ya ime dyāvāpṛthivī jajāna yo drāpim kṛtvā bhuvanāni vaste yasmin kṣiyanti pradiśaḥ ṣaḍ urvīr yāḥ pataṅgo anu vicākaśīti tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Er, der Himmel und Erde erzeugt hat, der, nachdem er sich ein Gewand gemacht hat, die Welten wie ein Kleid trägt, in dem die sechs weiten Himmelsrichtungen ruhen, die der Vogel überschaut – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Wort für Wort
ya
der (N.)
ime
diese beiden (Akk.Dual)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Akk.Dual)
yasmād vātā ṛtuthā pavante yasmāt samudrā adhi vikṣaranti tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti ud vepaya rohita pra kṣiṇīhi brahmajyasya prati muñca pāśān
Aus dem die Winde jahreszeitgerecht wehen, aus dem die Meere herabströmen – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. Lass erzittern, Rohita, vernichte ihn; leg dem Brahmanenschänder die Fesseln an.
yo mārayati prāṇayati yasmāt prāṇanti bhuvanāni viśvā tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti ud vepaya rohita pra kṣiṇīhi brahmajyasya prati muñca pāśān
Der tötet und Leben verleiht, aus dem alle Welten Atem empfangen – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. Lass erzittern, Rohita, vernichte ihn; leg dem Brahmanenschänder die Fesseln an.
yaḥ prāṇena dyāvāpṛthivī tarpayaty apānena samudrasya jaṭharaṃ yaḥ piparti tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti ud vepaya rohita pra kṣiṇīhi brahmajyasya prati muñca pāśān
Der mit dem Einatem Himmel und Erde sättigt, der mit dem Ausatem den Schoß des Meeres füllt – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. Lass erzittern, Rohita, vernichte ihn; leg dem Brahmanenschänder die Fesseln an.
Wort für Wort
yaḥ
der (N.)
prāṇena
mit dem Einatem (Instr.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Akk.Dual)
In dem Virāj, Parameṣṭhin, Prajāpati und Agni Vaiśvānara zusammen mit der Fünfzahl ruhen, der den Atem des Fernsten, die Glut des Höchsten in sich aufnimmt – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
In dem die sechs weiten Regionen, die fünf Himmelsrichtungen ruhen, die vier Wasser, die drei Silben des Opfers, der, erzürnt, zwischen Himmel und Erde mit seinem Auge blickte – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Der der Speisenesser und Herr der Speise geworden ist, und der Herr des heiligen Wortes, der das Gewesene und das Künftige, der Herr der Welt ist – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
ahorātrair vimitaṃ triṃśadaṅgaṃ trayodaśaṃ māsaṃ yo nirmimīte tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti ud vepaya rohita pra kṣiṇīhi brahmajyasya prati muñca pāśān
Der den mit Tag und Nacht abgemessenen, dreißigteiligen, dreizehnten Monat formt – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. Lass erzittern, Rohita, vernichte ihn; leg dem Brahmanenschänder die Fesseln an.
Wort für Wort
ahorātrair
ahar 'Tag' + rātri 'Nacht' → mit Tag und Nacht (Instr.Pl.)
kṛsṇaṃ niyānaṃ harayaḥ suparṇā apo vasānā divam ut patanti ta āvavṛtrant sadanād ṛtasya tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Auf schwarzer Bahn fliegen die falben Adler, sich mit Wasser bekleidend, zum Himmel empor; sie sind zurückgekehrt vom Sitz der Weltordnung – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. [Anm.: bildhafte, wohl auf Wolken bezogene Vorstellung, Deutung unsicher]
yat te candraṃ kaśyapa rocanāvad yat saṃhitaṃ puṣkalaṃ citrabhānu yasmint sūryā ārpitāḥ sapta sākam tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti ud vepaya rohita pra kṣiṇīhi brahmajyasya prati muñca pāśān ||10|| {12}
Was dein glänzendes Licht ist, o Kaśyapa, was zusammengefügt, reichlich, von wunderbarem Glanz ist, worin die sieben Sonnen zugleich eingesetzt sind – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. Lass erzittern, Rohita, vernichte ihn; leg dem Brahmanenschänder die Fesseln an.
Wort für Wort
yat
was (Rel.)
te
dein (Gen.)
candraṃ
glänzendes Licht (N./Akk.)
kaśyapa
o Kaśyapa (Vok.)
rocanāvad
leuchtend (N.)
yat
was
saṃhitaṃ
zusammengefügt (N.)
puṣkalaṃ
reichlich (N.)
citrabhānu
citra 'wunderbar' + bhānu 'Glanz' → von wunderbarem Glanz (N.)
bṛhad enam anu vaste purastād rathaṃtaraṃ prati gṛhṇāti paścāt jyotir vasāne sadam apramādam tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Das Bṛhat-Sāman bekleidet ihn von vorn, das Rathaṃtara-Sāman empfängt ihn von hinten, indem er sich beständig, untrüglich mit Licht kleidet – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Das Bṛhat-Sāman war der eine Flügel, das Rathaṃtara-Sāman der andere, beide vereint in Kraft, als die Götter Rohita erzeugten – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
sa varuṇaḥ sāyam agnir bhavati sa mitro bhavati prātar udyan sa savitā bhūtvāntarikṣeṇa yāti sa indro bhūtvā tapati madhyato divam tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Er ist am Abend Varuṇa, wird zu Agni; er wird am Morgen beim Aufgehen Mitra; als Savitṛ geworden, durchzieht er den Luftraum; als Indra geworden, glüht er mitten am Himmel – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
sahasrāhṇyaṃ viyatāv asya pakṣau harer haṃsasya patataḥ svargam sa devānt sarvān urasy upadadya saṃpaśyan yāti bhuvanāni viśvā tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Tausend Tage weit auseinandergespannt sind seine Flügel, des goldfarbenen, zum Himmel fliegenden Schwans; alle Götter an seine Brust nehmend, überschaut er im Fahren alle Welten – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Wort für Wort
sahasrāhṇyaṃ
sahasra 'tausend' + ahna 'von ahar: Tag' → tausend Tage weit (Adv.)
ayaṃ sa devo apsv antaḥ sahasramūlaḥ paruśāko attriḥ ya idaṃ viśvaṃ bhuvanaṃ jajāna tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Dieser Gott ist es, der inmitten der Wasser wohnt, tausendwurzlig, der Vielästige, Attri, der diese ganze Welt erzeugt hat – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. [Anm.: Beiwort „Vielästiger“ (paruśāka) in seiner genauen Bedeutung unsicher]
śukraṃ vahanti harayo raghuṣyado devaṃ divi varcasā bhrājamānam yasyordhvā divaṃ tanvas tapanty arvāṅ suvarṇaiḥ paṭarair vi bhāti tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Den Leuchtenden tragen die raschlaufenden Falbinnen, den Gott, der am Himmel vor Glanz erstrahlt, dessen Leiber, nach oben gerichtet, den Himmel durchglühen, während er nach unten mit goldfarbenen Gewändern erstrahlt – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Durch den die Falbinnen die Ādityas zusammen tragen, durch dessen Opfer viele Wissende wandeln, das eine Licht, das sich vielfältig zeigt – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Sieben spannen den einrädrigen Wagen an; ein einziges Ross mit sieben Namen zieht ihn; das dreinabige Rad ist alterslos, unaufhaltsam, worauf alle diese Welten ruhen – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Achtfach angespannt zieht der gewaltige Wagenlenker, der Vater der Götter, der Erzeuger der Gedanken; den Faden der Weltordnung mit dem Geist abmessend, durchweht er alle Richtungen als Mātariśvan – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
saṃyañcaṃ tantuṃ pradiśo 'nu sarvā antar gāyatryām amṛtasya garbhe tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti ud vepaya rohita pra kṣiṇīhi brahmajyasya prati muñca pāśān ||20|| {13}
Den vereinigten Faden, allen Himmelsrichtungen entlang, im Innern des Gāyatrī-Versmaßes, im Schoß der Unsterblichkeit – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. Lass erzittern, Rohita, vernichte ihn; leg dem Brahmanenschänder die Fesseln an.
nimrucas tisro vyuṣo ha tisras trīṇi rajāṃsi divo aṅga tisraḥ vidmā te agne tredhā janitraṃ tredhā devānāṃ janimāni vidma tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Drei Untergänge gibt es, drei Morgenröten, drei Räume des Himmels, wahrlich, drei; wir kennen, Agni, deine dreifache Geburtsstätte; dreifach kennen wir die Geburten der Götter – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
vi ya aurṇot pṛthivīṃ jāyamāna ā samudram adadhāt antarikṣe tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti ud vepaya rohita pra kṣiṇīhi brahmajyasya prati muñca pāśān
Der, geboren werdend, die Erde enthüllte, der das Meer in den Luftraum setzte – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. Lass erzittern, Rohita, vernichte ihn; leg dem Brahmanenschänder die Fesseln an.
tvam agne kratubhiḥ ketubhir hito 'rkaḥ samiddha ud arocathā divi kim abhy ārcan marutaḥ pṛśnimātaro yad rohitam ajanayanta devāḥ tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Du, Agni, durch Opferwerke und Lichtzeichen aufgestellt, entflammt als Sonnenlicht, erstrahltest am Himmel; wozu haben da die Marut, die Söhne der Pṛśni, gesungen, als die Götter Rohita erzeugten? – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Wort für Wort
tvam
du (N.)
agne
o Agni (Vok.)
kratubhiḥ
durch Opferwerke (Instr.Pl.)
ketubhir
durch Lichtzeichen (Instr.Pl.)
hito
aufgestellt (N.)
'rkaḥ
als Sonnenlicht (N.)
samiddha
entflammt (N.)
ud
empor
arocathā
erstrahltest (2.Sg.Impf.)
divi
am Himmel (Lok.)
kim
wozu
abhy
hin (abhi)
ārcan
haben gesungen (Impf.)
marutaḥ
die Marut (N.Pl.)
pṛśnimātaro
pṛśni 'Pṛśni (Göttin)' + mātar 'Mutter' → die Söhne der Pṛśni (N.Pl.)
ya ātmadā baladā yasya viśva upāsate praśiṣaṃ yasya devāḥ yo 'syeśe dvipado yaś catuṣpadaḥ tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Der Selbst-Gebende, der Kraft-Gebende, dessen Gebot alle Wesen, dessen Gebot die Götter befolgen, der über die Zweifüßigen und die Vierfüßigen herrscht – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt.
Wort für Wort
ya
der (N.)
ātmadā
der Selbst-Gebende (N.)
baladā
der Kraft-Gebende (N.)
yasya
dessen (Gen.)
viśva
alle Wesen (N.Pl.)
upāsate
befolgen
praśiṣaṃ
das Gebot (Akk.)
yasya
dessen (Gen.)
devāḥ
die Götter (N.Pl.)
yo
der (N.)
'syeśe
herrscht über ihn (asya+īśe)
dvipado
dvi 'zwei' + pada 'Fuß, -füßig' → über die Zweifüßigen (Akk.Pl.)
yaś
der (N.)
catuṣpadaḥ
catur 'vier' + pada 'Fuß, -füßig' → über die Vierfüßigen (Akk.Pl.)
ekapād dvipado bhūyo vi cakrame dvipāt tripādam abhy eti paścāt catuṣpāc cakre dvipadām abhisvare saṃpaśyan paṅktim upatiṣṭhamānaḥ tasya devasya kruddhasyaitad āgo ya evaṃ vidvāṃsaṃ brāhmaṇaṃ jināti
Der Einfüßige ist über den Zweifüßigen weit hinausgeschritten; vom Zweifüßigen tritt er hinter den Dreifüßigen; der Vierfüßige trat im Rad, beim Erklingen der Zweifüßigen, herzu, alles überschauend, sich der Fünfzahl nähernd – dies ist die Sünde jenes erzürnten Gottes, begangen von dem, der einen so wissenden Brahmanen schädigt. [Anm.: rätselhafter Vers, wohl auf Versmaße bezogen]
Wort für Wort
ekapād
der Einfüßige (N.)
dvipado
dvi 'zwei' + pada 'Fuß, -füßig' → über den Zweifüßigen (Akk.)
bhūyo
weit
vi
(Präverb zu cakrame)
cakrame
ist geschritten (Perf.)
dvipāt
vom Zweifüßigen (Abl.)
tripādam
dem Dreifüßigen (Akk.)
abhy
hin zu (abhi)
eti
tritt
paścāt
hinter
catuṣpāc
der Vierfüßige (N.)
cakre
im Rad (Lok.)
dvipadām
dvi 'zwei' + pada 'Fuß, -füßig' → der Zweifüßigen (Gen.Pl.)
kṛṣṇāyaḥ putro arjuno rātryā vatso 'jāyata sa ha dyām adhi rohati ruho ruroha rohitaḥ ||26|| {14}
Der Sohn des schwarzen Eisens, der Helle, ist als Kalb der Nacht geboren worden; er steigt zum Himmel empor; der Aufsteigende ist emporgestiegen – Rohita. [Anm.: der Vers spielt mit der Bedeutung des Namens Rohita („der Rötliche, der Aufsteigende“); Bildlogik nicht ganz sicher zu rekonstruieren]