Quellen der Menschheit

Suśruta-Saṃhitā · Sharirasthana

Adhyāya 1: sarvabhūtacintāśārīraṃ Die Betrachtung aller Wesen (Sarvabhūtacintā)

Das Eröffnungskapitel des Śārīrasthāna, betitelt „Betrachtung aller Wesen und Elemente" (sarvabhūtacintā), legt die philosophische Grundlage der Suśruta-Saṃhitā für Körperlehre und Embryologie: Ausgehend vom Unmanifesten (avyakta) entfaltet sich in der Tradition der Sāṃkhya-Philosophie über Mahat und den dreifachen ahaṅkāra die Welt der elf Sinnesorgane, der fünf feinstofflichen Tanmātras und der fünf groben Elemente (bhūta) zu insgesamt vierundzwanzig Grundprinzipien (tattva), denen als fünfundzwanzigstes der bewusste Puruṣa gegenübersteht. Ausführlich werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Prakṛti (Urmaterie) und Puruṣa, die Zuordnung von Elementen, Sinnesorganen und Leitgottheiten (etwa Brahmā, Indra, Sūrya) sowie die drei Grundqualitäten sattva, rajas und tamas dargelegt. Für die Heilkunst wird betont, dass jedes Sinnesorgan nur seinen elementar entsprechenden Gegenstand erfasst und dass der „Handlungs-Puruṣa" (karmapuruṣa), die Verbindung der Elemente mit dem verkörperten Wesen, eigentlicher Gegenstand ärztlichen Wissens sei. Damit stellt das Kapitel die kosmologisch-metaphysische Basis bereit, auf der die folgenden anatomisch-embryologischen Kapitel aufbauen.

DIE VIERUNDZWANZIG TATTVA-PRINZIPIEN DER SĀṂKHYA-LEHRE (Vers 3–6)
PrinzipAnzahlBeschreibung / Mitglieder
avyakta1das Unmanifeste, Ursache aller Wesen ohne eigene Ursache
mahat1der kosmische Intellekt, entsteht aus dem Unmanifesten
ahaṅkāra1 (dreifach)Ich-Bewusstsein: sattvisch (vaikārika), rajassisch (taijasa), tamassisch (bhūtādi)
tanmātra5feinstoffliche Elemente: Ton-, Tast-, Form-, Geschmacks-, Geruchs-Tanmātra
indriya (buddhīndriya)5Erkenntnisorgane: Gehör, Haut, Auge, Zunge, Nase
indriya (karmendriya)5Handlungsorgane: Sprache, Hände, Zeugungsorgane, After, Füße
manas1der Geist, beiderlei Natur (Erkenntnis- und Handlungsorgan zugleich)
bhūta5grobe Elemente: Raum, Wind, Feuer, Wasser, Erde
Als fünfundzwanzigstes Prinzip steht diesen 24 der bewusste Puruṣa (die Seele) gegenüber (Vers 8). Acht der genannten Prinzipien gelten als Urgründe (prakṛti), die übrigen sechzehn als deren Abwandlungen (vikāra) (Vers 6).
DIE FÜNF ELEMENTE MIT SINNESORGAN, OBJEKT UND GOTTHEIT (Vers 7, 19–20)
Element (bhūta)SinnesorganZugehöriges Objekt/MerkmalGuṇaGottheit
Raum (ākāśa)GehörTon, Hohlräume, AbgesondertheitsattvaHimmelsrichtungen
Wind (vāyu)HautTastgefühl, Bewegung, LeichtigkeitrajasVāyu
Feuer (agni)AugeForm, Hautfarbe, Hitze, Glanz, Verdauungskraftsattva und rajasSūrya
Wasser (ap)ZungeGeschmack, Flüssigkeit, Kälte, Ölhaftigkeit, Samesattva und tamasdie Gewässer
Erde (pṛthivī)NaseGeruch, feste Formen, SchweretamasErde
Ergänzend werden Brahma als Gottheit der Erkenntniskraft, Īśvara des ahaṅkāra, der Mond des Geistes, Agni der Sprache, Indra der Hände, Viṣṇu der Füße, Mitra des Afters und Prajāpati der Zeugungsorgane genannt (Vers 7).

athātaḥ sarvabhūtacintāśārīraṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun wollen wir das Kapitel über die Betrachtung aller Wesen und Elemente (*sarvabhūtacintā*) darlegen.

yathovāca bhagavān dhanvantariḥ

So wie es der erhabene Dhanvantari dargelegt hat.

sarvabhūtānāṃ kāraṇamakāraṇaṃ sattvarajastamolakṣaṇamaṣṭarūpamakhilasya jagataḥ saṃbhavaheturavyaktaṃ nāma tadekaṃ bahūnāṃ kṣetrajñānāmadhiṣṭhānaṃ samudra ivaudakānāṃ bhāvānām

Die Ursache aller Wesen, selbst ohne eigene Ursache, gekennzeichnet durch *sattva*, *rajas* und *tamas* (die drei Grundqualitäten der Natur), achtfältiger Gestalt, der Ursprungsgrund der gesamten Welt, wird das Unmanifeste (*avyakta*, die ungeformte Urmaterie) genannt; dieses Eine ist die Grundlage der vielen Feldkenner (*kṣetrajña*, der individuellen Seelen), so wie das Meer die Grundlage der Gewässer ist.

tasmādavyaktānmahānutpadyate talliṅga eva talliṅgāccamahatastallakṣaṇaevā-haṅkāra utpadyate sa trividho vaikārikastaijaso bhūtādiriti tatra vaikārikā-dahaṅkārāttaijasasahāyāttallakṣaṇānyevaikādaśendri yāṇyutpadyante tadyathāśrotratva-kcakṣurjihvāghrāṇavāgghastopasthapāyupādamanāṃsīti tatra pūrvāṇi pañca buddhīndri -yāṇi itarāṇi pañca karmendri yāṇi ubhayātmakaṃ manaḥ bhūtāderapi taijasasahāyā-ttallakṣaṇānyeva pañcatanmātrāṇyutpadyante śabdatanmātraṃ sparśa tanmātraṃ rūpatanmātraṃ rasatanmātraṃ gandhatanmātramiti teṣāṃ viśeṣāḥśabdasparśarūparasagandhāḥ tebhyo bhūtānivyomānilānalajalorvyaḥ evameṣātattvacaturviṃśatirvyākhyātā

Aus jenem Unmanifesten entsteht, mit dessen Merkmal versehen, das Mahat (der 'Große', der kosmische Intellekt); aus dem Mahat wiederum entsteht, mit dessen Merkmal versehen, der *ahaṅkāra* (das Ich-Bewusstsein). Dieser ist dreifach: der sattvische (*vaikārika*), der tätige, rajassche (*taijasa*) und der tamassche, den Elementen zugrundeliegende (*bhūtādi*). Aus dem sattvischen *ahaṅkāra* entstehen, mit Unterstützung des tätigen, mit dessen Merkmal versehen, die elf Sinnesorgane (*indriya*), nämlich: das Gehör, die Haut, das Auge, die Zunge, die Nase, die Sprache, die Hände, die Zeugungsorgane, der After, die Füße und der Geist (*manas*). Von diesen sind die ersten fünf die Erkenntnisorgane (*buddhīndriya*), die übrigen fünf die Handlungsorgane (*karmendriya*), während der Geist beiderlei Natur ist. Aus dem tamassischen *ahaṅkāra* entstehen ebenfalls, mit Unterstützung des tätigen, mit dessen Merkmal versehen, die fünf feinstofflichen Elemente (*tanmātra*): das Ton-, das Tast-, das Form-, das Geschmacks- und das Geruchs-Tanmātra. Deren besondere Erscheinungsformen sind Ton, Tastgefühl, Form, Geschmack und Geruch. Aus ihnen entstehen die groben Elemente (*bhūta*): Raum (Äther), Wind, Feuer, Wasser und Erde. So wurden diese vierundzwanzig Grundprinzipien (*tattva*) dargelegt.

tatra buddhīndri yāṇāṃ śabdādayo viṣayāḥ karmendri yāṇāṃ yathāsaṅkhyaṃ vacanādānānandavisargaviharaṇāni

Von diesen sind die Gegenstände der Erkenntnisorgane Ton und die übrigen Sinnesqualitäten; die der Handlungsorgane sind der Reihe nach: Sprechen, Greifen, Geschlechtslust, Ausscheiden und Fortbewegen.

avyaktaṃ mahānahaṅkāraḥ pañcatanmātrāṇi cetyaṣṭau prakṛtayaḥśeṣāḥ ṣoḍaśa vikārāḥ

Das Unmanifeste, das Mahat, der *ahaṅkāra* und die fünf Tanmātras – das sind die acht Urgründe (*prakṛti*); die übrigen sechzehn sind Abwandlungen (*vikāra*).

svaḥ svaścaiṣāṃ viṣayo'dhibhūtaṃ svayamadhyātmam adhidaivatam atha buddherbrahmā ahaṅkārasyeśvaraḥ manasaścandramāḥ diśaḥ śrotrasya tvaco vāyuḥ sūryaścakṣuṣaḥ rasana-syāpaḥ pṛthivī ghrāṇasya vāco'gniḥ hastayorindraḥ pādayorviṣṇuḥ pāyormitraḥ prajāpatirupasthasyeti

Jedes von diesen hat sein eigenes Objekt als das ihm zugehörige Element (*adhibhūta*), sich selbst als das Innere (*adhyātma*) und eine leitende Gottheit (*adhidaivata*). So ist Brahma die Gottheit der Erkenntniskraft (*buddhi*), Īśvara die des *ahaṅkāra*, der Mond die des Geistes, die Himmelsrichtungen die des Gehörs, Vāyu die der Haut, Sūrya die des Auges, die Gewässer die der Zunge, die Erde die der Nase, Agni die der Sprache, Indra die der Hände, Viṣṇu die der Füße, Mitra die des Afters und Prajāpati die der Zeugungsorgane.

tatra sarva evācetana eṣa vargaḥ puruṣaḥ pañcaviṃśatitamaḥ kāryakāraṇasaṃyuktaśceta-yitā bhavati satyapyacaitanye pradhānasya puruṣakaivalyārthaṃ pravṛttimupadiśanti kṣīrādīṃścātra hetūnudāharanti

Dabei ist diese gesamte Gruppe an sich unbewusst; erst der Puruṣa (die Seele), das fünfundzwanzigste Prinzip, wird, wenn er mit Wirkung und Ursache verbunden ist, zum Bewusstwerdenden. Obwohl das Pradhāna (die Urmaterie) selbst ohne Bewusstsein ist, lehren die Weisen, dass sein Wirken auf die Erlösung des Puruṣa ausgerichtet ist, und führen dafür das Beispiel der Milch und Ähnliches an.

ata ūrdhvaṃ prakṛtipuruṣayoḥ sādharmyavaidharmye vyākhyāsyāmaḥ tadyathā ubhāvapyanādī ubhāvapyanantau ubhāvapyaliṅgau ubhāvapi nityau ubhāvapyanaparau ubhau ca sarvagatāviti ekā tu prakṛtiracetanā triguṇā bījadharmiṇī prasavadharmiṇyamadhyasthadharmiṇī ceti bahavastu puruṣāścetanāvanto'guṇā abījadharmāṇo'prasavadharmāṇo madhyasthadharmāṇaśceti

Im Folgenden wollen wir die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Prakṛti und Puruṣa darlegen: Beide sind ohne Anfang, beide sind ohne Ende, beide sind ohne Merkmal, beide sind ewig, beide haben nichts über sich, und beide sind allgegenwärtig. Doch die Prakṛti allein ist unbewusst, dreigunig, von der Art eines Samens, von hervorbringender Natur und von neutraler, vermittelnder Natur; die Puruṣas hingegen sind viele, bewusst, ohne Guṇas, weder von der Art eines Samens noch von hervorbringender noch von vermittelnder Natur.

tatra kāraṇānurūpaṃ kāryamiti kṛtvā sarva evaite viśeṣāḥ sattvarajastamomayā bhavanti tadañjanatvāttanmayatvācca tadguṇā eva puruṣā bhavantītyeke bhāṣante

Da nun die Wirkung der Ursache entspricht, bestehen all diese Besonderheiten aus *sattva*, *rajas* und *tamas*; und weil sie davon durchdrungen und davon erfüllt sind, behaupten manche, dass auch die Puruṣas eben von diesen Guṇas geprägt seien.

vaidyake tu svabhāvamīśvaraṃ kālaṃ yadṛcchāṃ niyatiṃ tathā pariṇāmaṃ ca manyante prakṛtiṃ pṛthudarśinaḥ

In der Heilkunde jedoch halten die weitblickenden Gelehrten die Prakṛti für die Eigennatur (*svabhāva*), für Gott (*īśvara*), für die Zeit (*kāla*), für den Zufall, für das Schicksal (*niyati*) und für die Wandlung (*pariṇāma*) zugleich.

tanmayānyeva bhūtāni tadguṇānyeva cādiśet taiśca tallakṣaṇaḥ kṛtsro bhūtagrāmo vyajanyata

Man erkläre, dass alle Wesen aus eben diesem bestehen und eben diese Eigenschaften tragen; und durch sie, mit deren Merkmalen versehen, ist die gesamte Schar der Wesen entstanden.

tasyopayogo'bhihitaścikitsāṃ prati sarvadā bhūtebhyo hi paraṃ yasmānnāsti cintā cikitsite

Dessen Nutzen wurde im Hinblick auf die Heilkunst stets dargelegt, denn es gibt für den Heilkundigen nichts, was über die Betrachtung der Elemente hinausginge.

yato'bhihitaṃtatsaṃbhavadra vyasamūho bhūtādiruktaḥ bhautikāni cendri yāṇyāyurvede varṇyante tathendri yārthāḥ

Weil dargelegt wurde, dass die Gesamtheit der aus ihm entstehenden Stoffe von den Elementen (*bhūta*) herrührt, werden im Āyurveda auch die aus den Elementen bestehenden Sinnesorgane sowie deren Objekte beschrieben.

bhavati cātra indri yeṇendri yārthaṃ tu svaṃ svaṃ gṛhṇāti mānavaḥ niyataṃ tulyayonitvānnānyenānyamiti sthitiḥ

Dazu heißt es: Der Mensch erfasst mit jedem Sinnesorgan stets nur dessen eigenen, ihm entsprechenden Gegenstand, notwendig, weil beide vom gleichen Ursprung sind; es ist feststehend, dass nicht das eine mit dem anderen erfasst werden kann.

na cāyurvedaśāstreṣūpadiśyante sarvagatāḥ kṣetrajñā nityāśca asarvagateṣu ca kṣetrajñeṣu nityapuruṣakhyāpakān hetūnudāharanti āyurvedaśāstreṣvasarvagatāḥ kṣetrajñā nityāśca tiryagyonimānuṣadeveṣu saṃcaranti dharmādharmanimittaṃ ta ete'numānagrāhyāḥ paramasūkṣmāścetanāvantaḥ śāśvatā lohitaretasoḥ sannipāteṣvabhivyajyante yato'bhihitaṃpañcamahābhūtaśarīrisamavāyaḥ puruṣaḥ iti sa eṣa karmapuruṣaścikitsādhikṛtaḥ

In den Lehrschriften des Āyurveda gelten die Feldkenner nicht als allgegenwärtig, wohl aber als ewig; und für nicht-allgegenwärtige, aber ewige Feldkenner führt man Beweisgründe an, die die Ewigkeit des Puruṣa belegen. In den Lehrschriften des Āyurveda gelten die Feldkenner also als nicht allgegenwärtig und dennoch ewig; sie wandern, bedingt durch Verdienst und Unverdienst (*dharma* und *adharma*), durch Tier-, Menschen- und Götterexistenzen. Sie sind nur durch Schlussfolgerung erfassbar, überaus fein, mit Bewusstsein begabt und immerwährend; sie werden erst im Zusammentreffen von Blut und Samen offenbar. Da gesagt wurde: 'Der Puruṣa ist die Verbindung der fünf großen Elemente (*mahābhūta*) mit dem verkörperten Wesen', ist eben dieser der Handlungs-Puruṣa (*karmapuruṣa*), der Gegenstand der Heilkunst ist.

tasya sukhaduḥkhe icchādveṣau prayatnaḥ prāṇāpānāvunmeṣanimeṣau buddhirmanaḥ saṅkalpo vicāraṇā smṛtirvijñānamadhyavasāyo viṣayopalabdhiśca guṇāḥ

Dessen Eigenschaften sind Lust und Leid, Verlangen und Abneigung, Willensanstrengung, das Einatmen und Ausatmen, das Öffnen und Schließen der Augen, Erkenntnisvermögen (*buddhi*), Denken (*manas*), Wille, Überlegung, Erinnerung, Wissen, Entschlusskraft und die Wahrnehmung der Sinnesobjekte.

sāttvikāstuānṛśaṃsyaṃ saṃvibhāgarucitā titikṣā satyaṃ dharma āstikyaṃ jñānaṃ buddhirmedhā smṛtirdhṛtiranabhiṣaṅgaśca rājasāstu duḥkhabahulatā'ṭanaśīlatā'dhṛti-rahaṅkāra ānṛtikatvamakāruṇayaṃ dambho māno harṣaḥ kāmaḥ krodhaśca tāmasāstu viṣāditvaṃnāstikyamadharmaśīlatā buddhernirodho'jñānaṃ durmedhastvamakarmaśīlatā nidrā lutvaṃ ceti

Sattvisch sind: Mitgefühl, Freude am Teilen, Geduld, Wahrhaftigkeit, Rechtschaffenheit (*dharma*), Gottesglaube, Wissen, Erkenntnisvermögen, Scharfsinn, Erinnerungsvermögen, Standhaftigkeit und Freiheit von Anhaftung. Rajassisch sind: vieles Leiden, Wanderlust, Unbeständigkeit, Ich-Bezogenheit, Unwahrhaftigkeit, Mitleidlosigkeit, Heuchelei, Stolz, Erregung, Begierde und Zorn. Tamassisch sind: Niedergeschlagenheit, Gottlosigkeit, Neigung zum Unrecht, Trübung des Erkenntnisvermögens, Unwissenheit, Stumpfsinn, Untätigkeit, Schlafsucht und Trägheit.

āntarikṣāḥśabdaḥ śabdendri yaṃ sarvacchidra samūho viviktatā ca vāyavyāstu sparśaḥ sparśendri yaṃ sarvaceṣṭāsamūhaḥ sarvaśarīraspandanaṃ laghutā ca taijasāstu rūpaṃ rūpendri yaṃ varṇaḥ santāpo bhrājiṣṇutā paktiramarṣastaikṣṇyaṃ śauryaṃ ca āpyāstu-raso rasanendri yaṃ sarvadra vasamūho gurutā śaityaṃ sneho retaśca pārthivāstu gandhau gandhendri yaṃ sarvamūrtasamūho gurutā ceti

Zum Raum (*ākāśa*) gehören der Ton, das Gehörorgan, die Gesamtheit aller Hohlräume im Körper und die Abgesondertheit. Zum Wind gehören das Tastgefühl, das Tastorgan, die Gesamtheit aller Bewegungen, alles Erzittern des Körpers und die Leichtigkeit. Zum Feuer gehören die Form, das Sehorgan, die Hautfarbe, die Hitze, der Glanz, die Verdauungskraft, die Ungeduld, die Schärfe und der Mut. Zum Wasser gehören der Geschmack, das Geschmacksorgan, die Gesamtheit aller Flüssigkeiten, die Schwere, die Kälte, die Ölhaftigkeit und der Same. Zur Erde gehören der Geruch, das Geruchsorgan, die Gesamtheit aller festen Formen und die Schwere.

tatra sattvabahulamākāśaṃ rajobahulo vāyuḥ sattvarajobahulo'gni sattvatamobahulā āpaḥ tamobahulā pṛthivīti

Darunter ist der Raum reich an *sattva*, der Wind reich an *rajas*, das Feuer reich an *sattva* und *rajas*, das Wasser reich an *sattva* und *tamas*, und die Erde reich an *tamas*.

ślokau cātra bhavata anyo'nyānupraviṣṭāni sarvāṇyetāni nirdiśet sve sve dra vye tu sarveṣāṃ vyaktaṃ lakṣaṇamiṣyate

Dazu gibt es Verse: Man mag zwar sagen, dass all diese Elemente wechselseitig ineinander eingegangen sind, doch gilt als feststehend, dass sich in jedem einzelnen Stoff dessen eigenes Merkmal deutlich zeigt.

aṣṭau prakṛtayaḥ proktā vikārāḥ ṣoḍaśaiva tu kṣetrajñaśca samāsena svatantraparatantrayoḥ

Acht Urgründe wurden genannt und sechzehn Abwandlungen, dazu der Feldkenner – zusammengefasst betreffend das Selbstständige und das Abhängige.

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