Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Āraṇya-Ārcika

Kapitel 4 Āraṇya: Agni, Jahreszeiten, Puruṣa-Hymnus, Indras Falben

Verse 617-621 sind der Puruṣa-Hymnus (vgl. RV 10.90).

bhrājantyagne samidhāna dīdivo jihvā caratyantarāsani sa tvaṃ no agne payasā vasuvidrayiṃ varco dṛśe 'dāḥ

Es glänzen [Anm.: Subjekt fehlt, vermutlich Flammen], Agni, Entflammter, Leuchtender; die Zunge bewegt sich im Mund; du, Agni, hast uns mit Milch, Güterfinder, Reichtum und Glanz zum Sehen gegeben [?].

vasanta innu rantyo grīṣma innu rantyaḥ varṣāṇyanu śarado hemantaḥ śiśira innu rantyaḥ

Im Frühling ist er erfreulich, im Sommer erfreulich, dann in den Regenzeiten, im Herbst, im Winter, in der kühlen Jahreszeit erfreulich.

sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt sa bhūmiṃ sarvato vṛtvātyatiṣṭhaddaśāṅgulam

Tausendköpfig ist der Puruṣa, tausendäugig, tausendfüßig; er umschloss die Erde allseits und überragte sie um zehn Fingerbreit.

tripādūrdhva udaitpuruṣaḥ pado 'syehābhavatpunaḥ tathā viṣvaṅ vyakrāmadaśanānaśane abhi

Mit drei Vierteln stieg der Puruṣa empor; ein Viertel von ihm entstand hier wieder; dann schritt er allseits aus zu dem Essenden und dem Nichtessenden.

puruṣa evedaṃ sarvaṃ yadbhūtaṃ yacca bhāvyam pādo 'sya sarvā bhūtāni tripādasyāmṛtaṃ divi

Puruṣa ist eben dies All, was war und was sein wird; ein Viertel von ihm sind alle Wesen, drei Viertel von ihm das Unsterbliche im Himmel.

tāvānasya mahimā tato jyāyāṃśca pūruṣaḥ utāmṛtatvasyeśāno yadannenātirohati

So groß ist seine Größe, und noch größer der Puruṣa; und er ist Herr der Unsterblichkeit, weil er durch Speise über sich hinauswächst.

tato virāḍajāyata virājo adhi pūruṣaḥ sa jāto atyaricyata paścādbhūmimatho puraḥ

Daraus wurde Virāj geboren, aus Virāj der Puruṣa; geboren überragte er, hinterher die Erde, dann die Wohnstätten.

manye vāṃ dyāvāpṛthivī subhojasau ye aprathethāmamitamabhi yojanam dyāvāpṛthivī bhavataṃ syone te no muñcatamaṃhasaḥ

Ich denke an euch, Himmel und Erde, ihr guten Speisegeber, die ihr die unermessliche Strecke ausgebreitet habt; Himmel und Erde, seid gütig; ihr befreit uns von Bedrängnis.

harī ta indra śmaśrūṇyuto te haritau hari taṃ tvā stuvanti kavayaḥ puruṣāso vanargavaḥ

Deine beiden Falben, Indra, [sind] die Bärte, und deine [Haare] falbfarben, o Falber; dich preisen die Dichter, die Männer, die nach Kühen im Wald verlangen [?].

yadvarco hiraṇyasya yadvā varco gavāmuta satyasya brahmaṇo varcastena mā saṃ sṛjāmasi

Der Glanz des Goldes und der Glanz der Kühe, der Glanz des Wahren, des Brahman: damit verbinden wir mich [?].

sahastanna indra daddhyoja īśe hyasya mahato virapśin kratuṃ na nṛmṇaṃ sthaviraṃ ca vājaṃ vṛtreṣu śatrūntsuhanā kṛdhī naḥ

Kampfkraft, Indra, gib uns; denn du herrschst über dies Große, Preisender; Einsicht, Mannhaftigkeit, festes Ansehen [?] und Stärke; in den Kämpfen mach uns die Feinde zu leicht Erschlagbaren.

saharṣabhāḥ sahavatsā udeta viśvā rūpāṇī bibhratīrdvyūdnīḥ uruḥ pṛthurayaṃ vo astu loka imā āpaḥ suprapāṇā iha sta

Mit Stieren, mit Kälbern kommt heraus, alle Gestalten tragend, ihr Zweieuterigen [?]; weit und breit sei euch diese Welt; ihr Wasser, mit guter Tränke, seid hier.

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