Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Āraṇya-Ārcika

Kapitel 5 Āraṇya: Agni und Sūrya, Verse an die Sonne

Vers 629 entspricht RV 1.115.1; Verse 633-640 sind Sonnenverse (RV 1.50).

agna āyūṃṣi pavasa āsuvorjamiṣaṃ ca naḥ āre bādhasva ducchunām

Agni, du läuterst Leben, und Kraft und Labung für uns; treibe fern weg das Unheil.

vibhrāṅbṛhatpibatu somyaṃ madhvāyurdadhadyajñapatāvavihrutam vātajūto yo abhirakṣati tmanā prajāḥ piparti bahudhā vi rājati

Der Strahlende, Große soll den Soma trinken, den honigsüßen, Leben schenkend dem Herrn der Weihehandlung, unversehrt; der, vom Wind getrieben, selbst die Geschöpfe schützt, sie nährt und vielfach leuchtet. [Anm.: Subjekt nicht genannt.]

citraṃ devānāmudagādanīkaṃ cakṣurmitrasya varuṇasyāgneḥ āprā dyāvāpṛthivī antarikṣaṃ sūrya ātmā jagatastasthuṣaśca

Das bunte Antlitz [Anm.: Banner] der Götter ist aufgegangen, das Auge von Mitra, Varuṇa und Agni; es hat Himmel und Erde und den Luftraum erfüllt: Sūrya ist das Selbst des Beweglichen und des Stehenden.

āyaṃ gauḥ pṛśnirakramīdasadanmātaraṃ puraḥ pitaraṃ ca prayantsvaḥ

Diese scheckige Kuh ist gekommen; sie hat sich vor der Mutter niedergelassen und geht zum Vater hin, zum Licht.

antaścarati rocanāsya prāṇādapānatī vyakhyanmahiṣo divam

Innen bewegt sich sein Leuchten, ausatmend nach dem Einatmen; der Büffel hat den Himmel überschaut.

triṃṣaddhāma vi rājati vākpataṅgāya dhīyate prati vastoraha dyubhiḥ

Dreißig Stätten leuchtet er; die Rede wird dem Vogel gegeben [?]; dem Morgen entgegen, mit den Tagen.

apa tye tāyavo yathā nakṣatrā yantyaktubhiḥ sūrāya viśvacakṣase

Weg gehen jene Sterne wie Diebe mit den Nächten, der allschauenden Sonne wegen.

adṛśrannasya ketavo vi raśmayo janāṃ anu bhrājanto agnayo yathā

Sichtbar wurden seine Zeichen, die Strahlen, bei den Menschen entlang, leuchtend wie Feuer.

taraṇirviśvadarśato jyotiṣkṛdasi sūrya viśvamābhāsi rocanam

Rasch, allschaubar, Lichtmacher bist du, Sūrya; du erleuchtest den ganzen Lichtraum.

pratyaṅ devānāṃ viśaḥ pratyaṅṅudeṣi mānuṣān pratyaṅ viśvaṃ svardṛśe

Den Scharen der Götter gegenüber gehst du auf, den Menschen gegenüber, dem All gegenüber, damit man das Licht sehe.

yenā pāvaka cakṣasā bhuraṇyantaṃ janāṃ anu tvaṃ varuṇa paśyasi

Mit dem Blick, o Läuterer, mit dem du auf den Regsamen, die Menschen entlang, schaust, du, Varuṇa.

uddyāmeṣi rajaḥ pṛthvahā mimāno aktubhiḥ paśyañjanmāni sūrya

Du gehst auf in den Himmel, den weiten Raum, die Tage mit den Nächten messend, die Geburten [Anm.: Wesen] schauend, Sūrya.

ayukta sapta śundhyuvaḥ sūro rathasya naptryaḥ tābhiryāti svayuktibhiḥ

Sieben Stuten hat der Sūrya angeschirrt, die reinigenden [?], die Töchter [?] des Wagens; mit ihnen fährt er, den selbst Angeschirrten.

sapta tvā harito rathe vahanti deva sūrya śociṣkeśaṃ vicakṣaṇa

Sieben Falben ziehen dich am Wagen, Gott Sūrya, du Flammenhaariger, Weitschauender.

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