athātovarṇasvarīyamindriyaṃvyākhyāsyāmaḥ
Nun also werden wir das Kapitel über Hautfarbe und Stimme (Varṇasvarīya) des Indriyasthāna erklären.
Caraka-Saṃhitā · Indriyasthana
Mit dem ersten Kapitel des Indriyasthāna, „Varṇasvarīya“ (über Hautfarbe und Stimme), beginnt der vierte, ganz der Prognostik gewidmete Abschnitt der Caraka-Saṃhitā – ein für westliche Leser ungewöhnlicher, in der klassischen Ayurveda-Diagnostik aber zentraler Kapiteltyp, der die verbleibende Lebenszeit eines Kranken (āyus) aus äußeren Zeichen erschließen will. Ātreya unterscheidet zunächst konstitutionsbedingte von krankhaften Veränderungen und behandelt dann systematisch Hautfarbe – natürliche Töne wie Schwarz oder Hell gegenüber warnenden Farben wie Blau oder Aschgrau – sowie Stimme, deren Vergleich mit Tierlauten wie Schwan, Kranich oder Krähe eine plötzliche, unerklärliche Veränderung als Todeszeichen (ariṣṭa) markiert. Botanische Substanzen spielen keine Rolle; das Kapitel ist rein semiotisch angelegt und eröffnet eine Reihe verwandter Kapitel, die weitere Sinneswahrnehmungen – Geruch, Tastsinn, optische Trugbilder – als diagnostische Register erschließen.
| Hautfarbe | Status |
|---|---|
| schwarz | natürlich (prakṛtivarṇa) |
| dunkel | natürlich |
| dunkel-hell | natürlich |
| hell | natürlich |
| blau | krankhaft (vaikärika) |
| aschgrau | krankhaft |
| kupferfarben | krankhaft |
| grün | krankhaft |
| weiß | krankhaft |
| Stimme / Vergleich | Status |
|---|---|
| wie der Schwan | natürlich |
| wie der Krauñca-Kranich | natürlich |
| wie die Radnabe | natürlich |
| wie die Kesselpauke | natürlich |
| wie der Sperling | natürlich |
| wie die Krähe | natürlich |
| wie die Taube | natürlich |
| wie ein knarrender Wagen | natürlich |
| meckernd wie eine Ziege | krankhaft |
| heiser-erstickt | krankhaft |
| undeutlich | krankhaft |
| stockend | krankhaft |
| schwach | krankhaft |
| kläglich | krankhaft |
| gebrochen/zerstreut | krankhaft |
athātovarṇasvarīyamindriyaṃvyākhyāsyāmaḥ
Nun also werden wir das Kapitel über Hautfarbe und Stimme (Varṇasvarīya) des Indriyasthāna erklären.
iti ha smāha bhagavānātreyaḥ
So sprach der erhabene Ātreya.
iha khalu varṇaśca svaraśca gandhaśca rasaśca sparśaśca cakṣuśca śrotraṃ ca ghrāṇaṃ ca rasanaṃ ca sparśanaṃ ca sattvaṃ ca bhaktiśca śaucaṃ ca śīlaṃcācāraśca smṛtiścākṛtiśca prakṛtiśca vikṛtiśca balaṃ ca glāniśca medhā ca harṣaśca raukṣyaṃ ca snehaśca tandrā cārambhaśca gauravaṃ calāghavaṃ ca guṇāścāhāraśca vihāraścāhārapariṇāmaścopāyaścāpāyaśca vyādhiśca vyādhipūrvarūpaṃ ca vedanāścopadravāśca cchāyā capraticchāyā ca svapnadarśanaṃ ca dūtādhikāraśca pathi cautpātikaṃ cāturakule bhāvāvasthāntarāṇi ca bheṣajasaṃvṛttiśca bheṣajavikārayuktiśceti parīkṣyāṇi pratyakṣānumānopadeśairāyuṣaḥ pramāṇāvaśeṣaṃ jijñāsamānena bhiṣajā
Hierbei nun sind dies die Dinge, die der Arzt zu untersuchen hat, der mittels unmittelbarer Wahrnehmung, Schlussfolgerung und überlieferter Lehre die noch verbleibende Lebensspanne (āyus) erkennen will: Hautfarbe (varṇa), Stimme (svara), Geruch (gandha), Geschmack (rasa) und Tastempfindung (sparśa); Auge, Gehör, Geruchssinn, Geschmackssinn und Tastsinn; Geistesverfassung (sattva), Zuneigung/Hingabe (bhakti), Reinheit (śauca), Charakter (śīla) und Verhalten (ācāra); Erinnerungsvermögen (smṛti), äußere Gestalt (ākṛti), Grundnatur (prakṛti) und krankhafte Veränderung (vikṛti); Kraft (bala), Erschöpfung (glāni), Verstand (medhā), Freude (harṣa), Trockenheit (raukṣya) und Feuchtigkeit/Öligkeit (sneha); Mattigkeit (tandrā) und Tatkraft (ārambha), Schwere (gaurava) und Leichtigkeit (lāghava), die [drei] Wesenseigenschaften (guṇa); Nahrung (āhāra) und Lebensweise (vihāra), die Verdauung der Nahrung (āhārapariṇāma), Zunahme und Abnahme [der Kräfte]; die Krankheit (vyādhi) und ihre Vorboten (pūrvarūpa), Schmerzen (vedanā) und Komplikationen (upadrava); Schatten (chāyā) und Widerschein (praticchāyā), Traumgesichte, das Verhalten von Boten und was sich auf dem Weg [zum Kranken] ereignet, unheilvolle Vorzeichen im Haus des Kranken, die verschiedenen Zustände seines Befindens sowie der Ausgang der Arzneibehandlung und die Reaktion auf Arzneiveränderungen.
tatra tu khalveṣāṃ parīkṣyāṇāṃ kānicit puruṣamanāśritāni, kānicicca puruṣasaṃśrayāṇi| tatra yāni puruṣamanāśritāni tānyupadeśato yuktitaśca parīkṣeta, puruṣasaṃśrayāṇi punaḥ prakṛtitovikṛtitaśca
Von diesen zu untersuchenden Dingen nun sind manche nicht an die Person (puruṣa) gebunden, manche hingegen der Person zugehörig. Was nicht an die Person gebunden ist, soll man mittels überlieferter Lehre und logischer Schlussfolgerung untersuchen; was der Person zugehörig ist, hingegen im Hinblick auf dessen Grundnatur (prakṛti) und dessen krankhafte Veränderung (vikṛti).
tatraprakṛtirjātiprasaktāca,kulaprasaktāca,deśānupātinīca, kālānupātinī ca vayo'nupātinīca,pratyātmaniyatāceti| jātikuladeśakālavayaḥpratyātmaniyatā hi teṣāṃ teṣāṃ puruṣāṇāṃ te te bhāvaviśeṣābhavanti
Die Grundnatur (prakṛti) nun ist bedingt durch die Art (jāti), bedingt durch die Familie (kula), abhängig vom Land, abhängig von der Zeit, abhängig vom Lebensalter und individuell festgelegt. Denn je nach Art, Familie, Land, Zeit, Alter und individueller Eigenart ergeben sich bei den verschiedenen Menschen jeweils verschiedene besondere Merkmale.
vikṛtiḥpunarlakṣaṇanimittāca,lakṣyanimittāca,nimittānurūpāca
Die krankhafte Veränderung (vikṛti) wiederum ist entweder durch bloße Anzeichen verursacht, oder durch eine erkennbare Ursache verursacht, oder der Ursache entsprechend.
tatra lakṣaṇanimittā nāma sā yasyāḥ śarīre lakṣaṇānyeva hetubhūtāni bhavanti daivāt; lakṣaṇāni hi kāniciccharīropanibaddhāni bhavanti, yāni hi tasmiṃstasmin kāle tatrādhiṣṭhānamāsādya tāṃ tāṃ vikṛtimutpādayanti lakṣyanimittā tu sā yasyā upalabhyate nimittaṃ yathoktaṃ nidāneṣu nimittānurūpā tu nimittārthānukāriṇī yā, tāmanimittāṃ nimittamāyuṣaḥ pramāṇajñānasyecchanti bhiṣajo bhūyaścāyuṣaḥ kṣayanimittāṃ preteliṅgānurūpāṃ, yāmāyuṣo'ntargatasya jñānārthamupadiśanti dhīrāḥ| yāṃ cādhikṛtya puruṣasaṃśrayāṇi mumūrṣatāṃ lakṣaṇānyupadekṣyāmaḥ| ityuddeśaḥ| taṃ vistareṇānuvyākhyāsyāmaḥ
Die 'durch Anzeichen verursachte' [Veränderung] ist jene, bei der im Körper allein die Anzeichen selbst schicksalhaft die Ursache bilden; denn manche Anzeichen sind fest an den Körper gebunden und rufen, sobald sie zu dieser oder jener Zeit an diesem oder jenem Ort auftreten, die jeweilige krankhafte Veränderung hervor. Die 'durch eine erkennbare Ursache verursachte' aber ist jene, bei der sich eine Ursache feststellen lässt, wie in den Abschnitten über die Krankheitsursachen dargelegt. Die 'der Ursache entsprechende' aber ist jene, die dem Wesen der Ursache gemäß verläuft. Eben jene erste, ursachenlose [Veränderung] betrachten die Ärzte als das eigentliche Anzeichen für die Erkenntnis der Lebensspanne; sie ist zudem Anzeichen für den Verfall des Lebens, entspricht den Merkmalen eines Sterbenden, und über sie belehren die Weisen zum Zweck der Erkenntnis der noch verbleibenden Lebenszeit. In Bezug auf sie werden wir die der Person zugehörigen Anzeichen der im Sterben Liegenden darlegen. Dies ist die Übersicht. Wir werden sie nun ausführlich erklären.
tatrāditaevavarṇādhikāraḥ| tadyathā- kṛṣṇaḥ, śyāmaḥ, śyāmāvadātaḥ, avadātaśceti prakṛtivarṇāḥ śarīrasya bhavanti; yāṃścāparānupekṣamāṇo vidyādanūkato'nyathā vā'pi nirdiśyamānāṃstajjñaiḥ
Hierbei behandeln wir zuerst das Thema der Hautfarbe (varṇa). Die natürlichen Hautfarben (prakṛtivarṇa) des Körpers sind nämlich: schwarz, dunkel, dunkel-hell und hell. Und weitere Farbtöne, die von den Kennern der Sache auf die eine oder andere Weise benannt werden, mögen dementsprechend ergänzend erkannt werden.
nīlaśyāvatāmraharitaśuklāśca varṇāḥ śarīrasya vaikārikā bhavanti; yāṃścāparānupekṣamāṇo vidyātprāgvikṛtānabhūtvotpannān | iti prakṛtivikṛtivarṇā bhavantyuktāḥ śarīrasya| tatra prakṛtivarṇamardhaśarīre vikṛtivarṇamardhaśarīre, dvāvapi varṇau maryādāvibhaktau dṛṣṭvā; yadyevaṃ savyadakṣiṇavibhāgena, yadyevaṃpūrvapaścimavibhāgena, yadyuttarādharavibhāgena, yadyantarbahirvibhāgena, āturasyāriṣṭamiti vidyāt; evameva varṇabhedomukhe'pyanyatra vartamāno maraṇāya bhavati
Blau, aschgrau, kupferfarben, grün und weiß sind die krankhaften (vaikārika) Farben des Körpers; und jede weitere Farbe, die man vorher nicht [an dieser Stelle] hatte und die neu entstanden ist, ist ebenso als krankhaft zu erkennen. Damit sind die natürlichen und die krankhaften Hautfarben des Körpers dargelegt. Zeigt sich nun bei einem Kranken auf einer Körperhälfte die natürliche Farbe und auf der anderen Hälfte die krankhafte Farbe, wobei man beide Farben durch eine deutliche Grenze getrennt sieht – sei es in der Aufteilung links/rechts, sei es vorne/hinten, sei es oben/unten, sei es innen/außen – so soll man wissen: dies ist ein Todeszeichen (ariṣṭa) für den Kranken. Ebenso führt ein solcher Farbwechsel, wenn er im Gesicht oder anderswo auftritt, zum Tod.
varṇabhedena glāniharṣaraukṣyasnehā vyākhyātāḥ
Nach demselben Prinzip wie der Farbwechsel sind auch Erschöpfung, Freude, Trockenheit und Feuchtigkeit [als Todeszeichen zu beurteilen], wenn sie sich in gleicher Weise halbseitig zeigen.
tathā pipluvyaṅgatilakālakapiḍakānāmanyatamasyānane janmāturasyaivamevāpraśastaṃ vidyāt
Ebenso soll man wissen, dass das Auftreten von Sommersprossen, Vyaṅga-Flecken, Muttermalen, Leberflecken oder Pusteln – irgendeines von diesen – im Gesicht eines Kranken ebenso ungünstig ist.
nakhanayanavadanamūtrapurīṣahastapādauṣṭhādiṣvapi ca vaikārikoktānāṃ varṇānāmanyatamasya prādurbhāvo hīnabalavarṇendriyeṣulakṣaṇamāyuṣaḥ kṣayasya bhavati
Auch das Auftreten irgendeiner der als krankhaft bezeichneten Farben an Nägeln, Augen, Gesicht, Urin, Stuhl, Händen, Füßen, Lippen und dergleichen ist bei einem an Kraft, Hautfarbe und Sinnen bereits geschwächten Kranken ein Zeichen des Lebensverfalls.
yaccānyadapi kiñcidvarṇavaikṛtamabhūtapūrvaṃ sahasotpadyetānimittameva hīyamānasyāturasya śaśvat, tadariṣṭamiti vidyāt| iti varṇādhikāraḥ
Und wenn bei einem sich stetig verschlechternden Kranken plötzlich irgendeine andere, zuvor nie dagewesene Farbveränderung auftritt, ohne erkennbare Ursache, so soll man dies als Todeszeichen erkennen. Damit ist das Thema der Hautfarbe abgeschlossen.
svarādhikārastu- haṃsakrauñcanemidundubhikalaviṅkakākakapotajarjarānukārāḥ prakṛtisvarā bhavanti; yāṃścāparānupekṣamāṇo'pi vidyādanūkato'nyathā vā'pi nirdiśyamānāṃstajjñaiḥ| eḍakakalagrastāvyaktagadgadakṣāmadīnānukīrṇāstvāturāṇāṃ svarā vaikārikā bhavanti; yāṃścāparānupekṣamāṇo'pi vidyātprāgvikṛtānabhūtvotpannān | iti prakṛtivikṛtisvarā vyākhyātā bhavanti
Das Thema der Stimme (svara) aber ist dies: Stimmen, die dem Schwan, dem Krauñca-Kranich, der Radnabe, der Kesselpauke, dem Sperling, der Krähe, der Taube oder einem knarrenden Wagen ähneln, sind natürliche Stimmen; und weitere Stimmarten, die von den Kennern der Sache auf die eine oder andere Weise benannt werden, sollen entsprechend ergänzend erkannt werden. Die Stimmen der Kranken hingegen sind krankhaft, wenn sie meckernd wie eine Ziege, heiser-erstickt, undeutlich, stockend, schwach, kläglich oder gebrochen/zerstreut sind; und jede weitere Stimmveränderung, die man vorher nicht hatte und die neu entstanden ist, ist ebenso als krankhaft zu erkennen. Damit sind die natürlichen und krankhaften Stimmen erklärt.
tatra prakṛtivaikārikāṇāṃ svarāṇāmāśvabhinirvṛttiḥ svarānekatvamekasya cānekatvamapraśastam| itisvarādhikāraḥ
Ein rasches Entstehen sowohl der natürlichen als auch der krankhaften Stimmen, das Auftreten mehrerer verschiedener Stimmen [innerhalb kurzer Zeit] sowie das Auftreten von Vielfalt innerhalb einer einzigen Stimme ist ungünstig. Damit ist das Thema der Stimme abgeschlossen.
iti varṇasvarādhikārau yathāvaduktau mumūrṣatāṃ lakṣaṇajñānārthamiti
So sind die Themen der Hautfarbe und der Stimme der Reihe nach dargelegt worden, zum Zweck der Erkenntnis der Zeichen bei denen, die im Sterben liegen.
bhavanticātra- yasyavaikārikovarṇaḥśarīraupapadyate| ardhe vā yadi vā kṛtsne nimittaṃ na ca nāsti saḥ
Hierzu gibt es folgende Verse: Wessen Körper, sei es zur Hälfte oder ganz, eine krankhafte Farbe annimmt, ohne dass dafür eine erkennbare Ursache vorliegt – der ist dem Tode geweiht, er wird nicht mehr lange bestehen.
nīlaṃvāyadivāśyāvaṃtāmraṃvāyadivā'ruṇam| mukhārdhamanyathā varṇo mukhārdhe'riṣṭamucyate
Wenn eine Gesichtshälfte blau oder aschgrau, kupferfarben oder rötlich ist, während die andere Gesichtshälfte eine andere Farbe zeigt – dies wird als Todeszeichen (ariṣṭa) bezeichnet.
snehomukhārdhesuvyaktoraukṣyamardhamukhebhṛśam| glānirardhe tathā harṣo mukhārdhe pretalakṣaṇam
Wenn auf einer Gesichtshälfte deutlich Feuchtigkeit/Glanz zu erkennen ist, während die andere Gesichtshälfte stark ausgetrocknet erscheint, oder wenn auf einer Hälfte Erschöpfung und auf der anderen Freude/Frische [zu sehen ist] – dies ist ein Zeichen eines Sterbenden.
tilakāḥpiplavovyaṅgārājayaścapṛthagvidhāḥ| āturasyāśujāyantemukhe prāṇān mumukṣataḥ
Muttermale, Sommersprossen, Vyaṅga-Flecken und verschiedenartige Streifen, die plötzlich im Gesicht eines Kranken auftreten, der im Begriff ist, sein Leben auszuhauchen.
puṣpāṇinakhadanteṣupaṅkovādantasaṃśritaḥ| cūrṇako vā'pi danteṣu lakṣaṇaṃ maraṇasya tat
Blütenartige weiße Flecken an Nägeln und Zähnen, oder ein schlammartiger Belag an den Zähnen, oder auch ein pulveriger Belag an den Zähnen – dies ist ein Zeichen des Todes.
oṣṭhayoḥpādayoḥpāṇyorakṣṇormūtrapurīṣayoḥ| nakheṣvapicavaivarṇyametatkṣīṇabale'ntakṛt
Verfärbung an den Lippen, den Füßen, den Händen, den Augen, an Urin und Stuhl sowie auch an den Nägeln – dies bringt bei einem an Kraft geschwächten [Menschen] den Tod.
yasyanīlāvubhāvoṣṭhaupakvajāmbavasannibhau| mumūrṣuriti taṃ vidyānnaro dhīro gatāyuṣam
Wessen beide Lippen blau sind, anzusehen wie eine reife Jambu-Frucht – den soll ein kluger Mensch als im Sterben liegend erkennen, als jemanden, dessen Lebenszeit abgelaufen ist.
ekovāyadivā'nekoyasyavaikārikaḥsvaraḥ| sahasotpadyate jantorhīyamānasnāsti saḥ
Wessen krankhafte Stimme, sei es eine einzelne oder mehrere zugleich, sich bei einem dahinschwindenden Lebewesen plötzlich einstellt – der wird nicht mehr lange bestehen.
yaccānyadapikiñcitsyādvaikṛtaṃsvaravarṇayoḥ| balamāṃsavihīnasyatatsarvaṃ maraṇodayam
Und was auch sonst noch an krankhafter Veränderung von Stimme und Hautfarbe bei einem an Kraft und Muskelfleisch geschwundenen [Menschen] auftreten mag – all dies kündigt den Tod an.
tatraślokaḥ- iti varṇasvarāvuktau lakṣaṇārthaṃ mumūrṣatām| yastau samyagvijānāti nāyurjñāne sa muhyati
Dazu gibt es folgenden Vers: So sind Hautfarbe und Stimme als Zeichen bei denen, die im Sterben liegen, dargelegt worden. Wer diese beiden richtig erkennt, der irrt sich nicht in der Erkenntnis der [verbleibenden] Lebenszeit.