)
bṛhaspate
o Bṛhaspati (Vok.)
indrāpatighnīm
indra (Vok.) + a- 'nicht' + pati 'Gatte' + ghnī 'tötend' → o Indra, die nicht den Gatten tötet (Vok.+Akk.)
putriṇīm
putra 'Sohn, Kind' + -inī 'habend' → kinderreich (Akk.)
Verletzt nicht die Jungfrau, ihr beiden [Tür-]Pfosten, auf dem von den Göttern bereiteten Weg; das Tor der göttlichen Halle machen wir behaglich, den Weg der Braut.
Wort für Wort
mā
nicht (Prohibitiv)
hiṃsiṣṭaṃ
verletzt (Inj.Du.)
kumāryaṃ
die Jungfrau (Akk.)
sthūṇe
o Pfosten (Vok.Du.)
devakṛte
deva 'Gott' + kṛta 'gemacht' → von den Göttern bereitet (Lok.)
pathi
auf dem Weg (Lok.)
śālāyā
der Halle (Gen.)
devyā
der göttlichen (Gen.)
dvāraṃ
Tor (Akk.)
syonaṃ
behaglich (Akk.)
kṛṇmo
machen wir
vadhūpatham
vadhū 'Braut' + patha 'Weg' → Weg der Braut (Akk.)
Das heilige Wort sei nachher vereint, das heilige Wort voran, das heilige Wort am Ende, in der Mitte, das heilige Wort von allen Seiten; tritt ein in die unverwundbare Götterburg, herrsche, gütig und behaglich, in der Welt deines Gatten.
Wort für Wort
brahmāparaṃ
das heilige Wort, nachher (brahma+aparam)
yujyatāṃ
sei vereint (Imp.Pass.)
brahma
das heilige Wort (Nom.)
pūrvaṃ
voran (Akk./Adv.)
brahmāntato
das heilige Wort, am Ende (brahma+antataḥ)
madhyato
in der Mitte
brahma
das heilige Wort (Nom.)
sarvataḥ
von allen Seiten
anāvyādhāṃ
an- 'un-' + āvyādha 'durchbohrbar, verwundbar' → die Unverwundbare (Akk.)
devapurāṃ
deva 'Gott' + pura 'Burg' → Götterburg (Akk.)
prapadya
tritt ein (Abs./Imp.)
śivā
gütig (Nom.f.)
syonā
behaglich (Nom.f.)
patiloke
pati 'Gatte' + loka 'Welt' → Welt des Gatten (Lok.)