udehi vājin yo apsv antar idaṃ rāṣṭraṃ pra viśa sūnṛtāvat yo rohito viśvam idaṃ jajāna sa tvā rāṣṭrāya subhṛtaṃ bibhartu
Steig herauf, o Kraftvoller, der du im Wasser bist; tritt ein in dieses Reich voll freundlicher Rede. Rohita, der dieses ganze All erzeugt hat, er möge dich wohlgetragen für das Reich erhalten.
ud vāja ā gan yo apsv antar viśa ā roha tvadyonayo yāḥ somaṃ dadhāno 'pa oṣadhīr gāś catuṣpado dvipada ā veśayeha
Die Kraft komme herauf, du, der im Wasser bist – tritt ein, steig empor, du, dessen Ursprung im Wasser liegt! Den Soma tragend, lass die Wasser, die Pflanzen, die Kühe, die Vierfüßler und Zweifüßler hier einziehen.
Wort für Wort
ud
(Verbpräfix) herauf-
vāja
o Kraft (Vok.)
ā
(Verbpräfix) heran-
gan
komme! (Imp.)
yo
der (Relativpron.)
apsv
im Wasser (Lok.Pl.)
antar
darin
viśa
tritt ein! (Imp.)
ā
(Verbpräfix) empor-
roha
steig! (Imp.)
tvadyonayo
deren Ursprung du bist (Kompositum, bez. auf die Wasser)
yāḥ
die (Relativpron. N.Pl.f.)
somaṃ
Soma (Akk.)
dadhāno
tragend (Part.Präs.Med.)
'pa
Wasser (Akk.Pl.)
oṣadhīr
Pflanzen (Akk.Pl.)
gāś
Kühe (Akk.Pl.)
catuṣpado
catur 'vier' + pada 'Fuß, -füßig' → Vierfüßler (Akk.Pl.)
dvipada
dvi 'zwei' + pada 'Fuß, -füßig' → Zweifüßler (Akk.Pl.)
yūyam ugrā marutaḥ pṛśnimātara indreṇa yujā pra mṛṇīta śatrūn ā vo rohitaḥ śṛṇavat sudānavas triṣaptāso marutaḥ svādusaṃmudaḥ
Ihr furchtbaren Marut, Söhne der Pṛśni, zermalmt mit Indra als Verbündetem die Feinde! Euch möge Rohita erhören, ihr Freigebigen, ihr dreimal-sieben Marut, die ihr euch an Süßem erfreut.
Der Sprössling ist emporgewachsen, Rohita ist als Keim in den Schoß der Gebärenden emporgestiegen. Mit ihnen fand man [Anm.: „saṃrabdham“ – die genaue Nuance ist unsicher] die sechs festgehaltenen Weiten; den Weg erschauend, hast du hier das Reich gestiftet.
ā te rāṣṭram iha rohito 'hārṣīd vy āsthan mṛdho abhayaṃ te abhūt tasmai te dyāvāpṛthivī revatībhiḥ kāmaṃ duhātām iha śakvarībhiḥ
Rohita hat dir hier das Reich hergebracht; die Feinde sind auseinandergewichen, Furchtlosigkeit ist dir zuteilgeworden. Dafür mögen dir Himmel und Erde hier mit ihren reichen, mächtigen Gaben den Wunsch erfüllen.
Wort für Wort
ā
(Verbpräfix) her-
te
dir (Dat.)
rāṣṭram
das Reich (Akk.)
iha
hier
rohito
Rohita (N.)
'hārṣīd
hat hergebracht (3.Sg.Aor.)
vy
(Verbpräfix) auseinander-
āsthan
sind gewichen (3.Pl.Aor.)
mṛdho
die Feinde (N.Pl.)
abhayaṃ
Furchtlosigkeit (N.)
te
dir (Dat.)
abhūt
ist geworden (3.Sg.Aor.)
tasmai
dafür (Dat.)
te
dir (Dat.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (N.Dual)
rohito dyāvāpṛthivī jajāna tatra tantuṃ parameṣṭhī tatāna tatra śiśriye 'ja ekapādo 'dṛṃhad dyāvāpṛthivī balena
Rohita hat Himmel und Erde erzeugt; dort spannte der Höchste (Parameṣṭhin) den Faden aus, dort stützte sich der einfüßige Bock; er festigte Himmel und Erde mit Kraft.
Wort für Wort
rohito
Rohita (N.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Akk.Dual)
jajāna
hat erzeugt (3.Sg.Perf.)
tatra
dort
tantuṃ
den Faden (Akk.)
parameṣṭhī
der Höchste (Parameṣṭhin, N.)
tatāna
spannte aus (3.Sg.Perf.)
tatra
dort
śiśriye
stützte sich (3.Sg.Perf.Med.)
'ja
der Bock (N.)
ekapādo
der einfüßige (N.)
'dṛṃhad
er festigte (3.Sg.Impf.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Akk.Dual)
rohito dyāvāpṛthivī adṛṃhat tena sva stabhitaṃ tena nākaḥ tenāntarikṣaṃ vimitā rajāṃsi tena devā amṛtam anv avindan
Rohita festigte Himmel und Erde; dadurch ist der Lichthimmel gestützt, dadurch besteht das Firmament; dadurch sind der Luftraum und die Räume ausgemessen; dadurch fanden die Götter die Unsterblichkeit.
Wort für Wort
rohito
Rohita (N.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (Akk.Dual)
vi rohito amṛśad viśvarūpaṃ samākurvāṇaḥ praruho ruhaś ca divaṃ rūḍhvā mahatā mahimnā saṃ te rāṣṭram anaktu payasā ghṛtena
Rohita hat die Allgestalt durchmessen, alles bereitend, als Sprössling und Hervorsprössling; nachdem er mit großer Macht den Himmel erklommen hat, möge er dein Reich mit Milch und Schmalz salben.
Wort für Wort
vi
(Verbpräfix) durch-
rohito
Rohita (N.)
amṛśad
hat durchmessen (3.Sg.Impf.)
viśvarūpaṃ
viśva 'alle' + rūpa 'Gestalt' → die Allgestalt (Akk.)
yās te ruhaḥ praruho yās ta āruho yābhir āpṛṇāsi divam antarikṣam tāsāṃ brahmaṇā payasā vavṛdhāno viśi rāṣṭre jāgṛhi rohitasya
Deine Sprösslinge, Hervorsprösslinge und Aufsprösslinge, mit denen du Himmel und Luftraum erfüllst – durch deren heiliges Wort und Milch erstarkt, wache im Volk, im Reich des Rohita.
yas te viśas tapasaḥ saṃbabhūvur vatsaṃ gāyatrīm anu tā ihāguḥ tās tvā viśantu manasā śivena saṃmātā vatso abhy etu rohitaḥ ||10|| {1}
Deine Volksstämme, die aus der Glutkraft entstanden sind – dem Kalb, der Gāyatrī, folgend, sind sie hierher gekommen; sie mögen mit gütigem Sinn in dich eingehen. Zusammen mit der Mutter möge das Kalb Rohita herzukommen.
Aufrecht hat sich Rohita auf das Firmament gestellt, alle Gestalten erzeugend, der jugendliche Seher; als Agni erstrahlt er mit scharfem Licht; im dritten Raum hat er die lieben Stätten geschaffen.
sahasraśṛṅgo vṛṣabho jātavedā ghṛtāhutaḥ somapṛṣṭhaḥ suvīraḥ mā mā hāsīn nāthito net tvā jahāni gopoṣaṃ ca me vīrapoṣaṃ ca dhehi
Der tausendhörnige Stier Jātavedas, mit Schmalz begossen, mit Somarücken, reich an tapferen Söhnen – er möge mich, den Anflehenden, nicht verlassen, damit nicht ich dich verlasse. Gib mir Viehmehrung und Söhnemehrung.
Wort für Wort
sahasraśṛṅgo
sahasra 'tausend' + śṛṅga 'Horn' → der Tausendhörnige (N.)
rohito yajñasya janitā mukhaṃ ca rohitāya vācā śrotreṇa manasā juhomi rohitaṃ devā yanti sumanasyamānāḥ sa mā rohaiḥ sāmityai rohayatu
Rohita ist der Erzeuger und das Antlitz des Opfers; dem Rohita opfere ich mit Rede, Gehör und Denken. Zu Rohita gehen die Götter wohlgesinnt; er möge mich mit seinen Aufstiegen zur Eintracht emporwachsen lassen.
Rohita hat das Opfer für den Allwirker (Viśvakarman) eingerichtet; daher sind die ihm zugemessenen Glutkräfte hergekommen. Verkünden möchte ich deinen Nabel der Welt in seiner Größe.
Wort für Wort
rohito
Rohita (N.)
yajñaṃ
das Opfer (Akk.)
vy
(Verbpräfix) ein-
adadhād
hat eingerichtet (3.Sg.Impf.)
viśvakarmaṇe
viśva 'alle' + karman 'Werk/Wirken' → für den Allwirker (Dat., Viśvakarman)
Zu dir ist die Bṛhatī emporgestiegen und die Paṅkti, zu dir die Kakubh mit Glutkraft, o Jātavedas; zu dir ist die Uṣṇih emporgestiegen, die Silbe, der Vaṣaṭ-Ruf; zu dir ist Rohita mit dem Samen emporgestiegen.
Dieser kleidet sich in den Keim der Erde, dieser kleidet sich in den Himmel und den Luftraum; dieser steht auf dem Standort der Sonne (Bradhna), er hat die lichten Himmelswelten erlangt.
O Herr der Rede, die Erde sei uns behaglich; behaglich sei unser Ursprung, sanft unser Lager; hier eben sei der Atem uns freundlich. Dich, o Höchster (Parameṣṭhin), möge Agni mit Lebenskraft und Glutkraft umhüllen.
vācas pata ṛtavaḥ pañca ye nau vaiśvakarmaṇāḥ pari ye saṃbabhūvuḥ ihaiva prāṇaḥ sakhye no astu taṃ tvā parameṣṭhin pari rohita āyuṣā varcasā dadhātu
O Herr der Rede, die fünf Jahreszeiten, die uns beiden angehören, die dem Allwirker zugehörigen, die ringsum entstanden sind – hier eben sei der Atem uns freundlich. Dich, o Höchster, möge Rohita mit Lebenskraft und Glutkraft umhüllen.
Wort für Wort
vācas
der Rede (Gen.)
pata
o Herr (Vok.)
ṛtavaḥ
Jahreszeiten (N.Pl.)
pañca
fünf
ye
die (Relativpron. N.Pl.)
nau
uns beiden (Gen.Dual)
vaiśvakarmaṇāḥ
viśvakarman 'Allwirker' + a-Adj. 'zugehörig' → dem Allwirker zugehörigen (N.Pl.)
vācas pate saumanasaṃ manaś ca goṣṭhe no gā janaya yoniṣu prajāḥ ihaiva prāṇaḥ sakhye no astu taṃ tvā parameṣṭhin pary aham āyuṣā varcasā dadhātu
O Herr der Rede, gib uns Wohlgesinntheit und rechten Sinn; erzeuge uns Kühe im Stall, Nachkommenschaft in den Mutterschößen. Hier eben sei der Atem uns freundlich. Dich, o Höchster, möge ich selbst mit Lebenskraft und Glutkraft umhüllen.
Dich möge umhüllen der Gott Savitṛ, dich Agni mit Glutkraft, dich Mitra und Varuṇa. Alle Missgunst möge von dir weichen. Komm her – du hast dieses Reich voll freundlicher Rede gemacht.
Die dem Gelübde folgende Rohiṇī des Rohita, leuchtend, goldfarben, hoch, glutvoll – mit ihr möchten wir die vielgestaltigen Kraftgewinne erringen, mit ihr möchten wir alle feindlichen Scharen überwältigen.
Wort für Wort
anuvratā
dem Gelübde folgende (N.f.)
rohiṇī
Rohiṇī (N., Name der Gefährtin des Rohita)
rohitasya
des Rohita (Gen.)
sūriḥ
leuchtend/Herrin (N.)
suvarṇā
goldfarben (N.f.)
bṛhatī
hoch (N.f.)
suvarcāḥ
glutvoll (N.f.)
tayā
mit ihr (Instr.)
vājān
Kraftgewinne (Akk.Pl.)
viśvarūpāṃ
viśva 'alle' + rūpa 'Gestalt' → die vielgestaltigen (Akk.Sg.f.)
Dies ist der Sitz der Rohiṇī des Rohita; jenes ist der Pfad, auf dem die Pṛṣatī zieht. Sie führen die Gandharven und die Kaśyapa-Seher empor; sie bewachen die Seher unermüdlich.
Der Sonne Rosse, die goldbraunen, bannerbewehrten, unsterblichen, ziehen stets den leichtgängigen Wagen. Der schmalztrinkende, erglänzende Rohita, der Gott, ist in den Himmel, in die Pṛṣatī, eingezogen.
yo rohito vṛṣabhas tigmaśṛṅgaḥ pary agniṃ pari sūryaṃ babhūva yo viṣṭabhnāti pṛthivīṃ divaṃ ca tasmād devā adhi sṛṣṭīḥ sṛjante
Rohita, der Stier mit den scharfen Hörnern, umfasst Agni und Sūrya ringsum; er, der Erde und Himmel stützt – von ihm aus erschaffen die Götter die Geschöpfe.
Wort für Wort
yo
der (Relativpron.)
rohito
Rohita (N.)
vṛṣabhas
der Stier (N.)
tigmaśṛṅgaḥ
tigma 'scharf' + śṛṅga 'Horn' → mit scharfen Hörnern (N.)
vi mimīṣva payasvatīṃ ghṛtācīṃ devānāṃ dhenur anapaspṛg eṣā indraḥ somaṃ pibatu kṣemo astv agniḥ pra stautu vi mṛdho nudasva
Miss die milchreiche, schmalzgetränkte Kuh aus – diese ist die unversiegende Milchkuh der Götter. Indra möge den Soma trinken, Sicherheit sei uns, Agni möge preisen – vertreibe die Feinde!
samiddho agniḥ samidhāno ghṛtavṛddho ghṛtāhutaḥ abhīṣāṭ viśvāṣāḍ agniḥ sapatnān hantu ye mama
Der entzündete, sich entzündende Agni, durch Schmalz gewachsen, mit Schmalz begossen, der allbezwingende, allüberwindende Agni – er erschlage die Nebenbuhler, die meine sind.
Wort für Wort
samiddho
entzündete (N.)
agniḥ
Agni (N.)
samidhāno
sich entzündende (N., Part.Präs.Med.)
ghṛtavṛddho
durch Schmalz gewachsene (N.)
ghṛtāhutaḥ
ghṛta 'Schmalz' + āhuta 'begossen' → mit Schmalz begossene (N.)
Schlage die mir Entgegengerichteten nieder, o Indra, mit dem Donnerkeil, du Armstarker; dann erschlage meine Nebenbuhler – du bist mit Agnis Glutkräften ausgerüstet.
O Agni, lass die Nebenbuhler unter uns fallen; erschüttere den Verwandten, der uns zu übertreffen sucht. O Bṛhaspati, Indra und Agni, Mitra und Varuṇa mögen sie unterliegen lassen, ohne selbst in Zorn zu geraten [Anm.: die genaue Bedeutung von „apratimanyūyamānāḥ“ ist unsicher].
Wort für Wort
agne
o Agni (Vok.)
sapatnān
die Nebenbuhler (Akk.Pl.)
adharān
unterlegen (Akk.Pl.)
pādayāsmad
lass fallen von uns (Imp.Kaus.+Abl.Pl.)
vyathayā
erschüttere! (Imp.Kaus.)
sajātam
den Verwandten (Akk.)
utpipānaṃ
der zu übertreffen sucht (Akk.Part.Desid.)
bṛhaspate
o Bṛhaspati (Vok.)
indrāgnī
Indra und Agni (N.Dual)
mitrāvaruṇāv
Mitra und Varuṇa (N.Dual)
adhare
unterlegen (N.Dual)
padyantām
mögen unterliegen (Imp.3.Pl.Med.)
apratimanyūyamānāḥ
ohne selbst in Zorn zu geraten [?] (N.Pl., unsicher)
Das Kalb der Virāj, der Stier der Gedanken, ist mit leuchtendem Rücken in den Luftraum emporgestiegen. Mit Schmalz besingen sie den Lichtglanz; das Kalb, das selbst das heilige Wort ist, mehren sie durch das heilige Wort.
divaṃ ca roha pṛthivīṃ ca roha rāṣṭraṃ ca roha draviṇaṃ ca roha prajāṃ ca rohāmṛtaṃ ca roha rohitena tanvaṃ saṃ spṛṣasva
Steig zum Himmel empor, steig zur Erde empor, steig zum Reich empor, steig zum Besitz empor, steig zur Nachkommenschaft empor, steig zur Unsterblichkeit empor; berühre mit Rohita deinen Leib!
ut tvā yajñā brahmapūtā vahanty adhvagato harayas tvā vahanti tiraḥ samudram ati rocase 'rṇavam
Die durch das heilige Wort geläuterten Opfer tragen dich empor, die wegkundigen goldbraunen Rosse tragen dich quer durch das Meer – du erstrahlst über die Flut hinweg.
Wort für Wort
ut
(Verbpräfix) empor-
tvā
dich (Akk.)
yajñā
die Opfer (N.Pl.)
brahmapūtā
brahma 'heiliges Wort' + pūta 'geläutert' → durch das heilige Wort geläuterte (N.Pl.)
rohite dyāvāpṛthivī adhi śrite vasujiti gojiti saṃdhanājiti sahasraṃ yasya janimāni sapta ca voceyaṃ te nābhiṃ bhuvanasyādhi majmani
Auf Rohita gegründet sind Himmel und Erde – im Gewinn von Gütern, Rindern und Schätzen; dessen Geschlechter tausend und sieben sind. Verkünden möchte ich deinen Nabel der Welt in seiner Größe.
Wort für Wort
rohite
auf Rohita (Lok.)
dyāvāpṛthivī
dyāvā 'Himmel' + pṛthivī 'Erde' → Himmel und Erde (N.Dual)
Ruhmvoll ziehst du durch die Zwischen- und Himmelsrichtungen, ruhmvoll unter dem Vieh und den Menschenstämmen, ruhmvoll im Schoß der Erde, der Aditi. Auch ich möchte, wie Savitṛ, gewinnend sein.
Obwohl du dort bist, weißt du es hier; obwohl du von hier bist, siehst du jenes. Von hier aus sehen sie den Lichtraum im Himmel, die weisheitskundige Sonne.
Als Gott überstrahlst du die Götter [Anm.: „marcayasi“ bedeutet wörtlich „du verletzt/versehrst“; hier vermutlich übertragen im Sinn von „überstrahlen, übertreffen“], du wandelst inmitten der Flut; man entzündet das gleiche Feuer – das wissen die anderen, die fernen Seher.
avaḥ pareṇa para enāvareṇa padā vatsaṃ bibratī gaur ud asthāt sā kadrīcī kaṃ svid ardhaṃ parāgāt kva svit sūte nahi yūthe asmin
Unten mit dem oberen Fuß, oben mit dem unteren Fuß ist die Kuh, das Kalb tragend, aufgestanden. Wohin, sich wendend, ist sie zu welcher Seite entschwunden? Wo gebiert sie wohl – jedenfalls nicht in dieser Herde [Anm.: rätselhafter Vers mit paradoxer Bildsprache von vertauschten Füßen; Bezug im Einzelnen unsicher].
ārohan dyām amṛtaḥ prāva me vacaḥ ut tvā yajñā brahmapūtā vahanty adhvagato harayas tvā vahanti
Zum Himmel aufsteigend, unsterblich, erhöre meine Rede. Die durch das heilige Wort geläuterten Opfer tragen dich empor, die wegkundigen goldbraunen Rosse tragen dich.
Wort für Wort
ārohan
aufsteigend (Part.Präs.)
dyām
zum Himmel (Akk.)
amṛtaḥ
unsterblich (N.)
prāva
erhöre! (Imp.)
me
meine (Gen.)
vacaḥ
Rede (Akk.)
ut
(Verbpräfix) empor-
tvā
dich (Akk.)
yajñā
die Opfer (N.Pl.)
brahmapūtā
brahma 'heiliges Wort' + pūta 'geläutert' → durch das heilige Wort geläuterte (N.Pl.)
Nachdem er Kälte und Glut angelegt, die Berge zu Opferpfählen gemacht hat, opfern mit dem Regen als Schmalzspende die beiden Feuer des Rohita, des Finders des Himmelslichts.
Wort für Wort
himaṃ
Kälte (Akk.)
ghraṃsaṃ
Glut (Akk.)
cādhāya
und nachdem er angelegt (Ger.)
yūpān
Opferpfähle (Akk.Pl.)
kṛtvā
nachdem gemacht (Ger.)
parvatān
die Berge (Akk.Pl.)
varṣājyāv
mit dem Regen als Schmalzspende (Instr.Dual)
agnī
die beiden Feuer (N.Dual)
ījāte
opfern (3.Dual Perf.Med.)
rohitasya
des Rohita (Gen.)
svarvidaḥ
svar 'Himmelslicht' + vid 'von vid: finden' → des Himmelslichtfinders (Gen.)
Die beiden durch das heilige Wort erstarkten Feuer, durch das heilige Wort gewachsen, mit dem heiligen Wort begossen, durch das heilige Wort entzündet – sie opfern für Rohita, den Himmelslichtfinder.
Wort für Wort
brahmaṇāgnī
durch das heilige Wort die beiden Feuer (Instr.+N.Dual)
vāvṛdhānau
erstarkt (Part.Perf.Dual)
brahmavṛddhau
durch das heilige Wort gewachsen (N.Dual)
brahmāhutau
mit dem heiligen Wort begossen (N.Dual)
brahmeddhāv
durch das heilige Wort entzündet (N.Dual)
agnī
die beiden Feuer (N.Dual)
ījāte
opfern (3.Dual Perf.Med.)
rohitasya
des Rohita (Gen.)
svarvidaḥ
svar 'Himmelslicht' + vid 'von vid: finden' → des Himmelslichtfinders (Gen.)
Das eine Feuer ist in der Wahrheit gegründet, das andere wird in den Wassern entzündet – durch das heilige Wort entzündet, opfern die beiden Feuer für Rohita, den Himmelslichtfinder.
Wort für Wort
satye
in der Wahrheit (Lok.)
anyaḥ
das eine (N.)
samāhito
gegründet (Part.Perf.)
'psv
in den Wassern (Lok.Pl.)
anyaḥ
das andere (N.)
sam
(Verbpräfix) ganz-
idhyate
wird entzündet (3.Sg.Präs.Pass.)
brahmeddhāv
durch das heilige Wort entzündet (N.Dual)
agnī
die beiden Feuer (N.Dual)
ījāte
opfern (3.Dual Perf.Med.)
rohitasya
des Rohita (Gen.)
svarvidaḥ
svar 'Himmelslicht' + vid 'von vid: finden' → des Himmelslichtfinders (Gen.)
Das eine Feuer, das der Wind ringsum anfacht, das andere, das Indra oder Brahmaṇaspati anfacht – durch das heilige Wort entzündet, opfern die beiden Feuer für Rohita, den Himmelslichtfinder.
Wort für Wort
yaṃ
das eine (Akk.)
vātaḥ
der Wind (N.)
pariśumbhati
facht ringsum an (3.Sg.Präs.)
yaṃ
das andere (Akk.)
vendro
oder Indra (N., Sandhi)
brahmaṇaspatiḥ
Brahmaṇaspati (N., Gott des heiligen Wortes)
brahmeddhāvagnī
durch das heilige Wort entzündet die beiden Feuer (N.Dual, Sandhi)
ījāte
opfern (3.Dual Perf.Med.)
rohitasya
des Rohita (Gen.)
svarvidaḥ
svar 'Himmelslicht' + vid 'von vid: finden' → des Himmelslichtfinders (Gen.)
Nachdem Rohita die Erde zum Altar bereitet, den Himmel zum Opferlohn gemacht, die Glut zu jenem Feuer gemacht hatte, schuf er mit dem Regen als Schmalzspende das ganze beseelte All.
gīrbhir ūrdhvān kalpayitvā rohito bhūmim abravīt tvayīdaṃ sarvaṃ jāyatāṃ yad bhūtaṃ yac ca bhāvyam
Nachdem er die Berge durch Lobrufe emporgerichtet hatte, sprach Rohita zur Erde: „In dir möge dies alles entstehen, was gewesen ist und was sein wird.“
sa yajñaḥ prathamo bhūto bhavyo ajāyata tasmād dha jajña idaṃ sarvaṃ yat kiṃ cedaṃ virocate rohitena ṛṣiṇābhṛtam
Jenes Opfer war das erste; das Gewesene und das Künftige entstand daraus. Daraus ist ja dies alles entstanden, was hier erstrahlt – herbeigebracht von Rohita, dem Seher.
yaś ca gāṃ padā sphurati pratyaṅ sūryaṃ ca mehati tasya vṛścāmi te mūlaṃ na chāyāṃ karavo 'param
Und wer die Kuh mit dem Fuß tritt, und wer sich der Sonne entgegen entleert – dem schneide ich die Wurzel ab: keinen Schatten sollst du künftig mehr haben.