1 Athātaḥ punarabhiṣekasyaiva 2 sūyate ha vā asya kṣatram, yo dīkṣate kṣatriyaḥ san. sa yad avabhṛthad udetyānubandhyāśvodavasyaty, athainam udavasānīyāyāṃ saṃsthitāyāṃ punar abhiṣiñcanti 3 tasyaite purastād eva sambhārā upakḷiptā bhavanty: audumbary āsandī, tasyai prādeśamātrāḥ pādāḥ syur, aratnimātrāṇi śīrṣaṇyāny, audumbaraḥ camasa, udumbaraśākhā. mauñjaṃ vivayanaṃ vyāghracarmāstaraṇaṃ, audumbaraś camasa, udumbaraśākhā. tasminn etasmiṃś camase 'ṣṭātayāni niṣutāni bhavanti: dadhi madhu sarpir āpaḥ śaṣpāṇi ca lokmāni ca surā dūrvā 4 tad yaiṣā prācīm āsandīm pratiṣṭhāpayati, tasyā antarvedi dvau pādau bhavato bahirvedi dvāv. iyaṃ vai śrīs, tasyai etat parimitaṃ rūpaṃ yad antarvedy, athaiṣā bhūmāparimito yo bahirvedi. tad yad asyā antarvedi dvau pādau bhavato bahirvedi dvāv, ubhayoḥ kāmayor upāptyai yaś cāntarvedi yaś ca bahirvedi ‖1‖
Nun folgt die Lehre über die Wiederweihung (punarabhiṣeka) selbst. Bei dem, der als Kṣatriya die Somaweihe (dīkṣā) empfängt, wird ja seine Herrschermacht (kṣatra) gleichsam 'ausgepresst'. Wenn er nach dem Abschlussbad (avabhṛtha) heraufsteigt und die Anubandhyā-Kuh [dem Opfer] hinzugefügt hat, dann, sobald das Udavasānīya-Opfer vollzogen ist, weiht man ihn erneut. Für ihn sind schon zuvor folgende Utensilien bereitgestellt: ein Thronsitz (āsandī) aus Feigenholz (udumbara), dessen Füße eine Spanne lang und dessen Kopfstücke eine Elle lang sein sollen; ein geflochtener Bezug aus Hanfschnur, eine Tigerfelldecke, ein Becher (camasa) aus Feigenholz, ein Feigenholz-Zweig. In diesem Becher werden acht [Dinge] eingegossen: Dickmilch, Honig, Schmalz, Wasser, junges Gras, Erdklumpen (?), Branntwein (surā) und Hirsegras (dūrvā). [Anm.: 'lokmāni' ist unsicher, evtl. 'Erdschollen/Klumpen'.] Wenn man diesen Thronsitz nach Osten hin aufstellt, so stehen zwei seiner Füße innerhalb der Altar-Umgrenzung (antarvedi), zwei außerhalb (bahirvedi). Dies ist die Glückshoheit (śrī); ihr eignet diese begrenzte Form, die innerhalb der Vedi liegt, während das, was außerhalb der Vedi liegt, die unbegrenzte, umfassende [Form] ist. Dass zwei seiner Füße innerhalb, zwei außerhalb der Vedi stehen, dient der Erlangung beider Wünsche – dessen, der innerhalb, und dessen, der außerhalb der Vedi [wirkt].
Man breitet das Tigerfell aus, mit dem Haar nach oben gekehrt, den Nacken [des Felles] nach Osten gerichtet. Denn der Tiger ist unter den wilden Waldtieren das Kṣatra (die Herrschermacht), der Kriegeradel (rājanya) das Kṣatra; damit stärkt man eben durch das Kṣatra dieses [andere] Kṣatra. Er setzt sich hinter [dem Fell] nach Westen [sitzend?] mit dem Gesicht nach Osten, beugt das rechte Knie und berührt es mit beiden Händen, indem er anredet: 'Agni möge dich, verbündet mit dem Gāyatrī-Metrum, besteigen; Savitṛ mit dem Uṣṇih, Soma mit dem Anuṣṭubh, Bṛhaspati mit dem Bṛhatī, Mitra und Varuṇa mit dem Pāṅkti, Indra mit dem Triṣṭubh, die Viśve Devāḥ mit dem Jagatī. Ihnen folgend besteige ich diesen [Thron] zur Königsherrschaft, zur Allherrschaft (sāmrājya), zum Genussherrschertum (bhaujya), zur Selbstherrschaft (svārājya), zur Strahlherrschaft (vairājya), zur Höchststellung (pārameṣṭhya), zur Königsherrschaft, zur Großkönigsherrschaft (māhārājya), zur Oberherrschaft (ādhipatya), zur Selbständigkeit, zum Standhalten' – so besteige er diesen Thronsitz. Denn mit je einem Metrum mehr sind die Götter zum Himmel emporgestiegen; im Osten fest verankert bestiegen sie diese Glückshoheit: Agni mit dem Gāyatrī, Savitṛ mit dem Uṣṇih, Soma mit dem Anuṣṭubh, Bṛhaspati mit dem Bṛhatī, Mitra und Varuṇa mit dem Pāṅkti, Indra mit dem Triṣṭubh, die Viśve Devāḥ mit dem Jagatī. Diese [Metren] entsprechen [den Göttern]: Für Agni war das Gāyatrī der zugehörige [Vers] – so gefügt, wird ihm Wohlergehen und Besitzerhaltung (yogakṣema) zuteil, immer höhere Glückshoheit genießt er, er genießt die Herrschaft und Oberherrschaft über die Geschöpfe, wer, diesen Gottheiten [der Reihe nach] folgend, als Kṣatriya diesen Thronsitz besteigt. Wenn man ihn dann weihen will, lässt man ihn die Besänftigung der Wasser sprechen: 'Mit gütigem Auge schaue mich an, o Wasser, mit gütigem Leib berühret meine Haut. Alle im Wasser wohnenden Agni-[Feuer] rufe ich herbei: Leget in mich Glanz, Kraft und Stärke!' – So kann diesem Geweihten das Wasser die Manneskraft nicht rauben.
Dann verbirgt er den Feigenholz-Zweig [hinter sich] und weiht ihn mit den Worten: 'Diese Wasser sind höchst gütig, diese sind Heilmittel für alles, diese mehren das Reich, diese sind unsterblicher Rückhalt des Reichs. Mit denselben Wassern, mit denen Prajāpati Indra weihte, Soma den König, Varuṇa, Yama, Manu – mit diesen Wassern weihe ich dich; sei du der Oberkönig über die Könige hier! Als großen Allherrscher über die großen Völker hat dich die göttliche Mutter geboren, die gütige Mutter hat [dich] geboren. Zur Zeugung durch den Gott Savitṛ, mit den Armen der Aśvins, mit den Händen des Pūṣan, mit dem Glanz Agnis, mit dem Leuchten der Sonne, mit [göttlicher] Fähigkeit weihe ich dich – zur Kraft, zur Glückshoheit, zum Ruhm, zur Speise!' Er spricht 'bhūḥ' – wer ihm nur diese eine [Erd-]Welt wünscht, [der spreche] 'er esse Speise'; wer ihm zwei [Welten, also Erde und Luftraum] wünscht, [der spreche] entsprechend; wer alle drei wünscht, spreche 'bhūr bhuvaḥ svaḥ'. Manche sagen: Dies ist die vollständige Erlangung, denn diese [Wörter] sind ja die Grundäußerungen (vyāhṛti) – über alles hinweg wird ihm damit [Herrschaft] über den Höchsten verschafft. Man weihe ihn mit demselben [Spruch]: 'Zur Zeugung durch den Gott Savitṛ...' Dazu wird noch bemerkt: Wenn man ohne diese [Grundäußerungen] weiht, so [fehlt] der Ton (svara), denn dieser bringt zu vollem Lebensalter – so pflegte Satyakāma Jābāla zu sagen, [dies] von denen, die man nicht mit diesen Grundäußerungen weiht. 'Der Ton führte zu vollem Lebensalter, erlangte alles durch Sieg' – so pflegte Uddālaka Āruṇi zu sagen, von denen, die man nicht mit diesen Grundäußerungen weiht. Man weihe ihn eben mit diesem [vollständigen Spruch] samt 'bhūr bhuvaḥ svaḥ'. Denn Folgendes tritt aus dem opfernden Kṣatriya gleichsam hervor: Brahman-und-Kṣatra, Lebenskraft (ūrj), Speise, der Saft der Wasser und Kräuter, priesterlicher Glanz (brahmavarcas), Labung (irā), Fülle (puṣṭi), Nachkommenschaft. Das [alles] ist die Erscheinungsform des Kṣatra, ferner der Saft der Speise, die Verankerung des Kṣatra in den Kräutern. Dass man also vorher diese Opferspende darbringt, verschafft man ihm damit Brahman-und-Kṣatra zugleich.
1 Atha yad audumbary āsandī bhavaty, audumbaraś camasa, udumbaraśākhorg vā annādyam vanaspatīnām; ūrjam evāsmiṅs tad annādyaṃ dadhāti. 2 atha yad dadhi madhu ghṛtaṃ bhavaty, apāṃ sā oṣadhīnāṃ raso, 'pām oṣadhīnāṃ rasam evāsmiṅs tad dadhāti. atha yad ātapavarṣyā āpo bhavanti, tejaś ca ha vā etā annasya rasaś ca oṣadhīnāṃ brahmavarcasaṃ cātapavarṣyā āpaḥ; teja evāsmiṅs tad brahmavarcasaṃ ca dadhāti. 4 atha yac chaṣpāṇi ca lokmāni ca bhavanti, irāyai tat puṣṭiṃ rūpam atho prajātyai; irāṃ tv asmai tad dadhāty atho prajātim 5 atha yat surā bhavati, kṣatraṃ vā etad annasya rasaḥ; kṣatrarūpaṃ tad, atho annasya rasam evāsmiṅs tad dadhāti. 6 atha yad dūrvā bhavati, kṣatraṃ vā etad oṣadhīnāṃ yad dūrvā, kṣatraṃ rājanyo, nitata iva hi kṣatriyo rāṣṭre vasan bhavati pratiṣṭhita iva, nitateva dūrvāvarodhair bhūmyāṃ pratiṣṭhiteva. tad yad dūrvā bhavaty, oṣadhīnām evāsmiṅs tat kṣatraṃ dadhāty atho pratiṣṭhām. 7 etāni hi vā any asmād ijānād vyutkrāntāni bhavanti, tāny evāsmiṅs tat samardhayati. 8 athāsmai surākaṃsaṃ hasta ādadhāti 9 svādiṣṭhayā madiṣṭhayā pavasva soma dhārayā | indrāya pātave sutā iti 10 athāsya śāntiṃ vācayati: nāṇā hi vāṃ devahitaṃ sadaskṛtaṃ, mā saṃ sṛkṣāthāṃ parame vyomani | surā tvam asi śuṣmiṇi soma eṣa rājā, mainaṃ hiṃsiṣṭhaṃ svāṃ yoniṃ āviśantāv iti 11 nāṇā hi vāṃ devahitaṃ sadaskṛtaṃ 12 soma-pīthasya caiṣā surāpīthasya ca vyāvṛttiḥ 13 pītvā yāṃ rātiṃ manyeta, tasmā enāṃ prayacchet; tad dhi mitrasya rūpam, mitra evaināṃ tad antataḥ pratiṣṭhāpayati, tathā hi mitre pratitiṣṭhati pratitiṣṭhati ya evaṃ veda ‖4‖
Wenn nun der Thronsitz aus Feigenholz besteht, der Becher aus Feigenholz, der Zweig aus Feigenholz – der Feigenbaum (udumbara) ist die Speise der Bäume, damit verschafft man ihm eben diese Speise als Lebenskraft. Wenn nun Dickmilch, Honig und Schmalz [hinzukommen] – das ist der Saft der Wasser und Kräuter, damit verschafft man ihm eben diesen Saft der Wasser und Kräuter. Wenn nun Regen- und Sonnenwasser [hinzukommen] – Glanz sind sie und Saft der Speise und priesterlicher Glanz der Kräuter, damit verschafft man ihm eben Glanz und priesterlichen Glanz. Wenn nun junges Gras und Erdklumpen [hinzukommen], so ist das die Erscheinungsform der Labung, [d.h.] der Fülle, sowie der Nachkommenschaft; Labung verschafft man ihm damit sowie Nachkommenschaft. Wenn nun Branntwein (surā) [hinzukommt] – das ist der Saft der Speise, das ist die Erscheinungsform des Kṣatra, damit verschafft man ihm eben diesen Saft der Speise. Wenn nun Hirsegras (dūrvā) [hinzukommt] – das ist unter den Kräutern das Kṣatra, das Kṣatra ist der Kriegeradel; denn wie ausgebreitet und wie fest verwurzelt lebt der Kṣatriya im Reich, gleichsam verankert, wie das Hirsegras mit seinen Ausläufern in der Erde verankert ist. Dass also Hirsegras [im Becher] ist, verschafft man ihm eben das Kṣatra der Kräuter sowie die Verankerung. Denn all dies tritt aus dem so Opfernden gleichsam hervor, und eben dies stärkt man ihm damit. Dann reicht man ihm den Branntweinbecher in die Hand: 'Fließe, o Soma, mit süßestem, berauschendstem Strom, gepresst zum Trunk für Indra!' Dann lässt man ihn die Besänftigung sprechen: 'Nicht getrennt ist euer beider, den Göttern bereiteter Sitz; verschmelzt nicht miteinander im höchsten Himmelsraum! Du, Branntwein, bist ungestüm; dieser, Soma, ist der König – verletzet ihn nicht, wenn ihr in euren eigenen Bereich eintretet!' – 'Nicht getrennt ist euer beider, den Göttern bereiteter Sitz' [wiederholt]. Dies ist die Scheidung zwischen dem Somatrunk und dem Branntweintrunk. Was er nach dem Trinken als Gabe im Sinn hat, das schenke er ihm [dem Priester]; denn das ist die Erscheinungsform der Freundschaft (mitra) – durch die Freundschaft eben verankert man ihn bis zum Ende, denn in der Freundschaft findet Verankerung, wer solches weiß.
1 Athodumbaraśākhām abhi pratyavarohati. ūrg vā annādyam udumbara, ūrjam eva tad annādyam abhi pratyavarohati. 2 upary evāsīno bhūmau pādau pratiṣṭhāpya pratyavarohaty āha 3 pratiṣṭhāmi dyāvāpṛthivyoḥ, pratiṣṭhāmi prāṇāpānayoḥ, pratiṣṭhāmy ahorātrayoḥ, pratiṣṭhāmy annapānayoḥ, prati brahmaṇi prati kṣatre praty eṣu triṣu lokeṣu tiṣṭhāmīti 4 antataḥ sarveṇātmanā pratitiṣṭhati. sarvasmin ha vā etasmin pratitiṣṭhaty, uttarottariṇaṃ hi śriyaṃ aśnute, 'śnute ha prajānām aiśvaryam adhipatyaṃ ya evam etena punarabhiṣekeṇābhiṣiktaḥ kṣatriyaḥ pratyavarohati. 5 etena pratyavaroheṇa pratyavarūhyopastham kṛtvā prāṅ āsīno: namo brahmaṇe namo brahmaṇa iti triṣkṛtvo brahmaṇe namaskṛtya: varaṃ dadāmi jityā abhijityai vijityai samjityā iti vācaṃ visṛjate. 6 sa yat: namo brahmaṇe namo brahmaṇa iti triṣkṛtvo brahmaṇe namaskaroti, brahmaṇa eva tat kṣatraṃ vaśam eti; tad yathā vai brahmaṇaḥ kṣatraṃ vaśam eti, tad rāṣṭraṃ saṃṛddhaṃ, tad vīravad, ā hāsmiṅ vīro jāyate. 7 atha yad: varaṃ dadāmi jityā abhijityai vijityai samjityā iti vācaṃ visṛjate, etad vai vāco jitaṃ yad dadāti; yad eva vāco jitaṃ tan mā idam anu karma saṃtiṣṭhatām iti. 8 visṛjya vācam upotthāyābhāvanīye samidham abhyādadhāti 9 asāṃ id v enakṣendriyeṇa vīryeṇa svāhety 10 indriyeṇaiva tad vīryeṇātmānam antataḥ samardhayati. 11 adhāya samidhaṃ trīṇi padāny prāṅ udaṅṅ abhyutkrāmati 12 kliptir asi diśāṃ; mayi devebhyaḥ kalpasva | kalpatāṃ me yogakṣemo 'bhayaṃ me stv 13 ity aparājitāṃ diśam upatiṣṭhate jitasyaivāpunaḥparājayāya ‖5‖
Dann steigt er wieder zum Feigenholz-Zweig hinab. Der Feigenbaum ist die Lebenskraft, die Speise – ihm eben verschafft man diese Speise, indem er hinabsteigt. Er steht auf [dem Zweig] sitzend, setzt beide Füße auf den Boden und steigt hinab mit den Worten: 'Ich stehe fest zwischen Himmel und Erde, ich stehe fest zwischen Einatmung und Ausatmung, ich stehe fest zwischen Tag und Nacht, ich stehe fest zwischen Speise und Trank, ich stehe fest im Brahman, im Kṣatra, in diesen drei Welten.' So wird er mit seinem ganzen Wesen bis zum Ende verankert. Denn wer in diesem allem verankert ist, erlangt immer höhere Glückshoheit, erlangt Herrschaft und Oberherrschaft über die Geschöpfe – wer, so mit dieser Wiederweihung geweiht, als Kṣatriya [derart] herabsteigt. Nach diesem Herabsteigen setzt er sich, nachdem er sich hingesetzt hat, mit dem Gesicht nach Osten und entlässt dreimal, indem er das Brahman [den Priester] verehrt, mit den Worten 'Verehrung dem Brahman, Verehrung dem Brahman' die Rede: 'Ich gebe eine Gabe zum Sieg, zum Übersieg, zum Besieg, zum Zusammensieg.' Dass er dreimal mit 'Verehrung dem Brahman, Verehrung dem Brahman' den Priester verehrt, dadurch fügt sich das Kṣatra dem Brahman; und so wie sich das Kṣatra dem Brahman fügt, so wird das Reich wohlgedeihend und mannhaft, dann wird ihm ein Held (vīra) geboren. Und dass er die Worte entlässt 'ich gebe eine Gabe zum Sieg, zum Übersieg, zum Besieg, zum Zusammensieg', das ist ja der Sieg der Rede, den er [damit] gibt; auf dass dieser Sieg der Rede diesem [Werk] gemäß Bestand habe. Nachdem er die Rede entlassen hat, steht er auf und legt Brennholz auf das Anblasungsfeuer (bhāvanīya): 'Eben diese [Scheite] mögen ihn mit indrischer Fähigkeit und Tatkraft [stärken], svāhā!' – Damit stärkt man ihn eben durch die indrische Fähigkeit und Tatkraft bis zum Ende. Nachdem er das Brennholz gelegt hat, schreitet er drei Schritte nach Osten-Norden vor: 'Du bist die Ordnung der Himmelsrichtungen; ordne dich für mich zu den Göttern; es ordne sich mir Wohlergehen und Besitzerhaltung, mir sei Furchtlosigkeit!' – so verehrt er die unbesiegte Himmelsrichtung, auf dass der Siegreiche nie wieder besiegt werde.
1 Devāsurā vā eṣu lokeṣu saṃyetire. ta etasyāṃ prācyāṃ diśi yetire, tāns tato 'surā ajayan. te dakṣiṇasyāṃ diśi yetire, tāns tato 'surā ajayan. te pratīcyāṃ diśi yetire, tāns tato 'surā ajayan. ta udīcyāṃ diśi yetire, tāns tato 'surā ajayan. ta etasminn avāntaradeśe yetire, ya eṣa prāṅ udaṅ, te tato jigyuḥ. 2 tad yadi kṣatriya upadhāvet senayoḥ samāyatyoḥ: tathā kuru yathāhaṃ imāṃ senāṃ jayāni, sa yadi tathety brūyād, vanaspate vṛdaṅgo hi bhūyā ity asya rathopastham abhimṛśyāthaināṃ brūyāt 3 ātiṣṭhasvaitāṃ te diśam abhimṛśyātainaṃ khāḥ samnaddho ratho 'bhipravartatāṃ, sa udaṅ pratyañ sa dakṣiṇā sa prāṅ so 'bhy amitraṃ ity 4 abhīvartena havisety evaināvartayed athainam anvīkṣeta pratirathena śāsena sauparṇeneti. 5 yadi ha vā evaṃ mukhena senayā yathāhaṃ me kuru yathāham imāṃ senāṃ jayāni 6 saṃgrāmaṃ saṃyatiṣyamānas: tathā me kuru yathāhaṃ imaṃ saṃgrāmaṃ saṃjayānīty 7 etasyaivainaṃ diśi yātayej, jayati ha taṃ saṃgrāmam 8 upasthāyāparādhyamānas: tathā me kuru yathāham idaṃ rāṣṭraṃ punar avagaccheyam, etam evainaṃ diśam upatiṣṭhāya ha taṃ rāṣṭraṃ punar avagacchati. tathā rāṣṭraṃ punar avagacchaty upasthāyāmitrāṇāṃ vyapanuttiṃ bruvan gṛhān abhyeti: apa prāca indra viśvāṅ amitrān iti, sarvato hāsmā anamitram abhayaṃ bhavati, uttarottariṇaṃ ha śriyaṃ aśnute, 'śnute ha prajānām aiśvaryam ādhipatyaṃ ya evam etāṃ 9 amitrāṇāṃ vyapanuttiṃ bruvan gṛhān abhyeti: etya gṛhān paścād gṛhasyāgner upaviṣṭāyānvārabhya ṛtvig antataḥ kāṃsena caturgṛhītās tisra ājyāhutir ain- 10 drīḥ prapadaṃ juhoty anārtyā ariṣṭyā ajyānyā abhayāya ‖6‖
Götter und Asuras kämpften einst in diesen Welten. Sie kämpften in dieser östlichen Himmelsrichtung – dort besiegten die Asuras sie. Sie kämpften in der südlichen Himmelsrichtung – dort besiegten die Asuras sie. Sie kämpften in der westlichen Himmelsrichtung – dort besiegten die Asuras sie. Sie kämpften in der nördlichen Himmelsrichtung – dort besiegten die Asuras sie. Sie kämpften in diesem Zwischenraum, [nämlich] dem, der zwischen Ost und Nord liegt – dort siegten sie [über die Asuras]. Wenn nun ein Kṣatriya [den Priester] herbeiruft, während zwei Heere zusammengetroffen sind: 'Tu so, dass ich dieses Heer besiege', so spreche er, wenn jener zustimmt: 'O Baum, mögest du kraftgestärkt sein', während er den Wagensitz [des Königs] berührt, und dann sage er zu ihm: 'Besteige diese deine Richtung' – während er ihn berührt: 'Der zusammengeschirrte Wagen möge losfahren, [gerichtet] nach Norden, nach Westen zurück, nach Süden, nach Osten vor, gegen den Feind hin.' Mit dem Spruch 'Abhīvarta, durch die Opferspende' wende man ihn dann, und blicke ihm nach mit dem 'Gegenwagen'-Pfeil, dem gefiederten. Wenn er nun mit sichtbarem Heer [spricht]: 'Tu so für mich, dass ich dieses Heer besiege', wenn er, im Begriff, in eine Schlacht zu ziehen, [spricht]: 'Tu so für mich, dass ich diese Schlacht gewinne' – so lasse man ihn eben in dieser Himmelsrichtung [ausrücken], und er gewinnt jene Schlacht. Wenn er, [sein Reich] verlierend, herantritt: 'Tu so für mich, dass ich dieses Reich wiedererlange', so erlangt er, eben dieser Himmelsrichtung genaht, das Reich wieder. So erlangt er, [dieser Richtung] genaht, das Reich wieder und, die Vertreibung der Feinde ansagend, tritt er ins Haus ein: 'Vertreibe, o Indra, alle Feinde nach Osten hin' – so wird ihm von allen Seiten Feindlosigkeit und Sicherheit zuteil; immer höhere Glückshoheit erlangt er, erlangt Herrschaft und Oberherrschaft über die Geschöpfe, wer so, die Vertreibung der Feinde ansagend, ins Haus eintritt: Nachdem er heimgekehrt ist, sich hinter dem Herdfeuer niedergesetzt und [das Feuer] berührt hat, opfert am Ende der Priester mit einer vierfach gefassten Bronzeschale drei indrische Butterspenden auf die vordere Herdstelle, zur Unversehrtheit, Schadlosigkeit, Unverkürztheit und Sicherheit.
1 Parya ū ṣu pra dhanvā vājasātaye pari vṛtrā — bhūr brahma prāṇam amṛtam prapadyate, 'yam asau śarma varmābhayaṃ svastaye | saha prajayā saha paśubhir — ni sakṣaṇir dviṣas taradhyai riṇayā na īyase svāhā 2 anu hi tvā sutaṃ soma madāmasi mahe sama — bhūvo brahma prāṇam amṛtam prapadyate, 'yam asau śarma varmābhayaṃ svastaye | saha prajayā saha paśubhi—r yarājye vājāṅ abhi pavamāna pra gāhase svāhā 3 ajijano hi pavamāna sūryaṃ vidhāre ṣa — svar brahma prāṇam amṛtam prapadyate, 'yam asau śarma varmābhayaṃ svastaye | saha prajayā saha paśubhiḥ—kmanā payo gojirayā raṇhamāṇaḥ puraṃdhyā svāhety 4 anārto ha vai ariṣṭo jitāḥ sarvato guptas trayyai vidyayā rūpeṇa sarvā diśo 'nusaṃcarati aindre loke pratiṣṭhito, yasmā etā ṛtvig antataḥ kāṃsena caturgṛhītās tisra ājyāhutīr āsāste gāvām aśvānām puruṣāṇāṃ: iha gāvaḥ pra jāyadhvam ihāśvā ihā puruṣāḥ | iha sahasradakṣiṇo vīras trātā ni ṣīdatv iti 6 bahur ha vai prajayā paśubhir bhavati ya evam etām antataḥ prajātim āsāste gavām aśvānām puruṣāṇāṃ 7 eṣa ha vāva kṣatriyo 'vikṛṣṭo yam evaṃvido yājayanty 8 atha taṃ vy eva karṣante, yathā ha vā idaṃ niṣādaṃ vā selagaṃ vā pāpakṛto ca vittavantam puruṣam araṇye gṛhītvā kartam anvasya vittam ādāya dravanti, evam eva ṛtvijo yajamānaṃ kartam anvasya vittam ādāya dravanti — yam anevaṃvido yājayanti. 9 etad dha sma vai tad vidvān āha Janamejayaḥ Pārikṣitaḥ: evaṃvidaṃ hi vai mām evaṃvido yājayanti; tasmād ahaṃ jayāmy abhītarīṃ senāṃ, jayāmy abhītvaryāṃ senayā. na mā divyā na mānuṣya iṣavo ricyante, eṣyāmi sarvam āyuḥ, sarvabhūmir bhaviṣyāmīti 10 na ha vā enaṃ divyā na mānuṣya iṣavo ricyante, eti sarvam āyuḥ, sarvabhūmir bhavati, yam evaṃvido yājayanti yājayanti ‖7‖
'Fahre wohl umher zum Gewinn der Kraft, um die Feinde ringsum [zu überwinden] – Erde, Brahman, Odem, Unsterblichkeit erlangt er; dieser [König] sei ein Schutz, eine Rüstung, Sicherheit zum Heil, samt Nachkommenschaft, samt Vieh; gemeinsam bezwingend die Hasser, entkommst du dem [Feind]; nicht lässt du [ihn] entrinnen – svāhā!' 'Denn dich, gepressten Soma, feiern wir zur großen Gemeinschaft [mit den Göttern] – Luftraum, Brahman, Odem, Unsterblichkeit erlangt er; dieser [König] sei ein Schutz, eine Rüstung, Sicherheit zum Heil, samt Nachkommenschaft, samt Vieh; in der Herrschaft tauchst du, o Läuternder, ein in die Kampfpreise – svāhā!' 'Denn du, o Läuternder, hast die Sonne erzeugt, um sie zu tragen – Himmel, Brahman, Odem, Unsterblichkeit erlangt er; dieser [König] sei ein Schutz, eine Rüstung, Sicherheit zum Heil, samt Nachkommenschaft, samt Vieh; mit der Milch, eilend durch die Kuhweide, in Fülle – svāhā!' Unverletzt, unversehrt, siegreich, von allen Seiten geschützt, durchwandert er mit der Dreifach-Wissenschaft (Veda-Wissen) alle Himmelsrichtungen der Gestalt nach, verankert in Indras Welt – für wen der Priester am Ende mit der vierfach gefassten Bronzeschale drei Butterspenden für Rinder, Rosse und Menschen darbringt, [mit den Worten]: 'Hier möget ihr, Rinder, euch fortpflanzen, hier die Rosse, hier die Menschen; hier setze sich nieder ein Held mit tausendfacher Ehrengabe als Beschützer!' – Reich an Nachkommenschaft und Vieh wird, wer so bis ans Ende diese Fortpflanzung von Rindern, Rossen und Menschen [im Ritual] verankert weiß. Dieser Kṣatriya nun bleibt unangetastet, den solche Kundige weihen. Sonst aber wird er förmlich auseinandergerissen – wie man einen wohlhabenden Mann, den ein Wilder (niṣāda) oder ein Räuber (selaga) und Übeltäter im Wald ergriffen hat, in eine Grube stößt und, nachdem man ihm sein Vermögen genommen hat, davonläuft, ebenso stürzen die Priester den Opferherrn in eine Grube und laufen mit seinem Vermögen davon – [nämlich bei dem], den unkundige [Priester] weihen. Dies eben, dies wissend, sprach Janamejaya Pārikṣita: 'Weil mich solche Wissende weihen, darum besiege ich das mich angreifende Heer, besiege ich mit meinem Heer das feindliche. Weder göttliche noch menschliche Pfeile verfehlen mich nicht [zu treffen? = verschonen mich], ich werde volles Lebensalter erlangen, ich werde die ganze Erde besitzen.' Wahrlich, weder göttliche noch menschliche Pfeile lassen ihn unversehrt(?) [Anm.: Satzkonstruktion doppelt verneint, Sinn: 'treffen ihn nicht'], er erlangt volles Lebensalter, er wird Herr der ganzen Erde – wer, [von] solchen Kundigen geweiht, [Opfer darbringen lässt].