Ṛgveda
Zweisprachige Leseausgabe des Ṛgveda: Sanskrit (IAST) und deutsche Übersetzung, Vers für Vers mit Wort-für-Wort-Analyse aus dem Padapāṭha. Eigenständiges Parallelprojekt neben der Hauptreihe von „Quellen der Menschheit“.
Veda-Saṃhitās · 1028 Kapitel · 10.557 Verse
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Vorwort
Diese Ausgabe ist dem Ṛgveda gewidmet, der ältesten erhaltenen Sammlung vedischer Hymnen. Sie ist ein eigenständiges Vorhaben neben der Hauptreihe dieser Bibliothek und wird wie die übrigen großen Werke Vers für Vers und Sūkta für Sūkta aufgebaut. Vollständigkeit ist das erklärte Ziel.
Die Übersetzung ist durchgehend deutsch und entsteht aus dem Sanskrit-Original, jedes Wort einzeln aus dem Padapāṭha analysiert. Keine vorhandene Übersetzung oder Kommentierung dient als Ausgangspunkt. Bei mehrdeutigen Wörtern wird zuerst der ganze Bedeutungsbereich angesetzt, unmögliche Lesarten werden verworfen, dann Metonymie, technischer Gebrauch und ältere Bedeutungen geprüft; bevorzugt wird die Lesart mit den wenigsten Zusatzannahmen. Rituelle Begriffe werden wörtlich und nicht durch spätere Klischees wiedergegeben (etwa „Weihehandlung“ oder „Verehrung“ für yajña, „Rufer“ für hotṛ).
Unsichere oder ergänzte Stellen sind mit [?] gekennzeichnet, Alternativlesarten und Wortwahl in [Anm.: …]. Rätselhafte Lieder lassen ihre Mehrdeutigkeit stehen. Die Übersetzung wurde maschinell erarbeitet und ist eine Arbeitsfassung: Sie ersetzt keine philologische Prüfung durch Fachleute.
Textgrundlage ist der Saṃhitā-Text nach Aufrecht (1877) und der Padapāṭha aus den GRETIL-Korpusdateien. Der antike Wortlaut ist gemeinfrei. Der Sanskrit-Text erscheint in IAST ohne Akzente; die Wortanalyse folgt der Padapāṭha-Trennung. Wo die Quelle den Saṃhitā-Text nicht enthält (einige Verse in 1.65–1.70), ist er aus dem Padapāṭha rekonstruiert und so gekennzeichnet.
Übersetzt sind bisher 1028 von 1028 Sūktas mit zusammen 10557 Versen; weitere folgen in den nächsten Veröffentlichungen.
Einführung
Der Ṛgveda besteht aus zehn Maṇḍalas („Kreisen“, Büchern) mit 1028 Liedern (Sūktas) und rund 10.500 Versen. Die Bücher 2 bis 7 tragen die Namen einzelner Dichterfamilien und gelten als der älteste Kern; Buch 8 und Buch 1 sind gemischt, Buch 9 enthält ausschließlich Lieder an Soma, Buch 10 ist das jüngste und enthält Kosmogonien, Totenlieder und Dialoge.
Die Sprache ist Vedisch, eine ältere Sprachstufe mit eigenem Wortschatz und eigener Grammatik, getrennt vom späteren klassischen Sanskrit. Viele Wörter haben einen weiteren Bedeutungsbereich als in späteren Texten. Deshalb führt jede Wortkarte („Wort für Wort“) das Padapāṭha-Wort mit einer kurzen Glosse und Grammatikangabe auf.
Lesehilfe: Jeder Vers steht zuerst im Sanskrit (Pādas untereinander), dann in deutscher Übersetzung; „Wort für Wort“ klappt die Analyse auf. Über das Feld „Springen“ im Inhaltsverzeichnis gelangt man direkt zu einem Sūkta, zum Beispiel 1.164.