vāyavyagg śvetamā labheta bhūtikāmo vāyurvai kṣepiṣṭhā devatā vāyumeva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evainaṃ bhūtiṃ gamayati bhavatyevātikṣiprā devatetyāhuḥ sainamīśvarā pradaha ityetameva santaṃ vāyave niyutvata ā labheta niyudvā asya dhṛtirdhṛta eva bhūtimupaityapradāhāya bhavatyeva vāyave niyutvata ā labheta grāmakāmo vāyurvā imāḥ prajā nasyotā nenīya te vāyumeva niyutvantagg svena bhāgadheyenopadhāvati sa evāsmai prajā nasyotā niyacchati grāmyeva bhavati niyutva te bhavati dhruvā evāsmā anapagāḥ karoti vāyave niyutvata ā labheta prajākāmaḥ prāṇo vai vāyurapāno niyutprāṇāpānau khalu vā etasya prajāyā apa krāmato yo'laṃ prajāyai sanprajāṃ na viṃdate vāyumeva niyutvantagg svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmai prāṇāpānābhyāṃ prajāṃ pra janayati vindate prajāṃ vāyave niyutvata ālabheta jyogāmayāvī prāṇo vai vāyurapāno niyutprāṇāpānau khalu vā etasmādapakrāmato yasya jyogāmayati vāyumeva niyutvantagg svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmin prāṇāpānau dadhātyuta yadītāsurbhavati jīvatyeva prajāpatirvā idameka āsīthso'kāmayata prajāḥ paśūnthsṛjeyeti sa ātmano vapāmudakkhidat tāmagnau prāgṛhṇāt tato'jastūparaḥ samabhavatta2ṃ svāyai devatāyā ālabhata tato vai sa prajāḥ paśūnasṛjata yaḥ prajākāmaḥ paśukāmaḥ syāt sa etaṃ prājāpatyamajaṃ tūparamā labheta prajāpatimeva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmai prajāṃ paśūn pra janayati yacchmaśruṇastatpuruṣāṇāṃ rūpaṃ yattūparastadaśvānāṃ yadanyatodantadgavāṃ yadavyā iva śaphāstadavīnāṃ yadajastadajānāmetāvanto vai grāmyāḥ paśavastān rūpeṇaivāvarundhe somāpauṣṇaṃ traitamā labheta paśukāmo dvau vā ajāyai stanau nānaiva dvāvabhi jāyete ūrjaṃ puṣṭiṃ tṛtīyaḥ somāpūṣaṇāveva svena bhāgadheyenopa dhāvati tāvevāsmai paśūn pra janayataḥ somo vai retodhāḥ pūṣā paśūnāṃ prajanayitā soma evāsmai reto dadhāti pūṣā paśūn prajanayatyauduṃbaro yūpo bhavatyūrgvā uduṃbara ūrkpaśava ūrjaivāsmā ūrjaṃ paśūnava rundhe apradāhāya bhavatyeva prajāyā āmayati vāyumeva niyuttvaṃtagg svena bhāgadheyenopa prajākāmastān, yūpastrayodaśa ca
Wer nach Gedeihen verlangt, soll dem Vāyu ein weißes Tier darbringen; denn Vāyu ist die schnellste Gottheit. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Vāyu, und dieser lässt ihn dann zum Gedeihen gelangen – und so geschieht es auch. „Sie ist eine allzu schnelle Gottheit", sagen die Lehrer, „sie könnte ihn, den Opferherrn, verbrennen." Deshalb soll man eben dieses dem Vāyu zugehörige Tier dem Vāyu-mit-den-Zuggespannen darbringen; denn das Zuggespann ist seine Festigkeit, und festgehalten gelangt er zum Gedeihen, ohne verbrannt zu werden.
Wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt: Vāyu nämlich führt diese Geschöpfe, indem er sie leitet und lenkt [?]. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den an Zuggespanne gebundenen Vāyu, und dieser überlässt ihm dann die Geschöpfe, sie leitend und lenkend. So bekommt er eine Dorfgemeinschaft und ein Zuggespann; er macht sie ihm fest, so dass sie nicht fortgehen. Wer nach Nachkommenschaft verlangt, soll ebenso dem Vāyu-mit-den-Zuggespannen ein Tier darbringen.
Vāyu nämlich ist der Einatem, das Zuggespann der Ausatem. Ein- und Ausatem weichen nämlich von der Nachkommenschaft dessen, der zwar zur Nachkommenschaft fähig wäre, aber keine findet. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den an Zuggespanne gebundenen Vāyu, und dieser erzeugt ihm dann durch Ein- und Ausatem Nachkommenschaft – so findet er Nachkommenschaft.
Wer lange krank ist, soll dem Vāyu-mit-den-Zuggespannen ein Tier darbringen. Vāyu nämlich ist der Einatem, das Zuggespann der Ausatem; Ein- und Ausatem weichen nämlich von dem, der lange krank ist. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den an Zuggespanne gebundenen Vāyu, und dieser legt ihm dann Ein- und Ausatem wieder ein – und selbst wenn er schon am Verscheiden ist, bleibt er am Leben.
Prajāpati allein war zu Anfang dieses All. Er wünschte: „Ich möchte Geschöpfe und Vieh erschaffen." Da schnitt er von seinem eigenen Leib das Bauchfell ab und hielt es über das Feuer. Daraus entstanden die Ziege und der Tūpara [ein Widder mit hängenden Ohren, [?]]. Diesen brachte er seiner eigenen Gottheit dar, und daraufhin erschuf er Geschöpfe und Vieh. Wer nach Nachkommenschaft oder nach Vieh verlangt, soll darum diesen dem Prajāpati zugehörigen Ziegenbock-Tūpara darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Prajāpati, und dieser erzeugt ihm dann Nachkommenschaft und Vieh.
Was der Bart ist, das ist die Gestalt der Menschen; was der Tūpara ist, das ist die Gestalt der Pferde; was nur unten Zähne trägt, das ist die Gestalt der Rinder; was Klauen wie bei Schafen hat, das ist die Gestalt der Schafe; was die Ziege ist, das ist die Gestalt der Ziegen. So viele Haustiere es also gibt – durch diese eine Gestalt gewinnt er sie alle.
Wer nach Vieh verlangt, soll den dem Soma-und-Pūṣan gehörigen Traita [einen dreifach gekennzeichneten Bock, [?]] darbringen. Zwei Zitzen hat die Ziege, mit denen die Jungen geboren werden, zur Kraft und zum Gedeihen; die dritte gehört eben dem Paar Soma-und-Pūṣan. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Soma-und-Pūṣan, und diese beiden erzeugen ihm dann Vieh. Soma nämlich ist der Samenspender, Pūṣan der Erzeuger des Viehs: Soma legt ihm den Samen, Pūṣan erzeugt ihm das Vieh. Der Opferpfahl wird aus Feigenbaumholz gemacht, denn der Feigenbaum ist Kraft und das Vieh ist Kraft – eben durch die Kraft gewinnt er sich Kraft, nämlich Vieh.
So geschieht es, dass er, obwohl seine Nachkommenschaft dahinsiecht, nicht verbrannt wird; man soll eben dem Vāyu-mit-den-Zuggespannen mit seinem eigenen Anteil ein Tier darbringen, wer nach Nachkommenschaft verlangt. – Diese Formeln, dazu der Opferpfahl; und dreizehn [Wörter, Zählvermerk].
Wort für Wort
vāyavyagg
dem Vāyu gehörig(es Tier)
śvetamā
ein weißes [Tier] - dar[zubringen]
labheta
soll berühren/darbringen
bhūtikāmo
wer nach Gedeihen verlangt
vāyurvai
Vāyu (ist) nämlich
kṣepiṣṭhā
die schnellste
devatā
Gottheit
vāyumeva
eben Vāyu
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin(zu)
dhāvati
er wendet sich (nähert sich)
sa
er/dieser
evainaṃ
eben ihn
bhūtiṃ
zum Gedeihen
gamayati
lässt gelangen
bhavatyevātikṣiprā
es geschieht wirklich-allzu schnelle
devatetyāhuḥ
'Gottheit'-sagen sie
sainamīśvarā
sie-ihn-(als) Mächtige
pradaha
könnte verbrennen
ityetameva
so-eben dieses
santaṃ
seiende(s) [Tier]
vāyave
dem Vāyu
niyutvata
mit-den-Zuggespannen
ā
hin
labheta
soll darbringen
niyudvā
das Zuggespann-nämlich
asya
sein/dessen
dhṛtirdhṛta
die Festigkeit-festgehalten
eva
eben
bhūtimupaityapradāhāya
gelangt zum Gedeihen-zum Nicht-Verbranntwerden
bhavatyeva
es geschieht eben
vāyave
dem Vāyu
niyutvata
mit-den-Zuggespannen
ā
hin
labheta
soll darbringen
grāmakāmo
wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt
vāyurvā
Vāyu-nämlich
imāḥ
diese
prajā
Geschöpfe
nasyotā
[?] leitend
nenīya
führend [?]
te
sie
vāyumeva
eben Vāyu
niyutvantagg
mit-den-Zuggespannen (versehen)
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopadhāvati
Anteil-er wendet sich hin
sa
dieser
evāsmai
eben ihm
prajā
die Geschöpfe
nasyotā
[?] leitend
niyacchati
überlässt/lenkt
grāmyeva
eine Dorfgemeinschaft-eben
bhavati
er bekommt/es wird
niyutva
ein Zuggespann
te
ihm
bhavati
wird/er bekommt
dhruvā
fest/beständig
evāsmā
eben ihm
anapagāḥ
nicht-fortgehende
karoti
macht
vāyave
dem Vāyu
niyutvata
mit-den-Zuggespannen
ā
hin
labheta
soll darbringen
prajākāmaḥ
wer nach Nachkommenschaft verlangt
prāṇo
der Einatem
vai
nämlich
vāyurapāno
Vāyu [ist]-der Ausatem
niyutprāṇāpānau
das Zuggespann [ist]-Ein- und Ausatem
khalu
gewiss
vā
nämlich
etasya
dessen
prajāyā
von der Nachkommenschaft
apa
weg
krāmato
die beiden weichen
yo'laṃ
der, der fähig [ist]
prajāyai
zur Nachkommenschaft
sanprajāṃ
[aber] Nachkommenschaft
na
nicht
viṃdate
findet
vāyumeva
eben Vāyu
niyutvantagg
mit-den-Zuggespannen
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsmai
eben ihm
prāṇāpānābhyāṃ
durch Ein- und Ausatem
prajāṃ
Nachkommenschaft
pra
hervor
janayati
erzeugt
vindate
er findet
prajāṃ
Nachkommenschaft
vāyave
dem Vāyu
niyutvata
mit-den-Zuggespannen
ālabheta
soll darbringen
jyogāmayāvī
wer lange krank ist
prāṇo
der Einatem
vai
nämlich
vāyurapāno
Vāyu [ist]-der Ausatem
niyutprāṇāpānau
das Zuggespann [ist]-Ein- und Ausatem
khalu
gewiss
vā
nämlich
etasmādapakrāmato
weichen von diesem
yasya
dessen, der
jyogāmayati
lange krank ist
vāyumeva
eben Vāyu
niyutvantagg
mit-den-Zuggespannen
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsmin
eben in ihn
prāṇāpānau
Ein- und Ausatem
dadhātyuta
legt hinein-und selbst
yadītāsurbhavati
wenn er am Verscheiden ist
jīvatyeva
bleibt eben am Leben
prajāpatirvā
Prajāpati-nämlich
idameka
dies allein
āsīthso'kāmayata
war [zu Anfang]-er wünschte
prajāḥ
Geschöpfe
paśūnthsṛjeyeti
[und] Vieh möchte ich erschaffen, [dachte er]
sa
er
ātmano
von sich selbst
vapāmudakkhidat
das Bauchfell schnitt er ab
tāmagnau
dieses-über dem Feuer
prāgṛhṇāt
hielt er
tato'jastūparaḥ
daraus [entstand]-die Ziege-der Tūpara
samabhavatta2ṃ
entstand-diesen
svāyai
seiner eigenen
devatāyā
Gottheit
ālabhata
brachte er dar
tato
daraufhin
vai
nämlich
sa
er
prajāḥ
Geschöpfe
paśūnasṛjata
[und] Vieh erschuf er
yaḥ
wer
prajākāmaḥ
nach Nachkommenschaft verlangt
paśukāmaḥ
nach Vieh verlangt
syāt
sein sollte
sa
der
etaṃ
diesen
prājāpatyamajaṃ
dem-Prajāpati-gehörigen Ziegenbock
tūparamā
Tūpara-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
prajāpatimeva
eben Prajāpati
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsmai
eben ihm
prajāṃ
Nachkommenschaft
paśūn
Vieh
pra
hervor
janayati
erzeugt
yacchmaśruṇastatpuruṣāṇāṃ
was der Bart [ist]-das [ist] der Menschen [Gestalt]
rūpaṃ
die Gestalt
yattūparastadaśvānāṃ
was der Tūpara [ist]-das der Pferde
yadanyatodantadgavāṃ
was anderswo bezahnt [ist]-das der Rinder
yadavyā
was wie bei den Schafen
iva
wie
śaphāstadavīnāṃ
die Klauen-das der Schafe
yadajastadajānāmetāvanto
was die Ziege [ist]-das der Ziegen-so viele
vai
nämlich
grāmyāḥ
die Haustiere [sind]
paśavastān
die Tiere-diese
rūpeṇaivāvarundhe
durch die Gestalt eben gewinnt er
somāpauṣṇaṃ
dem-Soma-und-Pūṣan-gehörigen
traitamā
Traita-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
paśukāmo
wer nach Vieh verlangt
dvau
zwei
vā
nämlich
ajāyai
der Ziege
stanau
Zitzen
nānaiva
wahrlich damit
dvāvabhi
mit den beiden-hin
jāyete
werden [die Jungen] geboren
ūrjaṃ
zur Kraft
puṣṭiṃ
zum Gedeihen
tṛtīyaḥ
die dritte [Zitze]
somāpūṣaṇāveva
eben dem Soma-und-Pūṣan-Paar
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
tāvevāsmai
diese beiden eben-ihm
paśūn
Vieh
pra
hervor
janayataḥ
erzeugen die beiden
somo
Soma
vai
nämlich
retodhāḥ
der Samenspender
pūṣā
Pūṣan [ist]
paśūnāṃ
des Viehs
prajanayitā
der Erzeuger
soma
Soma
evāsmai
eben ihm
reto
den Samen
dadhāti
legt hinein
pūṣā
Pūṣan
paśūn
das Vieh
prajanayatyauduṃbaro
erzeugt-aus Feigenbaumholz [ist]
yūpo
der Opferpfahl
bhavatyūrgvā
gemacht-Kraft nämlich
uduṃbara
[ist] der Feigenbaum
ūrkpaśava
Kraft [ist]-das Vieh
ūrjaivāsmā
durch die Kraft eben-ihm
ūrjaṃ
Kraft
paśūnava
das Vieh-gewinnt
rundhe
gewinnt er sich
apradāhāya
zum Nicht-Verbranntwerden
bhavatyeva
es geschieht eben
prajāyā
der Nachkommenschaft
āmayati
obwohl sie siecht
vāyumeva
eben Vāyu
niyuttvaṃtagg
mit-den-Zuggespannen
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin [darbringen]
prajākāmastān,
wer nach Nachkommenschaft verlangt-[soll] diesen [darbringen]
Prajāpati erschuf die Geschöpfe. Diese entfernten sich, kaum dass er sie erschaffen hatte, und gelangten fliehend zu Varuṇa, der sie bei sich aufnahm und festhielt. Prajāpati bat wiederum um sie zurück, doch Varuṇa gab sie ihm nicht wieder, sondern sprach: „Erbitte dir eine Gabe, dann gib sie mir zurück." Von diesen Geschöpfen nahm er das Opfertier als Gabe; es wurde schwarz und einundachtzigfüßig [?]. Wer von Varuṇa ergriffen ist, soll darum diesen dem Varuṇa gehörigen schwarzen Einundachtzigfüßigen darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Varuṇa, und dieser löst ihn dann aus Varuṇas Fesseln; das Tier selbst wird schwarz und einundachtzigfüßig, denn es gehört ja der Gottheit Varuṇa an. Zum Gedeihen.
Suvarbhānu, der Āsura, durchbohrte die Sonne mit Finsternis; dafür suchten die Götter ein Sühnemittel. Was zuerst an Finsternis von ihr weggeschlagen wurde, erschien als die schwarze Ziege; was als zweites, das war die Phalgunī; was als drittes, das war die Balakṣī [Farbbezeichnungen, [?]]; was übrig blieb, schnitten sie ab, und daraus wurde die haarlose Schafmutter [?]. Da sprachen die Götter: „Dies ist wahrhaftig ein Göttertier geworden – für wen sollen wir es opfern?" Damals war die Erde noch klein und die Pflanzen noch nicht entstanden. Sie brachten diese haarlose Schafmutter darum den Ādityas dar, um den Wunsch zu erfüllen; daraufhin breitete sich die Erde aus, und die Pflanzen entstanden. Wer sich wünscht, sich mit Vieh auszubreiten und sich durch Nachkommenschaft fortzupflanzen, soll diese haarlose Schafmutter den Ādityas darbringen, um seinen Wunsch zu erfüllen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an die Ādityas, damit sein Wunsch erfüllt werde, und diese lassen ihn dann sich ausbreiten und durch Nachkommenschaft erzeugen.
Jener Āditya, die Sonne, leuchtete nicht mehr recht; dafür suchten die Götter ein Sühnemittel. Sie brachten ihm diese „Malhā"-Ziegen dar [best. Farbbezeichnung, [?]]: eine dem Agni gehörige schwarzhalsige, eine dem Indra gehörige weiße „Saṃhitā" [?], eine dem Bṛhaspati gehörige. Durch diese legten sie ihm Glanz hinein. Wer nach Glanz des heiligen Wissens verlangt, soll ebenso diese „Malhā"-Ziegen darbringen: die dem Agni gehörige schwarzhalsige, die dem Indra gehörige weiße, die dem Bṛhaspati gehörige. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an ebendiese Gottheiten, und sie legen ihm dann Glanz des heiligen Wissens hinein; so wird er glanzvoll an heiligem Wissen. Im Frühling, am Morgen, soll man die dem Agni gehörige schwarzhalsige darbringen; im Sommer, zur Mittagszeit, die dem Indra gehörige „Saṃhitā"; im Herbst, am Nachmittag, die dem Bṛhaspati gehörige weiße. Drei nämlich sind die Glanzkräfte der Sonne – im Frühling am Morgen, im Sommer zur Mittagszeit, im Herbst am Nachmittag; wie viele Glanzkräfte es gibt, ebendiese gewinnt er sich. Ein ganzes Jahr hindurch werden sie dargebracht, denn das Jahr ist der Geber des Glanzes des heiligen Wissens; das Jahr verleiht ihm dann diesen Glanz, und er wird glanzvoll an heiligem Wissen.
Die Frauen werden trächtig, denn die Sinneskraft ist der Keim; ebendiese legen die Götter ihm hinein. Man soll die dem Sarasvatī gehörige Schafmutter darbringen für den, der zwar Herr über das Sprechen sein sollte, dessen Rede aber nicht spräche – die Rede nämlich ist Sarasvatī. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Sarasvatī, und diese legt ihm dann die Rede hinein; so wird er ein Sprecher der Rede, einer, der seine Worte nicht verschluckt [?]; deshalb sprechen die Menschen seither die ganze Rede vollständig aus.
Man soll den dem Agni gehörigen schwarzhalsigen Bock und den dem Soma gehörigen braunen Bock darbringen für den, der lange krank ist. Zum Agni nämlich geht dessen Leib, zum Soma der Saft, bei wem die Krankheit lange dauert; vom Agni löst er ihm den Leib aus, vom Soma den Saft – und selbst wenn er schon am Verscheiden ist, bleibt er am Leben.
Man soll den dem Soma gehörigen braunen Bock und den dem Agni gehörigen schwarzhalsigen Bock darbringen, wer nach Nachkommenschaft verlangt. Soma nämlich ist der Samenspender, Agni der Erzeuger der Nachkommen: Soma legt ihm den Samen, Agni erzeugt ihm Nachkommenschaft – so findet er Nachkommenschaft.
Man soll den dem Agni gehörigen schwarzhalsigen Bock und den dem Soma gehörigen braunen Bock darbringen für den Brahmanen, der, obwohl er das heilige Wissen rezitiert hat, dennoch nicht glänzen sollte. Indem das Tier dem Agni gehörig gemacht wird, legt er ihm dadurch Glanz hinein; indem es dem Soma gehörig ist, legt er ihm Glanz des heiligen Wissens hinein. Dass es schwarzhalsig und dem Agni gehörig ist, damit schlägt er ihm die Finsternis ab; dass es weiß ist, legt er ihm Glanz hinein; dass es braun und dem Soma gehörig ist, legt er ihm Glanzfülle des heiligen Wissens hinein.
Man soll den dem Agni gehörigen schwarzhalsigen Bock und den dem Soma gehörigen braunen Bock darbringen, den dem Agni gehörigen vorangestellt, für den, der mit einem Rivalen wetteifert. Dem Agni gehörig nämlich ist der Brahmane, dem Soma gehörig der Adelige; auf beiden Seiten stehen dann der dem Soma und der dem Agni gehörige Bock. Eben durch den Glanz des Brahmanen umfasst er von beiden Seiten das Reich und hält es einheitlich zusammen; darum stellen sie diesen Bock voran.
[Es folgen im überlieferten Text stark verkürzte bzw. unklare Schlusszeilen zu Varuṇa, zur Schafmutter, zu den „Malhā"-Ziegen und zum weißen Soma, [?].] Dreiundvierzig [Wörter, Zählvermerk].
Wort für Wort
prajāpatiḥ
Prajāpati
prajā
die Geschöpfe
asṛjata
erschuf
tā
diese
asmāthsṛṣṭāḥ
von ihm erschaffen
parācīrāyantā
entfernten sich fortgehend
varuṇamagacchantā
zu Varuṇa gelangten sie
anvaittāḥ
er nahm sie auf/hielt sie fest
punarayācata
bat wiederum [um sie]
tā
sie
asmai
ihm
na
nicht
punaradadāthso'bravīdvaraṃ
gab wieder-er sprach-eine Gabe
vṛṇīṣvātha
erbitte dir-dann
me
mir
punardehīti
gib wieder!, [so sprach er]
tāsāṃ
von diesen
varamālabhata
die Gabe brachte er dar
sa
diese
kṛṣṇa
schwarz
ekaśitipādabhavadyo
wurde einundachtzigfüßig-wer
varuṇagṛhītaḥ
von Varuṇa ergriffen [ist]
syāthsa
sein sollte-der
etaṃ
diesen
vāruṇaṃ
den dem Varuṇa gehörigen
kṛṣṇamekaśitipādamā
schwarzen Einundachtzigfüßigen-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
varuṇa
Varuṇa
meva
-eben (an ihn)
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evainaṃ
eben ihn
varuṇapāśānmuñcati
aus Varuṇas Fesseln löst er
kṛṣṇa
schwarz
ekaśitipādbhavati
wird einundachtzigfüßig
vāruṇo
dem Varuṇa gehörig
hyeṣa
denn dieses [Tier]
devatayā
der Gottheit
samṛddhyai
zum Gedeihen
suvarbhānurāsuraḥ
Suvarbhānu-der Āsura
sūryaṃ
die Sonne
tamasāvidhyat
durchbohrte mit Finsternis
tasmai
für sie/ihn
devāḥ
die Götter
prāyaścittimaicchantasya
suchten ein Sühnemittel-dessen
yatprathamaṃ
was zuerst
tamo'pāghnanthsā
an Finsternis weggeschlagen wurde-das
kṛṣṇāvirabhavadyaddvitīyaṃ
erschien als die schwarze [Ziege]-was als zweites
sā
das [war]
phalgunī
die Phalgunī
yattṛtīyaṃ
was als drittes
sā
das [war]
balakṣī
die Balakṣī
yadadhyasthādapākṛntan
was übrig war, das schnitten sie ab
thsāvirvaśā
das wurde-die haarlose Schafmutter [?]
samabhavatte
wurde-die
devā
Götter
abruvan
sprachen
devapaśurvā
ein Göttertier-wahrhaftig
ayaṃ
dies
samabhūtkasmā
ist geworden-für wen
imamā
dieses-dar[zubringen]
lapsyāmaha
sollen wir opfern
ityatha
[so sprachen sie]-damals
vaitarhyalpā
nämlich [war] klein
pṛthivyāsīdajātā
die Erde war-noch nicht entstanden
oṣadhayastāmaviṃ
die Pflanzen-diese Schafmutter
vaśāmādityebhyaḥ
die Schafmutter-den Ādityas
kāmāyālabhanta
zum [Erfüllen des] Wunsches-brachten sie dar
tato
daraufhin
vā
nämlich
aprathata
breitete sich aus
pṛthivyajāyantauṣadhayo
die Erde-entstanden-die Pflanzen
yaḥ
wer
kāmayeta
wünschen sollte
pratheya
er möge sich ausbreiten
paśubhiḥ
mit Vieh
pra
hervor
prajayā
durch Nachkommenschaft
jāyeyeti
möge er sich fortpflanzen, [so wünschend]
sa
der
etāmaviṃ
diese Schafmutter
vaśāmādityebhyaḥ
die Schafmutter-den Ādityas
kāmāyālabhetādityāneva
zum [Erfüllen des] Wunsches soll darbringen-eben die Ādityas
Die Götter und die Asuras stritten in diesen Welten um den Vorrang. Da erblickte Viṣṇu diesen Zwerg und brachte ihn seiner eigenen Gottheit dar; daraufhin besiegte er diese Welten. Wer wetteifert, soll darum das dem Viṣṇu gehörige Zwergentier darbringen; so wird er zu Viṣṇu und besiegt eben dadurch diese Welten.
Man soll das Tier „Viṣama" [„Uneben", [?]] darbringen, denn uneben sind gleichsam diese Welten. Zum Gedeihen.
Wer in eine Schlacht verwickelt ist, soll dem zornerfüllten, sinnenbegabten Indra ein Tier mit Blesse und vorstehendem Horn darbringen; denn durch Sinneskraft, Zorn und Denksinn gewinnt man die Schlacht. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den zornerfüllten, sinnenbegabten Indra, und dieser legt ihm dann Sinneskraft, Zorn und Denksinn hinein; so gewinnt er jene Schlacht.
Wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt, soll dem Marutvant-Indra den Bock mit gescheckter Seite darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den Marutvant-Indra, und dieser gewährt ihm dann Stammesgenossen; so erhält er eine Dorfgemeinschaft. Dass der Bock stierfarben ist, damit gehört er dem Indra; dass er gescheckt ist, damit gehört er den Maruts. Zum Gedeihen. Er ist hinten gescheckt; damit macht er ihm den Stamm zu einem, der ihm hinten folgend zugewandt ist.
Man soll den dem Soma gehörigen braunen Bock darbringen, wer nach Speise verlangt; denn die Speise gehört ja dem Soma. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den, der dem Soma gehört, und dieser gewährt ihm dann Speise; so wird er ein Speiseesser. Er wird braun, denn dies ist die Gestalt der Speise. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Soma gehörigen braunen Bock darbringen für den, der zwar zur Königsherrschaft fähig wäre, dem die Königsherrschaft aber nicht zufiele; denn dem Soma gehört ja die Königsherrschaft. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den, der dem Soma gehört, und dieser gewährt ihm dann die Königsherrschaft; sie neigt sich ihm zu. Er wird braun, denn dies ist die Gestalt des Soma. Zum Gedeihen.
Wer den Glanz verloren hat und nach fester Stellung verlangt, soll dem Vṛtra-Überwinder Indra ein Tier mit Blesse und vorstehendem Horn darbringen; denn nachdem er das Übel wie einen Vṛtra überwunden hat, gelangt er zur festen Stellung.
Wer vom Übel ergriffen ist, soll dem Feindbezwinger Indra ein Tier mit Blesse und vorstehendem Horn darbringen; das Übel nämlich ist der Feind. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den Feindbezwinger Indra, und dieser stößt ihm dann das Übel, den Feind, fort.
Man soll dem Vajra-Träger Indra ein Tier mit Blesse und vorstehendem Horn darbringen für den, der zwar zur Königsherrschaft fähig wäre, dem sie aber nicht zufiele. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an den Vajra-Träger Indra, und dieser gewährt ihm dann den Vajra; dieser Vajra entflammt ihn zum Wohlstand, und die Königsherrschaft neigt sich ihm zu. Das Tier hat Blesse und vorstehendes Horn, denn dies ist die Gestalt des Vajra. Zum Gedeihen in der Schlacht: damit gehört das Tier mit Blesse und vorstehendem Horn dem Feindbezwinger. Fünfzehn [Zählvermerk].
Jene Sonne leuchtete nicht mehr recht; dafür suchten die Götter ein Sühnemittel. Sie brachten ihr diese „Daśarṣabhā" [die zehn Stiere/rinderfarbige, [?]] dar, und durch sie legten sie ihr Glanz hinein. Wer nach Glanz des heiligen Wissens verlangt, soll diese „Daśarṣabhā" darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an jene Sonne, und diese legt ihm dann Glanz des heiligen Wissens hinein; so wird er glanzvoll an heiligem Wissen.
Im Frühling, am Morgen, soll man drei Tiere mit Blesse darbringen; im Sommer, zur Mittagszeit, drei mit weißem Rücken; im Herbst, am Nachmittag, drei „Śitivāra" [weißhaarige, [?]]. Drei nämlich sind die Glanzkräfte der Sonne – im Frühling am Morgen, im Sommer zur Mittagszeit, im Herbst am Nachmittag; wie viele Glanzkräfte es gibt, ebendiese gewinnt er sich. Je drei und drei werden dargebracht; damit legt er sich der Reihe nach den Glanz hinein. Ein ganzes Jahr hindurch werden sie dargebracht, denn das Jahr ist der Geber des Glanzes des heiligen Wissens; das Jahr verleiht ihm dann diesen Glanz, und er wird glanzvoll an heiligem Wissen.
Nach Ablauf des Jahres soll man die dem Prajāpati gehörige „Kadru" [bräunliche Ziege, [?]] darbringen – Prajāpati ist ja jede Gottheit, und unter den Gottheiten findet er dann festen Halt. Falls er fürchten sollte: „Ich werde eine schlechte Haut bekommen", soll er den dem Soma-und-Pūṣan gehörigen fahlen Bock darbringen. Dem Soma nämlich gehört, was die Gottheit angeht, der Mensch; dem Pūṣan gehört das Vieh; durch eben diese Gottheit und durch das Vieh verschafft er ihm eine gute Haut, und er bekommt keine schlechte Haut.
Die Götter und Yama stritten einst in dieser Welt um den Vorrang. Da errang Yama von den Göttern die Sinneskraft und die Manneskraft; das war Yamas Yama-Sein. Die Götter dachten: „Yama ist jetzt das geworden, was wir selbst sind." Sie wandten sich an Prajāpati, und dieser schuf sich selbst diesen Stier und diese Kuh. Die Götter brachten die dem Viṣṇu-und-Varuṇa gehörige Kuh und den dem Indra gehörigen Stier dar; nachdem sie diesen Stier durch Varuṇa hatten ergreifen lassen, stießen sie ihn durch das Viṣṇu-Opfer wieder fort, und eben durch Indra entzogen sie Yama die Sinneskraft. Wer einen Nebenbuhler hat, soll wetteifernd die dem Viṣṇu-und-Varuṇa gehörige Kuh und den dem Indra gehörigen Stier darbringen; nachdem er den Nebenbuhler durch Varuṇa hat ergreifen lassen, stößt er ihn durch das Viṣṇu-Opfer fort, und eben durch Indra entzieht er ihm die Sinneskraft; so gewinnt er selbst den Vorrang, und sein Nebenbuhler unterliegt.
Indra erschlug den großen Vṛtra. Vṛtra wurde erschlagen und mit sechzehn Windungen zerschnitten. Aus dem Kopf dieses Vṛtra gingen Kühe hervor, die zu Videha-Kühen wurden; ihnen voran ging ein Stier, der aus dem Hinterteil entstanden war; diesen ehrte Indra. Er dachte: „Wer diesen darbringt, wird von diesem Übel befreit werden." Er brachte den dem Agni gehörigen schwarzhalsigen Bock und den dem Indra gehörigen Stier dar; Agni hatte sich ihm mit seinem eigenen Anteil genähert und die sechzehn Glieder des Vṛtra gänzlich verbrannt, und durch Indra legte er sich die Sinneskraft in sich selbst hinein. Wer vom Übel ergriffen ist, soll den dem Agni gehörigen schwarzhalsigen Bock und den dem Indra gehörigen Stier darbringen; Agni nähert sich ihm mit seinem eigenen Anteil und verbrennt eben das Übel, und durch Indra legt er sich die Sinneskraft in sich selbst hinein; so wird er vom Übel befreit.
Man soll die dem Himmel-und-der-Erde gehörige Milchkuh darbringen, wer lange von Erfolg ausgeschlossen ist; denn ein solcher ist ja auf diesen beiden nicht fest gegründet. Nun wendet sich der lange Ausgeschlossene eben mit seinem eigenen Anteil an Himmel-und-Erde, und diese beiden lassen ihn dann zu fester Stellung gelangen; er findet wieder festen Halt und wird zu einem, der Verlorenes wiedergewinnt [?] – wie ein Wiedergewinnender ist ja das Reich dessen, der lange ausgeschlossen ist. Zum Gedeihen.
Man soll das dem Vāyu gehörige Kalb darbringen, wer lange ausgeschlossen ist; Vāyu nämlich ist das Kalb der beiden [Himmel und Erde]. Diesem sind die Welten wie von Vieh entleert, der Stamm wie ausgetrocknet. Nun wendet sich der lange Ausgeschlossene eben mit seinem eigenen Anteil an Vāyu, und dieser lässt ihm dann diese Welten wieder zufließen; ihm fließen sie zu [?], er genießt wieder Besitz, und der Stamm steht ihm bei.
[Es folgen im überlieferten Text stark verkürzte bzw. unklare Schlusszeilen zu Kadru, zum Yama-Streit, zum Viṣṇu-Varuṇa-Paar und zum Vāyu-Kalb, [?].] Zweiundvierzig [Zählvermerk].
Wort für Wort
asāvādityo
jene Sonne
na
nicht
vyarocata
leuchtete [mehr richtig]
tasmai
für sie
devāḥ
die Götter
prāyaścittimaicchantasmā
suchten ein Sühnemittel-für sie
etāṃ
diese
daśarṣabhāmālabhanta
„Daśarṣabhā"-brachten sie dar
tayaivāsminrucamadadhuRyo
durch sie eben-ihr-Glanz legten sie hinein-wer
brahmavarcasakāmaḥ
nach Glanz des heiligen Wissens verlangt
syāttasmā
sein sollte-für den
etāṃ
diese
daśarṣabhāmā
„Daśarṣabhā"-dar[zubringen]
labhetāmumevāditya2ṃ
soll darbringen-eben jene Sonne
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsmin
eben ihm
brahmavarcasaṃ
Glanz des heiligen Wissens
dadhāti
legt hinein
brahmavarcasyeva
glanzvoll an heiligem Wissen-eben
bhavati
wird er
vasantā
im Frühling
prātastrī3ṃllalāmānā
am Morgen-drei [Tiere] mit Blesse-dar[zubringen]
labheta
soll man darbringen
grīṣme
im Sommer
madhyandine
zur Mittagszeit
trīñchitipṛṣṭhāṃ
drei mit weißem Rücken
charadyaparāhṇe
im Herbst-am Nachmittag
trīñchitivārān
drei „Śitivāra" [weißhaarige]
trīṇi
drei
vā
nämlich
ādityasya
der Sonne
tejāṃsi
Glanzkräfte
vasantā
im Frühling
prātargrīṣme
am Morgen-im Sommer
madhyandine
zur Mittagszeit
śaradyaparāhṇe
im Herbst-am Nachmittag
yāvantyeva
wie viele eben
tejāṃsi
Glanzkräfte
tānyevāva
ebendiese eben-sich
rundhe
gewinnt er
trayastraya
je drei und drei
ā
hin
labhyante'bhipūrvamevāsmintejo
werden dargebracht-der Reihe nach eben-ihm-den Glanz
dadhāti
legt er hinein
saṃvathsaraṃ
ein [ganzes] Jahr [hindurch]
paryālabhyante
werden dargebracht
saṃvathsaro
das Jahr
vai
nämlich
brahmavarcasasya
des Glanzes des heiligen Wissens
pradātā
der Geber
saṃvathsara
das Jahr
evāsmai
eben ihm
brahmavarcasaṃ
Glanz des heiligen Wissens
pra
hervor
yacchati
verleiht
brahmavarcasyeva
glanzvoll an heiligem Wissen-eben
bhavati
wird er
saṃvathsarasya
des Jahres
parastātprājāpatyaṃ
nach Ablauf-die dem Prajāpati gehörige
kadru
„Kadru" [bräunliche Ziege]
mā
-dar[zubringen]
labheta
soll man darbringen
prajāpatiḥ
Prajāpati
sarvā
[ist] jede
devatā
Gottheit
devatāsveva
unter den Gottheiten eben
pratitiṣṭhati
findet er festen Halt
yadi
falls
bibhīyādduścarmā
er fürchten sollte-eine schlechte Haut
bhaviṣyāmīti
ich werde bekommen, [so denkend]
somāpauṣṇa2ṃ
den dem Soma-und-Pūṣan gehörigen
śyāmamā
fahlen [Bock]-dar[zubringen]
labheta
soll er darbringen
saumyo
dem Soma gehörig
vai
nämlich
devatayā
der Gottheit nach
puruṣaḥ
[ist] der Mensch
pauṣṇāḥ
dem Pūṣan gehörig
paśavaḥ
[ist] das Vieh
svayaivāsmai
durch eben diese eigene-ihm
devatayā
Gottheit
paśubhistvacaṃ
[und] durch das Vieh-eine Haut
karoti
verschafft er
na
nicht
duścarmā
eine schlechte Haut
bhavati
bekommt er
devāśca
die Götter [einerseits] und
vai
nämlich
yamaścāsmin
Yama [andererseits]-in dieser
loke'spardhanta
Welt-stritten
sa
da
yamo
Yama
devānāmiṃdri
von den Göttern-die Sinneskraft
yaṃ
die
vīryamayuvata
[und] die Manneskraft errang
tadyamasya
das-Yamas
yamatvaṃ
Yama-Sein
te
die
devā
Götter
amanyanta
dachten
yamo
Yama
vā
nämlich
idamabhūdyadvaya2ṃ
ist geworden, was wir
sma
[selbst]
iti
[so dachten sie]
te
sie
prajāpatimupādhāvanthsa
wandten sich an Prajāpati-dieser
etau
diese beiden
prajāpatirātmana
Prajāpati-sich selbst
ukṣavaśau
Stier und Kuh
niramimīta
schuf
te
die
devā
Götter
vaiṣṇāvaruṇīṃ
die dem Viṣṇu-und-Varuṇa gehörige
vaśāmālabhantaiṃdramukṣāṇaṃ
Kuh brachten sie dar-den dem Indra gehörigen Stier
taṃ
diesen
varuṇenaiva
durch Varuṇa eben
grāhayitvā
ergreifen lassend
viṣṇunā
durch Viṣṇu
yajñena
durch das Opfer
prāṇudantaiṃdreṇaivāsyeṃdriyamavṛñjata
stießen sie fort-durch Indra eben-ihm-die Sinneskraft entzogen sie
yo
wer
bhrātṛvyavānthsyāthsa
einen Nebenbuhler hat-sein sollte-der
spardhamāno
wetteifernd
vaiṣṇāvaruṇīṃ
die dem Viṣṇu-und-Varuṇa gehörige
vaśāmā
Kuh-dar[zubringen]
labhetaiṃdramukṣāṇaṃ
soll darbringen-den dem Indra gehörigen Stier
varuṇenaiva
durch Varuṇa eben
bhrātṛvyaṃ
den Nebenbuhler
grāhayitvā
ergreifen lassend
viṣṇunā
durch Viṣṇu
yajñena
durch das Opfer
pra
hervor
ṇudata
stößt er fort
aiṃdreṇaivāsyeṃdriyaṃ
durch Indra eben-ihm-die Sinneskraft
vṛṅkte
entzieht er
bhavatyātmanā
wird er-durch sich selbst
parāsya
obenauf
bhrātṛvyo
der Nebenbuhler
bhavatīṃdro
unterliegt-Indra
vṛtramahantaṃ
den großen Vṛtra
vṛtro
Vṛtra
hataḥ
wurde erschlagen
ṣoḍaśabhirbhogairasināttasya
mit sechzehn Windungen zerschnitten-dessen
vṛtrasya
Vṛtra
śīrṣato
aus dem Kopf
gāva
Kühe
udāyantā
gingen hervor
vaidehyo'bhavantāsāmṛṣabho
wurden zu Videha[-Kühen]-ihr [voran, ein] Stier
jaghane'nūdaittamiṃdro'cāyathso'manyata
aus dem Hinterteil-ging hinterher-diesen Indra ehrte-er dachte
yo
wer
vā
nämlich
imamālabheta
diesen darbringt
mucyetāsmāt
wird befreit werden-von diesem
pāpmana
Übel
iti
[so dachte er]
sa
er
āgneyaṃ
den dem Agni gehörigen
kṛṣṇagrīvamā
schwarzhalsigen-dar[zubringen]
labhataiṃdramṛṣabhaṃ
brachte er dar-den dem Indra gehörigen Stier
tasyāgnireva
diesem-Agni eben
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopasṛtaḥ
Anteil hatte sich genähert
ṣoḍaśadhā
in sechzehn Teilen
vṛtrasya
des Vṛtra
bhogānapyadahadaiṃdreṇeṃdriyamātmannadhatta
die Glieder gänzlich verbrannt-durch Indra-die Sinneskraft-in sich selbst legte er hinein
yaḥ
wer
pāpmanā
vom Übel
gṛhītaḥ
ergriffen
syāthsa
sein sollte-der
āgneyaṃ
den dem Agni gehörigen
kṛṣṇagrīvamā
schwarzhalsigen-dar[zubringen]
labhetaiṃdramṛṣabhamagnirevāsya
soll darbringen-den dem Indra gehörigen Stier-Agni eben-ihm
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopasṛtaḥ
Anteil hat sich genähert
pāpmānamapi
das Übel auch
dahatyaiṃdreṇeṃdriyamātmandhatte
verbrennt er-durch Indra-die Sinneskraft-in sich selbst legt er hinein
mucyate
wird befreit
pāpmano
vom Übel
bhavatyeva
er wird eben
dyāvāpṛthivyāṃ
die dem Himmel-und-der-Erde gehörige
dhenumā
Milchkuh-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
jyogaparuddho'nayorhi
wer lange ausgeschlossen ist-auf diesen beiden nämlich
iṃdro valasya bilamapaurṇothsa ya uttamaḥ paśurāsīttaṃ pṛṣṭhaṃ prati saṃgṛhyodakkhidattaṃ sahasraṃ paśavo'nūdāyanthsa unnato'bhavadyaḥ paśukāmaḥ syāthsa etamaiṃdramunnatamā labheteṃdrameva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmai paśūn pra yacchati paśumāneva bhavatyunnato bhavati sāhasrī vā eṣā lakṣmī yadunnato lakṣmiyaiva paśūnava rundhe yadā sahasraṃ paśūn prāpnuyādatha vaiṣṇavaṃ vāmanamā labhetaitasminvai tathsahasramadhyatiṣṭhattasmādeṣa vāmanaḥ samīṣitaḥ paśubhya eva prajātebhyaḥ pratiṣṭhāṃ dadhāti ko'rhati sahasraṃ paśūn prāptumityāhurahorātrāṇyeva sahasraṃ saṃpādyā labheta paśavo vā ahorātrāṇi paśūneva prajātān pratiṣṭhāṃ gamayatyoṣadhībhyo vehatamā labheta prajākāma oṣadhayo vā etaṃ prajāyai pari bādhante yo'laṃ prajāyai sanprajāṃ na vindata oṣadhayaḥ khalu vā etasyai sūtumapi ghnanti yā vehadbhavatyoṣadhīreva svena bhāgadheyenopa dhāvati tā evāsmai svādyoneḥ prajāṃ pra janayanti vindate prajāmāpo vā oṣadhayo'satpuruṣa āpa evāsmā asataḥ saddadati tasmādāhuryaścaivaṃ veda yaśca nāpastvāvāsataḥ saddadatītyaiṃdrīṃ sūtavaśāmā labheta bhūtikāmo'jāto vā eṣa yo'laṃbhūtyai sanbhūtiṃ na prāpnotīṃdraṃ khalu vā eṣā sūtvā vaśābhava diṃdrameva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evainaṃ bhūtiṃ gamayati bhavatyeva yaṃ sūtvā vaśā syāttamaiṃdramevā labhetaitadvāva tadiṃdriyaṃ sākṣādeveṃdriyamava rundha aiṃdrāgnaṃ punaruthsṛṣṭamā labheta ya ātṛtīyātpuruṣāthsomaṃ na pibedvicchinno vā etasya somapītho yo brāhmaṇaḥ sannā tṛtīyāt puruṣāt somaṃ na pibatīṃdrāgnī eva svena bhāgadheyenopa dhāvati tāvevāsmai somapīthaṃ pra yacchata upainaṃ somapītho namati yadaiṃdro bhavatīṃdriyaṃ vai somapītha iṃdriyameva somapīthamava rundhe yadāgneyo bhavatyāgneyo vai brāhmaṇaḥ svāmeva devatāmanu saṃtanoti punaruthsṛṣṭo bhavati punaruthsṛṣṭa iva hyetasya somapīthaḥ samṛddhyai brāhmaṇaspatyaṃ tūparamā labhetābhicaranbrahmaṇaspatimeva svena bhāgadheyenopa dhāvati tasmā evainamā vṛścati tājagārtimārcchati tūparo bhavati kṣurapavirvā eṣā lakṣmī yattūparaḥ samṛddhyai sphyo yūpo bhavati vajro vai sphyo vajramevāsmai pra harati śaramayaṃ barhiḥ śṛṇātyevainaṃ vaibhīdaka idhmo bhinattyevainam bhavatyunnataḥ paśavo janayaṃti viṃdatebhavathsannaitasyedhmastrīṇi ca
Indra öffnete die Höhle des Vala. Das oberste, höchste Tier, das darin war, ergriff er am Rücken und riss es hoch; tausend Stück Vieh folgten ihm nach, und es wurde „erhoben" genannt. Wer nach Vieh verlangt, soll darum dieses dem Indra gehörige „Erhobene" darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Indra, und dieser gewährt ihm dann Vieh; so wird er viehbesitzend und wird selbst erhoben. Tausendfach nämlich ist dieses Glücksgut, dass einer erhoben ist; eben durch das Glücksgut gewinnt er sich Vieh.
Wenn er tausend Stück Vieh erreicht haben sollte, dann soll er das dem Viṣṇu gehörige Zwergentier darbringen; denn in diesem Zwerg stand ja jenes Tausend, deshalb ist dieser Zwerg ihm gleichgemessen; eben dem geborenen Vieh verschafft er dadurch festen Halt. „Wer vermag es, tausend Stück Vieh zu erreichen?", so sagen sie; darum soll er, nachdem er Tag und Nacht zu Tausend zusammengefasst hat, das Opfer darbringen – Tage und Nächte nämlich sind das Vieh; eben dem geborenen Vieh verschafft er festen Halt.
Man soll das den Pflanzen „entlaufene" Tier [?] darbringen, wer nach Nachkommenschaft verlangt. Die Pflanzen nämlich hindern die Nachkommenschaft dessen, der zwar zur Nachkommenschaft fähig wäre, aber keine findet; die Pflanzen schlagen sogar deren Niederkunft nieder, bei der, die „vehat" wird. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an die Pflanzen, und diese erzeugen ihm dann aus einem angenehmen Mutterschoß Nachkommenschaft; so findet er Nachkommenschaft.
Die Wasser und die Pflanzen sind es, die dem Menschen aus dem Nicht-Seienden das Sein verschaffen; deshalb sagen sie – sowohl wer dies so weiß, als auch wer es nicht weiß –: „Ihr, Wasser, verschafft dem, der nicht ist, das Sein."
Man soll die dem Indra gehörige gebärfähige Schafmutter darbringen, wer nach Gedeihen verlangt; ungeboren nämlich ist der, welcher, obgleich zum Gedeihen fähig, kein Gedeihen erreicht. Indra nämlich ist zu dieser gebärfähigen Schafmutter geworden. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Indra, und dieser lässt ihn dann zum Gedeihen gelangen – und so geschieht es. Wessen Schafmutter gebärfähig gewesen sein sollte, eben diese dem Indra gehörige soll man darbringen; dies eben ist jene Sinneskraft, und unmittelbar gewinnt er sich dadurch die Sinneskraft.
Man soll das dem Indra-und-Agni gehörige „Wieder-Freigelassene" darbringen für den, der, obwohl er der dritte nach einem verstorbenen Mann wäre, dennoch den Soma nicht tränke; denn unterbrochen ist der Soma-Trank jenes Brahmanen, der als dritter nach einem Mann vom Soma nicht trinkt. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Indra-und-Agni, und diese beiden gewähren ihm dann den Soma-Trank; er neigt sich ihm zu. Dass das Tier dem Indra gehört, ist so zu verstehen: der Soma-Trank ist ja die Sinneskraft, und eben die Sinneskraft, den Soma-Trank, gewinnt er sich; dass es dem Agni gehört, ist so zu verstehen: dem Agni nämlich gehört der Brahmane, und er setzt damit seine eigene Gottheit fort. So wird er „wieder freigelassen" – wie „wieder freigelassen" ist ja dessen Soma-Trank, der zuvor unterbrochen war. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Brahmaṇaspati gehörigen „Tūpara" darbringen, wer jemanden behext; mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Brahmaṇaspati, und für ihn zerschneidet dieser dann jenen Feind; der Feind gerät in eine schlimme Lage [?]. Das Tier wird zum „Tūpara" – ein Rasiermesser nämlich ist dieses Glücksgut, dass es „Tūpara" ist. Zum Gedeihen.
Der Opferpfahl-Spaten wird zum Opferpfahl; ein Vajra nämlich ist der Spaten, und eben den Vajra schleudert er dadurch gegen den Feind. Das aus Pfeilrohr gemachte Streubündel zerbricht ihn eben, das Brennholz aus dem Vibhīdaka-Baum spaltet ihn eben. Das Tier wird erhoben; es erzeugt Vieh, und er findet es – so geschieht es, nachdem es gewesen ist. Dessen Brennholz – und drei [Zählvermerk].
Wort für Wort
iṃdro
Indra
valasya
des Vala
bilamapaurṇothsa
die Höhle öffnete-das
ya
das, welches
uttamaḥ
oberste
paśurāsīttaṃ
Tier war-dieses
pṛṣṭhaṃ
am Rücken
prati
-hin
saṃgṛhyodakkhidattaṃ
ergriff und riss es hoch-diesem
sahasraṃ
tausend
paśavo'nūdāyanthsa
[Stück] Vieh folgten nach-es
unnato'bhavadyaḥ
wurde erhoben-wer
paśukāmaḥ
nach Vieh verlangt
syāthsa
sein sollte-der
etamaiṃdramunnatamā
dieses dem Indra gehörige „Erhobene"-dar[zubringen]
labheteṃdrameva
soll darbringen-eben Indra
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsmai
eben ihm
paśūn
Vieh
pra
hervor
yacchati
gewährt
paśumāneva
viehbesitzend-eben
bhavatyunnato
wird er-erhoben
bhavati
wird er
sāhasrī
tausendfach
vā
nämlich
eṣā
dieses
lakṣmī
Glücksgut
yadunnato
dass [er] erhoben [ist]
lakṣmiyaiva
eben durch das Glücksgut
paśūnava
Vieh
rundhe
gewinnt er sich
yadā
wenn
sahasraṃ
tausend
paśūn
[Stück] Vieh
prāpnuyādatha
erreicht haben sollte-dann
vaiṣṇavaṃ
das dem Viṣṇu gehörige
vāmanamā
Zwergentier-dar[zubringen]
labhetaitasminvai
soll er darbringen-denn in diesem
tathsahasramadhyatiṣṭhattasmādeṣa
jenes Tausend stand-deshalb dieser
vāmanaḥ
Zwerg
samīṣitaḥ
[ist ihm] gleichgemessen
paśubhya
dem Vieh
eva
eben
prajātebhyaḥ
dem geborenen
pratiṣṭhāṃ
festen Halt
dadhāti
verschafft er
ko'rhati
wer vermag es
sahasraṃ
tausend
paśūn
[Stück] Vieh
prāptumityāhurahorātrāṇyeva
zu erreichen, [so] sagen sie-Tag und Nacht eben
sahasraṃ
zu Tausend
saṃpādyā
zusammengefasst habend
labheta
soll er darbringen
paśavo
das Vieh
vā
nämlich
ahorātrāṇi
[sind] Tag und Nacht
paśūneva
eben dem Vieh
prajātān
dem geborenen
pratiṣṭhāṃ
festen Halt
gamayatyoṣadhībhyo
verschafft er-den Pflanzen
vehatamā
das „Entlaufene"-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
prajākāma
wer nach Nachkommenschaft verlangt
oṣadhayo
die Pflanzen
vā
nämlich
etaṃ
diesen
prajāyai
von der Nachkommenschaft
pari
ringsum
bādhante
hindern
yo'laṃ
der, der fähig [ist]
prajāyai
zur Nachkommenschaft
sanprajāṃ
[aber]-Nachkommenschaft
na
nicht
vindata
fände
oṣadhayaḥ
die Pflanzen
khalu
sogar
vā
nämlich
etasyai
von dieser
sūtumapi
die Niederkunft auch
ghnanti
schlagen sie nieder
yā
die, welche
vehadbhavatyoṣadhīreva
„vehat" wird-eben die Pflanzen
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
tā
diese
evāsmai
eben ihm
svādyoneḥ
aus einem angenehmen Mutterschoß
prajāṃ
Nachkommenschaft
pra
hervor
janayanti
erzeugen
vindate
er findet
prajāmāpo
Nachkommenschaft-die Wasser
vā
nämlich
oṣadhayo'satpuruṣa
die Pflanzen-dem Menschen aus dem Nicht-Seienden
āpa
die Wasser
evāsmā
eben ihm
asataḥ
aus dem Nicht-Seienden
saddadati
das Sein verschaffen
tasmādāhuryaścaivaṃ
deshalb sagen sie: wer so
veda
weiß
yaśca
und wer
nāpastvāvāsataḥ
nicht-ihr, Wasser-dem, der nicht ist
saddadatītyaiṃdrīṃ
das Sein verschafft, [so sagen sie]-die dem Indra gehörige
sūtavaśāmā
gebärfähige Schafmutter-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
bhūtikāmo'jāto
wer nach Gedeihen verlangt-ungeboren [ist]
vā
nämlich
eṣa
dieser
yo'laṃbhūtyai
der, der fähig zum Gedeihen [ist]
sanbhūtiṃ
[aber]-Gedeihen
na
nicht
prāpnotīṃdraṃ
erreicht-Indra
khalu
nämlich
vā
ja
eṣā
diese
sūtvā
gebärfähige
vaśābhava
Schafmutter ist geworden
diṃdrameva
eben Indra
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evainaṃ
eben ihn
bhūtiṃ
zum Gedeihen
gamayati
lässt gelangen
bhavatyeva
es geschieht eben
yaṃ
wessen
sūtvā
gebärfähige
vaśā
Schafmutter
syāttamaiṃdramevā
gewesen sein sollte-eben diese dem Indra gehörige
labhetaitadvāva
soll man darbringen-dies eben
tadiṃdriyaṃ
das [ist] die Sinneskraft
sākṣādeveṃdriyamava
unmittelbar eben-die Sinneskraft
rundha
gewinnt er sich
aiṃdrāgnaṃ
das dem Indra-und-Agni gehörige
punaruthsṛṣṭamā
„Wieder-Freigelassene"-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
ya
für wen
ātṛtīyātpuruṣāthsomaṃ
als der dritte nach [einem] Mann-den Soma
na
nicht
pibedvicchinno
trinken würde-unterbrochen
vā
nämlich
etasya
dessen
somapītho
[ist] der Soma-Trank
yo
der,
brāhmaṇaḥ
Brahmane
sannā
seiend-als
tṛtīyāt
dritter
puruṣāt
nach [einem] Mann
somaṃ
den Soma
na
nicht
pibatīṃdrāgnī
trinkt-Indra-und-Agni
eva
eben
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
tāvevāsmai
diese beiden eben-ihm
somapīthaṃ
den Soma-Trank
pra
hervor
yacchata
gewähren
upainaṃ
zu ihm hin
somapītho
der Soma-Trank
namati
neigt sich
yadaiṃdro
dass es dem Indra gehörig [ist]
bhavatīṃdriyaṃ
[ist es]-die Sinneskraft
vai
nämlich
somapītha
[ist] der Soma-Trank
iṃdriyameva
eben die Sinneskraft
somapīthamava
den Soma-Trank
rundhe
gewinnt er sich
yadāgneyo
dass es dem Agni gehörig [ist]
bhavatyāgneyo
[ist es]-dem Agni gehörig
vai
nämlich
brāhmaṇaḥ
[ist] der Brahmane
svāmeva
seine eigene eben
devatāmanu
Gottheit-fort
saṃtanoti
setzt er
punaruthsṛṣṭo
„wieder freigelassen"
bhavati
wird er
punaruthsṛṣṭa
„wieder freigelassen"
iva
wie
hyetasya
denn dessen
somapīthaḥ
[ist] der Soma-Trank
samṛddhyai
zum Gedeihen
brāhmaṇaspatyaṃ
den dem Brahmaṇaspati gehörigen
tūparamā
„Tūpara"-dar[zubringen]
labhetābhicaranbrahmaṇaspatimeva
soll darbringen-wer behext-eben Brahmaṇaspati
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
tasmā
für ihn
evainamā
eben-jenen
vṛścati
zerschneidet dieser
tājagārtimārcchati
er gerät in eine schlimme Lage [?]
tūparo
zum „Tūpara"
bhavati
wird [das Tier]
kṣurapavirvā
ein Rasiermesser nämlich
eṣā
[ist] dieses
lakṣmī
Glücksgut
yattūparaḥ
dass es „Tūpara" [ist]
samṛddhyai
zum Gedeihen
sphyo
der Opferpfahl-Spaten
yūpo
zum Opferpfahl
bhavati
wird
vajro
ein Vajra
vai
nämlich
sphyo
[ist] der Spaten
vajramevāsmai
eben den Vajra-gegen ihn
pra
hervor
harati
schleudert er
śaramayaṃ
das aus Pfeilrohr gemachte
barhiḥ
Streubündel
śṛṇātyevainaṃ
zerbricht-ihn eben
vaibhīdaka
das aus dem Vibhīdaka-Baum
idhmo
Brennholz
bhinattyevainam
spaltet-ihn eben
bhavatyunnataḥ
wird [er]-erhoben
paśavo
Vieh
janayaṃti
erzeugt es
viṃdatebhavathsannaitasyedhmastrīṇi
er findet-es geschieht [so], nachdem es gewesen ist-dessen Brennholz-drei
bārhaspatyaṃ śitipṛṣṭhamā labheta grāmakāmo yaḥ kāmayeta pṛṣṭhaṃ samānānāg syāmiti bṛhaspatimeva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evainaṃ pṛṣṭhaṃ samānānāṃ karoti grāmyeva bhavati śitipṛṣṭho bhavati bārhaspatyo hyeṣa devatayā samṛddhyai pauṣṇa2ṃ śyāmamā labhetānnakāmo'nnaṃ vai pūṣā pūṣaṇameva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmā annaṃ pra yacchatyannāda eva bhavati śyāmo bhavatyetadvā annasya rūpaṃ samṛddhyai mārutaṃ pṛśnimā labhetānnakāmo'nnaṃ vai maruto maruta eva svena bhāgadheyenopa dhāvati ta evāsmā annaṃ pra yacchantyannāda eva bhavati pṛśnirbhavatyetadvā annasya rūpaṃ samṛddhyā aiṃdramaruṇamā labheteṃdriyakāma iṃdrameva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsminniṃdriyaṃ dadhātīṃdriyāvyeva bhavatyaruṇo bhrūmānbhavatyetadvā iṃdrasya rūpaṃ samṛddhyai sāvitramupadhvastamā labheta sanikāmaḥ savitā vai prasavānāmīśe savitārameva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmai saniṃ prasuvati dānakāmā asmai prajā bhavantyupadhvasto bhavati sāvitro hyeṣa devatayā samṛddhyai vaiśvadevaṃ bahurūpamā labhetānnakāmo vaiśvadevaṃ vā annaṃ viśvāneva devānthsvena bhāgadheyenopa dhāvati ta evāsmā annaṃ prayacchantyannāda eva bhavati bahurūpo bhavati bahurūpa2ṃ hyannaṃ samṛddhyai vaiśvadevaṃ bahurūpamā labheta grāmakāmo vaiśvadevā vai sajātā viśvāneva devānthsvena bhāgadheyenopa dhāvati ta evāsmai sajātān pra yacchanti grāmyeva bhavati bahurūpo bhavati bahudevatyo hyeṣa samṛddhyai prājāpatyaṃ tūparamā labheta yasyānājñātamiva jyogāmayetprājāpatyo vai puruṣaḥ prajāpatiḥ khalu vai tasya veda yasyānājñātamiva jyogāmayati prajāpatimeva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evainaṃ tasmāthsrāmānmuñcati tūparo bhavati prājāpatyo hyeṣa devatayā samṛddhyai asmā iṃdramevaiṣa sajātā viśvāneva devānthsvena bhāgadheyenopa dhāvati ta evāsmai prājāpatyo hi trīṇi ca
Man soll den dem Bṛhaspati gehörigen Weißrückigen darbringen, wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt, wer sich wünscht: „Ich möchte der Erste unter meinesgleichen sein." Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Bṛhaspati, und dieser macht ihn dann zum Ersten der Gleichgestellten; so wird er dorfbesitzend und wird weißrückig, denn dieses Tier gehört ja der Gottheit Bṛhaspati an. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Pūṣan gehörigen fahlen Bock darbringen, wer nach Speise verlangt; Speise nämlich ist Pūṣan. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Pūṣan, und dieser gewährt ihm dann Speise; so wird er ein Speiseesser und wird fahl, denn dies ist die Gestalt der Speise. Zum Gedeihen.
Man soll den den Maruts gehörigen gescheckten Bock darbringen, wer nach Speise verlangt; Speise nämlich sind die Maruts. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an die Maruts, und diese gewähren ihm dann Speise; so wird er ein Speiseesser und wird gescheckt, denn dies ist die Gestalt der Speise. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Indra gehörigen rotbraunen Bock darbringen, wer nach Sinneskraft verlangt. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Indra, und dieser legt ihm dann Sinneskraft hinein; so wird er sinneskraftbegabt und wird rotbraun, mit rötlichen Brauen [?], denn dies ist die Gestalt des Indra. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Savitṛ gehörigen „Upadhvasta" [„Zerfallenen", [?]] darbringen, wer nach Gewinn verlangt; Savitṛ nämlich herrscht über die Antriebe. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Savitṛ, und dieser treibt ihm dann Gewinn zu; ihm werden Leute, die zum Schenken bereit sind, gleichsam zu Nachkommen [?]. Das Tier wird zum „Upadhvasta", denn es gehört ja der Gottheit Savitṛ an. Zum Gedeihen.
Man soll das den Allgöttern gehörige Vielfarbige darbringen, wer nach Speise verlangt; die Speise nämlich gehört den Allgöttern. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an alle Götter, und diese gewähren ihm dann Speise; so wird er ein Speiseesser und wird vielfarbig, denn vielfarbig ist ja die Speise. Zum Gedeihen.
Man soll das den Allgöttern gehörige Vielfarbige darbringen, wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt; die Allgötter nämlich sind Stammesgenossen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an alle Götter, und diese gewähren ihm dann Stammesgenossen; so wird er dorfbesitzend und wird vielfarbig, denn dieses Tier ist ja vielgöttlich. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Prajāpati gehörigen „Tūpara" darbringen für den, dessen Krankheit wie unerkennbar lange dauert; dem Prajāpati nämlich gehört der Mensch, und Prajāpati kennt ja das Seinige bei dem, dessen Leiden wie unerkennbar ist. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Prajāpati, und dieser löst ihn dann von diesem Siechtum; das Tier wird zum „Tūpara", denn es gehört ja der Gottheit Prajāpati an. Zum Gedeihen.
[Der überlieferte Textschluss ist an dieser Stelle stark verkürzt bzw. fehlerhaft wiederholt – „... ihm eben Indra, diese Stammesgenossen, alle Götter ... wendet er sich mit seinem eigenen Anteil ... diese gewähren ihm dann ..., denn dem Prajāpati [gehörig ist dies]" –, sodass eine sichere Übersetzung dieses Bruchstücks nicht möglich ist, [?].] Und drei [Zählvermerk].
Wort für Wort
bārhaspatyaṃ
den dem Bṛhaspati gehörigen
śitipṛṣṭhamā
Weißrückigen-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
grāmakāmo
wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt
yaḥ
wer
kāmayeta
wünschen sollte
pṛṣṭhaṃ
der Erste
samānānāg
der Gleichgestellten
syāmiti
möchte ich sein, [so wünschend]
bṛhaspatimeva
eben Bṛhaspati
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evainaṃ
eben ihn
pṛṣṭhaṃ
zum Ersten
samānānāṃ
der Gleichgestellten
karoti
macht
grāmyeva
dorfbesitzend eben
bhavati
wird er
śitipṛṣṭho
weißrückig
bhavati
wird er
bārhaspatyo
dem Bṛhaspati gehörig
hyeṣa
denn dieses [Tier]
devatayā
der Gottheit
samṛddhyai
zum Gedeihen
pauṣṇa2ṃ
den dem Pūṣan gehörigen
śyāmamā
fahlen [Bock]-dar[zubringen]
labhetānnakāmo'nnaṃ
soll darbringen-wer nach Speise verlangt-Speise
vai
nämlich
pūṣā
[ist] Pūṣan
pūṣaṇameva
eben Pūṣan
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsmā
eben ihm
annaṃ
Speise
pra
hervor
yacchatyannāda
gewährt-ein Speiseesser
eva
eben
bhavati
wird er
śyāmo
fahl
bhavatyetadvā
wird er-dies nämlich
annasya
der Speise
rūpaṃ
[ist] die Gestalt
samṛddhyai
zum Gedeihen
mārutaṃ
den den Maruts gehörigen
pṛśnimā
gescheckten [Bock]-dar[zubringen]
labhetānnakāmo'nnaṃ
soll darbringen-wer nach Speise verlangt-Speise
vai
nämlich
maruto
[sind] die Maruts
maruta
die Maruts
eva
eben
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
ta
diese
evāsmā
eben ihm
annaṃ
Speise
pra
hervor
yacchantyannāda
gewähren-ein Speiseesser
eva
eben
bhavati
wird er
pṛśnirbhavatyetadvā
gescheckt wird er-dies nämlich
annasya
der Speise
rūpaṃ
[ist] die Gestalt
samṛddhyā
zum Gedeihen
aiṃdramaruṇamā
den dem Indra gehörigen rotbraunen-dar[zubringen]
labheteṃdriyakāma
soll darbringen-wer nach Sinneskraft verlangt
iṃdrameva
eben Indra
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsminniṃdriyaṃ
eben-ihm-Sinneskraft
dadhātīṃdriyāvyeva
legt hinein-sinneskraftbegabt eben
bhavatyaruṇo
wird er-rotbraun
bhrūmānbhavatyetadvā
mit [rötlichen] Brauen wird er [?]-dies nämlich
iṃdrasya
des Indra
rūpaṃ
[ist] die Gestalt
samṛddhyai
zum Gedeihen
sāvitramupadhvastamā
den dem Savitṛ gehörigen „Upadhvasta"-dar[zubringen]
Der Vaṣaṭ-Ruf schnitt der Gāyatrī das Haupt ab. Ihr Saft flog fort, und Bṛhaspati nahm ihn auf; so wurde sie zur weißrückigen Schafmutter. Was als zweites fortflog, das nahmen Mitra-und-Varuṇa auf; das wurde die zweigestaltige Schafmutter. Was als drittes fortflog, das nahmen die Allgötter auf; das wurde die vielgestaltige Schafmutter. Was als viertes fortflog, drang in die Erde ein; das ergriff Bṛhaspati mit den Worten: „Es sei eben dies zum Genuss" – das wurde das Stier-und-Kuh-Paar. Was an rotem Blut fortflog, das nahm Rudra auf; das wurde die zu Rudra gehörige, rötlich-braune Schafmutter.
Man soll die dem Bṛhaspati gehörige Weißrückige darbringen, wer nach Glanz des heiligen Wissens verlangt. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Bṛhaspati, und dieser legt ihm dann Glanz des heiligen Wissens hinein; so wird er glanzvoll an heiligem Wissen. Diese Schafmutter ist ja der Saft der Metren; wie ihr Saft, so ist geradezu der Glanz des heiligen Wissens – eben mit dem Saft der Metren gewinnt er sich den Saft, den Glanz des heiligen Wissens.
Man soll die dem Mitra-und-Varuṇa gehörige Zweigestaltige darbringen, wer nach Regen verlangt. Dem Mitra nämlich gehört der Tag, der Varuṇī die Nacht; durch Tag und Nacht nämlich lässt Parjanya regnen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Mitra-und-Varuṇa, und diese beiden lassen ihm dann durch Tag und Nacht Parjanya regnen. Diese Schafmutter ist ja der Saft der Metren; wie ihr Saft, so ist geradezu der Regen – eben mit dem Saft der Metren gewinnt er sich den Saft, den Regen.
Man soll die dem Mitra-und-Varuṇa gehörige Zweigestaltige darbringen, wer nach Nachkommenschaft verlangt. Dem Mitra nämlich gehört der Tag, der Varuṇī die Nacht; durch Tag und Nacht nämlich pflanzt sich die Nachkommenschaft fort. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Mitra-und-Varuṇa, und diese beiden erzeugen ihm dann durch Tag und Nacht Nachkommenschaft. Diese Schafmutter ist ja der Saft der Metren; wie ihr Saft, so ist geradezu die Nachkommenschaft – eben mit dem Saft der Metren gewinnt er sich den Saft, die Nachkommenschaft.
Man soll die den Allgöttern gehörige Vielgestaltige darbringen, wer nach Speise verlangt; die Speise nämlich gehört den Allgöttern. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an alle Götter, und diese gewähren ihm dann Speise; so wird er ein Speiseesser. Diese Schafmutter ist ja der Saft der Metren; wie ihr Saft, so ist geradezu die Speise – eben mit dem Saft der Metren gewinnt er sich den Saft, die Speise.
Man soll die den Allgöttern gehörige Vielgestaltige darbringen, wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt; die Allgötter nämlich sind Stammesgenossen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an alle Götter, und diese gewähren ihm dann Stammesgenossen; so wird er dorfbesitzend. Diese Schafmutter ist ja der Saft der Metren; wie ihr Saft, so sind geradezu die Stammesgenossen – eben mit dem Saft der Metren gewinnt er sich den Saft, die Stammesgenossen.
Man soll das dem Bṛhaspati gehörige Stier-und-Kuh-Paar darbringen, wer nach Glanz des heiligen Wissens verlangt. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Bṛhaspati, und dieser legt ihm dann Glanz des heiligen Wissens hinein; so wird er glanzvoll an heiligem Wissen. Wie eine Schafmutter wandelt dieser Stier nämlich einher, obwohl er ein Stier ist; wie er eine Schafmutter ist, so ist geradezu der Glanz des heiligen Wissens – eben mit der Schafmutter gewinnt er sich die Schafmutter, den Glanz des heiligen Wissens.
Man soll die rötlich-braune, zu Rudra gehörige Schafmutter darbringen, wer jemanden behext; mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Rudra, und für ihn zerschneidet dieser dann jenen Feind; der Feind gerät in eine schlimme Lage [?]. Das Tier wird zur Rohiṇī, denn es gehört ja der Gottheit Rudra an. Zum Gedeihen.
Der Opferpfahl-Spaten wird zum Opferpfahl; ein Vajra nämlich ist der Spaten, und eben den Vajra schleudert er dadurch gegen den Feind. Das aus Pfeilrohr gemachte Streubündel zerbricht ihn eben, das Brennholz aus dem Vibhīdaka-Baum spaltet ihn eben. [Kein Schluss-Zählvermerk im überlieferten Text erhalten.]
Wort für Wort
vaṣaṭkāro
der Vaṣaṭ-Ruf
vai
nämlich
gāyatriyai
der Gāyatrī
śiro'cchinattasyai
das Haupt schnitt ab-deren
rasaḥ
Saft
parāpatattaṃ
flog fort-den
bṛhaspatirupāgṛhṇāthsā
Bṛhaspati nahm auf-sie
śitipṛṣṭhā
die weißrückige
vaśābhavadyo
Schafmutter wurde-was
dvitīyaḥ
als zweites
parāpatattaṃ
fortflog-das
mitrāvaruṇāvupāgṛhṇītāṃ
Mitra-und-Varuṇa nahmen auf
sā
das
dvirūpā
zweigestaltige
vaśābhavadyastṛtīyaḥ
Schafmutter wurde-was als drittes
parāpatattaṃ
fortflog-das
viśvedevā
die Allgötter
upāgṛhṇanthsā
nahmen auf-das
bahurūpā
vielgestaltige
vaśā
Schafmutter
bhavadyaścaturthaḥ
wurde-was als viertes
parāpatathsa
fortflog-das
pṛthivīṃ
in die Erde
prāviśattaṃ
drang ein-das
bṛhaspatirabhya
Bṛhaspati-hin
gṛhṇādastvevāyaṃ
ergriff, [mit den Worten:] es sei eben dies
bhogāyeti
zum Genuss, [so sprach er]
sa
das
ukṣavaśaḥ
Stier-und-Kuh[-Paar]
samabhavadyallohitaṃ
wurde-was an rotem [Blut]
parāpatattadrudra
fortflog-das Rudra
upāgṛhṇāthsā
nahm auf-das
raudrī
die zu Rudra gehörige
rohiṇī
rötlich-braune
vaśābhavadbārhaspatyāṃ
Schafmutter wurde-die dem Bṛhaspati gehörige
śitipṛṣṭhāmā
Weißrückige-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
brahmavarcasakāmo
wer nach Glanz des heiligen Wissens verlangt
bṛhaspatimeva
eben Bṛhaspati
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
sa
dieser
evāsmin
eben ihm
brahmavarcasaṃ
Glanz des heiligen Wissens
dadhāti
legt hinein
brahmavarcasyeva
glanzvoll an heiligem Wissen-eben
bhavati
wird er
chandasāṃ
der Metren
vā
ja
eṣa
dieser
raso
[ist] der Saft
yadvaśā
die Schafmutter
rasa
[wie ihr] Saft
iva
so
khalu
geradezu
vai
nämlich
brahmavarcasaṃ
[ist] der Glanz des heiligen Wissens
chandasāmeva
eben mit dem [Saft] der Metren
rasena
durch den Saft
rasaṃ
den Saft
brahmavarcasamava
den Glanz des heiligen Wissens
rundhe
gewinnt er sich
maitrāvaruṇīṃ
die dem Mitra-und-Varuṇa gehörige
dvirūpāmā
Zweigestaltige-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
vṛṣṭikāmo
wer nach Regen verlangt
maitraṃ
dem Mitra gehörig
vā
nämlich
aharvāruṇī
[ist] der Tag-der Varuṇī
rātrirahorātrābhyāṃ
[gehört] die Nacht-durch Tag und Nacht
khalu
nämlich
vai
ja
parjanyo
Parjanya
varṣati
lässt regnen
mitrāvaruṇāveva
eben Mitra-und-Varuṇa
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
tāvevāsmā
diese beiden eben-ihm
ahorātrābhyāṃ
durch Tag und Nacht
parjanyaṃ
Parjanya
varṣayataśchandasāṃ
lassen regnen-der Metren
vā
ja
eṣa
dieser
raso
[ist] der Saft
yadvaśā
die Schafmutter
rasa
[wie ihr] Saft
iva
so
khalu
geradezu
vai
nämlich
vṛṣṭiśchandasāmeva
[ist] der Regen-eben mit dem [Saft] der Metren
rasena
durch den Saft
rasaṃ
den Saft
vṛṣṭimava
den Regen
rundhe
gewinnt er sich
maitrāvaruṇīṃ
die dem Mitra-und-Varuṇa gehörige
dvirūpāmā
Zweigestaltige-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
prajākāmo
wer nach Nachkommenschaft verlangt
maitraṃ
dem Mitra gehörig
vā
nämlich
aharvāruṇī
[ist] der Tag-der Varuṇī
rātrirahorātrābhyāṃ
[gehört] die Nacht-durch Tag und Nacht
khalu
nämlich
vai
ja
prajāḥ
die Nachkommenschaft
prajāyante
pflanzt sich fort
mitrāvaruṇāveva
eben Mitra-und-Varuṇa
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
tāvevāsmā
diese beiden eben-ihm
ahorātrābhyāṃ
durch Tag und Nacht
prajāṃ
Nachkommenschaft
prajanayataśchandasāṃ
erzeugen-der Metren
vā
ja
eṣa
dieser
raso
[ist] der Saft
yadvaśā
die Schafmutter
rasa
[wie ihr] Saft
iva
so
khalu
geradezu
vai
nämlich
prajā
[ist] die Nachkommenschaft
chandasāmeva
eben mit dem [Saft] der Metren
rasena
durch den Saft
rasaṃ
den Saft
prajāmava
die Nachkommenschaft
rundhe
gewinnt er sich
vaiśvadevīṃ
die den Allgöttern gehörige
bahurūpāmā
Vielgestaltige-dar[zubringen]
labhetānnakāmo
soll darbringen-wer nach Speise verlangt
vaiśvadevaṃ
den Allgöttern gehörig
vā
nämlich
annaṃ
[ist] die Speise
viśvāneva
eben alle
devānthsvena
Götter-mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
ta
diese
evāsmā
eben ihm
annaṃ
Speise
pra
hervor
yacchantyannāda
gewähren-ein Speiseesser
eva
eben
bhavati
wird er
chandasāṃ
der Metren
vā
ja
eṣa
dieser
raso
[ist] der Saft
yadvaśā
die Schafmutter
rasa
[wie ihr] Saft
iva
so
khalu
geradezu
vā
ja
annaṃ
[ist] die Speise
chandasāmeva
eben mit dem [Saft] der Metren
rasena
durch den Saft
rasamannamava
den Saft, die Speise
rundhe
gewinnt er sich
vaiśvadevīṃ
die den Allgöttern gehörige
bahurūpāmā
Vielgestaltige-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
grāmakāmo
wer nach einer Dorfgemeinschaft verlangt
vaiśvadevā
die Allgötter
vai
nämlich
sajātā
[sind] Stammesgenossen
viśvāneva
eben alle
devānthsvena
Götter-mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
ta
diese
evāsmai
eben ihm
sajātān
Stammesgenossen
pra
hervor
yacchanti
gewähren
grāmyeva
dorfbesitzend eben
bhavati
wird er
chandasāṃ
der Metren
vā
ja
eṣa
dieser
raso
[ist] der Saft
yadvaśā
die Schafmutter
rasa
[wie ihr] Saft
iva
so
khalu
geradezu
vai
nämlich
sajātāśchandasāmeva
[sind] die Stammesgenossen-eben mit dem [Saft] der Metren
rasena
durch den Saft
rasaṃ
den Saft
sajātānava
die Stammesgenossen
rundhe
gewinnt er sich
bārhaspatyamukṣavaśamā
das dem Bṛhaspati gehörige Stier-und-Kuh[-Paar]-dar[zubringen]
[Dieser Abschnitt ist im überlieferten Text nur als knappes, stark verkürztes Bruchstück erhalten – offenbar ein Nachtrag bzw. Querverweis zum vorangehenden Anuvāka; eine sichere, zusammenhängende Übersetzung ist nicht möglich, [?].] Der Regen gehört eben durch den Saft der Metren zum Saft, zur Nachkommenschaft; den Allgöttern gehört ja der Glanz des heiligen Wissens; der Opferpfahl zählt neunzehn [Zählvermerk] – Kāṇḍa 2, Prapāṭhaka 1, Anuvāka 7 [Querverweis]. Jener zerschneidet die Anteile der Zwillingspaare, führt sie hin, reicht sie dar. [?]
varuṇaṃ suṣuvāṇamannādyaṃ nopānamathsa etāṃ vāruṇīṃ kṛṣṇāṃ vaśāmapaśyattāg svāyai devatāyā ālabhata tato vai tamannādyamupānamadyamalamannādyāya saṃtamannādyaṃ nopanamethsa etāṃ vāruṇīṃ kṛṣṇāṃ vaśāmā labheta varuṇameva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmā annaṃ pra yacchatyannāda eva bhavati kṛṣṇā bhavati vāruṇī hyeṣā devatayā samṛddhyai maitra2ṃ śvetamā labheta vāruṇaṃ kṛṣṇamapāṃ cauṣadhīnāṃ ca saṃdhāvannakāmo maitrīrvā oṣadhayo vāruṇīrāpo'pāṃ ca khalu vā oṣadhīnāṃ ca rasamupa jīvāmo mitrāvaruṇāveva svena bhāgadheyenopa dhāvati tāvevāsmā annaṃ pra yacchato'nnāda eva bhava tyapāṃ cauṣadhīnāṃ ca saṃdhāvā labhata ubhayasyāvaruddhyai viśākho yūpo bhavati dve hyete devate samṛddhyai maitra2ṃ śvetamā labheta vāruṇaṃ kṛṣṇaṃ jyogāmayāvī yanmaitro bhavati mitreṇaivāsmai varuṇaṃ śamayati yadvāruṇaḥ sākṣādevainaṃ varuṇapāśānmuñcatyuta yadītāsurbhavati jīvatyeva devā vai puṣṭiṃ nāvindan tāṃ mithune'paśyan tasyāṃ na samarādhayan tāvaśvināvabrūtāmāvayorvā eṣāmaitasyāṃ vadadhvamiti sāśvinorevābhavadyaḥ puṣṭikāmaḥ syāthsa etāmāśvinīṃ yamīṃ vaśāmā labhetāśvināveva svena bhāgadheyenopa dhāvati tāvevāsminpuṣṭiṃ dhattaḥ puṣyati prajayā paśubhiḥ annādo'nnāda eva bhavatyaviṃdan paṃcacatvārigṃśacca
Dem Gott Varuṇa kam, obwohl er Speise hervorbrachte, die Speise nicht zu. Da erblickte er diese dem Varuṇa gehörige schwarze Schafmutter und brachte sie seiner eigenen Gottheit dar; daraufhin kam ihm die Speise zu. Wem, obgleich er zur Speise fähig wäre, die Speise nicht zukäme, soll darum diese dem Varuṇa gehörige schwarze Schafmutter darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Varuṇa, und dieser gewährt ihm dann Speise; so wird er ein Speiseesser. Das Tier wird schwarz, denn es gehört ja der Gottheit Varuṇa an. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Mitra gehörigen weißen Bock und den dem Varuṇa gehörigen schwarzen Bock darbringen, wer im Zusammenhang mit den Wassern und den Pflanzen nach Speise verlangt. Dem Mitra nämlich gehören die Pflanzen, dem Varuṇa gehören die Wasser; von den Wassern und den Pflanzen leben wir ja durch ihren Saft. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Mitra-und-Varuṇa, und diese beiden gewähren ihm dann Speise; so wird er ein Speiseesser. Man soll beide im Zusammenhang mit den Wassern und den Pflanzen darbringen, um sich beides zu gewinnen. Der Opferpfahl wird aus gegabeltem Holz gemacht, denn es sind ja zwei Gottheiten. Zum Gedeihen.
Man soll den dem Mitra gehörigen weißen Bock und den dem Varuṇa gehörigen schwarzen Bock darbringen, wer lange krank ist. Was dem Mitra gehört, damit besänftigt er ihm eben den Varuṇa; was dem Varuṇa gehört, damit löst er ihn unmittelbar aus Varuṇas Fesseln – und selbst wenn er schon am Verscheiden ist, bleibt er am Leben.
Die Götter fanden kein Gedeihen. Sie erblickten es beim Zwillingspaar, den Aśvin, doch bei diesen fanden sie es nicht bewahrt vor [?]. Da sprachen die beiden Aśvin: „Uns beiden gehört das – sagt es diesem Paar zu." So gehörte es fortan den Aśvin. Wer nach Gedeihen verlangt, soll diese den Aśvin gehörige, zum Zwillingspaar gehörige Schafmutter darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an die Aśvin, und diese beiden legen ihm dann Gedeihen hinein; so gedeiht er durch Nachkommenschaft und Vieh und wird zu einem wahren Speiseesser. Sie fanden es nicht – fünfundvierzig [Zählvermerk].
Wort für Wort
varuṇaṃ
dem Varuṇa
suṣuvāṇamannādyaṃ
obwohl er [Speise] hervorbrachte-die Speise
nopānamathsa
kam nicht zu-da
etāṃ
diese
vāruṇīṃ
dem Varuṇa gehörige
kṛṣṇāṃ
schwarze
vaśāmapaśyattāg
Schafmutter erblickte er-diese
svāyai
seiner eigenen
devatāyā
Gottheit
ālabhata
brachte er dar
tato
daraufhin
vai
nämlich
tamannādyamupānamadyamalamannādyāya
ihm kam die Speise zu-wem, obgleich fähig zur Speise
āśvinaṃ dhūmralalāmamā labheta yo durbrāhmaṇaḥ somaṃ pipāsedaśvinau vai devānāmasomapāvāstāṃ tau paścā somapīthaṃ prāpnutāmaśvināvetasya devatā yo durbrāhmaṇaḥ somaṃ pipāsatyaśvināveva svena bhāgadheyenopa dhāvati tāvevāsmai somapīthaṃ pra yacchata upainaṃ somapītho namati yaddhūmro bhavati dhūmrimāṇamevāsmādapa hanti lalāmo bhavati mukhata evāsmintejo dadhāti vāyavyaṃ gomṛgamā labheta yamajaghnivāṃ samabhiśaṃ seyurapūtā vā etaṃ vāgṛcchati yamajaghnivāṃ samabhiśaṃsanti naiṣa grāmyaḥ paśurnāraṇyo yadgomṛgo nevaiṣa grāme nāraṇye yamajaghnivāṃsamabhiśaṃsanti vāyurvai devānāṃ pavitraṃ vāyumeva svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evai naṃ pavayati parācī vā etasmai vyucchantī vyucchati tamaḥ pāpmānaṃ pra viśati yasyāśvine śasyamāne sūRyo nāvirbhavati sauryaṃ bahurūpamā labhetāmumevāditya2ṃ svena bhāgadheyenopa dhāvati sa evāsmāttamaḥ pāpmānamapa hanti pratīcyasmai vyucchantī vyucchatyapa tamaḥ pāpmānaṃ hate lalāmaḥ sa eva ṣaṭcatvāriṃśacca
Man soll den dem Aśvin gehörigen rauchfarbenen Bock mit Blesse darbringen für den unwürdigen Brahmanen, der dennoch nach Soma dürstet. Die Aśvin waren nämlich einst unter den Göttern Nicht-Soma-Trinker und erlangten erst später den Soma-Trank; die Aśvin sind die Gottheit eben dieses schlechten Brahmanen, der nach Soma dürstet. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an die Aśvin, und diese beiden gewähren ihm dann den Soma-Trank; er neigt sich ihm zu. Dass das Tier rauchfarben ist, damit schlägt er ihm eben die Verrauchtheit [Minderwertigkeit, [?]] ab; dass es eine Blesse hat, damit legt er ihm im Antlitz Glanz hinein.
Man soll das dem Vāyu gehörige „Kuh-Wild" [?] darbringen für den, den man, obwohl er nicht getötet hat, des Mordes bezichtigt; denn ungereinigt trifft ihn die Rede, den man so bezichtigt. Dieses Tier ist weder ein Haustier noch ein Wildtier, da es „Kuh-Wild" ist; ebenso gehört jener weder dem Dorf noch der Wildnis, den man, obwohl er nicht getötet hat, des Mordes bezichtigt. Vāyu nämlich ist das Reinigungsmittel der Götter; mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an Vāyu, und dieser reinigt ihn dann – wie ihm die zurückweichende Morgenröte aufleuchtend aufleuchtet, so wird er gereinigt. Die Finsternis, das Übel, geht dagegen in den ein, gegen wen man eine Anklage vorbringt, während bei der Aśvina-Rezitation die Sonne nicht sichtbar wird.
Man soll in einem solchen Fall das der Sonne gehörige Vielfarbige darbringen. Mit seinem eigenen Anteil wendet er sich an jene Sonne, und diese schlägt ihm dann die Finsternis, das Übel, ab; ihm leuchtet sie von vorn her auf und schlägt ihm die Finsternis, das Übel, ab. Das Tier hat eine Blesse – ebendies bewirkt es. Sechsundvierzig [Zählvermerk].
Wort für Wort
āśvinaṃ
den dem Aśvin gehörigen
dhūmralalāmamā
rauchfarbenen [Bock] mit Blesse-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
yo
für den,
durbrāhmaṇaḥ
schlechten Brahmanen
somaṃ
nach Soma
pipāsedaśvinau
dürstet-die Aśvin
vai
nämlich
devānāmasomapāvāstāṃ
unter den Göttern waren Nicht-Soma-Trinker
tau
die beiden
paścā
später
somapīthaṃ
den Soma-Trank
prāpnutāmaśvināvetasya
erlangten-die Aśvin sind dessen
devatā
die Gottheit
yo
des,
durbrāhmaṇaḥ
schlechten Brahmanen
somaṃ
nach Soma
pipāsatyaśvināveva
dürstet-eben die Aśvin
svena
mit seinem eigenen
bhāgadheyenopa
Anteil-hin
dhāvati
er wendet sich
tāvevāsmai
diese beiden eben-ihm
somapīthaṃ
den Soma-Trank
pra
hervor
yacchata
gewähren
upainaṃ
zu ihm hin
somapītho
der Soma-Trank
namati
neigt sich
yaddhūmro
dass [es] rauchfarben [ist]
bhavati
[ist]
dhūmrimāṇamevāsmādapa
die Verrauchtheit eben-von ihm ab
hanti
schlägt er
lalāmo
eine Blesse
bhavati
hat [es]
mukhata
im Antlitz
evāsmintejo
eben-ihm-Glanz
dadhāti
legt er hinein
vāyavyaṃ
das dem Vāyu gehörige
gomṛgamā
„Kuh-Wild"-dar[zubringen]
labheta
soll darbringen
yamajaghnivāṃ
für den, der nicht getötet hat
samabhiśaṃ
des Mordes
seyurapūtā
man bezichtigt-ungereinigt
vā
nämlich
etaṃ
diesen
vāgṛcchati
die Rede trifft
yamajaghnivāṃ
den, der nicht getötet hat
samabhiśaṃsanti
man des Mordes bezichtigt
naiṣa
dieses [Tier ist] nicht
grāmyaḥ
ein Haustier
paśurnāraṇyo
noch ein Wildtier
yadgomṛgo
da es „Kuh-Wild" [ist]
nevaiṣa
ebenso [ist] jener nicht
grāme
dem Dorf
nāraṇye
noch der Wildnis [zugehörig]
yamajaghnivāṃsamabhiśaṃsanti
den, der nicht getötet hat, man des Mordes bezichtigt
[Dieser Anuvāka besteht, anders als die vorangehenden, nicht aus erklärender Ritualprosa, sondern aus einer Folge Ṛgvedischer Spruchverse (Mantras), die im Text der Saṃhitā teils nur mit ihren Anfangsworten zitiert werden, da der volle Wortlaut den Priestern bekannt war; einzelne Stellen sind lexikalisch unsicher und mit [?] gekennzeichnet.]
Den Indra preist von allen Seiten her, den Indra, ihr Männer, Maruts – was auch immer euer Schutz vom Himmel her sei [Vers-Anfang, unvollständig zitiert].
In den Kämpfen rufen wir den leicht anzurufenden Indra an und das gut wirkende, göttliche, von Not befreiende Volk [?]; Agni, Mitra und Varuṇa zum Gewinn, Bhaga, Himmel-und-Erde und die Maruts zum Heil.
Berauschen soll uns der ringsum Wandelnde, der Güter-Erwerbende [?]; berauschen soll uns der Wind, der die Gewässer strömen macht; schärft uns, Indra und Parvata, ihr beide – das sollen uns alle Götter zu Freiraum verhelfen.
Euren lieben Namen rufe ich an, euch, den Mächtigen; herangekommen sättigten sich die Maruts, brüllend [Vers-Fragment, ?].
Zur Zierde haben sie sich mit den Stützpfeilern [?] vereinigt; mit den Zügeln, den Sängerischen, sind sie wohltuend [?]; mit dem Beil versehen, angetrieben, furchtlos, haben sie die Stätte des lieben Marut-Wesens gefunden [Stelle sehr unsicher, ?].
Agni, der Erste, möge uns mit den Vasus helfen; Soma möge mit den Rudras aus eigener Kraft beschützen; Indra möge mit den Maruts uns dies zur rechten Zeit gewähren; mit den Ādityas möge uns Varuṇa zusammen anspornen.
Zusammen mit den Vasus wirke uns der Gott Agni, zusammen mit den zu Rudra gehörigen Kräften Soma, zusammen mit den opferwürdigen Maruts Indra; zusammen mit den Ādityas hat uns Varuṇa dies kundgetan.
Wie die Ādityas mit den Vasus eins geworden sind und die Rudras sich mit den Maruts verständigt haben, so sollen, ohne einander zu grollen, alle Götter eines Sinnes sein [bei den drei Namen, ?].
Irgendwo, bei wessen Zusammentreffen die Männer sich freuen, am Sitz der Männer – den selbst die Würdigen entzünden, den erzeugen die Geschöpfe [Bezug unsicher, wohl auf Agni, ?].
Wenn wir die Labungen gemeinsam gewinnen und gemeinsam die Opfergaben der Menschen, dann ergreife ich auch den Zügel des Glanzes, der Kraft, der Wahrheit.
Das Opfer geht der Gunst der Götter entgegen – o Ādityas, seid gnädig! Eure Zuneigung möge sich uns zuwenden, die selbst aus Bedrängnis noch am besten Freiraum zu finden weiß.
Rein, inmitten der Wasser, der guten Weide, unbetrogen, wohnt dort, mit gewachsenem Alter, mit guten Söhnen versehen, wer unter der Führung der Ādityas steht; niemand schlägt ihn, weder aus der Nähe noch aus der Ferne.
Die Ādityas halten das Bewegliche und das Stehende, sie, die Götter, Hüter der ganzen Welt, weitblickend, die Herrenmacht bewahrend, wahrhaftig, die Verpflichtungen ahndend.
Die drei Erden haltend und die drei Himmel, die drei Gebote inmitten dieser Welten, bei der Weisheitsversammlung – durch die Wahrheit, o Ādityas, ist eure Größe gewirkt; das ist, o Aryaman, Varuṇa, Mitra, lieblich.
Jene herrschermächtigen Ādityas wollen wir nun um Beistand bitten, die gnadenreichen, zur Hilfe.
Nicht rechts erkennt man einen Unterschied, nicht links, nicht vorn, o Ādityas, noch hinten; selbst durch kindliche Einfalt, o Vasus, selbst durch reife Einsicht möge ich, von euch geleitet, das furchtlose Licht erlangen.
Mit der Hilfe der Ādityas, der neuesten, wollen wir uns verbinden, mit dem heilsamsten Schutz; in Schuldlosigkeit, im Zustand der Aditi, mögen die Mächtigen dieses Opfer, uns erhörend, annehmen.
Höre, Varuṇa, diesen meinen Ruf, und sei heute gnädig; dich, um Beistand bittend, wende ich mich ... [Textschluss stark verderbt bzw. fragmentarisch: „... die, welche Agni ... mit Kraft, bewahrend, durch Einsicht ...", ?]. Neunundvierzig [Zählvermerk].
Wort für Wort
iṃdraṃ
den Indra
vo
euer
viśvatasparīṃdraṃ
von allen Seiten her-den Indra
naro
ihr Männer
maruto
Maruts
yaddha
was auch immer
vo
euer
divo
vom Himmel her
yā
was
vaḥ
euer
śarma
Schutz [sei]
||
[Versende]
bhareṣviṃdraṃ
in den Kämpfen-den Indra
suhavaṃ
leicht anzurufenden
havāmahe'ṃ
rufen wir an
homucaṃ
das von Not befreiende [?]
sukṛtaṃ
gut wirkende
daivyaṃ
göttliche
janam
Volk
|
[Versteil]
agniṃ
Agni
mitraṃ
Mitra
varuṇaṃ
Varuṇa
sātaye
zum Gewinn
bhagaṃ
Bhaga
dyāvāpṛthivī
Himmel-und-Erde
marutaḥ
die Maruts
svastaye
zum Heil
||
[Versende]
mamattu
berauschen soll
naḥ
uns
parijmā
der ringsum Wandelnde
vasarhā
der Güter-Erwerbende [?]
mamattu
berauschen soll
vāto
der Wind
apāṃ
der Gewässer
vṛṣaṇvān
der [sie] strömen macht
|
[Versteil]
śiśītamiṃdrāparvatā
schärft-Indra und Parvata
yuvaṃ
ihr beide
nastanno
uns-das uns
viśve
alle
varivasyantu
sollen zu Freiraum verhelfen
devāḥ
die Götter
||
[Versende]
priyā
lieben
vo
euren
nāma
Namen
huve
rufe ich an
turāṇām
der Mächtigen
|
[Versteil]
āyattṛpanmaruto
herangekommen sättigten sich-die Maruts
vāvaśānāḥ
brüllend [?]
||
[Versende]
śriyase
zur Zierde
kaṃbhānubhiḥ
mit den Stützpfeilern [?]
saṃ
zusammen
mimikṣire
haben sie sich vereinigt
te
sie
raśmibhista
mit den Zügeln-die
ṛkvabhiḥ
Sängerischen
sukhādayaḥ
wohltuend [?]
|
[Versteil]
te
sie
vāśīmanta
mit dem Beil versehen
iṣmiṇo
angetrieben
abhīravo
furchtlos
vidre
haben gefunden
priyasya
des lieben
mārutasya
Marut-Wesens
dhāmnaḥ
die Stätte [?]
||
[Versende]
agniḥ
Agni
prathamo
der Erste
vasubhirno
mit den Vasus-uns
avyāthsomo
möge helfen-Soma
rudrebhirabhi
mit den Rudras-hin
rakṣatu
möge beschützen
tmanā
aus eigener Kraft
|
[Versteil]
iṃdro
Indra
marudbhirṛtudhā
mit den Maruts-zur rechten Zeit
kṛṇotvādityairno
möge gewähren-mit den Ādityas-uns
varuṇaḥ
Varuṇa
saṃ
zusammen
śiśātu
möge anspornen
||
[Versende]
saṃ
zusammen
no
uns
devo
der Gott
vasubhiragniḥ
mit den Vasus-Agni
saṃ
zusammen
somastanūbhī
Soma-mit den [Kräften]
rudriyābhiḥ
zu Rudra gehörigen
|
[Versteil]
samiṃdro
zusammen-Indra
marudbhiryajñiyaiḥ
mit den opferwürdigen Maruts
samādityairno
zusammen mit den Ādityas-uns
varuṇo
Varuṇa
ajijñipat
hat kundgetan
||
[Versende]
yathādityā
wie die Ādityas
vasubhiḥ
mit den Vasus
saṃbabhūvurmarudbhī
eins geworden sind-mit den Maruts
rudrāḥ
die Rudras
samajānatābhi
sich verständigt haben-hin
|
[Versteil]
evā
so
triṇāmannahṛṇīyamānā
bei den drei Namen-ohne zu grollen [?]
viśve
alle
devāḥ
Götter
samanaso
eines Sinnes
bhavaṃtu
sollen sein
||
[Versende]
kutrā
irgendwo
cidyasya
bei wessen
samṛtau
Zusammentreffen
raṇvā
sich freuen
naro
die Männer
nṛṣadane
am Sitz der Männer
|
[Versteil]
arhantaścidyamindhate
selbst die Würdigen entzünden-den
saṃjanayanti
erzeugen
jantavaḥ
die Geschöpfe [?]
||
[Versende]
saṃ
gemeinsam
yadiṣo
wenn die Labungen
vanāmahe
wir gewinnen
saṃ
gemeinsam
havyā
die Opfergaben
mānuṣāṇām
der Menschen
|
[Versteil]
uta
auch
dyumnasya
des Glanzes
śavasa
der Kraft
ṛtasya
der Wahrheit
raśmimā
den Zügel
dade
ergreife ich
||
[Versende]
yajño
das Opfer
devānāṃ
der Götter
pratyeti
geht entgegen
sumnamādityāso
der Gunst-o Ādityas
bhavatā
seid
mṛḍayantaḥ
gnädig
|
[Versteil]
ā
her
vo'rvācī
eure-zugewandte
sumatirvavṛtyādaṃhościdyā
Zuneigung möge sich wenden-die selbst aus Bedrängnis