athātaḥ śarīravicayaṃ śārīraṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir, im Rahmen des Śārīrasthāna, das Kapitel über die körperliche Analyse (śarīravicaya) erklären.
Caraka-Saṃhitā · Shariirasthana
Das sechste Kapitel des Śārīrasthāna widmet sich der „Analyse des Körpers“ (śarīravicaya) und liefert die physiologische Grundlage der Therapielehre: Ātreya erklärt, wie die Körpergewebe (dhātu) durch Nahrung, deren Verdauung (Hitze, Wind, Feuchtigkeit, Zeit) und den Ausgleich von Zu- und Abnahme im Gleichgewicht gehalten werden, und formuliert das Grundprinzip „Gleichartiges vermehrt, Entgegengesetztes vermindert“, das der gesamten ayurvedischen Diätetik und Pharmakologie zugrunde liegt. Eingebettet sind knappe Passagen zur Embryonalentwicklung – Lage des Fötus im Mutterleib, die als natürlich beschriebene Geburt mit dem Kopf voran – sowie eine Erörterung von rechtzeitigem und unzeitigem Tod und der als Ideal geltenden Lebensspanne von hundert Jahren. Botanische Einzelsubstanzen werden kaum genannt, da das Kapitel bewusst auf der Ebene allgemeiner physiologischer Prinzipien bleibt, bevor die folgenden Kapitel zur konkreten Anatomie und Embryologie übergehen.
| Eigenschaft | Gegensatz |
|---|---|
| schwer | leicht |
| kalt | heiß |
| ölig | trocken-rau |
| träge | scharf |
| fest | beweglich |
| weich | hart |
| klar | schleimig-klebrig |
| glatt | rau |
| fein | grob |
| dicht | flüssig |
athātaḥ śarīravicayaṃ śārīraṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir, im Rahmen des Śārīrasthāna, das Kapitel über die körperliche Analyse (śarīravicaya) erklären.
iti ha smāha bhagavānātreyaḥ
So sprach der erhabene Ātreya.
śarīravicayaḥ śarīropakārārthamiṣyate| jñātvā hi śarīratattvaṃ śarīropakārakareṣu bhāveṣu jñānamutpadyate| tasmāccharīravicayaṃ praśaṃsanti kuśalāḥ
Die Analyse des Körpers (śarīravicaya) dient dem Nutzen des Körpers. Denn wenn man das Wesen des Körpers erkannt hat, entsteht Erkenntnis über jene Dinge, die dem Körper förderlich sind. Deshalb preisen die Kundigen die Analyse des Körpers.
tatra śarīraṃ nāma cetanādhiṣṭhānabhūtaṃ pañcamahābhūtavikārasamudāyātmakaṃ samayogavāhi | yadā hyasmiñ śarīre dhātavo vaiṣamyamāpadyante tadā kleśaṃ vināśaṃ vā prāpnoti| vaiṣamyagamanaṃ hi punardhātūnāṃ vṛdhdihrāsagamanamakārtsnyena prakṛtyā ca
Der Körper (śarīra) ist die Grundlage des Bewusstseins (cetanā); er besteht aus der Gesamtheit der Umwandlungen der fünf Grobelemente (pañcamahābhūta) und funktioniert durch deren ausgewogenes Zusammenwirken. Wenn nämlich in diesem Körper die dhātus (Körpergewebe) aus dem Gleichgewicht geraten, erleidet er Leiden oder Zerstörung. Das Geraten in Ungleichgewicht besteht wiederum im Zunehmen und Abnehmen der dhātus, sei es in einzelnen Teilen unvollständig oder ihrer Natur nach insgesamt.
yaugapadyena tu virodhināṃ dhātūnāṃ vṛdhdihrāsau bhavataḥ| yadhdi yasya dhātorvṛdhdikaraṃ tattato viparītaguṇasya dhātoḥ pratyavāyakaraṃ sampadyate
Bei einander entgegengesetzten dhātus treten Zunahme und Abnahme gleichzeitig auf: Was die Zunahme des einen dhātu bewirkt, das bewirkt zugleich eine Schädigung des dhātu mit entgegengesetzten Eigenschaften.
tadeva tasmādbheṣajaṃ samyagavacāryamāṇaṃ yugapannyūnātiriktānāṃ dhātūnāṃ sāmyakaraṃ bhavati, adhikamapakarṣatinyūnamāpyāyayati
Eben deshalb bewirkt ein richtig angewandtes Heilmittel gleichzeitig den Ausgleich der zu gering oder zu reichlich vorhandenen dhātus: Es vermindert das Übermäßige und vermehrt das Ungenügende.
etāvadeva hi bhaiṣajyaprayoge phalamiṣṭaṃ svasthavṛttānuṣṭhāne ca yāvadhdātūnāṃ sāmyaṃ syāt| svasthā hyapi dhātūnāṃ sāmyānugrahārthameva kuśalā rasaguṇānāhāravikārāṃśca paryāyeṇecchantyupayoktuṃ sātmyasamājñātān;ekaprakārabhūyiṣṭhāṃścopayuñjānāstadviparītakarasamājñātayā ceṣṭayā samamicchanti kartum
Denn genau darin besteht das erwünschte Ergebnis sowohl bei der Anwendung von Heilmitteln als auch bei der Befolgung der Regeln gesunder Lebensweise: dass das Gleichgewicht der dhātus erreicht wird. Auch Gesunde streben, eben um dieses Gleichgewicht der dhātus zu wahren, danach, die als zuträglich (sātmya) bekannten Geschmacksrichtungen (rasa) und Speisen abwechselnd zu genießen; und wenn sie überwiegend eine Art von Speise zu sich genommen haben, versuchen sie durch bewusste Zufuhr entgegengesetzt wirkender Speisen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.
deśakālātmaguṇaviparītānāṃ hi karmaṇāmāhāravikārāṇāṃ ca kriyopayogaḥ samyak, sarvātiyogasandhāraṇam,asandhāraṇamudīrṇānāṃ ca gatimatāṃ, sāhasānāṃ ca varjanaṃ, svasthavṛttametāvadhdātūnāṃ sāmyānugrahārthamupadiśyate
Die rechte Anwendung von Tätigkeiten und Speisen, die den Eigenschaften von Ort (deśa), Zeit (kāla) und der eigenen Konstitution (ātmaguṇa) entgegengesetzt sind, das Zurückhalten jeglichen Übermaßes, das Nicht-Unterdrücken der aufsteigenden natürlichen Bedürfnisse des Körpers sowie das Meiden gewaltsamer, überstürzter Handlungen (sāhasa) – all dies wird als Regel gesunder Lebensweise gelehrt, eben zu dem Zweck, das Gleichgewicht der dhātus zu fördern.
dhātavaḥ punaḥ śārīrāḥ samānaguṇaiḥ samānaguṇabhūyiṣṭhairvā'pyāhāravikārairabhyasyamānairvṛdhdiṃ prāpnuvanti, hrāsaṃ tuviparītaguṇairviparītaguṇabhūyiṣṭhairvā'pyāhārairabhyasyamānaiḥ
Die körperlichen dhātus wiederum nehmen zu, wenn regelmäßig Speisen mit gleichartigen oder überwiegend gleichartigen Eigenschaften eingenommen werden; sie nehmen dagegen ab, wenn regelmäßig Speisen mit entgegengesetzten oder überwiegend entgegengesetzten Eigenschaften eingenommen werden.
tatreme śarīradhātuguṇāḥ saṃkhyāsāmarthyakarāḥ; tadyathā-gurulaghuśītoṣṇasnigdharūkṣamandatīkṣṇasthirasaramṛdukaṭhinaviśadapicchilaślakṣṇakharasūkṣmasthūlasāndradravāḥ| teṣu ye guravaste gurubhirāhāravikāraguṇairabhyasyamānairāpyāyyante, laghavaśca hrasanti; laghavastu laghubhirāpyāyyante, guravaścahrasanti| evameva sarvadhātuguṇānāṃ sāmānyayogādvṛdhdi:, viparyayādadhdrāsaḥ| tasmānmāṃsamāpyāyyate māṃsena bhūyastaramanyebhyaḥ śarīradhātubhyaḥ, tathā lohitaṃ lohitena, medo medasā, vasā vasayā, asthitaruṇāsthnā, majjā majjñā, śukraṃ śukreṇa, garbhastvāmagarbheṇa
Dabei sind es folgende Eigenschaften der Körper-dhātus, die deren Menge bzw. Wirkkraft bestimmen, nämlich: schwer und leicht, kalt und heiß, ölig und trocken-rau, träge und scharf, fest und beweglich, weich und hart, klar und schleimig-klebrig, glatt und rau, fein und grob, dicht und flüssig. Von diesen werden die schweren (dhātus) vermehrt, wenn regelmäßig Speisen mit schweren Eigenschaften eingenommen werden, während die leichten dabei abnehmen; die leichten dagegen werden durch leichte Speisen vermehrt, während die schweren dabei abnehmen. Ebenso gilt für alle Eigenschaften der dhātus: Durch Gleichartigkeit mit der eingenommenen Nahrung erfolgt Zunahme, durch das Gegenteil Abnahme. Deshalb wird Muskelgewebe (māṃsa) am stärksten durch Muskelgewebe vermehrt, mehr als durch jeden anderen Körper-dhātu; ebenso Blut (lohita) durch Blut, Fettgewebe (meda) durch Fettgewebe, Körperfett (vasā) durch Körperfett, Knochen (asthi) durch junges Knochengewebe, Knochenmark (majjā) durch Knochenmark, Samen (śukra) durch Samen, und der Embryo (garbha) durch noch ungereiftes, embryonales Gewebe.
yatra tvevaṃlakṣaṇena sāmānyena sāmānyavatāmāhāravikārāṇāmasānnidhyaṃ syāt, sannihitānāṃ vā'pyayuktatvānnopayogo ghṛṇitvādanyasmādvā kāraṇāt, sa ca dhāturabhivardhayitavyaḥ syāt, tasya ye samānaguṇāḥ syurāhāravikārā asevyāśca, tatrasamānaguṇabhūyiṣṭhānāmanyaprakṛtīnāmapyāhāravikārāṇāmupayogaḥ syāt| tadyathā- śukrakṣaye kṣīrasarpiṣorupayogo madhurasnigdhaśītasamākhyātānāṃ cāpareṣāṃ dravyāṇāṃ, mūtrakṣaye punarikṣurasavāruṇīmaṇḍadravamadhurāmlalavaṇopakledināṃ, purīṣakṣaye kulmāṣamāṣakuṣkuṇḍājamadhyayavaśākadhānyāmlānāṃ, vātakṣayekaṭukatiktakaṣāyarūkṣalaghuśītānāṃ, pittakṣaye'mlalavaṇakaṭukakṣāroṣṇatīkṣṇānāṃ, śleṣmakṣaye snigdhagurumadhurasāndrapicchilānāṃ dravyāṇām| karmāpi yadyasya dhātorvṛdhdikaraṃ tattadāsevyam| evamanyeṣāmapi śarīradhātūnāṃ sāmānyaviparyayābhyāṃ vṛdhdihrāsau yathākālaṃ kāryau| iti sarvadhātūnāmekaikaśo'tideśataśca vṛdhdihrāsakarāṇi vyākhyātāni bhavanti
Wenn nun aber gleichartige Speisen der eben beschriebenen Art für einen bestimmten dhātu nicht verfügbar sind, oder wenn vorhandene wegen Ungeeignetheit, aus Ekel oder aus einem anderen Grund nicht angewendet werden können, jener dhātu aber vermehrt werden soll, dann sollen Speisen angewendet werden, die zwar ihrer Natur nach anders sind, aber überwiegend gleichartige Eigenschaften wie die eigentlich passenden, aber nicht verfügbaren Speisen besitzen. So etwa bei Erschöpfung des śukra (Samen) die Anwendung von Milch und Ghee sowie anderer als süß, ölig und kühlend bekannter Substanzen; bei Erschöpfung des Urins von Zuckerrohrsaft, Reiswein (vāruṇī), flüssigem Reisschleim (maṇḍa) und anderen süßen, sauren, salzigen, befeuchtenden Stoffen; bei Erschöpfung des Stuhls von kulmāṣa (fermentiertem Getreidebrei), schwarzen Bohnen, kuṣkuṇḍa, Ziegenfleisch, mittelfein gemahlener Gerste, Gemüse und sauren Getreidearten; bei Erschöpfung des vāta von scharfen, bitteren, herben, trockenen, leichten und kühlenden Stoffen; bei Erschöpfung des pitta von sauren, salzigen, scharfen, alkalischen, heißen und intensiven Stoffen; bei Erschöpfung des kapha von öligen, schweren, süßen, dichten und schleimig-klebrigen Stoffen. Auch jede Tätigkeit, die einen bestimmten dhātu vermehrt, soll angewendet werden. Ebenso sind für die übrigen Körper-dhātus Zunahme und Abnahme nach dem Prinzip von Gleichartigkeit und Gegensatz je nach Bedarf herbeizuführen. Damit sind für sämtliche dhātus, sowohl einzeln als auch durch Übertragung auf ähnlich gelagerte Fälle, die Ursachen von Zunahme und Abnahme erklärt worden.
kārtsnyena śarīravṛdhdikarāstvime bhāvā bhavanti; tadyathā- kālayogaḥ, svabhāvasaṃsidhdi:, āhārasauṣṭhavam,avighātaśceti
Für das Wachstum des gesamten Körpers sind folgende Faktoren maßgeblich, nämlich: der rechte Zeitpunkt (kālayoga), die natürliche Vollendung der eigenen Konstitution (svabhāvasaṃsiddhi), die Vorzüglichkeit der Nahrung (āhārasauṣṭhava) und das Ausbleiben von Hindernissen (avighāta).
balavṛdhdikarāstvime bhāvā bhavanti| tadyathā- balavatpuruṣe deśe janma balavatpuruṣe kāle ca, sukhaśca kālayogaḥ, bījakṣetraguṇasaṃpacca, āhārasaṃpacca, śarīrasaṃpacca,sātmyasaṃpacca, sattvasaṃpacca, svabhāvasaṃsidhdiśca, yauvanaṃ ca, karma ca, saṃharṣaśceti
Folgende Faktoren aber bewirken die Zunahme der Kraft (bala): Geburt in einer Gegend, die kräftige Menschen hervorbringt, und zu einer Zeit, die kräftige Menschen hervorbringt; ein angenehmer Verlauf der Jahreszeiten; die Vortrefflichkeit von Samen und Mutterboden (bīja und kṣetra); die Vortrefflichkeit der Nahrung; die Vortrefflichkeit des Körpers; die Vortrefflichkeit der Bekömmlichkeit (sātmya); die Vortrefflichkeit der geistig-seelischen Verfassung (sattva); die natürliche Vollendung der eigenen Konstitution; Jugend; angemessene Betätigung; und Frohsinn.
āhārapariṇāmakarāstvime bhāvā bhavanti| tadyathā- ūṣmā, vāyuḥ, kledaḥ, snehaḥ, kālaḥ, samayogaśceti
Die Umwandlung der Nahrung bewirken folgende Faktoren: Hitze (ūṣman, das agni), Wind (vāyu), Feuchtigkeit (kleda), Öligkeit (sneha), Zeit (kāla) und deren ausgewogenes Zusammenwirken (samayoga).
tatra tu khalveṣāmūṣmādīnāmāhārapariṇāmakarāṇāṃ bhāvānāmime karmaviśeṣā bhavanti| tadyathā- ūṣmā pacati, vāyurapakarṣati, kledaḥ śaithilyamāpādayati, sneho mārdavaṃ janayati, kālaḥ paryāptimabhinirvartayati,samayogastveṣāṃ pariṇāmadhātusāmyakaraḥ sampadyate
Diese die Nahrungsumwandlung bewirkenden Faktoren – Hitze und die übrigen – haben nun folgende besonderen Wirkweisen: Die Hitze verdaut (kocht), der Wind zerlegt und bewegt fort, die Feuchtigkeit lockert auf, die Öligkeit erzeugt Weichheit, die Zeit vollendet den Vorgang, und ihr ausgewogenes Zusammenwirken bewirkt, dass die entstehenden dhātus im rechten Gleichgewicht sind.
pariṇamatastvāhārasya guṇāḥ śarīraguṇabhāvamāpadyante yathāsvamavirudhdā: ; virudhdāśca vihanyurvihatāśca virodhibhiḥśarīram
Während die Nahrung umgewandelt wird, gehen ihre Eigenschaften, sofern sie den Körpereigenschaften nicht widersprechen, ihrer Art entsprechend in die Eigenschaften des Körpers über; widersprechende Eigenschaften dagegen werden vernichtet, und das so Vernichtete schädigt seinerseits durch seine Widersprüchlichkeit den Körper.
śarīraguṇāḥ punarvdividhāḥ saṃgrheṇa- malabhūtāḥ, prasādabhūtāśca| tatra malabhūtāste ye śarīrasyābādhakarāḥ syuḥ| tadyathā- śarīracchidreṣūpadehāḥ pṛthagjanmāno bahirmukhāḥ, paripakvāśca dhātavaḥ, prakupitāśca vātapittaśleṣmāṇaḥ, ye cānye'pikeciccharīre tiṣṭhanto bhāvāḥ śarīrasyopaghātāyopapadyante, sarvāṃstānmale saṃcakṣmahe; itarāṃstu prasāde , gurvādīṃścadravāntān guṇabhedena, rasādīṃśca śukrāntān dravyabhedena
Die Körperbestandteile lassen sich zusammenfassend in zwei Arten einteilen: solche, die Abfallstoffe (mala) sind, und solche, die Reinsubstanz (prasāda) sind. Zu den Abfallstoffen gehört alles, was dem Körper schädlich ist, nämlich: die Ablagerungen in den Körperöffnungen, die für sich entstehen und nach außen gerichtet sind; die vollständig verbrauchten dhātus; die erregten, aus dem Gleichgewicht geratenen vāta, pitta und kapha; sowie alle anderen im Körper befindlichen Stoffe, die dem Körper schaden – all diese bezeichnen wir als mala. Die übrigen Bestandteile dagegen rechnen wir zur Reinsubstanz (prasāda): nach der Unterscheidung ihrer Eigenschaften die Reihe von schwer bis flüssig, und nach der Unterscheidung der Substanzen die Reihe von rasa (dem ersten dhātu) bis śukra (dem letzten).
teṣāṃ sarveṣāmeva vātapittaśleṣmāṇo duṣṭā dūṣayitāro bhavanti, doṣasvabhāvāt| vātādīnāṃ punardhātvantare kālāntare praduṣṭānāṃ vividhāśitapītīye'dhyāye vijñānānyuktāni| etāvatyeva duṣṭadoṣagatiryāvat saṃsparśanāccharīradhātūnām| prakṛtibhūtānāṃ tu khalu vātādīnāṃ phalamārogyam| tasmādeṣāṃ prakṛtibhāve prayatitavyaṃ budhdimadbhdiriti
Unter all diesen Bestandteilen sind es vāta, pitta und kapha, die, wenn sie erregt bzw. verunreinigt sind, verunreinigend wirken – denn dies ist ihre Natur als doṣa. Die Erkennungszeichen dafür, dass vāta und die übrigen doṣas sich in einem bestimmten dhātu oder zu einer bestimmten Zeit verunreinigt haben, wurden im Kapitel Vividhāśitapītīya dargelegt. So weit reicht die Wirkung der verunreinigten doṣas, wie sie mit den Körper-dhātus in Berührung kommen. Sind vāta und die übrigen doṣas dagegen in ihrem natürlichen Zustand, so ist Gesundheit die Folge. Deshalb sollen die Weisen sich bemühen, diese doṣas in ihrem natürlichen Zustand zu erhalten.
bhavati cātra- śarīraṃ sarvathā sarvaṃ sarvadā veda yo bhiṣak| āyurvedaṃ sa kārtsnyena veda lokasukhapradam
Dazu heißt es: Wer den Körper in jeder Hinsicht, vollständig und zu jeder Zeit kennt – dieser Arzt kennt den Āyurveda, der den Menschen Glück verleiht, in seiner Gesamtheit.
evaṃvādinaṃ bhagavantamātreyamagniveśa uvāca śrutametadyaduktaṃ bhagavatā śarīrādhikāre vacaḥ| kinnu khalu garbhasyāṅgaṃ pūrvamabhinirvartate kukṣau, kuto mukhaḥ kathaṃ cāntargatastiṣṭhati, kimāhāraśca vartayati, kathambhūtaścaniṣkrāmati, kaiścāyamāhāropacārairjātaḥ sadyo hanyate, kairavyādhirabhivardhate, kiṃ cāsya devādiprakopanimittā vikārāḥsambhavanti āhosvinna, kiṃcāsya kālākālamṛtyvorbhāvābhāvayorbhagavānadhyavasyati, kiṃcāsya paramāyuḥ, kāni cāsyaparamāyuṣo nimittānīti
Zu dem so sprechenden erhabenen Ātreya sagte Agniveśa: Vernommen habe ich dieses Wort, das der Erhabene zum Thema des Körpers gesprochen hat. Doch welches Glied des Embryos entsteht im Mutterleib zuerst? Wohin ist sein Gesicht gerichtet, und wie verweilt er im Inneren? Wovon ernährt er sich? In welcher Verfassung tritt er hervor? Durch welche Art von Nahrung und Pflege stirbt ein Neugeborenes sofort, und durch welche wächst es ohne Krankheit heran? Entstehen seine Krankheiten aus dem Zorn der Götter und ähnlichen Ursachen, oder nicht? Wie entscheidet der Erhabene über Vorhandensein und Fehlen von rechtzeitigem und unzeitigem Tod bei ihm? Was ist seine höchstmögliche Lebensspanne, und was sind die Bedingungen für diese höchstmögliche Lebensspanne?
tamevamuktavantamagniveśaṃ bhagavān punarvasurātreya uvāca- pūrvamuktametadgarbhāvakrāntau yathā'yamabhinirvartate kukṣau, yaccāsya yadāsaṃtiṣṭhate'ṅgajātam| viprativādāstvatra bahuvidhāḥ sūtrakṛtāmṛṣīṇāṃ santi sarveṣāṃ; tānapi nibodhocyamānān- śiraḥ pūrvamabhinirvartate kukṣāvitikumāraśirā bharavdājaḥ paśyati, sarvendriyāṇāṃ tadadhiṣṭhānamiti kṛtvā; hṛdayamiti kāṅkāyano bāhlīkabhiṣak,cetanādhiṣṭhānatvāt; nābhiriti bhadrakāpyaḥ, āhārāgama iti kṛtvā; pakvāśayagudamiti bhadraśaunakaḥ, mārutādhiṣṭhānatvāt;hastapādamiti baḍiśaḥ, tatkaraṇatvāt puruṣasya; indriyāṇīti janako vaidehaḥ, tānyasya budhdyādhiṣṭhānānīti kṛtvā;parokṣatvādacintyamiti mārīciḥ kaśyapaḥ; sarvāṅgābhinirvṛttiryugapaditi dhanvantariḥ; tadupapannaṃ, sarvāṅgānāṃtulyakālābhinirvṛttatvādhdṛdayaprabhṛtīnām| sarvāṅgānāṃ hyasya hṛdayaṃ mūlamadhiṣṭhānaṃ ca keṣāñcidbhāvānām, naca tasmāt pūrvābhinirvṛttireṣāṃ; tasmādhdṛdayaprabhṛtīnāṃ sarvāṅgānāṃ tulyakālābhinirvṛttiḥ, sarve bhāvā hyanyonyapratibadhdā:; tasmādyathābhūtadarśanaṃ sādhu
Zu dem so sprechenden Agniveśa sagte nun der erhabene Punarvasu Ātreya: Bereits früher wurde dargelegt, wie dieser Embryo beim Eintritt in den Mutterleib (garbhāvakrānti) sich entwickelt und wann und wie seine Glieder sich formen. Doch es gibt hierzu vielerlei einander widersprechende Ansichten unter den Weisen, den Verfassern von Lehrsätzen; vernimm auch diese, wie sie vorgetragen werden. Bharadvāja sieht, dass zuerst der Kopf des Embryos entsteht, weil dieser der Sitz aller Sinnesorgane ist. Kāṅkāyana, der Arzt aus Bāhlīka, meint das Herz, weil es der Sitz des Bewusstseins ist. Bhadrakāpya meint den Nabel, weil dort die Nahrung ankommt. Bhadraśaunaka meint den Dickdarm und den After, weil dies der Sitz des vāta (māruta) ist. Baḍiśa meint Hände und Füße, weil sie die Werkzeuge des Menschen für Handlung sind. Janaka, der König von Videha, meint die Sinnesorgane, weil sie der Sitz der Erkenntnisfähigkeit (buddhi) sind. Mārīci Kaśyapa hält dies für unerkennbar, weil es sich der unmittelbaren Wahrnehmung entzieht. Dhanvantari meint, alle Glieder entstünden gleichzeitig. Dies ist zutreffend, denn Herz und alle anderen Glieder entstehen zur selben Zeit. Zwar ist das Herz die Wurzel und der Sitz aller Glieder sowie mancher körperlicher Vorgänge, doch bedeutet das nicht, dass es vor ihnen entsteht; deshalb entstehen Herz und alle übrigen Glieder gleichzeitig, denn alle körperlichen Erscheinungen sind wechselseitig voneinander abhängig. Daher ist es richtig, die Dinge so zu betrachten, wie sie tatsächlich sind.
garbhastu khalu mātuḥ pṛṣṭhābhimukha ūrdhvaśirāḥ saṅkucyāṅgānyāste'ntaḥkukṣau
Der Embryo aber liegt, dem Rücken der Mutter zugewandt, mit dem Kopf nach oben, seine Glieder zusammengekrümmt, im Inneren des Mutterleibes.
vyapagatapipāsābubhukṣastu khalu garbhaḥ paratantravṛttirmātaramāśritya vartayatyupasnehopasvedābhyāṃ garbhāśaye sadasabhdūtāṅgāvayavaḥ,tadanantaraṃ hyasya kaścillomakūpāyanairupasnehaḥ kaścinnābhināḍyayanaiḥ| nābhyāṃ hyasya nāḍī prasaktā, nāḍyāṃ cāparā, aparā cāsya mātuḥ prasaktā hṛdaye, mātṛhṛdayaṃ hyasya tāmaparāmabhisamplavatesirābhiḥ syandamānābhiḥ; sa tasya raso balavarṇakaraḥ sampadyate, sa ca sarvarasavānāhāraḥ| striyā hyāpannagarbhāyāstridhā rasaḥ pratipadyate- svaśarīrapuṣṭaye, stanyāya, garbhavṛdhdaye ca| sa tenāhāreṇopaṣṭabdhaḥ (paratantravṛttirmātaramāśritya ) vartayatyantargataḥ
Der Embryo, frei von Durst und Hunger, in seiner Existenz von der Mutter abhängig, lebt und ernährt sich – mit teils vollständig, teils noch unvollständig ausgebildeten Gliedern – im Mutterleib durch Befeuchtung (upasneha) und Durchwärmung (upasveda). Diese Befeuchtung erreicht ihn zum einen über die Poren der Haut, zum anderen über den Nabelkanal. Denn mit seinem Nabel ist ein Kanal (nāḍī) verbunden, mit diesem Kanal wiederum die Plazenta (aparā), und die Plazenta ist mit dem Herzen der Mutter verbunden; das Herz der Mutter nämlich versorgt über strömende Blutgefäße (sirā) diese Plazenta. So wird deren Saft (rasa) zur Quelle von Kraft und Farbe für den Embryo, und dieser rasa enthält alle Geschmacksrichtungen der von der Mutter aufgenommenen Nahrung. Bei einer schwangeren Frau verteilt sich der rasa nämlich auf dreifache Weise: zur Ernährung ihres eigenen Körpers, zur Muttermilch und zum Wachstum des Embryos. Auf diese Weise, gestützt durch diese Nahrung, lebt der Embryo, in seiner Existenz von der Mutter abhängig, im Inneren des Mutterleibes.
sa copasthitakāle janmani prasūtimārutayogāt parivṛttyāvāk śirā niṣkrāmatyapatyapathena, eṣā prakṛtiḥ, vikṛtiḥpunarato'nyathā| paraṃ tvataḥ svatantravṛttirbhavati
Wenn die Zeit der Geburt gekommen ist, dreht er sich durch das Wirken des Geburtswindes (prasūtimāruta) um und tritt mit dem Kopf voran durch den Geburtskanal hervor; dies ist der natürliche Ablauf, jede Abweichung davon dagegen eine Fehllage. Von diesem Zeitpunkt an aber lebt er in eigenständiger, von der Mutter unabhängiger Existenz.
tasyāhāropacārau jātisūtrīyopadiṣṭāvavikārakarau cābhivṛdhdikarau bhavataḥ
Nahrung und Pflege für ihn, wie sie im Kapitel Jātisūtrīya gelehrt wurden, bewirken, wenn sie richtig angewendet werden, Freisein von Krankheit und förderliches Wachstum.
tābhyāmeva ca viṣamasevitābhyāṃ jātaḥ sadya upahanyate tarurivāciravyaparopito vātātapābhyāmapratiṣṭhitamūlaḥ
Werden eben diese beiden aber unangemessen angewendet, so geht das Neugeborene sogleich zugrunde, wie ein eben erst gepflanzter Baum mit noch nicht gefestigten Wurzeln durch Wind und Sonnenglut zugrunde geht.
āptopadeśādadbhutarūpadarśanāt samutthānaliṅgacikitsitaviśeṣāccādoṣaprakopānurūpā devādiprakopanimittā vikārāḥsamupalabhyante
Aufgrund der Belehrung zuverlässiger Autoritäten (āpta), aufgrund der Beobachtung ungewöhnlicher Erscheinungsformen sowie aufgrund der Besonderheiten in Entstehung, Krankheitszeichen und Behandlung erkennt man Krankheiten, die durch den Zorn der Götter und ähnliche Ursachen entstehen und die nicht der gewöhnlichen Erregung der doṣas entsprechen.
kālākālamṛtyvostu khalu bhāvābhāvayoridamadhyavasitaṃ naḥ- “yaḥ kaścin mriyate sa kāla eva mriyate, na hi kālacchidramasti”ityeke bhāṣante| taccāsamyak| na hyacchidratā sacchidratā vā kālasyopapadyate, kālasvalakṣaṇasvabhāvāt| tatrāhurapare- yo yadā mriyate sa tasya niyato mṛtyukālaḥ; sa sarvabhūtānāṃ satyaḥ, samakriyatvāditi| etadapi cānyathā'rthagrahaṇam| na hi kaścinna mriyata iti samakriyaḥ| kālo hyāyuṣaḥ pramāṇamadhikṛtyocyate| yasya ceṣṭaṃ yo yadā mriyate sa tasya mṛtyukāla iti, tasya sarve bhāvā yathāsvaṃ niyatakālā bhaviṣyanti; tacca nopapadyate, pratyakṣaṃhyakālāhāravacanakarmaṇāṃ phalamaniṣṭaṃ, viparyaye ceṣṭaṃ; pratyakṣataścopalabhyate khalu kālākālavyaktistāsu tāsvavasthāsu taṃtamarthamabhisamīkṣya, tadyathā- kālo'yamasya vyādherāhārasyauṣadhasya pratikarmaṇo visargasya, akālo veti| loke'pyetabhdavati- kāle devo varṣatyakāle devo varṣati, kāle śītamakāle śītaṃ, kāle tapatyakāle tapati, kāle puṣpaphalamakāle capuṣpaphalamiti| tasmādubhayamasti- kāle mṛtyurakāle ca; naikāntikamatra| yadi hyakāle mṛtyurna syānniyatakālapramāṇamāyuḥ sarvaṃ syāt; evaṃ gate hitāhitajñānamakāraṇaṃ syāt,pratyakṣānumānopadeśāścāpramāṇāni syurye pramāṇabhūtāḥ sarvatantreṣu, yairāyuṣyāṇyanāyuṣyāṇi copalabhyante| vāgvastumātrametadvādamṛṣayo manyante- nākāle mṛtyurastīti
Über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von rechtzeitigem und unzeitigem Tod (kāla- und akāla-mṛtyu) haben wir Folgendes festgestellt: Manche sagen: 'Wer auch immer stirbt, der stirbt genau zur rechten Zeit, denn es gibt keine Lücke in der Zeit.' Dies ist jedoch nicht richtig. Denn weder Lückenlosigkeit noch Lückenhaftigkeit lässt sich sinnvoll von der Zeit aussagen, da dies dem Eigenwesen der Zeit selbst widerspricht. Andere wiederum sagen: 'Wann auch immer jemand stirbt, das ist eben seine ihm bestimmte Todeszeit; dies gilt in gleicher Weise für alle Lebewesen, da es sich um denselben Vorgang handelt.' Aber auch dies ist eine Fehldeutung des Sachverhalts. Denn nicht deshalb, weil jeder irgendwann stirbt, sind die Vorgänge bei allen gleich. Zeit wird nämlich in Bezug auf das Maß der Lebensspanne (āyus) verstanden. Wenn man aber behauptet, dass, wann immer jemand stirbt, dies eben seine Todeszeit sei, dann müssten für ihn alle Lebensereignisse jeweils zu einer festen, bestimmten Zeit eintreten; dies aber lässt sich nicht aufrechterhalten. Denn es ist unmittelbar erfahrbar, dass unzeitige, unangemessene Nahrung, Rede und Handlung unerwünschte Folgen haben, während das Gegenteil erwünschte Folgen hat. Und unmittelbar wahrnehmbar zeigt sich der Unterschied zwischen rechtzeitig und unzeitig, wenn man jeweils den betreffenden Sachverhalt in seinem Zusammenhang betrachtet, etwa: Dies ist die rechte Zeit für diese Krankheit, für diese Nahrung, für dieses Heilmittel, für diese Behandlung, für diese Ausscheidung – oder eben die unrechte Zeit. Auch im gewöhnlichen Leben zeigt sich dies: Zur rechten Zeit regnet der Himmel, zur unrechten Zeit regnet der Himmel; zur rechten Zeit ist es kalt, zur unrechten Zeit ist es kalt; zur rechten Zeit ist es heiß, zur unrechten Zeit ist es heiß; zur rechten Zeit gibt es Blüte und Frucht, zur unrechten Zeit gibt es Blüte und Frucht. Deshalb gibt es beides: Tod zur rechten Zeit und Tod zur unrechten Zeit; hier gibt es keine absolute Ausschließlichkeit. Denn gäbe es keinen unzeitigen Tod, so wäre die Lebensspanne für alle in gleicher, festgelegter Dauer bestimmt; dann aber wäre das Wissen um Zuträgliches und Unzuträgliches ohne Grund, und unmittelbare Wahrnehmung, Schlussfolgerung und überlieferte Lehre – die in allen medizinischen Lehrsystemen als maßgebliche Erkenntnismittel gelten und durch die man erkennt, was der Lebensspanne förderlich oder abträglich ist – wären ohne Beweiskraft. Die Weisen halten daher diese Lehre, dass es keinen unzeitigen Tod gebe, für eine bloße Behauptung ohne sachliche Grundlage.
varṣaśataṃ khalvāyuṣaḥ pramāṇamasmin kāle
Hundert Jahre gelten in diesem Zeitalter als das Maß der Lebensspanne.
tasya nimittaṃ prakṛtiguṇātmasaṃpat sātmyopasevanaṃ ceti
Die Bedingung dafür ist die Vollkommenheit von Konstitution (prakṛti), Eigenschaften (guṇa) und Geist (ātman) sowie die Pflege des Zuträglichen (sātmya).
tatra ślokāḥ- śarīraṃ yadyathā tacca vartate kliṣṭamāmayaiḥ| yathā kleśaṃ vināśaṃ ca yāti ye cāsya dhātavaḥ
Dazu gibt es folgende Verse: Was der Körper ist und wie er beschaffen ist, wie er, von Krankheiten geplagt, fortbesteht, wie er Leiden und Zerstörung erfährt, und welches seine dhātus sind –
vṛdhdihrāsau yathā teṣāṃ kṣīṇānāmauṣadhaṃ ca yat| dehavṛdhdikarā bhāvā balavṛddhikarāśca ye
wie deren Zunahme und Abnahme verläuft, und welches Heilmittel bei ihrer Erschöpfung angezeigt ist; welche Faktoren das Wachstum des Körpers bewirken und welche die Zunahme der Kraft –
pariṇāmakarā bhāvā yā ca teṣāṃ pṛthak kriyā| malākhyāḥ samprasādākhyā dhātavaḥ praśna eva ca
welche Faktoren die Umwandlung der Nahrung bewirken und welches deren jeweils eigene Wirkweise ist; die als mala bezeichneten und die als prasāda bezeichneten dhātus – und die eingangs gestellte Frage selbst –
navako nirṇayaścāsya vidhivat saṃprakāśitaḥ| tathyaḥ śarīravicaye śārīre paramarṣiṇā
dies alles wurde, in neun Abschnitten gegliedert, hier zur körperlichen Analyse (śarīravicaya) im Śārīrasthāna vom höchsten Weisen wahrheitsgemäß und ordnungsgemäß dargelegt.