Steigt hinauf zur Erzeugerin des Jātavedas (der Erde) – auf den Pfaden der Väter lasse ich euch hinaufsteigen. Der zum Opfer entsandte Opferträger (Agni) hat euch hinabgetragen; ihr Angeschirrten, setzt den Opfernden in die Welt der Rechtschaffenen.
Wort für Wort
ā
empor (Präverb)
rohata
steigt! (Imperativ 2.Pl.)
janitrīṃ
zur Erzeugerin (Akk.)
jātavedasaḥ
des Jātavedas (Gen.)
pitṛyānaiḥ
auf den Pfaden der Väter (Instr.Pl.)
saṃ
zusammen (Präverb)
va
euch (Akk.)
ā
empor (Präverb)
rohayāmi
ich lasse steigen (1.Sg.Präs.Kaus.)
avāḍ
hat getragen (3.Sg.Aor.) [?]
ḍhavyeṣito
havya- 'Opfergabe' + iṣitaḥ 'entsandt' → zum Opfer entsandt (Nom.)
havyavāha
havya- 'Opfergabe' + vāha- 'tragend' → der Opferträger (Nom., Agni)
Die Götter und die Jahreszeiten bereiten das Opfer: die Opfergabe, den Reiskuchen, die Opferlöffel, die Opfergeräte. Zieh auf jenen Götterpfaden dahin, auf denen die Opfernden in die Himmelswelt gelangen.
Wort für Wort
devā
die Götter (Nom.Pl.)
yajñam
das Opfer (Akk.)
ṛtavaḥ
die Jahreszeiten (Nom.Pl.)
kalpayanti
bereiten (3.Pl.Präs.)
haviḥ
die Opfergabe (Akk.)
puroḍāśaṃ
den Reiskuchen (Akk.)
sruco
die Opferlöffel (Akk.Pl.)
yajñāyudhāni
yajña- 'Opfer' + āyudhāni 'Geräte' → die Opfergeräte (Akk.Pl.)
tebhir
auf jenen (Instr.Pl.)
yāhi
zieh! (Imperativ 2.Sg.)
pathibhir
Pfaden (Instr.Pl.)
devayānair
deva- 'Götter' + yānaiḥ 'Wegen, Pfaden' → den Götterpfaden (Instr.Pl.)
Schau recht auf den Pfad der Wahrheit (ṛta), auf dem die Aṅgiras, die Rechttuenden, dahinziehen. Zieh auf jenen Pfaden zum Himmel, wo die Ādityas die Süße genießen; im dritten Himmelsgewölbe lass dich nieder.
Wort für Wort
ṛtasya
der Wahrheit (Gen.)
panthām
den Pfad (Akk.)
anu
entlang (Präverb)
paśya
schau! (Imperativ 2.Sg.)
sādhv
recht (Adv.)
aṅgirasaḥ
die Aṅgiras (Nom.Pl.)
sukṛto
die Rechttuenden (Nom.Pl.)
yena
auf dem (Instr.)
yanti
dahinziehen (3.Pl.Präs.)
tebhir
auf jenen (Instr.Pl.)
yāhi
zieh! (Imperativ 2.Sg.)
pathibhiḥ
Pfaden (Instr.Pl.)
svargaṃ
zum Himmel (Akk.)
yatrādityā
yatra 'wo' (Adv.) + ādityāḥ 'die Ādityas' (Nom.Pl.) → wo die Ādityas (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
Drei schöngefiederte Vögel, brüllende Rufer der unteren Welt, sind auf der Höhe des Himmelsgewölbes, im obersten Ort, angesiedelt; die himmlischen, mit Unsterblichkeit durchdrungenen Welten sollen dem Opferer Speise und Kraft spenden. [Anm.: „uparasya māyū“ – Sinn und Bildbezug unsicher]
Die Juhū-Opferschale trägt den Himmel, die Upabhṛt-Schale die Luftregion, die feste Dhruvā-Schale trägt die Erde als Grundlage. Die schmalzrückigen himmlischen Welten sollen dem Opferer jeden einzelnen Wunsch erfüllen.
Wort für Wort
juhūr
die Juhū-Schale (Nom.)
dādhāra
trägt (3.Sg.Perf.)
dyām
den Himmel (Akk.)
upabhṛd
die Upabhṛt-Schale (Nom.)
antarikṣaṃ
die Luftregion (Akk.)
dhruvā
die feste Dhruvā-Schale (Nom.)
dādhāra
trägt (3.Sg.Perf.)
pṛthivīṃ
die Erde (Akk.)
pratiṣṭhām
als Grundlage (Akk.)
pratīmāṃ
diese entsprechend (Akk.fem.) [?]
lokā
Welten (Nom.Pl.)
ghṛtapṛṣṭhāḥ
ghṛta- 'Schmalz' + pṛṣṭhāḥ 'rückig' → die schmalzrückigen (Nom.Pl.)
dhruva ā roha pṛthivīṃ viśvabhojasam antarikṣam upabhṛd ā kramasva juhu dyāṃ gacha yajamānena sākaṃ sruveṇa vatsena diśaḥ prapīnāḥ sarvā dhukṣvāhṛṇyamānaḥ
Dhruvā, steig hinauf zur allnährenden Erde; Upabhṛt, schreite hinauf zur Luftregion; Juhū, geh zusammen mit dem Opferer zum Himmel. Melke mit dem Sruva-Löffel als Kalb, ohne zu zürnen, alle Himmelsrichtungen prallvoll.
„Über die Furten durchqueren sie die großen, abschüssigen Gewässer“ – so heißt es von den Opferwirkenden, den Rechttuenden, die auf diesem Weg dahinziehen. Dort haben sie dem Opferer eine Welt bereitet, als die Wesen die Himmelsrichtungen einrichteten.
Wort für Wort
tīrthais
über die Furten (Instr.Pl.)
taranti
durchqueren (3.Pl.Präs.)
pravato
die abschüssigen (Akk.Pl.)
mahīr
die großen (Akk.Pl.fem.)
iti
so (Partikel)
yajñakṛtaḥ
yajña- 'Opfer' + kṛtaḥ 'Wirkende' → die Opferwirkenden (Nom.Pl.)
sukṛto
die Rechttuenden (Nom.Pl.)
yena
auf dem (Instr.)
yanti
dahinziehen (3.Pl.Präs.)
atrādadhur
atra 'dort' (Adv.) + adadhuḥ 'haben gesetzt, bereitet' (3.Pl.Impf.) → dort haben sie bereitet (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
Das östliche Feuer ist der Zugangsweg der Aṅgiras, das Gārhapatya-Feuer der Zugangsweg der Ādityas, das Südfeuer der Zugangsweg der Opfergaben. Erkenne die Größe des durch die heilige Rede eingesetzten Agni; komm vollständig, mit allen Gliedern, heilbringend herbei. [Anm.: Bezug von „dakṣiṇānām“ – Opfergaben oder Südrichtung – nicht eindeutig]
Wort für Wort
aṅgirasām
der Aṅgiras (Gen.Pl.)
ayanaṃ
der Zugangsweg (Nom.)
pūrvo
das östliche (Nom.)
agnir
Feuer (Nom.)
ādityānām
der Ādityas (Gen.Pl.)
ayanaṃ
der Zugangsweg (Nom.)
gārhapatyo
das Gārhapatya-Feuer (Nom.)
dakṣiṇānām
der Opfergaben (Gen.Pl.) [?] (auch: der Südrichtung zugehörig)
ayanaṃ
der Zugangsweg (Nom.)
dakṣiṇāgniḥ
dakṣiṇa- 'südlich' + agniḥ 'Feuer' → das Südfeuer (Nom.)
mahimānam
die Größe (Akk.)
agner
des Agni (Gen.)
vihitasya
des eingesetzten (Gen.)
brahmaṇā
durch die heilige Rede (Instr.)
samaṅgaḥ
sam- 'zusammen, ganz' + aṅgaḥ 'gliedrig' → vollständig, mit allen Gliedern (Nom.)
Das östliche Feuer möge dich wohltuend von vorn wärmen, wohltuend das Gārhapatya-Feuer dich von hinten; das Südfeuer möge dir wohltuend von oben und aus der Mitte, aus der Luftregion, Schutz und Schirm gewähren. Agni, beschütze ihn aus jeder Himmelsrichtung vor dem Schrecklichen.
Wort für Wort
pūrvo
das östliche (Nom.)
agniṣ
Feuer (Nom.)
ṭvā
dich (Akk.)
tapatu
möge wärmen (Imperativ 3.Sg.)
śaṃ
wohltuend (Adv.)
purastāc
von vorn (Adv.)
chaṃ
wohltuend (Adv.)
paścāt
von hinten (Adv.)
tapatu
möge wärmen (Imperativ 3.Sg.)
gārhapatyaḥ
das Gārhapatya-Feuer (Nom.)
dakṣiṇāgniṣ
das Südfeuer (Nom.)
ṭe
dir (Dat.)
tapatu
möge wärmen (Imperativ 3.Sg.)
śarma
Schutz (Akk.)
varmottarato
varma 'Schirm, Schutzrüstung' (Akk.) + uttarataḥ 'von oben' (Adv.) → Schirm; von oben (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
Ihr, Agni, möget mit euren heilsamsten Leibern, zu Rossen geworden, den Opfernden auf dem Rücken tragend, ihn zur Himmelswelt fahren, dorthin, wo man sich zusammen mit den Göttern beim gemeinsamen Freudenmahl erfreut.
Wort für Wort
yūyam
ihr (Nom.)
agne
o Agni (Vok.)
śaṃtamābhis
mit den heilsamsten (Instr.Pl.)
tanūbhir
Leibern (Instr.Pl.)
ījānam
den Opfernden (Akk.)
abhi
zu- (Präverb)
lokaṃ
zur Welt (Akk.)
svargam
himmlischen (Akk.)
aśvā
zu Rossen (Nom.Pl.)
bhūtvā
geworden (Absolutiv)
pṛṣṭivāho
pṛṣṭi- 'Rücken' + vāhaḥ 'tragend' → auf dem Rücken tragend (Nom.Pl.)
Wärme ihn heilsam von hinten, Agni, heilsam von vorn, heilsam von oben, heilsam von unten – du, Jātavedas, der eine, dreifach eingesetzte: setze ihn recht in die Welt der Rechttuenden.
Wort für Wort
śam
heilsam (Adv.)
agne
o Agni (Vok.)
paścāt
von hinten (Adv.)
tapa
wärme! (Imperativ 2.Sg.)
śaṃ
heilsam (Adv.)
purastāc
von vorn (Adv.)
cham
heilsam (Adv.)
uttarāc
von oben (Adv.)
cham
heilsam (Adv.)
adharāt
von unten (Adv.)
tapainam
tapa 'wärme!' (Imperativ 2.Sg.) + enam 'ihn' (Akk.) → wärme ihn (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
Heilsam mögen die entzündeten Feuer ihn ergreifen, das dem Prajāpati zugehörige, heilige Opfer des Jātavedas; indem sie es hier gar machen, mögen sie mich nicht verschmähen. [Anm.: der genaue Bezug von „enaṃ“ bleibt unklar]
Wort für Wort
śam
heilsam (Adv.)
agnayaḥ
die Feuer (Nom.Pl.)
samiddhā
entzündeten (Nom.Pl.)
ā
(Präverb)
rabhantāṃ
mögen ergreifen (Imperativ 3.Pl.Med.)
prājāpatyaṃ
das dem Prajāpati zugehörige (Akk.)
medhyaṃ
heilige (Akk.)
jātavedasaḥ
des Jātavedas (Gen.)
śṛtaṃ
gar (Akk.)
kṛṇvanta
machend (Part.Präs. Nom.Pl.)
iha
hier (Adv.)
māva
mā 'nicht' (Prohibitiv) + ava 'weg, hinweg' (Präverb zu cikṣipan 'verschmähen') → nicht hinweg (mögen sie es nicht verschmähen) [?]
yajña eti vitataḥ kalpamāna ījānam abhi lokaṃ svargam tam agnayaḥ sarvahutaṃ juṣantāṃ prājāpatyaṃ medhyaṃ jātavedasaḥ
Das ausgebreitete Opfer geht, sich einrichtend, dem Opfernden zur Himmelswelt entgegen; das dem Prajāpati zugehörige, heilige, ganz dargebrachte Opfer des Jātavedas mögen die Feuer wohlgefällig aufnehmen.
Wort für Wort
yajña
das Opfer (Nom.)
eti
geht (3.Sg.Präs.)
vitataḥ
ausgebreitet (Nom.)
kalpamāna
sich einrichtend (Nom., Part.Präs.Med.)
ījānam
dem Opfernden (Akk.)
abhi
entgegen (Präverb)
lokaṃ
zur Welt (Akk.)
svargam
himmlischen (Akk.)
tam
das (Akk.)
agnayaḥ
die Feuer (Nom.Pl.)
sarvahutaṃ
sarva- 'ganz, alles' + hutaṃ 'dargebracht' → ganz dargebracht (Akk.)
Der Opfernde ist auf das aufgeschichtete Feuer hinaufgestiegen, um von der Höhe des Himmelsgewölbes zum Himmel emporzufliegen; ihm leuchtet aus dem Wolkendunkel der lichte, himmlische, den Göttern zugehende Pfad für den Rechttuenden entgegen.
agnir hotādhvaryuṣ ṭe bṛhaspatir indro brahmā dakṣiṇatas te astu huto 'yaṃ saṃsthito yajña eti yatra pūrvam ayanaṃ hutānām
Agni sei dein Hotṛ-Priester, Bṛhaspati dein Adhvaryu, Indra dein Brahman – zu deiner Rechten sei er. Dieses dargebrachte, nun vollendete Opfer geht dorthin, wo früher der Zugangsweg der Dargebrachten war.
Mit Kuchen und mit Milch versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit Dickmilch versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit geronnenen Tropfen versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit Schmalz versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit Fleisch versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit Speise versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit Honig versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit Saft versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
Mit Kuchen und mit Wasser versehen setze sich hier der Opferbrei nieder. Wir opfern den Welt- und Wegbereitern, euch, die ihr hier als Empfänger des Opferanteils der Götter seid.
apūpāpihitān kumbhān yāṃs te devā adhārayan te te santu svadhāvanto madhumanto ghṛtaścutaḥ
Die mit Kuchen verschlossenen Krüge, die die Götter für dich bereitgehalten haben – sie sollen dir eigenkräftig sein, voll Honig, von Schmalz triefend.
yās te dhānā anukirāmi tilamiśrāḥ svadhāvatīḥ tās te santūdbhvīḥ prabhvīs tās te yamo rājānu manyatām
Die gerösteten, mit Sesam gemischten, eigenkräftigen Körner, die ich für dich hinstreue – sie sollen dir reichlich und ergiebig sein; dem möge König Yama für dich zustimmen.
Wort für Wort
yās
die (Akk.Pl.fem.)
te
für dich (Dat.)
dhānā
die gerösteten Körner (Akk.Pl.fem.)
anukirāmi
ich hinstreue (1.Sg.Präs.)
tilamiśrāḥ
tila- 'Sesam' + miśrāḥ 'gemischt' → mit Sesam gemischt (Akk.Pl.fem.)
svadhāvatīḥ
eigenkräftigen (Akk.Pl.fem.)
tās
diese (Nom.Pl.fem.)
te
dir (Dat.)
santūdbhvīḥ
santu 'sollen sein' (Imperativ 3.Pl.) + udbhvīḥ 'reichlich' (Nom.Pl.fem.) → sollen reichlich sein (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
prabhvīs
ergiebig (Nom.Pl.fem.)
tās
diese (Nom.Pl.fem., wie in Pos.6)
te
dir (Dat.)
yamo
Yama (Nom.)
rājānu
rājā 'der König' (Nom.) + anu 'zustimmend, gemäß' (Adv./Präverb) → der König zustimmend (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
drapsaś caskanda pṛthivīm anu dyām imaṃ ca yonim anu yaś ca pūrvaḥ samānaṃ yonim anu samcarantaṃ drapsam juhomy anu sapta hotrāḥ
Der Tropfen ist herabgeträufelt über die Erde hin, über den Himmel, über diesen Schoß hier und über den früheren; dem Tropfen, der über denselben Schoß dahingeht, opfere ich entsprechend den sieben Opferpriestern.
śatadhāraṃ vāyum arkaṃ svarvidaṃ nṛcakṣasas te abhi cakṣate rayim ye pṛnanti pra ca yachanti sarvadā te duhrate dakṣiṇāṃ saptamātaram
Den hundertströmigen, den Wind durchdringenden, den himmelfindenden Lichtglanz – die menschenschauenden Priester blicken auf den Reichtum. Die, die stets Gaben darreichen und weitergeben, sie melken die Opfergabe mit den sieben Müttern. [Anm.: Bildsprache und Bezüge unsicher]
Wort für Wort
śatadhāraṃ
den hundertströmigen (Akk.)
vāyum
den Wind (Akk.)
arkaṃ
den Lichtglanz (Akk.)
svarvidaṃ
svar- 'Himmel' + vidam 'findend' → den himmelfindenden (Akk.)
nṛcakṣasas
nṛ- 'Mensch, Mann' + cakṣasaḥ 'schauend' → die menschenschauenden (Nom.Pl.)
te
sie (Nom.Pl.)
abhi
auf (Präverb)
cakṣate
blicken (3.Pl.Präs.Med.)
rayim
den Reichtum (Akk.)
ye
die (Nom.Pl.)
pṛnanti
darreichen (3.Pl.Präs.)
pra
(Präverb)
ca
und
yachanti
weitergeben (3.Pl.Präs.)
sarvadā
stets (Adv.)
te
sie (Nom.Pl.)
duhrate
melken (3.Pl.Präs.Med.)
dakṣiṇāṃ
die Opfergabe (Akk.)
saptamātaram
sapta- 'sieben' + mātaram 'Mütter' → mit den sieben Müttern (Akk.)
Sie melken den Kübel, den viermündigen Krug, die Kuh Iḍā, die honigreiche, zum Heil, die Kraft spendende, sich freuende Aditi unter den Wesen – Agni, schade ihr nicht im höchsten Himmelsraum.
etat te devaḥ savitā vāso dadāti bhartave tat tvaṃ yamasya rājye vasānas tārpyaṃ cara
Dieses Gewand gibt dir der Gott Savitṛ zum Tragen; bekleidet damit, wandle gesättigt im Reich des Yama. [Anm.: „tārpyam“ unsicher, evtl. Eigenname eines Gewandes]
Jene Kühe dort sollen dir wunscherfüllend sein: die bunten, die falbfarbenen, die gleichgestaltigen, die ungleichgestaltigen – mit dem Sesam als Kalb sollen sie hier bei dir stehen.
enīr dhānā hariṇīḥ śyenīr asya kṛṣṇā dhānā rohiṇīr dhenavas te tilavatsā ūrjam asmai duhānā viśvāhā santv anapasphurantīḥ
Die bunten Körner sind falbgelb, die seinigen falbfarben, die schwarzen Körner rötlich; deine Kühe, mit dem Sesam als Kalb, sollen ihm allezeit Kraft spendend zur Seite stehen, ohne sich loszureißen.
Wort für Wort
enīr
die bunten (Nom.Pl.fem.)
dhānā
Körner (Nom.Pl.)
hariṇīḥ
falbgelb (Nom.Pl.)
śyenīr
falbfarben (Nom.Pl.)
asya
seine (Gen.)
kṛṣṇā
die schwarzen (Nom.Pl.)
dhānā
Körner (Nom.Pl.)
rohiṇīr
rötlich (Nom.Pl.)
dhenavas
Kühe (Nom.Pl.)
te
deine (Nom.Pl.)
tilavatsā
tila- 'Sesam' + vatsā 'Kalb habend' → mit dem Sesam als Kalb (Nom.Pl.)
Dem Vaiśvānara opfere ich diese Opfergabe, den tausendfachen, hundertströmigen Quell; er nährt den Vater, die Großväter, die Urgroßväter nährt er, anschwellend.
Den tausendströmigen, hundertströmigen, unerschöpflichen Quell, der sich auf der Oberfläche des Urgewässers ausbreitet, der Kraft spendet, ohne sich loszureißen – ihn verehren die Väter mit ihren Eigenkräften (svadhā).
idaṃ kasāmbu cayanena citaṃ tat sajātā ava paśyateta martyo 'yam amṛtatvam eti tasmai gṛhān kṛṇuta yāvatsabandhu
Dieses Grab hier, durch die Aufschichtung errichtet – seht es an, ihr Verwandten: dieser Sterbliche geht zur Unsterblichkeit ein; bereitet ihm ein Haus, ihr alle, die ihr mit ihm verwandt seid. [Anm.: „kasāmbu“ unklar, möglicherweise verderbt]
Wort für Wort
idaṃ
dieses (Nom.)
kasāmbu
Grab (Nom.) [?]
cayanena
durch die Aufschichtung (Instr.)
citaṃ
errichtet (Nom.)
tat
das (Nom.)
sajātā
ihr Verwandten (Vok.Pl.)
ava
an- (Präverb)
paśyateta
seht es an! (Imperativ+Akk.)
martyo
der Sterbliche (Nom.)
'yam
dieser (ayam)
amṛtatvam
zur Unsterblichkeit (Akk.)
eti
geht (3.Sg.Präs.)
tasmai
ihm (Dat.)
gṛhān
ein Haus (Akk.)
kṛṇuta
bereitet! (Imperativ 2.Pl.)
yāvatsabandhu
yāvat- 'soviel wie, alle' + sabandhu 'mitverwandt' → ihr alle, die mit ihm verwandt seid (Vok.Pl.)
Sei eben hier gütererwerbend, hier gesinnt, hier tatkräftig; sei hier von noch größerer Manneskraft, Lebenskraft spendend, unbeeinträchtigt. [Anm.: unklar, ob an den Verstorbenen oder an einen Nachlebenden gerichtet]
Sohn und Enkel erquickend, diese honigreichen Wasser, den Vätern Eigenkraft und Unsterblichkeit spendend – die göttlichen Wasser mögen beide Seiten erquicken.
āpo agniṃ pra hiṇuta pitṝṃr upemaṃ yajñaṃ pitaro me juṣantām āsīnām ūrjam upa ye sacante te no rayiṃ sarvavīraṃ ni yachān ||40|| {23}
Wasser, sendet Agni her zu diesen Vätern, zu diesem Opfer; meine Väter mögen es wohlgefällig annehmen. Die, die sich niedersetzend an der Kraftspeise teilhaben, sie mögen uns Reichtum mit allen Söhnen gewähren.
Wort für Wort
āpo
ihr Wasser (Vok.Pl.)
agniṃ
Agni (Akk.)
pra
hin (Präverb)
hiṇuta
sendet! (Imperativ 2.Pl.)
pitṝṃr
zu den Vätern (Akk.Pl.)
upemaṃ
upa 'hin zu' (Präverb) + imam 'dieses' (Akk.) → hin zu diesem (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
yajñaṃ
Opfer (Akk.)
pitaro
die Väter (Nom.Pl.)
me
meines (Gen.)
juṣantām
mögen wohlgefällig annehmen (Imperativ 3.Pl.Med.)
āsīnām
der Sitzenden (Gen.Pl.) [?]
ūrjam
an der Kraftspeise (Akk.)
upa
bei (Präverb)
ye
die (Nom.Pl.)
sacante
teilhaben (3.Pl.Präs.Med.)
te
sie (Nom.Pl.)
no
uns (Dat.)
rayiṃ
Reichtum (Akk.)
sarvavīraṃ
sarva- 'alle' + vīraṃ 'Söhne, Mannen' → mit allen Söhnen (Akk.)
yās te dhānā anukirāmi tilamiśrāḥ svadhāvatīḥ tās te santūdbhvīḥ prabhvīs tās te yamo rājānu manyatām
Die gerösteten, mit Sesam gemischten, eigenkräftigen Körner, die ich für dich hinstreue – sie sollen dir reichlich und ergiebig sein; dem möge König Yama für dich zustimmen.
Wort für Wort
yās
die, welche (Nom.Pl.fem.)
te
für dich (Dat.)
dhānā
die gerösteten Körner (Akk.Pl.fem.)
anukirāmi
ich hinstreue (1.Sg.Präs.)
tilamiśrāḥ
tila- 'Sesam' + miśrāḥ 'gemischt' → mit Sesam gemischt (Akk.Pl.fem.)
svadhāvatīḥ
eigenkräftige (Akk.Pl.fem.)
tās
diese (Nom.Pl.fem.)
te
dir (Dat.)
santūdbhvīḥ
santu 'sollen sein' (Imperativ 3.Pl.) + udbhvīḥ 'reichlich' (Nom.Pl.fem.) → sollen reichlich sein (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
prabhvīs
ergiebig (Nom.Pl.fem.)
tās
diese (Nom.Pl.fem.)
te
dir (Dat.)
yamo
Yama (Nom.)
rājānu
rājā 'der König' (Nom.) + anu 'zustimmend, gemäß' (Adv./Präverb) → der König zustimmend (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
idaṃ pūrvam aparaṃ niyānaṃ yenā te pūrve pitaraḥ paretāḥ purogavā ye abhisāco asya te tvā vahanti sukṛtām u lokam
Dies ist der frühere, der weitere Abstiegsweg, auf dem deine früheren Väter dahingegangen sind; die als Vorreiter dienen und diesem Weg folgen, sie führen dich in die Welt der Rechttuenden. [Anm.: „abhisācaḥ“ – vermutlich Bezeichnung von Geleitern, nicht sicher]
Die Gottsuchenden rufen Sarasvatī, Sarasvatī rufen sie beim sich ausbreitenden Opfer; die Rechttuenden rufen Sarasvatī – Sarasvatī gebe dem Opferspender das Erwünschte.
Wort für Wort
sarasvatīṃ
Sarasvatī (Akk.)
devayanto
deva- 'Gott' + yantaḥ 'suchend, strebend' → die Gottsuchenden (Nom.Pl.)
Die Väter rufen Sarasvatī, sich mit Opfergaben dem Opfer nähernd; setzt euch nieder auf diesem Barhis-Gras und ergötzt euch; gib uns Speise ohne Krankheit.
Wort für Wort
sarasvatīṃ
Sarasvatī (Akk.)
pitaro
die Väter (Nom.Pl.)
havante
rufen (3.Pl.Präs.Med.)
dakṣiṇā
mit Opfergaben (Instr.)
yajñam
dem Opfer (Akk.)
abhinakṣamāṇāḥ
sich nähernd (Nom.Pl., Part.Präs.Med.)
āsadyāsmin
āsadya 'sich niedersetzend' (Absolutiv) + asmin 'auf diesem' (Lok.) → sich niedersetzend auf diesem (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
Sarasvatī, die du mit den Vätern auf demselben Wagen gefahren bist, mit Lobliedern und Eigenkräften dich freuend, du Göttin – gib hier den tausendfach wertvollen Anteil der Iḍā, das Gedeihen des Reichtums dem Opferer.
Wort für Wort
sarasvati
Sarasvatī (Vok.)
yā
die du (Nom.fem.)
sarathaṃ
auf demselben Wagen (Akk./Adv.)
yayāthokthaiḥ
yayātha 'du bist gefahren' (2.Sg.Perf.) + ukthaiḥ 'mit Lobliedern' (Instr.Pl.) → du bist gefahren; mit Lobliedern (Sandhi zweier Wörter, kein echtes Kompositum)
svadhābhir
mit Eigenkräften (Instr.Pl.)
devi
o Göttin (Vok.)
pitṛbhir
mit den Vätern (Instr.Pl.)
madantī
dich freuend (Nom.fem., Part.Präs.)
sahasrārgham
sahasra- 'tausend' + argham 'Wert' → den tausendfach wertvollen (Akk.)
pṛthivīṃ tvā pṛthivyām ā veśayāmi devo no dhātā pra tirāty āyuḥ parāparaitā vasuvid vo astv adhā mṛtāḥ pitṛṣu saṃ bhavantu
Dich, [du irdener Leib,] lasse ich in die Erde eingehen; der Gott Dhātṛ möge unser Leben verlängern. Der in die Ferne Gehende soll für euch güterfindend sein; dann mögen die Verstorbenen mit den Vätern vereint werden. [Anm.: „pṛthivīṃ tvā“ bezieht sich vermutlich auf den irdenen Grabhügel oder Leib]
Wort für Wort
pṛthivīṃ
die Erde [?] (Akk.)
tvā
dich (Akk.)
pṛthivyām
in die Erde (Lok.)
ā
hinein (Präverb)
veśayāmi
lasse ich eingehen (1.Sg.Präs.Kaus.)
devo
der Gott (Nom.)
no
unser (Gen.)
dhātā
Dhātṛ (Nom.)
pra
hervor (Präverb)
tirāty
möge verlängern (3.Sg.Präs.)
āyuḥ
das Leben (Akk.)
parāparaitā
parā- 'weg, fort' + apara- 'weiter, später' + itā 'gehend' (von i- 'gehen') → der in die Ferne Gehende (Nom.) [?]
ā pra cyavethām apa tan mṛjethāṃ yad vām abhibhā atrocuḥ asmād etam aghnyau tad vaśīyo dātuḥ pitṛṣv ihabhojanau mama
Rührt euch her, wischt ab, was man euch als Bedrängnis vorgehalten hat; wendet von diesem hier, ihr beiden unverletzlichen Kühe, das Schlimmere für den Geber ab; genießt hier bei meinen Vätern. [Anm.: Vers stark elliptisch, Bezugsstruktur unsicher]
Wort für Wort
ā
her- (Präverb)
pra
hervor (Präverb)
cyavethām
rührt euch! (Imperativ 2.Du.Med.)
apa
ab- (Präverb)
tan
das (Akk.)
mṛjethāṃ
wischt! (Imperativ 2.Du.Med.)
yad
was (Akk.)
vām
euch (Akk.Du.)
abhibhā
als Bedrängnis (Akk./Instr.) [?]
atrocuḥ
hier; vorgehalten haben (atra+ūcuḥ)
asmād
von diesem (Abl.)
etam
diesem (Akk.) [?]
aghnyau
ihr beiden unverletzlichen Kühe (Vok.Du.)
tad
das (Akk.)
vaśīyo
das Schlimmere (Akk.) [?]
dātuḥ
für den Geber (Gen.)
pitṛṣv
bei den Vätern (Lok.Pl.)
ihabhojanau
iha- 'hier' + bhojanau 'genießend' (Nom.Du.) → hier genießend (Nom.Du.)
Diese Opfergabe ist auf heilvolle Weise gekommen, von diesem [Sohn] dargebracht, gut melkend, Lebenskraft spendend, die die Lebenden in der Jugend reich beschenkt [Anm.: Konstruktion des Verses schwierig; „imān“ bezieht sich vermutlich auf die Lebenden, nicht erneut auf die Väter] – möge das Alter diese hinüber zu den Vätern geleiten.
idaṃ pitṛbhyaḥ pra bharāmi barhir jīvaṃ devebhya uttaraṃ stṛṇāmi tad ā roha puruṣa medhyo bhavan prati tvā jānantu pitaraḥ paretam
Dieses Barhis-Gras bringe ich für die Väter dar; ein weiteres, oberes streue ich für die lebenden Götter aus. Steig darauf, o Mensch, indem du geheiligt wirst; die Väter mögen dich als den Hingegangenen erkennen.
edaṃ barhir asado medhyo 'bhūḥ prati tvā jānantu pitaraḥ paretam yathāparu tanvaṃ saṃ bharasva gātrāṇi te brahmaṇā kalpayāmi
Auf diesem Barhis wirst du sitzen, geheiligt geworden; die Väter mögen dich als den Hingegangenen erkennen. Wie zuvor, füge deinen Leib zusammen; deine Glieder richte ich durch die heilige Rede wieder her. [Anm.: „yathāparu“ unsicher, etwa „wie einst, Glied für Glied“]
parṇo rājāpidhānaṃ carūṇām ūrjo balaṃ saha ojo na āgan āyur jīvebhyo vidadhad dīrghāyutvāya śataśāradāya
Das Palāśa-Blatt, der König, die Bedeckung der Opferbreie, ist zu uns gekommen als Kraft, Stärke und Übermacht, den Lebenden Lebenszeit zuteilend, zu langem Leben, zu hundert Herbsten. [Anm.: Bezug von „parṇo rājā“ auf den Palāśa-Baum als rituelle Bedeckung, nicht ganz sicher]
Wort für Wort
parṇo
das Palāśa-Blatt (Nom.Sg.)
rājāpidhānaṃ
der König, die Bedeckung [der Opferbreie] (Nom.Sg.n., Bezug unsicher; Kompositum: rājan 'König' + api-dhāna 'Bedeckung' → königliche Bedeckung/Deckel)
carūṇām
der Opferbreie (Gen.Pl.)
ūrjo
als Kraft (Nom.Sg.)
balaṃ
hat gezeugt; der Steinesser (Gen.Pl., Sandhi jajāna+aśmānnānām; aśmānnānām: aśman 'Stein' + anna 'Speise' → 'Steinesser', Kompositum)
saha
und
ojo
Übermacht (Nom.Sg.n.)
na
uns (enklit., =naḥ)
āgan
ist gekommen (3.Sg.Aorist)
āyur
Lebenszeit (Akk.Sg.)
jīvebhyo
den Lebenden (Dat.Pl.)
vidadhad
zuteilend (Part.Präs.Nom.Sg.m.)
dīrghāyutvāya
zu langem Leben (Dat.Sg., Kompositum: dīrgha 'lang' + āyus 'Leben' + -tva-Abstraktsuffix → Langlebigkeit)
ūrjo bhāgo ya imaṃ jajānāśmānnānām ādhipatyaṃ jagāma tam arcata viśvamitrā havirbhiḥ sa no yamaḥ prataraṃ jīvase dhāt
Der Anteil an Kraft, der diesen hier gezeugt hat, ist zur Oberherrschaft über die Steinesser gelangt; ihn preist, all ihr Freunde, mit Opfergaben; er, Yama, gewähre uns weiteres Leben. [Anm.: „aśmānnānām“, wörtlich „Steinesser“, Sinn unsicher]
Wort für Wort
ūrjo
Kraft (Gen./Kompositionsglied)
bhāgo
der Anteil (Nom.Sg.)
ya
der (Rel.Nom.Sg.m.)
imaṃ
diesen (Akk.Sg.m.)
jajānāśmānnānām
hat gezeugt; der Steinesser (Gen.Pl., Sandhi jajāna+aśmānnānām)
Trage dieses Gold, das dein Vater früher getragen hat; wische es, dorthin wo der Weg zum Himmel führt, aus der rechten Hand des Vaters. [Anm.: der genaue Ritualbezug bleibt unklar]
Wort für Wort
idaṃ
dieses (Akk.Sg.n.)
hiraṇyaṃ
Gold (Akk.Sg.)
bibhṛhi
trage (Imperativ 2.Sg.)
yat
das (Akk.Sg.n., Rel.)
te
dein (Gen.Sg.)
pitābibhaḥ
der Vater trug (Nom.+3.Sg.Impf., Sandhi pitā+abibhaḥ)
ye ca jīvā ye ca mṛtā ye jātā ye ca yajñiyāḥ tebhyo ghṛtasya kulyaitu madhudhārā vyundatī
Für die Lebenden und für die Toten, für die Geborenen und für die Opferwürdigen – für sie möge ein Bach von Schmalz fließen, ein alles durchtränkender Honigstrom.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.m.Rel.)
ca
und
jīvā
lebenden (Nom.Pl.)
ye
die
ca
und
mṛtā
toten (Nom.Pl.)
ye
die
jātā
geborenen (Nom.Pl.)
ye
die
ca
und
yajñiyāḥ
opferwürdigen (Nom.Pl.)
tebhyo
für sie (Dat.Pl.)
ghṛtasya
von Schmalz (Gen.Sg.)
kulyaitu
der Bach möge fließen (Nom.+3.Sg.Imp., Sandhi kulyā+etu)
Der Bulle der Gedanken läutert sich, der Weitschauende, die Sonne der Tage, der Förderer der Morgenröten, der Atem des Himmels; er hat für die Ströme in den Krügen gebrüllt, durch Weisheit in Indras Herz eingehend.
Wort für Wort
vṛṣā
der Bulle (Nom.Sg.)
matīnāṃ
der Gedanken (Gen.Pl.)
pavate
läutert sich (3.Sg.Präs.Med.)
vicakṣaṇaḥ
der Weitschauende (Nom.Sg.)
sūro
die Sonne (Nom.Sg.)
ahnāṃ
der Tage (Gen.Pl.)
pratarītoṣasāṃ
der Förderer der Morgenröten (Nom.+Gen.Pl., Sandhi)
tveṣas te dhūma ūrṇotu divi ṣaṃ chukra ātataḥ sūro na hi dyutā tvaṃ kṛpā pāvaka rocase
Dein glänzender Rauch möge sich heilsam am Himmel ausbreiten, hell ausgedehnt; denn wie die Sonne an Glanz leuchtest du, Reiniger, durch deine Schönheit.
pra vā etīndur indrasya niṣkṛtiṃ sakhā sakhyur na pra mināti saṃgiraḥ marya iva yoṣāḥ sam arṣase somaḥ kalaśe śatayāmanā pathā ||60|| {25}
Da geht der Mondtropfen (Soma) zu Indras Zusammenkunft; wie ein Freund den Freund verletzt er nicht die Vereinbarungen. Wie der Jüngling zur Jungfrau, so strömst du, Soma, in den Krug, auf hundertfach gebahntem Weg.
akṣann amīmadanta hy ava priyāṃ adhūṣata astoṣata svabhānavo viprā yaviṣṭhā īmahe
Sie haben gegessen, sie haben sich erfreut, sie haben die liebe Gabe herabgeschüttelt; sie haben gepriesen, die von eigenem Glanz Erfüllten; wir, die Weisen, bitten den Jüngsten. [Anm.: Vers stark formelhaft-elliptisch, Konstruktion nicht ganz sicher]
Wort für Wort
akṣann
sie haben gegessen (3.Pl.Aorist)
amīmadanta
sie haben sich erfreut (3.Pl.Aorist Med.)
hy
denn/ja (=hi)
ava
herab- (Verbpräfix)
priyāṃ
die liebe [Gabe] (Akk.Sg.f.)
adhūṣata
sie haben geschüttelt (3.Pl.Aorist Med.)
astoṣata
sie haben gepriesen (3.Pl.Aorist Med.)
svabhānavo
von eigenem Glanz Erfüllte (Nom.Pl., Kompositum: sva 'eigen' + bhānu 'Glanz' → von eigenem Glanz erfüllt)
ā yāta pitaraḥ somyāso gambhīraiḥ pathibhiḥ pitṛyāṇaiḥ āyur asmabhyaṃ dadhataḥ prajāṃ ca rāyaś ca poṣair abhi naḥ sacadhvam
Kommt her, ihr somakundigen Väter, auf den tiefen, den Vätern eigenen Pfaden; uns Lebenszeit und Nachkommenschaft verleihend, begleitet uns mit dem Gedeihen des Reichtums.
Geht fort, ihr somakundigen Väter, auf den tiefen, altehrwürdigen Pfaden; doch jeden Monat kommt wieder zurück zu unseren Häusern, um die Opfergabe zu verzehren, mit guten Nachkommen, mit guten Söhnen.
yad vo agnir ajahād ekam aṅgaṃ pitṛlokaṃ gamayaṃ jātavedāḥ tad va etat punar ā pyāyayāmi sāṅgāḥ svarge pitaro mādayadhvam
Welches eine Glied Agni, der Jātavedas, von euch zurückgelassen hat, als er euch zur Väterwelt geleitete – das lasse ich für euch hier wieder anschwellen; mit vollen Gliedern, ihr Väter, ergötzt euch im Himmel.
Wort für Wort
yad
welches (Akk.Sg.n.Rel.)
vo
von euch (Gen.Pl.enklit.)
agnir
Agni (Nom.Sg.)
ajahād
hat zurückgelassen (3.Sg.Impf.)
ekam
ein (Akk.Sg.n.)
aṅgaṃ
Glied (Akk.Sg.)
pitṛlokaṃ
zur Väterwelt (Akk.Sg., Ziel; Kompositum: pitṛ 'Väter' + loka 'Welt' → Väterwelt)
abhūd dūtaḥ prahito jātavedāḥ sāyaṃ nyahna upavandyo nṛbhiḥ prādāḥ pitṛbhyaḥ svadhayā te akṣann addhi tvaṃ deva prayatā havīṃṣi
Der Jātavedas ist als entsandter Bote gekommen, abends, am Ende des Tages, von den Männern zu verehren; du hast den Vätern mit Eigenkraft die Opfergabe gegeben, sie haben gegessen; iss du, Gott, die dargereichten Opfergaben.
Wort für Wort
abhūd
ist gekommen (3.Sg.Aorist)
dūtaḥ
Bote (Nom.Sg.)
prahito
entsandt (Nom.Sg.m.PPP)
jātavedāḥ
der Jātavedas (Nom.Sg.)
sāyaṃ
abends
nyahna
am Ende des Tages (Lok., Kompositum: ni 'hinab/Ende' + ahan 'Tag' → Tagesende)
Löse von uns, Varuṇa, alle Fesseln, mit denen man beim Zusammenraffen gebunden wird, mit denen beim Auseinandergehen; dann mögen wir hundert Herbste leben, von dir, König, behütet und beschützt.
ā tvāgna idhīmahi dyumantaṃ devājaram yad gha sā te panīyasī samid dīdayati dyavi iṣaṃ stotṛbhya ā bhara
Dich, Agni, wollen wir entzünden, den glänzenden, göttlichen, alterslosen; wenn jenes dein preiswürdigeres Brennholz am Himmel leuchtet, bring den Sängern Speise.
Wort für Wort
ā
(Verbpräfix zu idhīmahi)
tvāgna
dich, Agni (Akk.+Vok., Sandhi tvā+agne)
idhīmahi
wir wollen entzünden (1.Pl.Optativ)
dyumantaṃ
den glänzenden (Akk.Sg.)
devājaram
den göttlichen, alterslosen (Akk.Sg., Kompositum: deva 'göttlich' + ajara 'alterslos' → der göttliche Alterslose)
candramā apsv antar ā suparṇo dhāvate divi na vo hiraṇyanemayaḥ padaṃ vindanti vidyuto vittaṃ me asya rodasī ||89|| {28}
Der Mond läuft, ein schöngefiederter Vogel, mitten in den Wassern wie am Himmel; eure goldfelgigen Wagen finden nicht die Spur der Blitze; erkennt dies von mir, ihr beiden Welthälften. [Anm.: Bildsprache und syntaktischer Bezug unsicher]