satyaṃ bṛhad ṛtam ugraṃ dīkṣā tapo brahma yajñaḥ pṛthivīṃ dhārayanti sā no bhūtasya bhavyasya patny uruṃ lokaṃ pṛthivī naḥ kṛṇotu
Wahrheit, das Erhabene, die gewaltige Weltordnung, Weihe, Glut der Askese, das heilige Wort und das Opfer – sie tragen die Erde. Sie, die Herrin des Gewesenen und des Künftigen, sie, die Erde, schaffe uns weiten Raum.
Sie, die inmitten der Menschen ohne Enge ist, deren Höhen, Tiefen und Ebenen vielfältig sind, die Pflanzen von mannigfacher Heilkraft trägt – die Erde breite sich für uns aus und sei uns gewogen.
Wort für Wort
asaṃbādhaṃ
a- 'nicht' + saṃbādha 'Enge, Bedrängnis' → ohne Enge (Akk./Adj.)
yasyāṃ samudra uta sindhur āpo yasyām annaṃ kṛṣṭayaḥ saṃbabhūvuḥ yasyām idaṃ jinvati prāṇad ejat sā no bhūmiḥ pūrvapeye dadhātu
In ihr sind das Meer und der Strom, die Wasser; in ihr sind Nahrung und die pflügenden Völker entstanden; in ihr gedeiht alles, was atmet und sich regt – sie, die Erde, gewähre uns Anteil am ersten Trankopfer.
yasyāś catasraḥ pradiśaḥ pṛthivyā yasyām annam kṛṣṭayaḥ saṃbabhūvuḥ yā bibharti bahudhā prāṇad ejat sā no bhūmir goṣv apy anne dadhātu
Ihr, der Erde, gehören die vier Himmelsrichtungen; in ihr sind Nahrung und die pflügenden Völker entstanden; sie, die vielfältig trägt, was atmet und sich regt – sie, die Erde, gewähre uns Anteil an Rindern und an Nahrung.
yasyāṃ pūrve pūrvajanā vicakrire yasyāṃ devā asurān abhyavartayan gavām aśvānāṃ vayasaś ca viṣṭhā bhagaṃ varcaḥ pṛthivī no dadhātu
In ihr haben die Urzeitlichen, die zuerst Geborenen, gewirkt; in ihr haben die Götter die Asuras bezwungen; sie ist die Stätte der Rinder, Rosse und Vögel – Glück und Glanz gebe uns die Erde.
Wort für Wort
yasyāṃ
in der
pūrve
die früheren (Nom. Pl.)
pūrvajanā
pūrva 'zuerst, früher' + jana 'geboren, Wesen' → die zuerst Geborenen (Nom. Pl.)
vicakrire
haben gewirkt (3Pl. Perf. Med., √kṛ)
yasyāṃ
in der
devā
die Götter (Nom. Pl.)
asurān
die Asuras (Akk. Pl.)
abhyavartayan
haben bezwungen (3Pl. Impf. Kaus.)
gavām
der Rinder (Gen. Pl.)
aśvānāṃ
der Rosse (Gen. Pl.)
vayasaś
der Vögel (Gen. Pl.)
ca
und
viṣṭhā
vi 'auseinander' + sthā 'stehen' → die Stätte (Nom.)
Die Allesernährende, die Güterspenderin, der feste Grund, die Goldbrüstige, die Wohnstatt der lebendigen Welt, die das allmenschliche Feuer Vaishvanara trägt und deren Stier Indra ist – die Erde gebe uns Anteil an Reichtum.
Wort für Wort
viśvaṃbharā
viśva 'alles' + bharā 'tragend, nährend' → die Allesernährende (Nom.)
vasudhānī
vasu 'Gut, Reichtum' + dhānī 'Spenderin' → die Güterspenderin (Nom.)
pratiṣṭhā
prati 'gegenüber' + sthā 'stehen' → der feste Grund (Nom.)
hiraṇyavakṣā
hiraṇya 'Gold' + vakṣas 'Brust' → die Goldbrüstige (Nom.)
Sie, die Erde, die Prithivi, die stets Wachsame, die die schlaflosen Götter zu jeder Zeit behüten – sie melke uns die liebe Süße und benetze uns mit Glanz.
Wort für Wort
yāṃ
die (Akk., Relativ)
rakṣanty
behüten (3Pl. Präs.)
asvapnā
a- 'nicht' + svapna 'Schlaf' → die schlaflosen (Nom. Pl.)
viśvadānīṃ
viśva 'alle' + idānīm 'jetzt' → zu jeder Zeit, immer (Akk./Adv.)
Sie, die im Urmeer, in der Flut, am Anfang war, die die weisen Seher mit ihren Zauberkräften erforschten, deren Herz im höchsten Himmelsraum, von Wahrheit umhüllt, unsterblich ist – sie, die Erde, verleihe uns Glanzkraft und Stärke in höchster Herrschaft.
Wort für Wort
yārṇave
die - im Urmeer (Nom.+Lok., sandhi yā+arṇave)
'dhi
auf, in (Präverb, sandhi adhi)
salilam
die Flut (Akk./Lok.)
agra
am Anfang (Lok./Adv.)
āsīt
war (3Sg. Impf., √as)
yāṃ
die (Akk., Relativ)
māyābhir
mit Zauberkräften (Instr. Pl.)
anvacaran
erforschten (3Pl. Impf., anu+car)
manīṣiṇaḥ
die weisen Seher (Nom. Pl.)
yasyā
deren (Gen. Fem.)
hṛdayaṃ
Herz (Nom.)
parame
im höchsten (Lok.)
vyomant
Himmelsraum (Lok., +sandhi -t)
satyenāvṛtam
von Wahrheit umhüllt (Instr.+Part., sandhi satyena+āvṛtam)
In ihr fließen die ringsum wandelnden, gleichmäßigen Wasser Tag und Nacht unablässig – sie, die Erde mit den reichen Strömen, melke uns Milch und benetze uns mit Glanz.
Wort für Wort
yasyām
in der
āpaḥ
die Wasser (Nom. Pl.)
paricarāḥ
die ringsum wandelnden (Nom. Pl.)
samānīr
die gleichmäßigen (Nom. Pl.)
ahorātre
ahar 'Tag' + rātri 'Nacht' → Tag und Nacht (Akk. Dual/Adv., Dvandva)
apramādaṃ
unablässig (Akk./Adv.)
kṣaranti
fließen (3Pl. Präs.)
sā
sie (Nom.)
no
uns (Dat.)
bhūmir
die Erde (Nom.)
bhūridhārā
bhūri 'reich, viel' + dhārā 'Strom' → mit den reichen Strömen, die Reichströmige (Nom., Bahuvrihi)
yām aśvināv amimātāṃ viṣṇur yasyāṃ vicakrame indro yāṃ cakra ātmane 'namitrāṃ śacīpatiḥ sā no bhūmir vi sṛjatāṃ mātā putrāya me payaḥ ||10|| {1}
Sie, die die beiden Ashvin ausgemessen haben, über die Vishnu hinwegschritt, die sich Indra, der Herr der Macht, feindfrei zu eigen machte – sie, die Erde, die Mutter, gebe mir, dem Sohn, reichlich Milch.
Wort für Wort
yām
die (Akk., Relativ)
aśvināv
die beiden Aśvin (Nom. Dual)
amimātāṃ
ausgemessen haben (3Dual Impf., √mā)
viṣṇur
Viṣṇu (Nom.)
yasyāṃ
über die (Lok.)
vicakrame
hinwegschritt (3Sg. Perf., vi+kram)
indro
Indra (Nom.)
yāṃ
die (Akk.)
cakra
machte (3Sg. Perf., √kṛ)
ātmane
sich, zu eigen (Dat.)
'namitrāṃ
feindfrei (Akk., sandhi an+amitrām)
śacīpatiḥ
śacī 'Macht, Kraft' + pati 'Herr' → der Herr der Macht (Nom., Beiname Indras)
Deine Berge, o Erde, die schneebedeckten Gebirge, dein Wald sei uns freundlich gesinnt. Die braune, schwarze, rötliche, allgestaltige, die feste, von Indra behütete Erde – unbesiegt, unverletzt, unversehrt habe ich sie betreten.
yat te madhyaṃ pṛthivi yac ca nabhyaṃ yās ta ūrjas tanvaḥ saṃbabhūvuḥ tāsu no dhehy abhi naḥ pavasva mātā bhūmiḥ putro ahaṃ pṛthivyāḥ parjanyaḥ pitā sa u naḥ pipartu
Was deine Mitte ist, Erde, und was dein Nabel, die Kraftsäfte, die aus deinem Leib erwachsen sind – in sie setze uns ein, ström uns entgegen. Mutter ist die Erde, ihr Sohn bin ich; Parjanya ist der Vater – er möge uns nähren.
Auf ihr errichtet man den Opferaltar; auf ihr vollziehen die Werkkundigen das Opfer; auf ihr werden die Opferpfähle aufgerichtet, aufrecht und hell, noch vor der Opferspende – sie, die Erde, möge, selbst wachsend, auch uns mehren.
yo no dveṣat pṛthivi yaḥ pṛtanyād yo 'bhidāsān manasā yo vadhena taṃ no bhūme randhaya pūrvakṛtvari
Wer uns hasst, Erde, wer uns befehdet, wer uns mit Gedanken oder mit Waffengewalt nachstellt – den liefere uns aus, o Erde, die du von alters her wirkst.
Wort für Wort
yo
wer (Nom., Relativ)
no
uns (Akk.)
dveṣat
hasst (3Sg. Inj./Konj.)
pṛthivi
o Erde (Vok.)
yaḥ
wer (Nom.)
pṛtanyād
befehdet (3Sg. Konj.)
yo
wer (Nom.)
'bhidāsān
nachstelle (3Sg. Inj., sandhi abhidāsāt)
manasā
mit Gedanken (Instr.)
yo
wer (Nom.)
vadhena
mit Waffengewalt (Instr.)
taṃ
den (Akk.)
no
uns (Dat.)
bhūme
o Erde (Vok.)
randhaya
liefere aus (2Sg. Imp. Kaus., √randh)
pūrvakṛtvari
pūrva 'früher, alt' + kṛtvarī 'Wirkende' → o du, die von alters her wirkt (Vok.)
Aus dir geboren, wandeln die Sterblichen in dir; du trägst die Zweifüßler, du die Vierfüßler. Dein sind, Erde, diese fünf Menschenstämme, denen die aufgehende Sonne mit ihren Strahlen unsterbliches Licht ausbreitet.
Wort für Wort
tvaj
aus dir (Abl.)
jātās
geboren (Nom. Pl. Part.)
tvayi
in dir (Lok.)
caranti
wandeln (3Pl. Präs.)
martyās
die Sterblichen (Nom. Pl.)
tvaṃ
du (Nom.)
bibharṣi
trägst (2Sg. Präs.)
dvipadas
dvi 'zwei' + pada 'Fuß' → die Zweifüßler (Akk. Pl.)
tvaṃ
du
catuṣpadaḥ
catur 'vier' + pada 'Fuß' → die Vierfüßler (Akk. Pl.)
Die Mutter der Pflanzen, der alles gehört, die feste, durch die Weltordnung getragene Erde, die gütige, freundliche – auf ihr möchten wir alle Tage wandeln.
Wort für Wort
viśvasvaṃ
viśva 'alles' + sva 'eigen' → dem alles gehört (Akk., Adj.)
mahat sadhasthaṃ mahatī babhūvitha mahān vega ejathur vepathuṣ ṭe mahāṃs tvendro rakṣaty apramādam sā no bhūme pra rocaya hiraṇyasyeva saṃdṛśi mā no dvikṣata kaś cana
Groß ist deine Stätte, zu einer Großen bist du geworden; gewaltig ist dein Beben, dein Erschüttern, dein Zittern; der mächtige Indra behütet dich unablässig – du, Erde, lass uns erstrahlen wie im Anblick von Gold. Niemand soll uns hassen.
Feuer ist in der Erde, in den Pflanzen; Feuer tragen die Wasser; Feuer ist in den Steinen; Feuer ist im Innern der Menschen; in den Rindern, in den Rossen ist Feuer.
Feuer glüht vom Himmel herab; dem göttlichen Feuer gehört der weite Luftraum; die Sterblichen entzünden das Feuer, den Opferboten, dem die Schmelzbutter lieb ist.
Wort für Wort
agnir
Feuer (Nom.)
diva
vom Himmel (Abl.)
ā
her (Präverb)
tapaty
glüht (3Sg. Präs.)
agner
dem Feuer (Gen.)
devasyorv
dem göttlichen - weiter (Gen.+Nom., sandhi devasya+uru)
antarikṣam
der Luftraum (Nom.)
agniṃ
das Feuer (Akk.)
martāsa
die Sterblichen (Nom. Pl.)
indhate
entzünden (3Pl. Präs. Med.)
havyavāhaṃ
havya 'Opfergabe' + vāha 'Träger, Bote' → den Opferboten (Akk.)
ghṛtapriyam
ghṛta 'Schmelzbutter' + priya 'lieb' → dem die Schmelzbutter lieb ist (Akk.)
Die feuergewandete Erde, mit dunklen Knien [Anm.: „asitajnuh“, wörtlich „dunkelknieig“ – wohl ein Beiname der Erde, genauer Sinn unsicher], mache mich glanzvoll und gerüstet.
Wort für Wort
agnivāsāḥ
agni 'Feuer' + vāsas 'Gewand' → die feuergewandete (Nom.)
Auf der Erde bringt man den Göttern das Opfer dar, die wohlbereitete Opfergabe; auf der Erde leben die Menschen, die Sterblichen, von eigener Kraft und von Speise. Sie, die Erde, gebe uns Lebensatem und Lebenszeit; die Erde lasse mich ein hohes Alter erreichen.
yas te gandhaḥ pṛthivi saṃbabhūva yaṃ bibhraty oṣadhayo yam āpaḥ yaṃ gandharvā apsarasaś ca bhejire tena mā surabhiṃ kṛṇu mā no dvikṣata kaś cana
Der Duft, Erde, der in dir entstanden ist, den die Pflanzen tragen, den die Wasser tragen, an dem die Gandharva und die Apsaras teilhaben – mit diesem mache mich wohlriechend. Niemand soll uns hassen.
Wort für Wort
yas
der (Nom., Relativ)
te
dein (Gen.)
gandhaḥ
Duft (Nom.)
pṛthivi
o Erde (Vok.)
saṃbabhūva
ist entstanden (3Sg. Perf.)
yaṃ
den (Akk.)
bibhraty
tragen (3Pl. Präs.)
oṣadhayo
die Pflanzen (Nom. Pl.)
yam
den (Akk.)
āpaḥ
die Wasser (Nom. Pl.)
yaṃ
an dem (Akk.)
gandharvā
die Gandharva (Nom. Pl.)
apsarasaś
ap 'Wasser' + saras/sṛ 'sich bewegen' → Apsaras (Nom. Pl., wörtl. 'im Wasser Wandelnde')
ca
und
bhejire
haben teilgehabt (3Pl. Perf. Med., √bhaj)
tena
mit diesem (Instr.)
mā
mich (Akk.)
surabhiṃ
su 'gut, wohl' + rabhi 'Duft' → wohlriechend (Akk.)
yas te gandhaḥ puṣkaram āviveśa yaṃ saṃjabhruḥ sūryāyā vivāhe amartyāḥ pṛthivi gandham agre tena mā surabhiṃ kṛṇu mā no dvikṣata kaś cana
Der Duft, der in den Lotos eingedrungen ist, den die Unsterblichen bei der Hochzeit der Surya zusammentrugen, dein Duft, Erde, von Anbeginn – mit diesem mache mich wohlriechend. Niemand soll uns hassen.
Wort für Wort
yas
der (Nom.)
te
dein (Gen.)
gandhaḥ
Duft (Nom.)
puṣkaram
in den Lotos (Akk.)
āviveśa
ist eingedrungen (3Sg. Perf.)
yaṃ
den (Akk.)
saṃjabhruḥ
zusammengetragen haben (3Pl. Perf.)
sūryāyā
der Sūryā (Gen., Sonnentochter)
vivāhe
bei der Hochzeit (Lok.)
amartyāḥ
die Unsterblichen (Nom. Pl.)
pṛthivi
o Erde (Vok.)
gandham
Duft (Akk.)
agre
von Anbeginn (Lok./Adv.)
tena
mit diesem (Instr.)
mā
mich (Akk.)
surabhiṃ
su 'gut, wohl' + rabhi 'Duft' → wohlriechend (Akk.)
yas te gandhaḥ puruṣeṣu strīṣu puṃsu bhago ruciḥ yo aśveṣu vīreṣu yo mṛgeṣūta hastiṣu kanyāyāṃ varco yad bhūme tenāsmāṃ api saṃ sṛja mā no dvikṣata kaś cana
Der Duft, der in den Menschen ist, in Frauen und Männern das Glück und der Liebreiz, der in Rossen, in Helden, in Wildtieren und auch in Elefanten ist, und der Glanz, der in der Jungfrau ist, o Erde – mit alldem verbinde auch uns. Niemand soll uns hassen.
Wort für Wort
yas
der (Nom.)
te
dein (Gen.)
gandhaḥ
Duft (Nom.)
puruṣeṣu
in den Menschen (Lok. Pl.)
strīṣu
in Frauen (Lok. Pl.)
puṃsu
in Männern (Lok. Pl.)
bhago
das Glück (Nom.)
ruciḥ
der Liebreiz, Glanz (Nom.)
yo
der (Nom.)
aśveṣu
in Rossen (Lok. Pl.)
vīreṣu
in Helden (Lok. Pl.)
yo
der (Nom.)
mṛgeṣūta
in Wildtieren und (Lok. Pl.+Partikel, sandhi mṛgeṣu+uta)
Zur Erde, der Schützenden [Anm.: 'vimṛgvarī', Bedeutung des seltenen Wortes unsicher], sprechen wir; zur Erdscholle, die durch heilige Rede erhöht wird, die Kraft und Gedeihen, Anteil an Speise und Schmelzbutter trägt – auf dich, o Erde, wollen wir uns niederlassen.
Wort für Wort
vimṛgvarīṃ
die Schützende [?] (Akk.)
pṛthivīm
die Erde (Akk.)
ā
an, zu (Präverb)
vadāmi
spreche ich (1Sg. Präs.)
kṣamāṃ
die Erdscholle (Akk.)
bhūmiṃ
die Erde (Akk.)
brahmaṇā
durch heilige Rede (Instr.)
vāvṛdhānām
erhöhte (Akk. Part. Perf.)
ūrjaṃ
Kraft (Akk.)
puṣṭaṃ
Gedeihen (Akk.)
bibhratīm
die trägt (Akk. Part.)
annabhāgaṃ
anna 'Speise' + bhāga 'Anteil' → Anteil an Speise (Akk.)
śuddhā na āpas tanve kṣarantu yo naḥ sedur apriye taṃ ni dadhmaḥ pavitreṇa pṛthivi mot punāmi ||30|| {3}
Reine Wasser mögen für unseren Leib fließen. Wer uns feindlich gesinnt war, den setzen wir beiseite. Mit dem Reinigungssieb läutere ich die Erde [Anm.: Die Verbform am Versende ist im vorliegenden Sanskrit-Text („mot punāmi“) unklar bzw. verderbt überliefert; der Sinn „ich läutere die Erde“ ist erschlossen, nicht sicher belegt].
yās te prācīḥ pradiśo yā udīcīr yās te bhūme adharād yāś ca paścāt syonās tā mahyaṃ carate bhavantu mā ni paptaṃ bhuvane śiśriyāṇaḥ
Deine östlichen Richtungen, Erde, und die nördlichen, deine unteren und die westlichen – sie mögen mir, dem Wandernden, hold sein. Nicht möge ich stürzen, gestützt in der Welt, die ich bewohne.
Wort für Wort
yās
die welche (Nom.Pl.f. Rel.)
te
deine (Gen.)
prācīḥ
östlichen (Nom.Pl.f.)
pradiśo
Richtungen (Nom.Pl.)
yā
die welche (Rel.)
udīcīr
nördlichen (Nom.Pl.f.)
yās
die welche (Rel.)
te
deine (Gen.)
bhūme
o Erde (Vok.)
adharād
unteren (Abl., hier adverbial gebraucht für 'die unteren [Richtungen]')
Nicht von hinten, nicht von vorn stoße uns fort, nicht von oben, nicht von unten. Sei uns zum Heil, o Erde; die Wegelagerer sollen uns nicht finden – halte die tödliche Waffe weit von uns fern.
yāvat te 'bhi vipaśyāmi bhūme sūryeṇa medinā tāvan me cakṣur mā meṣṭottarāmuttarāṃ samām
Soweit ich dich, Erde, überblicke mit der befreundeten Sonne, so weit reiche mein Auge – es möge mir, Jahr um Jahr aufs Neue, nicht schwinden [Anm.: Die Verbform „mā meṣṭa“ ist unsicher; der Sinn „es möge nicht abnehmen/verlorengehen“ ist erschlossen].
Wort für Wort
yāvat
soweit (Adv.)
te
dich (Akk.)
'bhi
hin (Präverb, abhi)
vipaśyāmi
ich überblicke (1Sg.Präs.)
bhūme
o Erde (Vok.)
sūryeṇa
mit der Sonne (Instr.)
medinā
der befreundeten (Instr.)
tāvan
so weit (Adv.)
me
mein (Gen.)
cakṣur
Auge (Nom.)
mā
nicht (Proh.)
meṣṭottarāmuttarāṃ
möge schwinden, Jahr um Jahr aufs Neue [?] (unsicher, Verbform)
Wenn ich mich im Liegen wende, auf die rechte Seite, dir freundlich zugewandt, o Erde, oder wenn wir, auf dem Rücken liegend, dich, die uns Zugewandte, mit unserem Rücken berühren – da schade uns dabei nicht, o Erde, die du für alle ein Lager bist.
Wort für Wort
yac
wenn (Konj./Rel., sandhi yat+ś → yac ch; nicht ca+yat)
chayānaḥ
liegend (Nom.Sg.Part.)
paryāvarte
ich mich wende (1Sg.Präs.Med.)
dakṣiṇaṃ
auf die rechte (Akk.)
sakhyam
freundschaftlich (Akk.)
abhi
hin zu (Präverb)
bhūme
o Erde (Vok.)
pārśvam
Seite (Akk.)
uttānās
auf dem Rücken liegend (Nom.Pl.)
tvā
dich (Akk.)
pratīcīṃ
die Zugewandte (Akk.Sg.f.)
yat
wenn
pṛṣṭībhir
mit dem Rücken (Instr.Pl.)
adhiśemahe
wir berühren (1Pl.Präs.Med.)
mā
nicht (Proh.)
hiṃsīs
schade (2Sg.Inj.)
tatra
da, dabei (Adv.)
no
uns (Dat.)
bhūme
o Erde (Vok.)
sarvasya
für alle (Gen.)
pratiśīvari
prati 'gegen, entgegen' + śī 'liegen' → o Lagerstätte (Vok.)
grīṣmas te bhūme varṣāṇi śarad dhemantaḥ śiśiro vasantaḥ ṛtavas te vihitā hāyanīr ahorātre pṛthivi no duhātām
Sommer, Regenzeit, Herbst, Winter, Kühlzeit und Frühling – das sind deine Jahreszeiten, o Erde, so geordnet; Tag und Nacht im Jahreslauf mögen uns, o Erde, Milch spenden.
Wort für Wort
grīṣmas
Sommer (Nom.)
te
deine (Gen.)
bhūme
o Erde (Vok.)
varṣāṇi
Regenzeit (Nom.Pl.)
śarad
Herbst (Nom.)
dhemantaḥ
und Winter (Nom.)
śiśiro
Kühlzeit (Nom.)
vasantaḥ
Frühling (Nom.)
ṛtavas
Jahreszeiten (Nom.Pl.)
te
deine (Gen.)
vihitā
eingerichtet (Nom.Pl.)
hāyanīr
im Jahreslauf (Nom.Pl.f.)
ahorātre
ahar 'Tag' + rātri 'Nacht' → Tag und Nacht (Nom.Dual, Dvandva)
Sie, die die Schlange vertreibt, die Schützende, in der die Feuer wohnten, die nun im Innern der Gewässer sind; die die Unholde, die Gottesverächter, preisgibt; sie, die Erde, hat, für Indra Partei ergreifend, den Vritra dem gewaltigen, stierhaften Indra überantwortet.
Wort für Wort
yāpa
sie, die vertreibt (yā+apa)
sarpaṃ
die Schlange (Akk.)
vijamānā
vertreibend (Nom.Sg.Part.)
vimṛgvarī
die Schützende (Nom., Beiname)
yasyām
in der (Lok.Rel.)
āsann
waren, wohnten (3Pl.Impf.)
agnayo
Feuer (Nom.Pl.)
ye
die (Nom.Pl.Rel.)
apsv
in den Wassern (Lok.Pl.)
antaḥ
innen (Adv.)
parā
fort, preisgebend (Präverb)
dasyūn
die Unholde (Akk.Pl.)
dadatī
preisgebend (Nom.Sg.Part.)
devapīyūn
deva 'Gott' + pīyu 'Verächter, Schmäher' → die Gottesverächter (Akk.Pl.)
indraṃ
Indra (Akk.)
vṛṇānā
erwählend (Nom.Sg.Part.)
pṛthivī
die Erde (Nom.)
na
wie (Vergleichspartikel) / nicht (Negation) — Stelle unsicher
Auf ihr stehen der Opfersitz und die Opferwagen für die Spenden; auf ihr wird der Opferpfahl aufgerichtet; auf ihr singen die Priester mit Rig-Versen, mit Saman-Weisen die Yajus-Kundigen; auf ihr rüsten sich die Opferpriester, den Soma für Indra zum Trinken bereitzustellen.
Auf ihr haben die früheren Seher, die Weltschöpfer, die Kühe [des Lichts] heraufgesungen, die sieben Ordner, durch das Opferritual, das Opfer und die Askese zugleich [Anm.: Anspielung auf den Mythos, in dem die Angirasa-Seher die verborgenen Kühe/das Licht aus der Höhle hervorsangen].
Auf der Erde, auf der die Sterblichen singen und tanzen, laut jubelnd [Anm.: Die Bedeutung von „vyailabāḥ“ ist unsicher, hier sinngemäß als „laut jubelnd, lärmend“ wiedergegeben], auf der man kämpft, wo Kampfgeschrei ertönt, auf der die Kriegstrommel dröhnt – sie, die Erde, vertreibe unsere Widersacher; frei von Widersachern mache mich die Erde.
Sie, auf der Nahrung, Reis und Gerste wachsen, der diese fünf Menschenstämme gehören – der Erde, der Gattin Parjanyas, die vom Regen ihre Fülle hat, sei Verehrung.
Wort für Wort
yasyām
auf der (Lok.Rel.)
annaṃ
Nahrung (Nom.)
vrīhiyavau
vrīhi 'Reis' + yava 'Gerste' → Reis und Gerste (Nom.Dual, Dvandva)
Sie, in deren Gefilde von Göttern erbaute Burgen stehen, auf der Prajapati vielgestaltig waltet – die Erde, die alles in ihrem Schoß birgt, mache uns jede Himmelsrichtung zur Freude.
Wort für Wort
yasyāḥ
der (Gen.f.Rel.)
puro
Burgen (Nom.Pl.)
devakṛtāḥ
deva 'Gott' + kṛta 'gemacht' → von Göttern erbaute (Nom.Pl.)
kṣetre
im Gefilde (Lok.)
yasyā
der (Gen.f.Rel.)
vikurvate
vielgestaltig waltet (3Sg.Präs.)
prajāpatiḥ
Prajāpati (Nom.)
pṛthivīṃ
die Erde (Akk.)
viśvagarbhām
viśva 'alles' + garbha 'Schoß, Inneres' → die alles in sich bergende (Akk.)
nidhiṃ bibhratī bahudhā guhā vasu maṇiṃ hiraṇyaṃ pṛthivī dadātu me vasūni no vasudā rāsamānā devī dadhātu sumanasyamānā
Sie, die mannigfachen Schatz in ihrem Innern verborgen trägt, Gut, Kleinod und Gold – die Erde gebe mir davon. Die Schätzespenderin gebe uns, freigebig, Güter; die Göttin, uns wohlgesinnt, gewähre sie uns.
Wort für Wort
nidhiṃ
Schatz (Akk.)
bibhratī
tragend (Nom.Sg.f.Part.)
bahudhā
mannigfach (Adv.)
guhā
im Innern (Adv.)
vasu
Gut (Akk.)
maṇiṃ
Kleinod (Akk.)
hiraṇyaṃ
Gold (Akk.)
pṛthivī
die Erde (Nom.)
dadātu
gebe (3Sg.Imp.)
me
mir (Dat.)
vasūni
Güter (Akk.Pl.)
no
uns (Dat.)
vasudā
vasu 'Gut, Schatz' + dā 'Geber' → die Schätzespenderin (Nom.)
rāsamānā
freigebig (Nom.Sg.f.Part.)
devī
die Göttin (Nom.)
dadhātu
gebe (3Sg.Imp.)
sumanasyamānā
su 'gut' + manas 'Sinn, Gemüt' → wohlgesinnt (Nom.Sg.f.Part.)
Sie, die die Menschheit trägt in ihrer Vielfalt, verschieden in der Sprache, verschieden in ihren Sitten, je nach ihrer Heimat – die Erde melke mir tausend Ströme von Reichtum, wie eine standhafte Kuh, die nicht widerstrebt.
Wort für Wort
janaṃ
die Menschheit (Akk.)
bibhratī
tragend (Nom.Sg.f.Part.)
bahudhā
in Vielfalt (Adv.)
vivācasaṃ
vi 'auseinander, verschieden' + vācas 'Sprache' → verschieden in der Sprache (Akk.)
nānādharmāṇaṃ
nānā 'verschieden, mannigfach' + dharma 'Sitte, Ordnung' → verschieden in den Sitten (Akk.)
pṛthivī
die Erde (Nom.)
yathaukasam
yathā 'gemäß' + okas 'Heimat, Wohnsitz' → je nach ihrer Heimat (Akk.)
sahasraṃ
tausend (Akk.)
dhārā
Ströme (Akk.Pl.)
draviṇasya
des Reichtums (Gen.)
me
mir (Dat.)
duhāṃ
melke (3Sg.Imp.)
dhruveva
standhaft wie (Nom.f.)
dhenur
eine Kuh (Nom.f.)
anapasphurantī
an- 'nicht' + apasphurantī 'widerstrebend' (apa+sphur) → nicht widerstrebend (Nom.f.Part.)
yas te sarpo vṛścikas tṛṣṭadaṃśmā hemantajabdho bhṛmalo guhā śaye krimir jinvat pṛthivi yadyad ejati prāvṛṣi tan naḥ sarpan mopa sṛpad yac chivaṃ tena no mṛḍa
Die Schlange, der Skorpion mit dem scharfen Biss, was im Winter erstarrt liegt, der im Verborgenen ruhende Wurm [Anm.: die genaue Bedeutung von „bhṛmalaḥ“ ist unsicher, hier als weiteres im Boden verborgenes Getier verstanden], was auch lebt und sich regt, o Erde, was in der Regenzeit sich rührt – das soll uns kriechend nicht nahen. Was heilsam ist, damit sei uns gnädig.
Wort für Wort
yas
die (Nom.f.Rel.)
te
dein (Gen.)
sarpo
Schlange (Nom.)
vṛścikas
Skorpion (Nom.)
tṛṣṭadaṃśmā
tṛṣṭa 'scharf' + daṃśman/daṃś 'Biss' → mit scharfem Biss (Nom.)
ye te panthāno bahavo janāyanā rathasya vartmānasaś ca yātave yaiḥ saṃcaranty ubhaye bhadrapāpās taṃ panthānaṃ jayemānamitram ataskaraṃ yac chivaṃ tena no mṛḍa
Deine vielen Wege, die den Menschen zum Gehen dienen, die Wagenspuren und die Pfade zum Reiten, auf denen beide, die Guten und die Bösen, wandeln – auf diesem Weg wollen wir vorankommen, frei von Feind und Räuber. Was heilsam ist, damit sei uns gnädig.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.m.Rel.)
te
deine (Gen.)
panthāno
Wege (Nom.Pl.)
bahavo
viele (Nom.Pl.)
janāyanā
jana 'Mensch' + ayana 'Gehen, Weg' → den Menschen zum Gehen dienend (Nom.Pl.)
Sie, die Trägheit [Anm.: die Bedeutung von „malvam“ ist unsicher] in sich trägt, die Schwerlast tragend, die den Untergang von Gutem und Bösem erduldet – die Erde weicht, im Einvernehmen mit dem Eber, dem wilden Schwein, dem Wildtier.
Wort für Wort
malvaṃ
Trägheit [?] (Akk., unsicher)
bibhratī
tragend (Nom.Sg.f.Part.)
gurubhṛd
guru 'schwer' + bhṛt 'tragend' → Schwerlast tragend (Nom.Sg.f.)
bhadrapāpasya
bhadra 'gut' + pāpa 'böse' → von Gutem und Bösem (Gen., Dvandva)
ye ta āraṇyāḥ paśavo mṛgā vane hitāḥ siṃhā vyāghrāḥ puruṣādaś caranti ulaṃ vṛkaṃ pṛthivi duchunām ita ṛkṣīkāṃ rakṣo apa bādhayāsmat
Deine wilden Tiere, die Waldtiere, die im Wald ihre Heimat haben, die Löwen, Tiger und menschenfressenden Raubtiere, die umherstreifen – den Wolf, das Unheil, o Erde, und den Bären [Anm.: die Form „ṛkṣīkā“ ist unsicher, wohl mit „Bär“ verwandt] und den bösen Dämon halte fern von uns.
Wort für Wort
ye
die (Nom.Pl.m.Rel.)
ta
deine (Gen.)
āraṇyāḥ
wilden (Nom.Pl.)
paśavo
Tiere (Nom.Pl.)
mṛgā
Wildtiere (Nom.Pl.)
vane
im Wald (Lok.)
hitāḥ
ihre Heimat habend (Nom.Pl.)
siṃhā
Löwen (Nom.Pl.)
vyāghrāḥ
Tiger (Nom.Pl.)
puruṣādaś
menschenfressende Raubtiere (Nom.Pl.)
caranti
umherstreifen (3Pl.Präs.)
ulaṃ
[?] Bedeutung unsicher, evtl. Beiname/Verstärkung zu 'Wolf' (vgl. vṛkam) (Akk.)
vṛkaṃ
den Wolf (Akk.)
pṛthivi
o Erde (Vok.)
duchunām
das Unheil (Akk.)
ita
von hier (Adv., sandhi itaḥ)
ṛkṣīkāṃ
den Bären [?] (Akk., unsicher)
rakṣo
den bösen Dämon (Akk.)
apa
fern (Präverb)
bādhayāsmat
halte fern - von uns (2Sg.Imp.+Abl., sandhi bādhaya+asmat)
Über sie hin fliegen die zweifüßigen Vögel, Schwäne, Adler, Vögel jeder Art; auf ihr regt sich der Wind, Matarishvan, der Staubwolken aufwirbelt und Bäume erschüttert; dem An- und Abschwellen des Windes folgt sein Aufleuchten [Anm.: der Bezug von „arciḥ“ („Flamme, Glanz“) auf den Wind ist unsicher, vielleicht ein Bild für die sichtbare Windbewegung].
yasyāṃ kṛṣṇam aruṇaṃ ca saṃhite ahorātre vihite bhūmyām adhi varṣeṇa bhūmiḥ pṛthivī vṛtāvṛtā sā no dadhātu bhadrayā priye dhāmanidhāmani
Auf ihr sind Schwarz und Rot, Tag und Nacht, miteinander verbunden und angeordnet; durch den Regen ist die Erde, die Prithivi, Schicht um Schicht bedeckt [Anm.: das Bild von „vṛtāvṛtā“, wörtlich „bedeckt und wieder bedeckt“, bleibt unsicher] – sie gebe uns, mit ihrer Huld, an jeder liebgewonnenen Wohnstätte Gutes.
Wort für Wort
yasyāṃ
auf der (Lok.Rel.)
kṛṣṇam
Schwarz (Akk.)
aruṇaṃ
Rot (Akk.)
ca
und
saṃhite
verbunden (Nom.Dual)
ahorātre
ahar 'Tag' + rātri 'Nacht' → Tag und Nacht (Nom.Dual, Dvandva)
Ich bin der Bezwinger, „der Überlegene“ ist mein Name auf der Erde; ich bin der alles Bezwingende, der Allbezwingende, der Überwinder in jeder Himmelsrichtung.
Als du, o Göttin, dich am Anfang ausbreitend, von den Göttern gepriesen, deine Größe entfaltetest, da erfüllte dich Wohlergehen, und damals hast du die vier Himmelsrichtungen geordnet.
aśva iva rajo dudhuve vi tān janān ya ākṣiyan pṛthivīṃ yād ajāyata mandrāgretvarī bhuvanasya gopā vanaspatīnāṃ gṛbhir oṣadhīnām
Wie ein Ross schüttelte sie den Staub ab von den Völkern, die auf ihr wohnten, als die Erde entstand [Anm.: der genaue Satzbezug dieses Verses ist im Sanskrit unsicher] – die freundlich tönende, die von Anbeginn Waltende [Anm.: die Bildung „agretvarī“ ist unsicher], die Hüterin der Welt, die Kraft der Waldbäume und der Pflanzen.
Wort für Wort
aśva
Ross (Nom.)
iva
wie (Partikel)
rajo
Staub (Akk.)
dudhuve
schüttelte ab (3Sg.Impf.Med.)
vi
fort (Präverb)
tān
jene (Akk.Pl.)
janān
Völker (Akk.Pl.)
ya
die (Nom.Pl.m.Rel.)
ākṣiyan
auf ihr wohnten (3Pl.Impf.)
pṛthivīṃ
die Erde (Akk.)
yād
als (Konj.)
ajāyata
sie entstand (3Sg.Impf.Med.)
mandrāgretvarī
mandra 'freundlich, wohltönend' + agretvarī 'von Anbeginn Waltende' [?] → die freundlich tönende, von Anbeginn Waltende (Nom.f., unsicher)
yad vadāmi madhumat tad vadāmi yad īkṣe tad vananti mā tviṣīmān asmi jūtimān avānyān hanmi dodhataḥ
Was ich rede, das rede ich voll Süße; was ich anblicke, das begehrt man von mir. Glanzvoll bin ich, voller Ungestüm; ich schlage die anderen nieder, die Tobenden.
Sie, die Vishvakarman mit der Opferspende suchte, als sie ins Meer, in den Dunstkreis eingegangen war – das dienstbereite Gefäß, das verborgen lag, wurde offenbar, den Müttervertrauten zum Genuss [Anm.: der genaue Sinn der letzten Verszeile ist unsicher].
Wort für Wort
yām
die (Akk.f.Rel.)
anvaichad
suchte (3Sg.Impf.)
dhaviṣā
mit der Opferspende (Instr.)
viśvakarmāntar
Viśvakarman - hinein, innen (Nom.+Adv., sandhi viśvakarmā+antar)
tvam asy āvapanī janānām aditiḥ kāmadughā paprathānā yat ta ūnaṃ tat ta ā pūrayāti prajāpatiḥ prathamajā ṛtasya
Du bist die Aussaatstätte der Menschen, die Aditi, die Wünsche erfüllende, sich ausbreitende. Was dir mangelt, das möge dir Prajapati erfüllen, der Erstgeborene der Weltordnung.
upasthās te anamīvā ayakṣmā asmabhyaṃ santu pṛthivi prasūtāḥ dīrghaṃ na āyuḥ pratibudhyamānā vayaṃ tubhyaṃ balihṛtaḥ syāma
Deine Schöße, o Erde, mögen uns, den aus dir Entsprossenen, krankheits- und siechtumsfrei sein. Wache auf zu langem Leben für uns; wir wollen dir Tributbringer sein.