yamāya ghṛtavat payo rājñe havir juhotana sa no jīveṣv ā yamed dīrgham āyuḥ pra jīvase
Opfert dem König Yama die mit Schmalz versehene Milchspende als Opfergabe! Er möge uns unter den Lebenden ein langes Leben zumessen, damit wir weiterleben.
Verbrenne ihn nicht ganz, Agni, versenge ihn nicht, wirf nicht seine Haut fort, wirf nicht seinen Leib fort! Wenn du ihn gar gemacht hast, Jātavedas, dann erst sende ihn fort, hin zu den Vätern.
Wort für Wort
mainam
mā 'nicht' (Prohibitiv) + enam 'ihn' (Akk.) → nicht ihn
agne
o Agni (Vok.)
vi
ganz (Präverb)
daho
verbrenne (2.Sg.Imperativ/Konj.)
mābhi
mā 'nicht' (Prohibitiv) + abhi 'gegen, sehr' (Präverb zu śuc) → nicht (versenge ihn) ganz
śūśuco
versenge (2.Sg.Imperativ)
māsya
mā 'nicht' (Prohibitiv) + asya 'seine' (Gen.) → nicht seine
tvacaṃ
Haut (Akk.)
cikṣipo
wirf fort (2.Sg.Imperativ)
mā
nicht
śarīram
den Leib (Akk.)
śṛtaṃ
gar (Akk., Part.Perf.Pass.)
yadā
wenn (Adv.)
karasi
du machst (2.Sg.Präs.)
jātavedo
o Jātavedas (Vok.)
'them
atha 'dann' (Adv.) + īm 'da, dann' (Partikel, enklit.) → dann erst [?]
Wenn du ihn gar gemacht hast, Jātavedas, dann übergib ihn den Vätern! Wenn er zu diesem Hinschwinden des Lebensodems gelangt, dann wird er dem Willen der Götter gefügig [Anm.: "vaśanīḥ" sprachlich unsicher, hier als "gefügig, untertan" gedeutet].
Wort für Wort
yadā
wenn (Adv.)
śṛtaṃ
gar (Akk.)
kṛṇavo
du machst (2.Sg.Konj.)
jātavedo
o Jātavedas (Vok.)
'themam
atha 'dann' (Adv.) + imam 'diesen' (Akk.) → dann diesen
enaṃ
ihn (Akk.)
pari
ringsum (Präverb)
dattāt
übergib! (Imperativ 2.Sg.)
pitṛbhyaḥ
den Vätern (Dat.Pl.)
yado
yad 'wenn' (Konj.) + u 'aber' (Partikel) → wenn (aber)
trikadrukebhiḥ pavate ṣaḍ urvīr ekam id bṛhat triṣṭub gāyatrī chandāṃsi sarvā tā yama ārpitā
Er läutert sich mit den drei Trikadruka-Tagen [Anm.: Bezug auf eine Soma-Ritualfolge], durchdringt die sechs weiten Räume und das eine hohe Prinzip; Triṣṭubh, Gāyatrī – alle diese Versmaße sind in Yama gegründet.
sūryaṃ cakṣuṣā gacha vātam ātmanā divaṃ ca gacha pṛthivīṃ ca dharmabhiḥ apo vā gacha yadi tatra te hitam oṣadhīṣu prati tiṣṭhā śarīraiḥ
Geh mit dem Auge zur Sonne, mit dem Lebensatem zum Wind, geh zum Himmel und zur Erde, wie es dir bestimmt ist; geh zu den Gewässern, wenn dir dort ein Platz zugedacht ist; mit den Gliedern nimm Wohnung in den Pflanzen.
ajo bhāgas tapasas taṃ tapasva taṃ te śocis tapatu taṃ te arciḥ yās te śivās tanvo jātavedas tābhir vahainaṃ sukṛtām u lokam
Der Bock ist dein Anteil an der Glut – ihn verbrenne! Dich brenne deine Flamme, dich deine Lohe! Mit deinen gütigen Gestalten, Jātavedas, führe ihn zur Welt der Rechtschaffenen.
yās te śocayo raṃhayo jātavedo yābhir āpṛṇāsi divam antarikṣam ajaṃ yantam anu tāḥ sam ṛṇvatām athetarābhiḥ śivatamābhiḥ śṛtaṃ kṛdhi
Deine flammenden, schnellen Kräfte, Jātavedas, mit denen du Himmel und Luftraum erfüllst – mit ihnen sollen sie dem dahinziehenden Bock folgen; mit den anderen aber, den gütigsten, mache ihn gar.
Wort für Wort
yās
die (Nom.Pl.fem.)
te
deine (Nom.Pl.)
śocayo
flammenden (Nom.Pl.)
raṃhayo
schnellen (Nom.Pl., Kräfte)
jātavedo
o Jātavedas (Vok.)
yābhir
mit denen (Instr.Pl.)
āpṛṇāsi
du erfüllst (2.Sg.Präs.)
divam
den Himmel (Akk.)
antarikṣam
den Luftraum (Akk.)
ajaṃ
den Bock (Akk.)
yantam
den dahinziehenden (Akk., Part.Präs.)
anu
folgend (Präverb)
tāḥ
sie (Nom.Pl.fem.)
sam
zusammen (Präverb)
ṛṇvatām
sollen folgen (Imperativ 3.Pl.) [?]
athetarābhiḥ
atha 'dann' (Adv.) + itarābhiḥ 'mit den anderen' (Instr.Pl.) → dann mit den anderen
Entlasse ihn wieder, Agni, zu den Vätern, ihn, der dir als Opfer dargebracht umhergeht, mit eigener Kraft versehen; er, der Rest, gehe hin, ein neues Leben anziehend – mit glänzendem Leib vereine er sich mit ihnen.
ati drava śvānau sārameyau caturakṣau śabalau sādhunā pathā adhā pitṝnt suvidatrāṃ apīhi yamena ye sadhamādaṃ madanti
Lauf vorbei an den beiden Hunden der Saramā, den vieräugigen, gescheckten, auf gutem Wege; dann geh hin zu den gütigen Vätern, die zusammen mit Yama beim Mahl sich freuen.
yau te śvānau yama rakṣitārau caturakṣau pathiṣadī nṛcakṣasā tābhyāṃ rājan pari dhehy enaṃ svasty asmā anamīvaṃ ca dhehi
Die beiden Hunde, die dich, Yama, bewachen, vieräugig, den Weg besetzend, mit Menschenblick – ihnen vertraue ihn an, o König; gib ihm Heil und Freiheit von Krankheit.
urūṇasāv asutṛpāv udumbalau yamasya dūtau carato janāṃ anu tāv asmabhyaṃ dṛśaye sūryāya punar dātām asum adyeha bhadram
Die breitnasigen, lebengierigen, mächtigen [Anm.: „udumbalau“ Bedeutung unsicher, hier als „mächtig“ gedeutet] Boten Yamas gehen unter den Menschen umher; sie mögen uns heute hier den Lebensodem, ein Gut, zum Sehen der Sonne wieder zurückgeben.
Wort für Wort
urūṇasāv
uru- 'breit' + nasau 'die beiden Nasen' → die breitnasigen (Nom.Du.)
ye cit pūrva ṛtasātā ṛtajātā ṛtāvṛdhaḥ ṛṣīn tapasvato yama tapojāṃ api gachatāt
Die früheren, in der Wahrheitsordnung entstandenen, in der Wahrheit gewachsenen, aus dem Gewinnen der Wahrheit hervorgegangenen Seher – zu den kraftvollen, aus Askese geborenen Sehern, o Yama, gehe er hin.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
cit
auch (Partikel)
pūrva
früheren (Nom.Pl.)
ṛtasātā
ṛta- 'Wahrheit(sordnung)' + sātā (unsicher, evtl. von san 'gewinnen') → in der Wahrheitsordnung entstanden (Nom.Pl.) [?]
ṛtajātā
ṛta- 'Wahrheit(sordnung)' + jātā 'geboren' → in der Wahrheit geboren (Nom.Pl.)
ṛtāvṛdhaḥ
ṛta- 'Wahrheit(sordnung)' + vṛdhaḥ 'gewachsen, gestärkt' → in der Wahrheit gewachsen (Nom.Pl.)
ye yudhyante pradhaneṣu śūrāso ye svar tanūtyajaḥ ye vā sahasradakṣiṇās tāṃ cid evāpi gachatāt
Die in den Kämpfen streiten, die Helden, die ihren Leib für den Himmel hingeben, oder die, deren Opferlohn tausendfach ist – zu ihnen auch gehe er hin.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
yudhyante
streiten (3.Pl.Präs.Med.)
pradhaneṣu
in den Kämpfen (Lok.Pl.)
śūrāso
die Helden (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.)
svar
für den Himmel (Akk.)
tanūtyajaḥ
tanū- 'Leib' + tyajaḥ 'hingebend' → die den Leib hingeben (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.)
vā
oder (Partikel)
sahasradakṣiṇās
sahasra- 'tausend' + dakṣiṇās 'Opferlohn' → deren Opferlohn tausendfach ist (Nom.Pl.)
asaṃbādhe pṛthivyā urau loke ni dhīyasva svadhā yāś cakṛṣe jīvan tās te santu madhuścutaḥ ||20|| {8}
In der ungehinderten, weiten Welt der Erde werde niedergelegt; die eigenen Lebenskräfte, die du im Leben geschaffen hast, sie sollen dir honigtriefend sein.
hvayāmi te manasā mana ihemān gṛhām upa jujuṣāṇa ehi saṃ gachasva pitṛbhiḥ saṃ yamena syonās tvā vātā upa vāntu śagmāḥ
Ich rufe mit meinem Sinn deinen Sinn: Komm gerne zu diesen Häusern hierher! Vereine dich mit den Vätern, vereine dich mit Yama; sanfte, hilfreiche Winde mögen dich anwehen.
Wort für Wort
hvayāmi
ich rufe (1.Sg.Präs.)
te
deinen (Gen.)
manasā
mit meinem Sinn (Instr.)
mana
Sinn (Akk.)
ihemān
iha 'hier' (Adv.) + imān 'diese' (Akk.Pl.) → hierher, zu diesen
Empor mögen dich die Marut tragen, die wasserbringenden, wasserdurchschwimmenden; mit dem Bock machen sie es kühl; mit Regen mögen sie ihn benetzen [Anm.: Schlussformel "bāl iti" im Sanskrit unklar, möglicherweise verderbt oder Zitatmarkierung].
Wort für Wort
ut
empor (Präverb)
tvā
dich (Akk.)
vahantu
mögen tragen (Imperativ 3.Pl.)
maruta
die Marut (Nom.Pl.)
udavāhā
uda- 'Wasser' + vāhāḥ 'tragend, bringend' → die wasserbringenden (Nom.Pl.)
udaprutaḥ
uda- 'Wasser' + prutaḥ 'schwimmend' → die wasserdurchschwimmenden (Nom.Pl.)
ajena
mit dem Bock (Instr.)
kṛṇvantaḥ
machend (Part.Präs. Nom.Pl.)
śītaṃ
kühl (Akk.)
varṣeṇokṣantu
varṣeṇa 'mit Regen' (Instr.) + ukṣantu 'mögen benetzen' (Imp. 3.Pl.) → mit Regen mögen sie benetzen (Sandhi zweier Wörter)
mā te mano māsor māṅgānāṃ mā rasasya te mā te hāsta tanvaḥ kiṃ caneha
Nicht gehe dein Sinn verloren, nicht dein Atem, nicht etwas von deinen Gliedern, nicht von deiner Lebenskraft – nichts von deinem Leib soll hier verloren gehen.
Wort für Wort
mā
nicht
te
dein (Gen.)
mano
Sinn (Nom.)
māsor
mā 'nicht' (Prohibitiv) + asoḥ 'des Atems' (Gen., von asu) → nicht der Atem [?]
māṅgānāṃ
mā 'nicht' (Prohibitiv) + aṅgānāṃ 'von den Gliedern' (Gen.Pl.) → nicht von den Gliedern
mā
nicht
rasasya
der Lebenskraft (Gen.)
te
dein (Gen.)
mā
nicht
te
dein (Gen.)
hāsta
soll verloren gehen (Optativ/Inj. 3.Sg.)
tanvaḥ
vom Leib (Gen.)
kiṃ
etwas (Nom./Akk.)
caneha
cana 'irgend' (Partikel) + iha 'hier' (Adv.) → irgend etwas hier
yat te aṅgam atihitaṃ parācair apānaḥ prāṇo ya u vā te paretaḥ tat te saṃgatya pitaraḥ sanīḍā ghāsād ghāsaṃ punar ā veśayantu
Welches Glied von dir durch das Fortgehen verlassen wurde, welcher Ausatem, welcher Einatem von dir entwichen ist – das mögen die Väter, die mit dir im gleichen Nest sind, dir zusammenbringen und von Speise zu Speise wieder eintreten lassen.
Wort für Wort
yat
welches (Nom.)
te
dein (Gen.)
aṅgam
Glied (Nom.)
atihitaṃ
fortgelassen (Nom., Part.Perf.Pass.)
parācair
durch das Fortgehen (Instr.Pl.)
apānaḥ
der Ausatem (Nom.)
prāṇo
der Einatem (Nom.)
ya
welcher (Nom.)
u
oder (Partikel)
vā
oder
te
dein (Gen.)
paretaḥ
entwichen (Nom., Part.Perf.)
tat
das (Akk.)
te
dir (Dat.)
saṃgatya
nachdem zusammengekommen (Absolutiv)
pitaraḥ
die Väter (Nom.Pl.)
sanīḍā
sa- 'mit-, gleich-' + nīḍā 'im Nest' (Adj.) → die im gleichen Nest sind (Nom.Pl.)
Von diesem Toten haben sich die Lebenden abgewandt; tragt ihn fort, von hier weg aus dem Dorf. Der Tod war Yamas umsichtiger Bote; er ließ die Lebensgeister zu den Vätern gelangen.
Wort für Wort
apemaṃ
apa 'weg, ab' (Präverb) + imam 'diesen' (Akk.) → von diesem weg
jīvā
die Lebenden (Nom.Pl.)
arudhan
haben sich abgewandt (3.Pl.Impf.)
gṛhebhyas
von den Häusern (Abl.Pl.)
taṃ
ihn (Akk.)
nir
fort (Präverb)
vahata
tragt! (Imperativ 2.Pl.)
pari
ringsum (Präverb)
grāmād
aus dem Dorf (Abl.)
itaḥ
von hier (Adv.)
mṛtyur
der Tod (Nom.)
yamasyāsīd
yamasya 'Yamas' (Gen.) + āsīt 'war' (3.Sg.Impf.) → Yamas war
ye dasyavaḥ pitṛṣu praviṣṭā jñātimukhā ahutādaś caranti parāpuro nipuro ye bharanty agniṣ ṭān asmāt pra dhamāti yajñāt
Die Unholde, die in Gestalt von Verwandten unter die Väter eingedrungen sind und, ohne dass ihnen geopfert wurde, umhergehen, die trügerische Gestalten annehmen [Anm.: "parāpuro nipuraḥ" sprachlich unsicher] – sie soll Agni fort von diesem Opfer blasen.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
dasyavaḥ
die Unholde (Nom.Pl.)
pitṛṣu
unter die Väter (Lok.Pl.)
praviṣṭā
eingedrungen (Nom.Pl., Part.Perf.)
jñātimukhā
jñāti- 'Verwandter' + mukhā 'im Antlitz, in Gestalt' → in Gestalt von Verwandten (Nom.Pl.)
ahutādaś
ohne dass ihnen geopfert wurde essend (Nom.Pl.) [?]
Es mögen hier die eigenen Väter bei uns einkehren, indem sie uns Wohlergehen bereiten und das Leben verlängern; ihnen mögen wir, uns nahend, mit Opfergabe genügen können, lange lebend, viele Herbste.
yāṃ te dhenuṃ nipṛṇāmi yam u kṣīra odanam tenā janasyāso bhartā yo 'trāsad ajīvanaḥ ||30|| {9}
Die Milchkuh, die ich dir überlasse, sowie den Milchreis – damit sei du Ernährer der Sippe, der du hier ohne eigenes Leben verbleibst [Anm.: Bezug und genaue Konstruktion des Verses unsicher].
Wort für Wort
yāṃ
die (Akk.fem.)
te
dir (Dat.)
dhenuṃ
Milchkuh (Akk.)
nipṛṇāmi
ich überlasse (1.Sg.Präs.)
yam
den (Akk.)
u
auch (Partikel)
kṣīra
Milch- (Adj., Bestimmungswort zu odanam; eigenständiges Wort, kein fusioniertes Kompositum)
aśvāvatīṃ pra tara yā suśevā rkṣākaṃ vā prataraṃ navīyaḥ yas tvā jaghāna vadhyaḥ so astu mā so anyad vidata bhāgadheyam
Durchquere die pferdereiche, gütige Furt oder den Rkṣāka-Übergang [Anm.: Ortsname unsicher], weiter fort, aufs Neue; wer dich getötet hat, der sei zu töten – er finde kein anderes Erbteil mehr.
Yama ist der Fernste, Vivasvant der Nähere; darüber hinaus sehe ich nichts weiter. In Yama ist für mich das Opfer niedergelegt; Vivasvant, das Werdende, hat es durchgehend ausgespannt. [Anm.: kosmologischer Sinn des Verses unsicher, Übersetzung folgt der wörtlichen Struktur]
Wort für Wort
yamaḥ
Yama (Nom.)
paro
der Fernste (Nom.)
'varo
der Nähere (Nom.)
vivasvān
Vivasvant (Nom.)
tataḥ
darüber hinaus (Adv.)
paraṃ
weiter (Akk./Adv.)
nāti
na 'nicht' + ati 'darüber hinaus' (Präverb/Adv.) → nicht darüber (hinaus)
apāgūhann amṛtāṃ martyebhyaḥ kṛtvā savarṇām adadhur vivasvate utāśvināv abharad yat tad āsīd ajahād u dvā mithunā saraṇyūḥ
Sie verbargen die Unsterbliche vor den Sterblichen; nachdem sie ein Abbild von ihr geschaffen hatten, gaben sie es dem Vivasvant. Was sie den Aśvin gebar, das war da; da verließ Saraṇyū die beiden Zwillinge. [Anm.: knappe mythologische Anspielung auf Saraṇyū, Mutter des Yama; Syntax im Original stark verdichtet]
ye nikhātā ye paroptā ye dagdhā ye coddhitāḥ sarvāṃs tān agna ā vaha pitṝn haviṣe attave
Die begraben, die weithin ausgesetzt, die verbrannt, die sonst fortgetragen wurden – all diese Väter, Agni, führe herbei, damit sie die Opfergabe verzehren.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
nikhātā
begraben (Nom.Pl., Part.Perf.Pass.)
ye
die (Nom.Pl.)
paroptā
weithin ausgesetzt (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.)
dagdhā
verbrannt (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.)
coddhitāḥ
ca 'und' + uddhitāḥ 'fortgetragen, hochgehoben' (Nom.Pl.) → und fortgetragen
ye agnidagdhā ye anagnidagdhā madhye divaḥ svadhayā mādayante tvaṃ tān vettha yadi te jātavedaḥ svadhayā yajñaṃ svadhitiṃ juṣantām
Die vom Feuer verbrannt wurden, die nicht vom Feuer verbrannt wurden, die inmitten des Himmels sich an eigener Kraft laben – du kennst sie, Jātavedas, wenn sie dir bekannt sind; mit eigener Kraft mögen sie das Opfer und die Opferspeise genießen [Anm.: "svadhitim" wörtlich "Opferbeil", hier im Sinn von "Opferspeise" gedeutet, möglicherweise Wortspiel mit "svadhā"].
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
agnidagdhā
agni- 'Feuer' + dagdhā 'verbrannt' → vom Feuer verbrannt (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.)
anagnidagdhā
an- 'nicht' + agni- 'Feuer' + dagdhā 'verbrannt' → nicht vom Feuer verbrannt (Nom.Pl.)
śaṃ tapa māti tapo agne mā tanvaṃ tapaḥ vaṇeṣu śuṣmo astu te pṛthivyām astu yad dharaḥ
Erwärme heilsam, verbrenne nicht zu sehr, Agni, verbrenne nicht zu sehr den Leib! Deine Glut sei in den Scheiten; was verzehrend ist, sei nur auf der Erde.
Wort für Wort
śaṃ
heilsam (Adv.)
tapa
erwärme! (Imperativ 2.Sg.)
māti
mā 'nicht' (Prohibitiv) + ati 'zu sehr, darüber' (Präverb/Adv.) → nicht zu sehr
Ich gebe ihm diese Ruhestätte, ihm, der hierher gekommen ist. Wenn er denn hier der Meinige geworden ist, so spricht der weise Yama darauf: Der sei mein – er stehe hier bei meinem Reichtum.
Wort für Wort
dadāmy
ich gebe (1.Sg.Präs.)
asmā
ihm (Dat.)
avasānam
Ruhestätte (Akk.)
etad
diese (Akk.)
ya
der (Nom.)
eṣa
dieser (Nom.)
āgan
ist gekommen (3.Sg.Aor.)
mama
mein (Gen.)
ced
ca 'und' + id (Partikel, verstärkend) → wenn (feste Fügung 'ced' = 'falls')
abhūd
geworden ist (3.Sg.Aor.)
iha
hier (Adv.)
yamaś
Yama (Nom.)
cikitvān
der weise (Nom., Part.Perf.)
praty
darauf (Präverb)
etad
dies (Akk.)
āha
spricht (3.Sg.Perf.)
mamaiṣa
mama 'mein' (Gen.) + eṣa 'dieser' (Nom.) → der sei mein
premāṃ mātrāṃ mimīmahe yathāparaṃ na māsātai śate śaratsu no purā
Dieses Maß setzen wir fort, damit es uns nicht vorzeitig ausgehe, hundert Herbste lang, wie zuvor [Anm.: "māsātai" sprachlich unklar, Sinn erschlossen].
Wort für Wort
premāṃ
pra 'fort, weiter' (Präverb) + imāṃ 'dieses' (Akk.fem.) → dieses fort(setzend)
mātrāṃ
Maß (Akk.)
mimīmahe
wir setzen fort (1.Pl.Präs.Med.)
yathāparaṃ
yathā 'so dass' (Adv.) + aparaṃ 'nicht später, nicht wieder' (a- 'nicht' + param 'weiter, später') → damit es nicht vorzeitig (ausgehe)
apemāṃ mātrāṃ mimīmahe yathāparaṃ na māsātai śate śaratsu no purā ||40|| {10}
Dieses Maß grenzen wir ab, damit es uns nicht vorzeitig ausgehe, hundert Herbste lang, wie zuvor [Anm.: "māsātai" sprachlich unklar, Sinn erschlossen].
Wort für Wort
apemāṃ
apa 'ab, weg' (Präverb) + imāṃ 'dieses' (Akk.fem.) → dieses ab(grenzend)
mātrāṃ
Maß (Akk.)
mimīmahe
wir grenzen ab (1.Pl.Präs.Med.)
yathāparaṃ
yathā 'so dass' (Adv.) + aparaṃ 'nicht später, nicht wieder' (a- 'nicht' + param 'weiter, später') → damit es nicht vorzeitig (ausgehe)
nir imāṃ mātrāṃ mimīmahe yathāparaṃ na māsātai śate śaratsu no purā
Dieses Maß ziehen wir heraus, damit es uns nicht vorzeitig ausgehe, hundert Herbste lang, wie zuvor [Anm.: "māsātai" sprachlich unklar, Sinn erschlossen].
Wort für Wort
nir
heraus (Präverb)
imāṃ
dieses (Akk.fem.)
mātrāṃ
Maß (Akk.)
mimīmahe
wir ziehen (1.Pl.Präs.Med.)
yathāparaṃ
yathā 'so dass' (Adv.) + aparaṃ 'nicht später, nicht wieder' (a- 'nicht' + param 'weiter, später') → damit es nicht vorzeitig (ausgehe)
ud imāṃ mātrāṃ mimīmahe yathāparaṃ na māsātai śate śaratsu no purā
Dieses Maß richten wir auf, damit es uns nicht vorzeitig ausgehe, hundert Herbste lang, wie zuvor [Anm.: "māsātai" sprachlich unklar, Sinn erschlossen].
Wort für Wort
ud
auf (Präverb)
imāṃ
dieses (Akk.fem.)
mātrāṃ
Maß (Akk.)
mimīmahe
wir richten auf (1.Pl.Präs.Med.)
yathāparaṃ
yathā 'so dass' (Adv.) + aparaṃ 'nicht später, nicht wieder' (a- 'nicht' + param 'weiter, später') → damit es nicht vorzeitig (ausgehe)
sam imāṃ mātrāṃ mimīmahe yathāparaṃ na māsātai śate śaratsu no purā
Dieses Maß fügen wir zusammen, damit es uns nicht vorzeitig ausgehe, hundert Herbste lang, wie zuvor [Anm.: "māsātai" sprachlich unklar, Sinn erschlossen].
Wort für Wort
sam
zusammen (Präverb)
imāṃ
dieses (Akk.fem.)
mātrāṃ
Maß (Akk.)
mimīmahe
wir fügen zusammen (1.Pl.Präs.Med.)
yathāparaṃ
yathā 'so dass' (Adv.) + aparaṃ 'nicht später, nicht wieder' (a- 'nicht' + param 'weiter, später') → damit es nicht vorzeitig (ausgehe)
amāsi mātrāṃ svar agām āyuṣmān bhūyāsam yathāparaṃ na māsātai śate śaratsu no purā
Ich habe das Maß gemessen, bin zum Himmelslicht gegangen; möge ich lebenskräftig sein, damit es uns nicht vorzeitig ausgehe, hundert Herbste lang, wie zuvor [Anm.: "māsātai" sprachlich unklar, Sinn erschlossen]. [Anm.: Person- und Formwechsel ("amāsi"/"agām") im Sanskrit uneinheitlich, Übersetzung sinngemäß]
Wort für Wort
amāsi
ich habe gemessen (1.Sg.Perf./Aor.) [?]
mātrāṃ
das Maß (Akk.)
svar
zum Himmelslicht (Akk.)
agām
ich bin gegangen (1.Sg.Aor.)
āyuṣmān
lebenskräftig (Nom.)
bhūyāsam
möge ich sein (Optativ 1.Sg.)
yathāparaṃ
yathā 'so dass' (Adv.) + aparaṃ 'nicht später, nicht wieder' (a- 'nicht' + param 'weiter, später') → damit es nicht vorzeitig (ausgehe)
ye agravaḥ śaśamānāḥ pareyur hitvā dveṣāṃsy anapatyavantaḥ te dyām udityāvidanta lokaṃ nākasya pṛṣṭhe adhi dīdhyānāḥ
Die Unverheirateten [Anm.: "agravaḥ" unsicher, evtl. "ledig, kinderlos"], die sich abmühend dahingeschieden sind, Feindschaft hinter sich lassend, ohne Nachkommen – sie haben, zum Himmel aufsteigend, eine Welt gefunden, leuchtend auf dem Rücken des Firmaments.
ye na pituḥ pitaro ye pitāmahā ya āviviśur urv antarikṣam ya ākṣiyanti pṛthivīm uta dyāṃ tebhyaḥ pitṛbhyo namasā vidhema
Die Väter unseres Vaters, die Großväter, die in den weiten Luftraum eingegangen sind, die Erde und Himmel bewohnen – diesen Vätern wollen wir mit Verehrung dienen.
idam id vā u nāparaṃ jarasy anyad ito 'param jāyā patim iva vāsasābhy enaṃ bhūma ūrṇuhi
Dies ist es, und kein anderes mehr: du alterst hier, nichts anderes gibt es darüber hinaus. Wie eine Gattin ihren Gatten mit dem Gewand, so umhülle ihn, Erde.
Wort für Wort
idam
dies (Nom.)
id
fürwahr (Partikel)
vā
wohl (Partikel)
u
auch (Partikel)
nāparaṃ
na 'nicht' + aparaṃ 'ein anderes, weiteres' → kein anderes (mehr)
jarasy
du alterst (2.Sg.Präs.)
anyad
etwas anderes (Nom.)
ito
darüber hinaus (Adv.)
'param
weiteres (Nom.)
jāyā
eine Gattin (Nom.)
patim
den Gatten (Akk.)
iva
wie (Partikel)
vāsasābhy
vāsasā 'mit dem Gewand' (Instr.) + abhi 'um... herum' (Präverb) → mit dem Gewand, rings um
Ich hülle dich ein mit dem Gewand der Erde, der gütigen Mutter. Was unter den Lebenden Glück ist, das sei bei mir; die Opferkraft der Väter sei bei dir.
Wort für Wort
abhi
(Präverb)
tvorṇomi
tvā 'dich' (Akk.) + ūrṇomi 'ich hülle ein' (1.Sg.Präs.) → ich hülle dich ein
agnīṣomā pathikṛtā syonaṃ devebhyo ratnaṃ dadhathur vi lokam upa preṣyantaṃ pūṣaṇaṃ yo vahāty añjoyānaiḥ pathibhis tatra gachatam
Agni und Soma, die Wegbereiter, haben den Göttern einen milden Schatz, eine weite Welt bereitet; geht dorthin, zu Pūṣan, der als Geleiter entsandt ist [Anm.: „preṣyantam“ hier als passivisch, „entsandt werdend“, gedeutet, nicht als „sendend“], der auf geradem Wege geleiten möge.
pūṣā tvetaś cyāvayatu pra vidvān anaṣṭapaśur bhuvanasya gopāḥ sa tvaitebhyaḥ pari dadat pitṛbhyo 'gnir devebhyaḥ suvidatriyebhyaḥ
Pūṣan, der Kundige, der keine Herde verliert, der Hüter der Welt, möge dich von hier fortbewegen; er, Agni, übergebe dich diesen Vätern, den gütigen Göttern.
Wort für Wort
pūṣā
Pūṣan (Nom.)
tvetaś
tvā 'dich' (Akk.) + itaḥ 'von hier' (Adv.) → dich von hier
cyāvayatu
möge fortbewegen (Imperativ Kaus. 3.Sg.)
pra
fort (Präverb)
vidvān
der Kundige (Nom.)
anaṣṭapaśur
an- 'nicht' + naṣṭa- 'verloren' + paśuḥ 'Herde, Vieh' → der keine Herde verliert (Nom.)
bhuvanasya
der Welt (Gen.)
gopāḥ
der Hüter (Nom.)
sa
er (Nom.)
tvaitebhyaḥ
tvā 'dich' (Akk.) + etebhyaḥ 'diesen' (Dat.Pl.) → dich diesen
āyur viśvāyuḥ pari pātu tvā pūṣā tvā pātu prapathe purastāt yatrāsate sukṛto yatra ta īyus tatra tvā devaḥ savitā dadhātu
Das Leben, das Ganzleben, möge dich rings beschützen; Pūṣan beschütze dich vorn auf dem Weg. Wo die Rechtschaffenen weilen, wohin sie gegangen sind, dorthin möge dich der Gott Savitṛ setzen.
Wort für Wort
āyur
das Leben (Nom.)
viśvāyuḥ
das Ganzleben (Nom.)
pari
ringsum (Präverb)
pātu
möge beschützen (Imperativ 3.Sg.)
tvā
dich (Akk.)
pūṣā
Pūṣan (Nom.)
tvā
dich (Akk.)
pātu
möge beschützen (Imperativ 3.Sg.)
prapathe
auf dem Weg (Lok.)
purastāt
vorn (Adv.)
yatrāsate
yatra 'wo' (Adv.) + āsate 'sie weilen, sitzen' (3.Pl.Präs.Med.) → wo sie weilen
Diese beiden Zugtiere spanne ich dir an, damit sie dich zur Geleitung des Lebensgeistes fahren; mit ihnen gelange er hinab zu Yamas Sitz und Versammlung.
etat tvā vāsaḥ prathamaṃ nv āgann apaitad ūha yad ihābibhaḥ purā iṣṭāpūrtam anusaṃkrāma vidvān yatra te dattaṃ bahudhā vibandhuṣu
Dieses Gewand hier ist nun zuerst zu dir gekommen; jenes, das du früher trugst, ist fort. Als Wissender tritt ein in die Frucht deiner Opfer- und Werkverdienste, dorthin, wo dir vielfach unter den Verwandten gegeben wurde [Anm.: Bezug von "vibandhuṣu" unsicher].
Wort für Wort
etat
dieses (Nom.)
tvā
zu dir (Akk.)
vāsaḥ
Gewand (Nom.)
prathamaṃ
zuerst (Adv.)
nv
nun (Partikel)
āgann
ist gekommen (3.Sg.Aor.)
apaitad
apa 'weg, fort' (Präverb) + etat 'dies' (Nom.) → jenes ist fort
ūha
fürwahr (Partikel) [?]
yad
das (Akk.)
ihābibhaḥ
iha 'hier' (Adv.) + abibhaḥ 'du trugst' (2.Sg.Impf.) → hier du trugst
purā
früher (Adv.)
iṣṭāpūrtam
iṣṭa- 'Geopfertes' (von yaj) + pūrtam 'Vollbrachtes, Erfülltes' (von pṛ) → die Frucht der Opfer- und Werkverdienste (Akk.)
agner varma pari gobhir vyayasva saṃ prorṇuṣva medasā pīvasā ca net tvā dhṛṣṇur harasā jarhṛṣāṇo dadhṛg vidhakṣan parīṅkhayātai
Umkleide dich mit der Rüstung des Agni durch die Kühe, hülle dich ringsum mit Fett und Schmalz ein, damit dich nicht der Verwegene mit seiner Glut, sich freuend, verwegen, dich verbrennen wollend, hin und her schwenke [Anm.: "parīṅkhayātai" seltene Verbform, Bedeutung unsicher].
Wort für Wort
agner
des Agni (Gen.)
varma
die Rüstung (Akk.)
pari
ringsum (Präverb)
gobhir
durch die Kühe (Instr.Pl.)
vyayasva
umkleide dich! (Imperativ Med. 2.Sg.)
saṃ
zusammen (Präverb)
prorṇuṣva
hülle dich ein! (Imperativ Med. 2.Sg.)
medasā
mit Fett (Instr.)
pīvasā
mit Schmalz (Instr.)
ca
und
net
na 'nicht' + it (Partikel, verstärkend) → damit nicht (fürwahr)
Den Stab aus der Hand des Dahingeschiedenen nehmend, mitsamt seinem Gehör, seinem Glanz, seiner Kraft – du bleibe hier eben; wir aber wollen hier, an guten Söhnen reich, alle Anfeindungen und Nachstellungen besiegen.
Wort für Wort
daṇḍaṃ
den Stab (Akk.)
hastād
aus der Hand (Abl.)
ādadāno
nehmend (Nom., Part.Präs.Med.)
gatāsoḥ
des Dahingeschiedenen (Gen.)
saha
mitsamt (Postposition)
śrotreṇa
mit dem Gehör (Instr.)
varcasā
mit dem Glanz (Instr.)
balena
mit der Kraft (Instr.)
atraiva
atra 'hier' (Adv.) + eva 'gerade, genau' (Partikel) → eben hier
Den Bogen aus der Hand des Toten nehmend, mitsamt seiner Herrschermacht, seinem Glanz, seiner Kraft – nachdem ich reichen, gedeihlichen Besitz an mich genommen habe: wende dich her, komm zur Welt der Lebenden. [Anm.: Adressat des Schlusssatzes im Sanskrit nicht eindeutig]
Wort für Wort
dhanur
den Bogen (Akk.)
hastād
aus der Hand (Abl.)
ādadāno
nehmend (Nom., Part.Präs.Med.)
mṛtasya
des Toten (Gen.)
saha
mitsamt (Postposition)
kṣatreṇa
mit der Herrschermacht (Instr.)
varcasā
mit dem Glanz (Instr.)
balena
mit der Kraft (Instr.)
samāgṛbhāya
nachdem ich an mich genommen habe (Absolutiv)
vasu
Besitz (Akk.)
bhūri
reichen (Akk.)
puṣṭam
gedeihlichen (Akk.)
arvāṅ
herwärts gewandt (Nom.)
tvam
du (Nom.)
ehy
komm! (Imperativ 2.Sg.)
upa
hin zu (Präverb)
jīvalokam
jīva- 'lebend' + lokam 'Welt' → zur Welt der Lebenden (Akk.)