Diese Frau, die die Welt ihres Gatten erwählt, legt sich nieder bei dir, dem verstorbenen Sterblichen, die alte Sitte bewahrend; gib ihr hier Nachkommenschaft und Besitz.
Wort für Wort
iyaṃ
diese (Nom.fem.)
nārī
Frau (Nom.)
patilokaṃ
pati- 'Gatte' + lokaṃ 'Welt' → die Welt ihres Gatten (Akk.)
Erhebe dich, Frau, wende dich der Welt der Lebenden zu; komm – du hast neben diesem hier gelegen, dessen Lebensgeist entwichen ist. Deine Gattenschaft gegenüber dem, der einst deine Hand ergriffen und dich zur Frau begehrte, hast du damit erfüllt.
Wort für Wort
ud
auf (Präverb)
īrṣva
erhebe dich! (Imperativ Med. 2.Sg.)
nāry
o Frau (Vok.)
abhi
zu- (Präverb)
jīvalokaṃ
jīva- 'lebend' + lokaṃ 'Welt' → zur Welt der Lebenden (Akk.)
gatāsum
gata- 'gegangen, entwichen' + asum 'Lebensgeist' → dessen Lebensgeist entwichen ist (Akk.)
etam
diesen (Akk.)
upa
bei (Präverb)
śeṣa
du hast gelegen (2.Sg.Perf.)
ehi
komm! (Imperativ 2.Sg.)
hastagrābhasya
hasta- 'Hand' + grābhasya 'des Ergreifenden' (Gen.) → dessen, der die Hand ergriffen hat (Gen.)
dadhiṣos
der dich begehrte (Gen., Part.Perf.)
tavedaṃ
tava 'dein' (Gen.) + idam 'dies' (Nom./Akk.) → deine, dies
Ich sah eine junge Frau, die fortgeführt wurde, eine Lebende, die zu den Toten hingeführt wurde, während sie in blinde Finsternis gehüllt war; von Osten her führte ich sie, die nach Westen gewandte, zurück. [Anm.: genaue Ritualsituation im Vers unsicher]
Du Kundige, unverletzliche Kuh [Anm.: "aghnye", Anrede an die im Bestattungsritual mitgeführte Kuh], kennst die Welt der Lebenden, dem Weg der Götter folgend; dies ist dein Herr – erfreue dich an ihm; laß ihn zur Himmelswelt emporsteigen.
Wort für Wort
prajānaty
kundig (Nom.fem., Part.Präs.)
aghnye
o unverletzliche Kuh (Vok.)
jīvalokaṃ
jīva- 'lebend' + lokaṃ 'Welt' → die Welt der Lebenden (Akk.)
upa dyām upa vetasam avattaro nadīnām agne pittam apām asi
Hinauf zum Himmel, hinauf zur Weidenrute – du, Agni, tiefer als die Flüsse, bist die Galle der Gewässer. [Anm.: Vers sprachlich und sachlich unklar, vermutlich Bezug auf das Feuer im Wasser]
yaṃ tvam agne samadahas tam u nir vāpaya punaḥ kyāmbūr atra rohatu śāṇḍadūrvā vyalkaśā
Den du, Agni, verbrannt hast, den lösche nun wieder; die Kyāmbū-Pflanze wachse hier, das Śāṇḍa-Gras, die Vyalkaśā-Pflanze. [Anm.: Pflanzennamen unsicher identifiziert]
idaṃ ta ekam pura ū ta ekaṃ tṛtīyena jyotiṣā saṃ viśasva saṃveśane tanvā cārur edhi priyo devānāṃ parame sadhasthe
Dies ist eine Wohnstätte für dich, hier eine andere für dich; mit dem dritten Licht vereinige dich mit ihr. In der Ruhestätte sei mit deinem Leib schön, geliebt von den Göttern, am höchsten Versammlungsort.
ut tiṣṭha prehi pra dravaukaḥ kṛṇuṣva salile sadhasthe tatra tvaṃ pitṛbhiḥ saṃvidānaḥ saṃ somena madasva saṃ svadhābhiḥ
Steh auf, geh fort, eile hin, mach dir eine Wohnstätte im Gewässer, an dem gemeinsamen Ort; dort freue dich, mit den Vätern vereint, zusammen mit Soma, zusammen mit den Opferspenden.
Wort für Wort
ut
auf (Präverb)
tiṣṭha
steh! (Imperativ 2.Sg.)
prehi
geh fort! (Imperativ 2.Sg.)
pra
fort (Präverb)
dravaukaḥ
drava 'eile!' (Imp. 2.Sg.) + okaḥ 'Wohnstätte' (Akk.) → eile fort, mach dir eine Wohnstätte (Sandhi zweier Wörter)
pra cyavasva tanvaṃ saṃ bharasva mā te gātrā vi hāyi mo śarīram mano niviṣṭam anusaṃviśasva yatra bhūmer juṣase tatra gacha
Bewege dich fort, sammle deinen Leib; nicht sollen deine Glieder auseinanderfallen, nicht dein Körper; folge dem Sinn, der in dir schon niedergelassen ist; wohin es dir auf der Erde gefällt, dorthin geh.
Wort für Wort
pra
fort (Präverb)
cyavasva
bewege dich! (Imperativ Med. 2.Sg.)
tanvaṃ
den Leib (Akk.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bharasva
sammle! (Imperativ Med. 2.Sg.)
mā
nicht
te
deine (Nom.)
gātrā
Glieder (Nom.Pl.)
vi
auseinander (Präverb)
hāyi
sollen fallen (3.Sg.Aor.Pass.)
mo
mā 'nicht' (Prohibitiv) + u 'auch, aber' (Partikel) → nicht auch
Mit Glanz mögen mich die somatrinkenden Väter, die Götter, salben, mit Süßigkeit, mit Schmalz; indem sie mich weiter zum Sehen hinüberführen, mögen sie mir bis ins Alter ungeschmälerte Kraft verleihen.
varcasā māṃ sam anaktv agnir medhāṃ me viṣṇur ny anaktv āsan rayiṃ me viśve ni yachantu devāḥ syonā māpaḥ pavanaiḥ punantu
Mit Glanz salbe mich Agni; meine geistige Kraft salbe Viṣṇu; Reichtum mögen mir alle Götter gewähren; mild sollen mich die Gewässer mit ihren Läuterungen reinigen.
mitrāvaruṇā pari mām adhātām ādityā mā svaravo vardhayantu varco ma indro ny anaktu hastayor jaradaṣṭiṃ mā savitā kṛṇotu
Mitra und Varuṇa mögen mich rings umgeben; die Ādityas mit ihren Strahlen [Anm.: "svaravaḥ" unsicher] mögen mich stärken; Glanz salbe mir Indra in die Hände; ungeschmälerte Kraft bis ins Alter verleihe mir Savitṛ.
Der als erster der Sterblichen starb, der als erster zu dieser Welt hinüberging – den Sohn des Vivasvant, die Versammlungsstätte der Menschen, den König Yama, verehrt mit Opfergabe.
parā yāta pitara ā ca yātāyaṃ vo yajño madhunā samaktaḥ datto asmabhyaṃ draviṇeha bhadraṃ rayiṃ ca naḥ sarvavīraṃ dadhāta
Geht fort, ihr Väter, und kommt auch wieder; dieses euer Opfer ist mit Süßigkeit vermengt. Gebt uns hier gutes Gut, und schenkt uns Reichtum mit lauter tüchtigen Söhnen.
Kaṇva, Kakṣīvant, Purumīḍha, Agastya, Śyāvāśva, Sobhari, die Lieder singend, dieser Viśvāmitra, Jamadagni, Atri – sie mögen uns beistehen, Kaśyapa, Vāmadeva.
Viśvāmitra, Jamadagni, Vasiṣṭha, Bharadvāja, Gotama, Vāmadeva – Schutz hat uns Atri mit Verehrungen gewährt; ihr gütig ratenden Väter, seid uns gnädig.
Sich reinigend überwinden sie den Makel, indem sie sich immer wieder erneuertes Leben verschaffen; an Nachkommenschaft und Reichtum uns mehrend, mögen wir dann wohlangesehen in den Häusern sein. [Anm.: Versanfang "kasye" sprachlich unsicher]
Wort für Wort
kasye
wessen (unsicher) [?]
mṛjānā
sich reinigend (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
ati
über (Präverb)
yanti
überwinden (3.Pl.Präs.)
ripram
den Makel (Akk.)
āyur
Leben (Akk.)
dadhānāḥ
sich verschaffend (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
prataraṃ
immer wieder (Adv.)
navīyaḥ
erneuertes (Akk.)
āpyāyamānāḥ
sich mehrend (Nom.Pl., Part.Präs.Pass.)
prajayā
an Nachkommenschaft (Instr.)
dhanenādha
dhanena 'an Reichtum' (Instr.) + adha 'dann' (Adv.) → an Reichtum; dann
Sie salben, sie salben ringsum, sie salben zusammen, sie lecken an der Opferkraft, sie salben mit Süßigkeit; im Aufwallen des Stromes ergreifen die goldreinigenden Priester das dahinfliegende Rind, das Opfertier, unter diesen Gewässern.
Wort für Wort
añjate
sie salben (3.Pl.Präs.Med.)
vy
auseinander (Präverb)
añjate
sie salben
sam
zusammen (Präverb)
añjate
sie salben
kratuṃ
an der Opferkraft (Akk.)
rihanti
sie lecken (3.Pl.Präs.)
madhunābhy
madhunā 'mit Süßigkeit' (Instr.) + abhi 'hin zu' (Präverb zu añjate) → mit Süßigkeit hin (salben sie)
añjate
sie salben
sindhor
des Stromes (Gen.)
ucchvāse
im Aufwallen (Lok.)
patayantam
das dahinfliegende (Akk., Part.Präs.)
ukṣaṇaṃ
Rind (Akk.)
hiraṇyapāvāḥ
hiraṇya- 'Gold' + pāvāḥ 'reinigend' → die goldreinigenden (Nom.Pl.)
yad vo mudraṃ pitaraḥ somyaṃ ca teno sacadhvaṃ svayaśaso hi bhūta te arvāṇaḥ kavaya ā śṛṇota suvidatrā vidathe huyamānāḥ
Was euer freudiges, somahaftes Gut ist, ihr Väter, damit begleitet uns; denn ihr seid aus eigenem Ruhm entstanden. Ihr nahen, weisen Väter, hört; gütig, bei der Opferfeier gerufen.
Wort für Wort
yad
was (Nom.)
vo
euer (Gen.)
mudraṃ
freudiges (Nom.)
pitaraḥ
o Väter (Vok.Pl.)
somyaṃ
somahaftes (Nom.)
ca
und
teno
tena 'damit' (Instr.) + u 'nun, aber' (Partikel) → damit nun
ye atrayo aṅgiraso navagvā iṣṭāvanto rātiṣāco dadhānāḥ dakṣiṇāvantaḥ sukṛto ya u sthāsadyāsmin barhiṣi mādayadhvam ||20|| {14}
Ihr Atri, ihr Aṅgiras, ihr Navagva, die ihr Opfer dargebracht, Gaben begleitet, Priesterlohn gespendet habt, rechtschaffen, die ihr hier seid – freut euch auf diesem Opferstreu.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
atrayo
die Atri (Nom.Pl.)
aṅgiraso
die Aṅgiras (Nom.Pl.)
navagvā
die Navagva (Nom.Pl.)
iṣṭāvanto
Opfer dargebracht habend (Nom.Pl.)
rātiṣāco
Gaben begleitend (Nom.Pl.)
dadhānāḥ
habend (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
dakṣiṇāvantaḥ
Priesterlohn gespendet habend (Nom.Pl.)
sukṛto
rechtschaffen (Nom.Pl.)
ya
die (Nom.Pl.)
u
auch (Partikel)
sthāsadyāsmin
sthāsatha 'ihr werdet/sollt sein' (2.Pl.) + ā 'herbei' + asmin 'auf diesem' (Lok.) → seid hier auf diesem [?]
So wie unsere früheren, alten Väter, Agni, die immer nach der Wahrheitsordnung strebten – rein zogen sie einher, sannen auf das Rechte, sprachen die Loblieder; die Erde aufbrechend, öffneten sie die rötlichen Morgenröten.
sukarmānaḥ suruco devayanto ayo na devā janimā dhamantaḥ śucanto agniṃ vāvṛdhanta indram urvīm gavyāṃ pariṣadaṃ no akran
Guttätig, schönglänzend, gottliebend, wie Schmiede das Erz die Geschlechter anfachend – rein leuchtend stärkten sie Agni und Indra; eine weite, rinderreiche Umfriedung haben sie uns geschaffen.
Wie Viehherden auf nahrungsreicher Weide erblickte er, der Gewaltige, die Geschlechter der Götter; selbst Sterbliche verlangten nach der Urvaśī, zum Gedeihen des nahen jungen Herrn Āyu. [Anm.: knappe Anspielung auf den Purūravas-Urvaśī-Mythos]
akarma te svapaso abhūma ṛtam avasrann uṣaso vibhātīḥ viśvaṃ tad bhadraṃ yad avanti devā bṛhad vadema vidathe suvīrāḥ
Wir haben unser Werk getan, sind gute Werker geworden; die aufleuchtenden Morgenröten ließen die Opferwahrheit heraufkommen. Alles das ist gut, was die Götter begünstigen; laut wollen wir sprechen bei der Opferfeier, reich an tüchtigen Söhnen.
Indra mit den Marut möge mich von der östlichen Richtung schützen, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
indro
Indra (Nom.)
mā
mich (Akk.)
marutvān
mit den Marut (Nom.)
prācyā
von der östlichen (Adj.)
diśaḥ
der Richtung (Abl.)
pātu
möge schützen (Imperativ 3.Sg.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
Dhātṛ mit Nirṛti möge mich von der südlichen Richtung schützen, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
dhātā
Dhātṛ (Nom.)
mā
mich (Akk.)
nirṛtyā
mit Nirṛti (Instr.)
dakṣiṇāyā
von der südlichen (Adj.)
diśaḥ
der Richtung (Abl.)
pātu
möge schützen (Imperativ 3.Sg.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyāṃ
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
Aditi mit den Ādityas möge mich von der westlichen Richtung schützen, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
aditir
Aditi (Nom.)
mādityaiḥ
mā 'mich' (Akk.) + ādityaiḥ 'mit den Ādityas' (Instr.Pl.) → mich, mit den Ādityas
pratīcyā
von der westlichen (Adj.)
diśaḥ
der Richtung (Abl.)
pātu
möge schützen (Imperativ 3.Sg.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
Soma mit allen Göttern möge mich von der nördlichen Richtung schützen, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
somo
Soma (Nom.)
mā
mich (Akk.)
viśvair
mit allen (Instr.Pl.)
devair
Göttern (Instr.Pl.)
udīcyā
von der nördlichen (Adj.)
diśaḥ
der Richtung (Abl.)
pātu
möge schützen (Imperativ 3.Sg.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
dhartā ha tvā dharuṇo dhārayātā ūrdhvaṃ bhānuṃ savitā dyām ivopari lokakṛtaḥ pathikṛto yajāmahe ye devānāṃ hutabhāgā iha stha
Der Träger möge dich wahrlich als Stütze halten; nach oben halte Savitṛ den Glanz – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
dhartā
der Träger (Nom.)
ha
wahrlich (Partikel)
tvā
dich (Akk.)
dharuṇo
als Stütze (Nom.)
dhārayātā
möge halten (3.Sg.Optativ/Konj.) [?]
ūrdhvaṃ
nach oben (Akk./Adv.)
bhānuṃ
den Glanz (Akk.)
savitā
Savitṛ (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
In der östlichen Richtung, zuvor verhüllt, lege ich dich in die angestammte Opferkraft, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
prācyāṃ
in der östlichen (Lok.fem.)
tvā
dich (Akk.)
diśi
Richtung (Lok.)
purā
zuvor (Adv.)
samvṛtaḥ
verhüllt (Nom./Akk.) [?]
svadhāyām
in die angestammte Opferkraft (Lok.)
ā
herbei (Präverb)
dadhāmi
ich lege (1.Sg.Präs.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
In der südlichen Richtung, zuvor verhüllt, lege ich dich in die angestammte Opferkraft, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
dakṣiṇāyāṃ
in der südlichen (Lok.fem.)
tvā
dich (Akk.)
diśi
Richtung (Lok.)
purā
zuvor (Adv.)
samvṛtaḥ
verhüllt (Nom./Akk.) [?]
svadhāyām
in die angestammte Opferkraft (Lok.)
ā
herbei (Präverb)
dadhāmi
ich lege (1.Sg.Präs.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
In der westlichen Richtung, zuvor verhüllt, lege ich dich in die angestammte Opferkraft, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
pratīcyāṃ
in der westlichen (Lok.fem.)
tvā
dich (Akk.)
diśi
Richtung (Lok.)
purā
zuvor (Adv.)
saṃvṛtaḥ
verhüllt (Nom./Akk.) [?]
svadhāyām
in die angestammte Opferkraft (Lok.)
ā
herbei (Präverb)
dadhāmi
ich lege (1.Sg.Präs.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
In der nördlichen Richtung, zuvor verhüllt, lege ich dich in die angestammte Opferkraft, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
udīcyāṃ
in der nördlichen (Lok.fem.)
tvā
dich (Akk.)
diśi
Richtung (Lok.)
purā
zuvor (Adv.)
samvṛtaḥ
verhüllt (Nom./Akk.) [?]
svadhāyām
in die angestammte Opferkraft (Lok.)
ā
herbei (Präverb)
dadhāmi
ich lege (1.Sg.Präs.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
In der festen Richtung, zuvor verhüllt, lege ich dich in die angestammte Opferkraft, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
dhruvāyāṃ
in der festen (Lok.fem.)
tvā
dich (Akk.)
diśi
Richtung (Lok.)
purā
zuvor (Adv.)
saṃvṛtaḥ
verhüllt (Nom./Akk.) [?]
svadhāyām
in die angestammte Opferkraft (Lok.)
ā
herbei (Präverb)
dadhāmi
ich lege (1.Sg.Präs.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
In der oberen Richtung, zuvor verhüllt, lege ich dich in die angestammte Opferkraft, mitsamt der von ihrem Arm bewegten Erde – wie der Himmel darüber. Die Weltschaffenden, die Wegbereiter verehren wir, die ihr, o Götter, hier den geopferten Anteil habt.
Wort für Wort
ūrdhvāyāṃ
in der oberen (Lok.fem.)
tvā
dich (Akk.)
diśi
Richtung (Lok.)
purā
zuvor (Adv.)
samvṛtaḥ
verhüllt (Nom./Akk.) [?]
svadhāyām
in die angestammte Opferkraft (Lok.)
ā
herbei (Präverb)
dadhāmi
ich lege (1.Sg.Präs.)
bāhucyutā
bāhu- 'Arm' + cyutā 'bewegt' → von ihrem Arm bewegte (Nom.fem.)
pṛthivī
Erde (Nom.)
dyām
den Himmel (Akk.)
ivopari
iva 'wie' + upari 'darüber, oben' → wie darüber
lokakṛtaḥ
loka- 'Welt' + kṛtaḥ 'Schaffende, Macher' → die Weltschaffenden (Akk.Pl.)
pathikṛto
pathi- 'Weg' + kṛtaḥ 'Bereiter, Macher' → die Wegbereiter (Akk.Pl.)
itaś ca māmutaś cāvatāṃ yame iva yatamāne yad aitam pra vāṃ bharan mānuṣā devayanto ā sīdatāṃ svam u lokaṃ vidāne
Von hier und von dort mögen sie mich schützen, wie zwei Yamas, als ihr wetteifernd dahingegangen wart; euch brachten die gottliebenden Menschen Opfergaben dar – setzt euch nieder in eure eigene, wohlbekannte Welt. [Anm.: die angesprochenen zwei Gestalten im Sanskrit nicht eindeutig benannt]
Wort für Wort
itaś
von hier (Adv.)
ca
und
māmutaś
mām 'mich' (Akk.) + utaḥ 'von dort' (Adv.) → mich; von dort
cāvatāṃ
ca 'und' + avatām 'mögen schützen' (Imp. 3.Du.) → und mögen (sie) schützen
svāsasthe bhavatam indave no yuje vāṃ brahma pūrvyaṃ namobhiḥ vi śloka eti pathyeva sūriḥ śṛṇvantu viśve amṛtāsa etat
Seid uns eine gute Ruhestätte für den Somasaft; ich verbinde euch mit dem alten Segensspruch, mit Verehrungen. Der Klang ergeht wie ein Weg für den Kundigen; alle Unsterblichen mögen dies hören.
trīṇi padāni rupo anv arohac catuṣpadīm anv etad vratena akṣareṇa prati mimīte arkam ṛtasya nābhāv abhi saṃ punāti ||40|| {16}
Drei Schritte stieg der Rote empor; dem Vierfüßigen folgt dies nach der rituellen Ordnung. Mit der unvergänglichen Silbe misst er den Lobgesang zu; im Nabel der Wahrheitsordnung läutert er alles ringsum. [Anm.: Bildrede und Bezug von "rupaḥ" unsicher]
Wort für Wort
trīṇi
drei (Akk.Pl.n.)
padāni
Schritte (Akk.Pl.)
rupo
der Rote (Nom.) [?]
anv
empor (Präverb)
arohac
stieg (3.Sg.Aor.)
catuṣpadīm
catur- 'vier' + padīm 'füßig' → dem Vierfüßigen (Dat./Akk.fem.) [?]
devebhyaḥ kam avṛṇīta mṛtyuṃ prajāyai kim amṛtaṃ nāvṛṇīta bṛhaspatir yajñam atanuta ṛṣiḥ priyāṃ yamas tanvam ā rireca
Für die Götter erwählte er wohl den Tod; für die Nachkommenschaft erwählte er nicht die Unsterblichkeit. Bṛhaspati, der Seher, spannte das Opfer aus; Yama gab seinen lieben Leib völlig hin. [Anm.: das Subjekt der ersten Verszeile bleibt im Sanskrit unbestimmt]
Wort für Wort
devebhyaḥ
für die Götter (Dat.Pl.)
kam
wohl (Partikel)
avṛṇīta
erwählte (3.Sg.Impf.Med.)
mṛtyuṃ
den Tod (Akk.)
prajāyai
für die Nachkommenschaft (Dat.)
kim
wohl (Partikel)
amṛtaṃ
die Unsterblichkeit (Akk.)
nāvṛṇīta
na 'nicht' + avṛṇīta 'erwählte' (3.Sg.Impf.Med.) → erwählte nicht
tvam agna īḍito jātavedo 'vāḍ ḍhavyāni surabhīṇi kṛtvā prādāḥ pitṛbhyaḥ svadhayā te akṣann addhi tvaṃ deva prayatā havīṃṣi
Du, Agni, angerufen, Jātavedas, hast die Opfergaben duftend gemacht und getragen; du hast sie den Vätern übergeben; mit ihrer Opferkraft haben sie gegessen. Iss du selbst, Gott, die dargereichten Opferspenden.
āsīnāso aruṇīnām upasthe rayiṃ dhatta dāśuṣe martyāya putrebhyaḥ pitaras tasya vasvaḥ pra yachata ta ihorjaṃ dadhāta
Ihr, die ihr im Schoß der rötlichen Morgenröten sitzt, gewährt dem opferspendenden Sterblichen Reichtum; ihr Väter, gebt seinen Söhnen von diesem Gut; verleiht uns hier Kraft.
Wort für Wort
āsīnāso
sitzend (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
aruṇīnām
der rötlichen (Gen.Pl.)
upasthe
im Schoß (Lok.)
rayiṃ
Reichtum (Akk.)
dhatta
gewährt! (Imperativ 2.Pl.)
dāśuṣe
dem opferspendenden (Dat.)
martyāya
Sterblichen (Dat.)
putrebhyaḥ
den Söhnen (Dat.Pl.)
pitaras
o Väter (Vok.Pl.)
tasya
von diesem (Gen.)
vasvaḥ
Gut (Gen.)
pra
(Präverb)
yachata
gebt! (Imperativ 2.Pl.)
ta
ihr (Nom.Pl.)
ihorjaṃ
iha 'hier' (Adv.) + ūrjaṃ 'Kraft' (Akk.) → hier Kraft
Ihr vom Feuer verzehrten [Anm.: „agniṣvātta“, wörtlich „vom Feuer gekostet/genossen“ – feststehende Bezeichnung der durch Feuerbestattung zu den Vätern gelangten Ahnen, nicht „erwärmt“] Väter, kommt hierher; setzt euch, gut geleitet, auf euren Sitz; esst die auf dem Opferstreu dargereichten Opfergaben, und schenkt uns Reichtum mit lauter tüchtigen Söhnen.
Wort für Wort
agniṣvāttāḥ
agni- 'Feuer' + svāttāḥ 'gekostet, genossen' (von su+ad) → die vom Feuer Verzehrten/Genossenen (Vok.Pl., feste Bez. der Ahnen)
pitara
o Väter (Vok.Pl.)
eha
hierher (Adv.)
gachata
kommt! (Imperativ 2.Pl.)
sadaḥsadaḥ
sadaḥ 'Sitz' (Akk.), reduplizierend → auf jeden Sitz (distributiv)
upahūtā naḥ pitaraḥ somyāso barhiṣyeṣu nidhiṣu priyeṣu ta ā gamantu ta iha śruvantv adhi bruvantu te 'vantv asmān
Herbeigerufen sind unsere somakundigen Väter, an die lieben Plätze auf dem Opferstreu; sie mögen herkommen, sie mögen hier zuhören, sie mögen für uns Fürsprache halten, sie mögen uns beistehen.
ye naḥ pituḥ pitaro ye pitāmahā anūjahire somapīthaṃ vasiṣṭhāḥ tebhir yamaḥ samrarāṇo havīṃṣy uśann uśadbhiḥ pratikāmam attu
Die Väter unseres Vaters, die Großväter, die als Vasiṣṭhas den Somatrunk der Reihe nach weitergegeben haben – mit ihnen möge Yama, sich mitfreuend, begehrend mit den Begehrenden, die Opfergaben nach Belieben verzehren.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
naḥ
unseres (Gen.)
pituḥ
des Vaters (Gen.)
pitaro
Väter (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.)
pitāmahā
die Großväter (Nom.Pl.)
anūjahire
haben der Reihe nach weitergegeben (3.Pl.Perf.Med.) [?]
Die dürsteten, sich zu den Göttern hinstreckend, die opferkundigen, mit Lobliedern kunstvoll gefügten Sänger – komm, Agni, herbei mit den tausend gottverehrenden, wahrhaftigen Sehern und Weisen, die beim heißen Opfertrank sitzen.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
tātṛṣur
dürsteten (3.Pl.Perf.)
devatrā
zu den Göttern (Adv.)
jehamānā
sich hinstreckend (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
hotrāvidaḥ
hotrā- 'Opferruf, Priesteramt' + vidaḥ 'kundig' → die opferkundigen (Nom.Pl.)
Die wahrhaften Opferesser und Opfertrinker, die mit dem raschen Indra und den Göttern auf einem Wagen fahren – komm, Agni, herbei, herwärts, mit den gütigen, den früheren, den alten Sehern, die beim heißen Opfertrank sitzen.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
satyāso
die wahrhaften (Nom.Pl.)
havirado
havis- 'Opfergabe' + adaḥ 'essend' → die Opferesser (Nom.Pl.)
Kriech hin zu dieser Mutter Erde, zur weiträumigen, gütigen Erde; wollweich sei die Erde dem Opferlohnspendenden; sie möge dich vorn auf dem Weg beschützen.
Wort für Wort
upa
hin (Präverb)
sarpa
kriech! (Imperativ 2.Sg.)
mātaraṃ
zur Mutter (Akk.)
bhūmim
Erde (Akk.)
etām
diese (Akk.fem.)
uruvyacasaṃ
uru- 'weit' + vyacasaṃ 'Raum, Ausdehnung' → die weiträumige (Akk.)
Öffne dich weit, Erde, bedränge ihn nicht; sei ihm leicht zugänglich, leicht zu betreten; wie eine Mutter ihren Sohn mit dem Gewandsaum, so umhülle ihn, Erde.
ucchvañcamānā pṛthivī su tiṣṭhatu sahasraṃ mita upa hi śrayantām te gṛhāso ghṛtaścutaḥ syonā viśvāhāsmai śaraṇāḥ santv atra
Sich öffnend stehe die Erde gut da; tausendfach gemessen mögen sich die Wände an sie lehnen; diese von Schmalz triefenden, milden Häuser sollen ihm allezeit hier Zuflucht sein.
Wort für Wort
ucchvañcamānā
sich öffnend (Nom.fem., Part.Präs.Med.)
pṛthivī
die Erde (Nom.)
su
gut (Adv.)
tiṣṭhatu
stehe! (Imperativ 3.Sg.)
sahasraṃ
tausendfach (Akk./Adv.)
mita
gemessen (Nom.Pl.) [?]
upa
an- (Präverb)
hi
ja (Partikel)
śrayantām
mögen sich lehnen (Imperativ 3.Pl.Med.)
te
diese (Nom.Pl.)
gṛhāso
Häuser (Nom.Pl.)
ghṛtaścutaḥ
ghṛta- 'Schmalz' + ścutaḥ 'triefend' → von Schmalz triefende (Nom.Pl.)
syonā
milde (Nom.Pl.)
viśvāhāsmai
viśvāhā 'allezeit' (Adv.) + asmai 'ihm' (Dat.) → allezeit ihm
ut te stabhnāmi pṛthivīṃ tvat parīmaṃ logaṃ nidadhan mo aham riṣam etāṃ sthūṇāṃ pitaro dhārayanti te tatra yamaḥ sādanā te kṛṇotu
Ich stütze die Erde über dir empor; indem ich diese Erdscholle rings um dich lege, möge ich keinen Schaden nehmen; diese Säule halten die Väter; dort möge Yama dir die Wohnstätten bereiten.
Wort für Wort
ut
empor (Präverb)
te
über dir (Gen./Lok.)
stabhnāmi
ich stütze (1.Sg.Präs.)
pṛthivīṃ
die Erde (Akk.)
tvat
von dir (Abl.)
parīmaṃ
pari 'ringsum' (Präverb) + imam 'diese' (Akk.) → ringsum diese
logaṃ
Erdscholle (Akk.)
nidadhan
indem ich lege (Part.Präs. Nom.) [?]
mo
mā 'nicht' (Prohibitiv) + u 'aber, auch' (Partikel) → nicht auch
Diesen Becher, Agni, verdirb nicht – er ist lieb den Göttern und den Somakundigen; dieser Becher, das Göttertrankgefäß, in ihm mögen die unsterblichen Götter sich erfreuen.
Den vollen Becher, den Atharvan dem kraftreichen Indra darbrachte – in ihm bereitet er den Anteil der Rechtschaffenen; in ihm läutert sich der Somatrank allezeit.
yat te kṛṣṇaḥ śakuna ātutoda pipīlaḥ sarpa uta vā śvāpadaḥ agniṣ ṭad viśvād agadaṃ kṛṇotu somaś ca yo brāhmaṇāṃ āviveśa
Was dich der schwarze Vogel gepickt hat, die Ameise, die Schlange oder ein Raubtier – von all dem mache Agni dich wieder heil, und Soma, der in die Brahmanen eingegangen ist.
payasvatīr oṣadhayaḥ payasvan māmakaṃ payaḥ apāṃ payaso yat payas tena mā saha śumbhatu
Milchreich seien die Pflanzen, milchreich meine Milch; was von der Milch der Gewässer an Milch ist – damit schmücke sie mich zugleich. [Anm.: Bezugswort des Subjekts unsicher]
Diese Frauen, nicht verwitwet, gute Gattinnen, sollen sich mit Augensalbe und Schmalz berühren; tränenlos, ohne Leid, mit schönem Schmuck mögen die Frauen zuerst wieder ihren Platz besteigen.
Vereine dich mit den Vätern, vereine dich mit Yama, mit dem Lohn deiner Opfer- und Werkverdienste, im höchsten Himmelsraum; lege ab, was tadelnswert ist, kehre wieder nach Hause zurück; mit glänzendem Leib vereine dich mit ihnen.
Wort für Wort
saṃ
zusammen (Präverb)
gachasva
vereine dich! (Imperativ Med. 2.Sg.)
pitṛbhiḥ
mit den Vätern (Instr.Pl.)
saṃ
zusammen (Präverb)
yameneṣṭāpūrtena
yamena 'mit Yama' (Instr.) + iṣṭāpūrtena 'mit dem Lohn der Opfer- und Werkverdienste' (Instr.) → mit Yama; mit dem Lohn der Opfer- und Werkverdienste
parame
im höchsten (Lok.)
vyoman
Himmelsraum (Lok.)
hitvāvadyaṃ
hitvā 'nachdem abgelegt' (Absolutiv) + avadyaṃ 'Tadelnswertes' (Akk.) → lege ab, was tadelnswert ist
ye naḥ pituḥ pitaro ye pitāmahā ya āviviśur urv antarikṣam tebhyaḥ svarād asunītir no adya vathāvaśaṃ tanvaḥ kalpayāti
Die Väter unseres Vaters, die Großväter, die in den weiten Luftraum eingegangen sind – ihnen gemäß möge uns heute die selbstherrliche Geleitung des Lebensodems die Leiber nach Wunsch gestalten [Anm.: "vathāvaśam" vermutlich für "yathāvaśam"].
Heilsam sei dir der Nebel, heilsam falle dir der Sprühregen! O Kühle, du Kühlende, o Erquickende, du Erfrischende, Froschweibchen im Wasser – sei uns heilvoll, lösche du gut dieses Feuer.
Wort für Wort
śaṃ
heilsam (Adv.)
te
dir (Dat.)
nīhāro
der Nebel (Nom.)
bhavatu
sei! (Imperativ 3.Sg.)
śaṃ
heilsam (Adv.)
te
dir (Dat.)
pruṣvāva
pruṣvā 'der Sprühregen' (Nom.) + ava 'herab' (Präverb) → der Sprühregen herab
Vivasvant schaffe uns Furchtlosigkeit, er, der gute Beschützer, der rasch- und gutspendende; hier sollen diese Männer zahlreich sein; reich an Rindern, reich an Rossen sei mein Besitz.
Wort für Wort
vivasvān
Vivasvant (Nom.)
no
uns (Dat.)
abhayaṃ
Furchtlosigkeit (Akk.)
kṛṇotu
möge schaffen (Imperativ 3.Sg.)
yaḥ
der (Nom.)
sutrāmā
su- 'gut' + trāmā 'Beschützer' → der gute Beschützer (Nom.)
jīradānuḥ
jīra- 'rasch' + dānuḥ 'spendend, gebend' → der raschspendende (Nom.)
sudānuḥ
su- 'gut' + dānuḥ 'spendend' → der gutspendende (Nom.)
iheme
iha 'hier' (Adv.) + ime 'diese' (Nom.Pl.) → hier diese
vivasvān no amṛtatve dadhātu paraitu mṛtyur amṛtaṃ na aitu imān rakṣatu puruṣān ā jarimṇo mo sv eṣām asavo yamaṃ guḥ
Vivasvant setze uns in die Unsterblichkeit; der Tod gehe fort von uns, die Unsterblichkeit komme zu uns; er beschütze diese Menschen bis zum Greisenalter; nicht sollen ihre Lebensgeister vorzeitig zu Yama gehen.
Wort für Wort
vivasvān
Vivasvant (Nom.)
no
uns (Akk.)
amṛtatve
in die Unsterblichkeit (Lok.)
dadhātu
möge setzen (Imperativ 3.Sg.)
paraitu
möge fortgehen (Imperativ 3.Sg.)
mṛtyur
der Tod (Nom.)
amṛtaṃ
die Unsterblichkeit (Nom.)
na
uns (Akk.)
aitu
möge kommen (Imperativ 3.Sg.)
imān
diese (Akk.Pl.)
rakṣatu
möge beschützen (Imperativ 3.Sg.)
puruṣān
Menschen (Akk.Pl.)
ā
bis (Präverb)
jarimṇo
zum Greisenalter (Gen./Abl.)
mo
mā 'nicht' (Prohibitiv) + u 'wohl, aber' (Partikel) → nicht (auch)
yo dadhre antarikṣe na mahnā pitṝṇāṃ kaviḥ pramatir matīnām tam arcata viśvamitrā havirbhiḥ sa no yamaḥ prataraṃ jīvase dhāt
Der sich wie im Luftraum durch seine Größe gehalten hat, der Seher der Väter, der Vordenker der Gedanken – ihn preist, all ihr Freunde, mit Opfergaben; er, Yama, gebe uns weiteres Leben.
pra ketunā bṛhatā bhāty agnir ā rodasī vṛṣabho roravīti divaś cid antād upamām ud ānaḍ apām upasthe mahiṣo vavardha
Mit hohem Lichtzeichen leuchtet Agni hervor; er brüllt wie ein Stier zu beiden Welthälften hin; selbst vom Rand des Himmels her hat der Büffel das höchste Maß erreicht; er ist erstarkt im Schoß der Gewässer.
Als du im Firmament als schöngeflügelter Vogel dahinflogst, erblickten dich die im Herzen Sehnsüchtigen; goldbeschwingt, Varuṇas Bote, im Schoß des Yama, der rasche Vogel.
yās te dhānā anukirāmi tilamiśrā svadhāvatīḥ tās te santu vibhvīḥ prabhvīs tās te yamo rājānu manyatām
Das geröstete Korn, das ich für dich ausstreue, mit Sesam vermischt, kraftspendend – es sei dir reichlich und ergiebig; dem möge König Yama für dich zustimmen.
Wort für Wort
yās
das, welche (Akk.Pl.fem.)
te
für dich (Dat.)
dhānā
das geröstete Korn (Akk.Pl.fem.)
anukirāmi
ich ausstreue (1.Sg.Präs.)
tilamiśrā
tila- 'Sesam' + miśrā 'vermischt' → mit Sesam vermischt (Akk.Pl.fem.)
ye te pūrve parāgatā apare pitaraś ca ye tebhyo ghṛtasya kulyaitu śatadhārā vyundatī
Die deine Früheren, die später Fortgegangenen, und die anderen Väter, die es gibt – zu ihnen ströme ein Kanal von Schmalz, hundertfach fließend, sich ergießend.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.)
te
deine (Nom.Pl.)
pūrve
früheren (Nom.Pl.)
parāgatā
fortgegangenen (Nom.Pl.)
apare
die anderen (Nom.Pl.)
pitaraś
Väter (Nom.Pl.)
ca
und
ye
die (Nom.Pl.)
tebhyo
zu diesen (Dat.Pl.)
ghṛtasya
von Schmalz (Gen.)
kulyaitu
kulyā 'Kanal, Bach' (Nom.) + etu 'möge strömen' (Imp. 3.Sg.) → möge ein Kanal strömen
Steig auf dies empor, an Kraft dich reinigend; die Eigenen leuchten hier hoch; geh mitten hindurch, weiche nicht ab; das ist der erste Ort der Väter, der hier ist.
Wort für Wort
etad
dies (Akk.)
ā
empor (Präverb)
roha
steig! (Imperativ 2.Sg.)
vaya
an Kraft (Akk./Instr.) [?]
unmṛjānaḥ
dich reinigend (Nom., Part.Präs.Med.)
svā
die Eigenen (Nom.Pl.)
iha
hier (Adv.)
bṛhad
hoch (Adv.)
u
fürwahr (Partikel)
dīdayante
leuchten (3.Pl.Präs.Perf.)
abhi
(Präverb)
prehi
geh! (Imperativ 2.Sg.)
madhyato
mitten hindurch (Adv.)
māpa
mā 'nicht' (Prohibitiv) + apa 'ab, weg' (Präverb zu hāsthāḥ) → nicht ab (weiche nicht ab)