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Caraka-Saṃhitā · Kalpasthana

Adhyāya 6: Kritavedhana Kalpa Zubereitungen aus Kṛtavedhana

Das sechste und letzte der emetischen Kapitel des Kalpasthāna ist dem Kṛtavedhana gewidmet, einer scharfen, hitzigen Droge (kṣveḍa, auch kośātakī oder mṛdaṅgaphala genannt, vermutlich eine Luffa-Art), die bei schweren Leiden wie Hautkrankheiten (kuṣṭha), Blutarmut (pāṇḍu), Milzerkrankungen, Ödemen, Bauchgeschwülsten (gulma) und Vergiftungen eingesetzt wird. Zusammen mit Madana, Jīmūtaka, Ikṣvāku, Dhāmārgava und Vatsaka bildet es die klassische Sechsergruppe der Brechmittel-Drogen, mit denen das Kalpasthāna eröffnet; ab dem folgenden Kapitel über Trivṛt wendet sich der Text den Abführmitteln zu. Mit sechzig überlieferten Rezepturen – deutlich mehr als in den vorangehenden Kapiteln – ist dies zugleich das umfangreichste der Vamana-Kapitel: Die Frucht wird getrocknet, zu Latwergen, Ölen, Fleischbrühen und Fermentgetränken verarbeitet und unter anderem mit Süßholzsud oder Zuckerrohrsaft verabreicht. Botanisch bleibt die genaue Artbestimmung unsicher, doch verweisen die Synonyme auf eine kürbisartige, stark schäumende Kletterpflanze.

athātaḥ kṛtavedhanakalpaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun also werden wir den Kṛtavedhana-kalpa (das Kapitel über die Zubereitungen aus Kṛtavedhana) erläutern.

iti ha smāha bhagavānātreyaḥ

So sprach fürwahr der erhabene Ātreya.

kṛtavedhananāmāni kalpaṃ cāsya nibodhata| kṣveḍaḥ kośātakī coktaṃ mṛdaṅgaphalameva ca

Vernehmet die Namen des Kṛtavedhana und seine Zubereitung (kalpa): Es wird kṣveḍa, kośātakī und auch mṛdaṅgaphala genannt.

atyarthakaṭutīkṣṇoṣṇaṃ gāḍheṣviṣṭaṃ gadeṣu ca| kuṣṭhapāṇḍvāmayaplīhaśophagulmagarādiṣu

Es ist überaus scharf, durchdringend (tīkṣṇa) und heiß (uṣṇa) und wird bei schweren Erkrankungen empfohlen: bei kuṣṭha (Hautkrankheiten), pāṇḍu (Blutarmut/Blässe), Milzleiden (plīhā), Schwellungen (śopha), Bauchgeschwülsten (gulma), künstlichen Vergiftungen (gara) und dergleichen.

kṣīrādi kusumādīnāṃ surā caiteṣu pūrvavat| suśuṣkāṇāṃ tu jīrṇānāmekaṃ dve vā yathābalam

Von Milch und dergleichen, von Blüten und dergleichen sowie von Surā (vergorenem Getränk) mache man hierbei Gebrauch wie zuvor beschrieben. Von den gut getrockneten, gealterten Früchten gebe man je nach Kraft (des Patienten) eine oder zwei.

kaṣāyairmadhukādīnāṃ navabhiḥ phalavat pibet| kvāthayitvā phalaṃ tasya pūtvā lehaṃ nidhāpayet

Mit den Abkochungen (kaṣāya) von Madhuka (Süßholz) und acht weiteren – neun insgesamt – trinke man es wie die Frucht-Zubereitung. Nachdem man die Frucht abgekocht und den Sud durchgeseiht hat, bereite man daraus einen Leha (Latwerge) und bewahre ihn auf.

kṛtavedhanakalkāṃśaṃ phalādyardhāṃśasaṃyutam | pṛthak cāragvadhādīnāṃ trayodaśabhirāsutam

Man vereine einen Teil Kṛtavedhana-Paste (kalka) mit einem halben Teil Phalādi (der Fruchtgruppe) und lasse dies, gesondert davon mit den dreizehn Mitteln beginnend mit Āragvadha, vergären.

śālmalīmūlacūrṇānāṃ picchābhirdaśabhistathā vartikriyāḥ ṣaṭ phalavat, phalādīnāṃ ghṛtaṃ tathā

Ebenso bereite man mit dem Pulver der Śālmalī-Wurzel und mit zehn schleimigen Mitteln (picchā) sechs Varti-Zubereitungen (Medizinstäbchen) wie bei der Frucht, und ebenso ein Ghṛta (Ghee-Zubereitung) aus Phalādi.

kośātakāni pañcāśat kovidārarase pacet| taṃ kaṣāyaṃ phalādīnāṃ kalkairlehaṃ punaḥ pacet

Fünfzig Früchte der Kośātakī koche man im Saft des Kovidāra; diesen Sud koche man mit den Pasten (kalka) der Phalādi-Gruppe erneut zu einem Leha.

kṣveḍasya tatra bhāgaḥ syāccheṣāṇyardhāṃśikāni tu| kaṣāyaiḥ kovidārādyairevaṃ tat kalpayet pṛthak

Darin sei der Anteil des Kṣveḍa ein voller Teil, die übrigen jedoch je ein halber Teil; mit den Abkochungen von Kovidāra und den anderen bereite man dies ebenso gesondert zu.

kaṣāyeṣu phalādīnāmānūpaṃ piśitaṃ pṛthak| kośātakyā samaṃ paktvā rasaṃ salavaṇaṃ pibet

In den Abkochungen von Phalādi koche man gesondert das Fleisch von Sumpf- und Wassertieren (ānūpa), zu gleichen Teilen mit Kośātakī gekocht; man trinke die gesalzene Brühe (rasa).

phalādipippalītulyaṃ tadvat kṣveḍarasaṃ pibet kṣveḍaṃ kāsī pibet siddhaṃ miśramikṣurasena ca

Gleich viel wie Phalādi und Pippalī (langer Pfeffer) trinke man ebenso den Saft von Kṣveḍa. Ein Hustenkranker (kāsī) trinke Kṣveḍa, zubereitet und mit Zuckerrohrsaft vermischt.

kṣīre dvau dvau surā caikā kvāthā dvāviṃśatistathā| daśa picchā ghṛtaṃ caikaṃ ṣaṭ ca vartikriyāḥ śubhāḥ

In Milch je zwei Zubereitungen, mit Surā eine, mit Abkochungen (kvātha) ebenso zweiundzwanzig, mit schleimigen Mitteln (picchā) zehn, mit Ghṛta eine und sechs heilsame Varti-Zubereitungen.

lehe'ṣṭau sapta māṃse ca yoga ikṣurase'paraḥ| kṛtavedhanakalpe'smin ṣaṣṭiryogāḥ prakīrtitāḥ

Beim Leha acht, bei Fleischbrühen sieben, und eine weitere Zubereitung im Zuckerrohrsaft. In diesem Kṛtavedhana-kalpa werden sechzig Rezepturen (yoga) verkündet.

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