Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 12

Sūkta 3

pumān puṃso 'dhi tiṣṭha carmehi tatra hvayasva yatamā priyā te yāvantāv agre prathamaṃ sameyathus tad vāṃ vayo yamarājye samānam

Der Mann trete an die Stelle des (verstorbenen) Mannes, gehe zur Felldecke und rufe dort diejenige herbei, die ihm lieb ist. Welches Alter ihr beide hattet, als ihr am Anfang zum ersten Mal zusammenkamt, dasselbe Alter sei euch beiden im Reich des Yama. [Anm.: Die genaue Bedeutung der Wendung „pumān puṃso 'dhi tiṣṭha“ („der Mann trete auf/über den [anderen] Mann“) ist unsicher, gemeint ist wohl die rituelle Nachfolge im Witwenlevirat.]

Wort für Wort
pumān
der Mann (Nom.)
puṃso
des Mannes (Gen.)
'dhi
an, über (Präverb)
tiṣṭha
tritt (2Sg.Imp.)
carmehi
carma 'Fell' (Akk.) + ehi 'geh' (2Sg.Imp., √i) → zur Felldecke geh (sandhi carma+ehi)
tatra
dort (Adv.)
hvayasva
rufe herbei (2Sg.Imp.)
yatamā
welche (Akk.f.Rel.)
priyā
die liebe (Akk.)
te
dir (Dat.)
yāvantāv
welches Alter, wie groß (Nom.Dual)
agre
am Anfang (Adv.)
prathamaṃ
zum ersten Mal (Adv.)
sameyathus
zusammenkamt (2Dual.Impf.)
tad
das (Nom.)
vāṃ
euch beiden (Dat.Dual)
vayo
Alter (Nom.)
yamarājye
im Reich des Yama (Lok.)
samānam
dasselbe (Nom.)

tāvad vāṃ cakṣus tati vīryāṇi tāvat tejas tatidhā vājināni agniḥ śarīraṃ sacate yadaidho 'dhā pakvān mithunā saṃ bhavāthaḥ

So groß sei euer Augenlicht, so groß eure Manneskräfte, so groß eure Glutkraft, so vielfältig eure Siegesmacht. Agni begleitet den Leib, solange er ihn mit Brennstoff nährt; und wenn er dann gar ist, werdet ihr beide als Paar vereint. [Anm.: Bezug von „śarīram" hier unklar.]

Wort für Wort
tāvad
so groß (Nom.)
vāṃ
euch beiden (Gen.Dual)
cakṣus
Augenlicht (Nom.)
tati
so groß (Akk.)
vīryāṇi
Manneskräfte (Akk.Pl.)
tāvat
so groß (Nom.)
tejas
Glutkraft (Nom.)
tatidhā
so vielfältig (Adv.)
vājināni
Siegesmacht (Akk.Pl.)
agniḥ
Agni (Nom.)
śarīraṃ
den Leib (Akk.)
sacate
begleitet (3Sg.Präs.)
yadaidho
yat 'solange' + edhaḥ 'wächst, mehrt sich' (3Sg.Präs.) → solange er nährt/wächst (sandhi yat+edhaḥ)
'dhā
und dann (Adv.)
pakvān
wenn gar (Nom.)
mithunā
als Paar (Nom.Dual)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavāthaḥ
werdet ihr (2Dual.Präs.)

sam asmiṃl loke sam u devayāne saṃ smā sametaṃ yamarājyeṣu pūtau pavitrair upa tad dhvayethāṃ yadyad reto adhi vāṃ saṃbabhūva

Vereint euch in dieser Welt, vereint euch auf dem Pfad der Götter, vereint euch fürwahr in den Reichen des Yama. Gereinigt durch die Läuterungssiebe, ruft danach, was auch immer an Samen euch beiden zuteilgeworden ist.

Wort für Wort
sam
vereint (Präverb)
asmiṃl
in dieser (Lok.)
loke
Welt (Lok.)
sam
vereint (Präverb)
u
auch (Partikel)
devayāne
auf dem Pfad der Götter (Lok.)
saṃ
vereint (Präverb)
smā
fürwahr (Partikel)
sametaṃ
vereinigt euch (2Dual.Imp.)
yamarājyeṣu
in den Reichen des Yama (Lok.Pl.)
pūtau
gereinigt (Nom.Dual)
pavitrair
durch die Läuterungssiebe (Instr.Pl.)
upa
danach, hinzu (Präverb)
tad
das (Akk.)
dhvayethāṃ
ruft herbei (2Dual.Imp.)
yadyad
was auch immer (Nom.)
reto
an Samen (Nom.)
adhi
auf, an (Präverb/Adv.)
vāṃ
euch beiden (Gen.Dual)
saṃbabhūva
zuteilgeworden ist (3Sg.Perf.)

āpas putrāso abhi saṃ viśadhvam imaṃ jīvaṃ jīvadhanyāḥ sametya tāsāṃ bhajadhvam amṛtaṃ yam āhur odanaṃ pacati vāṃ janitrī

Ihr Wasser, gleich Söhnen, tretet zu diesem Lebenden herein, als vom Leben Beschenkte; kommt zusammen und nehmt teil an dem, was man Unsterblichkeit nennt – an dem Brei, den die Erzeugerin für euch beide kocht.

Wort für Wort
āpas
ihr Wasser (Vok.Pl.)
putrāso
gleich Söhnen (Nom.Pl.)
abhi
hin (Präverb)
saṃ
herein (Präverb)
viśadhvam
tretet (2Pl.Imp.)
imaṃ
zu diesem (Akk.)
jīvaṃ
Lebenden (Akk.)
jīvadhanyāḥ
als vom Leben Beschenkte (Nom.Pl.)
sametya
kommt zusammen (Gerundium)
tāsāṃ
ihrer (Gen.Pl.)
bhajadhvam
nehmt teil (2Pl.Imp.)
amṛtaṃ
an der Unsterblichkeit (Akk.)
yam
den man (Akk.Rel.)
āhur
nennt (3Pl.Präs.)
odanaṃ
an dem Brei (Akk.)
pacati
kocht (3Sg.Präs.)
vāṃ
für euch beide (Dat.Dual)
janitrī
die Erzeugerin (Nom.)

yaṃ vāṃ pitā pacati yaṃ ca mātā riprān nirmuktyai śamalāc ca vācaḥ sa odanaḥ śatadhāraḥ svarga ubhe vy āpa nabhasī mahitvā

Den Brei, den für euch beide der Vater kocht, und den die Mutter kocht, zur Befreiung von Unreinheit und vom Makel böser Rede – dieser hundertströmige Brei hat in seiner Größe beide Himmelsräume im Gewölbe des Himmels durchdrungen.

Wort für Wort
yaṃ
den (Akk.Rel.)
vāṃ
für euch beide (Dat.Dual)
pitā
der Vater (Nom.)
pacati
kocht (3Sg.Präs.)
yaṃ
und den (Akk.Rel.)
ca
und
mātā
die Mutter (Nom.)
riprān
von Unreinheit (Abl.)
nirmuktyai
zur Befreiung (Dat.)
śamalāc
und vom Makel (Abl.)
ca
und
vācaḥ
böser Rede (Gen.)
sa
dieser (Nom.)
odanaḥ
der Brei (Nom.)
śatadhāraḥ
hundertströmige (Nom.)
svarga
zum Himmel (Akk.)
ubhe
beide (Akk.Dual)
vy
durch (Präverb)
āpa
hat durchdrungen (3Sg.Perf.)
nabhasī
in den Himmelsräumen (Lok.Dual)
mahitvā
in seiner Größe (Instr.)

ubhe nabhasī ubhayāṃś ca lokān ye yajvanām abhijitāḥ svargāḥ teṣāṃ jyotiṣmān madhumān yo agre tasmin putrair jarasi saṃ śrayethām

Beide Himmelsräume und beide Arten von Welten, die den Opfernden als Himmelswelten erobert sind – in jene von ihnen, die lichtvoll und honigreich als die vorderste gilt, sollt ihr euch mit euren Söhnen im hohen Alter gemeinsam begeben.

Wort für Wort
ubhe
beide (Akk.Dual)
nabhasī
Himmelsräume (Akk.Dual)
ubhayāṃś
beide Arten (Akk.Pl.)
ca
und
lokān
Welten (Akk.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.Rel.)
yajvanām
der Opfernden (Gen.Pl.)
abhijitāḥ
erobert (Nom.Pl.)
svargāḥ
Himmelswelten (Nom.Pl.)
teṣāṃ
von ihnen (Gen.Pl.)
jyotiṣmān
lichtvoll (Nom.)
madhumān
honigreich (Nom.)
yo
die (Nom.Rel.)
agre
als vorderste (Lok.)
tasmin
in jene (Lok.)
putrair
mit euren Söhnen (Instr.Pl.)
jarasi
im Alter (Lok.)
saṃ
zusammen (Präverb)
śrayethām
sollt ihr euch begeben (2Dual.Opt.)

prācīṃprācīṃ pradiśam ā rabhethām etaṃ lokaṃ śraddadhānāḥ sacante yad vāṃ pakvaṃ pariviṣṭam agnau tasya guptaye daṃpatī saṃ śrayethām

Ergreift Zug um Zug die östliche Richtung; dieser Welt schließen sich die Gläubigen an. Was auch immer von eurem gegarten Brei rings um das Feuer dargereicht wurde, dessen Hut wegen begebt euch, ihr Eheleute, gemeinsam dorthin.

Wort für Wort
prācīṃprācīṃ
Zug um Zug (Akk.)
pradiśam
die östliche (Akk.)
ā
Richtung (Akk.)
rabhethām
ergreift (2Dual.Imp.)
etaṃ
dieser (Akk.)
lokaṃ
Welt (Akk.)
śraddadhānāḥ
gläubig (Nom.Pl.)
sacante
schließen sich an (3Pl.Präs.)
yad
was
vāṃ
euch beiden (Gen.Dual)
pakvaṃ
gegart (Nom.)
pariviṣṭam
dargereicht (Nom.)
agnau
rings um das Feuer (Lok.)
tasya
dessen (Gen.)
guptaye
zur Hut (Dat.)
daṃpatī
ihr Eheleute (Vok.Dual)
saṃ
zusammen (Präverb)
śrayethām
sollt euch begeben (2Dual.Opt.)

dakṣiṇāṃ diśam abhi nakṣamāṇau paryāvartethām abhi pātram etat tasmin vāṃ yamaḥ pitṛbhiḥ saṃvidānaḥ pakvāya śarma bahulaṃ ni yachāt

Ihr beide, euch der südlichen Richtung nähernd, wendet euch um zu diesem Gefäß; darin möge euch Yama, im Einvernehmen mit den Vätern, für den gegarten Brei reichlichen Schutz gewähren.

Wort für Wort
dakṣiṇāṃ
der südlichen (Akk.)
diśam
Richtung (Akk.)
abhi
hin (Präverb)
nakṣamāṇau
euch nähernd (Nom.Dual.Part.)
paryāvartethām
wendet euch um (2Dual.Imp.)
abhi
zu (Präverb)
pātram
Gefäß (Akk.)
etat
dieses (Akk.)
tasmin
darin (Lok.)
vāṃ
euch beiden (Dat.Dual)
yamaḥ
Yama (Nom.)
pitṛbhiḥ
mit den Vätern (Instr.Pl.)
saṃvidānaḥ
im Einvernehmen (Nom.Sg.Part.)
pakvāya
für den gegarten (Dat.)
śarma
Schutz (Akk.)
bahulaṃ
reichlichen (Akk.)
ni
nieder (Präverb)
yachāt
möge gewähren (3Sg.Aor.Inj.)

pratīcī diśām iyam id varaṃ yasyāṃ somo adhipā mṛḍitā ca tasyāṃ śrayethāṃ sukṛtaḥ sacethām adhā pakvān mithunā saṃ bhavāthaḥ

Diese westliche Richtung ist die beste unter den Richtungen, in der Soma Herr und gnädiger Beschützer ist; in ihr sollt ihr euch niederlassen, mit den Rechtschaffenen euch verbinden, und dann, wenn der Brei gegart ist, als Paar vereint sein.

Wort für Wort
pratīcī
die westliche (Nom.)
diśām
Richtung (Gen.Pl.)
iyam
diese (Nom.)
id
ja (Partikel)
varaṃ
die beste (Nom.)
yasyāṃ
in der (Lok.Rel.)
somo
Soma (Nom.)
adhipā
Herr (Nom.)
mṛḍitā
und Beschützer (Nom.)
ca
gnädiger (Nom.)
tasyāṃ
in ihr (Lok.)
śrayethāṃ
sollt ihr euch niederlassen (2Dual.Opt.)
sukṛtaḥ
die Rechtschaffenen (Instr.Pl.)
sacethām
euch verbinden (2Dual.Opt.)
adhā
und dann (Adv.)
pakvān
wenn gar (Nom.)
mithunā
als Paar (Nom.Dual)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavāthaḥ
werdet ihr (2Dual.Präs.)

uttaraṃ rāṣṭraṃ prajayottarāvad diśām udīcī kṛṇavan no agram pāṅktaṃ chandaḥ puruṣo babhūva viśvair viśvāṅgaiḥ saha saṃ bhavema ||10|| {13}

Das nördliche Reich sei durch Nachkommenschaft überlegen; die nördliche der Richtungen mache uns zur Spitze. Der Mensch ist zum fünfteiligen Versmaß geworden; mit allen unseren Gliedern insgesamt mögen wir vereint sein.

Wort für Wort
uttaraṃ
das nördliche (Akk.)
rāṣṭraṃ
Reich (Akk.)
prajayottarāvad
durch Nachkommenschaft überlegen (Instr.+Akk., Kompositum)
diśām
der Richtungen (Gen.Pl.)
udīcī
die nördliche (Nom.)
kṛṇavan
möge machen (3Sg.Imp.)
no
uns (Akk.)
agram
zur Spitze (Akk.)
pāṅktaṃ
fünfteiliges (Nom.)
chandaḥ
Versmaß (Nom.)
puruṣo
der Mensch (Nom.)
babhūva
ist geworden (3Sg.Perf.)
viśvair
mit allen (Instr.Pl.)
viśvāṅgaiḥ
allen Gliedern (Instr.Pl.)
saha
zusammen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavema
wollen wir sein (1Pl.Opt.)
||10||
(Versmarke 10)
{13}
(Anuvāka-Marke 13)

dhruveyaṃ virāṇ namo astv asyai śivā putrebhya uta mahyam astu sā no devy adite viśvavāra irya iva gopā abhi rakṣa pakvam

Dieser festen Herrscherin, der Erde, sei Verehrung; sie sei den Söhnen und auch mir heilvoll. Du, Göttin Aditi, du Allbegehrte, schütze wie ein sorgender Hirte unseren gegarten Brei.

Wort für Wort
dhruveyaṃ
dhruvā 'fest' + iyam 'diese' → dieser festen (Nom., sandhi dhruvā+iyam)
virāṇ
Herrscherin (Nom.)
namo
Verehrung (Nom.)
astv
sei (3Sg.Imp.)
asyai
ihr (Dat.)
śivā
heilvoll (Nom.)
putrebhya
den Söhnen (Dat.Pl.)
uta
und
mahyam
mir (Dat.)
astu
sei (3Sg.Imp.)
sā
sie (Nom.)
no
uns (Dat.)
devy
o Göttin (Vok.)
adite
Aditi (Vok.)
viśvavāra
du Allbegehrte (Vok.)
irya
der sorgende (Nom.)
iva
wie (Partikel)
gopā
Hirte (Nom.)
abhi
hin (Präverb)
rakṣa
schütze (2Sg.Imp.)
pakvam
den gegarten (Akk.)

piteva putrān abhi saṃ svajasva naḥ śivā no vātā iha vāntu bhūmau yam odanaṃ pacato devate iha taṃ nas tapa uta satyaṃ ca vettu

Wie ein Vater die Söhne, so umarme uns; heilvolle Winde mögen uns hier auf der Erde wehen. Den Brei, den die beiden Gottheiten hier kochen, den mögen Glut und Wahrheit als den unseren erkennen.

Wort für Wort
piteva
wie ein Vater (Nom.)
putrān
die Söhne (Akk.Pl.)
abhi
hin (Präverb)
saṃ
zusammen (Präverb)
svajasva
umarme (2Sg.Imp.)
naḥ
uns (Akk.)
śivā
heilvolle (Nom.Pl.)
no
uns (Dat.)
vātā
Winde (Nom.Pl.)
iha
hier (Adv.)
vāntu
mögen wehen (3Pl.Imp.)
bhūmau
auf der Erde (Lok.)
yam
den (Akk.Rel.)
odanaṃ
Brei (Akk.)
pacato
kochen (3Dual.Präs.)
devate
die beiden Gottheiten (Nom.Dual)
iha
hier (Adv.)
taṃ
den (Akk.)
nas
uns (Gen.)
tapa
Glut (Nom.)
uta
und (Partikel)
satyaṃ
Wahrheit (Nom.)
ca
und
vettu
möge erkennen (3Sg.Imp.)

yadyad kṛṣṇaḥ śakuna eha gatvā tsaran viṣaktaṃ bila āsasāda yad vā dāsy ārdrahastā samaṅkta ulūkhalaṃ musalaṃ śumbhatāpaḥ

Was auch immer der schwarze Vogel, hierher gekommen und schleichend, im Loch haftend vorfand, oder was die Dienerin mit feuchter Hand berührte – Mörser und Stößel mögen davon, durch die Wasser gereinigt, geschmückt sein. [Anm.: Der Sinn dieses Verses ist insgesamt sehr unsicher; die Einzelbezüge bleiben dunkel.]

Wort für Wort
yadyad
was auch immer (Nom.)
kṛṣṇaḥ
der schwarze (Nom.)
śakuna
Vogel (Nom.)
eha
hierher (Adv.)
gatvā
gekommen (Gerundium)
tsaran
schleichend (Nom.Sg.Part.)
viṣaktaṃ
haftend (Akk.)
bila
im Loch (Lok.)
āsasāda
vorfand (3Sg.Perf.)
yad
was
vā
oder
dāsy
die Dienerin (Nom.)
ārdrahastā
mit feuchter Hand (Nom.)
samaṅkta
berührte (3Sg.Impf.)
ulūkhalaṃ
den Mörser (Akk.)
musalaṃ
den Stößel (Akk.)
śumbhatāpaḥ
śumbhatām 'mögen geschmückt sein' (3Pl.Imp.) + āpaḥ 'die Wasser' (Nom.Pl.) → mögen geschmückt sein, die Wasser (sandhi śumbhatām+āpaḥ)

ayaṃ grāvā pṛthubudhno vayodhāḥ pūtaḥ pavitrair apa hantu rakṣaḥ ā roha carma mahi śarma yacha mā daṃpatī pautram aghaṃ ni gātām

Dieser breitgründige, kraftspendende Preßstein, gereinigt durch die Läuterungssiebe, vertreibe die bösen Geister. Steig auf das Fell, gewähre großen Schutz; nicht sollen die Eheleute Unheil auf ihre Enkel bringen.

Wort für Wort
ayaṃ
dieser (Nom.)
grāvā
Preßstein (Nom.)
pṛthubudhno
breitgründige (Nom.)
vayodhāḥ
kraftspendende (Nom.)
pūtaḥ
gereinigt (Nom.)
pavitrair
durch die Läuterungssiebe (Instr.Pl.)
apa
fort (Präverb)
hantu
vertreibe (3Sg.Imp.)
rakṣaḥ
die bösen Geister (Akk.)
ā
auf (Präverb)
roha
steig (2Sg.Imp.)
carma
das Fell (Akk.)
mahi
großen (Akk.)
śarma
Schutz (Akk.)
yacha
gewähre (2Sg.Imp.)
mā
nicht (Proh.)
daṃpatī
die Eheleute (Nom.Dual)
pautram
auf den Enkel (Akk.)
aghaṃ
Unheil (Akk.)
ni
nieder (Präverb)
gātām
sollen bringen (3Dual.Präs.Konj.)

vanaspatiḥ saha devair na āgan rakṣaḥ piśācāṃ apabādhamānaḥ sa uc chrayātai pra vadāti vācaṃ tena lokāṃ abhi sarvān jayema

Der Baumherr ist mit den Göttern zu uns gekommen, die bösen Geister und Dämonen vertreibend. Er möge sich erheben und seine Stimme erklingen lassen; mit ihm mögen wir alle Welten erobern.

Wort für Wort
vanaspatiḥ
der Baumherr (Nom.)
saha
zusammen (Adv.)
devair
mit den Göttern (Instr.Pl.)
na
uns (Akk.)
āgan
ist gekommen (3Sg.Perf.)
rakṣaḥ
die bösen Geister (Akk.)
piśācāṃ
die Dämonen (Akk.Pl.)
apabādhamānaḥ
vertreibend (Nom.Sg.Part.)
sa
er (Nom.)
uc
empor (Präverb, sandhi ud vor ch)
chrayātai
möge sich erheben (3Sg.Aor.Inj.Med., ucchrayātai = ud+śrayātai)
pra
hervor (Präverb)
vadāti
möge sprechen, erklingen lassen (3Sg.Aor.Inj.)
vācaṃ
seine Stimme (Akk.)
tena
mit ihm (Instr.)
lokāṃ
die Welten (Akk.Pl.)
abhi
hin (Präverb)
sarvān
alle (Akk.Pl.)
jayema
wollen wir erobern (1Pl.Opt.)

sapta medhān paśavaḥ pary agṛhṇan ya eṣāṃ jyotiṣmāṃ uta yaś cakarśa trayastriṃśad devatās tānt sacante sa naḥ svargam abhi neṣa lokam

Die Opfertiere umfingen die sieben Opfergaben; welches von ihnen lichtvoll ist und welches abgemagert – dreiunddreißig Gottheiten begleiten sie; er möge uns zur Himmelswelt führen. [Anm.: Der Bezug von „sapta medhān paśavaḥ pary agṛhṇan“ bleibt unklar.]

Wort für Wort
sapta
sieben (Akk.)
medhān
Opfergaben (Akk.Pl.)
paśavaḥ
die Opfertiere (Nom.Pl.)
pary
rings (Präverb)
agṛhṇan
umfingen (3Pl.Impf.)
ya
welches (Nom.Rel.)
eṣāṃ
von ihnen (Gen.Pl.)
jyotiṣmāṃ
lichtvoll ist (Nom.)
uta
und
yaś
welches (Nom.Rel.)
cakarśa
abgemagert (3Sg.Perf.)
trayastriṃśad
dreiunddreißig (Nom.)
devatās
Gottheiten (Nom.Pl.)
tānt
sie (Akk.Pl.)
sacante
begleiten (3Pl.Präs.)
sa
er (Nom.)
naḥ
uns (Akk.)
svargam
zur Himmelswelt (Akk.)
abhi
hin (Präverb)
neṣa
möge führen (3Sg.Aor.Inj.)
lokam
Welt (Akk.)

svargaṃ lokam abhi no nayāsi saṃ jāyayā saha putraiḥ syāma gṛhṇāmi hastam anu maitv atra mā nas tārīn nirṛtir mo arātiḥ

Zur Himmelswelt sollst du uns führen; mit der Gattin und den Söhnen mögen wir vereint sein. Ich ergreife deine Hand; sie folge mir hierher; nicht soll uns hier das Verderben überwältigen, noch die Mißgunst.

Wort für Wort
svargaṃ
zur Himmelswelt (Akk.)
lokam
Welt (Akk.)
abhi
hin (Präverb)
no
uns (Akk.)
nayāsi
sollst du führen (2Sg.Präs.)
saṃ
zusammen (Präverb)
jāyayā
mit der Gattin (Instr.)
saha
zusammen (Adv.)
putraiḥ
mit den Söhnen (Instr.Pl.)
syāma
wollen wir sein (1Pl.Opt.)
gṛhṇāmi
ich ergreife (1Sg.Präs.)
hastam
die Hand (Akk.)
anu
nach (Präverb)
maitv
mich, soll kommen (Akk., enkl.+3Sg.Imp.)
atra
hierher (Adv.)
mā
nicht (Proh.)
nas
uns (Akk.)
tārīn
soll überwältigen (3Sg.Aor.Inj.)
nirṛtir
das Verderben (Nom.)
mo
nicht (Proh.)
arātiḥ
die Missgunst (Nom.)

grāhiṃ pāpmānam ati tāṃ ayāma tamo vy asya pra vadāsi valgu vānaspatya udyato mā jihiṃsīr mā taṇḍulaṃ vi śarīr devayantam

Das Übel, den Krankheitsdämon, lassen wir hinter uns; die Finsternis vertreibe von hier; sprich Freundliches. Du vom Baum Stammender, erhoben, schade mir nicht; zerstreue nicht das gottgeneigte Reiskorn. [Anm.: Die rituelle Anrede in diesem Vers (an ein hölzernes Gerät?) bleibt unklar.]

Wort für Wort
grāhiṃ
den Krankheitsdämon (Akk.)
pāpmānam
das Übel (Akk.)
ati
hinter uns (Präverb)
tāṃ
die (Akk.f.)
ayāma
lassen wir (1Pl.Präs.)
tamo
die Finsternis (Nom.)
vy
fort (Präverb)
asya
vertreibe (3Sg.Imp.)
pra
hervor (Präverb)
vadāsi
sprich (2Sg.Imp.)
valgu
Freundliches (Akk.)
vānaspatya
du vom Baum Stammender (Vok.)
udyato
erhoben (Vok.)
mā
nicht (Proh.)
jihiṃsīr
schade mir (2Sg.Inj.)
mā
nicht (Proh.)
taṇḍulaṃ
das Reiskorn (Akk.)
vi
fort (Präverb)
śarīr
zerstreue (2Sg.Inj.)
devayantam
das gottgeneigte (Akk.)

viśvavyacā ghṛtapṛṣṭho bhaviṣyant sayonir lokam upa yāhy etam varṣavṛddham upa yacha śūrpaṃ tuṣaṃ palāvān apa tad vinaktu

Allumfassend, mit schmalzglänzendem Rücken, künftig entstehend, aus gleichem Schoß, geh zu dieser Welt hin. Reiche die vom Regen gewachsene Frucht dar; die Schwinge möge Spreu und Hülsen davon trennen.

Wort für Wort
viśvavyacā
allumfassend (Nom.)
ghṛtapṛṣṭho
mit schmalzglänzendem Rücken (Nom.)
bhaviṣyant
künftig entstehend (Nom.)
sayonir
aus gleichem Schoß (Nom.)
lokam
zu dieser Welt (Akk.)
upa
hin (Präverb)
yāhy
geh (2Sg.Imp.)
etam
dieser (Akk.)
varṣavṛddham
die vom Regen gewachsene (Akk.)
upa
reiche dar (2Sg.Imp.)
yacha
die Frucht (Akk.)
śūrpaṃ
die Schwinge (Akk.)
tuṣaṃ
Spreu (Akk.)
palāvān
und Hülsen (Akk.)
apa
fort (Präverb)
tad
das (Akk.)
vinaktu
möge trennen (3Sg.Imp.)

trayo lokāḥ saṃmitā brāhmaṇena dyaur evāsau pṛthivy antarikṣam aṃśūn gṛbhītvānvārabhethām ā pyāyantāṃ punar ā yantu śūrpam ||20|| {14}

Drei Welten sind durch das heilige Wort bemessen: jener Himmel dort, die Erde, der Luftraum. Ergreift die Halme und haltet euch an ihnen fest; sie sollen anschwellen und wieder in die Schwinge zurückkehren.

Wort für Wort
trayo
drei (Nom.)
lokāḥ
Welten (Nom.Pl.)
saṃmitā
bemessen (Nom.Pl.)
brāhmaṇena
durch das heilige Wort (Instr.)
dyaur
der Himmel (Nom.)
evāsau
eben jener dort (Partikel+Nom., sandhi eva+asau)
pṛthivy
die Erde (Nom.)
antarikṣam
der Luftraum (Nom.)
aṃśūn
die Halme (Akk.Pl.)
gṛbhītvānvārabhethām
nachdem ergriffen, haltet euch an ihnen fest (Gerundium+2Dual.Imp., sandhi gṛbhītvā+anvārabhethām)
ā
auf (Präverb)
pyāyantāṃ
mögen anschwellen (3Pl.Imp.)
punar
wieder (Adv.)
ā
hin (Präverb)
yantu
mögen zurückkehren (3Pl.Imp.)
śūrpam
in die Schwinge (Akk.)
||20||
(Versmarke 20)
{14}
(Anuvāka-Marke 14)

pṛthag rūpāṇi bahudhā paśūnām ekarūpo bhavasi saṃ samṛddhyā etāṃ tvacaṃ lohinīṃ tāṃ nudasva grāvā śumbhāti malaga iva vastrā

Vielfältig getrennt sind die Gestalten der Tiere; du wirst durch das Gedeihen zu einer einzigen Gestalt. Diese rötliche Haut da, stoße sie fort; der Preßstein reinige sie, wie ein Wäscher die Kleider schmückt. [Anm.: Die Bedeutung von „malaga" ist unsicher.]

Wort für Wort
pṛthag
getrennt (Nom.Pl.)
rūpāṇi
Gestalten (Nom.Pl.)
bahudhā
vielfach (Adv.)
paśūnām
der Tiere (Gen.Pl.)
ekarūpo
einzige Gestalt (Nom.)
bhavasi
wirst du (2Sg.Präs.)
saṃ
zusammen (Präverb)
samṛddhyā
durch das Gedeihen (Instr.)
etāṃ
diese (Akk.)
tvacaṃ
Haut (Akk.)
lohinīṃ
rötliche (Akk.)
tāṃ
die (Akk.)
nudasva
stoße fort (2Sg.Imp.)
grāvā
der Preßstein (Nom.)
śumbhāti
reinige (3Sg.Imp.)
malaga
der Wäscher [?] (Nom., unsicher)
iva
wie (Vergleichspartikel)
vastrā
die Kleider (Akk.Pl.)

pṛthivīṃ tvā pṛthivyām ā veśayāmi tanūḥ samānī vikṛtā ta eṣā yadyad dyuttaṃ likhitam arpaṇena tena mā susror brahmaṇāpi tad vapāmi

Dich, die Erdhafte, lasse ich in die Erde eingehen; dein Leib ist derselbe und doch verändert. Was auch immer eingeritzt und mit dem Griffel gezeichnet wurde – dadurch soll nichts verlorengehen; auch das besäe ich mit dem heiligen Wort. [Anm.: Die Einzelheiten dieses Verses („dyuttaṃ likhitam arpaṇena") bleiben unsicher.]

Wort für Wort
pṛthivīṃ
die Erdhafte (Akk.)
tvā
dich (Akk.)
pṛthivyām
in die Erde (Akk./Lok.)
ā
hin (Präverb)
veśayāmi
lasse eingehen (1Sg.Präs.)
tanūḥ
Leib (Nom.)
samānī
derselbe (Nom.)
vikṛtā
verändert (Nom.)
ta
dein (Gen., enkl.)
eṣā
dieser (Nom.)
yadyad
was auch immer (Nom.)
dyuttaṃ
eingeritzt (Nom.)
likhitam
gezeichnet (Nom.)
arpaṇena
mit dem Griffel (Instr.)
tena
dadurch (Instr.)
mā
nicht (Proh.)
susror
soll verlorengehen (Aor.Inj.)
brahmaṇāpi
mit dem heiligen Wort, auch (Instr.+Adv., sandhi brahmaṇā+api)
tad
das (Akk.)
vapāmi
besäe ich (1Sg.Präs.)

janitrīva prati haryāsi sūnuṃ saṃ tvā dadhāmi pṛthivīṃ pṛthivyā ukhā kumbhī vedyāṃ mā vyathiṣṭhā yajñāyudhair ājyenātiṣaktā

Wie eine Mutter ihren Sohn, so nimmst auch du ihn liebevoll an; ich vereine dich, die Erdhafte, mit der Erde. Kochtopf und Krug sollen auf dem Opferplatz nicht wanken, reichlich versehen mit den Opfergeräten und mit Schmalz.

Wort für Wort
janitrīva
wie eine Mutter (Nom.f.)
prati
liebevoll (Adv.)
haryāsi
annimmst du (2Sg.Präs.)
sūnuṃ
ihren Sohn (Akk.)
saṃ
zusammen (Präverb)
tvā
dich (Akk.)
dadhāmi
vereine ich, setze (1Sg.Präs., saṃ+dadhāmi)
pṛthivīṃ
die Erdhafte (Akk.)
pṛthivyā
mit der Erde (Instr.)
ukhā
der Kochtopf (Nom.)
kumbhī
und der Krug (Nom.)
vedyāṃ
auf dem Opferplatz (Lok.)
mā
nicht (Proh.)
vyathiṣṭhā
sollen wanken (3Dual.Aor.Inj.)
yajñāyudhair
mit den Opfergeräten (Instr.Pl.)
ājyenātiṣaktā
mit Schmalz - reichlich versehen (Instr.+Nom.Dual, sandhi ājyena+atiṣaktā)

agniḥ pacan rakṣatu tvā purastād indro rakṣatu dakṣiṇato marutvān varuṇas tvā dṛṃhād dharuṇe pratīcyā uttarāt tvā somaḥ saṃ dadātai

Agni möge dich, während er dich kocht, von Osten her schützen; Indra mit den Marut schütze von Süden; Varuṇa möge dich im Fundament festigen, von Westen her; Soma möge dich von Norden her vereinen.

Wort für Wort
agniḥ
Agni (Nom.)
pacan
während er kocht (Nom.Sg.Part.)
rakṣatu
möge schützen (3Sg.Imp.)
tvā
dich (Akk.)
purastād
von Osten (Adv.)
indro
Indra (Nom.)
rakṣatu
möge schützen (3Sg.Imp.)
dakṣiṇato
von Süden (Adv.)
marutvān
mit den Marut (Nom.)
varuṇas
Varuṇa (Nom.)
tvā
dich (Akk.)
dṛṃhād
möge festigen (3Sg.Imp.)
dharuṇe
im Fundament (Lok.)
pratīcyā
von Westen (Adv.)
uttarāt
von Norden (Abl./Adv.)
tvā
dich (Akk.)
somaḥ
Soma (Nom.)
saṃ
zusammen (Präverb)
dadātai
möge vereinen (3Sg.Präs.Konj.)

pūtāḥ pavitraiḥ pavante abhrād divaṃ ca yanti pṛthivīṃ ca lokān tā jīvalā jīvadhanyāḥ pratiṣṭhāḥ pātra āsiktāḥ pary agnir indhām

Gereinigt durch die Läuterungssiebe, läutern sie sich aus der Wolke; sie gehen zum Himmel, zur Erde und zu den anderen Welten. Sie, lebendig und mit Leben beschenkt, feste Stützen, ins Gefäß gegossen – Agni möge sie ringsum entzünden.

Wort für Wort
pūtāḥ
gereinigt (Nom.Pl.)
pavitraiḥ
durch die Läuterungssiebe (Instr.Pl.)
pavante
sie läutern sich (3Pl.Präs.)
abhrād
aus der Wolke (Abl.)
divaṃ
zum Himmel (Akk.)
ca
und
yanti
sie gehen (3Pl.Präs.)
pṛthivīṃ
zur Erde (Akk.)
ca
und
lokān
zu den Welten (Akk.Pl.)
tā
sie (Nom.Pl.)
jīvalā
lebendig (Nom.Pl.)
jīvadhanyāḥ
mit Leben beschenkt (Nom.Pl.)
pratiṣṭhāḥ
feste Stützen (Nom.Pl.)
pātra
ins Gefäß (Lok.)
āsiktāḥ
gegossen (Nom.Pl.)
pary
ringsum (Präverb)
agnir
Agni (Nom.)
indhām
möge entzünden (3Sg.Imp.)

ā yanti divaḥ pṛthivīṃ sacante bhūmyāḥ sacante adhy antarikṣam śuddhāḥ satīs tā u śumbhanta eva tā naḥ svargam abhi lokaṃ nayantu

Sie kommen vom Himmel her, verbinden sich mit der Erde, verbinden sich, von der Erde her, mit dem Luftraum. Rein, wie sie sind, schmücken sie sich noch dazu; sie mögen uns zur Himmelswelt führen.

Wort für Wort
ā
hin (Präverb)
yanti
sie kommen (3Pl.Präs.)
divaḥ
vom Himmel (Abl.)
pṛthivīṃ
mit der Erde (Akk.)
sacante
verbinden sie sich (3Pl.Präs.)
bhūmyāḥ
von der Erde (Abl.)
sacante
verbinden sie sich (3Pl.Präs.)
adhy
mit (Präverb)
antarikṣam
dem Luftraum (Akk.)
śuddhāḥ
rein (Nom.Pl.)
satīs
seiend (Nom.Pl.Part.)
tā
sie (Nom.Pl.)
u
und (Partikel)
śumbhanta
schmücken sich (3Pl.Präs.)
eva
eben (Adv.)
tā
sie (Nom.Pl.)
naḥ
uns (Akk.)
svargam
zur Himmelswelt (Akk.)
abhi
hin (Präverb)
lokaṃ
zur Welt (Akk.)
nayantu
mögen führen (3Pl.Imp.)

uteva prabhvīr uta saṃmitāsa uta śukrāḥ śucayaś cāmṛtāsaḥ tā odanaṃ daṃpatibhyāṃ praśiṣṭā āpaḥ śikṣantīḥ pacatā sunāthāḥ

Bald mächtig, bald genau bemessen, bald hell, rein und unsterblich – kocht, ihr angeleiteten Wasser, für das Ehepaar den Brei, hilfsbereit und wohlbehütet!

Wort für Wort
uteva
bald (Adv.)
prabhvīr
mächtige (Nom.Pl.)
uta
und bald (Adv.)
saṃmitāsa
genau bemessene (Nom.Pl.)
uta
und bald (Adv.)
śukrāḥ
helle (Nom.Pl.)
śucayaś
reine (Nom.Pl.)
cāmṛtāsaḥ
und unsterbliche (Nom.Pl.)
tā
sie (Nom.Pl.)
odanaṃ
den Brei (Akk.)
daṃpatibhyāṃ
für das Ehepaar (Dat.Dual)
praśiṣṭā
angeleitete (Nom.Pl.)
āpaḥ
ihr Wasser (Vok.Pl.)
śikṣantīḥ
helfend (Nom.Pl.Part.)
pacatā
kocht (2Pl.Imp.)
sunāthāḥ
wohlbehütet (Nom.Pl.)

saṃkhyātā stokāḥ pṛthivīṃ sacante prāṇāpānaiḥ saṃmitā oṣadhībhiḥ asaṃkhyātā opyamānāḥ suvarṇāḥ sarvaṃ vyāpuḥ śucayaḥ śucitvam

Gezählt sind die Tropfen, die sich mit der Erde verbinden, gemessen mit Ein- und Ausatem, mit den Pflanzen. Ungezählt, sich einsäend, schöngefärbt, haben die Reinen alles mit Reinheit durchdrungen.

Wort für Wort
saṃkhyātā
gezählt (Nom.Pl.)
stokāḥ
die Tropfen (Nom.Pl.)
pṛthivīṃ
mit der Erde (Akk.)
sacante
verbinden sich (3Pl.Präs.)
prāṇāpānaiḥ
mit Ein- und Ausatem (Instr.Pl.)
saṃmitā
gemessen (Nom.Pl.)
oṣadhībhiḥ
mit den Pflanzen (Instr.Pl.)
asaṃkhyātā
ungezählt (Nom.Pl.)
opyamānāḥ
sich einsäend (Nom.Pl.Part.)
suvarṇāḥ
schöngefärbt (Nom.Pl.)
sarvaṃ
alles (Akk.)
vyāpuḥ
haben durchdrungen (3Pl.Perf.)
śucayaḥ
die Reinen (Nom.Pl.)
śucitvam
mit Reinheit (Akk.)

ud yodhanty abhi valganti taptāḥ phenam asyanti bahulāṃś ca bindūn yoṣeva dṛṣṭvā patim ṛtviyāyaitais taṇḍulair bhavatā sam āpaḥ

Sie wallen empor, hüpfen, erhitzt, werfen Schaum aus und viele Tropfen – wie eine Frau, die vor Freude aufwallt, wenn sie ihren zur rechten Zeit gekommenen Gatten erblickt. Mit diesen Reiskörnern, ihr Wasser, vereinigt euch.

Wort für Wort
ud
auf (Präverb)
yodhanty
sie wallen empor (3Pl.Präs.)
abhi
hin (Präverb)
valganti
sie hüpfen (3Pl.Präs.)
taptāḥ
erhitzt (Nom.Pl.)
phenam
Schaum (Akk.)
asyanti
sie werfen (3Pl.Präs.)
bahulāṃś
und viele (Akk.Pl.)
ca
Tropfen (Akk.Pl.)
bindūn
wie eine Frau (Nom.f.)
yoṣeva
nachdem erblickt (Gerundium)
dṛṣṭvā
den Gatten (Akk.)
patim
zur rechten Zeit gekommenen (Akk.)
ṛtviyāyaitais
mit diesen (Instr.Pl.)
taṇḍulair
Reiskörnern (Instr.Pl.)
bhavatā
werdet (2Pl.Imp.)
sam
zusammen (Präverb)
āpaḥ
ihr Wasser (Vok.Pl.)

ut thāpaya sīdato budhna enān adbhir ātmānam abhi saṃ spṛśantām amāsi pātrair udakaṃ yad etan mitās taṇḍulāḥ pradiśo yadīmāḥ ||30|| {15}

Richte sie auf, die sich am Boden niedersetzen; mit den Wassern sollen sie sich selbst berühren. Zur Stelle ist mit den Gefäßen dieses Wasser hier; nach diesen Richtungen sind die Reiskörner bemessen. [Anm.: „amāsi" hier unsicher übersetzt.]

Wort für Wort
ut
auf (Präverb)
thāpaya
richte auf (2Sg.Imp.)
sīdato
die sich niedersetzen (Akk.Pl.Part.)
budhna
am Boden (Lok.)
enān
diese (Akk.Pl.)
adbhir
mit den Wassern (Instr.Pl.)
ātmānam
sich selbst (Akk.)
abhi
hin (Präverb)
saṃ
zusammen (Präverb)
spṛśantām
sollen berühren (3Pl.Präs.Konj.)
amāsi
zur Stelle [?] (Adv., unsicher)
pātrair
mit den Gefäßen (Instr.Pl.)
udakaṃ
Wasser (Nom./Akk.)
yad
welches (Rel.)
etan
dies (Nom./Akk.)
mitās
bemessen (Nom.Pl.Part.)
taṇḍulāḥ
die Reiskörner (Nom.Pl.)
pradiśo
nach den Richtungen (Nom.Pl., adverbial)
yadīmāḥ
welche diese (Rel.+Nom.Pl., sandhi yat+imāḥ)
||30||
(Versmarke 30)
{15}
(Anuvāka-Marke 15)

pra yacha parśuṃ tvarayā harausam ahiṃsanta oṣadhīr dāntu parvan vāsāṃ somaḥ pari rājyaṃ babhūvāmanyutā no vīrudho bhavantu

Reiche eilends die Sichel dar; ohne zu schädigen mögen sie die Pflanzen am Gelenk abschneiden. Soma ist ringsum zum Königreich geworden; frei von Zorn mögen uns die Pflanzen sein. [Anm.: Der Vers enthält mehrere unsichere bzw. wohl verderbte Wortformen („harausam", „vāsāṃ … babhūva"); die Übersetzung ist nur behelfsmäßig.]

Wort für Wort
pra
dar (Präverb)
yacha
reiche (2Sg.Imp.)
parśuṃ
die Sichel (Akk.)
tvarayā
eilends (Instr.)
harausam
harausam [?] (unsicher)
ahiṃsanta
ohne zu schädigen (Nom.Pl.Part.)
oṣadhīr
die Pflanzen (Akk.Pl.)
dāntu
mögen abschneiden (3Pl.Imp.)
parvan
am Gelenk (Lok.)
vāsāṃ
Soma (Nom.)
somaḥ
ringsum (Präverb)
pari
zum Königreich (Nom.)
rājyaṃ
ist geworden (3Sg.Perf.)
babhūvāmanyutā
frei von Zorn [?] (Nom.Pl., unsicher)
no
uns (Dat.)
vīrudho
die Pflanzen (Nom.Pl.)
bhavantu
mögen sein (3Pl.Imp.)

navaṃ barhir odanāya stṛṇīta priyaṃ hṛdaś cakṣuṣo valgv astu tasmin devāḥ saha daivīr viśantv imaṃ prāśnantv ṛtubhir niṣadya

Streut frisches Barhis-Gras für den Brei aus; lieb dem Herzen und schön für das Auge soll es sein. Darauf mögen die Götter samt den Göttinnen eintreten; sie mögen sich niedersetzen und diesen Brei den Jahreszeiten gemäß verzehren.

Wort für Wort
navaṃ
frisches (Akk.)
barhir
Barhis-Gras (Akk.)
odanāya
für den Brei (Dat.)
stṛṇīta
streut aus (2Pl.Imp.)
priyaṃ
lieb (Nom.)
hṛdaś
dem Herzen (Gen.)
cakṣuṣo
und dem Auge (Gen.)
valgv
schön (Nom.)
astu
soll sein (3Sg.Imp.)
tasmin
darauf (Lok.)
devāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
saha
zusammen (Adv.)
daivīr
mit den Göttinnen (Instr.Pl.)
viśantv
mögen eintreten (3Pl.Imp.)
imaṃ
diesen (Akk.)
prāśnantv
mögen verzehren (3Pl.Imp.)
ṛtubhir
den Jahreszeiten gemäß (Instr.Pl.)
niṣadya
nachdem sie sich niedergesetzt (Gerundium)

vanaspate stīrṇam ā sīda barhir agniṣṭobhaiḥ saṃmito devatābhiḥ tvaṣṭreva rūpaṃ sukṛtaṃ svadhityainā ehāḥ pari pātre dadṛśrām

Baumherr, setz dich auf das ausgebreitete Barhis, bemessen mit Feuerliedern durch die Gottheiten. Wie Tvaṣṭṛ mit dem Beil eine wohlgeformte Gestalt schafft, so sollen sie, hierher gekommen, rings um das Gefäß sichtbar werden. [Anm.: „agniṣṭobhaiḥ“ meint hier wohl „mit Feuer-Lobgesängen (Agnistobha)“, nicht den gleichnamigen Opferritus Agniṣṭoma.]

Wort für Wort
vanaspate
o Baumherr (Vok.)
stīrṇam
auf das ausgebreitete (Akk.)
ā
auf, hin (Präverb)
sīda
setz dich (2Sg.Imp., ā+sīda)
barhir
Barhis (Akk.)
agniṣṭobhaiḥ
mit Feuerliedern (Instr.Pl.)
saṃmito
bemessen (Nom.)
devatābhiḥ
durch die Gottheiten (Instr.Pl.)
tvaṣṭreva
wie Tvaṣṭṛ (Nom.+Partikel, sandhi tvaṣṭā+iva)
rūpaṃ
eine Gestalt (Akk.)
sukṛtaṃ
wohlgeformte (Akk.)
svadhityainā
mit dem Beil (Instr., sandhi svadhityā+...)
ehāḥ
sie, hierher gekommen (Nom.Pl.)
pari
rings um (Präverb)
pātre
das Gefäß (Lok.)
dadṛśrām
sollen sichtbar werden (3Pl.Perf.Konj.)

ṣaṣṭyāṃ śaratsu nidhipā abhīchāt svaḥ pakvenābhy aśnavātai upainaṃ jīvān pitaraś ca putrā etaṃ svargaṃ gamayāntam agneḥ

Im sechzigsten Herbst möge der Schatzhüter nach ihm verlangen; mit dem Gegarten möge er den Himmel erlangen. Zu ihm mögen die lebenden Väter und Söhne kommen; sie mögen ihn diese Himmelswelt jenseits von Agni erreichen lassen.

Wort für Wort
ṣaṣṭyāṃ
im sechzigsten (Lok.)
śaratsu
Herbst (Lok.Pl.)
nidhipā
der Schatzhüter (Nom.)
abhīchāt
möge verlangen (3Sg.Perf.Konj.)
svaḥ
den Himmel (Akk.)
pakvenābhy
mit dem Gegarten (Instr.)
aśnavātai
möge erlangen (3Sg.Aor.Konj.)
upainaṃ
zu ihm (Akk.)
jīvān
die lebenden (Nom.Pl.)
pitaraś
Väter (Nom.Pl.)
ca
und Söhne (Nom.Pl.)
putrā
diese (Akk.)
etaṃ
zur Himmelswelt (Akk.)
svargaṃ
mögen erreichen lassen (3Pl.Kaus.Imp.)
gamayāntam
jenseits (Akk.)
agneḥ
des Feuers (Gen.)

dhartā dhriyasva dharuṇe pṛthivyā acyutaṃ tvā devatāś cyāvayantu taṃ tvā daṃpatī jīvantau jīvaputrāv ud vāsayātaḥ pary agnidhānāt

Halte dich, du Träger, im Fundament der Erde; dich, den Unerschütterten, sollen dennoch die Gottheiten bewegen. Dich mögen die beiden Eheleute, lebend, mit lebenden Söhnen, aus der Feuerstätte heraus in eine neue Wohnung übersiedeln lassen.

Wort für Wort
dhartā
du Träger (Vok.)
dhriyasva
halte dich (2Sg.Imp.)
dharuṇe
im Fundament (Lok.)
pṛthivyā
der Erde (Gen.)
acyutaṃ
den Unerschütterten (Akk.)
tvā
dich (Akk.)
devatāś
die Gottheiten (Nom.Pl.)
cyāvayantu
sollen bewegen (3Pl.Präs.Konj.)
taṃ
dich (Akk.)
tvā
dich (Akk.)
daṃpatī
die beiden Eheleute (Nom.Dual)
jīvantau
lebend (Nom.Dual)
jīvaputrāv
mit lebenden Söhnen (Nom.Dual)
ud
auf (Präverb)
vāsayātaḥ
sollen übersiedeln lassen (3Dual.Kaus.Imp.)
pary
rings (Präverb)
agnidhānāt
aus der Feuerstätte (Abl.)

sarvānt samāgā abhijitya lokān yāvantaḥ kāmāḥ sam atītṛpas tān vi gāhethām āyavanaṃ ca darvir ekasmin pātre adhy ud dharainam

Nachdem du alle Welten gemeinsam erreicht und erobert hast, tauche ein in alle Wünsche, an denen du dich sattgetrunken hast. Aus dem Gefäß und mit der Kelle – hebe ihn aus einem einzigen Gefäß heraus.

Wort für Wort
sarvānt
alle (Akk.Pl.)
samāgā
zusammen (Adv.)
abhijitya
nachdem erobert (Gerundium)
lokān
die Welten (Akk.Pl.)
yāvantaḥ
so viele (Nom.Pl., Korrelativ)
kāmāḥ
Wünsche (Nom.Pl.)
sam
zusammen (Präverb)
atītṛpas
du hast dich sattgetrunken (2Sg.Perf., sam+atītṛpaḥ)
tān
sie (Akk.Pl.)
vi
auseinander, hinein (Präverb)
gāhethām
tauche ein (2Sg.Imp.Med.)
āyavanaṃ
den Herdplatz (Akk.)
ca
und
darvir
die Kelle (Nom.)
ekasmin
in einem einzigen (Lok.)
pātre
Gefäß (Lok.)
adhy
aus, von (Präp./Adv.)
ud
heraus (Präverb)
dharainam
hebe - ihn (2Sg.Imp.+Akk., sandhi dhara+enam)

upa stṛṇīhi prathaya purastād ghṛtena pātram abhi ghārayaitat vāśrevosrā taruṇaṃ stanasyum imaṃ devāso abhihiṅkṛṇota

Bereite die Unterlage, breite sie im Osten aus; besprenge dieses Gefäß mit Schmalz. Wie eine muhende Kuh milchgierig nach ihrem jungen Kalb verlangt, so sollt ihr Götter dazu das Hin-Rufen anstimmen.

Wort für Wort
upa
hin (Präverb)
stṛṇīhi
bereite die Unterlage (2Sg.Imp.)
prathaya
breite aus (2Sg.Imp.)
purastād
im Osten (Adv.)
ghṛtena
mit Schmalz (Instr.)
pātram
das Gefäß (Akk.)
abhi
hin (Präverb)
ghārayaitat
besprenge (2Sg.Imp.) + dieses (Akk., sandhi ghāraya+etat)
vāśrevosrā
vāśrā 'muhend' + iva 'wie' + usrā 'Kuh' → wie eine muhende Kuh (Nom.f., sandhi vāśrā+iva+usrā)
taruṇaṃ
das Junge, jung (Akk.)
stanasyum
stana 'Brust' + syu (Desiderativsuffix, 'verlangend') → milchgierig, nach der Brust verlangend (Akk.)
imaṃ
diesen (Akk.)
devāso
o Götter (Vok.Pl.)
abhihiṅkṛṇota
abhi 'hin' + hiṅ (Lautmalerei) + kṛṇota 'macht' (2Pl.Imp.) → das Hin-Rufen stimmt an

upāstarīr akaro lokam etam uruḥ prathatām asamaḥ svargaḥ tasmiṃ chrayātai mahiṣaḥ suparṇo devā enaṃ devatābhyaḥ pra yachān

Als Unterstreu hast du diese Welt geschaffen; sie möge sich weit ausdehnen, unvergleichlich, himmlisch. Darauf möge sich der mächtige, schöngeflügelte Vogel niederlassen; die Götter mögen ihn den anderen Gottheiten darreichen.

Wort für Wort
upāstarīr
als Unterstreu (Akk.)
akaro
hast du geschaffen (2Sg.Impf./Aor.)
lokam
Welt (Akk.)
etam
diese (Akk.)
uruḥ
weit (Nom.)
prathatām
möge sich ausdehnen (3Sg.Präs.Konj.)
asamaḥ
unvergleichlich (Nom.)
svargaḥ
himmlisch (Nom.)
tasmiṃ
darauf (Lok.)
chrayātai
möge sich niederlassen (3Sg.Aor.Konj.)
mahiṣaḥ
der mächtige (Nom.)
suparṇo
der schöngeflügelte Vogel (Nom.)
devā
die Götter (Nom.Pl.)
enaṃ
ihn (Akk.)
devatābhyaḥ
den anderen Gottheiten (Dat.Pl.)
pra
fort (Präverb)
yachān
mögen darreichen (3Pl.Präs.Konj.)

yadyaj jāyā pacati tvat paraḥparaḥ patir vā jāye tvat tiraḥ saṃ tat sṛjethāṃ saha vāṃ tad astu saṃpādayantau saha lokam ekam

Was auch immer die Gattin, ohne dich, für sich allein kocht, oder der Gatte, o Gattin, dir verborgen kocht – das sollt ihr beide vereinen; gemeinsam soll es euch gehören, indem ihr es gemeinsam zu einer einzigen Welt vollbringt. [Anm.: „paraḥparaḥ" hier unsicher wiedergegeben.]

Wort für Wort
yadyaj
was auch immer (Nom.)
jāyā
die Gattin (Nom.)
pacati
kocht (3Sg.Präs.)
tvat
ohne dich (Abl.)
paraḥparaḥ
für sich allein (Adv.)
patir
der Gatte (Nom.)
vā
oder
jāye
o Gattin (Vok.)
tvat
dir (Abl.)
tiraḥ
verborgen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
tat
das (Akk.)
sṛjethāṃ
sollt ihr vereinen (2Dual.Präs.Konj.)
saha
gemeinsam (Adv.)
vāṃ
euch beiden (Dat.Dual)
tad
das (Nom.)
astu
soll sein (3Sg.Imp.)
saṃpādayantau
gemeinsam vollbringend (Nom.Dual.Part.)
saha
gemeinsam (Adv.)
lokam
zur einzigen Welt (Akk.)
ekam
eine (Akk.)

yāvanto asyāḥ pṛthivīṃ sacante asmat putrāḥ pari ye saṃbabhūvuḥ sarvāṃs tāṃ upa pātre hvayethāṃ nābhiṃ jānānāḥ śiśavaḥ samāyān ||40|| {16}

Wie viele Söhne von uns es auch sind, die sich ringsum mit dieser Erde verbunden haben und aus ihr entstanden sind – ruft sie alle zum Gefäß herbei; ihren Ursprung erkennend, sollen die Kinder zusammenkommen.

Wort für Wort
yāvanto
wie viele (Nom.Pl.)
asyāḥ
von dieser (Gen.)
pṛthivīṃ
mit der Erde (Akk.)
sacante
sich verbinden (3Pl.Präs.)
asmat
von uns (Abl.)
putrāḥ
Söhne (Nom.Pl.)
pari
ringsum (Präverb)
ye
die (Nom.Pl.Rel.)
saṃbabhūvuḥ
sind entstanden (3Pl.Perf.)
sarvāṃs
alle (Akk.Pl.)
tāṃ
sie (Akk.Pl.)
upa
zum (Präverb)
pātre
Gefäß (Lok.)
hvayethāṃ
ruft herbei (2Dual.Imp.)
nābhiṃ
ihren Ursprung (Akk.)
jānānāḥ
erkennend (Nom.Pl.Part.)
śiśavaḥ
die Kinder (Nom.Pl.)
samāyān
sollen zusammenkommen (3Pl.Präs.Konj.)
||40||
(Versmarke 40)
{16}
(Anuvāka-Marke 16)

vasor yā dhārā madhunā prapīnā ghṛtena miśrā amṛtasya nābhayaḥ sarvās tā ava rundhe svargaḥ ṣaṣṭyāṃ śaratsu nidhipā abhīchāt

Der Strom des Guts, von Honig geschwellt, mit Schmalz vermischt – die Nabel der Unsterblichkeit: alle diese Ströme gewinne ich, der Himmel, für mich; im sechzigsten Herbst möge der Schatzhüter danach verlangen.

Wort für Wort
vasor
des Guts (Nom.)
yā
der (Nom.f.Rel.)
dhārā
Strom (Nom.)
madhunā
mit Honig (Instr.)
prapīnā
geschwellt (Nom.f.)
ghṛtena
mit Schmalz (Instr.)
miśrā
vermischt (Nom.f.)
amṛtasya
der Unsterblichkeit (Gen.)
nābhayaḥ
die Nabel (Nom.Pl.)
sarvās
alle (Akk.Pl.)
tā
sie (Akk.Pl.)
ava
gewinne (1Sg.Präs.)
rundhe
für mich (Adv.)
svargaḥ
ich, der Himmel (Nom.)
ṣaṣṭyāṃ
im sechzigsten (Lok.)
śaratsu
Herbst (Lok.Pl.)
nidhipā
der Schatzhüter (Nom.)
abhīchāt
möge verlangen (3Sg.Perf.Konj.)

nidhiṃ nidhipā abhy enam ichād anīśvarā abhitaḥ santu ye 'nye asmābhir datto nihitaḥ svargas tribhiḥ kāṇḍais trīnt svargān arukṣat

Den Schatz möge der Schatzhüter für sich begehren; machtlos sollen ringsum alle anderen sein. Von uns gegeben und niedergelegt ist der Himmel; mit den drei Abschnitten hat er die drei Himmel erklommen.

Wort für Wort
nidhiṃ
den Schatz (Akk.)
nidhipā
der Schatzhüter (Nom.)
abhy
für sich (Präverb)
enam
ihn (Akk.)
ichād
möge begehren (3Sg.Präs.Opt.)
anīśvarā
machtlos (Nom.Pl.)
abhitaḥ
ringsum (Adv.)
santu
sollen sein (3Pl.Imp.)
ye
die (Nom.Pl.Rel.)
'nye
andere (Nom.Pl.)
asmābhir
von uns (Instr.)
datto
gegeben (Nom.)
nihitaḥ
niedergelegt (Nom.)
svargas
der Himmel (Nom.)
tribhiḥ
mit den drei (Instr.Pl.)
kāṇḍais
Abschnitten (Instr.Pl.)
trīnt
drei (Akk.Pl.)
svargān
Himmel (Akk.Pl.)
arukṣat
hat erklommen (3Sg.Perf./Aor.)

agnī rakṣas tapatu yad videvaṃ kravyād piśāca iha mā pra pāsta nudāma enam apa rudhmo asmad ādityā enam aṅgirasaḥ sacantām

Agni versenge den bösen Geist, was auch immer gottlos ist; der leichenfressende Dämon soll uns hier nicht verschlingen. Wir stoßen ihn hinweg, wir halten ihn von uns fern; die Ādityas und die Aṅgiras sollen ihm nachsetzen.

Wort für Wort
agnī
Agni (Nom.Dual)
rakṣas
den bösen Geist (Akk.)
tapatu
möge versengen (3Sg.Imp.)
yad
was auch immer (Akk.)
videvaṃ
gottlos ist (Akk.)
kravyād
der leichenfressende (Nom.)
piśāca
Dämon (Nom.)
iha
hier (Adv.)
mā
nicht (Proh.)
pra
fort (Präverb)
pāsta
soll verschlingen (3Sg.Aor.Inj.)
nudāma
wir stoßen (1Pl.Präs.)
enam
ihn (Akk.)
apa
fort (Präverb)
rudhmo
wir halten fern (1Pl.Präs.)
asmad
von uns (Abl.)
ādityā
die Ādityas (Nom.Pl.)
enam
ihn (Akk.)
aṅgirasaḥ
die Aṅgiras (Nom.Pl.)
sacantām
sollen nachsetzen (3Pl.Präs.Konj.)

ādityebhyo aṅgirobhyo madhv idaṃ ghṛtena miśraṃ prati vedayāmi śuddhahastau brāhmaṇasyānihatyaitaṃ svargaṃ sukṛtāv apītam

Den Ādityas, den Aṅgiras kündige ich diesen mit Schmalz vermischten Honigseim an. Mit reinen Händen, ohne dem Brahmanen zu schaden, mögen die beiden Rechtschaffenen zu diesem Himmel gelangen.

Wort für Wort
ādityebhyo
den Ādityas (Dat.Pl.)
aṅgirobhyo
den Aṅgiras (Dat.Pl.)
madhv
den Honigseim (Akk.)
idaṃ
diesen (Akk.)
ghṛtena
mit Schmalz (Instr.)
miśraṃ
vermischten (Akk.)
prati
hin (Präverb)
vedayāmi
kündige ich an (1Sg.Präs.)
śuddhahastau
mit reinen Händen (Nom.Dual)
brāhmaṇasyānihatyaitaṃ
des Brahmanen, ohne zu schaden, diesen (Gen.+Gerundium+Akk., Kompositum)
svargaṃ
Himmel (Akk.)
sukṛtāv
die beiden Rechtschaffenen (Nom.Dual)
apītam
mögen gelangen (3Dual.Aor.Inj.)

idaṃ prāpam uttamaṃ kāṇḍam asya yasmāl lokāt parameṣṭhī samāpa ā siñca sarpir ghṛtavat sam aṅgdhy eṣa bhāgo aṅgiraso no atra

Dies habe ich erreicht, den obersten Abschnitt davon, von welcher Welt aus Parameṣṭhin ihn erreicht hat. Gieße Schmalz hinein, salbe es mit Butterschmalz; dies ist hier unser Anteil der Aṅgiras.

Wort für Wort
idaṃ
dies (Akk.)
prāpam
habe ich erreicht (1Sg.Aor.)
uttamaṃ
den obersten (Akk.)
kāṇḍam
Abschnitt (Akk.)
asya
davon (Gen.)
yasmāl
von welcher (Abl.Rel.)
lokāt
Welt (Abl.)
parameṣṭhī
Parameṣṭhin (Nom.)
samāpa
hat erreicht (3Sg.Perf.)
ā
hin (Präverb)
siñca
gieße (2Sg.Imp.)
sarpir
Schmalz (Akk.)
ghṛtavat
mit Butterschmalz (Adj.)
sam
zusammen (Präverb)
aṅgdhy
salbe (2Sg.Imp.)
eṣa
dies (Nom.)
bhāgo
der Anteil (Nom.)
aṅgiraso
der Aṅgiras (Gen.Pl.)
no
uns (Gen.)
atra
hier (Adv.)

satyāya ca tapase devatābhyo nidhiṃ śevadhiṃ pari dadma etam mā no dyūte 'va gān mā samityāṃ mā smānyasmā ut sṛjatā purā mat

Der Wahrheit und der Askese, den Gottheiten übergeben wir diesen Schatz, dieses Kleinod. Er soll uns nicht beim Würfelspiel abhandenkommen, nicht in der Versammlung; nicht sollt ihr ihn vor mir einem anderen als mir überlassen.

Wort für Wort
satyāya
der Wahrheit (Dat.)
ca
und
tapase
der Askese (Dat.)
devatābhyo
den Gottheiten (Dat.Pl.)
nidhiṃ
den Schatz (Akk.)
śevadhiṃ
das Kleinod (Akk.)
pari
rings (Präverb)
dadma
übergeben wir (1Pl.Präs.)
etam
diesen (Akk.)
mā
nicht (Proh.)
no
uns (Dat.)
dyūte
beim Würfelspiel (Lok.)
'va
weg (Präverb)
gān
soll gehen (3Sg.Aor.Inj.)
mā
nicht (Proh.)
samityāṃ
in der Versammlung (Lok.)
mā
nicht (Proh.)
smānyasmā
du (Nom.)
ut
einem anderen (Dat.)
sṛjatā
hin (Präverb)
purā
sollst überlassen (2Sg.Imp.)
mat
vor mir (Abl.)

ahaṃ pacāmy ahaṃ dadāmi mamed u karman karuṇe 'dhi jāyā kaumāro loko ajaniṣṭa putro 'nvārabhethāṃ vaya uttarāvat

Ich koche, ich gebe; mein ist das Werk, mir obliegt das Tun. Die Gattin hat geboren; die Welt der Jugend ist entstanden; man halte sich an den Sohn, auf daß das Alter weiterhin überlegen sei. [Anm.: Der Satzbau von „karuṇe 'dhi jāyā“ ist unsicher.]

Wort für Wort
ahaṃ
ich (Nom.)
pacāmy
koche (1Sg.Präs.)
ahaṃ
ich (Nom.)
dadāmi
gebe (1Sg.Präs.)
mamed
mein (Nom., enkl.)
u
fürwahr (Partikel)
karman
das Werk (Nom.)
karuṇe
das Tun (Lok.)
'dhi
obliegt (Adv./Präp., adhi, unsicher - vgl. Anm.)
jāyā
die Gattin (Nom.)
kaumāro
hat geboren (3Sg.Perf.)
loko
die Welt der Jugend (Nom.)
ajaniṣṭa
ist entstanden (3Sg.Aor.)
putro
der Sohn (Nom.)
'nvārabhethāṃ
man halte sich an (2Dual.Imp.)
vaya
das Alter (Nom.)
uttarāvat
überlegen (Nom.)

na kilbiṣam atra nādhāro asti na yan mitraiḥ samamamāna eti anūnaṃ pātraṃ nihitaṃ na etat paktāraṃ pakvaḥ punar ā viśāti

Hier gibt es keine Schuld, keine Bedrängnis, kein Übel, das einer im Wettstreit mit Freunden begeht. Vollständig ist dieses hier niedergelegte Gefäß; der Gegarte kehrt zum Kochenden zurück. [Anm.: Die Partikel „na“ in „nihitaṃ na etat“ ist schwer einzuordnen; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Deutung.]

Wort für Wort
na
nicht (Neg.)
kilbiṣam
Schuld (Nom.)
atra
hier (Adv.)
nādhāro
und nicht Bedrängnis (Neg.+Nom., Kompositum)
asti
gibt es (3Sg.Präs.)
na
nicht (Neg.)
yan
was (Akk.Rel.)
mitraiḥ
mit Freunden (Instr.Pl.)
samamamāna
im Wettstreit (Nom.Sg.Part.)
eti
er begeht (3Sg.Präs.)
anūnaṃ
vollständig (Nom.)
pātraṃ
Gefäß (Nom.)
nihitaṃ
niedergelegt (Nom.)
na
nicht (Neg.)
etat
dieses (Nom.)
paktāraṃ
den Kochenden (Akk.)
pakvaḥ
der Gegarte (Nom.)
punar
wieder (Adv.)
ā
hinein (Präverb)
viśāti
kehrt zurück (3Sg.Präs.)

priyaṃ priyāṇāṃ kṛṇavāma tamas te yantu yatame dviṣanti dhenur anaḍvān vayovaya āyad eva pauruṣeyam apa mṛtyuṃ nudantu

Das Liebste der lieben Dinge wollen wir bereiten; die Finsternis soll zu denen gehen, die uns hassen. Milchkuh und Zugstier, Kraft um Kraft, so wie sie im Menschen erscheint – sie sollen den Tod von uns vertreiben.

Wort für Wort
priyaṃ
das Liebste (Akk.)
priyāṇāṃ
der lieben Dinge (Gen.Pl.)
kṛṇavāma
wollen wir bereiten (1Pl.Präs.Konj.)
tamas
die Finsternis (Nom.)
te
zu ihnen (Dat.Pl., enkl.)
yantu
sollen gehen (3Pl.Imp.)
yatame
zu denen (Dat.Pl.Rel.)
dviṣanti
sie hassen (3Pl.Präs.)
dhenur
Milchkuh (Nom.)
anaḍvān
Zugstier (Nom.)
vayovaya
Kraft um Kraft (Nom./Akk., Kompositum)
āyad
so wie es erscheint (3Sg.Präs.)
eva
eben (Partikel)
pauruṣeyam
im Menschen, menschliche (Akk.)
apa
fort (Präverb)
mṛtyuṃ
den Tod (Akk.)
nudantu
sie sollen vertreiben (3Pl.Imp.)

sam agnayaḥ vidur anyo anyaṃ ya oṣadhīḥ sacate yaś ca sindhūn yāvanto devā divy ātapanti hiraṇyaṃ jyotiḥ pacato babhūva ||50|| {17}

Die Feuer kennen sich gegenseitig, eines das andere – das eine, das sich mit den Pflanzen verbindet, das andere mit den Strömen. So viele Götter am Himmel glühen – golden ist das Licht des Kochenden geworden.

Wort für Wort
sam
zusammen (Präverb)
agnayaḥ
die Feuer (Nom.Pl.)
vidur
kennen (3Pl.Perf.)
anyo
eines (Nom.)
anyaṃ
das andere (Akk.)
ya
das (Nom.Rel.)
oṣadhīḥ
mit den Pflanzen (Akk.Pl.)
sacate
sich verbindet (3Sg.Präs.)
yaś
und das (Nom.Rel.)
ca
und
sindhūn
mit den Strömen (Akk.Pl.)
yāvanto
so viele (Nom.Pl.)
devā
Götter (Nom.Pl.)
divy
am Himmel (Lok.)
ātapanti
glühen (3Pl.Präs.)
hiraṇyaṃ
golden (Nom.)
jyotiḥ
das Licht (Nom.)
pacato
des Kochenden (Gen.)
babhūva
ist geworden (3Sg.Perf.)
||50||
(Versmarke 50)
{17}
(Anuvāka-Marke 17)

eṣā tvacāṃ puruṣe saṃ babhūvānagnāḥ sarve paśavo ye anye kṣatreṇātmānaṃ pari dhāpayātho 'motaṃ vāso mukham odanasya

Diese Haut ist im Menschen entstanden; feuerlos sind alle anderen Tiere. Mit der Herrenmacht sollt ihr euch selbst umkleiden; ein ungewobenes Gewand ist der obere Rand des Breis.

Wort für Wort
eṣā
diese (Nom.)
tvacāṃ
Haut (Nom.)
puruṣe
im Menschen (Lok.)
saṃ
zusammen (Präverb)
babhūvānagnāḥ
ist entstanden, feuerlos (3Sg.Perf.+Nom.Pl., Kompositum)
sarve
alle (Nom.Pl.)
paśavo
die Tiere (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.Rel.)
anye
andere (Nom.Pl.)
kṣatreṇātmānaṃ
mit der Herrenmacht, euch selbst (Instr.+Akk., Kompositum)
pari
rings (Präverb)
dhāpayātho
sollt ihr umkleiden (2Dual.Imp.)
'motaṃ
ungewobenes (Nom.)
vāso
Gewand (Nom.)
mukham
der obere Rand (Nom.)
odanasya
des Breis (Gen.)

yad akṣeṣu vadā yat samityāṃ yad vā vadā anṛtaṃ vittakāmyā samānaṃ tantum abhi samvasānau tasmint sarvaṃ śamalaṃ sādayāthaḥ

Was du beim Würfelspiel sprachst, was in der Versammlung, oder was du aus Gier nach Gewinn Unwahres sprachst – indem ihr beide euch in denselben Faden der Gemeinsamkeit hüllt, legt darin allen Makel nieder.

Wort für Wort
yad
was
akṣeṣu
bei den Würfeln (Lok.Pl.)
vadā
du sprachst (2Sg.Aor.)
yat
was
samityāṃ
in der Versammlung (Lok.)
yad
was
vā
oder
vadā
du sprachst (2Sg.Aor.)
anṛtaṃ
Unwahres (Akk.)
vittakāmyā
aus Gewinngier (Instr.)
samānaṃ
denselben (Akk.)
tantum
Faden (Akk.)
abhi
hin (Präverb)
samvasānau
euch hüllend (Nom.Dual.Part.)
tasmint
darin (Lok.)
sarvaṃ
allen (Akk.)
śamalaṃ
Makel (Akk.)
sādayāthaḥ
legt nieder (2Dual.Imp.)

varṣaṃ vanuṣvāpi gacha devāṃs tvaco dhūmaṃ pary ut pātayāsi viśvavyacā ghṛtapṛṣṭho bhaviṣyant sayonir lokam upa yāhy etam

Erlange den Regen, geh zu den Göttern hinüber; du läßt den Rauch von der Haut ringsum aufsteigen. Allumfassend, mit schmalzglänzendem Rücken, künftig entstehend, aus gleichem Schoße stammend, geh zu dieser Welt hin.

Wort für Wort
varṣaṃ
den Regen (Akk.)
vanuṣvāpi
erlange, auch (2Sg.Imp.+Adv., Kompositum)
gacha
geh hinüber (2Sg.Imp.)
devāṃs
zu den Göttern (Akk.Pl.)
tvaco
von der Haut (Gen.)
dhūmaṃ
den Rauch (Akk.)
pary
ringsum (Präverb)
ut
auf (Präverb)
pātayāsi
lässt du steigen (2Sg.Präs.)
viśvavyacā
allumfassend (Nom.)
ghṛtapṛṣṭho
mit schmalzglänzendem Rücken (Nom.)
bhaviṣyant
künftig entstehend (Nom.)
sayonir
aus gleichem Schoße stammend (Nom.)
lokam
Welt (Akk.)
upa
zu dieser (Präverb)
yāhy
geh (2Sg.Imp.)
etam
diese (Akk.)

tanvaṃ svargo bahudhā vi cakre yathā vida ātmann anyavarṇām apājait kṛṣṇāṃ ruśatīṃ punāno yā lohinī tāṃ te agnau juhomi

Der Himmel hat den Leib vielfach gestaltet, so wie er ihn in sich selbst als andersfarbig erkannte; er trieb das Schwarze fort, indem er das Weiße läuterte. Was rötlich daran war, das opfere ich dir im Feuer.

Wort für Wort
tanvaṃ
den Leib (Akk.)
svargo
der Himmel (Nom.)
bahudhā
vielfach (Adv.)
vi
ver- (Präverb)
cakre
hat gestaltet (3Sg.Perf.)
yathā
so wie (Adv.)
vida
er erkannte (3Sg.Impf./Aor.)
ātmann
in sich selbst (Lok.)
anyavarṇām
als andersfarbig (Akk.)
apājait
er trieb fort (3Sg.Aor.)
kṛṣṇāṃ
das Schwarze (Akk.)
ruśatīṃ
das Weiße (Akk.)
punāno
läuternd (Nom.Sg.Part.)
yā
was (Nom.Rel.)
lohinī
rötlich war (Nom.)
tāṃ
das (Akk.)
te
dir (Dat.)
agnau
im Feuer (Lok.)
juhomi
opfere ich (1Sg.Präs.)

prācyai tvā diśe 'gnaye 'dhipataye 'sitāya rakṣitra ādityāyeṣumate etaṃ pari dadmas taṃ no gopāyatāsmākam aitoḥ diṣṭaṃ no atra jarase ni neṣaj jarā mṛtyave pari ṇo dadātv atha pakvena saha saṃ bhavema

Dich übergeben wir der östlichen Richtung, Agni als Gebieter, dem Schwarzen als Beschützer, dem pfeilbewehrten Āditya. Diesen Brei übergeben wir; behütet ihn für uns, auf daß er zu uns gelange. Was uns hier zum Altern bestimmt ist, das führe uns hinein; das Alter möge uns dem Tod übergeben, und so mögen wir mit dem Gegarten vereint sein.

Wort für Wort
prācyai
der östlichen (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
diśe
Richtung (Dat.)
'gnaye
Agni (Dat.)
'dhipataye
als Gebieter (Dat.)
'sitāya
dem Schwarzen (Dat.)
rakṣitra
als Beschützer (Dat.)
ādityāyeṣumate
āditya 'Āditya' + iṣumant 'pfeilbewehrt' → dem pfeilbewehrten Āditya (Dat., sandhi ādityāya+iṣumate)
etaṃ
diesen (Akk.)
pari
rings (Präverb)
dadmas
übergeben wir (1Pl.Präs.)
taṃ
den (Akk.)
no
uns (Dat.)
gopāyatāsmākam
behütet (2Pl.Imp.) + unseren (Gen.Pl., sandhi gopāyata+asmākam)
aitoḥ
auf dass er gelange (Gen., Verbalnomen)
diṣṭaṃ
was bestimmt ist (Nom./Akk.)
no
uns (Dat.)
atra
hier (Adv.)
jarase
zum Altern (Dat.)
ni
hinein (Präverb)
neṣaj
möge führen (3Sg.Aor.Inj.)
jarā
das Alter (Nom.)
mṛtyave
dem Tod (Dat.)
pari
über (Präverb)
ṇo
uns (Akk., enkl.)
dadātv
möge übergeben (3Sg.Imp.)
atha
und so (Adv.)
pakvena
mit dem Gegarten (Instr.)
saha
zusammen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavema
mögen wir vereint sein (1Pl.Opt.)

dakṣiṇāyai tvā diśa indrāyādhipataye tiraścirājaye rakṣitre yamāyeṣumate etaṃ pari dadmas taṃ no gopāyatāsmākam aitoḥ diṣṭaṃ no atra jarase ni neṣaj jarā mṛtyave pari ṇo dadātv atha pakvena saha saṃ bhavema

Dich übergeben wir der südlichen Richtung, Indra als Gebieter, dem Quergestreiften als Beschützer, Yama, dem pfeilbewehrten. [Anm.: „tiraścirāji“ bezeichnet wörtlich ein quergestreiftes Wesen (wohl eine Schlange), nicht ein „strahlendes“.]

Wort für Wort
dakṣiṇāyai
der südlichen (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
diśa
Richtung (Dat.)
indrāyādhipataye
indra 'Indra' + adhipati 'Gebieter' → Indra als Gebieter (Dat., sandhi indrāya+adhipataye)
tiraścirājaye
dem Quergestreiften [Schlange] (Dat., unsicher)
rakṣitre
als Beschützer (Dat.)
yamāyeṣumate
yama 'Yama' + iṣumant 'pfeilbewehrt' → Yama, dem pfeilbewehrten (Dat., sandhi yamāya+iṣumate)
etaṃ
diesen (Akk.)
pari
rings (Präverb)
dadmas
übergeben wir (1Pl.Präs.)
taṃ
den (Akk.)
no
uns (Dat.)
gopāyatāsmākam
behütet (2Pl.Imp.) + unseren (Gen.Pl., sandhi gopāyata+asmākam)
aitoḥ
auf dass er gelange (Gen., Verbalnomen)
diṣṭaṃ
was bestimmt ist (Nom./Akk.)
no
uns (Dat.)
atra
hier (Adv.)
jarase
zum Altern (Dat.)
ni
hinein (Präverb)
neṣaj
möge führen (3Sg.Aor.Inj.)
jarā
das Alter (Nom.)
mṛtyave
dem Tod (Dat.)
pari
über (Präverb)
ṇo
uns (Akk., enkl.)
dadātv
möge übergeben (3Sg.Imp.)
atha
und so (Adv.)
pakvena
mit dem Gegarten (Instr.)
saha
zusammen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavema
mögen wir vereint sein (1Pl.Opt.)

pratīcyai tvā diśe varuṇāyādhipataye pṛdākave rakṣitre 'nnāyeṣumate etaṃ pari dadmas taṃ no gopāyatāsmākam aitoḥ diṣṭaṃ no atra jarase ni neṣaj jarā mṛtyave pari ṇo dadātv atha pakvena saha saṃ bhavema

Dich übergeben wir der westlichen Richtung, Varuṇa als Gebieter, der Giftschlange als Beschützerin, der pfeilbewehrten Speise. Diesen Brei übergeben wir; behütet ihn für uns, auf daß er zu uns gelange. Was uns hier zum Altern bestimmt ist, das führe uns hinein; das Alter möge uns dem Tod übergeben, und so mögen wir mit dem Gegarten vereint sein.

Wort für Wort
pratīcyai
der westlichen (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
diśe
Richtung (Dat.)
varuṇāyādhipataye
varuṇa 'Varuṇa' + adhipati 'Gebieter' → Varuṇa als Gebieter (Dat., sandhi varuṇāya+adhipataye)
pṛdākave
der Giftschlange (Dat.)
rakṣitre
als Beschützerin (Dat.)
'nnāyeṣumate
anna 'Speise' + iṣumant 'pfeilbewehrt' → der pfeilbewehrten Speise (Dat., sandhi annāya+iṣumate)
etaṃ
diesen (Akk.)
pari
rings (Präverb)
dadmas
übergeben wir (1Pl.Präs.)
taṃ
den (Akk.)
no
uns (Dat.)
gopāyatāsmākam
behütet (2Pl.Imp.) + unseren (Gen.Pl., sandhi gopāyata+asmākam)
aitoḥ
auf dass er gelange (Gen., Verbalnomen)
diṣṭaṃ
was bestimmt ist (Nom./Akk.)
no
uns (Dat.)
atra
hier (Adv.)
jarase
zum Altern (Dat.)
ni
hinein (Präverb)
neṣaj
möge führen (3Sg.Aor.Inj.)
jarā
das Alter (Nom.)
mṛtyave
dem Tod (Dat.)
pari
über (Präverb)
ṇo
uns (Akk., enkl.)
dadātv
möge übergeben (3Sg.Imp.)
atha
und so (Adv.)
pakvena
mit dem Gegarten (Instr.)
saha
zusammen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavema
mögen wir vereint sein (1Pl.Opt.)

udīcyai tvā diśe somāyādhipataye svajāya rakṣitre 'śanyā iṣumatyai etaṃ pari dadmas taṃ no gopāyatāsmākam aitoḥ diṣṭaṃ no atra jarase ni neṣaj jarā mṛtyave pari ṇo dadātv atha pakvena saha saṃ bhavema

Dich übergeben wir der nördlichen Richtung, Soma als Gebieter, dem Selbstentstandenen als Beschützer, dem pfeilbewehrten Blitz. Diesen Brei übergeben wir; behütet ihn für uns, auf daß er zu uns gelange. Was uns hier zum Altern bestimmt ist, das führe uns hinein; das Alter möge uns dem Tod übergeben, und so mögen wir mit dem Gegarten vereint sein.

Wort für Wort
udīcyai
der nördlichen (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
diśe
Richtung (Dat.)
somāyādhipataye
soma 'Soma' + adhipati 'Gebieter' → Soma als Gebieter (Dat., sandhi somāya+adhipataye)
svajāya
dem Selbstentstandenen (Dat.)
rakṣitre
als Beschützer (Dat.)
'śanyā
dem Blitz (Dat.)
iṣumatyai
der pfeilbewehrten (Dat.f.)
etaṃ
diesen (Akk.)
pari
rings (Präverb)
dadmas
übergeben wir (1Pl.Präs.)
taṃ
den (Akk.)
no
uns (Dat.)
gopāyatāsmākam
behütet (2Pl.Imp.) + unseren (Gen.Pl., sandhi gopāyata+asmākam)
aitoḥ
auf dass er gelange (Gen., Verbalnomen)
diṣṭaṃ
was bestimmt ist (Nom./Akk.)
no
uns (Dat.)
atra
hier (Adv.)
jarase
zum Altern (Dat.)
ni
hinein (Präverb)
neṣaj
möge führen (3Sg.Aor.Inj.)
jarā
das Alter (Nom.)
mṛtyave
dem Tod (Dat.)
pari
über (Präverb)
ṇo
uns (Akk., enkl.)
dadātv
möge übergeben (3Sg.Imp.)
atha
und so (Adv.)
pakvena
mit dem Gegarten (Instr.)
saha
zusammen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavema
mögen wir vereint sein (1Pl.Opt.)

dhruvāyai tvā diśe viṣṇave 'dhipataye kalmāṣagrīvāya rakṣitra oṣadhībhya iṣumatībhyaḥ etaṃ pari dadmas taṃ no gopāyatāsmākam aitoḥ diṣṭaṃ no atra jarase ni neṣaj jarā mṛtyave pari ṇo dadātv atha pakvena saha saṃ bhavema

Dich übergeben wir der festen, unteren Richtung, Viṣṇu als Gebieter, dem Fleckenhalsigen als Beschützer, den pfeilbewehrten Heilpflanzen. Diesen Brei übergeben wir; behütet ihn für uns, auf daß er zu uns gelange. Was uns hier zum Altern bestimmt ist, das führe uns hinein; das Alter möge uns dem Tod übergeben, und so mögen wir mit dem Gegarten vereint sein.

Wort für Wort
dhruvāyai
der festen, unteren (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
diśe
Richtung (Dat.)
viṣṇave
Viṣṇu (Dat.)
'dhipataye
als Gebieter (Dat.)
kalmāṣagrīvāya
dem Fleckenhalsigen (Dat.)
rakṣitra
als Beschützer (Dat.)
oṣadhībhya
den Heilpflanzen (Dat.Pl.)
iṣumatībhyaḥ
den pfeilbewehrten (Dat.Pl.f.)
etaṃ
diesen (Akk.)
pari
rings (Präverb)
dadmas
übergeben wir (1Pl.Präs.)
taṃ
den (Akk.)
no
uns (Dat.)
gopāyatāsmākam
behütet (2Pl.Imp.) + unseren (Gen.Pl., sandhi gopāyata+asmākam)
aitoḥ
auf dass er gelange (Gen., Verbalnomen)
diṣṭaṃ
was bestimmt ist (Nom./Akk.)
no
uns (Dat.)
atra
hier (Adv.)
jarase
zum Altern (Dat.)
ni
hinein (Präverb)
neṣaj
möge führen (3Sg.Aor.Inj.)
jarā
das Alter (Nom.)
mṛtyave
dem Tod (Dat.)
pari
über (Präverb)
ṇo
uns (Akk., enkl.)
dadātv
möge übergeben (3Sg.Imp.)
atha
und so (Adv.)
pakvena
mit dem Gegarten (Instr.)
saha
zusammen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavema
mögen wir vereint sein (1Pl.Opt.)

ūrdhvāyai tvā diśe bṛhaspataye 'dhipataye śvitrāya rakṣitre varṣāyeṣumate etaṃ pari dadmas taṃ no gopāyatāsmākam aitoḥ diṣṭaṃ no atra jarase ni neṣaj jarā mṛtyave pari ṇo dadātv atha pakvena saha saṃ bhavema ||60|| {18}

Dich übergeben wir der oberen Richtung, Bṛhaspati als Gebieter, dem Weißlichen als Beschützer, dem pfeilbewehrten Regen. Diesen Brei übergeben wir; behütet ihn für uns, auf daß er zu uns gelange. Was uns hier zum Altern bestimmt ist, das führe uns hinein; das Alter möge uns dem Tod übergeben, und so mögen wir mit dem Gegarten vereint sein.

Wort für Wort
ūrdhvāyai
der oberen (Dat.)
tvā
dich (Akk.)
diśe
Richtung (Dat.)
bṛhaspataye
Bṛhaspati (Dat.)
'dhipataye
als Gebieter (Dat.)
śvitrāya
dem Weißlichen (Dat.)
rakṣitre
als Beschützer (Dat.)
varṣāyeṣumate
varṣa 'Regen' + iṣumant 'pfeilbewehrt' → dem pfeilbewehrten Regen (Dat., sandhi varṣāya+iṣumate)
etaṃ
diesen (Akk.)
pari
rings (Präverb)
dadmas
übergeben wir (1Pl.Präs.)
taṃ
den (Akk.)
no
uns (Dat.)
gopāyatāsmākam
behütet (2Pl.Imp.) + unseren (Gen.Pl., sandhi gopāyata+asmākam)
aitoḥ
auf dass er gelange (Gen., Verbalnomen)
diṣṭaṃ
was bestimmt ist (Nom./Akk.)
no
uns (Dat.)
atra
hier (Adv.)
jarase
zum Altern (Dat.)
ni
hinein (Präverb)
neṣaj
möge führen (3Sg.Aor.Inj.)
jarā
das Alter (Nom.)
mṛtyave
dem Tod (Dat.)
pari
über (Präverb)
ṇo
uns (Akk., enkl.)
dadātv
möge übergeben (3Sg.Imp.)
atha
und so (Adv.)
pakvena
mit dem Gegarten (Instr.)
saha
zusammen (Adv.)
saṃ
zusammen (Präverb)
bhavema
mögen wir vereint sein (1Pl.Opt.)
||60||
(Versmarke 60)
{18}
(Anuvāka-Marke 18)

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