Zu euch kam Wohlwollen, ihr an Rossen und Gut Reichen; in den Herzen, o Aśvin, kamen die Wünsche zur Ruhe; ihr wart als Paar die Hüter, ihr Herren der Schönheit; als Liebende mögen wir Aryamans Haus erlangen.
Wort für Wort
ā
her- (Präverb)
vām
zu euch (Akk.Du.)
agant
kam (Aor.)
sumatir
su 'gut' + mati 'Gesinnung' → Wohlwollen (Nom.)
vājinīvasū
vājinī 'Stutenbesitz, Rossreichtum' + vasu 'Gut' → ihr an Rossen und Gut Reichen (Vok.Du.)
Sie, erfreut in gütigem Sinn, gewähre Reichtum, [reich] an allen Helden, an guten Worten; guten Übergang, gute Tränken [schaffet], ihr Herren der Schönheit; den [feindlichen] Pfahl, der im Wege steht, schlagt fort, den bösen Sinn.
Wort für Wort
sā
sie (Nom.)
mandasānā
erfreut (Part.Med.)
manasā
in Sinn (Instr.)
śivena
gütigem (Instr.)
rayiṃ
Reichtum (Akk.)
dhehi
gewähre (Imp.)
sarvavīraṃ
sarva 'alle' + vīra 'Helden' → reich an allen Helden (Akk.)
Die Pflanzen, die Flüsse, die Felder, die Wälder – sie mögen dich, Braut, die du Nachkommenschaft haben wirst, vor dem Rakṣas für den Gatten beschützen.
Wort für Wort
yā
die (Nom.Pl.f.)
oṣadhayo
Pflanzen (Nom.Pl.)
yā
die (Nom.Pl.f.)
nadyo
Flüsse (Nom.Pl.)
yāni
die (Nom.Pl.n.)
kṣetrāṇi
Felder (Nom.Pl.)
yā
die (Nom.Pl.f.)
vanā
Wälder (Nom.Pl.)
tās
sie (Nom.Pl.)
tvā
dich (Akk.)
vadhu
o Braut (Vok.)
prajāvatīṃ
prajā 'Nachkommenschaft' + -vatī 'habend' → die Nachkommenschaft habende (Akk.)
idaṃ su me naraḥ śṛṇuta yayāśiṣā daṃpatī vāmam aśnutaḥ ye gandharvā apsarasaś ca devīr eṣu vānaspatyeṣu ye 'dhi tasthuḥ syonās te asyai vadhvai bhavantu mā hiṃsiṣur vahatum uhyamānam
Hört mir dies wohl an, ihr Männer, [dieses Wort], durch dessen Segensspruch das Ehepaar Glück erlangt; die Gandharven und die Apsaras, die göttlichen [Wesen], die in diesen Bäumen wohnen – sie mögen dieser Braut wohlgesinnt sein, sie mögen den Brautzug, wenn er gefahren wird, nicht schädigen.
Wort für Wort
idaṃ
dies (Akk.)
su
wohl (Partikel)
me
mir (Dat.)
naraḥ
ihr Männer (Vok.Pl.)
śṛṇuta
hört (Imp.Pl.)
yayāśiṣā
durch deren Segensspruch (Instr.)
daṃpatī
dam 'Haus' + patī 'Herr und Herrin' → das Ehepaar (Nom.Du.)
vāmam
Glück (Akk.)
aśnutaḥ
erlangt (Präs.Du.)
ye
die (Nom.Pl.)
gandharvā
Gandharven (Nom.Pl.)
apsarasaś
Apsaras (Nom.Pl.)
ca
und
devīr
die göttlichen (Nom.Pl.f.)
eṣu
in diesen (Lok.Pl.)
vānaspatyeṣu
vana 'Wald' + pati 'Herr' (+ -ya) → Bäume, Baumwesen (Lok.Pl.)
ye vadhvaś candraṃ vahatuṃ yakṣmā yanti janāṃ anu punas tān yajñiyā devā nayantu yata āgatāḥ ||10|| {7}
Welche Krankheitsdämonen (yakṣma) dem glänzenden Brautzug der Braut zu den Menschen folgen, die sollen die opferwürdigen Götter wieder dorthin zurückführen, woher sie gekommen sind.
mā vidan paripanthino ya āsīdanti daṃpatī sugena durgam atītām apa drāntv arātayaḥ
Die Wegelagerer, die dem Ehepaar auflauern, sollen [sie] nicht finden; auf gutem Weg mögen sie das Schwierige durchqueren; die Missgunst-Dämonen sollen davonlaufen.
Wort für Wort
mā
nicht (Prohibitiv)
vidan
sollen finden (Inj.Pl.)
paripanthino
pari 'um, herum' + pathin 'Weg' → die Wegelagerer (Nom.Pl.)
ya
die (Nom.Pl.)
āsīdanti
auflauern (Präs.Pl.)
daṃpatī
dam 'Haus' + patī 'Herr und Herrin' → dem Ehepaar (Akk.Du.)
sugena
su 'gut' + ga 'Weg, Gehen' → auf gutem Weg (Instr.)
saṃ kāśayāmi vahatuṃ brahmaṇā gṛhair aghoreṇa cakṣuṣā mitriyeṇa paryāṇaddhaṃ viśvarūpaṃ yad asti syonaṃ patibhyaḥ savitā tat kṛṇotu
Ich mache den Brautzug hell mit heiligem Wort, mit dem Haus, mit nicht-schrecklichem, freundlichem Blick; was allgestaltig umhüllt ist, das mache Savitṛ den Gatten behaglich.
Gütig ist diese Frau ins Haus gekommen; diesen Platz hat ihr Dhātṛ zugewiesen; sie mögen Aryaman, Bhaga, beide Aśvin und Prajāpati mit Nachkommenschaft mehren.
Belebt wie ein fruchtbares Feld ist diese Frau gekommen; in sie säet, ihr Männer, den Samen; sie soll euch Nachkommenschaft erzeugen, aus ihrem Schoß, indem sie den gemolkenen Samen des Stiers trägt.
prati tiṣṭha virāḍ asi viṣṇur iveha sarasvati sinīvāli pra jāyatāṃ bhagasya sumatāv asat
Steh fest, du bist die Herrschende (virāj); wie Viṣṇu [fest steht], hier, o Sarasvatī, o Sinīvālī; sie soll gebären – im Wohlwollen Bhagas möge sie dabei sein.
Wort für Wort
prati
fest, entgegen (Präverb)
tiṣṭha
steh (Imp.)
virāḍ
vi 'aus-, hervorragend' + rāj 'herrschend' → die Herrschende (Nom.)
ud va ūrmiḥ śamyā hantv āpo yoktrāṇi muñcata māduṣkṛtau vyenasāv aghnyāv aśunam āratām
Es treibe euch die Woge, der Pflock der Wasser [hervor]; löst die Zugriemen; nicht [sollen sie] Übles tun; die beiden sündenlosen [Rinder] sollen sich vom Ungestüm fernhalten. [Anm.: Vers sprachlich unklar, wörtliche Bedeutung nicht sicher zu erschließen]
Mit nicht-schrecklichem Blick, den Gatten nicht tötend, behaglich, tüchtig, liebevoll, dem Haus wohl gefügt, Söhne gebärend, dem Schwager zugetan – mit dir möchten wir gedeihen, während du gedeihst.
Den Schwager nicht tötend, den Gatten nicht tötend, sei hier gütig zum Vieh, wohlgefügt, glanzvoll, kinderreich, Söhne gebärend, dem Schwager zugetan; behaglich diene diesem häuslichen Feuer.
Wort für Wort
adevṛghny
a- 'nicht' + devṛ 'Schwager' + ghnī 'tötend' → den Schwager nicht tötend (Nom.)
apatighnīhaidhi
a- 'nicht' + pati 'Gatte' + ghnī 'tötend' + iha 'hier' + edhi 'sei' → den Gatten nicht tötend, sei hier (apatighnī+iha+edhi)
ut tiṣṭhetaḥ kim ichantīdam āgā ahaṃ tveḍe abhibhūḥ svād gṛhāt śūnyaiṣī nirṛte yājaganthot tiṣṭhārāte pra pata meha raṃsthāḥ
Steh auf von hier! Was suchend bist du hierher gekommen? Ich rufe dich, die Überwältigende, aus dem [zuvor] guten Haus; du, Leere-Suchende, o Nirṛti, bist gekommen – steh auf, du Glücklose, flieg fort, verweile nicht hier.
Besteige das Fell, setz dich zum Feuer nieder; dieser Gott schlägt alle bösen Geister; gebäre hier Nachkommenschaft für diesen deinen Gatten; von hoher Vorrangstellung sei dieser dein Sohn.
Wort für Wort
ā
her- (Präverb)
roha
besteige (Imp.)
carmopa
das Fell, hin zu (carma+upa)
sīdāgnim
setz dich, zum Feuer (sīda+agnim)
eṣa
dieser (Nom.)
devo
Gott (Nom.)
hanti
schlägt
rakṣāṃsi
böse Geister (Akk.Pl.)
sarvā
alle (Akk.Pl.)
iha
hier
prajāṃ
Nachkommenschaft (Akk.)
janaya
gebäre (Imp.)
patye
für den Gatten (Dat.)
asmai
diesen (Dat.)
sujyaiṣṭhyo
su 'gut' + jyaiṣṭhya 'Erstrangigkeit, Vorrang' (von jyeṣṭha 'höchster') → von hoher Vorrangstellung (Nom.)
vi tiṣṭhantāṃ mātur asyā upasthān nānārūpāḥ paśavo jāyamānāḥ sumaṅgaly upa sīdemam agniṃ saṃpatnī prati bhūṣeha devān
Aus dem Schoß dieser [ihrer] Mutter sollen vielgestaltige Geschöpfe hervorgehend sich verbreiten; glückverheißend setz dich zu diesem Feuer, als [des Hauses] Herrin, ehre hier die Götter.
Glückverheißend, die den Haushalt fördert, dem Gatten sehr lieb, dem Schwiegervater heilsam, der Schwiegermutter behaglich – so möge sie in [dieses] Haus einziehen.
Wort für Wort
sumaṅgalī
su 'gut' + maṅgala 'Glückszeichen' → glückverheißend (Nom.)
Eine glückverheißende Braut ist dies; kommt alle zusammen, seht sie an; gebt ihr Glück, und geht dann fort, mit dem Unglück, [das ihr mitgebracht habt].
Wort für Wort
sumaṅgalīr
su 'gut' + maṅgala 'Glückszeichen' → glückverheißend (Nom.)
Besteige das Lager, wohlgesinnt; gebäre hier Nachkommenschaft für diesen deinen Gatten; wie Indrāṇī, gut erwachend, wache du, den Morgenröten zuvorkommend, dem Licht entgegen.
Wort für Wort
ā
her- (Präverb)
roha
besteige (Imp.)
talpaṃ
Lager (Akk.)
sumanasyamāneha
su 'gut' + manas 'Sinn' + -ya-māna (denom.Part.), + iha 'hier' → wohlgesinnt, hier
prajāṃ
Nachkommenschaft (Akk.)
janaya
gebäre (Imp.)
patye
dem Gatten (Dat.)
asmai
diesem (Dat.)
indrāṇīva
wie Indrāṇī (Nom.+iva)
subudhā
su 'gut' + budh 'erwachend, wach' → gut erwachend (Nom.)
devā agre ny apadyanta patnīḥ sam aspṛśanta tanvas tanūbhiḥ sūryeva nāri viśvarūpā mahitvā prajāvatī patyā saṃ bhaveha
Die Götter legten sich zuerst zu ihren Gattinnen, sie berührten Leib mit Leib; wie Sūryā, o Frau, an Größe allgestaltig, vereine dich hier, kinderreich, mit dem Gatten.
ut tiṣṭheto viśvāvaso namaseḍāmahe tvā jāmim icha pitṛṣadaṃ nyaktāṃ sa te bhāgo januṣā tasya viddhi
Erhebe dich von hier, o Viśvāvasu; mit Verehrung rufen wir dich an; suche dir eine [andere] Jungfrau, die beim Vater sitzt, geschmückt; das ist dein dir von Geburt an zugewiesener Anteil – erkenne ihn.
Wort für Wort
ut
auf- (Präverb)
tiṣṭheto
erhebe dich, von hier (tiṣṭha+itaḥ)
viśvāvaso
o Viśvāvasu (Vok., Gandharva)
namaseḍāmahe
mit Verehrung rufen wir an (namasā+īḍāmahe)
tvā
dich (Akk.)
jāmim
Jungfrau (Akk.)
icha
suche (Imp.)
pitṛṣadaṃ
pitṛ 'Vater' + sad 'sitzend' → beim Vater sitzend (Akk.)
apsarasaḥ sadhamādaṃ madanti havirdhānam antarā sūryaṃ ca tās te janitram abhi tāḥ parehi namas te gandharvartunā kṛṇomi
Die Apsaras feiern gemeinsam beim Trankopfer, zwischen dem Havirdhāna-Wagen und der Sonne; sie sind dein Geburtsort – zu ihnen geh fort; ich erweise dir, o Gandharva, zur rechten Zeit Verehrung.
namo gandharvasya namase namo bhāmāya cakṣuṣe ca kṛṇmaḥ viśvāvaso brahmaṇā te namo 'bhi jāyā apsarasaḥ parehi
Verehrung erweisen wir dem Zorn des Gandharva, Verehrung seinem Blick und Auge; o Viśvāvasu, mit heiligem Wort [erweisen wir] dir Verehrung; geh fort zu [deinen] Frauen, den Apsaras.
rāyā vayaṃ sumanasaḥ syāmod ito gandharvam āvīvṛtāma agant sa devaḥ paramaṃ sadhastham aganma yatra pratiranta āyuḥ
Mit Reichtum wollen wir wohlgesinnt sein; wir haben den Gandharva von hier fortgewendet; er, der Gott, ist gegangen; wir sind an den höchsten Ort gelangt, wo [die Frommen] das Leben verlängern.
Vereinigt euch, ihr [künftigen] Eltern, zur rechten Zeit; werdet Mutter und Vater des Samens; wie ein junger Mann, besteige [sie], die Frau; zeugt hier Nachkommenschaft, mehret den Reichtum.
Diese, o Pūṣan, treibe an, die gütigste, in die die Menschen den Samen säen, die uns begehrend die Schenkel öffnen möge, in die wir begehrend das Glied werfen mögen.
Wort für Wort
tāṃ
diese (Akk.)
pūṣaṃ
o Pūṣan (Vok.)
chivatamām
śiva 'gütig' + -tama (Superlativsuffix) → die Gütigste (Akk.)
Besteige den Schenkel, leg die Hand [daran]; umarme, wohlgesinnt, die Gattin; zeugt hier Nachkommenschaft, euch freuend; ein langes Leben schaffe euch Savitṛ.
Euch beiden möge Prajāpati Nachkommenschaft erzeugen; mit Tag und Nacht möge euch Aryaman salben; ohne böses Vorzeichen mögen wir in die Welt des Gatten einziehen; sei uns heilsam den Zweifüßern, heilsam den Vierfüßern.
Wort für Wort
ā
(Präverb)
vāṃ
euch beiden (Akk.Du.)
prajāṃ
Nachkommenschaft (Akk.)
janayatu
möge erzeugen (Imp.)
prajāpatir
Prajāpati (Nom.)
ahorātrābhyāṃ
ahar 'Tag' + rātra 'Nacht' → mit Tag und Nacht (Instr.Du.)
devair dattaṃ manunā sākam etad vādhūyaṃ vāso vadhvaś ca vastram yo brahmaṇe cikituṣe dadāti sa id rakṣāṃsi talpāni hanti
Von den Göttern, zugleich mit Manu, ist dies gegeben, das Brautgeschenk-Gewand und das Kleid der Braut; wer es dem kundigen Priester gibt, der allein schlägt die bösen Geister von den Lagerstätten fort.
yaṃ me datto brahmabhāgaṃ vadhūyor vādhūyaṃ vāso vadhvaś ca vastram yuvaṃ brahmaṇe 'numanyamānau bṛhaspate sākam indraś ca dattam
Den mir gegebenen Priesteranteil vom Brautpaar, das Brautgeschenk-Gewand und das Kleid der Braut – ihr, dem [zuständigen] Priester zustimmend, o Bṛhaspati, du und Indra zugleich, habt [ihn] gegeben.
Aus behaglichem Schoß hervor vereint, lachend [Anm.: hasāmudau – Wortbedeutung unsicher] und froh, in Freude schwelgend an Größe, mit guten Wegen, mit guten Söhnen, mit gutem Haus – ihr beide durchlebt, lebend, die aufleuchtenden Morgenröten.
Neues Gewand tragend, wohlriechend, gut gekleidet, bin ich lebend zu den aufleuchtenden Morgenröten emporgestiegen; wie der Vogel aus dem Ei, so habe ich mich von jeder Verfehlung befreit.
Wort für Wort
navaṃ
neues (Akk.)
vasānaḥ
tragend (Nom.Part.)
surabhiḥ
wohlriechend (Nom.)
suvāsā
su 'gut' + vāsas 'Gewand, Kleidung' → gut gekleidet (Nom.)
udāgāṃ
bin emporgestiegen (Aor.)
jīva
lebend (Nom.)
uṣaso
zu den Morgenröten (Akk.Pl.)
vibhātīḥ
aufleuchtenden (Akk.Pl.)
āṇḍāt
aus dem Ei (Abl.)
patatrīvāmukṣi
wie der Vogel, habe ich mich befreit (patatrī+iva+amukṣi)
śumbhanī dyāvāpṛthivī antisumne mahivrate āpaḥ sapta susruvur devīs tā no muñcantv aṃhasaḥ
Schmückend sind Himmel und Erde, in großer Gunst, großem Gebot [Anm.: antisumne unsicher, vermutlich antaḥ sumne 'in Gunst']; sieben Wasser sind geflossen, die göttlichen – sie mögen uns von Bedrängnis befreien.
Der auch ohne [sichtbaren] Bruch heilt, der Verwundungen vor den Schulterknochen [heilt] – der Verbindende [heilt] die Verrenkung, der gabenreiche, gutbegüterte, und macht das Verrenkte wieder zurecht. [Anm.: Vers unklar, vermutlich auf eine heilende Gottheit bezogen]
Von uns soll die Finsternis weichen, die blaue, die gelbbraune und auch die rote; die verbrennende [Kraft], die als Sprenkelung [Anm.: pṛṣātakī unsicher übersetzt] hier ist – die hefte ich an diesen Pfahl.
So viele Zauberkünste es im Wohnhaus gibt, so viele Fesseln des Königs Varuṇa, [so viele] Misserfolge und Nicht-Erfolge es gibt – die setze ich alle auf diesen Pfahl.
yā me priyatamā tanūḥ sā me bibhāya vāsasaḥ tasyāgre tvaṃ vanaspate nīviṃ kṛṇuṣva mā vayaṃ riṣāma ||50|| {11}
Mein liebster Körperteil, der fürchtete sich vor dem Gewand; an dessen Spitze, o Baumherr (vanaspati), mach du den Gürtelknoten – lass uns nicht Schaden leiden.
Wort für Wort
yā
der (Nom.)
me
mein (Gen.)
priyatamā
liebste (Nom.)
tanūḥ
Körperteil (Nom.)
sā
der (Nom.)
me
mein (Gen.)
bibhāya
fürchtete sich (Perf.)
vāsasaḥ
vor dem Gewand (Abl.)
tasyāgre
an dessen Spitze (tasya+agre)
tvaṃ
du (Nom.)
vanaspate
vana 'Wald, Baum' + pati 'Herr' → o Baumherr (Vok.)
Was Bṛhaspati [einst] entsandt hat und alle Götter [in Empfang] gehalten haben, den Glanz, der in die Kühe eingegangen ist – mit dem vereinen wir diese [Braut].
Was Bṛhaspati [einst] entsandt hat und alle Götter [in Empfang] gehalten haben, die Kraft (tejas), die in die Kühe eingegangen ist – mit der vereinen wir diese [Braut].
Was Bṛhaspati [einst] entsandt hat und alle Götter [in Empfang] gehalten haben, den Anteil (bhaga), der in die Kühe eingegangen ist – mit dem vereinen wir diese [Braut].
Was Bṛhaspati [einst] entsandt hat und alle Götter [in Empfang] gehalten haben, den Ruhm (yaśas), der in die Kühe eingegangen ist – mit dem vereinen wir diese [Braut].
Was Bṛhaspati [einst] entsandt hat und alle Götter [in Empfang] gehalten haben, die Milch, die in die Kühe eingegangen ist – mit der vereinen wir diese [Braut].
Was Bṛhaspati [einst] entsandt hat und alle Götter [in Empfang] gehalten haben, den Saft (rasa), der in die Kühe eingegangen ist – mit dem vereinen wir diese [Braut].
yadīme keśino janā gṛhe te samanartiṣū rodena kṛṇvanto 'gham agniṣ ṭvā tasmād enasaḥ savitā ca pra muñcatām
Wenn diese langhaarigen Leute in deinem Haus, tanzend, durch [ihr] Weinen Übles bewirkt haben – von dieser Verfehlung mögen dich Agni und Savitṛ befreien.
yadīyaṃ duhitā tava vikeśy arudad gṛhe rodena kṛṇvaty agham agniṣ ṭvā tasmād enasaḥ savitā ca pra muñcatām ||60|| {12}
Wenn diese deine Tochter, mit gelöstem Haar, in [ihrem Eltern-]Haus geweint und durch [ihr] Weinen Übles bewirkt hat – von dieser Verfehlung mögen dich Agni und Savitṛ befreien.
yaj jāmayo yad yuvatayo gṛhe te samanartiṣū rodena kṛṇvatīr agham agniṣ ṭvā tasmād enasaḥ savitā ca pra muñcatām
Was die Schwestern, was die jungen Frauen in deinem Haus, tanzend, durch [ihr] Weinen Übles bewirkt haben – von dieser Verfehlung mögen dich Agni und Savitṛ befreien.
yat te prajāyāṃ paśuṣu yad vā gṛheṣu niṣṭhitam aghakṛdbhir aghaṃ kṛtam agniṣ ṭvā tasmād enasaḥ savitā ca pra muñcatām
Was dir bei der Nachkommenschaft, beim Vieh oder im Haus [an Bösem] anhaftet, alles Böse, das von Übeltätern getan wurde – von dieser Verfehlung mögen dich Agni und Savitṛ befreien.
Diese Frau spricht [dabei], Bündel [von Röstkorn] hineinstreuend [Anm.: Bezug auf das Lāja-(Röstkorn-)Opfer der Braut]: 'Langlebig sei mein Gatte, er lebe hundert Herbste.'
Vereine hier, o Indra, diese beiden, das Ehepaar, wie ein Cakravāka-Vogelpaar; mit Nachkommenschaft, wohlbehalten, sollen sie das ganze [ihnen zugemessene] Leben durchleben.
Wort für Wort
ihemāv
hier, diese beiden (iha+imau)
indra
o Indra (Vok.)
saṃ
zusammen (Präverb)
nuda
treibe, vereine (Imp.)
cakravākeva
wie ein Cakravāka-Paar (Nom.Du.+iva)
daṃpatī
dam 'Haus' + patī 'Herr und Herrin' → das Ehepaar (Akk.Du.)
yad āsandyām upadhāne yad vopavāsane kṛtam vivāhe kṛtyāṃ yāṃ cakrur āsnāne tāṃ ni dadhmasi
Was auf dem Stuhl, im Kissen, oder was während des Fastens getan wurde, welche Zauberkraft sie bei der Hochzeit, beim Essen, gewirkt haben – die legen wir [nun] nieder.
Nachdem wir den Makel auf die [Braut-]Decke, das Unheil auf die Decke gesetzt haben, sind wir opferwürdig und rein geworden; unser Leben möge [dadurch] verlängert werden.
aṅgādaṅgād vayam asyā apa yakṣmaṃ ni dadhmasi tan mā prāpat pṛthivīṃ mota devān divaṃ mā prāpad urv antarikṣam apo mā prāpan malam etad agne yamam mā prāpat pitṝṃś ca sarvān
Von Glied zu Glied legen wir von ihr die Krankheit (yakṣma) ab; sie soll weder die Erde noch die Götter erreichen, den Himmel soll sie nicht erreichen noch den weiten Luftraum, die Wasser soll sie nicht erreichen; dieser Schmutz, o Agni, soll weder Yama noch alle Ahnen erreichen.
Ich umbinde dich mit dem Saft der Erde, ich umbinde dich mit dem Saft der Pflanzen, ich umbinde dich mit Nachkommenschaft und Reichtum; so umbunden, gewinne diesen Siegespreis.
Ich bin die häusliche Kraft (ama), du bist [dies], ich bin der Ṛc, du bist das Sāman, ich bin der Himmel, du bist die Erde; wir beide wollen uns hier vereinen und Nachkommenschaft erzeugen. [Anm.: das Wortspiel amaḥ/sā im Original bleibt in der Übersetzung nur andeutbar]
ye pitaro vadhūdarśā imaṃ vahatum āgaman te asyai vadhvai saṃpatnyai prajāvac charma yachantu
Die Ahnen, die zur Brautschau gekommen sind, [die] diesem Brautzug [beiwohnen] – sie mögen dieser Braut, der nunmehrigen Herrin des Hauses, kinderreiches Heil gewähren.
Die, die [wie] mit Zügeln haltend vordem gekommen sind – Nachkommenschaft und Reichtum ihr hier gebend, sollen sie sie geleiten auf dem Weg dessen, der [noch] nicht gegangen ist; diese Herrscherin, kinderreich, hat [alle anderen] überholt. [Anm.: Vers im Einzelnen unklar]
Wort für Wort
yedaṃ
die, dies (ye+idam) [?]
pūrvāgan
vordem gekommen sind (pūrvā+agan)
raśanāyamānā
mit Zügeln haltend (Nom.Pl.Part.) [?]
prajām
Nachkommenschaft (Akk.)
asyai
ihr (Dat.)
draviṇaṃ
Reichtum (Akk.)
ceha
und hier (ca+iha)
dattvā
gebend (Abs.)
tāṃ
sie (Akk.)
vahantv
sollen geleiten (Imp.Pl.)
agatasyānu
entlang dessen, der nicht gegangen ist (agatasya+anu)
panthāṃ
Weg (Akk.)
virāḍ
die Herrscherin (Nom.)
iyaṃ
diese (Nom.)
suprajā
su 'gut' + prajā 'Nachkommenschaft' → kinderreich (Nom.)