Rāmāyaṇa
Vālmīkis Rāmāyaṇa: Sanskrit (im Kern padapāṭha-nahe, wortgetrennt für die Wort-für-Wort-Analyse) und deutsche Übersetzung, Sarga für Sarga im Aufbau.
Epen · 634 Sargas · 22.374 Ślokas
Vorwort
Das Rāmāyaṇa („der Weg/die Wanderung des Rāma“) des Vālmīki gilt neben dem Mahābhārata als das zweite große Epos (itihāsa) Indiens und als das ādikāvya, das „erste Kunstgedicht“ der sanskritischen Literatur – Vālmīki selbst wird in der Tradition als ādikavi, als „Erster Dichter“, bezeichnet. Es erzählt die Geschichte des Prinzen Rāma von Ayodhyā: seine Kindheit, seine Heirat mit Sītā, seine vierzehnjährige Verbannung in den Wald, den Raub Sītās durch den Dämonenkönig Rāvaṇa von Laṅkā, das Bündnis mit dem Affenkönig Sugrīva und dessen Feldherrn Hanumān, den Krieg gegen Rāvaṇa und schließlich Rāmas Rückkehr und Krönung – sowie, im nachträglich angefügten siebten Buch, Sītās Verstoßung und das Ende der Geschichte.
Der überlieferte Text gliedert sich in sieben Kāṇḍas (Bücher): Bāla-, Ayodhyā-, Araṇya-, Kiṣkindhā-, Sundara-, Yuddha- und Uttarakāṇḍa, mit insgesamt rund 24.000 Ślokas (Doppelversen) in etwa 500 Sargas (Kapiteln) – die genaue Zahl schwankt je nach Rezension und Edition. Anders als beim Mahābhārata ist die Überlieferung vergleichsweise homogen, doch unterscheiden vor allem die nordwestliche und die südliche Rezension sich in Details; die kritische Ausgabe der Oriental Institute Baroda (1960–1975) hat versucht, einen gemeinsamen älteren Kern zu rekonstruieren. Bāla- und Uttarakāṇḍa gelten in der Forschung überwiegend als spätere Ergänzungen zum ursprünglichen, mit Ayodhyākāṇḍa einsetzenden Kernepos.
Diese Ausgabe wird, wie die übrigen Werke dieser Bibliothek, Sarga für Sarga aufgebaut: Der Sanskrit-Text folgt in wortgetrennter, dem padapāṭha angenäherter Form (nahe an der Vorlage, die für die Wort-für-Wort-Analyse gedacht ist) verfügbaren digitalen Rezensionen, insbesondere der auf sanskritdocuments.org zugänglichen Ausgabe; die deutsche Übersetzung sowie die Wort-für-Wort-Analyse sind eine eigene Neuübersetzung. Verszählungen können, wie bei jeder handschriftlich überlieferten Dichtung dieses Umfangs, zwischen Editionen leicht variieren.
Einführung
Das Bālakāṇḍa („Das Buch der Kindheit“) beginnt mit einer Rahmenerzählung: Vālmīki befragt den göttlichen Weisen Nārada nach dem vollkommensten aller Menschen, und Nārada antwortet mit einer knappen Zusammenfassung des gesamten Rāma-Epos (Sarga 1, hier als erste Sarga vorgelegt). Erst danach (ab Sarga 2) wird erzählt, wie Vālmīki selbst zum Dichter wird – durch den spontanen Ausbruch des ersten Śloka-Verses beim Anblick eines getöteten Kraunca-Vogels – und wie ihm Brahmā aufträgt, die ganze Geschichte in Versen zu dichten. Die folgenden Sargas erzählen dann ausführlich Rāmas Geburt, seine Jugend, den Bogenwettkampf um Sītās Hand und die Hochzeit der vier Söhne Daśarathas.
Inhalt
- Bālakāṇḍa77 von 77 übersetzt
- Ayodhyākāṇḍa119 von 119 übersetzt
- Araṇyakāṇḍa75 von 75 übersetzt
- Kiṣkindhākāṇḍa67 von 67 übersetzt
- Sundarakāṇḍa68 von 68 übersetzt
- Yuddhakāṇḍa128 von 128 übersetzt
- Uttarakāṇḍa100 von 100 übersetzt