Quellen der Menschheit

Mahābhārata

Zweisprachige Leseausgabe: Sanskrit (IAST) und deutsche Übersetzung, Vers für Vers mit Wort-für-Wort-Analyse, im Aufbau befindlich (Parva für Parva, Adhyāya für Adhyāya).

Epen · 1997 Kapitel · 77.899 Verse

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Vorwort

Diese Ausgabe beginnt die Übersetzung des Mahābhārata – des mit rund hunderttausend Ślokas längsten Epos der Weltliteratur (daher sein alter Beiname śatasāhasrī saṃhitā, „die Sammlung der Hunderttausend“), gegliedert in 18 Parvas (Bücher). Ein Werk dieses Umfangs lässt sich nicht in einem Zug vollständig übersetzen: schon das noch unfertige Rāmāyaṇa-Projekt in dieser Bibliothek – mit rund 5.460 Ślokas in 7 Kāṇḍas – ist nach vielen Sitzungen erst in seinen Anfängen; das Mahābhārata ist etwa achtzehnmal so umfangreich. Diese Ausgabe wird daher, wie das Rāmāyaṇa, Stück für Stück weitergeführt: Parva für Parva, Adhyāya für Adhyāya, mit fortlaufender Veröffentlichung, damit der Fortschritt mitverfolgt werden kann. Vollständigkeit ist das erklärte Ziel, aber ein Ziel vieler weiterer Sitzungen, nicht dieser einen.

Veröffentlicht ist bislang der Beginn: die ersten 25 Verse des ersten Adhyāya des Ādiparva – die Rahmenerzählung, in der der Sūta-Sohn Ugraśravas bei einem zwölfjährigen Opfer im Naimiṣa-Wald eintrifft und von den dort versammelten Weisen gebeten wird, die Geschichte zu erzählen, die er selbst am Schlangenopfer des Königs Janamejaya aus dem Mund Vaiśampāyanas gehört hat, der sie wiederum vom Verfasser des Werks, Kṛṣṇa Dvaipāyana Vyāsa, empfangen hatte.

Textgrundlage dieses ersten Abschnitts ist in erster Linie die Kumbhakonam-Ausgabe (südindische Rezension, hrsg. T. R. Krishnacharya und T. R. Vyasacharya, 1906–1914) in der bei sanskritdocuments.org digitalisierten Transliteration. Die Zugriffsmöglichkeit auf den Wikisource-Text und einen Abgleich mit der Nīlakaṇṭha-Rezension (der in der Sekundärliteratur meist als „Vulgata“ bezeichneten Bombay-Fassung) sowie mit der kritischen Ausgabe des Bhandarkar Oriental Research Institute (BORI) stand für diesen ersten Durchgang nicht zur Verfügung; ein Abgleich in einem späteren Durchgang ist vorgesehen. An zwei, drei Stellen wich die verfügbare Digitalisierung erkennbar von der andernorts gut bezeugten Lesart ab oder war unvollständig überliefert (etwa der weltbekannte Eröffnungsvers 1.1 oder zwei Halbverse, die im Quelltext nur mit einer Zeile vorlagen); solche Stellen sind im Kommentar zum jeweiligen Vers offen benannt, nicht stillschweigend geglättet.

Wie bei den übrigen Werken dieser Bibliothek folgt die Übersetzung Vers für Vers, mit ausklappbarer Wort-für-Wort-Analyse; unsichere oder ergänzte Stellen sind mit [?] bzw. [Anm.: …] gekennzeichnet.

Ab dieser Erweiterung wird in größeren Etappen gearbeitet (mehrere Dutzend Verse pro Sitzung statt kleiner Häppchen), um schneller voranzukommen, ohne die Vers-für-Vers-Sorgfalt aufzugeben; Terminologie und Übersetzungskonventionen werden dafür laufend im Glossar und in den Anmerkungen festgehalten, damit der Stil über viele Sitzungen hinweg konsistent bleibt.

Hinweis zur Wort-für-Wort-Analyse: Bis einschließlich Udyogaparva Kap.46 enthält das Feld „Wort für Wort“ technisch bedingt keine echte Segmentierung, sondern lediglich den ganzen Vers und die ganze Übersetzung als einen einzigen Eintrag - ein Darstellungsfehler, der erst spät bemerkt wurde. Ab Udyogaparva Kap.47 wird die Wort-für-Wort-Analyse für alle neuen Verse echt Wort für Wort erarbeitet. Eine rückwirkende Korrektur der bereits veröffentlichten ca. 24.000 Verseinheiten ist für spätere Sitzungen vorgesehen, Buch für Buch, hat aber keine Priorität vor dem Fortschreiten der Erstübersetzung.

Einführung

Das Mahābhārata erzählt den Konflikt zwischen zwei verfeindeten Zweigen der Kuru-Dynastie – den fünf Pāṇḍava-Brüdern und ihren hundert Vettern, den Kauravas – der in der großen Schlacht von Kurukṣetra gipfelt. Um diese Haupthandlung legt sich eine vielschichtige Rahmenerzählung: Der Weise Kṛṣṇa Dvaipāyana Vyāsa gilt als Verfasser des Werks; er soll es zunächst seinem Schüler Vaiśampāyana gelehrt haben, der es beim Schlangenopfer (sarpasattra) des Königs Janamejaya, eines Nachfahren der Pāṇḍavas, vortrug. Der Sūta (Wagenlenker und Berufserzähler) Ugraśravas, Sohn des Lomaharṣaṇa, hörte diesen Vortrag mit an und erzählt die gesamte Geschichte seinerseits – dies ist die Ebene, auf der der überlieferte Text tatsächlich einsetzt – den im Naimiṣa-Wald versammelten Weisen um Śaunaka, während eines eigenen, zwölf Jahre währenden Opferrituals. Neben der Kriegs- und Dynastiehandlung enthält das Werk zahllose eingelagerte Lehrreden, Legenden und philosophische Abschnitte, darunter die Bhagavadgītā im Bhīṣmaparva.

Das Werk gliedert sich traditionell in 18 Parvas (Bücher), die ihrerseits in Upaparvas (Unterbücher) und Adhyāyas (Kapitel) unterteilt sind; hinzu tritt das Harivaṃśa als späterer, nicht mitgezählter Anhang (khila). Die Kapitel- und Verszahlen unten folgen der traditionellen (vulgaten) Zählung; die kritische Ausgabe des BORI zählt an vielen Stellen abweichend und insgesamt deutlich knapper.

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