Quellen der Menschheit

Caraka-Saṃhitā · Siddhisthana

Adhyāya 11: Phalamatra Siddhi Das rechte Maß der Purgierfrüchte

Das elfte Kapitel ist literarisch eines der lebendigsten des Siddhisthāna: Es schildert einen Gelehrtenstreit, in dem Weise wie Bhṛgu, Śaunaka und Kāpya vor Ātreya um die beste Purgierfrucht für den Āsthāpana-Basti debattieren und dabei Vor- und Nachteile von Jīmūtaka, Kuṭaja, Dhāmārgava und weiteren Früchten abwägen. Ātreyas Schiedsspruch fällt zugunsten der Madana-Frucht, die als einzige frei von Nachteilen sei und pitta wie kapha beseitige, ohne vāta aus seiner natürlichen Bahn zu drängen. Im Anschluss erläutert der Text physiologisch, warum der Basti weder über den Nabel hinaufsteigt noch darunter verharrt, sondern den fehlgeleiteten vāta in seine natürliche Richtung lenkt. Ein ungewöhnlicher, vergleichend-veterinärmedizinischer Abschnitt beschreibt zudem angepasste Klistierverfahren für Elefanten, Kamele, Rinder und Pferde – ein seltener Blick über die reine Humanmedizin der Saṃhitā hinaus.

PURGIERFRÜCHTE IM VERGLEICH (Vers 5–14)
FruchtBewertung im Gelehrtenstreit
jīmūtakabeseitigt kapha und pitta, doch nur milde Wirkung, durchbricht lediglich den Kot
tumbascharf, gut bei Erbrechen, bringt aber die doṣas in Bewegung; austrocknend und der Zeugungskraft abträglich
dhāmārgavavernichtet kapha und pitta, ist aber vāta-erregend, erschöpfend und kraftschwächend
kuṭajabeseitigt kapha und pitta ohne Kraftverlust, wirkt aber v.a. nach oben (Erbrechen) und erregt vāta; am besten bei Herzleiden
kṛtavedhanaentfernt kapha und pitta kräftig, ist aber vāta-erregend, scharf und kraftschwächend; heilsam bei Udara
garāgarīheilsam bei Kuṣṭha
ikṣvākuheilsam bei Meha
koṭhaheilsam bei Pāṇḍu
madanabeseitigt kapha und pitta rasch, ohne schädliche Nachwirkung, lenkt vāta in seine natürliche Richtung; Ātreyas Urteil zufolge die beste aller Früchte
Die Weisen Śaunaka, König Vāmaka, Gautama und Kāpya vertreten in diesem Gelehrtenstreit unterschiedliche Bewertungen; Ātreya entscheidet zugunsten der Madana-Frucht (Vers 13–14).

athātaḥphalamātrāsiddhiṃvyākhyāsyāmaḥ

Nun wollen wir das Kapitel über die Bestimmung des rechten Maßes der (Purgier-)Früchte (phalamātrāsiddhi) erklären.

iti ha smāha bhagavānātreyaḥ

So sprach der ehrwürdige Ātreya.

bhagavantamudārasattvadhīśrutivijñānasamṛddhamatrijam| phalabastivaratvaniścaye savivādā munayo'bhyupāgaman

Zu dem ehrwürdigen Sohn des Atri, der reich war an edler Gesinnung, Verstand, gelehrtem Wissen und Erkenntnis, kamen die Weisen, uneinig in einem Streit über die Frage, welche (Purgier-)Frucht und welcher Basti (Klistier, die reinigende Einlauf-Behandlung) der beste sei.

bhṛgukauśikakāpyaśaunakāḥ sapulastyāsitagautamādayaḥ| katamat pravaraṃ phalādiṣu smṛtamāsthāpanayojanāsviti

Bhṛgu, Kauśika, Kāpya, Śaunaka, zusammen mit Pulastya, Asita, Gautama und anderen fragten: „Welche Frucht gilt unter den Purgierfrüchten als die beste für die Anwendung des Āsthāpana-Basti (des ausschwemmenden Klistiers)?“

kaphapittaharaṃ varaṃ phaleṣvatha jīmūtakamāha śaunakaḥ| mṛduvīryatayā'bhinatti tacchakṛdityāha nṛpo'tha vāmakaḥ

Śaunaka sagte: „Unter den Früchten ist Jīmūtaka die beste, da sie Kapha und Pitta beseitigt (kaphapittahara).“ König Vāmaka aber sagte: „Sie durchbricht wegen ihrer milden Kraft nur den Kot.“

kaṭutumbamamanyatottamaṃ vamane doṣasamīraṇaṃ ca tat| tadavṛṣyamaśaityatīkṣṇatākaṭuraukṣyāditi gautamo'bravīt

Ein anderer hielt die scharfe Tumba-Frucht für die beste beim Erbrechen, doch bringe sie die doṣas in Bewegung. Gautama aber sagte, sie sei nicht kühlend, scharf, beißend und austrocknend und daher der Zeugungskraft abträglich (avṛṣya).

kaphapittanibarhaṇaṃ paraṃ sa ca dhāmārgavamityamanyata | tadamanyatavātalaṃpunarbaḍiśoglānikaraṃbalāpaham

Ein anderer hielt Dhāmārgava für das Beste, da es Kapha und Pitta vernichte; ein weiterer aber hielt es für Vāta erregend, für Erschöpfung verursachend und die Kraft schwächend.

kuṭajaṃ praśaśaṃsa cottamaṃ na balaghnaṃ kaphapittahāri ca| ativijjalamaurdhvabhāgikaṃ pavanakṣobhi ca kāpya āha tat

Wieder ein anderer pries Kuṭaja als das beste Mittel, da es die Kraft nicht schwäche und Kapha und Pitta beseitige; Kāpya aber sagte, es sei zu schleimig, wirke nur nach oben, das heißt, es errege nur Erbrechen, und bringe Vāta in Aufruhr.

kṛtavedhanamāha vātalaṃ kaphapittaṃ prabalaṃ harediti| tadasādhviti bhadraśaunakaḥ kaṭukaṃ cātibalaghnamityapi

Ein anderer sagte, Kṛtavedhana sei zwar Vāta erregend, entferne aber Kapha und Pitta kräftig. Der treffliche Śaunaka aber sagte, dies tauge nichts, es sei scharf und schwäche die Kraft allzu sehr.

iti tadvacanāni hetubhiḥ suvicitrāṇi niśamya buddhimān | praśaśaṃsa phaleṣu niścayaṃ paramaṃ cātrisuto'bravīdidam

Nachdem der weise Sohn des Atri diese mit mancherlei Gründen reich ausgeschmückten Reden vernommen und gewürdigt hatte, sprach er über die Früchte folgendes endgültige Urteil:

phaladoṣaguṇān sarasvatī prati sarvairapi samyagīritā| na tu kiñcidadoṣanirguṇaṃ guṇabhūyastvamato vicintyate

„Über die Fehler und Vorzüge der Früchte habt ihr alle der Wahrheit gemäß gesprochen; doch keine Frucht ist gänzlich frei von Fehlern oder gänzlich ohne Vorzüge — deshalb ist bei jeder das Überwiegen der guten Eigenschaften zu bedenken.

iha kuṣṭhahitā garāgarī hitamikṣvāku tu mehine matam| kuṭajasya phalaṃ hṛdāmaye pravaraṃ koṭhaphalaṃ ca pāṇḍuṣu

So ist Garāgarī heilsam bei Kuṣṭha (Hautkrankheiten); Ikṣvāku gilt als heilsam bei Meha (Harnkrankheiten); die Frucht des Kuṭaja ist die beste bei Herzleiden, und die Frucht des Koṭha bei Pāṇḍu (Blutarmut/Gelbsucht).

udare kṛtavedhanaṃ hitaṃ, madanaṃ sarvagadāvirodhi tu| madhuraṃ sakaṣāyatiktakaṃ tadarūkṣaṃ sakaṭūṣṇavijjalam

Bei Udara (Bauchwassersucht) ist Kṛtavedhana heilsam; Madana aber steht mit keiner Krankheit in Widerspruch. Es schmeckt süß, zugleich herb und bitter, ist nicht austrocknend, und ist von etwas Schärfe, Wärme und Schleimigkeit.

kaphapittahṛdāśukāri cāpyanapāyaṃ pavanānulomi ca| phalanāma viśeṣatastvato labhate'nyeṣu phaleṣu satsvapi

Es beseitigt Kapha und Pitta rasch, bleibt ohne schädliche Nachwirkungen und lenkt Vāta in seine natürliche Richtung — deshalb trägt es vor allen anderen Früchten in besonderer Weise den Namen ‚Phala‘, ‚die Frucht‘ schlechthin, obwohl es ja auch andere Früchte gibt.“

guruṇeti vacasyudāhṛte munisaṅghena ca pūjite tataḥ | praṇipatya mudā samanvitaḥ sahitaḥ śiṣyagaṇo'nupṛṣṭavān

Als der Lehrer diese Worte gesprochen hatte und daraufhin von der Versammlung der Weisen geehrt worden war, verneigte sich die Schar der Schüler voller Freude und fragte gemeinsam weiter.

sarvakarmaguṇakṛdguruṇokto bastirūrdhvamatha naiti nābhitaḥ| nābhyadho gudamataḥ sa śarīrāt sarvataḥ kathamapohati doṣān

„Der Basti, von dem der Lehrer gesagt hat, dass er alle Wirkungen der Reinigungsmaßnahmen bewirkt, steigt doch weder oberhalb des Nabels auf, noch geht er unterhalb des Nabels über den After hinaus dem Körper hinzu — wie also vermag er die doṣas aus dem ganzen Körper zu entfernen?“

tadgururabravīdidaṃ śarīraṃ tantrayate'nilaḥ saṅgavighātāt [3] | kevala eva doṣasahito vā svāśayagaḥ prakopamupayāti

Darauf sprach der Lehrer: „Dieser Körper wird von Vāta gelenkt. Durch die Aufhebung einer Blockierung gerät dieser Vāta — sei es allein oder zusammen mit den anderen doṣas — an seinem eigenen Sitz in Erregung.

tapavanaṃsapittakaphaviṭkaṃśuddhikaro'nulomayatibastiḥ| sarvaśarīragaśca gadasaṅghastatpraśamāt praśāntimupayāti

Diesen Vāta, zusammen mit Pitta, Kapha und Kot, reinigt der Basti und bringt ihn in seine natürliche, abwärts gerichtete Bewegung; und die im ganzen Körper wohnende Gesamtheit der Krankheiten kommt durch dessen Besänftigung zur Ruhe.“

athādhigamyārthamakhaṇḍitaṃ dhiyā gajoṣṭragośvāvyajakarma roganut| apṛcchadenaṃ sa ca bastimabravīdvidhiṃ ca tasyāha punaḥ pracoditaḥ

Nachdem der Schüler so mit seinem Verstand den vollständigen Sinn erfasst hatte, fragte er weiter nach der krankheitsbeseitigenden Anwendung des Basti bei Elefant, Kamel, Rind, Pferd, Schaf und Ziege; und der Lehrer sprach über diesen Basti, und, erneut dazu aufgefordert, erklärte er auch dessen genaues Vorgehen.

ājoraṇau saumya ! gajoṣṭrayoḥ kṛte gavāśvayorbastimuśanti māhiṣam| ajāvikānāṃ tu jaradgavodbhavaṃ vadanti bastiṃ tadupāyacintakāḥ

„O Sanftmütiger! Für Elefant und Kamel empfiehlt man den Basti aus Ziegen- beziehungsweise Widderleder; für Rind und Pferd empfehlen die in diesen Mitteln Kundigen den Basti aus Büffelleder; für Ziege und Schaf aber nennen sie den aus der Haut eines alten Rindes hergestellten Basti.

aratnimaṣṭādaśaṣoḍaśāṅgulaṃ tathaiva netraṃ hi daśāṅgulaṃ kramāt| gajoṣṭragośvāvyajabastisandhau caturthabhāgopanayaṃ hitaṃ vadet

Die Elle des Basti-Rohrs misst der Reihe nach achtzehn, dann sechzehn Aṅgula, ebenso das Ansatzstück (netra) zehn Aṅgula; man sagt, dass an den aufeinanderfolgenden Übergängen des Basti-Geräts — für Elefant, Kamel, Rind, Pferd, Schaf und Ziege — jeweils eine Verringerung um ein Viertel angemessen ist.

prasthastvajāvyorhi nirūhamātrā gavādiṣu dvitriguṇaṃ yathābalam| nirūhamuṣṭrasya tathā''ḍhakadvayaṃ gajasya vṛddhistvanuvāsane'ṣṭamaḥ

Für Ziege und Schaf beträgt das Maß des Nirūha (des ausschwemmenden Klistiers) einen Prastha; bei Rind und den größeren Tieren das Zwei- bis Dreifache, je nach Kraft des Tieres; beim Kamel beträgt der Nirūha ebenso zwei Āḍhaka; beim Elefanten steigt es entsprechend weiter; beim Anuvāsana (dem ölenden Klistier) beträgt das Maß ein Achtel davon.

kaliṅgakuṣṭhe madhukaṃ ca pippalī vacā śatāhvā madanaṃ rasāñjanam| hitāni sarveṣu guḍaḥ sasaindhavo dvipañcamūlaṃ ca vikalpanā tviyam

Kaliṅga(-Same), Kuṣṭha, Madhuka, Pippalī, Vacā, Śatāhvā, Madana und Rasāñjana sind, zusammen mit Guḍa (Rohrzucker) und Saindhava-Salz, für alle Tiere heilsam; das Dvipañcamūla (die zehn Wurzeln) ist dazu eine mögliche Alternative.

gaje'dhikā'śvatthavaṭāśvakarṇakāḥ sakhādirapragrahaśālatālajāḥ| tathā ca parṇyau dhavaśigrupāṭalī madhūkasārāḥ sanikumbhacitrakāḥ

Beim Elefanten sind zusätzlich zu verwenden: Aśvattha, Vaṭa, Aśvakarṇaka, zusammen mit Khadira, Pragraha, Śāla und Tāla-Erzeugnissen; ebenso die beiden Parṇī-Pflanzen, Dhava, Śigru, Pāṭalī, der Kernholzsaft der Madhūka, zusammen mit Nikumbha und Citraka.

palāśabhūtīkasurāhvarohiṇīkaṣāya uktastvadhiko gavāṃ hitaḥ| palāśadantīsuradārukattṛṇadravantya uktāsturagasya cādhikāḥ

Ein Sud aus Palāśa, Bhūtīka, Surāhvā und Rohiṇī gilt als zusätzlich heilsam für Rinder; Palāśa, Dantī, Suradāru, Kattṛṇa und Dravantī werden als zusätzlich heilsam für Pferde genannt.

kharoṣṭrayoḥ pīlukarīrakhādirāḥ śamyākabilvādigaṇasya ca cchadāḥ| ajāvikānāṃ triphalāparūṣakaṃ kapitthakarkandhu sabilvakolajam

Für Esel und Kamel sind heilsam: Pīlu, Karīra, Khadira sowie die Blätter der Śamī, Bilva und verwandter Pflanzen; für Ziege und Schaf: Triphalā, Parūṣaka, Kapittha, Karkandhu, zusammen mit den Früchten von Bilva und Kola.

athāgniveśaḥ satatāturān narān hitaṃ ca papraccha gurustadāha ca| sadā''turāḥ śrotriyarājasevakāstathaiva veśyā saha paṇyajīvibhiḥ

Da fragte Agniveśa nach den ständig Kranken und dem, was für sie heilsam ist. Und der Lehrer sprach: „Ständig krank sind die vedaskundigen Brahmanen, die Diener des Königs, ebenso die Kurtisanen zusammen mit denen, die vom Handel beziehungsweise von käuflichen Diensten leben.

dvijo hi vedādhyayanavratāhnikakriyādibhirdehahitaṃ na ceṣṭate | nṛpopasevī nṛpacittarakṣaṇāt parānurodhādbahucintanādbhayāt

Der Brahmane nämlich strebt wegen des Vedastudiums, der Gelübde, der täglichen Riten und dergleichen nicht nach dem, was dem Körper zuträglich ist; der Höfling schadet sich dadurch, dass er stets die Gesinnung des Königs im Auge behalten, sich nach anderen richten, vieles bedenken und in Furcht leben muss.

nṛcittavartinyupacāratatparā mṛjābhi(vi)bhūṣāniratā paṇāṅganā| sadāsanādatyanubandhavikrayakrayādilobhādapi paṇyajīvinaḥ

Die feile Frau ist ganz darauf bedacht, sich der Gesinnung der Männer anzupassen und ihnen Aufmerksamkeit zu erweisen, und ist stets mit Reinigung und Schmuck beschäftigt; und die vom Handel Lebenden schaden sich durch beständiges Sitzen sowie durch die Gier nach fortwährendem Verkaufen, Kaufen und dergleichen.

sadaiva te hyāgataveganigrahaṃ samācarante na ca kālabhojanam| akālanirhāravihārasevino bhavanti ye'nye'pi sadā''turāśca te

Diese alle nämlich unterdrücken stets die aufkommenden natürlichen Bedürfnisse und essen nicht zu den rechten Zeiten; und auch alle anderen, die sich der Entleerung und Betätigung zur Unzeit hingeben, sind ebenso ständig krank.

samīraṇaṃ vegavidhāraṇoddhataṃ vibandhasarvāṅgarujākaraṃ bhiṣak| samīkṣya teṣāṃ phalavartimāditaḥ sukalpitāṃ snehavatīṃ prayojayet

Wenn der Arzt bei ihnen den durch das Unterdrücken natürlicher Bedürfnisse aufgewühlten Vāta erkennt, der Verstopfung und Schmerzen im ganzen Körper hervorruft, soll er ihnen zunächst ein gut zubereitetes, öliges Phalavarti (Zäpfchen) verabreichen.

punarnavairaṇḍanikumbhacitrakān sadevadārutrivṛtānidigdhikān| mahānti mūlāni ca pañca yāni vipācya mūtre dadhimastusaṃyute

Punarnavā, Eraṇḍa, Nikumbha, Citraka, zusammen mit Devadāru, Trivṛt und Nidigdhikā, sowie die fünf großen Wurzeln (Mahāpañcamūla) — diese lässt man in Urin, vermischt mit Dadhimastu (Molke/Buttermilch-Aufguss), auskochen.

satailasarpirlavaṇaiśca pañcabhirvimūrcchitaṃ bastimatha prayojayet| nirūhitaṃ dhanvarasena bhojitaṃ nikumbhatailena tato'nuvāsayet

Mit Öl, Ghee und den fünf Salzen versetzt, verabreiche man diesen Sud dann als Basti. Nachdem der Patient den Nirūha erhalten hat, gebe man ihm Fleischsaft von Wildtieren zu essen, und danach behandle man ihn mit Nikumbha-Öl als Anuvāsana.

balāṃ sarāsnāṃ phalabilvacitrakān dvipañcamūlaṃ kṛtamālakāt phalam| yavān kulatthāṃśca pacejjalāḍhake rasaḥ sa peṣyaistu kaliṅgakādibhiḥ

Balā, Rāsnā, die Frucht des Madana, Bilva, Citraka, das Dvipañcamūla, die Frucht des Kṛtamālaka, Gerste und Kulattha koche man in einem Āḍhaka Wasser; diesen Absud vermenge man mit den zu Paste zerriebenen Drogen wie Kaliṅgaka und anderen.

satailasarpirguḍasaindhavo hitaḥ sadāturāṇāṃ balavarṇavardhanaḥ| tathā'nuvāsye madhukena sādhitaṃ phalena bilvena śatāhvayā'pi vā

Mit Öl, Ghee, Rohrzucker und Saindhava-Salz versetzt, ist dies heilsam für die ständig Kranken und mehrt Kraft und Hautfarbe; ebenso ist beim Anuvāsana ein mit Madhuka, mit der Frucht des Madana, mit Bilva oder auch mit Śatāhvā zubereitetes Öl anzuwenden.

sajīvanīyastu raso'nuvāsane nirūhaṇe cālavaṇaḥ śiśorhitaḥ| na cānyadāśvaṅgabalābhivardhanaṃ nirūhabasteḥ śiśuvṛddhayoḥ param

Für ein Kind ist beim Anuvāsana ein mit den kräftigenden (jīvanīya) Drogen versetzter Sud heilsam, beim Nirūha aber einer ohne Salz; und es gibt nichts anderes, das die Kraft der Glieder so rasch mehrt wie der Nirūha-Basti — dies gilt sowohl für Kinder als auch für Greise.“

phalakarma bastivaratā netraṃ yadbastayo gavādīnām| satatāturāśca diṣṭāḥ phalamātrāyāṃ hitaṃ caiṣām

So wurden in diesem Kapitel über das rechte Maß der Purgierfrüchte dargelegt: die Wirkung der Purgierfrucht, die Vorzüglichkeit des Basti, das Rohr (netra) sowie die Bastis für Rind und die übrigen Tiere, die ständig Kranken und das für sie Heilsame.

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