prajāpatirakāmayata prajāḥ sṛjeyeti sa tapo'tapyata sa sarpānasṛjata so'kāmayata prajāḥ sṛjeyeti sa dvitīyamatapyata sa vayāgsyasṛjata so'kāmayata prajāḥ sṛjeyeti sa tṛtīyamatapyata sa etaṃ dīkṣitavādamapaśyat tamavadat tato vai sa prajā asṛjata yattapastaptvā dīkṣitavādaṃ vadati prajā eva tadyajamānaḥ sṛjate yadvai dīkṣito'medhyaṃ paśyatyapāsmāddīkṣā krāmati nīlamasya haro vyetyabaddhaṃ mano daridraṃ cakṣuḥ sūRyo jyotiṣāg śreṣṭho dīkṣe mā mā hāsīrityāha nāsmāddīkṣāpa krāmati nāsya nīlaṃ na haro vyeti yadvai dīkṣitamabhivarṣati divyā āpo'śāntā ojo balaṃ dīkṣāṃ tapo'sya nirghnantyundatīrbalaṃ dhattaujo dhatta balaṃ dhatta mā me dīkṣāṃ mā tapo nirvadhiṣṭetyāhaitadeva sarvamātmandhatte nāsyaujo balaṃ na dīkṣāṃ na tapo nirghnantyagnirvai dīkṣitasya devatā so'smādetarhi tira iva yarhi yāti tamīśvaraṃ rakṣāṃsi hanto rbhadrādabhi śreyaḥ prehi bṛhaspatiḥ pura etā te astvityāha brahma vai devānāṃ bṛhaspatistamevānvārabhate sa enaṃ saṃ pārayatyedamaganma devayajanaṃ pṛthivyā ityāha devayajanagg hyeṣa pṛthivyā āgacchati yo yajate viśve devā yadajuṣanta pūrva ityāha viśve hyetaddevā joṣayante yadbrāhmaṇā ṛksāmābhyāṃ yajuṣā santaranta ityāharksāmābhyāg hyeṣa yajuṣā santarati yo yajate rāyaspoṣeṇa samiṣā mademetyāhāśiṣamevaitāmā śāste yajamāno dīkṣāṃ haṃtorbrāhmaṇāścaturviṃśatiśca
Prajāpati wünschte: „Ich möchte Geschöpfe erschaffen.“ Er übte Askese und erschuf die Schlangen. Wieder wünschte er, Geschöpfe zu erschaffen, übte ein zweites Mal Askese und erschuf die Vögel. Ein drittes Mal wünschte er es und übte Askese – da erblickte er den Weihespruch (den Dīkṣā-Spruch) und sprach ihn aus; daraufhin erst erschuf er die Geschöpfe. Weil Prajāpati, nachdem er Askese geübt hatte, den Weihespruch sprach, erschafft eben dadurch auch der Opferherr Geschöpfe.
Wenn der Geweihte (dīkṣita) Unreines sieht, weicht die Weihe von ihm: sein Glanz [haras, [?]] wird trüb, sein Geist unstet, sein Auge armselig. Spricht er aber: „Sūrya, der beste der Lichter – o Weihe, verlasse mich nicht!“, so weicht die Weihe nicht von ihm, und weder wird sein Glanz trüb noch schwindet er.
Regnet es auf den Geweihten, so schlagen ihm die himmlischen, ungestillten, tröpfelnden Wasser Kraft, Stärke, Weihe und Askese heraus. Spricht er: „Verleiht Stärke, verleiht Kraft, verleiht Stärke, schlagt mir Weihe und Askese nicht heraus!“, so legt er sich damit alles ganz in sich selbst, und man schlägt ihm weder Kraft noch Stärke, weder Weihe noch Askese heraus.
Agni ist die Gottheit des Geweihten; er entweicht ihm gleichsam verborgen, wenn [der Regen] geht [?]. Spricht er: „Ihn, den Mächtigen, der die Unholde (rakṣas) zu töten vermag – geh vom Guten zum noch Besseren voran, Bṛhaspati sei dein Vorangeher!“, [so hilft das]; denn Bṛhaspati ist die Brahman-Kraft der Götter, an ihn eben hält er sich, und der bringt ihn sicher hinüber.
Spricht er: „Wir sind zu dieser Opferstätte der Erde gelangt“, so trifft das zu, denn wer opfert, gelangt eben zur Opferstätte der Erde. Spricht er: „Was die Allgötter zuvor gern angenommen haben“, so trifft das zu, denn eben das nehmen die Allgötter gern an. Spricht er: „Womit die Brahmanen mittels Ṛc und Sāman, mittels des Yajus hinübergelangen“, so trifft das zu, denn mittels Ṛc, Sāman und Yajus gelangt eben hinüber, wer opfert. Spricht er: „Ich möchte mich am Zuwachs des Reichtums, an der Labung erfreuen“, so erbittet der Opferherr damit eben diesen Segenswunsch.
[Schluss-Zählvermerk: die Weihe … zu Ende führen, der Brahmanen, und vierundzwanzig [?].]
Wort für Wort
prajāpatirakāmayata
Prajāpati wünschte
prajāḥ
Geschöpfe
sṛjeyeti
'ich möchte erschaffen' [so]
sa
er
tapo'tapyata
übte Askese
sa
er
sarpānasṛjata
erschuf die Schlangen
so'kāmayata
er wünschte
prajāḥ
Geschöpfe
sṛjeyeti
'ich möchte erschaffen' [so]
sa
er
dvitīyamatapyata
übte ein zweites Mal Askese
sa
er
vayāgsyasṛjata
erschuf die Vögel
so'kāmayata
er wünschte
prajāḥ
Geschöpfe
sṛjeyeti
'ich möchte erschaffen' [so]
sa
er
tṛtīyamatapyata
übte ein drittes Mal Askese
sa
er
etaṃ
diesen
dīkṣitavādamapaśyat
erblickte den Weihespruch
tamavadat
sprach ihn aus
tato
daraufhin
vai
nämlich
sa
er
prajā
Geschöpfe
asṛjata
erschuf
yattapastaptvā
weil, nachdem er Askese geübt hatte
dīkṣitavādaṃ
den Weihespruch
vadati
spricht
prajā
Geschöpfe
eva
eben
tadyajamānaḥ
da der Opferherr
sṛjate
erschafft
yadvai
wenn nämlich
dīkṣito'medhyaṃ
der Geweihte Unreines
paśyatyapāsmāddīkṣā
sieht, weicht von ihm die Weihe
krāmati
weicht
nīlamasya
sein Trübes
haro
Glanz [haras]
vyetyabaddhaṃ
schwindet; unstet
mano
Geist
daridraṃ
armselig
cakṣuḥ
Auge
sūRyo
Sūrya
jyotiṣāg
der Lichter
śreṣṭho
der beste
dīkṣe
o Weihe
mā
nicht
mā
mich
hāsīrityāha
verlasse! - so spricht er
nāsmāddīkṣāpa
nicht von ihm weicht die Weihe
krāmati
weicht
nāsya
nicht sein
nīlaṃ
Trübes
na
noch
haro
Glanz
vyeti
schwindet
yadvai
wenn nämlich
dīkṣitamabhivarṣati
auf den Geweihten regnet
divyā
himmlische
āpo'śāntā
Wasser, ungestillte
ojo
Kraft
balaṃ
Stärke
dīkṣāṃ
Weihe
tapo'sya
seine Askese
nirghnantyundatīrbalaṃ
schlagen heraus, die tröpfelnden - Stärke
dhattaujo
'verleiht Kraft'
dhatta
'verleiht'
balaṃ
Stärke
dhatta
'verleiht'
mā
nicht
me
mir
dīkṣāṃ
Weihe
mā
nicht
tapo
Askese
nirvadhiṣṭetyāhaitadeva
'schlagt heraus' - so spricht er; eben das
sarvamātmandhatte
legt sich alles ins Selbst
nāsyaujo
nicht seine Kraft
balaṃ
Stärke
na
noch
dīkṣāṃ
Weihe
na
noch
tapo
Askese
nirghnantyagnirvai
schlagen heraus; Agni nämlich [ist]
dīkṣitasya
des Geweihten
devatā
Gottheit
so'smādetarhi
er von ihm dann
tira
verborgen
iva
gleichsam
yarhi
wenn
yāti
geht
tamīśvaraṃ
ihn, den Mächtigen
rakṣāṃsi
die Unholde (rakṣas)
hanto
zu töten [vermögend]
rbhadrādabhi
vom Guten zum
śreyaḥ
Besseren
prehi
geh voran
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati
pura
voran
etā
sei Vorangeher
te
dein
astvityāha
sei! - so spricht er
brahma
die Brahman-Kraft
vai
nämlich
devānāṃ
der Götter
bṛhaspatistamevānvārabhate
Bṛhaspati; an ihn eben hält er sich
sa
der
enaṃ
ihn
saṃ
sicher [zusammen]
pārayatyedamaganma
bringt hinüber; 'wir sind gelangt'
devayajanaṃ
zur Opferstätte
pṛthivyā
der Erde
ityāha
so spricht er
devayajanagg
die Opferstätte
hyeṣa
denn dieser [wer opfert]
pṛthivyā
der Erde
āgacchati
gelangt
yo
wer
yajate
opfert
viśve
die Allgötter
devā
Götter
yadajuṣanta
was sie gern angenommen haben
pūrva
zuvor
ityāha
so spricht er
viśve
die Allgötter
hyetaddevā
denn das die Götter
joṣayante
nehmen gern an
yadbrāhmaṇā
womit die Brahmanen
ṛksāmābhyāṃ
mit Ṛc und Sāman
yajuṣā
mit dem Yajus
santaranta
hinübergelangen
ityāharksāmābhyāg
so spricht er; mit Ṛc und Sāman
hyeṣa
denn dieser
yajuṣā
mit dem Yajus
santarati
gelangt hinüber
yo
wer
yajate
opfert
rāyaspoṣeṇa
am Zuwachs des Reichtums
samiṣā
an der Labung
mademetyāhāśiṣamevaitāmā
'ich möchte mich erfreuen' - so spricht er; diesen Segenswunsch eben
śāste
erbittet
yajamāno
der Opferherr
dīkṣāṃ
die Weihe
haṃtorbrāhmaṇāścaturviṃśatiśca
[Zählvermerk: zu Ende führen], der Brahmanen, und vierundzwanzig [?]
eṣa te gāyatro bhāga iti me somāya brūtādeṣa te traiṣṭubho jāgato bhāga iti me somāya brūtācchandomānāṃ sāmrājyaṃ gaccheti me somāya brūtādyo vai somaṃ rājānaṃ sāmrājyaṃ lokaṃ gamayitvā krīṇāti gacchati svānāṃ sāmrājyaṃ chandāṃsi khalu vai somasya rājñaḥ sāmrājyo lokaḥ purastāthsomasya krayādevamabhi mantrayeta sāmrājyamevai naṃ lokaṃ gamayitvā krīṇāti gacchati svānāṃ sāmrājyaṃ yo vai tānūnaptrasya pratiṣṭhāṃ veda pratyeva tiṣṭhati brahmavādino vadanti na prāśnanti na juhvatyatha kva tānūnaptraṃ prati tiṣṭhatīti prajāpatau manasīti brūyāttrirava jighretprajāpatau tvā manasi juhomītyeṣā vai tānūnaptrasya pratiṣṭhā ya evaṃ veda pratyeva tiṣṭhati yo vā adhvaryoḥ pratiṣṭhāṃ veda pratyeva tiṣṭhati yato manyetānabhikramya hoṣyāmīti tattiṣṭhannā śrāvayedeṣā vā adhvaryoḥ pratiṣṭhā ya evaṃ veda pratyeva tiṣṭhati yadabhikramya juhuyātpratiṣṭhāyā iyāt tasmāthsamānatra tiṣṭhatā hotavyaṃ pratiṣṭhityai yo vā adhvaryoḥ svaṃ veda svavāneva bhavati srugvā asya svaṃ vāyavyamasya svaṃ camaso'sya svaṃ yadvāyavyaṃ vā camasaṃ vānanvārabhyāśrāvayet svādiyāt tasmādanvārabhyāśrāvyagg svādeva naiti yo vai somamapratiṣṭhāpya stotramupākarotyapratiṣṭhitaḥ somo bhavatyapratiṣṭhitaḥ stomo'pratiṣṭhitānyukthānyapratiṣṭhito yajamāno'pratiṣṭhito'dhvaryurvāyavyaṃ vai somasya pratiṣṭhā camaso'sya pratiṣṭhā somaḥ stomasya stoma ukthānāṃ grahaṃ vā gṛhītvā camasaṃ vonnīya stotramupākuryātpratyeva somagg sthāpayati prati stomaṃ pratyukthāni prati yajamānastiṣṭhati pratyadhvaryuḥ eva tiṣṭhati yo vāyavyamasya grahaṃvaikānna viṃśatiśca
„Dies ist dein zum Gāyatrī-Metrum gehöriger Anteil“ – so sollst du für mich zum Soma sagen. „Dies ist dein zum Triṣṭubh- und Jagatī-Metrum gehöriger Anteil“ – so sollst du für mich zum Soma sagen. „Geh ein in die Oberherrschaft (sāmrājya) der Metren“ – so sollst du für mich zum Soma sagen. Denn wer den Soma, den König, kauft, nachdem er ihn zuvor die Welt der Oberherrschaft hat erreichen lassen, gelangt zur Oberherrschaft über die eigenen Leute; die Metren sind ja die Welt der Oberherrschaft des Königs Soma, die vor dessen Kauf liegt. So soll man ihn damit bemantren: damit lässt man ihn eben die Welt der Oberherrschaft erreichen und kauft ihn – so gelangt man zur Oberherrschaft über die eigenen Leute.
Wer die Grundlage (pratiṣṭhā) des Tānūnaptra [des gegenseitigen Verzichtseides der Priester] kennt, steht fest. Die Kenner der heiligen Lehre (brahmavādin) fragen: „Man isst nicht, man opfert nicht [mit Ghee-Güssen] – worin gründet dann das Tānūnaptra?“ Man soll antworten: „In Prajāpati, im Geiste (manas).“ Dreimal soll er daran riechen und sprechen: „In Prajāpati, in meinem Geiste opfere ich dich“ – das ist die Grundlage des Tānūnaptra; wer dies weiß, steht fest.
Auch wer die Grundlage des Adhvaryu kennt, steht fest. Sobald er meint: „Ich will hintreten und dann opfern (homa)“, soll er, noch stehend, die Anweisung zum Rezitieren ansagen lassen (śrāvayet) – das ist die Grundlage des Adhvaryu; wer dies weiß, steht fest. Würde er hintreten und erst dann opfern, würde er von der Grundlage weichen; deshalb soll an ein und derselben Stelle stehend geopfert werden, zur eigenen Festigung.
Wer das Eigentum (sva) des Adhvaryu kennt, wird Besitzer seines Eigentums. Der Opferlöffel (sruc) ist sein Eigentum, das Vāyavya-Gefäß ist sein Eigentum, der Camasa (Trankbecher) ist sein Eigentum. Würde er, ohne das Vāyavya oder den Camasa berührt zu haben, die Rezitation ansagen lassen, würde er von seinem Eigentum weichen; deshalb soll er, es berührend, ansagen lassen – so weicht er nicht von seinem Eigentum.
Wer, ohne den Soma zuvor gefestigt zu haben, das Preislied (stotra) beginnt, dessen Soma bleibt ungefestigt, ungefestigt bleiben das Preislied (stoma) und die Lobsprüche (uktha), ungefestigt bleiben Opferherr und Adhvaryu. Das Vāyavya ist die Grundlage des Soma, der Camasa seine Grundlage; der Soma ist die Grundlage des Preisliedes, das Preislied die Grundlage der Lobsprüche. Nachdem er entweder den Soma-Zug ergriffen oder den Camasa emporgehoben hat, soll er das Preislied beginnen; damit festigt er den Soma, festigt das Preislied und die Lobsprüche, und fest stehen Opferherr und Adhvaryu.
[Schluss-Zählvermerk: wer seinen Vāyavya-Zug [nicht berührt] … und neunzehn [?].]
Wort für Wort
eṣa
dies
te
dein
gāyatro
zum Gāyatrī gehörige
bhāga
Anteil
iti
[so]
me
für mich
somāya
zum Soma
brūtādeṣa
sollst du sagen; dies
te
dein
traiṣṭubho
zum Triṣṭubh gehörige
jāgato
und Jagatī-
bhāga
Anteil
iti
[so]
me
für mich
somāya
zum Soma
brūtācchandomānāṃ
sollst du sagen; der Metren
sāmrājyaṃ
Oberherrschaft
gaccheti
'geh ein' [so]
me
für mich
somāya
zum Soma
brūtādyo
sollst du sagen; wer
vai
nämlich
somaṃ
den Soma
rājānaṃ
den König
sāmrājyaṃ
die Oberherrschaft
lokaṃ
die Welt
gamayitvā
erreichen lassend
krīṇāti
kauft
gacchati
gelangt
svānāṃ
der eigenen
sāmrājyaṃ
zur Oberherrschaft
chandāṃsi
die Metren
khalu
ja
vai
nämlich
somasya
des Soma
rājñaḥ
des Königs
sāmrājyo
Oberherrschafts-
lokaḥ
Welt [ist]
purastāthsomasya
vor dem Soma
krayādevamabhi
vor dem Kauf; so
mantrayeta
soll er bemantren
sāmrājyamevai
die Oberherrschaft eben
naṃ
ihn
lokaṃ
die Welt
gamayitvā
erreichen lassend
krīṇāti
kauft
gacchati
gelangt
svānāṃ
der eigenen
sāmrājyaṃ
zur Oberherrschaft
yo
wer
vai
nämlich
tānūnaptrasya
des Tānūnaptra
pratiṣṭhāṃ
die Grundlage
veda
kennt
pratyeva
steht eben fest
tiṣṭhati
[fest]
brahmavādino
die Kenner der heiligen Lehre
vadanti
sagen
na
nicht
prāśnanti
man isst
na
nicht
juhvatyatha
man opfert; nun
kva
worin
tānūnaptraṃ
das Tānūnaptra
prati
gründet
tiṣṭhatīti
[so fragen sie]
prajāpatau
in Prajāpati
manasīti
im Geiste [so]
brūyāttrirava
soll er sagen; dreimal
jighretprajāpatau
soll er riechen; 'in Prajāpati'
tvā
dich
manasi
im Geiste
juhomītyeṣā
'opfere ich' [so]; dies [ist]
vai
nämlich
tānūnaptrasya
des Tānūnaptra
pratiṣṭhā
Grundlage
ya
wer
evaṃ
so
veda
weiß
pratyeva
steht eben fest
tiṣṭhati
[fest]
yo
wer
vā
auch
adhvaryoḥ
des Adhvaryu
pratiṣṭhāṃ
die Grundlage
veda
kennt
pratyeva
steht eben fest
tiṣṭhati
[fest]
yato
sobald
manyetānabhikramya
er meint; 'hingetreten'
hoṣyāmīti
'will ich opfern' [so]
tattiṣṭhannā
dann, [noch] stehend
śrāvayedeṣā
soll er ansagen lassen; dies [ist]
vā
aber
adhvaryoḥ
des Adhvaryu
pratiṣṭhā
die Grundlage
ya
wer
evaṃ
so
veda
weiß
pratyeva
steht eben fest
tiṣṭhati
[fest]
yadabhikramya
würde er hintreten
juhuyātpratiṣṭhāyā
und opfern, von der Grundlage
iyāt
würde er weichen
tasmāthsamānatra
deshalb an ein und derselben Stelle
tiṣṭhatā
stehend
hotavyaṃ
soll geopfert werden
pratiṣṭhityai
zur Festigung
yo
wer
vā
auch
adhvaryoḥ
des Adhvaryu
svaṃ
das Eigentum
veda
kennt
svavāneva
wird eben Besitzer seines Eigentums
bhavati
[wird]
srugvā
der Opferlöffel [ist]
asya
sein
svaṃ
Eigentum
vāyavyamasya
das Vāyavya ist sein
svaṃ
Eigentum
camaso'sya
der Camasa ist sein
svaṃ
Eigentum
yadvāyavyaṃ
wenn das Vāyavya
vā
oder
camasaṃ
den Camasa
vānanvārabhyāśrāvayet
ohne berührt zu haben, ansagen ließe
svādiyāt
würde er von seinem Eigentum weichen
tasmādanvārabhyāśrāvyagg
deshalb, [es] berührend, ansagen lassend
svādeva
von seinem Eigentum eben
naiti
weicht er nicht
yo
wer
vai
nämlich
somamapratiṣṭhāpya
ohne den Soma gefestigt zu haben
stotramupākarotyapratiṣṭhitaḥ
das Preislied beginnt; ungefestigt [bleibt]
somo
der Soma
bhavatyapratiṣṭhitaḥ
wird; ungefestigt [bleibt]
stomo'pratiṣṭhitānyukthānyapratiṣṭhito
das Preislied, ungefestigt die Lobsprüche, ungefestigt
yajamāno'pratiṣṭhito'dhvaryurvāyavyaṃ
der Opferherr, ungefestigt der Adhvaryu; das Vāyavya
vai
nämlich
somasya
des Soma
pratiṣṭhā
Grundlage [ist]
camaso'sya
der Camasa ist seine
pratiṣṭhā
Grundlage
somaḥ
der Soma [ist]
stomasya
des Preisliedes
stoma
[Grundlage: das] Preislied
ukthānāṃ
der Lobsprüche
grahaṃ
den [Soma-]Zug
vā
oder
gṛhītvā
ergriffen habend
camasaṃ
den Camasa
vonnīya
oder emporgehoben habend
stotramupākuryātpratyeva
soll er das Preislied beginnen; damit festigt er eben
Das Opfer bringen sie damit zusammen. Wie der Platz der Soma-Kaufstelle das Antlitz (mukha) des Opfers ist, so ist es auch bei den Havirdhāna-Wagen: Wenn man diese bei den Havirdhāna-Wagen nach Osten fahren lässt, soll man mit jenem Platz die Achse einsalben; eben am Antlitz des Opfers setzt er das Opfer der Reihe nach fort. Man treibt Agni [das Feuer] nach vorn, führt die Herrin heran und lässt die Wagen fahren.
Wessen Wagensitz (dhiṣṇya) aber zurückbleibt, der [Priester] denkt besorgt darüber nach; Rudra, der Mächtige, wird dann die Nachkommenschaft und das Vieh des Opferherrn zum Schwinden bringen. Führt man das nicht zufriedengestellte [?] Opfertier nach Norden, so soll man das Kochgerät (paśuśrapaṇa) des Tieres herbeiholen; damit macht man Rudra eben teilhaftig.
Der Opferherr ist ja der Āhavanīya-Feuerplatz; man trennt den Opferherrn von sich selbst ab, wenn man vom Āhavanīya das Kochgerät des Tieres wegholt – das dürfte der Grund dafür sein. Man könnte das Feuer stattdessen auch neu erreiben, zur Wiedervereinigung des Opferherrn mit sich selbst.
Geht das abgeschnittene Stück (avadāna) des Tieres verloren, soll man, nachdem man von der geschmolzenen Butter (ājya) einen Teil zurückgewiesen hat, ein Stück abschneiden – das ist dann die Sühne (prāyaścitti) dafür.
Für die, welche das Opfertier durch falsches Vorgehen zerstören, mögen die, die ihnen Übles wünschen, selbst in Not (ārti) geraten. „Wohlan denn“ (kuvid aṅga) – mit Verneigung soll er beim Āgnīdhra [Feuerpriester] die Strophe rezitieren und Verehrung darbringen; damit entzieht er ihnen eben die Verneigung, und sie selbst geraten dann in jene Not.
[Schluss-Zählvermerk: nachdem sie zu ihrem eigenen Werden geworden sind, und sechsundzwanzig [?].]
Wort für Wort
yajñaṃ
das Opfer
vā
ja
etathsaṃ
das zusammen
bharanti
bringen sie
yathsomakrayaṇyai
wie der Soma-Kaufstelle
padaṃ
Stelle
yajñamukhaṃ
Antlitz des Opfers
havirdhāne
bei den Havirdhāna-Wagen
yarhi
wenn
havirdhāne
die Havirdhāna-Wagen
prācī
nach Osten
pravartayeyustarhi
man fahren lässt, dann
tenākṣamupāñjyādyajñamukha
mit jenem die Achse einsalben soll; am Antlitz des Opfers
eva
eben
yajñamanu
das Opfer der Reihe nach
saṃ
fort-
tanoti
setzt fort
prāñcamagniṃ
Agni nach vorn
pra
voran-
harantyutpatnīmā
treiben sie; die Herrin heran
nayantyanvanāṃsi
führen sie; die Wagen
pra
voran-
vartayantyatha
lassen sie fahren; nun
vā
aber
asyaiṣa
dessen dieser
dhiṣṇiyo
Wagensitz
hīyate
zurückbleibt
so'nu
der darüber
dhyāyati
denkt nach
sa
er
īśvaro
der Mächtige
rudro
zu Rudra
bhūtvā
geworden
prajāṃ
die Nachkommenschaft
paśūn,
das Vieh
yajamānasya
des Opferherrn
śamayitoryarhi
zum Schwinden bringen; wenn
paśumāprītamudañcaṃ
das nicht zufriedengestellte Opfertier nach Norden
nayanti
sie führen
tarhi
dann
tasya
dessen
paśuśrapaṇaṃ
das Kochgerät
haret
soll man herbeiholen
tenaivainaṃ
damit eben ihn
bhāginaṃ
teilhaftig
karoti
macht man
yajamāno
der Opferherr
vā
ja
āhavanīyo
ist der Āhavanīya
yajamānaṃ
den Opferherrn
vā
ja
etadvi
das ab-
karṣante
trennt man
yadāhavanīyāt
wenn vom Āhavanīya
paśuśrapaṇaṃ
das Kochgerät
haranti
man wegholt
sa
das
vaiva
dürfte eben
syānnirmanthyaṃ
[der Grund] sein; durch Reiben [neu erzeugen]
vā
oder
kuryādyajamānasya
man könnte; des Opferherrn
sātmatvāya
zur Wiedervereinigung mit sich selbst
yadi
wenn
paśoravadānaṃ
das abgeschnittene Stück des Tieres
naśyedājyasya
verloren ginge; von der geschmolzenen Butter
pratyākhyāyamava
nachdem man zurückgewiesen hat; ab-
dyethsaiva
soll man schneiden; das ist eben
tataḥ
dann
prāyaścittirye
die Sühne; die, welche
paśuṃ
das Opfertier
vimathnīran,
zerstören
yastān
die, welche ihnen
kāmayetārtimārccheyuriti
Übles wünschen mögen, in Not geraten - [so heißt es]
prajāpaterjāyamānāḥ prajā jātāśca yā imāḥ | tasmai prati pra vedaya cikitvāṃ anu manyatām || imaṃ paśuṃ paśupate te adya badhnāmyagne sukṛtasya madhye | anu manyasva suyajā yajāma juṣṭaṃ devānāmidamastu havyam || prajānantaḥ prati gṛhṇanti pūrve prāṇamaṅgebhyaḥ paryācarantam | suvargaṃ yāhi pathibhirdevayānairoṣadhīṣu prati tiṣṭhā śarīraiḥ || yeṣāmīśe paśupatiḥ paśūnāṃ catuṣpadāmuta ca dvipadām | niṣkrīto'yaṃ yajñiyaṃ bhāgametu rāyaspoṣā yajamānasya santu || ye badhyamānamanu badhyamānā abhyaikṣanta manasā cakṣuṣā ca | agnistāṃ agre pra mumoktu devaḥ prajāpatiḥ prajayā saṃvidānaḥ || ya āraṇyāḥ paśavo viśvarūpā virūpāḥ santo bahudhaikarūpāḥ | vāyustāṃ agre pra mumoktu devaḥ prajāpatiḥ prajayā saṃvidānaḥ || pramuñcamānā bhuvanasya reto gātuṃ dhatta yajamānāya devāḥ | upākṛtaṃ śaśamānaṃ yadasthājjīvaṃ devānāmapyetu pāthaḥ || nānā prāṇo yajamānasya paśunā yajño devebhiḥ saha devayānaḥ | jīvaṃ devānāmapyetu pāthaḥ satyāḥ santu yajamānasya kāmāḥ || yatpaśurmāyumakṛtoro vā padbhirāhate | agnirmā tasmādenaso viśvānmuñcatvaṃhasaḥ || śamitāra upetana yajñaṃ devebhirinvitam | pāśāt paśuṃ pra muñcata bandhādyajñapatiṃ pari || aditiḥ pāśaṃ pra mumoktvetaṃ namaḥ paśubhyaḥ paśupataye karomi | arātīyantamadharaṃ kṛṇomi yaṃ dviṣmastasminprati muñcāmi pāśam || tvāmu te dadhire havyavāhaṃ śṛtaṃ kartāramuta yajñiyaṃ ca | agne sadakṣaḥ satanurhi bhūtvātha havyā jātavedo juṣasva || jātavedo vapayā gaccha devāntvaṃ hi hotā prathamo babhūtha | ghṛtena tvaṃ tanuvo vardhayasva svāhākṛtaṃ haviradantu devāḥ īśe pramuṃcamānā yajñaṃ tvaṃ ṣoḍaśa ca
Die Geschöpfe, die aus Prajāpati geboren werden, und die, welche schon geboren sind – künde sie ihm an; der Kundige möge zustimmen.
Dieses Tier binde ich dir heute, o Herr des Viehs (paśupati), o Agni, inmitten des wohlgetanen Opferwerks; stimme zu, lass uns gut opfern; dies sei den Göttern eine willkommene Opfergabe.
Die Früheren nehmen, dies erkennend, den Atem auf, der rings von den Gliedern umhergeht. Geh zur Himmelswelt auf den götterbegangenen Pfaden, tritt mit deinem Leib wieder fest in den Pflanzen.
Über dessen Tiere, die vierfüßigen wie die zweifüßigen, Paśupati herrscht – dieser Losgekaufte möge zum opferwürdigen Anteil gelangen; die Vermehrungen des Reichtums sollen dem Opferherrn zuteilwerden.
Die, welche, während das Tier gebunden wurde, mitgebunden es mit Geist und Auge anblickten – sie möge zuvörderst der Gott Agni freilassen, und Prajāpati, im Einvernehmen mit der Nachkommenschaft.
Die wilden Tiere von allerlei Gestalt, die, obwohl vielgestaltig, doch auf vielfache Weise einer Gestalt sind – sie möge zuvörderst der Gott Vāyu freilassen, und Prajāpati, im Einvernehmen mit der Nachkommenschaft.
Indem ihr, o Götter, den Samen der Welt freilasst, verschafft dem Opferherrn freien Weg. Was an dem hingerichteten, sich zuvor bemühenden Tier noch als lebendig dasteht, das gelange zur Schutzstätte der Götter.
Getrennt sei der Lebensatem des Opferherrn von dem des Tieres; das Opfer gehe, mit den Göttern zusammen, den Götterpfad. Das Lebendige gelange zur Schutzstätte der Götter; wahr sollen die Wünsche des Opferherrn sein.
Was das Tier an Klagelaut von sich gegeben oder mit den Füßen aufgeschlagen hat – von dieser Verfehlung möge Agni mich befreien, von aller Bedrängnis.
Ihr Beschwichtiger (śamitṛ, „Zurichter“ des Opfertiers), kommt herbei zum Opfer, das von den Göttern in Gang gesetzt ist; löst das Tier von der Fessel, den Opferherrn ringsum von der Bindung.
Aditi möge diese Fessel lösen; Verehrung erweise ich den Tieren und dem Paśupati; den Missgünstigen mache ich unterlegen; dem, den wir hassen, dem lege ich diese Fessel wieder an.
Dich haben sie sich ja zum Opferbringer (havyavāhana) gemacht, zum Bereiter des Gekochten und zum Opferwürdigen; o Agni, sei mit voller Kraft und vollem Leib versehen und genieße dann die Opfergaben, o Jātavedas.
O Jātavedas, geh mit dem Bauchfell (vapā) zu den Göttern, denn du bist der erste Hotṛ geworden; stärke mit Ghee deinen Leib; die mit Svāhā dargebrachte Opfergabe mögen die Götter verzehren.
Der Herrscher lässt, indem er es freigibt, das Tier zum Opfer gelangen; du bist es – und sechzehn [Zählvermerk, [?]].
Die Tiere gehören ja Prajāpati; ihr Oberherr ist Rudra. Wenn er mit diesen beiden Sprüchen beginnt, das Opfertier vorzubereiten, nimmt er Rudra eben durch Ansprache entgegen, damit er selbst nicht verletzt werde. Mit zwei Sprüchen beginnt er – zweifüßig ist ja der Opferherr –, zur Festigung. Nachdem er begonnen hat, bringt er fünf Opferungen dar – fünfzählig sind die Tiere –, und hält sich damit eben die Tiere zurück.
Denn zum Tode wird das Tier geführt; verbindet sich der Opferherr mit ihm (anvārabheta), könnte er selbst dem Tod verfallen. „Getrennt sei der Lebensatem des Opferherrn von dem des Tieres“ – so spricht er, zur Abwendung. „Was das Tier an Klagelaut von sich gegeben hat“ – so opfert er, zur Beruhigung. „Ihr Beschwichtiger, kommt herbei“ – so spricht er, gemäß dem entsprechenden Yajus-Spruch.
Wird nun das Bauchfell (vapā) herbeigebracht, weicht das Fett von Agni; „Dich haben sie sich zum Opferbringer gemacht“ – damit opfert er das Bauchfell dazu und sichert so eben das Fett dem Agni. Und zwar zur Vollgarung: vorn sind die mit Svāhā versehenen Opfergaben den einen Göttern zugedacht, oben die mit Svāhā versehenen den anderen; „Svāhā den Göttern, den Göttern Svāhā“ – so opfert er das Bauchfell auf beiden Seiten und stellt damit eben beide Göttergruppen zufrieden.
[Schluss-Zählvermerk: mit Umkehrung auf beiden Seiten das Bauchfell, und fünf.]
Wort für Wort
prājāpatyā
Prajāpati gehörig
vai
ja
paśavasteṣāṃ
die Tiere; deren
rudro'dhipatiryadetābhyāmupākaroti
Rudra [ist] Oberherr; wenn er mit diesen beiden beginnt
yo vā ayathādevataṃ yajñamupacaratyā devatābhyo vṛścyate pāpīyānbhavati yo yathādevataṃ na devatābhya ā vṛścyate vasīyānbhavatyāgneyyarcāgnīdhramabhi mṛśedvaiṣṇavyā havirdhānamāgneyyā sruco vāyavyayā vāyavyānyaindriyā sado yathādevatameva yajñamupa carati na devatābhya ā vṛścyate vasīyānbhavati yunajmi te pṛthivīṃ jyotiṣā saha yunajmi vāyumantarikṣeṇa te saha yunajmi vācaṃ saha sūryeṇa te yunajmi tisro vipṛcaḥ sūryasya te | agnirdevatā gāyatrī chaṃda upāṃśoḥ pātramasi somo devatā triṣṭupchando'ntaryāmasya pātramasīndro devatā jagatī chaṃda indravāyuvoḥ pātramasi bṛhaspatirdevatānuṣṭupchando mitrāvaruṇayoḥ pātramasyaśvinau devatā paṅktiśchando'śvinoḥ pātramasi sūRyo devatā bṛhatī chaṃdaḥ śukrasya pātramasi candramā devatā satobṛhatī chando manthinaḥ pātramasi viśve devā devatoṣṇihā chaṃda āgrayaṇasya pātramasīndro devatā kakucchaṃda ukthānāṃ pātramasi pṛthivī devatā virāṭchando dhruvasya pātramasi aṃtarikṣeṇa bṛhatī trayastriṃśacca
Wer das Opfer nicht der zugehörigen Gottheit gemäß vollzieht, dem wird der Anteil gegenüber den Gottheiten abgeschnitten – er wird schlechter dran. Wer es der Gottheit gemäß vollzieht, dem wird nichts gegenüber den Gottheiten abgeschnitten – er wird besser dran. Mit dem an Agni gerichteten Spruch soll er den Āgnīdhra-Feuerplatz berühren, mit dem an Viṣṇu gerichteten das Havirdhāna, mit dem an Vāyu gerichteten das Vāyavya-Gefäß, mit dem an Indra gerichteten den Sadas (Priestersitz) – so vollzieht er das Opfer der Gottheit gemäß, und es wird ihm nichts gegenüber den Gottheiten abgeschnitten; er wird besser dran.
„Ich verbinde dich mit der Erde, zusammen mit dem Licht; ich verbinde den Vāyu mit dem Luftraum, zusammen mit dir; ich verbinde die Rede mit der Sonne, zusammen mit dir; ich verbinde dich mit den drei Ausscheidungen [vipṛcaḥ, [?]] der Sonne.
Agni ist die Gottheit, Gāyatrī das Metrum des Upāṃśu-Trankes; du bist sein Gefäß. Soma ist die Gottheit, Triṣṭubh das Metrum des Antaryāma-Trankes; du bist sein Gefäß. Indra ist die Gottheit, Jagatī das Metrum des Trankes für Indra und Vāyu; du bist sein Gefäß. Bṛhaspati ist die Gottheit, Anuṣṭubh das Metrum des Trankes für Mitra und Varuṇa; du bist ihr Gefäß. Die Aśvin sind die Gottheit, Paṅkti das Metrum des Trankes für die beiden Aśvin; du bist ihr Gefäß. Sūrya ist die Gottheit, Bṛhatī das Metrum des Śukra-Trankes; du bist sein Gefäß. Der Mond ist die Gottheit, Satobṛhatī das Metrum des Mantha-Trankes (des gerührten Trankes); du bist sein Gefäß. Die Allgötter sind die Gottheit, Uṣṇih das Metrum des Āgrayaṇa-Trankes (der Erstlingsspende); du bist sein Gefäß. Indra ist die Gottheit, Kakubh das Metrum des Trankes für die Lobsprüche (uktha); du bist ihr Gefäß. Die Erde ist die Gottheit, Virāj das Metrum des Dhruva-Trankes (des feststehenden); du bist sein Gefäß.
[Schluss-Zählvermerk: mit dem Luftraum Bṛhatī, und dreiunddreißig.]
Wort für Wort
yo
wer
vā
aber
ayathādevataṃ
nicht der Gottheit gemäß
yajñamupacaratyā
das Opfer vollzieht; von
devatābhyo
den Gottheiten
vṛścyate
wird abgeschnitten
pāpīyānbhavati
wird schlechter [dran]
yo
wer
yathādevataṃ
der Gottheit gemäß
na
nicht
devatābhya
von den Gottheiten
ā
[Präverb]
vṛścyate
wird abgeschnitten
vasīyānbhavatyāgneyyarcāgnīdhramabhi
wird besser [dran]; mit dem an Agni gerichteten [Spruch] den Āgnīdhra
Der Adhvaryu ist der Iṣṭarga [?, unsicherer Ausdruck] des Opferherrn; der frühere Iṣṭarga schwindet ja dahin. Mit dem Gedanken „Vor irgendeiner Verwünschung schütze mich mittels des heiligen Spruchs“ soll er vor der Morgen-Anuvāka-Rezitation opfern; damit schafft sich der Adhvaryu von vorn her einen Schutz (śarman) gegen Not.
„Zum Sicheinnisten für dich, zum Sichniedersetzen für dich – durch die Kraft der Gāyatrī, der Triṣṭubh, der Jagatī, zur Überwältigung – Svāhā! Ihr beiden, Einatem und Ausatem, bewahrt mich vor dem Tod, verlasst mich nicht!“ Unter den Gottheiten nämlich ringen diese beiden, Einatem und Ausatem, um den, auf den der Soma trifft. „Zum Sicheinnisten für dich, zum Sichniedersetzen für dich“ – so spricht er; die Metren (chandas) sind ja das Einnisten und Niedersetzen; mit den Metren eben schneidet er ihm die Metren ab.
Die Spende wird zunehmend mit Ghee-Güssen versehen, zur Übermächtigung; die Marutvatī-Verse dienen als Anrufungsstrophen (pratipad) zur Erlangung des Sieges; dabei entstehen beide, Bṛhat und Rathaṃtara: „Dieses Diesseitige ist ja das Rathaṃtara, jenes ist das Bṛhat; mit beiden schneidet er ihn ab.“ – „Heute ist eben das Rathaṃtara, morgen das Bṛhat; von heute wie von morgen an eben schneidet er ihn ab.“ – „Das Gewesene ist eben das Rathaṃtara, das Künftige ist das Bṛhat; vom Gewesenen wie vom Künftigen her eben schneidet er ihn ab.“ – „Das Begrenzte ist eben das Rathaṃtara, das Unbegrenzte ist das Bṛhat; vom Begrenzten wie vom Unbegrenzten her eben schneidet er ihn ab.“
Einst stritten Viśvāmitra und Jamadagni mit Vasiṣṭha. Da erblickte Jamadagni diesen Vihavya-Spruch; damit schnitt er dem Vasiṣṭha Kraft (indriya) und Stärke (vīrya) ab. Denn wenn der Vihavya-Spruch rezitiert wird, schneidet der Opferherr eben damit dem Nebenbuhler (bhrātṛvya) Kraft und Stärke ab. „Wessen Opferwerke (yajñakratu) zahlreicher sind, dessen Gottheit wird abgeschnitten“ – so sagen sie. Feiert der Rivale einen Agniṣṭoma und wäre dessen Soma-Ritus höherstehend, soll man einen Ukthya vollziehen; feiert jener einen Ukthya, soll man einen Atirātra vollziehen; mit den zahlreicheren Opferwerken eben schneidet man ihm die Gottheit ab und wird selbst besser dran; man schneidet ihm damit das Gewesene bei Einatem und Ausatem ab.
[Schluss-Zählvermerk: und achtundzwanzig.]
Wort für Wort
iṣṭargo
der Iṣṭarga [?]
vā
ist
adhvaryuryajamānasyeṣṭargaḥ
der Adhvaryu; des Opferherrn Iṣṭarga
khalu
nämlich
vai
ja
pūrvo'rṣṭuḥ,
der frühere Iṣṭarga
kṣīyata
schwindet dahin
āsanyānmā
vor irgendeiner [Verwünschung]; mich
mantrātpāhi
mittels des Spruchs schütze
kasyāścidabhiśastyā
vor irgendeiner Verwünschung
iti
[so]
purā
vor
prātaranuvākājjuhuyādātmana
der Morgen-Anuvāka soll er opfern; für sich selbst
eva
eben
tadadhvaryuḥ
das der Adhvaryu
purastāccharma
von vorn her einen Schutz
nahyate'nārtyai
schafft [sich]; gegen Not
saṃveśāya
zum Sicheinnisten
tvopaveśāya
für dich; zum Sichniedersetzen
tvā
für dich
gāyatriyāstriṣṭubho
durch die Kraft der Gāyatrī, der Triṣṭubh
jagatyā
der Jagatī
abhibhūtyai
zur Überwältigung
svāhā
Svāhā
prāṇāpānau
ihr beiden, Einatem und Ausatem
mṛtyormā
vor dem Tod; mich
pātaṃ
bewahrt
prāṇāpānau
Einatem und Ausatem
mā
nicht
mā
mich
hāsiṣṭaṃ
verlasst
devatāsu
unter den Gottheiten
vā
nämlich
ete
diese
prāṇāpānayo
Einatem und Ausatem
rvyāyacchante
ringen
yeṣāṃ
derer, auf die
somaḥ
der Soma
samṛcchate
trifft
saṃveśāya
zum Sicheinnisten
tvopaveśāya
für dich; zum Sichniedersetzen
tvetyāha
für dich - so spricht er
chandāṃsi
die Metren
vai
ja
saṃveśa
das Einnisten
upaveśaśchandobhirevāsya
und Niedersetzen [sind]; mit den Metren eben ihm
chandāṃsi
die Metren
vṛṅkte
schneidet er ab
pretivantyājyāni
zunehmend werden versehen; mit Ghee-Güssen
bhavantyabhijityai
[so] werden sie; zur Übermächtigung
marutvatīḥ
die Marutvatī-Verse
pratipado
als Anrufungsstrophen
vijityā
zur Erlangung des Sieges
ubhe
beide
bṛhadrathantare
Bṛhat und Rathaṃtara
bhavata
entstehen
iyaṃ
dieses
vāva
ja eben
rathaṃtaramasau
das Rathaṃtara; jenes
bṛhadābhyāmevainamantaretyadya
[ist] das Bṛhat; mit beiden eben schneidet er ihn ab - heute
vāva
ja eben
rathaṃtara2ṃ
das Rathaṃtara
śvo
morgen
bṛhadadyāśvādevainamantareti
das Bṛhat; von heute wie von morgen eben schneidet er ihn ab
bhūtaṃ
das Gewesene
vāva
ja eben
rathaṃtaraṃ
[ist] das Rathaṃtara
bhaviṣyad
das Künftige
bṛhadbhūtāścaivainaṃ
[ist] das Bṛhat; vom Gewesenen eben ihn
bhaviṣyataścāntareti
und vom Künftigen her schneidet er ab
parimitaṃ
das Begrenzte
vāva
ja eben
rathaṃtaramaparimitaṃ
[ist] das Rathaṃtara; das Unbegrenzte
bṛhat
[ist] das Bṛhat
parimitāccaivainamaparimitāccāntareti
vom Begrenzten eben ihn, und vom Unbegrenzten her schneidet er ab
nigrābhyāḥ stha devaśruta āyurme tarpayata prāṇaṃ me tarpayatāpānaṃ me tarpayata vyānaṃ me tarpayata cakṣurme tarpayata śrotraṃ me tarpayata mano me tarpayata vācaṃ me tarpayatātmānaṃ me tarpayatāṅgāni me tarpayata prajāṃ me tarpayata paśūn me tarpayata gṛhān me tarpayata gaṇān me tarpayata sarvagaṇaṃ mā tarpayata tarpayata mā gaṇā me mā vi tṛṣannoṣadhayo vai somasya viśo viśaḥ khalu vai rājñaḥ pradātorīśvarā aindraḥ somo'vīvṛdhaṃ vo manasā sujātā ṛtaprajātā bhaga idvaḥ syāma | indreṇa devīrvīrudhaḥ saṃvidānā anu manyantāṃ savanāya somamityāhauṣadhībhya evainagg svāyai viśaḥ svāyai devatāyai niryācyābhi ṣuṇoti yo vai somasyābhiṣūyamāṇasya prathamoṃśuḥ skandati sa īśvara indriyaṃ vīryaṃ prajāṃ paśūn, yajamānasya nirhantostamabhi mantrayetā māskānthsaha prajayā saha rāyaspoṣeṇendriyam me vīryaṃ mā nirvadhīrityāśiṣamevaitāmā śāsta indriyasya vīryasya prajāyai paśūnāmanirghātāya drapsaścaskanda pṛthivīmanu dyāmimaṃ ca yonimanu yaśca pūrvaḥ | tṛtīyaṃ yonimanu saṃcarantaṃ drapsaṃ juhomyanu sapta hotrāḥ tarpayata mābhiṣūyamāṇasya yaśca daśa ca
„Ihr Nigrābhyāḥ [etwa: „Zurückhaltende“, Beiname zweier Göttinnen] seid ihr, von den Göttern gehört (devaśruta); sättigt mir die Lebenszeit (āyus), sättigt mir den Einatem, sättigt mir den Ausatem, sättigt mir den Zwischenatem (vyāna), sättigt mir das Auge, sättigt mir das Ohr, sättigt mir den Geist, sättigt mir die Rede, sättigt mir das Selbst, sättigt mir die Glieder, sättigt mir die Nachkommenschaft, sättigt mir das Vieh, sättigt mir die Häuser, sättigt mir die Scharen (Angehörigen), sättigt mir die ganze Schar; sättigt sie – meine Scharen sollen nicht dürsten!“
Die Pflanzen gehören ja zu Soma; die Untertanen (viśaḥ) sind ja die Herrschaft, die dem König gegeben wird [?]. „Der aindrische Soma hat euch, o wohlgeborene, in der Wahrheit geborene Pflanzen, mit seinem Geist gestärkt – Anteil (bhaga) sei uns! Mit Indra vereint, ihr göttlichen Pflanzen, mögt ihr uns zur Pressung (savana) zustimmen“ – so spricht er; damit erbittet er es eben von den Pflanzen für ihre eigene Untertanenschaft, für ihre eigene Gottheit.
Wer den ersten Trieb (aṃśu) des gerade gepressten Soma verspritzen (skandati) lässt, der wird zum Herrscher über Kraft, Stärke, Nachkommenschaft und Vieh des Opferherrn – zu dessen Vernichtung gereicht das. Diesen Tropfen soll er besprechen: „Springe nicht fort, samt Nachkommenschaft, samt dem Zuwachs des Reichtums; meine Kraft, meine Stärke sollst du mir nicht abschlagen!“ – damit erbittet er eben diesen Segenswunsch, für Nachkommenschaft und Vieh, und damit Kraft und Stärke nicht zunichtegemacht werden.
„Der Tropfen (drapsa) sprang aus, der Erde entlang, dem Himmel entlang, diesem Mutterschoß (yoni) entlang und dem, der zuvor war; den dritten Mutterschoß entlang wandernden Tropfen opfere ich, entsprechend den sieben Hotra-Priestern. Sättigt mich, damit ich nicht Schaden nehme vom gepressten Soma, der zuerst heraustropft – und zehn [Schluss-Zählvermerk].“
Wort für Wort
nigrābhyāḥ
ihr Nigrābhyāḥ
stha
seid ihr
devaśruta
von den Göttern gehört
āyurme
die Lebenszeit mir
tarpayata
sättigt
prāṇaṃ
den Einatem
me
mir
tarpayatāpānaṃ
sättigt; den Ausatem
me
mir
tarpayata
sättigt
vyānaṃ
den Zwischenatem
me
mir
tarpayata
sättigt
cakṣurme
das Auge mir
tarpayata
sättigt
śrotraṃ
das Ohr
me
mir
tarpayata
sättigt
mano
den Geist
me
mir
tarpayata
sättigt
vācaṃ
die Rede
me
mir
tarpayatātmānaṃ
sättigt; das Selbst
me
mir
tarpayatāṅgāni
sättigt; die Glieder
me
mir
tarpayata
sättigt
prajāṃ
die Nachkommenschaft
me
mir
tarpayata
sättigt
paśūn
das Vieh
me
mir
tarpayata
sättigt
gṛhān
die Häuser
me
mir
tarpayata
sättigt
gaṇān
die Scharen
me
mir
tarpayata
sättigt
sarvagaṇaṃ
die ganze Schar
mā
mir
tarpayata
sättigt
tarpayata
sättigt [sie]
mā
nicht
gaṇā
die Scharen
me
meine
mā
nicht
vi
-dürsten
tṛṣannoṣadhayo
sollen; die Pflanzen
vai
ja
somasya
des Soma [Angehörige]
viśo
die Untertanen
viśaḥ
[sind] die Untertanen
khalu
ja
vai
nämlich
rājñaḥ
des Königs
pradātorīśvarā
die Herrschaft, die gegeben wird [?]
aindraḥ
der aindrische
somo'vīvṛdhaṃ
Soma hat gestärkt
vo
euch
manasā
mit [seinem] Geist
sujātā
o wohlgeborene
ṛtaprajātā
in der Wahrheit geborene
bhaga
Anteil
idvaḥ
sei uns
syāma
wir möchten sein
|
[Versmarke]
indreṇa
mit Indra
devīrvīrudhaḥ
ihr göttlichen Pflanzen
saṃvidānā
vereint
anu
zu-
manyantāṃ
mögt ihr zustimmen
savanāya
zur Pressung
somamityāhauṣadhībhya
'Soma' - so spricht er; von den Pflanzen
evainagg
eben es
svāyai
für ihre eigene
viśaḥ
Untertanenschaft
svāyai
für ihre eigene
devatāyai
Gottheit
niryācyābhi
erbittet er; aus-
ṣuṇoti
presst er
yo
wer
vai
nämlich
somasyābhiṣūyamāṇasya
des gerade gepressten Soma
prathamoṃśuḥ
den ersten Trieb
skandati
verspritzen lässt
sa
der
īśvara
[ist] der Herrscher
indriyaṃ
über Kraft
vīryaṃ
Stärke
prajāṃ
Nachkommenschaft
paśūn,
[und] Vieh
yajamānasya
des Opferherrn
nirhantostamabhi
zu dessen Vernichtung; diesen
mantrayetā
soll er besprechen
māskānthsaha
'springe nicht fort'; samt
prajayā
der Nachkommenschaft
saha
samt
rāyaspoṣeṇendriyam
dem Zuwachs des Reichtums; meine Kraft
me
mir
vīryaṃ
meine Stärke
mā
nicht
nirvadhīrityāśiṣamevaitāmā
sollst du abschlagen - [so]; diesen Segenswunsch eben
śāsta
erbittet er
indriyasya
der Kraft
vīryasya
der Stärke
prajāyai
für die Nachkommenschaft
paśūnāmanirghātāya
des Viehs; damit nicht zunichtegemacht werde
drapsaścaskanda
der Tropfen sprang aus
pṛthivīmanu
der Erde entlang
dyāmimaṃ
dem Himmel entlang; diesem
ca
und
yonimanu
dem Mutterschoß entlang
yaśca
und dem, der
pūrvaḥ
zuvor [war]
|
[Versmarke]
tṛtīyaṃ
den dritten
yonimanu
Mutterschoß entlang
saṃcarantaṃ
wandernden
drapsaṃ
Tropfen
juhomyanu
opfere ich; entsprechend
sapta
den sieben
hotrāḥ
Hotra-Priestern
tarpayata
sättigt [mich]
mābhiṣūyamāṇasya
damit ich nicht vom gepressten [Soma Schaden nehme]
yo vai devān devayaśasenārpayati manuṣyānmanuṣyayaśasena devayaśasyeva deveṣu bhavati manuṣyayaśasī manuṣyeṣu yān prācīnamāgrayaṇād grahān gṛhṇīyāt tānupāṃśu gṛhṇīyādyānūrdhvāg stānupabdimato devāneva taddevayaśasenārpayati manuṣyān manuṣyayaśasena devayaśasyeva deveṣu bhavati manuṣyayaśasī manuṣyeṣvagniḥ prātaḥsavane pātvasmānvaiśvānaro mahinā viśvaśaṃbhūḥ | sa naḥ pāvako draviṇaṃ dadhā tvāyuṣmantaḥ sahabhakṣāḥ syāma || viśve devā maruta indro asmānasmindvitīye savane na jahyuḥ | āyuṣmantaḥ priyameṣāṃ vadanto vayaṃ devānāṃ sumatau syāma || idaṃ tṛtīyaṃ savanaṃ kavīnāmṛtena ye camasamairayanta | te saudhanvanāḥ suvarānaśānāḥ sviṣṭiṃ no abhi vasīyo nayantu || āyatanavatīrvā anyā āhutayo hūyante'nāyatanā anyā yā āghāravatīstā āyatanavatīryāḥ saumyāstā anāyatanā aindravāyavamādāyāghāramāghārayedadhvaro yajño'yamastu devā oṣadhībhyaḥ paśave no janāya viśvasmai bhūtāyādhvaro'si sa pinvasva ghṛtavaddeva someti saumyā eva tadāhutīrāyatanavatīḥ karotyāyatanavānbhavati ya evaṃ vedātho dyāvāpṛthivī eva ghṛtena vyunatti te vyutte upajīvanī ye bhavata upajīvanīyo bhavati ya evaṃ vedaiṣa te rudra bhāgo yaṃ nirayācathāstaṃ juṣasva vidergaupatyaṃ rāyaspoṣaṃ suvīryaṃ saṃvathsarīṇāg svastim dadhātvāyatanavatīryā upa jīvanīyo bhavati te'durvai yatraitamekādaśa ca
Wer die Götter mit göttlichem Ruhm versieht und die Menschen mit menschlichem Ruhm, der wird unter den Göttern wie einer, der an göttlichem Ruhm teilhat, unter den Menschen wie einer, der an menschlichem Ruhm teilhat. Welche Trankzüge er vom Āgrayaṇa an vorwärts nähme, die soll er leise (upāṃśu, ohne Rezitationslaut) nehmen; welche er nach oben hin nähme, die mit Geräusch – damit versieht er eben die Götter mit göttlichem Ruhm und die Menschen mit menschlichem Ruhm; so wird er unter den Göttern wie ein an göttlichem Ruhm Teilhabender, unter den Menschen wie ein an menschlichem Ruhm Teilhabender.
„Agni möge uns bei der Morgenpressung schützen, der Vaiśvānara, durch seine Größe, der für alle Heilsame; er, der Reinigende, möge uns Reichtum verleihen; wir wollen langlebig sein, mit dir am Trankanteil beteiligt.
Die Allgötter, die Maruts und Indra sollen uns bei dieser zweiten Pressung nicht verlassen; langlebig, das Liebe dieser Götter sprechend, wollen wir in der Gunst der Götter sein.
Dies ist die dritte Pressung der Seher (kavi), durch deren Wahrheit sie den Camasa (Becher) herbeigeführt haben; die Nachkommen des Sudhanvan, zum Sonnenlicht gelangt, mögen uns zu gutem Gelingen führen.“
Die einen Opfergüsse, die mit Grundlage (āyatanavat), werden dargebracht, die anderen ohne Grundlage; welche mit der Āghāra-Übergießung versehen sind, haben eine Grundlage, welche zu Soma gehören, haben keine. Nachdem er den Trank für Indra und Vāyu genommen hat, soll er die Āghāra-Übergießung übergießen: „Ein Opfer sei dies, ein rechtes Opfer; o Götter, den Pflanzen, unserem Vieh, unserem Geschlecht, für alles Werdende gilt das rechte Opfer; schwelle du an, ghee-reich, göttlicher Soma!“ – damit macht er eben die zu Soma gehörigen Opfergüsse mit Grundlage versehen; mit Grundlage versehen wird, wer dies weiß. Ferner befeuchtet er damit Himmel und Erde mit Ghee; die beiden, so befeuchtet, werden ihm zu Erhaltern, und er selbst wird zum Erhaltenwerdenden, wer dies weiß.
„Dies ist dein Anteil, o Rudra, den man dir erbeten hat; nimm ihn dir zu Herzen, und erlange den Hausstand, Zuwachs des Reichtums, gute Mannhaftigkeit und Wohlergehen für das ganze Jahr“ – damit werden Himmel und Erde mit Grundlage versehen, die zu Erhaltern werden.
[Schluss-Zählvermerk: dort, wo dies … und elf.]
Wort für Wort
yo
wer
vai
nämlich
devān
die Götter
devayaśasenārpayati
mit göttlichem Ruhm versieht
manuṣyānmanuṣyayaśasena
die Menschen; mit menschlichem Ruhm
devayaśasyeva
wie an göttlichem Ruhm [Teilhabender]
deveṣu
unter den Göttern
bhavati
wird er
manuṣyayaśasī
wie an menschlichem Ruhm [Teilhabender]
manuṣyeṣu
unter den Menschen
yān
welche
prācīnamāgrayaṇād
vom Āgrayaṇa an vorwärts
grahān
[Trank-]Züge
gṛhṇīyāt
er nähme
tānupāṃśu
die soll er leise
gṛhṇīyādyānūrdhvāg
nehmen; welche nach oben [hin]
stānupabdimato
die [soll er] mit Geräusch [nehmen]
devāneva
die Götter eben
taddevayaśasenārpayati
damit versieht er mit göttlichem Ruhm
manuṣyān
die Menschen
manuṣyayaśasena
mit menschlichem Ruhm
devayaśasyeva
wie an göttlichem Ruhm [Teilhabender]
deveṣu
unter den Göttern
bhavati
wird er
manuṣyayaśasī
wie an menschlichem Ruhm [Teilhabender]
manuṣyeṣvagniḥ
unter den Menschen; Agni
prātaḥsavane
bei der Morgenpressung
pātvasmānvaiśvānaro
möge schützen uns; der Vaiśvānara
mahinā
durch seine Größe
viśvaśaṃbhūḥ
der für alle Heilsame
|
[Versmarke]
sa
er
naḥ
uns
pāvako
der Reinigende
draviṇaṃ
Reichtum
dadhā
möge verleihen
tvāyuṣmantaḥ
an dir [teilhabend]; langlebig
sahabhakṣāḥ
mit [dir] am Trankanteil beteiligt
syāma
wir wollen sein
||
[Versende]
viśve
die Viśve
devā
Devāḥ
maruta
die Maruts
indro
Indra
asmānasmindvitīye
uns; bei dieser zweiten
savane
Pressung
na
nicht
jahyuḥ
sollen verlassen
|
[Versmarke]
āyuṣmantaḥ
langlebig
priyameṣāṃ
das Liebe dieser [Götter]
vadanto
sprechend
vayaṃ
wir
devānāṃ
der Götter
sumatau
in der Gunst
syāma
wollen sein
||
[Versende]
idaṃ
dies [ist]
tṛtīyaṃ
die dritte
savanaṃ
Pressung
kavīnāmṛtena
der Seher; durch die Wahrheit
ye
durch die
camasamairayanta
sie den Camasa herbeigeführt haben
|
[Versmarke]
te
die
saudhanvanāḥ
Nachkommen des Sudhanvan
suvarānaśānāḥ
zum Sonnenlicht gelangt
sviṣṭiṃ
zu gutem Gelingen
no
uns
abhi
hin-
vasīyo
zum Besseren [Gelingen]
nayantu
mögen führen
||
[Versende]
āyatanavatīrvā
die mit Grundlage versehenen ja
anyā
die einen
āhutayo
Opfergüsse
hūyante'nāyatanā
werden dargebracht; ohne Grundlage
anyā
die anderen
yā
welche
āghāravatīstā
mit der Āghāra-Übergießung versehen sind, die
āyatanavatīryāḥ
haben eine Grundlage; welche
saumyāstā
zu Soma gehören, die
anāyatanā
haben keine Grundlage
aindravāyavamādāyāghāramāghārayedadhvaro
den Indra-Vāyu-Trank genommen habend, soll er die Āghāra-Übergießung übergießen; ein Opfer
„Ich möchte der Rede lieb sein, lieb dem Herrn der Rede; o göttliche Rede, was an der Rede süß ist, darauf richte mich – Svāhā der Sarasvatī!
Mit dem Ṛc-Vers fördere das Preislied, mit dem Gāyatra-Sāman das Rathaṃtara-Sāman; o Trank, dessen Bahn Gāyatrī und Bṛhat sind.
Der Tropfen von dir, der herabspringt, der Trieb von dir, von den Pressarmen bewegt, aus dem Schoß der beiden Pressschalen (dhiṣaṇā), oder der von dir, der vom Reinigungssieb (pavitra) des Adhvaryu her tropft – den mit Svāhā versehenen opfere ich dem Indra.
Der Tropfen, der Trieb, der auf die Erde gefallen ist – vom Parivāpa [?, unsichere Realie], vom Reiskuchen (puroḍāśa), vom Karambha-Brei, von den gerösteten Körnern (dhānā), vom Soma selbst, o Indra, vom gerührten Trank (manthin), vom hellen Soma – den mit Svāhā versehenen opfere ich dem Indra.
Der süße, kraftvolle Tropfen von dir, der, mit Svāhā versehen, wieder zu den Göttern zurückgeht, vom Himmel, von der Erde, aus dem Luftraum her – den mit Svāhā versehenen opfere ich dem Indra.
[Schluss-Zählvermerk: vom Parivāpa [?] melken sie mir Nachkommenschaft – und vierzehn.]
Wort für Wort
juṣṭo
lieb
vāco
der Rede
bhūyāsaṃ
möchte ich sein
juṣṭo
lieb
vācaspataye
dem Herrn der Rede
devi
o göttliche
vāk
Rede
|
[Versmarke]
yadvāco
was an der Rede
madhumattasminmādhāḥ
süß [ist]; darauf richte mich
svāhā
Svāhā
sarasvatyai
der Sarasvatī
||
[Versende]
ṛcā
mit dem Ṛc-Vers
stomaṃ
das Preislied
samardhaya
fördere
gāyatreṇa
mit dem Gāyatra
rathaṃtaram
das Rathaṃtara
|
[Versmarke]
bṛhadgāyatravartani
o [Trank], dessen Bahn Gāyatrī und Bṛhat [ist]
||
[Versende]
yaste
der von dir
drapsa
Tropfen
skandati
herabspringt
yaste
der von dir
aṃśurbāhucyuto
der Trieb, von den Pressarmen bewegt
dhiṣaṇayorupasthāt
aus dem Schoß der beiden Pressschalen
|
[Versmarke]
adhvaRyorvā
des Adhvaryu oder
pari
ringsum
yaste
der von dir
pavitrāth
vom Reinigungssieb
svāhākṛtamiṃdrāya
den mit Svāhā versehenen dem Indra
taṃ
den
juhomi
opfere ich
||
[Versende]
yo
der
drapso
Tropfen
aṃśuḥ
der Trieb
patitaḥ
gefallen
pṛthivyāṃ
auf die Erde
parivāpāt
vom Parivāpa [?]
puroḍāśāt
vom Reiskuchen
karaṃbhāt
vom Karambha-Brei
|
[Versmarke]
dhānāsomānmanthina
von den gerösteten Körnern, vom Soma, vom gerührten Trank
indra
o Indra
śukrāt
vom hellen [Soma]
svāhākṛtamindrāya
den mit Svāhā versehenen dem Indra
taṃ
den
juhomi
opfere ich
||
[Versende]
yaste
der von dir
drapso
Tropfen
madhumāṃ
der süße
indriyāvānthsvāhākṛtaḥ
kraftvolle, mit Svāhā versehen
punarapyeti
wieder zurückgeht
devān
zu den Göttern
|
[Versmarke]
divaḥ
vom Himmel
pṛthivyāḥ
von der Erde
paryantarikṣāthsvāhākṛtamindrāya
aus dem Luftraum her; den mit Svāhā versehenen dem Indra
Durch Agni möge man Reichtum erlangen, Zuwachs Tag für Tag, ruhmvollen, reich an Söhnen.
Reich an Rindern, o Agni, und reich an Schafen und Pferden sei das Opfer, mit Männern als Freunden, stets unvergesslich; reich an Opferspeise (iḍā), o Herr (asura), reich an Nachkommenschaft, langer Reichtum, mit breitem Grund, mit Versammlungshaus.
Schwill an, dir zusammen [mit …] [Fragment, [?]].
Hierher rufe ich den vorzüglichen, vielgestaltigen Tvaṣṭar; er sei ganz allein der unsrige.
Das gib uns als dauerhaften Nährstoff [tūrpa, [?]] und Vermehrung, o Gott Tvaṣṭar, sei freigebig gestimmt, auf dass ein tüchtiger, geschickter Held, mit dem Pressstein vereint, gottliebend, geboren werde.
Als gütiger, o Tvaṣṭar, komm hierher, der Mächtige, mit reichem Zuwachs und aus eigenem Antrieb; bei jedem Opfer hilf uns.
Von goldgelber Gestalt, wohlgenährt, Kraft verleihend, gehorsam wird ein Held geboren, gottliebend; Tvaṣṭar möge unsere Nachkommenschaft aus dem Mutterschoß entlassen; dann gelange sie zur Schutzstätte der Götter.
Es fördere uns die Göttliche, die Tochter des Himmels [Fragment, [?]].
Die Brust des Sarasvat, die anzuschauen allen gegeben und die vollgeschwollen ist, möge ich melken um Nachkommenschaft und Labung.
Deine Wellen, o Sarasvat, die süßen, von Ghee triefenden – um deren Gunst bitten wir.
Dessen Gebot (vrata) alle Tiere folgen, dessen Gebot die Gewässer sich unterstellen, in dessen Gebot der Herr des Gedeihens eingesetzt ist – diesen Sarasvat rufen wir zum Beistand an.
Den himmlischen, schöngeflügelten, großen Vogel, den Keim der Gewässer, den Bullen der Pflanzen, den, der ringsum durch Regen sättigt – diesen Sarasvat rufen wir zum Beistand an.
O Sinīvālī, mit breitem Haarschopf, die du der Götter Schwester bist, nimm die dargebrachte Opfergabe gern an; o Göttin, verleih uns Nachkommenschaft.
Die schönhändige, schönfingrige, gut gebärende, vielgebärende – bringt dieser Herrin der Sippe, der Sinīvālī, die Opfergabe dar.
Indra preisen euch Priester von allen Seiten her, Indra, ihr Männer [Fragment, [?]].
Die dunkelfarbigen, falben, schöngeflügelten Blitze, sich in Regenwolken kleidend, fliegen zum Himmel auf; sie sind zurückgekehrt, nachdem sie ihre Sitze gemacht haben, und dann wird die Erde mit Regenströmen benetzt.
Goldhaarig, in der Ausbreitung des Dunstes, eine ungestüme Schlange, dem Wind gleich dahinschießend, hellstrahlend, der Morgenröten kundig – so kommen die ruhmreichen, tätigen, wahrhaftigen Morgenröten [Stelle unsicher, [?]].
Zu dir kamen die schönbeflügelten Blitze mit ihren Bahnen, unaufhaltsam; der schwarze Bulle brüllte, als dies geschah; er kam gleichsam mit den freundlichen, lächelnden Blitzen; die Regenschauer fallen, die Wolken donnern.
Wie eine brüllende Kuh muht der Blitz, wie eine Mutter dem Kalb folgt, so folgt er ihm, wenn deren Regen losgelassen wird.
Selbst der Berg, groß und gewachsen, geriet in Furcht; des Himmels Rücken erzitterte bei eurem Getöse, wenn ihr, o Maruts, mit den Lanzen spielt und, Wasser gleich, vereint dahinstürmt.
Brülle entgegen, donnere, leg deinen Keim, den Regen, hinein, fliege ringsum mit dem wasserführenden Wagen; zieh gut den geöffneten, geneigten Schlauch; gleichmäßig sollen mit dem Hochland die Niederungen gefüllt werden.
Du, o unerschütterlicher Agni, gehst wie ein Tier auf die Weide, dorthin, wo, o alterloser, die geschickten Priester dir die Wälder zerschneiden, als Brennholz.
O Agni Jātavedas, zahlreich sind deine, des Gottes, des mit Eigenkraft Versehenen, Wohnstätten der Unsterblichkeit, und die Zauberkräfte der Zauberkundigen, o Alldurchdringender – viele haben sie in dir vereinigt, o Verbundener [Beiname unsicher, [?]].
Gewährt uns, o Maruts, den Regen des Himmels, lasst die Ströme des mannhaften Regenrosses anschwellen; komm mit diesem Donner hierher, uns die Gewässer herabgießend, du mächtiger Vater.
Die Wasser lassen die Maruts, die gut spendenden, anschwellen, die ghee-reiche Milch, bei den Opferverteilungen anwesend; wie ein Rennpferd führen sie die Wolke zum Regen; sie melken den donnernden, unversieglichen Quell.
Die im Wasser schwimmenden Wolken, o Maruts, treibt jenen Regen an, den alle Maruts anspornen. Es schreit auf wie eine gestochene junge Frau, wenn sie den Wasserschlauch stößt, wie eine Ehefrau nach dem Gatten ruft [Stelle unsicher, [?]].
Mit Ghee, mit Honig besprengt Himmel und Erde, milchreich; macht die Gewässer und Pflanzen fruchtbar; lasst dort Kraft und Wohlwollen anschwellen, wo ihr Männer, o Maruts, den Honigregen gießt.
Empor steige jenes wunderbare Gestirn [Fragment, [?]].
Wie Aurva und Bhṛgu, wie Apnavāna rufe ich den reinen, den meergewandeten Agni an.
Wie den Antrieb (sava) des Savitṛ, wie den Genuss des Bhaga rufe ich ihn herbei, den meergewandeten Agni. Gib uns einen Helden, Labung, nimm die Opfergabe, gib uns die Morgenröten, die Maruts und Regen, den Anteil des Bhaga – und zwölf [Schluss-Zählvermerk].
Wort für Wort
agninā
durch Agni
rayimaśnavat
Reichtum möge man erlangen
poṣameva
Zuwachs eben
dive
Tag
dive
für Tag
|
[Versmarke]
yaśasaṃ
ruhmvollen
vīravattamam
reich an Söhnen
||
[Versende]
gomāṃ
reich an Rindern
agne'vimāṃ
o Agni; reich an Schafen
aśvī
reich an Pferden
yajño
sei das Opfer
nṛvathsakhā
mit Männern als Freunden
sadamidapramṛṣyaḥ
stets unvergesslich
|
[Versmarke]
iḍāvāṃ
reich an Opferspeise
eṣo
dies [sei]
asura
o Herr
prajāvāndīrgho
reich an Nachkommenschaft; langer
rayiḥ
Reichtum
pṛthubudhnaḥ
mit breitem Grund
sabhāvān
mit Versammlungshaus
||
[Versende]
ā
an-
pyāyasva
schwill an
saṃ
zusammen
te
dir [Fragment, [?]]
||
[Versende]
iha
hierher
tvaṣṭāramagriyaṃ
Tvaṣṭar, den vorzüglichen
viśvarūpamupa
den vielgestaltigen
hva
rufe ich
ye
[metrische Füllung]
|
[Versmarke]
asmākamastu
der unsrige sei er
kevalaḥ
ganz allein
||
[Versende]
tannasturīpamadha
das uns als Nährstoff [tūrpa, [?]]; und
poṣayitnu
als Vermehrung
deva
o Gott
tvaṣṭarvi
Tvaṣṭar; frei-
rarāṇaḥ
gebig gestimmt
syasva
sei
|
[Versmarke]
yato
auf dass
vīraḥ
ein Held
karmaṇyaḥ
tüchtig
sudakṣo
geschickt
yuktagrāvā
mit dem Pressstein vereint
jāyate
geboren werde
devakāmaḥ
gottliebend
||
[Versende]
śivastvaṣṭarihā
als gütiger, o Tvaṣṭar, hierher
gahi
komm
vibhuḥ
der Mächtige
poṣa
mit Zuwachs
uta
und
tmanā
aus eigenem [Antrieb]
|
[Versmarke]
yajñe
bei [jedem] Opfer
yajñe
bei Opfer
na
uns
udava
hilf
||
[Versende]
piśaṃgarūpaḥ
von goldgelber Gestalt
subharo
wohlgenährt
vayodhāḥ
Kraft verleihend
śruṣṭī
gehorsam
vīro
ein Held
jāyate
wird geboren
devakāmaḥ
gottliebend
|
[Versmarke]
prajāṃ
die Nachkommenschaft
tvaṣṭā
Tvaṣṭar
viṣyatu
möge entlassen
nābhimasme
aus dem Mutterschoß; unsere
athā
dann
devānāmapyetu
der Götter; gelange zu
pāthaḥ
der Schutzstätte
||
[Versende]
praṇo
es fördere uns
devyā
die Göttliche
no
uns
divaḥ
des Himmels
||
[Versende, Fragment [?]]
pīpivāṃ
vollgeschwollen
saṃ
zusammen-
sarasvataḥ
des Sarasvat
stanaṃ
die Brust
yo
die
viśvadarśataḥ
allen anzuschauen [gegeben]
|
[Versmarke]
dhukṣīmahi
möchte ich melken
prajāmiṣam
um Nachkommenschaft und Labung
||
[Versende]
ye
die
te
deine
sarasva
o Sarasvat
ūrmayo
Wellen
madhumanto
die süßen
ghṛtaścutaḥ
von Ghee triefenden
|
[Versmarke]
teṣāṃ
um deren
te
dein [Sarasvat]
sumnamīmahe
Gunst bitten wir
||
[Versende]
yasya
dessen
vrataṃ
Gebot
paśavo
die Tiere
yanti
folgen
sarve
alle
yasya
dessen
vratamupatiṣṭhanta
Gebot sich unterstellen
āpaḥ
die Gewässer
|
[Versmarke]
yasya
in dessen
vrate
Gebot
puṣṭipatirniviṣṭastaṃ
der Herr des Gedeihens eingesetzt ist; diesen
sarasvantamavase
Sarasvat zum Beistand
huvema
rufen wir an
||
[Versende]
divyaṃ
den himmlischen
suparṇaṃ
schöngeflügelten
vayasaṃ
Vogel
bṛhantamapāṃ
großen; der Gewässer
garbhaṃ
Keim
vṛṣabhamoṣadhīnām
Bullen der Pflanzen
|
[Versmarke]
abhīpato
ringsum sättigend
vṛṣṭyā
durch Regen
tarpayantaṃ
sättigend
taṃ
diesen
sarasvantamavase
Sarasvat zum Beistand
huvema
rufen wir an
||
[Versende]
sinīvāli
o Sinīvālī
pṛthuṣṭuke
mit breitem Haarschopf
yā
die du
devānāmasi
der Götter bist
svasā
Schwester
|
[Versmarke]
juṣasva
nimm gern an
havya
die Opfergabe
māhutaṃ
die dargebrachte
prajāṃ
Nachkommenschaft
devi
o Göttin
didiḍḍhi
verleih
naḥ
uns
||
[Versende]
yā
die
supāṇiḥ
schönhändige
svaṅguriḥ
schönfingrige
suṣūmā
gut gebärende
bahusūvarī
vielgebärende
|
[Versmarke]
tasyai
dieser
viśpatniyai
Herrin der Sippe
haviḥ
die Opfergabe
sinīvālyai
der Sinīvālī
juhotana
bringt dar
||
[Versende]
indraṃ
Indra
vo
euch
viśvatasparīndraṃ
von allen Seiten her; Indra
naraḥ
ihr Männer
||
[Versende, Fragment [?]]
asitavarṇā
dunkelfarbige
harayaḥ
falbe [Blitze/Rosse]
suparṇā
schöngeflügelte
miho
in Regenwolken
vasānā
sich kleidend
divamutpatanti
zum Himmel fliegen sie auf
|
[Versmarke]
ta
sie
āvavṛtranthsadanāni
sind zurückgekehrt; [ihre] Sitze
kṛtvāditpṛthivī
gemacht habend; dann die Erde
ghṛtairvyudyate
mit Regenströmen wird benetzt
||
[Versende]
hiraṇyakeśo
goldhaarig
rajaso
des Dunstes
visāre'hirdhunirvāta
in der Ausbreitung; eine ungestüme Schlange, dem Wind
iva
gleich
dhrajīmān
dahinschießend
|
[Versmarke]
śucibhrājā
hellstrahlend
uṣaso
der Morgenröten
navedā
kundig
yaśasvatīrapasyuvo
die ruhmreichen, tätigen
na
wie [gewiss]
satyāḥ
wahrhaftigen [?]
||
[Versende]
ā
zu-
te
dir
suparṇā
die schönbeflügelten [Blitze]
aminanta
kamen; unaufhaltsam
evaiḥ
mit [ihren] Bahnen
kṛṣṇo
der schwarze
nonāva
brüllte
vṛṣabho
Bulle
yadīdam
als dies [geschah]
|
[Versmarke]
śivābhirna
mit den freundlichen wie
smayamānābhirāgātpatanti
lächelnden kam er; es fallen
mihaḥ
die Regenschauer
stanayantyabhrā
es donnern die Wolken
||
[Versende]
vāśreva
wie eine brüllende [Kuh]
vidyunmimāti
muht der Blitz
vathsaṃ
dem Kalb
na
wie
mātā
die Mutter
siṣakti
folgt
|
[Versmarke]
yadeṣāṃ
wenn deren
vṛṣṭirasarji
Regen losgelassen wird
||
[Versende]
parvataścinmahi
selbst der Berg, groß
vṛddho
gewachsen
bibhāya
geriet in Furcht
divaścithsānu
des Himmels Rücken
rejata
erzitterte
svane
bei [eurem] Getöse
vaḥ
euer
|
[Versmarke]
yatkrīḍatha
wenn ihr spielt
maruta
o Maruts
ṛṣṭimanta
mit den Lanzen
āpa
wie Wasser
iva
gleich
sadhriyañco
vereint
dhavadhve
stürmt ihr dahin
||
[Versende]
abhi
entgegen
kranda
brülle
stanaya
donnere
garbhamā
den Keim hin-
dhā
leg
udanvatā
mit dem wasserführenden
pari
ringsum
dīyā
fliege
rathena
Wagen
|
[Versmarke]
dṛtiṃ
den Schlauch
su
gut
karṣa
zieh
viṣitaṃ
den geöffneten
nyañcaṃ
geneigten
samā
gleichmäßig
bhavantūdvatā
sollen werden; mit dem Hochland
nipādāḥ
die Niederungen
||
[Versende]
tvaṃ
du
tyā
dorthin
cidacyutāgne
gewiss, o unerschütterlicher Agni
paśurna
wie ein Tier
yavase
auf die Weide
|
[Versmarke]
dhāmāha
[gehst]; ja
yatte
wo dir
ajara
o alterloser
vanā
die Wälder
vṛścanti
zerschneiden
śikvasaḥ
die geschickten [Flammen]
||
[Versende]
agne
o Agni
bhūrīṇi
zahlreich [sind]
tava
deine
jātavedo
o Jātavedas
deva
des Gottes
svadhāvo'mṛtasya
des mit Eigenkraft Versehenen; der Unsterblichkeit