Quellen der Menschheit

Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad

Adhyāya 6 Die fünf Feuer, der Wettstreit der Organe und die Zeugung: Das sechste Adhyāya und der Abschluss der Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad

Das sechste und letzte Adhyāya der Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad besteht aus fünf Brāhmaṇas sehr unterschiedlichen Charakters. Es eröffnet mit der berühmten Fünf-Feuer-Lehre (pañcāgni-vidyā, 1): Śvetaketu, der Sohn Uddālaka Āruṇis, kommt zu einer Versammlung der Pañcālas und wird von König Pravāhaṇa Jaivali mit fünf Fragen über den Weg der Verstorbenen konfrontiert, die er nicht zu beantworten weiß. Beschämt kehrt er zu seinem Vater zurück, der sich – da auch er die Antwort nicht kennt – als Schüler (etwas Ungewöhnliches: ein Brahmane, der von einem Kṣatriya lernt) dem König naht. Dieser lehrt ihn, wie Himmel, Regenwolke, Erde, Mann und Frau nacheinander als fünf Feuer verstanden werden können, in die die Götter der Reihe nach Glauben, Soma, Regen, Nahrung und Samen opfern, sodass am Ende ein Mensch entsteht; daran schließt sich die Lehre vom Devayāna (dem Weg der Götter, der zur Nicht-Wiederkehr führt) und vom Pitṛyāṇa (dem Weg der Väter, der zur Wiedergeburt führt) sowie von einem dritten, namenlosen Bereich für kleine Lebewesen an – eine Lehre, die in enger Parallele auch in der Chāndogya-Upaniṣad (5.3–10) überliefert ist. Das zweite Brāhmaṇa (2) erzählt vom Wettstreit der Lebenskräfte (prāṇāḥ) – Rede, Auge, Ohr, Denken und Same – um den Rang des Vortrefflichsten; nacheinander verlassen sie den Körper, der dadurch jeweils schwächer, aber nicht handlungsunfähig wird, bis der Atem (prāṇa) selbst sich anschickt zu gehen und die anderen, die seine wahre Überlegenheit nun erkennen, ihn bitten zu bleiben – woraufhin jede der Kräfte ihm einen Ehrentitel (Vasiṣṭhā, Pratiṣṭhā, Sampad, Āyatana, Prajāti) zum Geschenk macht. Das dritte Brāhmaṇa (3) ist ein ausführlicher ritueller Text für denjenigen, der sich einen bestimmten Wunsch erfüllen möchte (Reichtum, Ansehen unter den Brahmanen, Speise), mit genauen Anweisungen zu Zeit, Gefäßen und Mischtrank (mantha) sowie eingestreuten Versen, darunter Teile der berühmten Sāvitrī/Gāyatrī-Strophe. Das vierte, mit Abstand längste Brāhmaṇa (4) behandelt in ungewöhnlich offener Sprache die Physiologie und Rituale von Geschlechtsverkehr, Empfängnis und Zeugung: die rituelle Gleichsetzung der Frau mit dem Opferfeuer und ihrer Körperteile mit dem Opfergerät (eine enge Parallele zu Chāndogya-Upaniṣad 5.8), Vorschriften für den unwillkürlichen Samenerguss, Zaubersprüche zur Erlangung der Liebe einer Frau, sowie ausführliche Rituale zur Zeugung eines gelehrten, kraftvollen oder gelehrten weiblichen Nachkommens, einschließlich der an den Gandharva Viśvāvasu gerichteten Bitte, die Braut für ihren Gatten freizugeben, und der abschließenden Formeln bei der Geburt eines Sohnes, in denen der Vater den Sohn als sein eigenes, nur 'Sohn' genanntes Selbst anspricht. Den Abschluss des gesamten Werkes bildet die kurze Lehrerreihe (vaṃśa, 5), die – anders als alle vorangehenden Adhyāyas, aber wie die entsprechende Schlussliste am Ende von Adhyāya 2 – aus der Kāṇva- statt der Mādhyandina-Rezension stammt, da die Mādhyandina-Überlieferung an dieser Stelle keine eigene Lehrerliste bewahrt hat. Mit der letzten Kaṇḍikā dieser Liste endet die Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad.

hvetaketurha vā aruṇeyaḥ pañcālānāṃ pariṣadamājagāma sa ājagāma jaivalaṃ pravāhaṇaṃ paricārayamāṇam tamudīkṣyābhyuvādaḥ kumārā3 iti sa bhor3 iti pratiśuśrāvā- -nuśiṣṭo nvasi pitreti omiti hovāca

Śvetaketu, der Sohn des Āruṇi (Āruṇeya), kam einst zu einer Versammlung (pariṣad) der Pañcālas. Dort traf er auf Pravāhaṇa Jaivali, der sich gerade bedienen ließ. Als dieser ihn erblickte, sprach er ihn an: „Knabe!“ – „Ja, Herr (bhoḥ)!“, antwortete er. „Bist du von deinem Vater unterwiesen worden?“ – „Ja (om)“, sprach er.

vettha yathemāḥ prajāḥ prayatyo vipratipadyantā3 iti neti hovāca vettha yathemaṃ lokaṃ punarāpadyantā3 iti neti haivovāca vettha yathāsau loka evaṃ bahubhiḥ punaḥ-punaḥ prayadbhirna sampūryatā3 iti neti haivovāca

„Weißt du, wie diese Geschöpfe (prajāḥ) beim Hinscheiden sich in verschiedene Richtungen trennen?“ – „Nein“, sprach er. „Weißt du, wie sie wieder in diese Welt zurückkehren?“ – „Nein“, sprach er wiederum. „Weißt du, warum jene Welt dort trotz der vielen, die immer wieder dorthin gehen, nicht voll wird?“ – „Nein“, sprach er wiederum.

vettha yatithyāmāhutyāṃ hutāyāmāpaḥ puruṣavāco bhūtvā samutthāya vadantī3 iti neti haivovāca vettho devayānasya vā pathaḥ pratipadaṃ pitṛyāṇasya vā yatkṛtvā devayānaṃ vā panthānaṃ pratipadyante pitṛyāṇaṃ vā

„Weißt du, bei der wievielten Opferspende (āhuti) die Gewässer (āpaḥ), einmal geopfert, zu menschlicher Stimme werden, sich erheben und sprechen?“ – „Nein“, sprach er wiederum. „Kennst du den Zugang zum Weg der Götter (devayāna) oder zum Weg der Väter (pitṛyāṇa) – wodurch man den einen oder den anderen betritt?“

api hi na ṛṣervacaḥ śrutam dve sṛtī aśṛṇavaṃ pitRṇām ahaṃ devānāmuta martyānāṃ tābhyāmidaṃ viśvamejatsameti yadantarā pitaraṃ mātaraṃ ceti nāhamata ekaṃ cana vedeti hovāca

„Habe ich nicht einmal das Wort eines Ṛṣi vernommen: ‚Zwei Pfade habe ich gehört, den der Väter, und, wie ich höre, den der Götter und der Sterblichen; durch diese beiden bewegt sich all dies Bewegliche, was zwischen Vater und Mutter ist [und vereinigt sich].‘ Davon weiß ich nicht ein einziges“, sprach er. [Anm.: Dieser zitierte Vers zählt zu den meistdiskutierten Cruces der Upaniṣad (vgl. die allgemeine Parallele der Devayāna/Pitṛyāṇa-Lehre in Chāndogya-Upaniṣad 5.10, wenn auch nicht in dieser genauen Wortfassung); die genaue syntaktische Zuordnung von „devānām uta martyānām“ sowie der Sinn von „ejat sam eti“ („all dies Bewegliche vereinigt sich/bewegt sich“) bleiben unter den Übersetzern umstritten, auch wenn die Grundaussage – zwei Wege nach dem Tod, von denen der Sprecher seine Unkenntnis eingesteht – klar ist.]

atha hainaṃ vasatyopamantrayāṃ cakre anādṛtya vasatiṃ kumāraḥ pradudrāva sa ājagāma pitaraṃ taṃ hovāceti vāva kila no bhavānpurānuśiṣṭānavoca iti kathaṃ sumedha iti paṅca mā praśnānrājanyabandhuraprākṣīt tato naikaṃ cana vedeti hovāca katame ta itī- -ma iti ha pratīkānyudājahāra

Da lud ihn der König ein zu bleiben (vasati); doch ohne auf die Einladung zu achten, lief der Knabe davon. Er kam zu seinem Vater und sprach zu ihm: „Du hast uns doch früher als wohlunterwiesen bezeichnet!“ – „Wieso das, du Kluger (sumedhas)?“ – „Fünf Fragen hat mich ein Kṣatriya (rājanyabandhu) gestellt; davon weiß ich nicht eine einzige“, sprach er. – „Welche sind das?“ – „Diese“, und er nannte die Stichworte (pratīka) der Fragen.

sa hovācaḥ tathā nastvaṃ tata jānīthā yathā yadahaṃ kiñca veda sarvamahaṃ tattubhamavocam prehi tu tatra pratītya brahmacaryaṃ vatsyāva iti bhavāneva gacChatviti

Er sprach: „So sollst du wissen, mein Sohn (tata): alles, was ich weiß, habe ich dir bereits gesagt. Geh du doch dorthin; wenn wir dort angekommen sind, wollen wir als Schüler (brahmacaryam) leben.“ – „Geh du selbst“, [sprach der Sohn].

sa ājagāma gautamo yatra pravāhaṇasya jaivalerāsa tasmā āsanamāhāryodakaṃ āhārayāṃ cakārātha hāsmā arghaṃ cakāra

Da kam Gautama dorthin, wo Pravāhaṇa Jaivali war. Man brachte ihm einen Sitz und Wasser zur Bewirtung; dann bot man ihm auch die Ehrengabe (arghya) dar.

taṃ hovācaḥ varaṃ bhavate gautamāya dadma iti

Zu ihm sprach jener: „Eine Wunschgabe (vara) wollen wir dir, verehrter Gautama, gewähren.“

sa hovācaḥ pratijñato ma eṣa varo yāṃ tu kumārasyānte vācamabhāṣathāḥ tāṃ me brūhīti

Er sprach: „Diese Gabe ist mir schon zugesagt; doch das Wort, das du zuletzt vor dem Knaben gesprochen hast, das sage mir.“

sa hovācaḥ daiveṣu vai gautama tadvareṣu mānuṣāṇāṃ brūhīti

Er sprach: „Das gehört, o Gautama, zu den göttlichen Wunschgaben, nicht zu denen der Menschen; nenne eine der menschlichen.“

sa hovācaḥ vijñāyate hāsti hiraṇyasyāpāttaṃ goaśvānāṃ dāsīnāṃ pravārāṇāṃ paridhānānāṃ mā no bhavānbahoranantasyāparyantasyābhyavadānyo bhūditi sa vai gautama tīrthenecChasā iti upaimyahaṃ bhavantamiti vācā ha smaiva pūrva upayanti

Er sprach: „Bekannt ist ja, dass es einen Vorrat (āpātta) an Gold gibt, an Rindern und Pferden, an Sklavinnen, an Decken (pravāra) und Gewändern (paridhāna); bei etwas so Großem, Endlosem, Grenzenlosem [wie diesem Wissen] möge der Herr uns gegenüber nicht unfreigebig (abhyavadānya) sein.“ – „Du wünschst dies fürwahr, Gautama, auf die rechte Weise (tīrthena)!“ – „Ich nahe mich dir [als Schüler].“ Mit diesem bloßen Wort pflegten sich die Früheren einem Lehrer zu nähern.

sa hopāyanakīrtā uvāca

Nachdem ihm [dem König] das Ankunftsgeschenk (upāyana) [durch den Schüler] dargebracht worden war, sprach er: [Anm.: upāyana bezeichnet das übliche Geschenk, das ein Schüler bei der ersten Annäherung an einen Lehrer überreicht.]

tathā nastvaṃ gautama māparādhās tava ca pitāmahā yatheyaṃ vidyetaḥ pūrvaṃ na kasmiṃścana brāhmana uvāsa tāṃ tvahaṃ tubhyaṃ vakṣyāmiḥ ko hi tvaivaṃ bruvantamarhati pratyākhyātumiti

„So sollst du, Gautama, uns nichts vorwerfen (mā aparādhāḥ), auch nicht deinen Vorvätern, denn dieses Wissen (vidyā) hat vordem bei keinem Brahmanen gewohnt. Ich werde es dir mitteilen; denn wer könnte dich, der du so sprichst, abweisen?“

asau vai loko'gniḥ gautama tasyāditya eva samid raśmayo dhūmo ahararciś candramā aṅgārā nakṣatrāṇi viṣphuliṅgāḥ tasminnetasminnagnau devāḥ śraddhāṃ juhvati tasyā āhuteḥ somo rājā sambhavati

„Jene Welt dort [der Himmel] ist, Gautama, ein Feuer (agni): die Sonne (āditya) ist sein Brennholz (samidh), die Strahlen sind sein Rauch (dhūma), der Tag ist seine Flamme (arcis), der Mond seine Glutkohlen (aṅgāra), die Sterne seine Funken (viṣphuliṅga). In diesem Feuer opfern die Götter den Glauben (śraddhā); aus dieser Opferspende (āhuti) entsteht König Soma.“

parjanyo vā agniḥ gautama tasya saṃvatsara eva samidabhrāṇi dhūmo vidyudarciraśaniraṅgārā hrādunayo viṣphuliṅgāḥ tasminnetasminnagnau devāḥ somaṃ juhvati tasyā āhutervṛṣṭiḥ sambhavati

„Parjanya [der Gewittergott] ist, Gautama, ein Feuer: das Jahr ist sein Brennholz, die Wolken sind sein Rauch, der Blitz seine Flamme, der Donnerkeil (aśani) seine Glutkohlen, die Donnerschläge (hrāduni) seine Funken. In diesem Feuer opfern die Götter den Soma; aus dieser Opferspende entsteht der Regen.“

ayaṃ vai loko'gniḥ gautama tasya pṛthivyeva samid vāyur dhūmo rātrirarciḥ diśo aṅgārā avantaradiśo nakṣatrāṇi viṣphuliṅgāḥ tasminnetasminnagnau devā vṛṣṭiṃ juhvati tasyā āhuterannaṃ sambhavati

„Diese Welt hier [die Erde] ist, Gautama, ein Feuer: die Erde (pṛthivī) ist ihr Brennholz, der Wind ihr Rauch, die Nacht ihre Flamme, die Himmelsrichtungen ihre Glutkohlen, die Zwischenrichtungen und die Sterne zusammen ihre Funken. In diesem Feuer opfern die Götter den Regen; aus dieser Opferspende entsteht die Speise (anna).“

puruṣo vā agniḥ gautama tasya vyāttameva samit prāṇo dhūmo vāgarciś cakṣuraṅgārāḥ śrotraṃ viṣphuliṅgāḥ tasminnetasminnagnau devā annaṃ juhvati tasyā āhute retaḥ sambhavati

„Der Mensch (puruṣa) ist, Gautama, ein Feuer: der geöffnete Mund (vyātta) ist sein Brennholz, der Atem (prāṇa) sein Rauch, die Rede (vāc) seine Flamme, das Auge (cakṣus) seine Glutkohlen, das Gehör (śrotra) seine Funken. In diesem Feuer opfern die Götter die Speise; aus dieser Opferspende entsteht der Same (retas).“

yoṣā vā āgniḥ gautama tasyā upastha eva samil lomāni dhūmo yonirarciḥ yadantaḥ karoti te'ṅgārā abhinandā viṣphuliṅgāḥ tasminnetasminnagnau devā reto juhvati tasyā āhuteḥ puruṣaḥ sambhavati sa jāyate sa jīvati yāvaj jīvati atha yadā mriyate

„Die Frau (yoṣā) ist, Gautama, ein Feuer: ihr Schoß (upastha) ist ihr Brennholz, die Schamhaare ihr Rauch, die Scheide (yoni) ihre Flamme; was man in ihr tut, sind die Glutkohlen, die Wonnen (abhinandā) die Funken. In diesem Feuer opfern die Götter den Samen; aus dieser Opferspende entsteht der Mensch. Er wird geboren, er lebt, solange er lebt; wenn er dann stirbt –“

tasyāgnirevāgnirbhavati samitsamid dhūmo dhūmo arcirarciraṅgārā aṅgārā viṣphuliṅgā viṣphuliṅgāḥ tasminnetasminnagnau devāḥ puruṣaṃ juhvati tasyā āhuteḥ puruṣo bhāsvaravarṇaḥ sambhavati

Für ihn wird eben dieses [Bestattungs-]Feuer zum Feuer, das Brennholz zum Brennholz, der Rauch zum Rauch, die Flamme zur Flamme, die Glutkohlen zu Glutkohlen, die Funken zu Funken. In diesem Feuer opfern die Götter den Menschen; aus dieser Opferspende entsteht ein Mensch von leuchtender Farbe (bhāsvaravarṇa).

te ya evametadviduḥ ye cāmī araṇye śraddhāṃ satyamupāsate te'rcirabhisambhavanti arciṣo'harahna āpūryamāṇapakṣam āpūryamāṇapakṣādyānṣaṇmāsānudaṅṅ āditya eti māsebhyo devalokaṃ devalokādādityam ādityādvaidyutaṃ tānvaidyutāt puruṣo mānasa etya brahmalokāngamayati te teṣu brahmalokeṣu parāḥ parāvato vasanti teṣāṃ iha na punarāvṛttirasti

Diejenigen nun, die dies so wissen, und jene, die in der Wildnis (araṇya) Glauben (śraddhā) und Wahrheit (satya) verehren, gelangen zur Flamme (arcis): von der Flamme zum Tag, vom Tag zur zunehmenden Monatshälfte, von der zunehmenden Monatshälfte zu den sechs Monaten, in denen die Sonne nordwärts geht, von den Monaten zur Götterwelt (devaloka), von der Götterwelt zur Sonne, von der Sonne zum Blitzbereich (vaidyuta). Von dort führt ein aus dem Geist [entstandener] Mensch (mānasa puruṣa) sie zu den Brahma-Welten (brahmaloka). Sie wohnen in jenen Brahma-Welten in fernster Ferne (parāḥ parāvataḥ); für sie gibt es keine Rückkehr hierher. [Anm.: Die Mādhyandina-Rezension der Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad spricht hier von einem „mānasa puruṣa“ (einem aus dem Geist/Denken entstandenen Menschen); die Parallelstelle Chāndogya-Upaniṣad 5.10.2 nennt an dieser Stelle stattdessen einen „amānava puruṣa“ (einen nicht-menschlichen Menschen) – eine bekannte Variante in der Überlieferung dieser eschatologischen Führergestalt zwischen beiden Texten.]

atha ye yajñena dānena tapasā lokaṃ jayanti te dhūmamabhisambhavanti dhūmādrātriṃ rātrerapakṣīyamāṇapakṣam apakṣīyamāṇapakṣādyānṣaṇmāsāndakṣiṇāditya eti māsebhyaḥ pitṛlokaṃ pitṛlokāccandraṃ te candraṃ prāpyānnaṃ bhavanti tāṃstatra devā yathā somaṃ rājānam āpyāyasva apakṣīyasveti evamenāṃstatra bhakṣayanti teṣāṃ yadā tatparyavaiti athemamevākāśamabhiniṣpadyanta ākāśādvāyuṃ vāyorvṛṣṭiṃ vṛṣṭeḥ pṛthivīṃ te pṛthivīṃ prāpyānnaṃ bhavanti tato yoṣāgnau jāyante lokānpratyuthāyinas ta evamevānuparivartante atha ya etau panthānau na viduḥ te kīṭāḥ pataṅgā yadidaṃ dandaśūkam

Diejenigen aber, die durch Opfer (yajña), Gabe (dāna) und Askese (tapas) eine Welt gewinnen, gelangen zum Rauch (dhūma): vom Rauch zur Nacht, von der Nacht zur abnehmenden Monatshälfte, von der abnehmenden Monatshälfte zu den sechs Monaten, in denen die Sonne südwärts geht, von den Monaten zur Väterwelt (pitṛloka), von der Väterwelt zum Mond. Haben sie den Mond erreicht, werden sie zur Speise; die Götter verzehren sie dort, wie man zu König Soma spricht: „Schwill an! Nimm ab!“ – so verzehren sie sie dort. Geht diese Zeit bei ihnen zu Ende, verwandeln sie sich in eben diesen Raum (ākāśa), aus dem Raum in den Wind, aus dem Wind in den Regen, aus dem Regen in die Erde; haben sie die Erde erreicht, werden sie zur Speise. Von da werden sie im Feuer der Frau wiedergeboren, als solche, die erneut zu den Welten aufsteigen; so kehren sie immer wieder zurück. Diejenigen aber, die diese beiden Wege nicht kennen, werden zu Würmern (kīṭa), Fluginsekten (pataṅga), zu allem, was hier an beißendem Kriechgetier (dandaśūka) existiert.

yo ha vai jyeṣṭhaṃ ca śreṣṭhaṃ ca veda jyeṣṭhaśca śreṣṭhaśca svānāṃ bhavati prāṇo vai jyeṣṭhaśca śreṣṭhaśca jyeṣṭhaśca śreṣṭhaśca svānāṃ bhavati api ca yeṣāṃ bubhūṣati ya evaṃ veda

Wer das Älteste (jyeṣṭha) und Beste (śreṣṭha) kennt, wird der Älteste und Beste der Seinen (svānām). Der Atem (prāṇa) ist das Älteste und Beste; der Älteste und Beste der Seinen wird – und auch derer, für die er es zu werden wünscht (bubhūṣati) –, wer dies so weiß.

yo ha vai vasiṣṭhāṃ veda vasiṣṭhaḥ svānāṃ bhavati vāgvai vasiṣṭhā vasiṣṭhaḥ svānāṃ bhavati ya evaṃ veda

Wer die Vasiṣṭhā (die „Beste“) kennt, wird der Beste (vasiṣṭha) der Seinen. Die Rede (vāc) ist die Vasiṣṭhā; der Beste der Seinen wird, wer dies so weiß.

yo ha vai pratiṣṭhāṃ veda pratitiṣṭhati same pratitiṣṭhati durge cakṣurvai pratiṣṭhā cakṣuṣā hi same ca durge ca pratitiṣṭhati pratitiṣṭhati same pratitiṣṭhati durge ya evaṃ veda

Wer den Halt (pratiṣṭhā) kennt, steht fest auf ebenem Boden wie auf unwegsamem Gelände (durga). Das Auge (cakṣus) ist der Halt; denn mit dem Auge steht man fest, auf ebenem wie auf unwegsamem Boden. Er steht fest, auf ebenem wie auf unwegsamem Boden, wer dies so weiß.

yo ha vai sampadaṃ veda saṃ hāsmai padyate yaṃ kāmaṃ kāmayate śrotraṃ vai sampac Chrotre hīme sarve vedā abhisampannāḥ saṃ hāsmai padyate yaṃ kāmaṃ kāmayate ya evaṃ veda

Wer die Erfüllung (sampad) kennt, dem erfüllt sich, welchen Wunsch er auch hegt. Das Gehör (śrotra) ist die Sampad; denn im Gehör sind alle Veden zusammengekommen (abhisampanna). Ihm erfüllt sich, welchen Wunsch er auch hegt, wer dies so weiß.

yo ha vā āyatanaṃ vedāyatanaṃ svānāṃ bhavati āyatanaṃ janānām mano vā āyatanam āyatanaṃ svānāṃ bhavati āyatanaṃ janānāṃ ya evaṃ veda

Wer den Rückhalt (āyatana) kennt, wird zum Rückhalt der Seinen, zum Rückhalt der Leute (jana). Das Denken (manas) ist der Rückhalt; zum Rückhalt der Seinen und der Leute wird, wer dies so weiß.

yo ha vai prajātiṃ veda prajāyate ha prajayā paśubhī reto vai prajātiḥ prajāyate prajayā paśubhiḥ ya evaṃ veda

Wer die Zeugung (prajāti) kennt, pflanzt sich fort mit Nachkommenschaft (prajā) und Vieh (paśu). Der Same (retas) ist die Prajāti; er pflanzt sich fort mit Nachkommenschaft und Vieh, wer dies so weiß.

te heme prāṇā ahaṃśreyase vivadamānā brahma jagmuḥ ko no vasiṣṭha iti yasminva utkrānta idaṃ śarīraṃ pāpiyo manyate sa vo vasiṣṭha iti

Diese Lebenskräfte (prāṇāḥ) stritten einst miteinander um den Vorrang – wer von ihnen der Bessere sei – und gingen zu Brahman: „Wer von uns ist der Beste (vasiṣṭha)?“ Brahman sprach: „Bei wessen Weggang dieser Körper (śarīra) am schlechtesten dasteht, der von euch ist der Beste.“

vāgghoccakrāma sā saṃvatsaraṃ proṣyāgatyovācaḥ kathamaśakata madṛte jīvitumiti te hocuḥ yathā kaḍā avadanto vācā prāṇantaḥ prāṇena paśyantaścakṣuṣā śṛṇvantaḥ śrotreṇa vidvāṃso manasā prajāyamānā retasaivamajīviṣmeti praviveśa ha vāk

Die Rede (vāc) ging fort. Nach einem Jahr kehrte sie zurück und sprach: „Wie habt ihr es ohne mich zu leben vermocht?“ Sie sprachen: „Wie die Stummen (kaḍāḥ), ohne mit der Rede zu sprechen, doch atmend mit dem Atem, sehend mit dem Auge, hörend mit dem Gehör, denkend mit dem Denken, uns fortpflanzend mit dem Samen – so haben wir gelebt.“ Da kehrte die Rede [in den Leib] zurück.

cakṣurhoccakrāma tatsaṃvatsaraṃ proṣyāgatyovācaḥ kathamaśakata madṛte jīvitumiti te hocuḥ yathāndhā apaśyantaścakṣuṣā prāṇantaḥ prāṇena vadanto vācā śṛṇvantaḥ śrotreṇa vidvāṃso manasā prajāyamānā retasaivamajīviṣmeti praviveśa ha cakṣuḥ

Das Auge (cakṣus) ging fort. Nach einem Jahr kehrte es zurück und sprach: „Wie habt ihr es ohne mich zu leben vermocht?“ Sie sprachen: „Wie die Blinden, ohne mit dem Auge zu sehen, doch atmend mit dem Atem, sprechend mit der Rede, hörend mit dem Gehör, denkend mit dem Denken, uns fortpflanzend mit dem Samen – so haben wir gelebt.“ Da kehrte das Auge zurück.

śrotraṃ hoccakrāma tatsaṃvatsaraṃ proṣyāgatyovācaḥ kathamaśakata madṛte jīvitumiti te hocuḥ yathā badhirā aśṛṇvantaḥ śrotreṇa prāṇantaḥ prāṇena vadanto vācā paśyantaścakṣuṣā vidvāṃso manasā prajāyamānā retasaivamajīviṣmeti praviveśa ha śrotram

Das Gehör (śrotra) ging fort. Nach einem Jahr kehrte es zurück und sprach: „Wie habt ihr es ohne mich zu leben vermocht?“ Sie sprachen: „Wie die Tauben, ohne mit dem Gehör zu hören, doch atmend mit dem Atem, sprechend mit der Rede, sehend mit dem Auge, denkend mit dem Denken, uns fortpflanzend mit dem Samen – so haben wir gelebt.“ Da kehrte das Gehör zurück.

mano hoccakrāma tatsaṃvatsaraṃ proṣyāgatyovācaḥ kathamaśakata madṛte jīvitumiti te hocuḥ yathā mugdhā avidvāṃso manasā prāṇantaḥ prāṇena vadanto vācā paśyantaścakṣuṣā śṛṇvantaḥ śrotreṇa prajāyamānā retasaivamajīviṣmeti praviveśa ha manaḥ

Das Denken (manas) ging fort. Nach einem Jahr kehrte es zurück und sprach: „Wie habt ihr es ohne mich zu leben vermocht?“ Sie sprachen: „Wie die Törichten (mugdhāḥ), ohne mit dem Denken zu wissen, doch atmend mit dem Atem, sprechend mit der Rede, sehend mit dem Auge, hörend mit dem Gehör, uns fortpflanzend mit dem Samen – so haben wir gelebt.“ Da kehrte das Denken zurück.

reto hoccakrāma tatsaṃvatsaraṃ proṣyāgatyovācaḥ kathamaśakata madṛte jīvitumiti te hocuḥ yathā klībā aprajāyamānā retāsā prāṇantaḥ prāṇena vadanto vācā paśyantaścakṣuṣā śṛṇvantaḥ śrotreṇa vidvāṃso manasaivamajīviṣmeti praviveśa ha retaḥ

Der Same (retas) ging fort. Nach einem Jahr kehrte er zurück und sprach: „Wie habt ihr es ohne mich zu leben vermocht?“ Sie sprachen: „Wie die Zeugungsunfähigen (klībāḥ), ohne uns mit dem Samen fortzupflanzen, doch atmend mit dem Atem, sprechend mit der Rede, sehend mit dem Auge, hörend mit dem Gehör, denkend mit dem Denken – so haben wir gelebt.“ Da kehrte der Same zurück.

atha ha prāṇa utkramiṣyan yathā mahāsuhayaḥ saindhavaḥ paḍvīśaśaṅkhūntsaṃvṛhedevaṃ haivemānprāṇāntsaṃvavarha te hocuḥ mā bhagava utkramīḥ na vai śakṣyāmastvadṛte jīvitumiti tasyo me baliṃ kuruteti tatheti

Als aber der [Haupt-]Atem (prāṇa) im Begriff war fortzugehen, riss er diese anderen Lebenskräfte mit sich fort, wie ein großes, edles Pferd aus dem Sindhu-Land (saindhava) die Pflöcke seiner Fußfessel (paḍvīśaśaṅku) herausreißen würde. Da sprachen sie: „Geh nicht fort, Herr (bhagavaḥ)! Wir werden nicht imstande sein, ohne dich zu leben.“ – „So erweist mir eine Huldigungsgabe (bali)!“ – „So sei es.“

sā ha vāguvācaḥ yadvā ahaṃ vasiṣṭhāsmi tvaṃ tadvasiṣṭho'sīti cakṣur yadvā ahaṃ pratiṣṭhāsmi tvaṃ tatpratiṣṭho 'sīti śrotraṃ yadvā ahaṃ sampadasmi tvaṃ tatsampadasīti mano yadvā ahamāyatanamasmi tvaṃ tadāyatanamasīti reto yadvā ahaṃ prajātirasmi tvaṃ tatprajātirasīti tasyo me kimannaṃ kiṃ vāsa iti yadidaṃ kiṅcā śvabhya ā krimibhya ā kīṭapataṅgebhyaḥ tatte'nnam āpo vāsa iti na ha vā asyānannaṃ jagdhaṃ bhavati nānannaṃ pratigṛhītaṃ ya evametadanasyānnaṃ veda

Da sprach die Rede: „Was ich, die Vasiṣṭhā, bin, das bist du, der Vasiṣṭha.“ Das Auge: „Was ich, die Pratiṣṭhā, bin, das bist du, der Pratiṣṭha.“ Das Gehör: „Was ich, die Sampad, bin, das bist du, die Sampad.“ Das Denken: „Was ich, die Āyatana, bin, das bist du, die Āyatana.“ Der Same: „Was ich, die Prajāti, bin, das bist du, die Prajāti.“ Da fragte der Atem: „Was ist denn meine Speise (anna), was meine Kleidung (vāsas)?“ – „Was immer es hier gibt, bis hin zu den Hunden, den Würmern, den Käfern und Fluginsekten – das ist deine Speise, das Wasser deine Kleidung.“ Wahrlich, für ihn wird nichts Ungeeignetes gegessen, nichts Ungeeignetes angenommen, wer so die Speise des Nicht-Essenden (des Atems, prāṇa) kennt. [Anm.: Gemeint ist der prāṇa, der – anders als die übrigen Organe – nicht im gewöhnlichen Sinn „isst“; vgl. die Atem-Lehre dieser Upaniṣad, etwa 1.3 sowie Brāhmaṇa 1 dieses Adhyāya.]

tadvidvāṃsaḥ śrotriyā aśiṣyanta ācāmanti aśitvācāmanti etameva tadannamanagnaṃ kurvanto manyante tasmādevaṃvidaśiṣyanācamedaśitvācamed etameva tadanamanagnaṃ kurute

Dies wissend, pflegten die Vedakundigen (śrotriya) [rituell den Mund] zu spülen: Sie spülen vor dem Essen, und nach dem Essen spülen sie wieder; eben dadurch, so meinen sie, machen sie diese Speise „bekleidet“ (an-agna, nicht nackt). Deshalb soll, wer dies weiß, vor dem Essen den Mund spülen (ācāmet) und nach dem Essen wieder spülen; eben dadurch macht er diese Speise „bekleidet“. [Anm.: Die genaue Verbform „aśiṣyanta“ und der genaue Sinn von „anagnam“ in dieser Passage zum rituellen Mundspülen (ācamana) entziehen sich einer ganz sicheren Deutung; hier wiedergegeben nach der gängigsten Auffassung, wonach man die Speise durch das Spülen rituell „bekleidet“.]

sa yaḥ kāmayateḥ mahatprāpnuyāmiti udagayana āpūryamāṇapakṣe puṇyāhe dvādaśāhamupasadvratī bhūtvaudumbare kaṃse camase vā sarvauṣadhaṃ phalānīti sambhṛtya parisamuhya parilipyāgnimupasamādhāyāvṛtājyaṃ saṃskṛtya puṃsā nakṣatreṇa manthaṃ sannīya juhotiḥ

Wer wünscht: „Möge ich Großes erlangen“, der soll in der Nordwendung [der Sonne] (udagayana), in der zunehmenden Monatshälfte, an einem günstigen Tag (puṇyāha), zwölf Tage lang das Gelübde der Upasad (upasadvrata) haltend, alle Heilkräuter (sarvauṣadha) und Früchte in einer Schale (kaṃsa) oder einem Becher (camasa) aus Udumbara-Holz zusammengetragen, [den Platz ringsum] gekehrt und beschmiert, das Feuer aufgeschichtet, geklärtes, [rituell] zubereitetes Schmalz (āvṛtājya) hergerichtet und unter einem männlichen Sternbild (puṃnakṣatra) den Mischtrank (mantha) angerührt haben – dann opfert er (juhoti). [Anm.: kaṃsa und camasa sind zwei nahezu gleichbedeutende vedische Bezeichnungen für ein (hier aus Udumbara-Holz gefertigtes) Opfergefäß – eine Schale bzw. ein Becher; camasa bezeichnet auch an anderer Stelle (6.3.20) dieses hölzerne Trinkgefäß, kaṃsa kann sonst auch eine Metallschale bezeichnen.]

yāvanto devāstvayi jātavedaḥ tiryaṅco ghnanti puruṣasya kāmān tebhyo'haṃ bhāgadheyaṃ juhomi te mā tṛptāḥ kāmaistarpayantu svāhā

„So viele Götter in dir, o Jātavedas [Agni], die die Wünsche des Menschen quer durchkreuzen und vereiteln (ghnanti) – ihnen opfere ich ihren Anteil (bhāgadheya); mögen sie, gesättigt, mich mit meinen Wünschen sättigen! Svāhā!“

yā tiraścī nipadyaserahaṃ vidharaṇī iti tāṃ tvā ghṛtasya dhārayā yaje saṃrādhanīmahaṃ svāhā prajāyate na tvadetānyanya iti tṛtīyaṃ juhoti

„Die du dich quer (tiraścī) hinlegst, du Widerhaltende (vidharaṇī) – dich verehre ich mit einem Strom von Schmalz (ghṛtasya dhārā), dich, die Erfolg-Verleihende (saṃrādhanī)! Svāhā! Nicht durch dich soll sich ein anderer fortpflanzen außer mir.“ Ein drittes Mal opfert er dies. [Anm.: Die Adressatin dieses Verses ist am ehesten die Opferflamme oder eine personifizierte Kraft des Opferfeuers (möglicherweise eine Erscheinungsform der Svāhā oder der Agni-Flamme, die „quer“ zwischen den Glutkohlen liegt) – vidharaṇī „Widerhaltende“ und saṃrādhanī „Erfolg-Verleihende“ als ihre Beinamen –, doch der genaue Referent wird im Text selbst nicht ausdrücklich genannt.]

jyeṣṭhāya svāhā śreṣṭhāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati prāṇāya svāhā vasiṣṭhāyai svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati vāce svāhā pratiṣṭhāyai svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati cakṣuṣe svāhā sampade svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati śrotrāya svāhāyatanāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati manase svāhā prajātyai svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati retase svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati

„Dem Ältesten (jyeṣṭha) – Svāhā! Dem Besten (śreṣṭha) – Svāhā!“ – so opfert er ins Feuer und gießt den Opferrest (saṃsrava) in den Mischtrank zurück. „Dem Atem (prāṇa) – Svāhā! Der Vasiṣṭhā – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Der Rede (vāc) – Svāhā! Der Pratiṣṭhā – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Dem Auge (cakṣus) – Svāhā! Der Sampad – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Dem Gehör (śrotra) – Svāhā! Der Āyatana – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Dem Denken (manas) – Svāhā! Der Prajāti – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Dem Samen (retas) – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. [Anm.: Auffällig verschoben gegenüber Brāhmaṇa 2, Kaṇḍikā 14: Dort war vāc=Vasiṣṭhā, cakṣus=Pratiṣṭhā, śrotra=Sampad, manas=Āyatana, retas=Prajāti. Hier erhält jedes Organ den Ehrennamen, der dort dem jeweils folgenden Organ zugeordnet war, wobei der Atem (prāṇa) neu an die Spitze der Kette gesetzt wird. Diese durchgängige, systematische Verschiebung um eine Stelle ist kaum ein Schreibfehler, sondern sehr wahrscheinlich eine bewusste rituell-mystische Verkettungstechnik, die diese Opferhandlung mit der Organlehre aus Brāhmaṇa 2 verknüpft.]

bhūtāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati bhaviṣyate svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati viśvāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati sarvāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati pṛthivyai svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati antarikṣāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati dive svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati digbhyaḥ svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati brahmaṇe svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati kṣatrāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati

„Dem Gewesenen (bhūta) – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Dem Zukünftigen (bhaviṣyat) – Svāhā!“ – ebenso. „Dem All (viśva) – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Gesamten (sarva) – Svāhā!“ – ebenso. „Der Erde (pṛthivī) – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Luftraum (antarikṣa) – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Himmel (div) – Svāhā!“ – ebenso. „Den Himmelsrichtungen (diśaḥ) – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Brahman [der Priesterschaft] – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Kṣatra [der Herrschermacht] – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank.

bhūḥ svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati bhuvaḥ svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati svaḥ svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati bhūrbhuvaḥ svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati

„Bhūḥ – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Bhuvaḥ – Svāhā!“ – ebenso. „Svaḥ – Svāhā!“ – ebenso. „Bhūr-Bhuvaḥ-Svaḥ – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank.

agnaye svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati somāya svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati tejase svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati śriyai svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati lakṣmyai svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati savitre svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati sarasvatyai svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati viśvebhyo devebhyaḥ svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati prajāpataye svāheti agnau hutvā manthe saṃsravamavanayati

„Dem Agni – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank. „Dem Soma – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Glanz (tejas) – Svāhā!“ – ebenso. „Der Śrī [dem Glück und der Schönheit] – Svāhā!“ – ebenso. „Der Lakṣmī [dem Wohlstand] – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Savitṛ – Svāhā!“ – ebenso. „Der Sarasvatī – Svāhā!“ – ebenso. „Allen Göttern (viśve devāḥ) – Svāhā!“ – ebenso. „Dem Prajāpati – Svāhā!“ – ins Feuer geopfert, gießt er den Rest in den Mischtrank.

athainamabhimṛśatiḥ bhram asi jvaladasi pūrṇamasi prastabdhamasi ekasabhamasi hiṅkṛtamasi hiṅkriyamānamasi udgīthamasi udgīyamānamasi śrāvitamasi pratyāśrāvitamasi ārdre sandīptamasi vibhūrasi prabhūrasi jyotirasi annamasi nidhanamasi saṃvargo'sīti

Dann berührt er ihn [den Mischtrank] und spricht: „Du bist das Wirbeln (bhrama), du bist der Lodernde (jvalat), du bist der Volle (pūrṇa), du bist der Gestützte (prastabdha), du bist die Eine Versammlung (ekasabha), du bist der Hiṅkāra-Ruf (hiṅkṛta), du bist der [gerade erklingende] Hiṅkāra-Ruf (hiṅkriyamāṇa), du bist der Udgītha[-Gesang], du bist der [gerade] gesungene Udgītha, du bist der Verkündete (śrāvita), du bist der Wiederverkündete (pratyāśrāvita), du bist der im Feuchten Erglühte (ārdre sandīpta), du bist der Ausgedehnte (vibhū), du bist der Hervorbringende (prabhū), du bist das Licht (jyotis), du bist die Speise (anna), du bist das Ende (nidhana), du bist der Einsammler (saṃvarga).“ [Anm.: Diese dichte Epithetenreihe schöpft aus dem technischen Vokabular des Sāmaveda-Gesangs (hiṅkāra, udgītha), das hier mystisch auf den Mischtrank übertragen wird; mehrere Einzelausdrücke (bhram asi, ekasabham asi, saṃvargaḥ) besitzen keine vollständig gesicherte Übersetzung.]

athainamudyacChati āmo'sy āmaṃ hi te mayi sa hi rājeśāno'dhipatiḥ sa māṃ rājeśano'dhipatiṃ karotviti

Dann hebt er ihn hoch und spricht: „Du bist der Rohe (āma); denn das Rohe ist ja das Deine in mir. Er ist ja der König, der Herrschende, der Gebieter (rājā īśānaḥ adhipatiḥ) – er möge mich zum König, Herrschenden, Gebieter machen.“ [Anm.: Der genaue Referent von „āmaṃ hi te mayi“ („das Rohe ist dein in mir“) ist nicht ganz klar – gemeint sein könnte die noch nicht umgewandelte, ungegorene Substanz der Opfergabe oder ein Anspruch auf gemeinsame Identität von Opferndem und Trank –, doch der Grundsinn des Verses, die Beanspruchung von Königtum und Herrschaft durch Identifikation mit dem Trank, ist eindeutig.]

athainamācāmatiḥ tatṣaviturvareṇyaṃ madhu vātā ṛtāyate madhu kṣaranti sindhavo mādhvīrnaḥ santvoṣadhīḥ bhūḥ svāhā

Dann trinkt er davon und spricht: „Das Verehrungswürdige (vareṇya) des Savitṛ [wollen wir betrachten] – honigsüß wehen die Winde dem, der nach der Wahrheit (ṛta) strebt, honigsüß triefen die Ströme, honigsüß mögen uns die Pflanzen sein. Bhūḥ – Svāhā!“

bhargo devasya dhīmahi madhu naktamutoṣaso madhumatpārthivaṃ rajo madhu dyaurastu naḥ pitā bhuvaḥ svāhā

„…den Glanz (bhargas) des Gottes wollen wir betrachten (dhīmahi) – honigsüß seien Nacht und Morgenröten, honigsüß der irdische Luftraum (rajas), honigsüß sei uns der Himmel, der Vater. Bhuvaḥ – Svāhā!“

dhiyo yo naḥ pracodayād madhumānno vanaspatiḥ madhumāṃ2 astu sūryo mādhvīrgavo bhavantu naḥ svaḥ svāheti sarvāṃ ca sāvitrīmanvāha sarvāśca madhumatīḥ sarvāśca vyāhṛtīr ahamevedaṃ sarvaṃ bhūyāsam bhūrbhuvaḥ svaḥ svāheti antata ācamya prakṣālya pāṇī jaghanenāgniṃ prākṣirāḥ saṃviśati

„…der unsere Gedanken anregen möge (pracodayāt) – honigsüß sei uns der Waldherr, der Baum (vanaspati), honigsüß sei die Sonne, honigsüß mögen uns die Kühe sein. Svaḥ – Svāhā!“ So spricht er die ganze Sāvitrī [die Gāyatrī-Strophe], alle Honig-Verse (madhu) und alle Vyāhṛtis: „Ich selbst möge dieses Ganze werden – Bhūḥ, Bhuvaḥ, Svaḥ – Svāhā!“ Zuletzt, nachdem er [Wasser] geschlürft (ācamya) und die Hände gewaschen hat, legt sich der Opfernde hinter dem Feuer nieder, das Haupt nach Osten gerichtet (prākśiras).

prātarādityamupatiṣṭhateḥ diśāmekapuṇḍarīkamasi ahaṃ manuṣyāṇāmekapuṇḍarīkaṃ bhūyāsamiti yathetametya jaghanenāgnimāsīno vaṃśaṃ japatiḥ

Am Morgen tritt er vor die Sonne (āditya) hin und spricht: „Du bist die einzige Lotusblüte (ekapuṇḍarīka) der Himmelsrichtungen; ich möge die einzige Lotusblüte der Menschen werden.“ Zurückgekommen, murmelt er, hinter dem Feuer sitzend, die Lehrerreihe (vaṃśa).

taṃ haitamūddālaka āruṇirvājasaneyāya yājñavalkyāyāntevāsina uktvovācāpi ya enaṃ śuṣke sthāṇau niṣiṅced jāyerañcākhāḥ praroheyuḥ palāśānīti

Dies hat Uddālaka Āruṇi seinem Schüler (antevāsin) Yājñavalkya Vājasaneya mitgeteilt und dazu gesagt: „Selbst wenn man dies auf einen dürren Baumstumpf (śuṣka sthāṇu) gösse – Zweige (śākhāḥ) würden ihm entsprießen, Blätter (palāśāni) hervorwachsen!“

etamu haiva vājasaneyo yājnavalkyo madhukāya paiṅgyāyāntevāsina uktvovācāpi ya enaṃ śuṣke sthāṇau niṣiṅced jāyerañcākhāḥ praroheyuḥ palāśānīti

Eben dies hat Yājñavalkya Vājasaneya seinem Schüler Madhuka Paiṅgya mitgeteilt und dazu gesagt: „Selbst wenn man dies auf einen dürren Baumstumpf gösse – Zweige würden ihm entsprießen, Blätter hervorwachsen!“

etamu haiva madhukaḥ paiṅgyaścūḍāya bhāgavittaye'ntevāsina uktvovācāpi ya enaṃ śuṣke sthāṇau niṣiṅced jāyerañcākhāḥ praroheyuḥ palāśānīti

Eben dies hat Madhuka Paiṅgya seinem Schüler Cūḍa Bhāgavitti mitgeteilt und dazu gesagt: „Selbst wenn man dies auf einen dürren Baumstumpf gösse – Zweige würden ihm entsprießen, Blätter hervorwachsen!“

etamu haiva cūḍo bhāgavittirjānakaya ayasthūṇāyāntevāsina uktvovācāpi ya enaṃ śuṣke sthāṇau niṣiṅced jāyerañcākhāḥ praroheyuḥ palāśānīti

Eben dies hat Cūḍa Bhāgavitti seinem Schüler Jānaki Āyasthūṇa mitgeteilt und dazu gesagt: „Selbst wenn man dies auf einen dürren Baumstumpf gösse – Zweige würden ihm entsprießen, Blätter hervorwachsen!“

etamu haiva jānakirāyasthūṇaḥ ṣatyakāmāya jābālāyāntevāsina uktvovācāpi ya enaṃ śuṣke sthāṇau niṣiṅced jāyerañcākhāḥ praroheyuḥ palāśānīti

Eben dies hat Jānaki Āyasthūṇa seinem Schüler Satyakāma Jābāla mitgeteilt und dazu gesagt: „Selbst wenn man dies auf einen dürren Baumstumpf gösse – Zweige würden ihm entsprießen, Blätter hervorwachsen!“

etamu haiva ṣatyakāmo jābālo'ntevāsibhya uktvovācāpi ya enaṃ śuṣke sthāṇau niṣiṅced jāyerañcākhāḥ praroheyuḥ palāśānīti tametaṃ nāputrāya vānantevāsine vā brūyāt

Eben dies hat Satyakāma Jābāla seinen Schülern mitgeteilt und dazu gesagt: „Selbst wenn man dies auf einen dürren Baumstumpf gösse – Zweige würden ihm entsprießen, Blätter hervorwachsen!“ Diese Lehre soll man niemandem mitteilen, der nicht der Sohn oder der Schüler ist.

caturaudumbaro bhavati audumbaraścamasa audumbaraḥ sruva audumbara idhma audumbaryā upamanthanyau

Vierfach ist das Gerät aus Udumbara-Holz: aus Udumbara-Holz die Schale (camasa), aus Udumbara-Holz der Opferlöffel (sruva), aus Udumbara-Holz das Brennholz (idhma), aus Udumbara-Holz die beiden Quirlstäbe (upamanthanī).

daśa grāmyāṇi dhānyāni bhavantiḥ vrīhiyavāstilamāṣā aṇupriyaṅgavo godhūmāśca masūrāśca khalvāśca khalakulāśca tāntsārdhaṃ piṣṭvā dadhnā madhunā ghṛtenopasiṅcaty ājyasya juhoti

Zehn sind die Kulturgetreide(-arten) (grāmya dhānya): Reis (vrīhi), Gerste (yava), Sesam (tila), Bohnen (māṣa), Hirse (aṇu), Rispenhirse (priyaṅgu), Weizen (godhūma), Linsen (masūra), Wicken (khalva) und Erbsen (khalakula). Diese zusammen zermahlen, besprengt er sie mit Dickmilch (dadhi), Honig (madhu) und Schmalz (ghṛta); vom geklärten Schmalz (ājya) opfert er. [Anm.: Die genaue botanische Identität von aṇu, khalva und khalakula ist nicht vollständig gesichert, wenngleich der allgemeine Sinn – „zehn Kulturgetreide und Hülsenfrüchte“ – klar ist.]

eṣāṃ vai bhūtānāṃ pṛthivī rasaḥ pṛthivyā āpo apāmoṣadhaya oṣadhīnāṃ puṣpāṇi puṣpāṇāṃ phalāni phalānāṃ puruṣaḥ puruṣasya retaḥ

Von diesen Wesen ist die Erde der Saft (rasa); von der Erde die Gewässer (āpaḥ); von den Gewässern die Pflanzen (oṣadhi); von den Pflanzen die Blüten (puṣpa); von den Blüten die Früchte (phala); von den Früchten der Mensch (puruṣa); und von dem Menschen der Same (retas).

sa ha prajāpatirīkṣāṃ cakreḥ hantāsmai pratiṣṭhāṃ kalpayānīti sa striyaṃ sasṛje tāṃ sṛṣṭvādha upāstaḥ tasmātstriyamadha upāsīta śrīrhyeśā sa etaṃ prāṅcaṃ grāvāṇamātmana eva samudapārayat tenaināmabhyasṛjata

Da überlegte (īkṣāṃ cakre) Prajāpati: 'Wohlan, ich will ihm eine Grundlage (pratiṣṭhā) bereiten.' Da schuf er die Frau. Nachdem er sie geschaffen hatte, verehrte er sie von unten her (adha upāsta); darum soll man die Frau von unten her verehren, denn sie ist Glanz (śrī). Er ließ diesen nach vorn gerichteten Preßstein (grāvan) aus sich selbst hervortreten (samudapārayat) und befruchtete (abhyasṛjata) sie mit ihm. [Anm.: 'samudapārayat' ist eine seltene kausative Bildung zu √pṛ ('hinüberbringen'; sam-ud-ā-pāray-) und wird hier im Sinne von 'hervorbringen, hervortreten lassen' verstanden.]

tasyā vedirupastho lomāni barhiś carmādhiṣavaṇe samiddho madhyatastau muṣkau sa yāvānha vai vājapeyena yajamanasya loko bhavati tāvānasya loko bhavati ya evaṃ vidvānadhopahāsaṃ carati ā sa strīṇāṃ sukṛtaṃ vṛṅkte atha ya idamavidvānadhopahāsaṃ carati āsya striyaḥ sukṛtaṃ vṛṅjate

Ihre Scham (upastha) ist der Opferaltar (vedi), die Schamhaare sind das Opferstreu (barhis), die Haut ist [wie] die Preßstein-Unterlage (adhiṣavaṇa); in der Mitte sind die beiden Schamlippen (muṣkau) das entflammte [Feuer] (samiddha). Wie groß die Welt dessen ist, der mit dem Vājapeya-Opfer opfert, so groß ist die Welt dessen, der dies wissend den ehelichen Verkehr (adhopahāsa, wörtlich 'das Scherzen von unten') vollzieht: Er zieht sich das gute Werk (sukṛta) der Frauen zu. Wer aber dies vollzieht, ohne es zu wissen, dessen gutes Werk ziehen die Frauen an sich. [Anm.: 'muṣkau' bedeutet wörtlich 'die beiden Hoden', wird hier aber anatomisch auf die weiblichen Schamlippen übertragen und setzt damit die in diesem Abschnitt durchgeführte Gleichsetzung der Frau mit dem Opferfeuer fort (vgl. die Parallele Chāndogya-Upaniṣad 5.8).]

etaddha sma vai tadvidvānūddālaka ārunirāhaitaddha sma vai tadvidvānṇāko maudgalya āhaitaddha sma vai tadvidvānkumārahārita āhaḥ bahavo maryā brāhmanāyanā nirindriyā visukṛto'smāl lokātprayanti ya idamavidvāṃso'dhopahāsaṃ carantīti

Dies pflegte Uddālaka Āruṇi, dies wissend, zu sagen; dies pflegte Nāka Maudgalya, dies wissend, zu sagen; dies pflegte Kumāraharita, dies wissend, zu sagen: 'Viele Männer (marya), Söhne von Brahmanen (brāhmaṇāyana), gehen kraftlos (nirindriya) und ohne gutes Werk (visukṛt) von dieser Welt fort – nämlich jene, die den ehelichen Verkehr vollziehen, ohne dies zu wissen.'

bahu vā idaṃ suptasya vā jāgrato vā retaḥ skandati

Viel von diesem Samen (retas) fließt dem Schlafenden wie dem Wachenden unwillkürlich ab (skandati).

tadabhimṛśedanu vā mantrayetaḥ yanme'dya retaḥ pṛthivīmaskāntsīd yadoṣadhīrapyasarad yadapa idamahaṃ tadreta ādade punarmāmaitu indriyaṃ punastejaḥ punarbhagaḥ punaragnayo dhiṣṇyā yathāsthānaṃ kalpantāmityanāmikāṅguṣṭhābhyāmādāyāntareṇa stanau vā bhruvau vā nimṛjyāt

Das soll er berühren (abhimṛśet) oder darüber den Spruch sprechen: 'Was von meinem Samen heute auf die Erde gefallen ist, was zu den Pflanzen hingeeilt ist, was zu den Gewässern gefallen ist – diesen Samen nehme ich zurück: Wieder komme zu mir die Kraft (indriya), wieder der Glanz (tejas), wieder das Glück (bhaga); wieder mögen die Feuer sich an ihrem Platz (dhiṣṇya) einrichten, wie es ihre Stätte ist.' Mit dem Ringfinger und dem Daumen soll er den Samen aufnehmen und ihn zwischen seinen eigenen Brüsten oder Augenbrauen abwischen.

atha yadyudaka ātmānaṃ paśyet tadabhimantrayetaḥ mayi teja indriyaṃ yaśo draviṇaṃ sukṛtamiti

Wenn er sich aber selbst im Wasser gespiegelt sähe, so soll er darüber den Spruch sprechen: 'In mir seien Glanz, Kraft, Ruhm (yaśas), Reichtum (draviṇa) und gutes Werk (sukṛta).'

śrīrha vā eṣā strīṇāṃ yanmalodvāsāḥ tasmānmalodvāsasaṃ yaśasvinīmabhikramyopamantrayeta

Glanz (śrī) der Frauen ist es, wenn sie ihr Schmutzgewand [nach der Regel] abgelegt hat (malodvāsas). Darum soll man sie, sobald sie den Schmutz abgelegt hat, als die Ruhmvolle (yaśasvinī) aufsuchen (abhikramya) und ansprechen (upamantrayeta).

sā cedasmai na dadyāt kāmamenāmapakriṇīyāt sā cedasmai naiva dadyāt kāmamenāṃ yaṣṭyā vā pāṇinā vopahatyātikrāmed indriyena te yaśasā yaśa ādada ityayaśā eva bhavati

Wenn sie ihm nicht willfahren würde, so möge er sie nach Belieben durch Geschenke für sich gewinnen (apakriṇīyāt, wörtlich 'loskaufen'). Wenn sie ihm auch dann nicht willfahren würde, so möge er sie mit einem Stock oder mit der Hand schlagen und überwältigen, mit den Worten: 'Mit Kraft (indriya), mit Ruhm (yaśas) nehme ich dir den Ruhm' – so wird sie ruhmlos (ayaśā).

sa yāmicChet kāmayeta meti tasyāmarthaṃ niṣṭhāpya mukhena mukhaṃ sandhāyopasthamasyā abhimṛśya japedaṅgādaṅgātsambhavasi hṛdayādadhijāyase sa tvamaṅgakaṣāyo'si digdhaviddhāmiva mādayeti

Wenn er wünscht: 'Sie soll mich lieben (kāmayeta)' – so soll er, nachdem er in ihr sein Anliegen (artha) zur Vollendung gebracht hat (niṣṭhāpya), Mund an Mund gefügt und ihre Scham (upastha) berührt hat, murmeln (japet): 'Aus jedem Glied (aṅga) entstehst du, aus dem Herzen wirst du geboren; du bist der Gliederauszug (aṅgakaṣāya); mache mich trunken (mādaya), wie eine von [Gift] Getroffene (digdhaviddhā)!' [Anm.: Die beiden Mantra-Ausdrücke 'aṅgakaṣāyaḥ' ('Auszug/Essenz der Glieder') und 'digdhaviddhām' ('wie eine von einem vergifteten Geschoß Getroffene') sind lexikalisch schwierig; sie werden hier nach ihrer plausibelsten etymologischen Deutung wiedergegeben, ohne dass diese vollständig gesichert wäre.]

atha yāmicChed na garbhaṃ dadhīteti tasyāmarthaṃ niṣṭhāpya mukhena mukhaṃ sandhāyābhiprāṇyāpānyādindriyeṇa te retasā reta ādada ityaretā eva bhavati

Wenn er aber bei einer Frau wünscht: 'Sie soll nicht schwanger werden' – so soll er, nachdem er in ihr sein Anliegen zur Vollendung gebracht hat, Mund an Mund gefügt, ausgeatmet (abhiprāṇya) und eingeatmet (apānya) haben und sprechen: 'Mit Kraft nehme ich dir vom Samen den Samen' – so wird sie samenlos (aretā).

atha yāmicChed garbhaṃ dadhīteti tasyāmarthaṃ niṣṭhāpya mukhena mukhaṃ sandhāyāpānyābhiprāṇyādindriyeṇa te retasā reta ādadhāmīti garbhiṇyeva bhavati

Wenn er aber bei einer Frau wünscht: 'Sie soll schwanger werden' – so soll er, nachdem er in ihr sein Anliegen zur Vollendung gebracht hat, Mund an Mund gefügt, eingeatmet (apānya) und ausgeatmet (abhiprāṇya) haben und sprechen: 'Mit Kraft lege ich dir mit meinem Samen den Samen ein' – so wird sie eben schwanger (garbhiṇī).

atha yasya jāyāyai jāraḥ syāt taṃ ceddviṣyādāmapātre'gnimupasamādhāya pratilomaṃ śarabarhiḥ stīrtvā tasminnetāḥ tisraḥ śarabhṛṣṭīḥ pratilomāḥ sarpiṣāktā juhuyān mama samiddhe'hauṣīraśāparākāśau ta ādade asāviti nāma gṛbhṇāti mama samiddhe'hauṣīḥ putrapaśūṃsta ādade asāviti nāma gṛbṇāti mama samiddhe'hauṣīḥ prāṇāpānau ta ādade asāviti nāma gṛbṇāti sa vā eṣa nirindriyo visukṛdasmāl lokādpraiti yamevaṃvidbrāhmaṇaḥ śapati tasmādevaṃvitśrotriyasya jāyāyopahāsaṃ necChed uta hyevaṃvitparo bhavati

Wenn nun bei jemandes Frau ein Liebhaber (jāra) wäre und er ihn hassen (dviṣyāt) wollte, so soll er in einem ungebrannten Gefäß (āmapātra) Feuer entzünden, gegen den Strich (pratiloma) Schilfrohr-Streu (śarabarhis) ausbreiten und darauf diese drei Schilfrohrspitzen (śarabhṛṣṭi), gegen den Strich [gerichtet] und mit Schmalz (sarpis) bestrichen, opfern, mit den Worten: 'In meinem entzündeten [Feuer] hast du geopfert; Atem und ... (araśāparākāśau) nehme ich dir' – dabei nimmt er 'So-und-so' als Namen [des Liebhabers]. 'In meinem entzündeten [Feuer] hast du geopfert; Söhne und Vieh nehme ich dir' – wieder nimmt er 'So-und-so' als Namen. 'In meinem entzündeten [Feuer] hast du geopfert; Ein- und Ausatmung nehme ich dir' – wieder nimmt er 'So-und-so' als Namen. Dieser [Liebhaber] geht kraftlos (nirindriya) und ohne gutes Werk (visukṛt) aus dieser Welt, wenn ein solcherart Wissender, ein Brahmane, ihn verflucht. Darum soll ein solcherart Wissender nicht mit der Frau eines Śrotriya scherzen (upahāsam); denn ein solcherart Wissender ist ihm überlegen (paraḥ). [Anm.: 'araśāparākāśau' ist ein lexikalischer Crux ohne gesicherte Bedeutung – möglicherweise eine verderbte Lesart oder ein seltenes, sonst unbezeugtes Kompositum. Es wird hier probeweise mit 'Atem' und einem zweiten, unklaren Element assoziiert, doch bleibt dies unsicher.]

atha yasya jāyāmārtavaṃ vindet tryahaṃ kaṃse na pibedahatavāsā naināṃ vṛṣalo na vṛṣalyupahanyāt trirātrānta āplūya vrīhīnavaghātayet

Wenn nun bei jemandes Frau die Periode (ārtava) einträte, so soll sie drei Tage lang nicht aus einem Metallgefäß (kaṃsa) trinken und ungewaschene Kleidung (ahatavāsas) tragen; weder ein Śūdra-Mann (vṛṣala) noch eine Śūdra-Frau (vṛṣalī) soll sie berühren. Am Ende der drei Nächte, nachdem sie gebadet hat, soll sie Reis stampfen lassen.

sa ya icChet putro me gauro jāyeta vedamanubruvīta sarvamāyuriyāditi kṣīraudanaṃ pācayitvā sarpiṣmantamaśnīyātām īśvarau janayitavai

Wer wünscht: 'Mir soll ein Sohn geboren werden, von heller Farbe (gaura), der den Veda ganz hersagen kann und die volle Lebenszeit (sarvam āyus) erreicht' – der soll Milchreis (kṣīraudana) kochen lassen, und beide sollen ihn mit Schmalz essen; dann sind sie fähig (īśvarau), einen solchen Sohn zu zeugen.

atha ya icChet putro me kapilaḥ piṅgalo jāyeta dvau vedāvanubruvīta sarvamāyuriyāditi dadhyodanaṃ pācayitvā sarpiṣmantamaśnīyātām īśvarau janayitavai

Wer aber wünscht: 'Mir soll ein Sohn geboren werden, braun (kapila) und rötlichgelb (piṅgala) von Farbe, der zwei Veden hersagen kann und die volle Lebenszeit erreicht' – der soll Dickmilch-Reis (dadhyodana) kochen lassen, und beide sollen ihn mit Schmalz essen; dann sind sie fähig, einen solchen Sohn zu zeugen.

atha ya icChet putro me śyāmo lohitākṣo jāyeta trīnvedānanubruvīta sarvamāyuriyāditi udaudanaṃ pācayitvā sarpiṣmantamaśnīyātām īśvarau janayitavai

Wer aber wünscht: 'Mir soll ein Sohn geboren werden, dunkel (śyāma) und rotäugig (lohitākṣa), der drei Veden hersagen kann und die volle Lebenszeit erreicht' – der soll Wasserreis (udaudana) kochen lassen, und beide sollen ihn mit Schmalz essen; dann sind sie fähig, einen solchen Sohn zu zeugen.

atha ya icChed duhitā me paṇḍitā jāyeta sarvamāyuriyāditi tilaudanaṃ pācayitvā sarpiṣmantamaśnīyātām īśvarau janayitavai

Wer aber wünscht: 'Mir soll eine Tochter geboren werden, eine Gelehrte (paṇḍitā), die die volle Lebenszeit erreicht' – der soll Sesam-Reis (tilaudana) kochen lassen, und beide sollen ihn mit Schmalz essen; dann sind sie fähig, eine solche Tochter zu zeugen.

atha ya icChet putro me paṇḍito vijigīthaḥ samitiṅgamaḥ śuśrūṣitāṃ vācaṃ bhāṣitā jāyeta sarvānvedānanubruvīta sarvamāyuriyāditi māṃsaudanaṃ pācayitvā sarpiṣmantamaśnīyātām īśvarau janayitavāi aukṣṇeṇa vārṣabheṇa vā

Wer aber wünscht: 'Mir soll ein Sohn geboren werden, ein Gelehrter (paṇḍita), ein Sieger (vijigītha), einer, der in der Versammlung [Ansehen] erlangt (samitiṅgama), einer, dessen Rede man gerne hört (śuśrūṣitāṃ vācaṃ bhāṣitā), der alle Veden hersagen kann und die volle Lebenszeit erreicht' – der soll Fleisch-Reis (māṃsaudana) kochen lassen, mit dem Fleisch eines Stiers (aukṣṇa) oder eines Zuchtstiers (vārṣabha), und beide sollen ihn mit Schmalz essen; dann sind sie fähig, einen solchen Sohn zu zeugen. [Anm.: 'vijigīthaḥ' ist eine ungewöhnliche, aber erklärbare Bildung zu 'vijigīṣu/vijigīṣā' ('siegbegierig, siegreich').]

athābhiprātareva sthālīpākāvṛtājyaṃ ceṣṭitvā sthālīpākasyopaghātaṃ juhoti āgnaye svāhā- -numataye svāhā devāya ṣavitre satyaprasavāya svāheti hutvoddhṛtya prāśnāti prāśyetarasyāḥ prayacChati prakṣālya pāṇī udapātraṃ pūrayitvā tenaināṃ trirabhyukṣati uttiṣṭhāto viśvāvasau anyāmicCha prapharvyam saṃ jāyāṃ patyā saheti

Dann, am frühen Morgen, soll er, nachdem er den Topfbrei (sthālīpāka) mit Schmalz zubereitet hat, von diesem einen Anteil (upaghāta) opfern: 'Dem Agni, svāhā! Der Anumati, svāhā! Dem Gott Savitṛ, dem Wahr-Antreibenden (satyaprasava), svāhā!' Danach nimmt er [den Rest] heraus, ißt davon und reicht ihn dann der Frau. Er wäscht sich die Hände, füllt ein Wassergefäß und besprengt sie damit dreimal: 'Erhebe dich von hier, Viśvāvasu; suche eine andere, eine noch [Unverheiratete] (prapharvya); vereinige die Ehefrau (jāyā) mit ihrem Gatten.' [Anm.: 'prapharvyam' in dieser an Viśvāvasu – den Gandharva, dem traditionell der erste Anspruch auf eine unverheiratete Frau zugeschrieben wird – gerichteten Formel ist lexikalisch nicht sicher geklärt (etwa 'die noch zu Vermählende'); der rituelle Sinn – Viśvāvasu, dem traditionell der erste Anspruch auf eine unverheiratete Frau zugeschrieben wird, wird aufgefordert, die Braut freizugeben und sie ihrem Gatten zu überlassen – ist jedoch klar.]

athaināmabhipadyateramo'hamasmi sā tvaṃ sā tvamasi amo'haṃ sāmāhamasmi ṛktvaṃ dyaurahaṃ pṛthivī tvam tāvehi saṃrabhāvahai saha reto dadhāvahai puṃse putrāya vittaya iti

Dann naht er sich ihr mit den Worten: 'Ama(ḥ) bin ich, Sā bist du; Sā bist du, Ama(ḥ) bin ich; Sāman bin ich, Ṛc bist du; Himmel (dyaus) bin ich, Erde (pṛthivī) bist du. Wohlan, laß uns beide uns eng vereinigen (saṃrabhāvahai), laß uns beide zusammen den Samen einlegen – zu einem männlichen Kind, einem Sohn, zum Erwerb (vitta).' [Anm.: 'Ama(ḥ)' und 'Sā' sind mystische Identifikationsnamen für den Mann bzw. die Frau in dieser Formel; sie mögen durch Wortspiel mit dem im folgenden Satz genannten Paar Sāman/Ṛc zusammenhängen (sā + ama als volksetymologische Aufspaltung von 'sāman'). Ihre genaue eigenständige Etymologie bleibt unsicher.]

athāsyā ūrū vihāpayatiḥ vijihīthāṃ dyāvāpṛthivī iti tasyāmarthaṃ niṣṭhāpya mukhena mukhaṃ sandhāya trirenāmanulomāmanumārṣṭiḥ viṣṇuryoniṃ kalpayatu ṭvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu āsiñcatu prajāpatiḥ dhātā garbhaṃ dadhātu te garbhaṃ dhehi ṣinīvāli garbhaṃ dhehi pṛthuṣṭuke garbhaṃ te āśvinau devāvādhattāṃ puṣkarasrajau

Dann läßt er ihre Schenkel (ūrū) auseinandergehen, mit den Worten: 'Trennt euch (vijihīthām), Himmel und Erde!' Nachdem er in ihr sein Anliegen zur Vollendung gebracht hat, Mund an Mund gefügt, streicht er sie dreimal in Wuchsrichtung (anulomām) ab: 'Viṣṇu bereite den Schoß (yoni), Tvaṣṭṛ forme die Gestalten (rūpāṇi), Prajāpati besame (āsiñcatu), Dhātṛ lege den Keim (garbha) ein. Lege ihr den Keim ein, Sinīvālī; lege ihr den Keim ein, Pṛthuṣṭukā; den Keim mögen dir die beiden Aśvin einlegen, die Götter mit den Lotoskränzen (puṣkarasraj).'

hiraṇyanī araṇī yābhyāṃ nirmanthatāmāśvinau devau taṃ te garbhaṃ havāmahe daśame māsi sūtave yathāgnigarbhā pṛthivī yathā dyaur9ndreṇa garbhiṇī vāyurdiśāṃ yathā garbha evaṃ garbhaṃ dadhāmi te asāviti nāma gṛhṇāti

'Die beiden goldenen Reibhölzer (araṇī), mit denen die beiden Götter Aśvin [das Feuer] quirlen (nirmanthatām) – diesen Keim rufen wir dir herbei, zum Gebären im zehnten Monat. Wie die Erde den Agni als Keim trägt, wie der Himmel schwanger ist von Indra, wie der Wind der Keim der Himmelsrichtungen ist – so lege ich dir den Keim ein.' Dabei nimmt er 'So-und-so' als Namen [der Frau].

soṣyantīmadbhirabhyukṣatiḥ yathā vātaḥ puṣkariṇīṃ samiṅgayati sarvata evā te garbha ejatu sahāvaitu jarāyuṇendrasyāyaṃ vrajaḥ kṛtaḥ sārgalaḥ sapariśrayas tam īndra nirjahi garbheṇa sāvarāṃ saheti

Die Gebärende (soṣyantī) besprengt er mit Wasser: 'Wie der Wind einen Lotosteich (puṣkariṇī) ringsum in Bewegung setzt, so möge sich dein Keim von allen Seiten regen (ejatu); zusammen mit der Nachgeburt (jarāyu) möge er hervorkommen. Dies ist Indras Hürde (vraja), verriegelt (sārgala) und umzäunt (sapariśraya); diese, Indra, öffne (nirjahi), zusammen mit dem Keim, samt der Nachgeburt (sāvarā).' [Anm.: 'sāvarā' bezeichnet vermutlich ebenfalls die Nachgeburt/Eihaut (vgl. 'jarāyu' im selben Vers), doch ist der genaue Begriff sonst nicht gut bezeugt.]

jāte'gnimupasamādhāyāṅka ādhāya kaṃse pṛṣadājyaṃ sannīya pṛṣadājyasyopaghātaṃ juhoti asmintsahasraṃ puṣyāsam edhamānaḥ svagṛhe asyopasadyāṃ mā Chaitsīt prajayā ca paśubhiśca svāhā mayi prāṇāṃstvayi manasā juhomi svāhā

Wenn [das Kind] geboren ist, entzündet er Feuer, nimmt es auf den Schoß (aṅka), rührt in einem Metallgefäß (kaṃsa) gesprenkeltes Schmalz (pṛṣadājya) zusammen und opfert davon einen Anteil: 'In diesem [Sohn] möge ich tausendfach gedeihen (puṣyāsam), wachsend im eigenen Hause; seine Wohlfahrt (upasad) möge [der Tod] nicht abschneiden, mit Nachkommenschaft und mit Vieh, svāhā! In mir die Lebensatem, in dir mit dem Geist opfere ich, svāhā!'

yatkarmaṇātyarīricaṃ yadvā nyūnamihākaram āgnistatsviṣṭakṛdvidvānt sviṣṭaṃ suhutaṃ karotu naḥ svāheti

'Was ich beim Ritus (karman) zuviel getan (atyarīricam) oder was ich hier zu wenig getan habe – das möge Agni Sviṣṭakṛt, der 'gut Geopfert-Machende', der Wissende, uns zu einem gut Geopferten (sviṣṭa), einem gut Dargebrachten (suhuta) machen, svāhā!'

athāsyāyuṣyaṃ karoti dakṣiṇaṃ karṇamabhinidhāyaḥ vāgvāgiti triḥ athāsya nāmadheyaṃ karotiḥ vedo'sīti tadasyaitadguhyameva nāma syād atha dadhi madhu ghṛtaṃ saṃsṛjyānantarhitena jātarūpeṇa prāśayatiḥ bhūstvayi dadhāmi bhuvastvayi dadhāmi svastvayi dadhāmi bhūrbhuvaḥ svaḥ sarvaṃ tvayi dadhāmīti

Dann bewirkt er für ihn langes Leben (āyuṣya): Er legt sich an sein rechtes Ohr und spricht dreimal: 'Sprache, Sprache!' Dann gibt er ihm einen Namen: 'Du bist Veda' – dies soll sein geheimer (guhya) Name sein. Dann vermischt er Dickmilch, Honig und Schmalz und läßt das Kind, mit unmittelbar berührtem Gold (anantarhitena jātarūpeṇa) in der Hand, davon essen: 'Bhūḥ lege ich in dich, Bhuvaḥ lege ich in dich, Svaḥ lege ich in dich; Bhūr-Bhuvaḥ-Svaḥ, alles lege ich in dich.'

athainamabhimṛṣati aśmā bhava paraśurbhava hiraṇyamasrutaṃ bhava ātmā vai putranāmāsi sa jīva śaradaḥ śatamiti

Dann berührt er ihn: 'Werde ein Stein (aśman), werde eine Axt (paraśu), werde unvergängliches (asruta) Gold (hiraṇya); du bist wahrlich das Selbst (ātman), das man „Sohn“ (putra) nennt; lebe hundert Herbste (śarad)!'

athāsya mātaramabhimantrayataḥ 9ḍāsi maitrāvaruṇī vīre vīramajījanathāḥ sā tvaṃ vīravatī bhava yāsmānvīravato'karaditi

Dann spricht er einen Spruch über seine Mutter: 'Iḍā bist du, Maitrāvaruṇī; du Heldenhafte (vīrā) hast einen Helden (vīra) geboren (ajījanathāḥ); so mögest du heldenreich (vīravatī) sein, die du uns heldenreich gemacht hast.'

athainaṃ mātre pradāya stanaṃ prayacChatiḥ yaste stanaḥ śaśayo yo mayobhūryo ratnadhā vasuvidyaḥ sudatro yena viśvā puṣyasi vāryāṇi ṣarasvati tamiha dhātave kariti

Dann übergibt er ihn der Mutter und reicht ihr die Brust: 'Deine Brust, die unversiegende (śaśaya), die wohltuende (mayobhū), die schätzespendende (ratnadhā), die Gut findende (vasuvid), die gut schenkende (sudatra), mit der du alle begehrenswerten [Güter] nährst (vāryāṇi puṣyasi), Sarasvatī – die mache hier bereit zum Saugen (dhātave kar).'

taṃ vā etamāhuratipitā batābhūratipitāmaho batābhūḥ paramāṃ bata kāṣṭhāṃ prāpa śriyā yaśasā brahmavarcasena ya evaṃvido brāhmaṇasya putro jāyata iti

Von einem solchen [Sohn] sagt man: 'Fürwahr, er ist über den Vater hinausgewachsen (atipitā); fürwahr, er ist über den Großvater hinausgewachsen (atipitāmahaḥ); fürwahr, er hat das höchste Ziel (paramā kāṣṭhā) erreicht an Glanz (śrī), an Ruhm (yaśas), an heiliger Glut (brahmavarcasa)' – von dem Sohn, der einem solcherart wissenden Brahmanen geboren wird.

atha vaṃśas tadidaṃ vayaṃ bhāradvājīputrād bhāradvājīputro vātsīmāṇḍavīputrād vātsīmāṇḍavīputraḥ pārāśarīputrād pārāśarīputro gārgīputrād gārgīputraḥ pāraśarīkauṇḍinīputrāt pāraśarīkauṇḍinīputro gārgīputrāḍ gārgīputro gārgīputrāḍ gārgīputro bāḍeyīputrād bāḍeyīputro mauṣikīputrān mauṣīkiputro hārikarṇīputrād ḍhārikarṇīputro bhāradvājīputrād bhāradvājīputraḥ paiṅgīputrāt paiṅgīputraḥ

Nun die Lehrerreihe (vaṃśa): Dies empfingen wir von Bhāradvājīputra; Bhāradvājīputra von Vātsīmāṇḍavīputra; Vātsīmāṇḍavīputra von Pārāśarīputra; Pārāśarīputra von Gārgīputra; Gārgīputra von Pārāśarī-Kauṇḍinīputra; Pārāśarī-Kauṇḍinīputra von [einem anderen] Gārgīputra; dieser Gārgīputra von [wiederum einem anderen] Gārgīputra; Gārgīputra von Bāḍeyīputra; Bāḍeyīputra von Mauṣikīputra; Mauṣikīputra von Hārikarṇīputra; Hārikarṇīputra von Bhāradvājīputra; Bhāradvājīputra von Paiṅgīputra; Paiṅgīputra von …

kāśyapībālākyāmāṭharīputrāt kāśyapībālākyāmāṭharīputro kautsīputrāt kautsīputro bhaudhīputrād bhaudhīputraḥ hālaṅkāyanīputrāc hālaṅkāyanīputro vārṣamaṇīputrād vārṣamaṇīputro gautamīputrād gautamīputra'treyīputrād atreyīputro gautamīputrād gautamīputro vātsīputrād vātsīputro bhāradvājīputrād bhāradvājīputraḥ pārāśarīputrāt pārāśarīputro vārkāruṇīputrāt vārkāruṇīputro'rtabhāgīputrāt artabhāgīputraḥ hauṅgīputrāc Chauṅgīputraḥ ṣāṅkṛtiputrāt ṣāṅkṛtiputra

… Kāśyapī-Bālākya-Māṭharīputra; Kāśyapī-Bālākya-Māṭharīputra von Kautsīputra; Kautsīputra von Bhaudhīputra; Bhaudhīputra von Hālaṅkāyanīputra; Hālaṅkāyanīputra von Vārṣamaṇīputra; Vārṣamaṇīputra von Gautamīputra; Gautamīputra von Ātreyīputra; Ātreyīputra von Gautamīputra; Gautamīputra von Vātsīputra; Vātsīputra von Bhāradvājīputra; Bhāradvājīputra von Pārāśarīputra; Pārāśarīputra von Vārkāruṇīputra; Vārkāruṇīputra von Artabhāgīputra; Artabhāgīputra von Śauṅgīputra; Śauṅgīputra von Śāṅkṛtiputra; Śāṅkṛtiputra von …

alambīputrāt alambīputra'lambāyanīputrāt alambāyanīputro jāyantīputrāt jāyantīputro māṇḍūkāyanīputrān māṇḍūkāyanīputro māṇḍūkīputrān māṇḍūkīputraḥ hāṇḍilīputrāt hāṇḍilīputro rāthītarīputrād rāthītarīputro krauṅcikīputrābhyāṃ krauṅcikīputrau vaidabhṛtīputrād vaidabhṛtīputro bhālukīputrād bhālukīputraḥ prācīnayogīputrāt prācīnayogīputraḥ ṣāñjīvīputrāt ṣāñjīvīputraḥ kārśakeyīputrāt kārśakeyīputraḥ

… Alambīputra; Alambīputra von Ālambāyanīputra; Ālambāyanīputra von Jāyantīputra; Jāyantīputra von Māṇḍūkāyanīputra; Māṇḍūkāyanīputra von Māṇḍūkīputra; Māṇḍūkīputra von Śāṇḍilīputra; Śāṇḍilīputra von Rāthītarīputra; Rāthītarīputra von den beiden Krauñcikīputra; die beiden Krauñcikīputra von Vaidabhṛtīputra; Vaidabhṛtīputra von Bhālukīputra; Bhālukīputra von Prācīnayogīputra; Prācīnayogīputra von Śāñjīvīputra; Śāñjīvīputra von Kārśakeyīputra; Kārśakeyīputra von …

prāśnīputrādasurivāsinaḥ prāśnīputra asurāyanādasurāyaṇa asureḥ asuriḥ yājñavalkyād yājñavalkya ūddālakādūddālako'ruṇādaruṇa opaveśeḥ opaveśiḥ kuśreḥ kuśrirvājaśravaso vājaśravā jīhvāvato bādhyogāt jīhvāvānbādhyogo'sitādvārṣagaṇādasito vārṣagaṇo haritātkaśyapād ḍharitaḥ kaśyapaḥ hilpātkaśyapāc Chilpaḥ kaśyapaḥ kaśyapānṇaidhruveḥ kaśyapo ṇaidhruvirvāco vāgāmbhiṇyā āmbhiṇyadityādādityānīmāni śuklāni yajūṃṣi vājasaneyena yājñavalkyenākhyayante

… Prāśnīputra, dem Āsurivāsin; Prāśnīputra von Āsurāyaṇa; Āsurāyaṇa von Āsuri; Āsuri von Yājñavalkya; Yājñavalkya von Uddālaka; Uddālaka von Aruṇa; Aruṇa von Opaveśi; Opaveśi von Kuśri; Kuśri von Vājaśravas; Vājaśravas von Jihvāvān Bādhyoga; Jihvāvān Bādhyoga von Asita Vārṣagaṇa; Asita Vārṣagaṇa von Harita Kaśyapa; Harita Kaśyapa von Hilpa Kaśyapa; Hilpa Kaśyapa von Kaśyapa Naidhruvi; Kaśyapa Naidhruvi von Vāc, der Rede, der Āmbhṛṇī; Āmbhṛṇī von Āditya, der Sonne. Von Āditya her stammen diese weißen (śukla) Yajus-Sprüche, die von Vājasaneya Yājñavalkya verkündet werden (ākhyāyante).

atha vaṃśaḥ pautimāṣīputraḥ kātyāyanīputrāt kātyāyanīputro gautamīputrād gautamīputro bhāradvājīputrād bhāradvājīputraḥ pārāśarīputrāt pārāśarīputra aupasvastīputrādaupasvastīputraḥ pārāśarīputrāt pārāśarīputraḥ kātyāyanīputrāt kātyāyanīputraḥ kauśikīputrāt kauśikīputra alambīputrācca vaiyāghrapadīputrācca vaiyāghrapadīputraḥ kāṇvīputrācca kāpīputrācca kāpīputraḥ

Nun die Lehrerreihe (vaṃśa): Pautimāṣīputra [empfing es] von Kātyāyanīputra; Kātyāyanīputra von Gautamīputra; Gautamīputra von Bhāradvājīputra; Bhāradvājīputra von Pārāśarīputra; Pārāśarīputra von Aupasvastīputra; Aupasvastīputra von Pārāśarīputra; Pārāśarīputra von Kātyāyanīputra; Kātyāyanīputra von Kauśikīputra; Kauśikīputra von Alambīputra und von Vaiyāghrapadīputra; Vaiyāghrapadīputra von Kāṇvīputra und von Kāpīputra; Kāpīputra von …

atreyīputrādatreyīputro gautamīputrād gautamīputro bhāradvājīputrād bhāradvājīputraḥ pārāśarīputrāt pārāśarīputro vātsīputrād vātsīputraḥ pārāśarīputrāt pārāśarīputro vārkārunīputrād vārkāruṇīputro vārkāruṇīputrād vārkāruṇīputra artabhāgīputrādartabhāgīputraḥ hauṅgīputrāc Chauṅgīputraḥ ṣānkṛtīputrāt ṣāṅṛtīputra alambāyanīputrādalambāyanīputra alambīputrādalambīputro jāyantīputrāt jāyantīputro māṇḍūkāyanīputrān māṇḍūkāyanīputro māṇḍūkīputrān māṇḍūkīputraḥ hāṇḍilīputrāc Chāṇḍilīputro rāthītarīputrād rāthītarīputro bhālukīputrād bhālukīputraḥ krauṅcikīputrābhyāṃ krauṅcikīputrau vaidabhṛtīputrād vaidabhṛtīputraḥ kārśakeyīputrāt kārśakeyīputraḥ prācīnayogīputrāt prācīnayogīputraḥ ṣāṅjīvīputrāt ṣāṅjīvīputraḥ prāśnīputrādasurivāsinaḥ prāśnīputra asurāyaṇādasurāyaṇa asurerāsuriḥ

… Ātreyīputra; Ātreyīputra von Gautamīputra; Gautamīputra von Bhāradvājīputra; Bhāradvājīputra von Pārāśarīputra; Pārāśarīputra von Vātsīputra; Vātsīputra von Pārāśarīputra; Pārāśarīputra von Vārkāruṇīputra; Vārkāruṇīputra von [einem anderen] Vārkāruṇīputra; Vārkāruṇīputra von Artabhāgīputra; Artabhāgīputra von Śauṅgīputra; Śauṅgīputra von Śāṅkṛtīputra; Śāṅkṛtīputra von Ālambāyanīputra; Ālambāyanīputra von Alambīputra; Alambīputra von Jāyantīputra; Jāyantīputra von Māṇḍūkāyanīputra; Māṇḍūkāyanīputra von Māṇḍūkīputra; Māṇḍūkīputra von Śāṇḍilīputra; Śāṇḍilīputra von Rāthītarīputra; Rāthītarīputra von Bhālukīputra; Bhālukīputra von den beiden Krauñcikīputra; die beiden Krauñcikīputra von Vaidabhṛtīputra; Vaidabhṛtīputra von Kārśakeyīputra; Kārśakeyīputra von Prācīnayogīputra; Prācīnayogīputra von Śāñjīvīputra; Śāñjīvīputra von Prāśnīputra, dem Āsurivāsin; Prāśnīputra von Āsurāyaṇa; Āsurāyaṇa von Āsuri; Āsuri von …

yājñavalkyād yājñavalkya ūddālakādūddālako'ruṇādāruṇa ūpaveśeḥ ūpaveśiḥ kuśreḥ kuśrirvājaśravaso vājaśravā jīhvāvato bādhyogāt jīhvāvānbādhyogo'sitādvārṣagaṇād āsito vārṣagaṇo haritātkaśyapād ḍharitaḥ kaśyapaḥ hilpātkaśyapāt hilpaḥ kaśyapaḥ kaśyapānṇaidhruveḥ kaśyapo ṇaidhruvirvāco vāgāmbhiṇyā āmbhiṇyadityād ādityānīmāni śuklāni yajūṃṣi vājasaneyena yājñavalkyenākhyayante

… Yājñavalkya; Yājñavalkya von Uddālaka; Uddālaka von Aruṇa; Aruṇa von Opaveśi; Opaveśi von Kuśri; Kuśri von Vājaśravas; Vājaśravas von Jihvāvān Bādhyoga; Jihvāvān Bādhyoga von Asita Vārṣagaṇa; Asita Vārṣagaṇa von Harita Kaśyapa; Harita Kaśyapa von Hilpa Kaśyapa; Hilpa Kaśyapa von Kaśyapa Naidhruvi; Kaśyapa Naidhruvi von Vāc, der Rede, der Āmbhṛṇī; Āmbhṛṇī von Āditya, der Sonne. Diese weißen (śukla) Yajus-Sprüche werden von Vājasaneya Yājñavalkya verkündet (ākhyāyante).

ṣamānamā ṣāṅjīvīputrāt ṣaṅjivīputro māṇḍūkāyaneḥ māṇḍūkāyanirmāṇḍavyād māṇḍavyaḥ kautsāt kautso māhittheḥ māhitthirvāmakakṣāyaṇād vāmakakṣāyaṇaḥ hāṇḍilyāc Chāṇḍilyo vātsyād vātsyaḥ kuśreḥ kuśriryajñavacasaḥ rājastambāyanād yajñavacā rājastambāyanaḥ ṭurātkāvaṣeyāt ṭuraḥ kāvaṣeyaḥ prajāpateḥ prajāpatirbrahmaṇo brahma svayambhu brahmaṇe namaḥ

Śamānam(ā) [empfing es] von Śāñjīvīputra; Śāñjīvīputra von Māṇḍūkāyani; Māṇḍūkāyani von Māṇḍavya; Māṇḍavya von Kautsa; Kautsa von Māhitthi; Māhitthi von Vāmakakṣāyaṇa; Vāmakakṣāyaṇa von Śāṇḍilya; Śāṇḍilya von Vātsya; Vātsya von Kuśri; Kuśri von Yajñavacas Rājastambāyana; Yajñavacas Rājastambāyana von Tura Kāvaṣeya; Tura Kāvaṣeya von Prajāpati; Prajāpati von Brahman; Brahman ist der Selbstentstandene (svayambhū). Verehrung dem Brahman (brahmaṇe namaḥ)! [Anm.: Diese ganze Brāhmaṇa 5 folgt in der zugrundeliegenden Textgrundlage der Kāṇva- statt der sonst in dieser Ausgabe maßgeblichen Mādhyandina-Rezension, da die Mādhyandina-Überlieferung für diese abschließende Lehrerreihe (vaṃśa) keinen eigenen Text bietet; nach der redaktionellen Grundregel dieser Ausgabe wird Kāṇva-Material nur dort herangezogen, wo die Mādhyandina-Fassung ganz fehlt – dies ist die einzige Stelle in diesem Adhyāya, an der das zutrifft. Der Name am Beginn der Kette, 'Śamānam(ā)', ist textlich unsicher und möglicherweise verderbt. Mit dieser Kaṇḍikā endet die gesamte Bṛhadāraṇyaka-Upaniṣad.]

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