o cit sakhāyaṃ sakhyā vavṛtyāṃ tiraḥ puru cid arṇavaṃ jaganvān pitur napātam ā dadhīta vedhā adhi kṣami prataraṃ dīdhyānaḥ
Ich möchte fürwahr den Freund durch Freundschaft zu mir wenden, der auch die weite Flut überschritten hat. Der Ordner möge den Enkel des Vaters einsetzen, der auf der Erde weithin sinnt. [Anm.: Dieser Vers gilt seit alters als besonders dunkel; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten grammatischen Deutung, ohne dass der genaue Sinn gesichert ist.]
Wort für Wort
o
fürwahr (Partikel)
cit
fürwahr (Partikel)
sakhāyaṃ
den Freund (Akk.)
sakhyā
durch Freundschaft (Instr.)
vavṛtyāṃ
ich möchte wenden (Optativ-Perf. 1.Sg.)
tiraḥ
durch (Präp.)
puru
viel, weit (Adj.)
cid
fürwahr (Partikel)
arṇavaṃ
die Flut (Akk.)
jaganvān
überschritten habend (Part.Perf.Akt. Nom.)
pitur
des Vaters (Gen.)
napātam
den Enkel, Sohn (Akk.)
ā
herbei (Präverb)
dadhīta
möge einsetzen (Optativ Med. 3.Sg.) [Gesamtdeutung des Verses seit alters unsicher, s. Anm.]
na te sakhā sakhyaṃ vaṣṭy etat salakṣmā yad viṣurūpā bhavati mahas putrāso asurasya vīrā divo dhartāra urviyā pari khyan
Dieser Freund will diese Art Freundschaft nicht, wenn die Gleichgeartete verschiedene Gestalt annimmt [Anm.: Anspielung auf die von Yamī begehrte Geschwisterehe mit Yama]. Die Söhne des großen Asura, die Helden, die Stützen des Himmels, blicken weit umher.
Wort für Wort
na
nicht
te
dein (Gen. enkl.)
sakhā
der Freund (Nom.)
sakhyaṃ
die Freundschaft (Akk.)
vaṣṭy
will (3.Sg.Präs.)
etat
diese (Akk.)
salakṣmā
sa- 'mit-, gleich-' + lakṣmā 'Merkmal, Kennzeichen' → die Gleichgeartete, die vom gleichen Merkmal (Nom.fem.)
yad
wenn (Konj.)
viṣurūpā
viṣu 'verschieden, entgegengesetzt' + rūpā 'Gestalt' → verschiedene Gestalt (Nom.fem.)
uśanti ghā te amṛtāsa etad ekasya cit tyajasaṃ martyasya ni te mano manasi dhāyy asme janyuḥ patis tanvam ā viviṣyāḥ
Fürwahr, die Unsterblichen wünschen dies: die Fortpflanzung auch nur eines einzigen Sterblichen. Dein Sinn ist in meinem Sinn eingesenkt; als Gatte mögest du meinen Leib besitzen.
Wort für Wort
uśanti
sie wünschen (3.Pl.Präs.)
ghā
fürwahr (Partikel)
te
die (Nom.Pl., 'die Unsterblichen')
amṛtāsa
a- 'un-' + mṛtāsa 'Gestorbene' (Nom.Pl.) → die Unsterblichen (Nom.Pl.)
na yat purā cakṛmā kad dha nūnam ṛtaṃ vadanto anṛtaṃ rapema gandharvo apsv apyā ca yoṣā sā nau nābhiḥ paramaṃ jāmi tan nau
Was wir früher nicht getan haben - was sollen wir nun tun? Sollen wir, die wir die Wahrheit reden, Unwahres schwatzen? Der Gandharva ist in den Gewässern, und die Wassernymphe - das ist unser gemeinsamer Ursprung, das ist unsere engste Verwandtschaft.
garbhe nu nau janitā dampatī kar devas tvaṣṭā savitā viśvarūpaḥ nakir asya pra minanti vratāni veda nāv asya pṛthivī uta dyauḥ
Schon im Mutterleib hat uns der Erzeuger, der Gott Tvaṣṭṛ, der allgestaltige Savitṛ, zu einem Ehepaar gemacht. Niemand übertritt seine Gebote; Erde und Himmel wissen um uns beide von ihm.
ko adya yuṅkte dhuri gā ṛtasya śimīvato bhāmino durhṛṇāyūn āsanniṣūn hṛtsvaso mayobhūn ya eṣāṃ bhṛtyām ṛṇadhat sa jīvāt
Wer spannt heute die Rinder der Weltordnung ans Joch - die kraftvollen, zornigen, schwer zu bändigenden, die herznahen, wohltuenden? [Anm.: Der Vers ist im Original stark verrätselt; einzelne Beiwörter (u.a. 'āsanniṣūn') lassen sich nicht sicher deuten.] Wer ihren Unterhalt erlangt, der möge leben.
Wort für Wort
ko
wer (Nom.)
adya
heute (Adv.)
yuṅkte
spannt an (3.Sg.Präs.Med.)
dhuri
ans Joch (Lok.)
gā
die Rinder (Akk.Pl.)
ṛtasya
der Weltordnung (Gen.)
śimīvato
die kraftvollen (Akk.Pl.)
bhāmino
die zornigen (Akk.Pl.)
durhṛṇāyūn
dur- 'schwer, schlecht' + hṛṇāyūn 'die Zürnenden, Wilden' → die schwer zu bändigenden (Akk.Pl.) [?]
ko asya veda prathamasyāhnaḥ ka īṃ dadarśa ka iha pra vocat bṛhan mitrasya varuṇasya dhāma kad u brava āhano vīcyā nṝn
Wer kennt jenen ersten Tag? Wer hat ihn gesehen? Wer kann hier davon künden? Erhaben ist die Ordnung von Mitra und Varuṇa. Was willst du da den Männern in deiner Rede sagen? [Anm.: Die Anrede 'āhana' und der Sinn der letzten Zeile sind unsicher.]
Wort für Wort
ko
wer (Nom.)
asya
jenes (Gen.)
veda
kennt (3.Sg.Perf.)
prathamasyāhnaḥ
prathamasya 'des ersten' (Gen.) + ahnaḥ 'des Tages' (Gen.) → des ersten Tages (Gen.; Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
ka
wer (Nom.)
īṃ
ihn (Akk. enkl.)
dadarśa
hat gesehen (3.Sg.Perf.)
ka
wer (Nom.)
iha
hier (Adv.)
pra
(Präverb)
vocat
kann künden (3.Sg.Aor.Inj.)
bṛhan
erhaben (Nom.)
mitrasya
von Mitra (Gen.)
varuṇasya
und Varuṇa (Gen.)
dhāma
die Ordnung, Wohnstatt (Nom.)
kad
was (Akk.)
u
denn (Partikel)
brava
willst du sagen (2.Sg.Präs.)
āhano
o Angesprochener (Vok.) [?] / evtl. Eigenname oder Tabu-Wort für Yama, Bedeutung unsicher
Mich, Yamī, hat Verlangen nach Yama ergriffen, im gemeinsamen Lager mit ihm zu ruhen. Wie eine Gattin dem Gatten möchte ich meinen Leib überlassen - wie man Wagenräder auseinanderreißt. [Anm.: Der abschließende Vergleich ist bildhaft und in seiner genauen Bedeutung unsicher.]
Wort für Wort
yamasya
nach Yama (Gen.)
mā
mich (Akk.)
yamyaṃ
Yamī (Akk., Eigenname)
kāma
das Verlangen (Nom.)
āgant
hat ergriffen (3.Sg.Aor.)
samāne
im gemeinsamen (Lok.)
yonau
Lager (Lok.)
sahaśeyyāya
saha 'zusammen, mit' + śeyyāya 'zum Liegen, Ruhen' (Dat.) → zum Zusammenruhen (Dat.)
jāyeva
jāyā 'Gattin' (Nom.) + iva 'wie' → wie eine Gattin
patye
dem Gatten (Dat.)
tanvaṃ
den Leib (Akk.)
riricyāṃ
möchte ich überlassen (Optativ-Perf. 1.Sg.)
vi
aus- (Präverb)
cid
fürwahr (Partikel)
vṛheva
vṛha '(man) reißt auseinander' (2./3.Sg., generalisierend) + iva 'wie, als ob' → wie man auseinanderreißt [?]
rathyeva
rathyā 'des Wagens gehörig, Wagen-' + iva 'wie' → wie (die Räder) des Wagens [?]
na tiṣṭhanti na ni miṣanty ete devānāṃ spaśa iha ye caranti anyena mad āhano yāhi tūyaṃ tena vi vṛha rathyeva cakrā
Sie stehen nicht still, sie schließen nicht die Augen - diese Späher der Götter, die hier umhergehen. Geh schnell mit einem anderen als mit mir; mit ihm reiße dein Verlangen auseinander, wie man Wagenräder trennt.
Wort für Wort
na
nicht
tiṣṭhanti
sie stehen still (3.Pl.Präs.)
na
nicht
ni
hinab- (Präverb)
miṣanty
sie schließen die Augen (3.Pl.Präs.)
ete
diese (Nom.Pl.)
devānāṃ
der Götter (Gen.Pl.)
spaśa
Späher (Nom.Pl.)
iha
hier (Adv.)
ye
die (Nom.Pl., Rel.)
caranti
sie gehen umher (3.Pl.Präs.)
anyena
mit einem anderen (Instr.)
mad
als mit mir (Abl.)
āhano
o Angesprochener (Vok.) [?] / evtl. Eigenname oder Tabu-Wort für Yama, Bedeutung unsicher
yāhi
geh! (Imperativ 2.Sg.)
tūyaṃ
schnell (Adv.)
tena
mit ihm (Instr.)
vi
aus- (Präverb)
vṛha
reiße auseinander! (Imperativ 2.Sg.)
rathyeva
rathyā 'des Wagens gehörig, Wagen-' + iva 'wie' → wie (die Räder) des Wagens [?]
Mit Nächten und Tagen möge man ihm dienen; das Auge der Sonne möge sich immer wieder erheben. Himmel und Erde, das verwandte Paar - Yamī soll das dem Blutsband Widersprechende von Yama fernhalten.
ā ghā tā gachān uttarā yugāni yatra jāmayaḥ kṛṇavann ajāmi upa barbṛhi vṛṣabhāya bāhum anyam ichasva subhage patiṃ mat
Fürwahr, jene späteren Zeitalter werden kommen, in denen Verwandte tun werden, was dem Blutsband widerspricht. Biete deinen Arm einem anderen Stier dar; suche dir, du Holde, einen anderen Gatten als mich.
Wort für Wort
ā
herbei (Präverb)
ghā
fürwahr (Partikel)
tā
jene (Nom.Pl.)
gachān
werden kommen (3.Pl.Konj.)
uttarā
späteren (Nom.Pl.)
yugāni
Zeitalter (Nom.Pl.)
yatra
wo, in denen (Adv.)
jāmayaḥ
die Verwandten (Nom.Pl.)
kṛṇavann
tun werden (3.Pl.Konj.)
ajāmi
a- 'nicht, gegen' + jāmi 'Blutsverwandtschaft(sregel)' → das der Verwandtschaftsregel Widersprechende (Akk.)
kiṃ bhrātāsad yad anāthaṃ bhavāti kim u svasā yan nirṛtir nigachāt kāmamūtā bahv etad rapāmi tanvā me tanvaṃ saṃ pipṛgdhi
Wozu wäre ein Bruder da, wenn seine Schwester hilflos würde? Wozu auch eine Schwester, wenn Verderben sie ergriffe? Von Verlangen getrieben rede ich vieles davon: Vereinige deinen Leib mit meinem Leib!
Wort für Wort
kiṃ
wozu (Interrog.)
bhrātāsad
bhrātā 'der Bruder' (Nom.) + asat 'wäre, sei' (3.Sg.Opt./Konj. von as) → wäre der Bruder da
na te nāthaṃ yamy atrāham asmi na te tanūṃ tanvā sam papṛcyām anyena mat pramudaḥ kalpayasva na te bhrātā subhage vaṣṭy etat
Ich, Yamī, bin hier nicht dein Schutz. Ich möchte meinen Leib nicht mit deinem Leib vereinigen. Verschaffe dir Freude mit einem anderen als mir; dein Bruder, du Holde, will dies nicht.
na vā u te tanūṃ tanvā saṃ pipṛcyāṃ pāpam āhur yaḥ svasāraṃ nigachāt asaṃyad etan manaso hṛdo me bhrātā svasuḥ śayane yac chayīya
Gewiss, ich möchte meinen Leib nicht mit deinem Leib vereinigen; man nennt es Sünde, wer sich der eigenen Schwester nähert. Das stimmt nicht mit meines Herzens Sinn überein, dass ein Bruder im Lager der Schwester liegen sollte.
bato batāsi yama naiva te mano hṛdayaṃ cāvidām ā anyā kila tvāṃ kakṣyeva yuktaṃ pari ṣvajātau libujeva vṛkṣam
Ach, ach, so bist du, Yama! Wir haben wahrlich weder deinen Sinn noch dein Herz erkannt. Eine andere wird dich wohl umfangen wie ein angelegter Gurt, wie eine Schlingpflanze einen Baum umschlingt.
Wort für Wort
bato
ach (Interjektion)
batāsi
bata 'ach!' (Interjektion) + asi 'du bist' (2.Sg.) → ach, du bist
yama
o Yama (Vok.)
naiva
na 'nicht' + eva 'wahrlich, gerade' → nicht wahrlich, ganz und gar nicht
te
deinen (Gen.)
mano
Sinn (Akk.)
hṛdayaṃ
Herz (Akk.)
cāvidām
ca 'und' + avidāma 'wir haben erkannt' (1.Pl.Impf./Aor.) → und wir haben erkannt
ā
(Präverb)
anyā
eine andere (Nom.fem.)
kila
wohl, gewiss (Partikel)
tvāṃ
dich (Akk.)
kakṣyeva
kakṣyā 'Gurt, Gürtel' (Nom.) + iva 'wie' → wie ein (angelegter) Gurt
yuktaṃ
angelegt (Akk., Part.Perf.Pass.)
pari
ringsum (Präverb)
ṣvajātau
wird umfangen (3.Sg.Aor./Fut. Med.) [?]
libujeva
libujā 'Schlingpflanze' (Nom.) + iva 'wie' → wie eine Schlingpflanze
anyam ū ṣu yamy anya u tvāṃ pari ṣvajātau libujeva vṛkṣam tasya vā tvaṃ mana ichā sa vā tavādhā kṛṇuṣva saṃvidaṃ subhadrām
Einen anderen möge Yamī umarmen, ein anderer wird dich umschlingen wie eine Schlingpflanze den Baum. Suche du seine Zuneigung, oder er die deine - schließt eine gute Übereinkunft.
Wort für Wort
anyam
einen anderen (Akk.)
ū
fürwahr (Partikel)
ṣu
wohl (Partikel)
yamy
Yamī (Nom.)
anya
ein anderer (Nom.)
u
aber (Partikel)
tvāṃ
dich (Akk.)
pari
ringsum (Präverb)
ṣvajātau
wird umschlingen (3.Sg.) [?]
libujeva
libujā 'Schlingpflanze' (Nom.) + iva 'wie' → wie eine Schlingpflanze
Drei Formen des heiligen Wortes haben die Seher entfaltet: die vielgestaltige, sichtbare, alles sehende. Wasser, Winde, Pflanzen - sie alle sind in einem einzigen Wesen vereint.
Wort für Wort
trīṇi
drei (Akk.Pl.n.)
chandāṃsi
Formen des heiligen Wortes (Akk.Pl.)
kavayo
die Seher (Nom.Pl.)
vi
aus- (Präverb)
yetire
haben entfaltet (3.Pl.Perf.Med.)
pururūpaṃ
puru 'viel' + rūpaṃ 'gestaltig' → die vielgestaltige (Akk.)
darśataṃ
die sichtbare (Akk.)
viśvacakṣaṇam
viśva- 'all-' + cakṣaṇam 'sehend' → die alles sehende (Akk.)
vṛṣā vṛṣṇe duduhe dohasā divaḥ payāṃsi yahvo aditer adābhyaḥ viśvaṃ sa veda varuṇo yathā dhiyā sa yajñiyo yajati yajñiyāṃ ṛtūn
Der Bulle hat für den Bullen mit seiner Kraft die Milch des Himmels gemolken - der junge, untrügliche Sohn der Aditi. Er weiß alles, wie Varuṇa es mit seiner Einsicht weiß; als der Opferwürdige verehrt er die opferwürdigen Jahreszeiten.
Wort für Wort
vṛṣā
der Bulle (Nom.)
vṛṣṇe
für den Bullen (Dat.)
duduhe
hat gemolken (3.Sg.Perf.Med.)
dohasā
mit seiner Kraft (Instr.)
divaḥ
des Himmels (Gen.)
payāṃsi
die Milch (Akk.Pl.)
yahvo
der junge (Nom.)
aditer
der Aditi (Gen.)
adābhyaḥ
a- 'un-' + dābhyaḥ 'zu täuschen(d)' → der untrügliche (Nom.)
rapad gandharvīr apyā ca yoṣaṇā nadasya nāde pari pātu no manaḥ iṣṭasya madhye aditir ni dhātu no bhrātā no jyeṣṭhaḥ prathamo vi vocati
Es schwatzt die Gandharvin, die Wassernymphe; im Tosen des Stromes möge unser Sinn behütet sein. Inmitten des Opfers möge Aditi uns einen Platz geben; unser ältester, erster Bruder möge dies verkünden. [Anm.: Der Vers ist stellenweise dunkel, die genauen Wortbezüge sind unsicher.]
so cit nu bhadrā kṣumatī yaśasvaty uṣā uvāsa manave svarvatī yad īm uśantam uśatām anu kratum agniṃ hotāraṃ vidathāya jījanan ||20|| {2}
Sie fürwahr, die glückbringende, nahrungsreiche, ruhmvolle Morgenröte, leuchtete dem Menschen, reich an Himmelslicht, als sie - die Begehrende, dem Willen der Begehrenden folgend - Agni, den Opferpriester, für die Opferversammlung erzeugten.
Dann trug der rasche Falke im Opfer jenen mächtigen, weitschauenden Funken herbei, als die arischen Stämme den Wundertäter, Agni, zum Opferpriester erwählten - da entstand die fromme Dichtung.
Immer bist du erfreulich, wie Vieh, das an guter Weide gedeiht; durch die Opferrufe, o Agni, machst du das Opfer des Menschen wohlvollzogen. Wenn du, der Preiswürdige, für den weisen Sänger wirkst, gewinnst du mit vielen Gaben reichlich Kraft.
Wort für Wort
sadāsi
sadā 'immer' (Adv.) + asi 'du bist' (2.Sg.) → immer bist du
raṇvo
erfreulich (Nom.)
yavaseva
yavasā 'Weide, Futter' + iva 'wie' → wie durch gute Weide (gedeihend)
Errege die beiden Eltern, Himmel und Erde; der Liebende strebt nach seinem Anteil, er begehrt zu opfern, von Herzen verlangend strebt er. Der Wagenlenker Agni erhebt seine Stimme, der Prächtige wirkt kunstvoll, er entfaltet seine Kraft, der Asura erbebt in andächtigem Sinnen. [Anm.: Dieser Vers ist sehr dicht und bildhaft; einzelne Bezüge bleiben unsicher.]
Wort für Wort
ud
auf- (Präverb)
īraya
errege! (Imperativ Kaus. 2.Sg.)
pitarā
die beiden Eltern (Akk.Du.)
jāra
der Liebende (Nom.)
ā
herbei (Präverb)
bhagam
den Anteil (Akk.)
iyakṣati
strebt (3.Sg.Präs.Desid.)
haryato
begehrend (Nom., Part.Präs.)
hṛtta
hṛt- 'Herz' + -tas (Ablativ-Suffix) → von Herzen (Abl.)
yas te agne sumatiṃ marto akhyat sahasaḥ sūno ati sa pra śṛṇve iṣaṃ dadhāno vahamāno aśvair ā sa dyumāṃ amavān bhūṣati dyūn
Welcher Sterbliche dein Wohlwollen erblickt hat, Agni, o Sohn der Kraft, der wird weithin gerühmt; Labung gewinnend, von Rossen getragen, wird er glanzvoll und kraftvoll seine Tage gestalten.
śrudhī no agne sadane sadhasthe yukṣvā ratham amṛtasya dravitnum ā no vaha rodasī devaputre mākir devānām apa bhūr iha syāḥ
Höre uns, Agni, in deiner Wohnstatt, an der gemeinsamen Opferstätte; spanne den raschen Wagen der Unsterblichkeit an. Bring uns die beiden Welten herbei, deren Kinder die Götter sind; du sollst hier keinesfalls den Göttern fernbleiben.
Wort für Wort
śrudhī
höre! (Imperativ 2.Sg.)
no
uns (Akk.)
agne
o Agni (Vok.)
sadane
in deiner Wohnstatt (Lok.)
sadhasthe
an der gemeinsamen Opferstätte (Lok.)
yukṣvā
spanne an! (Imperativ Med. 2.Sg.)
ratham
den Wagen (Akk.)
amṛtasya
der Unsterblichkeit (Gen.)
dravitnum
den raschen (Akk.)
ā
herbei (Präverb)
no
uns (Akk.)
vaha
bring! (Imperativ 2.Sg.)
rodasī
die beiden Welten (Akk.Du.)
devaputre
deva- 'Götter' + putre 'Kinder' (Akk.Du.) → deren Kinder die Götter sind (Akk.Du., Bahuvrihi)
mākir
mā 'nicht' (Prohibitiv) + kir '(irgend)wer/was' → keinesfalls, nie
yad agna eṣā samitir bhavāti devī deveṣu yajatā yajatra ratnā ca yad vibhajāsi svadhāvo bhāgaṃ no atra vasumantaṃ vītāt
Wenn, Agni, diese göttliche Versammlung unter den Göttern opferwürdig sein wird, du Opferwürdiger, und wenn du, der Selbstherrliche, die Schätze verteilst, so nimm hier unseren güterreichen Anteil entgegen.
anv agnir uṣasām agram akhyad anv ahāni prathamo jātavedāḥ anu sūrya uṣaso anu raśmīn dyāvāpṛthivī ā viveśa
Agni hat den Anbruch der Morgenröten wahrgenommen, den Anfang der Tage, er, der erste Allwissende; der Sonne, den Morgenröten, den Strahlen folgend, ist er in Himmel und Erde eingezogen.
praty agnir uṣasām agram akhyat praty ahāni prathamo jātavedāḥ prati sūryasya purudhā ca raśmīn prati dyāvāpṛthivī ā tatāna
Agni hat dem Anbruch der Morgenröten entgegengeblickt, dem Anfang der Tage entgegen, er, der erste Allwissende; den vielfältigen Strahlen der Sonne entgegen hat er sich ausgebreitet, Himmel und Erde entgegen.
dyāvā ha kṣāmā prathame ṛtenābhiśrāve bhavataḥ satyavācā devo yan martān yajathāya kṛṇvant sīdad dhotā pratyaṅ svam asuṃ yan
Himmel und Erde, die beiden ersten, sind durch die Weltordnung wahrhaft redend im gegenseitigen Vernehmen. Wenn der Gott die Sterblichen zum Opfern bereit macht, setzt sich der Opferpriester nieder, seinem eigenen Lebensatem entgegengehend. [Anm.: Die letzte Zeile ist bildhaft-knapp; die genaue Deutung ist unsicher.]
Wort für Wort
dyāvā
Himmel (Nom.Du.)
ha
wahrlich (Partikel)
kṣāmā
und Erde (Nom.Du.)
prathame
die beiden ersten (Nom.Du.)
ṛtenābhiśrāve
ṛtena 'durch die Weltordnung' (Instr.) + abhiśrāve 'im gegenseitigen Vernehmen' (Lok.) → durch die Weltordnung, im gegenseitigen Vernehmen (Sandhi zweier Wörter)
Der Gott, der die Götter durch die Weltordnung überragt, bringe unsere Opfergabe dar, du erster, kundiger Agni, mit dem Rauch als Zeichen, durch das Brennholz erstrahlend, der erfreuliche, beständige Opferpriester, der durch sein Wort trefflicher opfert.
Wort für Wort
devo
der Gott (Nom.)
devān
die Götter (Akk.Pl.)
paribhūr
überragend (Nom., Part.)
ṛtena
durch die Weltordnung (Instr.)
vahā
bringe dar! (Imperativ 2.Sg.)
no
unsere (Akk.)
havyaṃ
Opfergabe (Akk.)
prathamaś
der erste (Nom.)
cikitvān
kundig (Nom., Part.Perf.)
dhūmaketuḥ
dhūma- 'Rauch' + ketuḥ 'Zeichen, Banner' → mit dem Rauch als Zeichen (Nom.)
arcāmi vāṃ vardhāyāpo ghṛtasnū dyāvābhūmī śṛṇutaṃ rodasī me ahā yad devā asunītim āyan madhvā no atra pitarā śiśītām
Ich preise euch beide, um euch zu stärken, ihr schmalzreichen Gewässer; Himmel und Erde, ihr beiden Welten, hört mich, an den Tagen, da die Götter den Weg der Lebenskraft [den Totenweg] gingen. Mit Süße mögen uns hier die beiden Eltern laben.
Wort für Wort
arcāmi
ich preise (1.Sg.Präs.)
vāṃ
euch beide (Akk.Du.)
vardhāyāpo
vardhāya 'um zu stärken' (Dat., final) + apaḥ 'Gewässer, Wasser' (Akk./Nom.Pl.) → um die Gewässer zu stärken (Sandhi zweier Wörter)
ghṛtasnū
die schmalzreichen (Nom.Du.)
dyāvābhūmī
Himmel und Erde (Nom.Du., Dvandva)
śṛṇutaṃ
hört! (Imperativ Du.)
rodasī
ihr beiden Welten (Vok.Du.)
me
mich (Akk.)
ahā
an den Tagen (Akk.Pl.)
yad
als (Konj.)
devā
die Götter (Nom.Pl.)
asunītim
asu- 'Lebenskraft, Atem' + nītim 'Weg, Geleit' (Akk.) → den Weg der Lebenskraft ('Totengeleit')
svāvṛg devasyāmṛtaṃ yadī gor ato jātāso dhārayanta urvī viśve devā anu tat te yajur gur duhe yad enī divyaṃ ghṛtam vāḥ
Das aus sich selbst gewundene Unsterbliche des Gottes, das von der Kuh stammt - davon geboren, mögen die weiten Welten es tragen; alle Götter folgten diesem für dich bestimmten Opferwort, als die scheckige Kuh das himmlische, schmalzreiche Wasser molk. [Anm.: Dieser Vers ist im Original stark verrätselt; die Übersetzung ist entsprechend unsicher.]
Wort für Wort
svāvṛg
sva- 'selbst' + āvṛg (von ā-vṛj 'sich winden') → das aus sich selbst gewundene (Nom.) [?]
devasyāmṛtaṃ
devasya 'des Gottes' (Gen.) + amṛtaṃ 'das Unsterbliche' (Akk.) → das Unsterbliche des Gottes (Sandhi zweier Wörter)
kiṃ svin no rājā jagṛhe kad asyāti vrataṃ cakṛmā ko vi veda mitras cid dhi ṣmā juhurāṇo devāṃ chloko na yātām api vājo asti
Was hat uns wohl unser König genommen? Wogegen haben wir sein Gebot verletzt? Wer weiß es genau? Selbst Mitra, wenn er sich abwendend zeigt - wie ein Loblied für die Wandelnden, so gibt es auch dafür eine Kraft. [Anm.: Der Vers ist insgesamt sehr dunkel überliefert; die Übersetzung gibt nur eine mögliche Annäherung wieder.]
Wort für Wort
kiṃ
was (Interrog.)
svin
wohl (Partikel)
no
uns (Dat.)
rājā
der König (Nom.)
jagṛhe
hat genommen (3.Sg.Perf.Med.)
kad
wogegen (Akk.)
asyāti
asya 'dessen, seines' (Gen.) + ati 'gegen, über... hinaus' (Präverb) → gegen sein (Gebot) [?]
durmantv atrāmṛtasya nāma salakṣmā yad viṣurūpā bhavāti yamasya yo manavate sumantv agne tam ṛṣva pāhy aprayuchan
Übel zu bedenken ist hier der Name des Unsterblichen, wenn die Gleichgeartete verschiedene Gestalt annimmt. Wer aber, o Agni, an Yama als etwas Gutes denkt, den beschütze, du Erhabener, unablässig.
In der Opferversammlung, an der sich die Götter erfreuen, im Sitz des Vivasvant sich haltend, legten sie das Licht in die Sonne, die Nächte in den Mond; unermüdlich umkreisen Sonne und Mond das Leuchten.
yasmin devā manmani saṃcaranty apīcye na vayam asya vidma mitro no atrāditir anāgānt savitā devo varuṇāya vocat
In welchem geheimen Gedanken die Götter zusammenkommen, das wissen wir nicht. Mitra, und hier bei uns Aditi, die Schuldlose - der Gott Savitṛ sprach zu Varuṇa. [Anm.: Der Satzbau der mittleren Zeile ist unsicher.]
Wort für Wort
yasmin
in welchem (Lok.)
devā
die Götter (Nom.Pl.)
manmani
in dem Gedanken (Lok.)
saṃcaranty
zusammenkommen (3.Pl.Präs.)
apīcye
geheimen (Lok.)
na
nicht
vayam
wir (Nom.)
asya
dessen (Gen.)
vidma
wissen (1.Pl.Perf./Präs.)
mitro
Mitra (Nom.)
no
bei uns (Lok./Dat.)
atrāditir
atra 'hier' (Adv.) + aditir 'Aditi' (Nom.) → hier Aditi
śavasā hy asi śruto vṛtrahatyena vṛtrahā maghair maghono ati śūra dāśasi
Durch deine Kraft ja bist du berühmt, durch die Erschlagung Vṛtras, du Vṛtratöter; mit deinen Gaben übertriffst du, o Held, sogar den Freigebigen, indem du schenkst.
Wort für Wort
śavasā
durch deine Kraft (Instr.)
hy
ja (Partikel)
asi
du bist
śruto
berühmt (Nom.)
vṛtrahatyena
vṛtra- 'Vṛtra (Dämon)' + hatyena 'durch das Erschlagen' (Instr.) → durch die Erschlagung Vṛtras (Instr.)
stego na kṣām aty eṣi pṛthivīṃ mahī no vātā iha vāntu bhūmau mitro no atra varuṇo yujamāno agnir vane na vy asṛṣṭa śokam
Wie ein Dieb durchziehst du das Land, die Erde; die großen Winde mögen hier für uns auf der Erde wehen. Mitra und Varuṇa, sich hier mit uns verbündend - Agni hat, wie im Wald, seine Flamme entfacht.
stuhi śrutaṃ gartasadaṃ janānāṃ rājānaṃ bhīmam upahatnum ugram mṛḍā jaritre rudra stavāno anyam asmat te ni vapantu senyam ||40|| {4}
Preise den berühmten, auf dem Herrschersitz thronenden König der Menschen, den furchtbaren, schlagkräftigen, gewaltigen. Sei gnädig dem Sänger, Rudra, wenn du gepriesen wirst; einen anderen als uns mögen deine Geschosse niederstrecken, den zum Kriegsvolk Gehörigen.
Wort für Wort
stuhi
preise! (Imperativ 2.Sg.)
śrutaṃ
den berühmten (Akk.)
gartasadaṃ
garta- 'Herrschersitz, Wagensitz' + sadaṃ 'sitzend, thronend' → auf dem Herrschersitz thronend (Akk.)
Die Gottergebenen rufen Sarasvatī an, Sarasvatī, wenn das Opfer ausgebreitet wird; die Rechtschaffenen rufen Sarasvatī an. Sarasvatī möge dem Opfernden die begehrenswerte Gabe schenken.
Sarasvatī, die du mit denselben Ahnen auf einem Wagen gefahren bist, dich, o Göttin, an Lobliedern und Svadhā-Opfern mit den Vätern erfreuend - gib hier den tausendfach wertvollen Anteil der Opferspeise, verleih dem Opfernden Zuwachs an Reichtum.
Wort für Wort
sarasvati
o Sarasvatī (Vok.)
yā
die du (Nom.fem., Rel.)
sarathaṃ
auf einem Wagen (Akk./Adv.)
yayāthokthaiḥ
yayātha 'du bist gefahren' (2.Sg.Perf.) + ukthaiḥ 'mit Lobliedern' (Instr.Pl.) → du bist gefahren; mit Lobliedern (Sandhi zweier Wörter)
ud īratām avara ut parāsa un madhyamāḥ pitaraḥ somyāsaḥ asuṃ ya īyur avṛkā ṛtajñās te no 'vantu pitaro haveṣu
Es mögen sich erheben die näheren Ahnen und die entfernteren, und die mittleren, somaverwandten Väter - die zum ewigen Lebenshauch gegangen sind, die nicht-schädigenden, die der Weltordnung Kundigen: diese Väter mögen uns bei unseren Anrufungen beistehen.
āhaṃ pitṝnt suvidatrāṃ avitsi napātaṃ ca vikramaṇaṃ ca viṣṇoḥ barhiṣado ye svadhayā sutasya bhajanta pitvas ta ihāgamiṣṭhāḥ
Ich habe die hilfreichen Väter gefunden, und den Nachkommen sowie den Schritt Viṣṇus. Die auf dem Opferstreu Sitzenden, die mit der Svadhā-Speise am gepressten Soma und an der Nahrung teilhaben - diese sollen am liebsten hierherkommen.
Wort für Wort
āhaṃ
ich (Nom.)
pitṝnt
die Väter (Akk.Pl.)
suvidatrāṃ
su- 'gut' + vidatrāṃ 'hilfreich, gebend' → die hilfreichen (Akk.Pl.)
idaṃ pitṛbhyo namo astv adya ye pūrvāso ye aparāsa īyuḥ ye pārthive rajasy ā niṣaktā ye vā nūnaṃ suvṛjanāsu dikṣu
Dies sei heute den Vätern eine Verehrung - denen, die als frühere, und denen, die als spätere gegangen sind, die im irdischen Raum eingebettet sind, oder die jetzt in den schön-umgrenzten Gegenden weilen.
Wort für Wort
idaṃ
dies (Nom.)
pitṛbhyo
den Vätern (Dat.Pl.)
namo
Verehrung (Nom.)
astv
sei! (Imperativ 3.Sg.)
adya
heute (Adv.)
ye
die (Nom.Pl.)
pūrvāso
als frühere (Nom.Pl.)
ye
die
aparāsa
als spätere (Nom.Pl.)
īyuḥ
gegangen sind (3.Pl.Perf.)
ye
die
pārthive
im irdischen (Lok.)
rajasy
Raum (Lok.)
ā
(Präverb)
niṣaktā
eingebettet (Nom.Pl., Part.Perf.Pass.)
ye
die
vā
oder (Partikel)
nūnaṃ
jetzt (Adv.)
suvṛjanāsu
su- 'gut, schön' + vṛjanāsu 'umgrenzt, Gehegen' (Lok.Pl.) → in den schön-umgrenzten (Lok.Pl.)
mātalī kavyair yamo aṅgirobhir bṛhaspatir ṛkvabhir vāvṛdhānaḥ yāṃś ca devā vāvṛdhur ye ca devāṃs te no 'vantu pitaro haveṣu
Mātali durch die Kavya-Väter, Yama durch die Aṅgiras-Väter, Bṛhaspati, gestärkt durch die Sänger-Väter - und die, welche die Götter gestärkt haben, und die, welche von den Göttern gestärkt wurden: diese Väter mögen uns bei unseren Anrufungen beistehen.
svāduṣ kilāyaṃ madhumāṃ utāyaṃ tīvraḥ kilāyaṃ rasavāṃ utāyam uto nv asya papivāṃsam indraṃ na kaś cana sahata āhaveṣu
Süß fürwahr ist dieser Soma, honigreich ist er auch, kräftig fürwahr ist dieser, saftreich ist er auch. Und nun: Indra, der von ihm getrunken hat, übertrifft niemand in den Kämpfen.
Wort für Wort
svāduṣ
süß (Nom.)
kilāyaṃ
kila 'fürwahr' (Partikel) + ayaṃ 'dieser' (Nom.) → fürwahr dieser
madhumāṃ
honigreich (Nom.)
utāyaṃ
uta 'und' + ayaṃ 'dieser' (Nom.) → und dieser
tīvraḥ
kräftig (Nom.)
kilāyaṃ
kila 'fürwahr' (Partikel) + ayaṃ 'dieser' (Nom.) → fürwahr dieser
Den, der über die großen Abhänge dahingegangen ist, der für viele den Weg erkundet hat, den Vaivasvata, den Sammelplatz der Menschen - Yama, den König, verehrt mit der Opfergabe.
yamo no gātuṃ prathamo viveda naiṣā gavyūtir apabhartavā u yatrā naḥ pūrve pitaraḥ paretā enā jajñānāḥ pathyā anu svāḥ ||50|| {5}
Yama hat als erster für uns den Weg gefunden; dieser Weg ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wohin unsere früheren Väter gegangen sind, dorthin folgen die Geborenen auf ihren eigenen Pfaden.
barhiṣadaḥ pitara ūty arvāg imā vo havyā cakṛmā juṣadhvam ta ā gatāvasā śaṃtamenādhā naḥ śaṃ yor arapo dadhāta
Ihr auf dem Opferstreu sitzenden Väter, wendet euch mit eurer Hilfe herwärts; diese Opfergaben haben wir für euch bereitet - genießt sie! Kommt herbei mit eurem heilsamsten Schutz, und gewährt uns dann Heil und Wohlergehen, frei von Gebrechen.
ācyā jānu dakṣiṇato niṣadyedaṃ no havir abhi gṛṇantu viśve mā hiṃsiṣṭa pitaraḥ kena cin no yad va āgaḥ puruṣatā karāma
Das Knie beugend, zu eurer Rechten euch niedersetzend, möget ihr alle diese unsere Opfergabe anerkennen. Schadet uns nicht, ihr Väter, in irgendeiner Weise - für das Unrecht, das wir euch aus menschlicher Unzulänglichkeit angetan haben mögen.
tvaṣṭā duhitre vahatuṃ kṛṇoti tenedaṃ viśvaṃ bhuvanaṃ sam eti yamasya mātā paryuhyamānā maho jāyā vivasvato nanāśa
Tvaṣṭṛ bereitet für seine Tochter die Aussteuer zur Brautfahrt; dadurch kommt diese ganze Welt zusammen. Yamas Mutter, als Braut heimgeführt, die erhabene Gattin des Vivasvant, verschwand.
Wort für Wort
tvaṣṭā
Tvaṣṭṛ (Nom.)
duhitre
für seine Tochter (Dat.)
vahatuṃ
die Aussteuer, Brautfahrt (Akk.)
kṛṇoti
bereitet (3.Sg.Präs.)
tenedaṃ
tena 'dadurch' (Instr.) + idaṃ 'diese' (Nom./Akk.) → dadurch diese
prehi prehi pathibhiḥ pūryāṇair yenā te pūrve pitaraḥ paretāḥ ubhā rājānau svadhayā madantau yamaṃ paśyāsi varuṇaṃ ca devam
Geh, geh auf den altbewährten Wegen, auf denen deine früheren Väter gegangen sind. Die beiden Könige, sich an der Svadhā-Speise erfreuend, Yama und den Gott Varuṇa, sollst du erblicken.
apeta vīta vi ca sarpatāto 'smā etaṃ pitaro lokam akran ahobhir adbhir aktubhir vyaktaṃ yamo dadāty avasānam asmai
Weicht, entfernt euch, kriecht auseinander von hier! Diesem Verstorbenen haben die Väter diesen Ort bereitet, ausgestattet mit Tagen, Wassern und Nächten; Yama gewährt ihm eine Ruhestätte.
Begehrend wollen wir dich entzünden, begehrend wollen wir dich entfachen. Du, der Begehrende, fahre die begehrenden Väter herbei, damit sie die Opfergabe verzehren.
Wort für Wort
uśantas
begehrend (Nom.Pl.)
tvedhīmahy
tvā 'dich' (Akk.) + idhīmahi 'wollen wir entzünden' (1.Pl.Optativ) → wollen wir dich entzünden
Glanzvoll wollen wir dich entzünden, glanzvoll wollen wir dich entfachen. Du, der Glanzvolle, fahre die glanzvollen Väter herbei, damit sie die Opfergabe verzehren.
Wort für Wort
dyumantas
glanzvoll (Nom.Pl.)
tvedhīmahi
tvā 'dich' (Akk.) + idhīmahi 'wollen wir entzünden' (1.Pl.Optativ) → wollen wir dich entzünden
Die Aṅgiras, unsere Väter, die Navagvas, die Atharvans, die Bhṛgus, die somaverwandten Ahnen - in deren Wohlwollen, der Opferwürdigen, möchten wir sein, möchten wir in ihrer gütigen Zuneigung stehen.
Komm hierher, Yama, mit den opferwürdigen Aṅgiras, erfreue dich hier mit den Vairūpas! Ich rufe Vivasvant an, der dein Vater ist, nachdem du dich auf diesem Opferstreu niedergelassen hast.
Besteige, Yama, dieses Opferlager, dich mit den Aṅgiras-Vätern einig fühlend. Es mögen dich die von den Sehern gesprochenen Sprüche herbeiführen; erfreue dich, o König, an dieser Opfergabe.
Wort für Wort
imaṃ
dieses (Akk.)
yama
o Yama (Vok.)
prastaram
das Opferlager (Akk.)
ā
herbei (Präverb)
hi
ja (Partikel)
rohāṅgirobhiḥ
roha 'besteige!' (Imp. 2.Sg.) + aṅgirobhiḥ 'mit den Aṅgiras' (Instr.Pl.) → besteige, mit den Aṅgiras-Vätern (Sandhi zweier Wörter)
ita eta udāruhan divas pṛṣṭhānv āruhan pra bhūrjayo yathā pathā dyām aṅgiraso yayuḥ ||61|| {6}
Von hier stiegen sie empor, sie bestiegen die Höhen des Himmels, eilend wie [?] - auf dem Weg zogen die Aṅgiras zum Himmel. [Anm.: Das Wort 'bhūrjayaḥ' ist in seiner Bedeutung unsicher, evtl. 'die Eilenden' oder ein Vergleich mit Birkenblättern.]
Wort für Wort
ita
von hier (Adv.)
eta
sie (Nom.Pl.)
udāruhan
stiegen empor (3.Pl.Impf.)
divas
des Himmels (Gen.)
pṛṣṭhānv
pṛṣṭhāni 'die Höhen, Rücken' (Akk.Pl.) + anu 'entlang' (Präverb) → die Höhen entlang