Quellen der Menschheit

Taittirīya-Saṃhitā (Kṛṣṇa-Yajurveda) · Kāṇḍa 2

Prapāṭhaka 5

viśvarūpo vai tvāṣṭraḥ purohito devānāmāsīthsvasrīyo'surāṇāṃ tasya trīṇi śīrṣāṇyāsanthsomapānaṃ surāpānamannādanaṃ sa pratyakṣaṃ devebhyo bhāgamavadatparo'kṣamasurebhyaḥ sarvasmai vai pratyakṣaṃ bhāgaṃ vadanti yasmā eva paro'kṣaṃ vadanti tasya bhāga uditastasmādiṃdro'bibhedīdṛṅvai rāṣṭraṃ vi paryāvartayatīti tasya vajramādāya śīrṣāṇyacchinadyathsomapāna māsīthsa kapiñjalo'bhavadyathsurāpānaṃ sa kalaviṅko yadannādanaṃ sa tittiristasyāñjalinā brahmahatyāmupāgṛhṇāttāṃ saṃvathsaramabibhastaṃ bhūtānyabhyakrośan brahmahanniti sa pṛthivīmupāsīdadasyai brahmahatyāyai tṛtīyaṃ prati gṛhāṇeti sābravīdvaraṃ vṛṇai khātāt parābhaviṣyantī manye tato mā parā bhūvamiti purā te saṃvathsarādapi rohādityabravīt tasmātpurā saṃvathsarāt pṛthivyai khātamapi rohati vārevṛtagg hyasyai tṛtīyaṃ brahmahatyāyai pratyagṛhṇāt tathsvakṛtamiriṇamabhavat tasmādāhitāgniḥ śraddhādevaḥ svakṛta iriṇe nāva syedbrahmahatyāyai hyeṣa varṇaḥ sa vanaspatīnupāsīdadasyai brahmahatyāyai tṛtīyaṃ prati gṛhṇīteti te'bruvanvaraṃ vṛṇāmahai vṛkṇāt parābhaviṣyanto manyāmahe tato mā parā bhūmetyāvraścanādvo bhūyāṃsa uttiṣṭhānityabravīt tasmādāvraścanād vṛkṣāṇāṃ bhūyāṃsa uttiṣṭhanti vārevṛtagg hyeṣāṃ tṛtīyaṃ brahmahatyāyai pratyagṛhṇanthsa niryāso'bhavat tasmānniryāsasya nāśyaṃ brahmahatyāyai hyeṣa varṇo'tho khalu ya eva lohito yo vāvraścanānniryeṣati tasya nāśyaṃ kāmamanyasya sa strīṣaṃsādamupāsīdadasyai brahmahatyāyai tṛtīyaṃ prati gṛhṇīteti tā abruvanvaraṃ vṛṇāmahā ṛtviyātprajāṃ vindāmahai kāmamā vijanitoḥ saṃbhavāmeti tasmādṛtviyāthstriyaḥ prajāṃ vindante kāmamā vijanitoḥ saṃbhavanti vārevṛtagg hyāsāṃ tṛtīyaṃ brahmahatyāyai pratyagṛhṇanthsā malavadvāsā abhavat tasmānmalavadvāsasā na saṃ vadeta na sahāsīta nāsyā annamadyād brahmahatyāyai hyeṣā varṇaṃ pratimucyāste'tho khalvāhurabhyañjanaṃ vāva striyā annamabhyañjanameva na pratigṛhyaṃ kāmamanyaditi yāṃ malavadvāsasaṃ saṃbhavanti yastato jāyate so'bhiśasto yāmaraṇye tasyai steno yāṃ parācīṃ tasyai hrītamukhyapagalbho yā snāti tasyā apsu māruko yābhyaṅkte tasyai duścarmā yā pralikhate tasyai khalatirapamārī yāṅkte tasyai kāṇo yā dato dhāvate tasyai śyāvadan yā nakhāni nikṛntate tasyai kunakhī yā kṛṇatti tasyai klībo yā rajjuṃ sṛjati tasyā udbandhuko yā parṇena pibati tasyā unmāduko yā kharveṇa pibati tasyai kharvastisro rātrīrvrataṃ caredañjalinā vā pibedakharveṇa vā pātreṇa prajāyai gopīthāya yathsomapānaṃ te vṛkṇāttasya nāśyaṃ vadeta māruko yākharveṇa vā trīṇi ca

Viśvarūpa, der Sohn Tvaṣṭṛs, war der Hauspriester (purohita) der Götter, zugleich aber auch der Schwestersohn der Asuras. Er hatte drei Köpfe: einen für den Somatrunk, einen für den Branntweintrunk (surā), einen für den Speisegenuss. Den sichtbaren Anteil sprach er den Göttern zu, den unsichtbaren den Asuras. Jedem spricht man ja gewöhnlich den sichtbaren Anteil zu; wem man aber den unsichtbaren zuspricht, dessen Anteil ist in Wahrheit der größere [?]. Deshalb fürchtete sich Indra: „Wahrhaftig, so wendet er das Königtum von uns ab!“ Er nahm die Vajra-Waffe und schlug ihm die Köpfe ab. Der Somatrunk-Kopf wurde zum Frankolinhuhn (kapiñjala); der Branntweintrunk-Kopf wurde zum Sperling (kalaviṅka); der Speisegenuss-Kopf wurde zum Rebhuhn (tittiri). Mit hohler Hand nahm Indra die Schuld des Brahmanenmordes (brahmahatyā) auf sich; er trug sie ein Jahr lang, und die Wesen schrien ihn an: „Brahmanenmörder!“ Da wandte er sich an die Erde: „Nimm ein Drittel dieser Brahmanenmord-Schuld für mich an!“ Sie sprach: „Ich wähle mir einen Wunsch: Ich denke, ich würde durch das Ausgegrabenwerden zunichtewerden; davor möge ich bewahrt bleiben.“ „Auch binnen eines Jahres soll das Ausgegrabene wieder nachwachsen“, sprach er. Deshalb wächst bei der Erde, noch bevor ein Jahr um ist, eine Grube wieder zu. Ein von Feindschaft [?] umgebenes nahm sie als ihr Drittel der Brahmanenmord-Schuld an; das wurde zum selbstgemachten Salzland (iriṇa, unfruchtbarer Boden). Deshalb soll, wer das Feuer eingerichtet hat, ein an das heilige Wort Glaubender, nicht auf selbstgemachtem Salzland verweilen – denn dieses hat ja die Erscheinungsform des Brahmanenmordes. Er wandte sich an die Bäume: „Nehmt ein Drittel dieser Brahmanenmord-Schuld für mich an!“ Sie sprachen: „Wir wählen uns einen Wunsch: Wir denken, wir würden durch das Gefälltwerden zunichtewerden; davor mögen wir bewahrt bleiben.“ „Vom Gefälltwerden her sollt ihr in größerer Zahl wieder aufstehen“, sprach er. Deshalb sprießen von den gefällten Bäumen mehr neue Triebe auf. Ein von Feindschaft umgebenes nahmen sie als ihr Drittel der Brahmanenmord-Schuld an; das wurde zum Baumharz. Deshalb ist das Harz für die Brahmanenmord-Schuld unrein – denn dieses hat ja die Erscheinungsform des Brahmanenmordes. Ebenso, was rot ist, oder was vom Gefällten herausfließt [?] – dessen Genuss sei nach Belieben eines anderen zu meiden. Er wandte sich an die Versammlung der Frauen: „Nehmt ein Drittel dieser Brahmanenmord-Schuld für mich an!“ Sie sprachen: „Wir wählen uns einen Wunsch: Zur rechten Zeit (des Zyklus) mögen wir Nachkommenschaft erlangen, nach Belieben mögen wir uns mit Männern vor der Geburt vereinigen.“ Deshalb erlangen Frauen zur rechten Zeit Nachkommenschaft und vereinigen sich nach Belieben vor der nächsten Geburt. Ein von Feindschaft umgebenes nahmen sie als ihr Drittel der Brahmanenmord-Schuld an; das wurde zum befleckten Gewand (der Monatsblutung). Deshalb soll man mit einer Frau im befleckten Gewand nicht sprechen, nicht bei ihr sitzen, nicht ihre Speise essen – denn dieses trägt sie ja mit der Erscheinungsform des Brahmanenmordes bekleidet. Und ferner sagt man: Salböl ist ja die Speise der Frau; nur Salböl darf man von ihr annehmen, nichts anderes nach Belieben. Von der, die durch die Menstruation zum befleckten Gewand wird – wer daraus in dieser Zeit geboren wird, der ist geschmäht; wer im Wald geboren wird, dessen Los ist Diebstahl; wer bei Abwendung geboren wird, dessen Los ist Scham, ein vorlautes Gesicht [?]; wer dabei badet, dessen Kind wird zum Wassergeist [māruka, ?]; wer sich salbt, dessen Kind wird zum Hautkranken; wer sich dabei kratzt, dessen Kind wird kahlköpfig, zum Wegwischenden [?]; wer sich (nochmals) salbt, dessen Kind wird einäugig; wer mit den Zähnen läuft oder nagt [?], dessen Kind wird dunkelmündig; wer sich die Nägel schneidet, dessen Kind wird schlechtnägelig; wer webt oder spinnt [?], dessen Kind wird unfruchtbar; wer einen Strick knüpft, dessen Kind wird zum sich selbst Erhängenden; wer aus einem Blatt trinkt, dessen Kind wird wahnsinnig; wer aus einem verkrüppelten Gefäß trinkt, dessen Kind wird verkrüppelt. Drei Nächte soll sie das Gelübde der Enthaltung einhalten; entweder soll sie aus hohler Hand trinken oder aus einem nicht verkrüppelten Gefäß, zum Wohl der Nachkommenschaft, zu ihrer Hut. [Schlussformel unsicher, bezieht den ihr zugefallenen ‚Somatrunk‘-Anteil und das Wort ‚unrein‘ auf ‚Wassergeist‘ und ‚verkrüppeltes Gefäß‘.]

Wort für Wort
viśvarūpo
Viśvarūpa
vai
ja
tvāṣṭraḥ
der Sohn Tvaṣṭṛs
purohito
der Hauspriester
devānām-
der Götter
āsīth-
war (er);
svasrīyo-
der Schwestersohn
'surāṇāṃ
der Asuras
tasya
sein
trīṇi
drei
śīrṣāṇy-
Köpfe;
āsanth-
er hatte;
somapānaṃ
(einen) für den Somatrunk,
surāpānam-
(einen) für den Branntweintrunk,
annādanaṃ
(einen) für den Speisegenuss
sa
er
pratyakṣaṃ
den sichtbaren (Anteil)
devebhyo
den Göttern
bhāgam-
den Anteil
avadat-
sprach er zu;
paro-
den unsichtbaren
'kṣamasurebhyaḥ
den Asuras
sarvasmai
jedem
vai
ja
pratyakṣaṃ
den sichtbaren
bhāgaṃ
Anteil
vadanti
spricht man zu
yasmā
wem aber
eva
eben
paro-
den unsichtbaren
'kṣaṃ
(Anteil)
vadanti
man zuspricht
tasya
dessen
bhāga
Anteil
udita-
ist der größere;
stasmād-
deshalb
iṃdro-
Indra
'bibhed-
fürchtete sich:
īdṛṅvai
'so nämlich
rāṣṭraṃ
das Königtum
vi
ab-
paryāvartayatīti
wendet er so
tasya
ihm
vajram-
die Vajra-Waffe
ādāya
nehmend
śīrṣāṇyacchinadyathsomapāna
die Köpfe schlug er ab; der Somatrunk(-Kopf)
m-
(m)
āsīth-
war;
sa
der
kapiñjalo-
zum Frankolinhuhn
'bhavad-
wurde;
yath-
der
surāpānaṃ
Branntweintrunk(-Kopf war),
sa
der
kalaviṅko
zum Sperling (wurde)
yad-
der
annādanaṃ
Speisegenuss(-Kopf war),
sa
der
tittiris-
wurde zum Rebhuhn;
tasyāñjalinā
mit hohler Hand
brahmahatyām-
die Brahmanenmord-Schuld
upāgṛhṇāt-
nahm er auf sich;
tāṃ
diese
saṃvathsaram-
ein Jahr lang
abibhas-
trug er sie;
taṃ
ihn
bhūtāny-
die Wesen
abhyakrośan
schrien an
brahmahann-
'Brahmanenmörder!'
iti
- so
sa
er
pṛthivīm-
an die Erde
upāsīdad-
wandte er sich;
asyai
dieser
brahmahatyāyai
von der Brahmanenmord-Schuld
tṛtīyaṃ
ein Drittel
prati
an-
gṛhāṇ-
nimm'
eti
- so (sprach er)
sābravīdvaraṃ
sie sprach: 'einen Wunsch
vṛṇai
wähle ich mir
khātāt
durch das Ausgegrabenwerden
parābhaviṣyantī
würde ich zunichtewerden,
manye
ich denke
tato
davor
mā
ich
parā
zunichte
bhūvam-
möge ich (nicht) werden'
iti
- so
purā
vor
te
dir
saṃvathsarād-
einem Jahr
api
auch
rohād-
soll nachwachsen'
ity-
- so
abravīt
sprach er
tasmāt-
deshalb
purā
vor
saṃvathsarāt
einem Jahr
pṛthivyai
bei der Erde
khātam-
das Ausgegrabene
api
auch
rohati
wächst wieder zu
vārevṛtagg
von Feindschaft [?] umgebenes
hy-
denn
asyai
für sie
tṛtīyaṃ
als Drittel
brahmahatyāyai
der Brahmanenmord-Schuld
pratyagṛhṇāt
nahm sie an
tath-
das
svakṛtam-
selbstgemachte
iriṇam-
Salzland
abhavat
wurde
tasmād-
deshalb
āhitāgniḥ
der das Feuer eingerichtet hat
śraddhādevaḥ
der an das heilige Wort Glaubende
svakṛta
auf selbstgemachtem
iriṇe
Salzland
nāv-
nicht
a
(a)
syed-
soll verweilen;
brahmahatyāyai
der Brahmanenmord-Schuld
hy-
denn
eṣa
dieses
varṇaḥ
hat die Erscheinungsform
sa
er
vanaspatīn-
an die Bäume
upāsīdad-
wandte er sich;
asyai
dieser
brahmahatyāyai
von der Brahmanenmord-Schuld
tṛtīyaṃ
ein Drittel
prati
an-
gṛhṇīt-
nehmt an!'
eti
- so (sprach er)
te-
sie
'bruvan-
sprachen:
varaṃ
'einen Wunsch
vṛṇāmahai
wählen wir uns
vṛkṇāt
durch das Gefälltwerden
parābhaviṣyanto
würden wir zunichtewerden,
manyāmahe
wir denken
tato
davor
mā
wir
parā
zunichte
bhūmety-
mögen wir (nicht) werden' -
āvraścanādvo
vom Gefälltwerden her ihr
bhūyāṃsa
in größerer Zahl
uttiṣṭhān-
sollt aufstehen'
ityabravīt
- so sprach er
tasmād-
deshalb
āvraścanād
vom Gefälltwerden her
vṛkṣāṇāṃ
der Bäume
bhūyāṃsa
mehr neue Triebe
uttiṣṭhanti
sprießen auf
vārevṛtagg
von Feindschaft [?] umgebenes
hy-
denn
eṣāṃ
ihr
tṛtīyaṃ
Drittel
brahmahatyāyai
der Brahmanenmord-Schuld
pratyagṛhṇanth-
nahmen sie an;
sa
das
niryāso-
zum Baumharz
'bhavat
wurde
tasmān-
deshalb
niryāsasya
des Harzes
nāśyaṃ
ist unrein
brahmahatyāyai
für die Brahmanenmord-Schuld
hy-
denn
eṣa
dieses
varṇo-
hat die Erscheinungsform;
'tho
und ferner
khalu
wahrlich
ya
was
eva
eben
lohito
rot (ist)
yo
oder was
vāvraścanān-
vom Gefällten her
niryeṣati
herausfließt
tasya
dessen
nāśyaṃ
Genuss sei zu meiden,
kāmam-
nach Belieben
anyasya
eines anderen
sa
er
strīṣaṃsādam-
an die Frauenversammlung
upāsīdad-
wandte er sich;
asyai
dieser
brahmahatyāyai
von der Brahmanenmord-Schuld
tṛtīyaṃ
ein Drittel
prati
an-
gṛhṇīt-
nehmt an!'
eti
- so (sprach er)
tā
sie
abruvan-
sprachen:
varaṃ
'einen Wunsch
vṛṇāmahā
wählen wir uns:
ṛtviyāt-
zur rechten Zeit
prajāṃ
Nachkommenschaft
vindāmahai
mögen wir erlangen,
kāmam-
nach Belieben
ā
(ā)
vijanitoḥ
vor der Geburt
saṃbhavām-
mögen wir uns vereinigen'
eti
- so
tasmād-
deshalb
ṛtviyāth-
zur rechten Zeit
striyaḥ
Frauen
prajāṃ
Nachkommenschaft
vindante
erlangen
kāmam-
nach Belieben
ā
(ā)
vijanitoḥ
vor der Geburt
saṃbhavanti
vereinigen sie sich
vārevṛtagg
von Feindschaft [?] umgebenes
hy-
denn
āsāṃ
ihr
tṛtīyaṃ
Drittel
brahmahatyāyai
der Brahmanenmord-Schuld
pratyagṛhṇanth-
nahmen sie an;
sā
dies
malavadvāsā
zum befleckten Gewand
abhavat
wurde
tasmān-
deshalb
malavadvāsasā
mit einer im befleckten Gewand (Seienden)
na
nicht
saṃ
zusammen
vadeta
soll man sprechen
na
nicht
sahāsīta
soll man sitzen
nāsy-
nicht ihre
ā
(ā)
annam-
Speise
adyād
soll man essen
brahmahatyāyai
für die Brahmanenmord-Schuld
hy-
denn
eṣā
diese
varṇaṃ
die Erscheinungsform
pratimucyāst-
trägt sie bekleidet;
e'tho
und ferner
khalv-
wahrlich
āhur-
sagt man:
abhyañjanaṃ
'Salböl
vāva
eben
striyā
der Frau
annam-
(ist) die Speise;
abhyañjanam-
nur Salböl
eva
eben
na
nichts
pratigṛhyaṃ
darf man annehmen,
kāmam-
nach Belieben
anyad-
anderes'
iti
- so
yāṃ
von der (Frau), die
malavadvāsasaṃ
zum befleckten Gewand
saṃbhavanti
sie wird
yas-
wer
tato
daraus
jāyate
geboren wird
so-
der
'bhiśasto
ist geschmäht
yām-
wer
araṇye
im Wald (geboren wird)
tasyai
dessen (Los ist)
steno
Diebstahl
yāṃ
wer
parācīṃ
bei Abwendung (geboren wird)
tasyai
dessen (Los ist)
hrītamukhy-
Scham,
apagalbho
ein vorlautes Gesicht [?]
yā
wer
snāti
badet
tasyā
dessen (Kind wird)
apsu
im Wasser
māruko
zum Wassergeist [?]
yābhyaṅkte
wer sich salbt
tasyai
dessen (Kind wird)
duścarmā
zum Hautkranken
yā
wer
pralikhate
sich kratzt
tasyai
dessen (Kind wird)
khalatir-
kahlköpfig,
apamārī
zum Wegwischenden [?]
yāṅ-
wer
kte
sich (nochmals) salbt
tasyai
dessen (Kind wird)
kāṇo
einäugig
yā
wer
dato
mit den Zähnen
dhāvate
läuft/nagt [?]
tasyai
dessen (Kind wird)
śyāvadan
dunkelmündig
yā
wer
nakhāni
die Nägel
nikṛntate
schneidet
tasyai
dessen (Kind wird)
kunakhī
schlechtnägelig
yā
wer
kṛṇatti
webt/spinnt [?]
tasyai
dessen (Kind wird)
klībo
unfruchtbar
yā
wer
rajjuṃ
einen Strick
sṛjati
knüpft
tasyā
dessen (Kind wird)
udbandhuko
zum sich selbst Erhängenden
yā
wer
parṇena
aus einem Blatt
pibati
trinkt
tasyā
dessen (Kind wird)
unmāduko
wahnsinnig
yā
wer
kharveṇa
aus einem verkrüppelten (Gefäß)
pibati
trinkt
tasyai
dessen (Kind wird)
kharvas-
verkrüppelt;
tisro
drei
rātrīr-
Nächte
vrataṃ
das Gelübde
cared-
soll sie einhalten;
añjalinā
aus hohler Hand
vā
entweder
pibed-
soll sie trinken;
akharveṇa
aus einem nicht verkrüppelten
vā
oder
pātreṇa
Gefäß
prajāyai
zum Wohl der Nachkommenschaft,
gopīthāya
zu ihrer Hut
yath-
was
somapānaṃ
den Somatrunk(-Anteil betrifft),
te
ihr
vṛkṇāt-
zugefallen ist;
tasya
dessen
nāśyaṃ
Unrein-Sein
vadeta
man beziehe (auf)
māruko
den Wassergeist
yā-
und (das Wort) 'nichtig'
kharveṇa
auf das verkrüppelte (Gefäß)
vā
oder
trīṇi
drei
ca
und (Zählmarke)

tvaṣṭā hataputro vīṃdraṃ somamāharat tasminniṃdra upahavamaicchata taṃ nopāhvayata putraṃ me'vadhīriti sa yajñaveśasaṃ kṛtvā prāsahā somamapibat tasya yadatyaśiṣyata tat tvaṣṭāhavanīyamupa prāvartayath svāheṃdraśatrurvardhasveti yadavartayat tadvṛtrasya vṛtratvaṃ yadabravīth svāheṃdraśatrurvardhasveti tasmādasye ndraḥ śatrurabhavathsa saṃbhavannagnīṣomāvabhi samabhavathsa iṣumātramiṣumātraṃ viṣvaṅṅavardhata sa imā3ṃ llokānavṛṇodyadimā3ṃllokānavṛṇot tad vṛtrasya vṛtratvaṃ tasmādiṃdro'bibhethsa prajāpatimupādhāvacchatrurme'janīti tasmai vajraṃ siktvā prāyacchadetena jahīti tenābhyāyata tāvabrūtāmagnīṣomau mā pra hārāvamantaḥ sva iti mama vai yuva2ṃ stha ityabravīnmāmabhyetamiti tau bhāgadheyamaicchetāṃ tābhyāmetamagnī ṣomīyamekā daśakapālaṃ pūrṇamāse prāyacchat tāvabrūtāmabhi saṃdaṣṭau vai svo na śaknuva aitumiti sa iṃdra ātmanaḥ śītarūrāvajanayat tacchītarūrayorjanma ya evaṃ śītarūrayorjanma veda nainaṃ śītarūrau hatastābhyāmenamabhya nayat tasmājjañjabhyamānādagnīṣomau nirakrāmatāṃ prāṇāpānau vā enaṃ tadajahitāṃ prāṇo vai dakṣo'pānaḥ kratustasmājjañjabhyamāno brūyānmayi dakṣakratū iti prāṇāpānāvevātmandhatte sarvamāyureti sa devatā vṛtrānnirhūya vārtraghnaṃ haviḥ pūrṇamāse niravapadghnanti vā enaṃ pūrṇamāsa āmāvāsyāyāṃ pyāyayanti tasmādvārtraghnī pūrṇamāse'nūcyete vṛdhanvatī amāvāsyāyāṃ tathsagg sthāpya vārtraghnaṃ havirvajramādāya punarabhyāyata te abrūtāṃ dyāvāpṛthivī mā pra hārāvayorvai śrita iti te abrūtāṃ varaṃ vṛṇāvahai nakṣatra vihitāhamasānītyasāvabravīccitra vihitāhamitīyaṃ tasmānnakṣatra vihitāsau citravihite'yaṃ ya evaṃ dyāvāpṛthivyo rvaraṃ vedainaṃ varo gacchati sa ābhyāmeva prasūta iṃdro vṛtramahante devā vṛtraṃ hatvāgnīṣomāvabruvan, havyaṃ no vahatamiti tāvabrūtāmapatejasau vai tyau vṛtre vai tyayosteja iti te'bruvanka idamacchaitīti gaurityabruvangaurvāva sarvasya mitramiti sābravīd varaṃ vṛṇai mayyeva sato'bhayena bhunajādhvā iti tadgaurāharat tasmādgavi sato'bhayena bhuñjata etadvā agnestejo yadghṛtametathsomasya yatpayo ya evamagnīṣomayostejo veda tejasvyeva bhavati brahmavādino vadanti kiṃdevatyaṃ paurṇamāsamiti prājāpatyamiti brūyātteneṃdraṃ jyeṣṭhaṃ putraṃ niravāsāyayaditi tasmājjyeṣṭhaṃ putraṃ dhanena niravasāyayanti asya mā vedā dyāvāpṛthivyorabravīditi tasmāccatvāri ca

Tvaṣṭṛ, dessen Sohn erschlagen war, brachte Indra Soma dar. Bei diesem Opfer wünschte Indra herbeigerufen zu werden; man rief ihn aber nicht herbei, mit den Worten: „Er hat meinen Sohn erschlagen.“ Da machte er sich mit Gewalt zum Opferherrn und trank den Soma gewaltsam. Was davon übrigblieb, ließ Tvaṣṭṛ zum Āhavanīya-Feuer fließen, mit den Worten: „Svāhā! Wachse, du Indra-Feind!“ Dass er es fließen ließ, das ist das Vṛtra-Sein des Vṛtra; und dass er sprach „Svāhā, wachse, du Indra-Feind“, deshalb wurde diesem Wesen Indra zum Feind. Es entstand daraus etwas, das sich zu Agni und Soma zugleich formte; es wuchs, Pfeilschussweite um Pfeilschussweite, nach allen Seiten. Es umschloss diese Welten; und dass es diese Welten umschloss, das ist das Vṛtra-Sein des Vṛtra. Deshalb fürchtete sich Indra. Er wandte sich an Prajāpati: „Ein Feind ist mir entstanden.“ Diesem goss er die Vajra-Waffe und übergab sie ihm mit den Worten: „Erschlage ihn damit!“ Mit dieser näherte er sich Vṛtra. Da sprachen die beiden, Agni und Soma: „Schlage uns nicht, denn wir sind ja mit darin enthalten.“ „Ihr beide gehört mir doch!“, sprach er, „kommt zu mir herüber!“ Die beiden begehrten einen Anteil. Diesen beiden übergab er für sie die Agni-Soma-Gabe, einen Reiskuchen auf elf Scherben, beim Vollmondsopfer. Die beiden sprachen: „Zusammengekrampft [?] können wir beide nicht allein gehen.“ Da erzeugte Indra für sich selbst die beiden Śītarū [Beiname zweier Wesen, Bedeutung unsicher] [?]. Dies ist die Entstehung der beiden Śītarū; wer so die Entstehung der beiden Śītarū kennt, den erschlagen die beiden Śītarū nicht. Mit diesen beiden führte er ihn heran. Deshalb traten, als er (Vṛtra) sich zusammenkrümmte, Agni und Soma aus ihm heraus – Einatem und Ausatem waren es nämlich, die ihn dabei verließen; Einatem ist ja Geschick (dakṣa), Ausatem ist Tatkraft (kratu). Deshalb soll, wer sich zusammenkrümmt, sprechen: „In mir seien Geschick und Tatkraft!“ – eben dadurch legt er sich Einatem und Ausatem in sich selbst und spricht: „Das ganze Leben sei mein!“ Nachdem er diese Gottheiten von Vṛtra weggerufen hatte, brachte er die Vṛtra-tötende Opfergabe beim Vollmondsopfer dar – man tötet ihn ja beim Voll- und beim Neumond; deshalb werden beim Vollmond die beiden Vṛtra-tötenden Sprüche rezitiert, beim Neumond die beiden Wachstum-bringenden. Nachdem er dies zusammen dargebracht hatte – die Vṛtra-tötende Opfergabe –, nahm er die Vajra-Waffe und näherte sich abermals. Da sprachen die beiden, Himmel und Erde: „Schlage uns nicht, wir sind ja mit darin enthalten.“ Sie sprachen: „Wir wollen uns einen Wunsch wählen: Ich, der Himmel, will mit den Sternbildern ausgestattet sein“; sie, die Erde, sprach: „Ich will mit Buntheit ausgestattet sein.“ Deshalb ist jener Himmel mit Sternbildern ausgestattet, diese Erde mit Buntheit ausgestattet. Wer so den Wunsch von Himmel und Erde kennt, dem wird jener Wunsch auch zuteil – er ist ja von diesen beiden mit hervorgebracht. Indra erschlug den Vṛtra. Nachdem die Götter den Vṛtra erschlagen hatten, sprachen sie zu Agni und Soma: „Bringt uns die Opfergabe herbei!“ Die beiden sprachen: „Ohne Glanz sind wir zwei, denn im Vṛtra ist unser Glanz.“ Sie sprachen: „Wer geht dahin?“ „Die Kuh“, sprachen sie. Die Kuh ist ja aller Freundin. Sie sprach: „Ich wähle mir einen Wunsch: Möget ihr euch an dem, was in mir ist, ohne Gefahr laben.“ Da holte die Kuh es (den Glanz) herbei. Deshalb labt man sich ohne Gefahr an dem, was in der Kuh ist. Dies ist ja Agnis Glanz, nämlich das Ghee; dies ist Somas Glanz, nämlich die Milch. Wer so den Glanz von Agni und Soma kennt, wird selbst glanzvoll. Die Kenner der heiligen Formel sagen: „Welcher Gottheit gehört das Vollmondsopfer?“ Man soll sagen: „Dem Prajāpati“ – denn damit ließ man Indra, den ältesten Sohn, aus dem Erbe aussondern. Deshalb sondert man den ältesten Sohn mit einem Anteil an Vermögen ab. [Schlussformel unsicher: „Mich sollen Himmel und Erde kennen“ – so sprach er.]

Wort für Wort
tvaṣṭā
Tvaṣṭṛ
hataputro
dessen Sohn erschlagen war
vīṃdraṃ
dem Indra
somam-
Soma
āharat
brachte dar
tasminn-
bei diesem
iṃdra
Indra
upahavam-
herbeigerufen zu werden
aicchata
wünschte
taṃ
ihn
no-
nicht
pāhvayata
rief man herbei
putraṃ
den Sohn
me-
'meinen
'vadhīr-
hat er erschlagen'
iti
- so
sa
er
yajñaveśasaṃ
zum Opferherrn (mit Gewalt)
kṛtvā
nachdem gemacht
prāsahā
mit Gewalt
somam-
den Soma
apibat
trank er
tasya
davon
yad-
was
atyaśiṣyata
übrigblieb
tat
das
tvaṣṭā-
Tvaṣṭṛ
havanīyam-
zum Āhavanīya-Feuer
upa
hin
prāvartayath
ließ fließen:
svāh-
'Svāhā!
eṃdraśatrur-
Indra-Feind,
vardhasv-
wachse!'
eti
- so
yad-
dass
avartayat
er fließen ließ
tad-
das (ist)
vṛtrasya
des Vṛtra
vṛtratvaṃ
das Vṛtra-Sein
yad-
dass
abravīth
er sprach:
svāh-
'Svāhā!
eṃdraśatrur-
Indra-Feind,
vardhasv-
wachse!'
eti
- so
tasmād-
deshalb
asye
diesem (Wesen)
ndraḥ
Indra (wurde)
śatrur-
zum Feind
abhavath-
wurde;
sa
es
saṃbhavann-
entstand, sich formend
agnīṣomāv-
zu Agni und Soma
abhi
hin
samabhavath-
wurde;
sa
es
iṣumātram-
Pfeilschussweite
iṣumātraṃ
um Pfeilschussweite
viṣvaṅṅ-
nach allen Seiten
avardhata
wuchs es
sa
es
imā3ṃ
diese
llokān-
Welten
avṛṇod-
umschloss;
yad-
dass
imā3ṃllokān-
diese Welten
avṛṇot
umschloss,
tad
das (ist)
vṛtrasya
des Vṛtra
vṛtratvaṃ
das Vṛtra-Sein
tasmād-
deshalb
iṃdro-
Indra
'bibheth-
fürchtete sich;
sa
er
prajāpatim-
an Prajāpati
upādhāvac-
wandte er sich:
chatrur-
'ein Feind
me-
mir
'janīti
ist entstanden' - so
tasmai
diesem
vajraṃ
die Vajra-Waffe
siktvā
nachdem gegossen
prāyacchad-
übergab er ihm;
etena
mit dieser
jahī-
'erschlage (ihn)!'
ti
- so
ten-
damit
ābhyāyata
näherte er sich
tāv-
die beiden
abrūtām-
sprachen:
agnīṣomau
'Agni und Soma,
mā
nicht (uns)
pra
-
hārāv-
schlage!
amantaḥ
wir sind (darin) enthalten
sva
selbst
iti
- so
mama
mir
vai
ja
yuva2ṃ
ihr beide
stha
seid
ity-
- so sprach er:
abravīn-
'zu mir
māmabhy-
herüber
etam-
kommt!'
iti
- so
tau
die beiden
bhāgadheyam-
einen Anteil
aicchetāṃ
begehrten sie
tābhyām-
diesen beiden
etam-
diese
agnī
Agni-
ṣomīyam-
Soma-Gabe,
ekā
auf elf
daśakapālaṃ
Scherben,
pūrṇamāse
beim Vollmondsopfer
prāyacchat
übergab er
tāv-
die beiden
abrūtām-
sprachen:
abhi
zusammen-
saṃdaṣṭau
zusammengekrampft [?]
vai
ja
svo
selbst
na
nicht
śaknuva
können wir
aitum-
gehen'
iti
- so
sa
er
iṃdra
Indra
ātmanaḥ
für sich selbst
śītarūrāv-
die beiden Śītarū
ajanayat
erzeugte
tac-
das (ist)
chītarūrayor-
der beiden Śītarū
janma
Entstehung
ya
wer
evaṃ
so
śītarūrayor-
der beiden Śītarū
janma
Entstehung
veda
kennt
nainaṃ
nicht ihn
śītarūrau
die beiden Śītarū
hatas-
erschlagen;
tābhyām-
mit diesen beiden
enam-
ihn
abhya
heran-
nayat
führte er
tasmāj-
deshalb
jañjabhyamānād-
als er sich zusammenkrümmte,
agnīṣomau
Agni und Soma
nirakrāmatāṃ
traten heraus
prāṇāpānau
Einatem und Ausatem
vā
ja
enaṃ
ihn
tad-
dabei
ajahitāṃ
verließen sie
prāṇo
der Einatem (ist)
vai
ja
dakṣo-
Geschick;
'pānaḥ
der Ausatem (ist)
kratus-
Tatkraft;
tasmāj-
deshalb
jañjabhyamāno
wer sich zusammenkrümmt,
brūyān-
soll sprechen:
mayi
'in mir
dakṣakratū
(seien) Geschick und Tatkraft'
iti
- so
prāṇāpānāv-
Einatem und Ausatem
evātman-
eben in sich selbst
dhatte
legt er
sarvam-
'das ganze
āyur-
Leben
eti
sei (mein)' - so
sa
er
devatā
die Gottheiten
vṛtrān-
von Vṛtra
nirhūya
weggerufen habend
vārtraghnaṃ
die Vṛtra-tötende
haviḥ
Opfergabe
pūrṇamāse
beim Vollmondsopfer
niravapad-
brachte er dar;
ghnanti
man tötet (ihn)
vā
ja
enaṃ
ihn
pūrṇamāsa
beim Vollmond
āmāvāsyāyāṃ
und (bis) beim Neumond
pyāyayanti
lässt man wachsen
tasmād-
deshalb
vārtraghnī
die beiden Vṛtra-tötenden (Sprüche)
pūrṇamāse-
beim Vollmond
'nūcyete
werden rezitiert;
vṛdhanvatī
die beiden Wachstum-bringenden
amāvāsyāyāṃ
beim Neumond
tath-
das
sagg
zusammen
sthāpya
nachdem dargebracht
vārtraghnaṃ
die Vṛtra-tötende
havir-
Opfergabe;
vajram-
die Vajra
ādāya
nehmend
punar-
abermals
abhyāyata
näherte er sich
te
sie
abrūtāṃ
sprachen
dyāvāpṛthivī
Himmel und Erde
mā
nicht (uns)
pra
-
hārāv-
schlage!
ayorvai
unser ja
śrita
(ist) enthalten
iti
- so
te
sie
abrūtāṃ
sprachen
varaṃ
einen Wunsch
vṛṇāvahai
wollen wir uns wählen:
nakṣatra
mit Sternbildern
vihitāham-
'ausgestattet ich
asānīty-
möge ich sein' - so;
asāv-
sie
abravīc-
sprach:
citra
'mit Buntheit
vihitāham-
ausgestattet ich
itīyaṃ
möge ich sein' - so; diese
tasmān-
deshalb
nakṣatra
mit Sternbildern
vihitās-
ausgestattet (ist)
au
jener
citravihit-
mit Buntheit ausgestattet
e'yaṃ
(ist) diese
ya
wer
evaṃ
so
dyāvāpṛthivyo
von Himmel und Erde
rvaraṃ
den Wunsch
ved-
kennt,
ainaṃ
dem
varo
Wunsch
gacchati
zuteil wird
sa
er
ābhyām-
von diesen beiden
eva
eben
prasūta
hervorgebracht
iṃdro
Indra
vṛtram-
den Vṛtra
ahante
erschlug er; die
devā
Götter
vṛtraṃ
den Vṛtra
hatvā-
nachdem erschlagen,
gnīṣomāv-
zu Agni und Soma
abruvan,
sprachen sie:
havyaṃ
die Opfergabe
no
uns
vahatam-
bringt herbei!'
iti
- so
tāv-
die beiden
abrūtām-
sprachen:
apatejasau
'ohne Glanz sind wir zwei;
vai
ja
tyau
jene (beiden)
vṛtre
in Vṛtra (ist)
vai
ja
tyayos-
ihr beider
teja
Glanz'
iti
- so
te-
sie
'bruvan-
sprachen:
ka
'wer
idamacchaitīti
dahin geht?' so
gaur-
'die Kuh'
ityabruvan-
- so sprachen sie;
gaur-
die Kuh
vāva
eben
sarvasya
aller
mitram-
(ist) Freundin' -
iti
so
sā-
sie
bravīd
sprach:
varaṃ
'einen Wunsch
vṛṇai
wähle ich mir:
mayy-
an dem, was in mir
eva
eben
sato-
seiend,
'bhayena
ohne Gefahr
bhunajādhvā
möget ihr euch laben'
iti
- so
tad-
das
gaur-
die Kuh
āharat
holte herbei
tasmād-
deshalb
gavi
an der Kuh
sato-
seiend,
'bhayena
ohne Gefahr
bhuñjata
labt man sich
etad-
dies (ist)
vā
ja
agnes-
Agnis
tejo
Glanz,
yad-
nämlich
ghṛtam-
das Ghee;
etath-
dies (ist)
somasya
Somas
yat-
nämlich
payo
die Milch
ya
wer
evam-
so
agnīṣomayos-
von Agni und Soma
tejo
den Glanz
veda
kennt
tejasvy-
glanzvoll
eva
eben
bhavati
wird (selbst)
brahmavādino
die Kenner der heiligen Formel
vadanti
sagen
kiṃ-
welcher
devatyaṃ
Gottheit gehört
paurṇamāsam-
das Vollmondsopfer?' -
iti
so
prājāpatyam-
'dem Prajāpati' -
iti
so
brūyātt-
soll man sagen; damit
eneṃdraṃ
Indra,
jyeṣṭhaṃ
den ältesten
putraṃ
Sohn
niravāsāyayad-
ließ man aussondern
iti
- so
tasmāj-
deshalb
jyeṣṭhaṃ
den ältesten
putraṃ
Sohn
dhanena
mit einem Anteil an Vermögen
niravasāyayanti
sondert man ab
asya
mich
mā
mögen
vedā
kennen
dyāvāpṛthivyor-
Himmel und Erde' -
abravīd-
so sprach er;
iti
- so
tasmāc-
(Zählmarke:)
catvāri
vier
ca
und

iṃdraṃ vṛtraṃ jaghnivāṃsaṃ mṛdho'bhi prāvepanta sa etaṃ vaimṛdhaṃ pūrṇamāse'nu nirvāpyamapaśyat taṃ niravapat tena vai sa mṛdho'pāhata yadvaimṛdhaḥ pūrṇamāse'nu nirvāpyo bhavati mṛdha eva tena yajamāno'pa hata iṃdro vṛtraṃ hatvā devatābhiśceṃdriyeṇa ca vyārdhyata sa etamāgneyamaṣṭā kapālamamāvāsyāyāmapaśyadaiṃdraṃ dadhi taṃ niravapattena vai sa devatāśceṃdriyaṃ cāvārundha yadāgneyo'ṣṭākapālo'māvāsyāyāṃ bhavatyaiṃdraṃ dadhi devatāścaiva teneṃdriyaṃ ca yajamāno'va rundha iṃdrasya vṛtraṃ jaghnuṣa iṃdriyaṃ vīryaṃ pṛthivīmanu vyārcchattadoṣadhayo vīrudho'bhavanthsa prajāpatimupādhāvadvṛtraṃ me jaghnuṣa iṃdriyaṃ vīryaṃ pṛthivīmanu vyārattadoṣadhayo vīrudho'bhūvanniti sa prajāpatiḥ paśūnabravīdetadasmai saṃ nayateti tatpaśava oṣadhībhyo'dhyātmanthsamanayan tatpratyaduhan, yathsamanayan tathsāṃnāyyasya sāṃnāyyatvaṃ yatpratyaduhan tatpratidhuṣaḥ pratidhuktvaṃ samanaiṣuḥ pratyadhukṣanna tu mayi śrayata ityabravīdetadasmai śṛtaṃ kurutetyabravīttadasmai śṛtamakurvanniṃdriyaṃ vāvāsminvīryaṃ tadaśrayantacchṛtasya śṛtatvaṃ samanaiṣuḥ pratyadhukṣañchṛtamakranna tu mā dhinotītyabravīdetadasmai dadhi kurutetyabravīttadasmai dadhyakurvantadenamadhinottaddadhno dadhitvaṃ brahmavādino vadanti dadhnaḥ pūrvasyāvadeyaṃ dadhi hi pūrvaṃ kriyata ityanādṛtya tacchṛtasyaiva pūrvasyāvadyediṃdriyamevāsmin vīryaṃ śritvā dadhnopariṣṭāddhinoti yathāpūrvamupaiti yatpūtīkairvā parṇavalkairvātañcyāthsaumyaṃ tadyatkvalai rākṣasaṃ tadyattaṇḍulairvaiśvadevaṃ tadyadātañcanena mānuṣaṃ tadyaddadhnā tathseṃdraṃ dadhnātanakti seṃdratvāyāgnihotroccheṣaṇamabhyātanakti yajñasya saṃtatyā iṃdro vṛtraṃ hatvā parāṃ parāvatamagacchadapārādhamiti manyamānastaṃ devatāḥ praiṣamaicchanthso'bravītprajāpatiryaḥ prathamo'nu vindati tasya prathamaṃ bhāgadheyamiti taṃ pitaro'nvavindantasmātpitṛbhyaḥ pūrvedyuḥ kriyate so'māvāsyāṃ pratyāgacchattaṃ devā abhi samagacchantāmā vai no'dya vasu vasatītīṃdro hi devānāṃ vasu tadamāvāsyāyā amāvāsyatvaṃ brahmavādino vadanti kiṃdevatyaṃ sāṃnāyyamiti vaiśvadevamiti brūyādviśve hi taddevā bhāgadheyamabhi samagacchantetyatho khalvaiṃdramityeva brūyādiṃdraṃ vāva te tadbhiṣajyanto'bhi samagacchanteti dadhi me jaghnuṣa iṃdriyaṃ vīryamityabravīdetadasmā avadeyaṃ tanakti no dvicatvāriṃśacca

Über Indra, der Vṛtra erschlagen hatte, gerieten die Feinde (mṛdh) in Aufregung [?]. Da erblickte er dieses Opfer für Vaimṛdha, das beim Vollmondsopfer nachträglich darzubringen ist; er brachte es dar, und eben dadurch wurden jene Feinde abgewehrt. Dass für Vaimṛdha beim Vollmondsopfer eine Nachopferung dargebracht wird, dadurch eben werden die Feinde des Opferherrn abgewehrt. Indra, nachdem er Vṛtra erschlagen hatte, war um die Gottheiten und um die Sinneskraft gebracht worden. Da erblickte er dieses Āgneya-Opfer auf acht Scherben beim Neumond, und den Aindra-Rahm (dadhi); er brachte es dar, und eben dadurch eignete er sich die Gottheiten und die Sinneskraft wieder an. Dass beim Neumond das Āgneya-Opfer auf acht Scherben zusammen mit dem Aindra-Rahm dargebracht wird, dadurch eignet sich der Opferherr eben die Gottheiten und die Sinneskraft an. Des Indra, der Vṛtra erschlagen hatte, Sinneskraft und Manneskraft breiteten sich über die Erde aus; daraus wurden die Kräuter und Pflanzen. Er wandte sich an Prajāpati: „Meine Sinneskraft und Manneskraft, die ich, nachdem ich Vṛtra erschlagen hatte, verlor, haben sich über die Erde ausgebreitet; daraus sind die Kräuter und Pflanzen geworden.“ Da sprach Prajāpati zum Vieh: „Führt ihm dies wieder zusammen!“ Da führten die Tiere es von den Pflanzen her an sich, indem sie sie fraßen, und man molk es wieder aus ihnen heraus. Dass sie es zusammenführten, das ist der Ursprung der Bezeichnung „Sāṃnāyya“; dass sie es herausmolken, das ist der Ursprung von „Pratidhuk“ (dem Zurückgemolkenen). Sie führten es zusammen, sie molken es heraus, aber er sprach: „Es nistet sich aber noch nicht in mir ein.“ Er sprach: „Macht es ihm gekocht!“ Sie kochten es ihm; die Sinneskraft und die Manneskraft nisteten sich eben darin ein. Dies ist der Ursprung des Gekocht-Seins. Sie führten es zusammen, sie molken es heraus, sie kochten es, aber er sprach: „Es stärkt mich aber noch nicht.“ Er sprach: „Macht mir daraus Dickmilch!“ Sie machten ihm daraus Dickmilch; das stärkte ihn. Dies ist der Ursprung des Dickmilch-Seins. Die Kenner der heiligen Formel sagen: „Der erste Anteil gehört der Dickmilch, denn die Dickmilch wird zuerst bereitet“ – ohne dies recht zu bedenken; in Wirklichkeit nimmt man den ersten Anteil vielmehr vom bloß Gekochten, denn nachdem sich Sinneskraft und Manneskraft darin eingenistet haben, stärkt es erst obenauf durch die Dickmilch; so gelangt man zur ursprünglichen Reihenfolge zurück. Was mit Pūtīka-Gras oder mit Palmblatt-Rinde [?] bereitet wird, das ist somisch; was mit Kvala [?, unsichere Zutat] bereitet wird, das ist dämonisch; was mit Reiskörnern bereitet wird, das ist allgöttlich; was durch bloßes Ausbreiten [?] bereitet wird, das ist menschlich; was mit Dickmilch bereitet wird, das ist indrisch. Mit Dickmilch stärkt er das Opfer zur Indra-haftigkeit; er stärkt damit den Rest der Agnihotra-Opferung, zur Fortsetzung des Opfers. Nachdem Indra Vṛtra erschlagen hatte, zog er in die ferne Ferne, in der Meinung, er habe keinen rechten Erfolg gehabt [?]. Da wünschten die Götter, ihn zurückzuentsenden. Er (Prajāpati) sprach: „Wer ihn zuerst findet, dessen sei der erste Anteil.“ Da fanden ihn die Väter (Pitaras). Deshalb wird ihnen am Vortag des Neumonds geopfert. Er kehrte am Neumond zurück; ihm näherten sich die Götter mit den Worten: „Heute sei uns Gut zuteil!“ Indra ist ja das Gut der Götter. Dies ist der Ursprung des Neumond-Seins. Die Kenner der heiligen Formel sagen: „Welcher Gottheit gehört das Sāṃnāyya-Opfer?“ Man soll sagen: „Den Allgöttern“ – denn alle Götter kamen ja damals zu ihrem Anteil zusammen; und ferner soll man geradezu sagen: „Dem Indra“ – denn eben dem Indra näherten sie sich damals heilend. „Die Dickmilch stärkt meine, des Vṛtra-Erschlagers, Sinneskraft und Manneskraft“ – so sprach er; dies ist ihm der rechte erste Anteil, „sie stärkt uns.“

Wort für Wort
iṃdraṃ
Indra
vṛtraṃ
Vṛtra
jaghnivāṃsaṃ
der erschlagen hatte
mṛdho-
die Feinde
'bhi
gegen (ihn)
prāvepanta
gerieten in Aufregung [?]
sa
er
etaṃ
dieses
vaimṛdhaṃ
Vaimṛdha-Opfer
pūrṇamāse-
beim Vollmondsopfer
'nu
nachträglich
nirvāpyam-
darzubringende
apaśyat
erblickte er
taṃ
es
niravapat
brachte er dar
tena
damit
vai
ja
sa
jene
mṛdho-
Feinde
'pāhata
wurden abgewehrt
yad-
dass
vaimṛdhaḥ
das Vaimṛdha-Opfer
pūrṇamāse-
beim Vollmondsopfer
'nu
nachträglich
nirvāpyo
darzubringen
bhavati
ist
mṛdha
die Feinde
eva
eben
tena
dadurch
yajamāno-
des Opferherrn
'pa
ab-
hata
werden abgewehrt
iṃdro
Indra
vṛtraṃ
Vṛtra
hatvā
nachdem erschlagen
devatābhiś-
um die Gottheiten
ceṃdriyeṇa
und um die Sinneskraft
ca
und
vyārdhyata
war gebracht worden
sa
er
etam-
dieses
āgneyam-
Āgneya-Opfer
aṣṭā
auf acht
kapālam-
Scherben
amāvāsyāyām-
beim Neumond;
apaśyad-
erblickte er
aiṃdraṃ
den Aindra-
dadhi
Rahm
taṃ
es
niravapatt-
brachte er dar;
ena
damit
vai
ja
sa
er
devatāś-
die Gottheiten
ceṃdriyaṃ
und die Sinneskraft
cā-
und
vārundha
eignete er sich an
yad-
dass
āgneyo-
das Āgneya-Opfer
'ṣṭākapālo-
auf acht Scherben
'māvāsyāyāṃ
beim Neumond
bhavaty-
wird;
aiṃdraṃ
(mit dem) Aindra-
dadhi
Rahm
devatāś-
die Gottheiten
caiva
und eben
ten-
damit
eṃdriyaṃ
die Sinneskraft
ca
und
yajamāno-
der Opferherr
'va
an-
rundha
eignet sich an
iṃdrasya
des Indra
vṛtraṃ
Vṛtra
jaghnuṣa
der erschlagen hatte
iṃdriyaṃ
Sinneskraft
vīryaṃ
(und) Manneskraft
pṛthivīm-
über die Erde
anu
hin
vyārcchat-
breiteten sich aus;
tad-
daraus
oṣadhayo
die Kräuter
vīrudho-
und Pflanzen
'bhavanth-
wurden (daraus); er
sa
er
prajāpatim-
an Prajāpati
upādhāvad-
wandte sich:
vṛtraṃ
'Vṛtra
me
meine
jaghnuṣa
nachdem erschlagen
iṃdriyaṃ
Sinneskraft
vīryaṃ
und Manneskraft
pṛthivīm-
über die Erde
anu
hin
vyārat-
breiteten sich aus;
tad-
daraus
oṣadhayo
die Kräuter
vīrudho-
und Pflanzen
'bhūvann-
sind geworden'
iti
- so
sa
da
prajāpatiḥ
Prajāpati
paśūn-
zum Vieh
abravīd-
sprach er:
etad-
'dies
asmai
ihm
saṃ
zusammen
nayat-
führt (wieder)!'
eti
- so
tat-
das
paśava
die Tiere
oṣadhībhyo-
von den Pflanzen her
'dhyātmanth-
an sich selbst
samanayan
führten sie zusammen
tat-
das
pratyaduhan,
molken sie wieder heraus,
yath-
dass
samanayan
sie zusammenführten
tath-
das (ist)
sāṃnāyyasya
des 'Sāṃnāyya'
sāṃnāyyatvaṃ
Ursprung
yat-
dass
pratyaduhan
sie herausmolken
tat-
das (ist)
pratidhuṣaḥ
des 'Pratidhuk'
pratidhuktvaṃ
Ursprung
samanaiṣuḥ
sie führten zusammen
pratyadhukṣan-
sie molken heraus,
na
aber
tu
aber
mayi
in mir
śrayata
nistet sich (noch nicht) ein
ity-
- so sprach er.
abravīd-
(Er sprach:)
etad-
'macht dies
asmai
ihm
śṛtaṃ
gekocht
kurut-
macht!'
etyabravītt-
- so sprach er; das
adasmai
ihm
śṛtam-
gekocht
akurvann-
machten sie es;
iṃdriyaṃ
die Sinneskraft
vāv-
und
āsminvīryaṃ
(und) Manneskraft nisteten sich darin ein
tad-
eben; darin
aśrayanta-
nisteten sich ein;
cchṛtasya
des Gekocht-Seins
śṛtatvaṃ
Ursprung
samanaiṣuḥ
sie führten zusammen
pratyadhukṣañ-
sie molken heraus,
chṛtam-
kochten es,
akranna
aber (sprach er:)
tu
aber
mā
mich
dhinotīty-
stärkt es (noch) nicht' - so
abravīd-
sprach er:
etad-
'macht daraus
asmai
ihm
dadhi
Dickmilch
kurut-
macht!'
etyabravītt-
- so sprach er; das
adasmai
ihm
dadhy-
zu Dickmilch
akurvan-
machten sie;
tad-
das
enam-
ihn
adhinot-
stärkte;
tad-
das (ist)
dadhno
der Dickmilch
dadhitvaṃ
Ursprung
brahmavādino
die Kenner der heiligen Formel
vadanti
sagen
dadhnaḥ
der Dickmilch
pūrvasy-
der erste Anteil
āvadeyaṃ
gehört
dadhi
die Dickmilch
hi
denn
pūrvaṃ
zuerst
kriyata
wird bereitet
ity-
- so
anādṛtya
ohne recht zu bedenken
tac-
in Wirklichkeit vom
chṛtasyaiva
bloß Gekochten eben
pūrvasy-
(nimmt man) den ersten (Anteil);
āvadyed-
denn es nistet sich ein;
iṃdriyam-
die Sinneskraft
evāsmin
eben darin
vīryaṃ
und Manneskraft
śritvā
nachdem eingenistet
dadhno-
durch die Dickmilch
pariṣṭād-
obenauf
dhinoti
stärkt es
yathāpūrvam-
zur ursprünglichen Reihenfolge
upaiti
gelangt man zurück
yat-
was
pūtīkair-
mit Pūtīka-Gras
vā
oder
parṇavalkair-
mit Palmblatt-Rinde [?]
vātañcyāth-
bereitet wird,
saumyaṃ
das ist somisch;
tad-
das (ist);
yat-
was
kvalai
mit Kvala [?]
rākṣasaṃ
dämonisch (ist)
tad-
das (ist);
yat-
was
taṇḍulair-
mit Reiskörnern
vaiśvadevaṃ
bereitet wird, allgöttlich
tad-
das (ist);
yad-
was
ātañcanena
durch bloßes Ausbreiten [?]
mānuṣaṃ
menschlich (ist)
tad-
das (ist);
yad-
was
dadhnā
mit Dickmilch
tath-
bereitet wird,
seṃdraṃ
indrisch (ist)
dadhnā-
mit Dickmilch
tanakti
stärkt er
seṃdratvāy-
zur Indra-haftigkeit;
āgnihotroccheṣaṇam-
den Rest der Agnihotra-Opferung
abhyātanakti
stärkt er damit
yajñasya
des Opfers
saṃtatyā
zur Fortsetzung
iṃdro
Indra
vṛtraṃ
Vṛtra
hatvā
nachdem erschlagen
parāṃ
in die ferne
parāvatam-
Ferne
agacchad-
zog er;
apārādham-
'keinen rechten Erfolg (habend)' [?]
iti
- so
manyamānas-
in der Meinung;
taṃ
ihn
devatāḥ
die Götter
praiṣam-
zurückzuentsenden
aicchanth-
wünschten sie;
so-
er
'bravīt-
sprach:
prajāpatir-
Prajāpati:
yaḥ
'wer
prathamo-
zuerst
'nu
-
vindati
findet
tasya
dessen
prathamaṃ
der erste
bhāgadheyam-
Anteil sei'
iti
- so
taṃ
ihn
pitaro-
die Väter
'nvavindan-
fanden ihn;
tasmāt-
deshalb
pitṛbhyaḥ
den Vätern
pūrvedyuḥ
am Vortag
kriyate
wird geopfert
so-
er
'māvāsyāṃ
am Neumond
pratyāgacchat-
kehrte zurück;
taṃ
ihm
devā
die Götter
abhi
zu-
samagacchant-
näherten sich (mit den Worten):
āmā
- 'heute
vai
ja
no'dya
uns heute
vasu
Gut
vasatītīṃdro
sei zuteil' - so; Indra
hi
denn
devānāṃ
der Götter
vasu
das Gut (ist)
tad-
das (ist)
amāvāsyāyā
des Neumondes
amāvāsyatvaṃ
Ursprung
brahmavādino
die Kenner der heiligen Formel
vadanti
sagen
kiṃdevatyaṃ
welcher Gottheit (gehört)
sāṃnāyyam-
das Sāṃnāyya-Opfer?' -
iti
so
vaiśvadevam-
'den Allgöttern' -
iti
so
brūyād-
soll man sagen;
viśve
alle
hi
denn
tad-
damals
devā
die Götter
bhāgadheyam-
zu ihrem Anteil
abhi
hin
samagacchant-
kamen sie zusammen' - so;
etyatho
und ferner
khalv-
wahrlich
aiṃdram-
'dem Indra' -
ityeva
eben so
brūyād-
soll man sagen;
iṃdraṃ
dem Indra
vāva
eben
te
sie
tad-
damals
bhiṣajyanto-
heilend
'bhi
hin-
samagacchant-
näherten sich' -
eti
so
dadhi
die Dickmilch
me
meine
jaghnuṣa
des Vṛtra-Erschlagers
iṃdriyaṃ
Sinneskraft
vīryam-
und Manneskraft'
ity-
- so
abravīd-
sprach er;
etad-
dies
asmā
(ist) ihm
avadeyaṃ
der rechte Anteil
tanakti
stärkt (uns)
no
uns
dvicatvāriṃśac-
zweiundvierzig
ca
und (Zählmarke)

brahmavādino vadanti sa tvai darśapūrṇamāsau yajeta ya enau seṃdrau yajeteti vaimṛdhaḥ pūrṇamāse'nu nirvāpyo bhavati tena pūrṇamāsaḥ seṃdra aiṃdraṃ dadhyamāvāsyāyāṃ tenāmāvāsyā seṃdrā ya evaṃ vidvāndarśapūrṇamāsau yajate seṃdrāvevainau yajate śvaḥśvo'smā ījānāya vasīyo bhavati devā vai yadyajñe'kurvata tadasurā akurvata te devā etā miṣṭimapaśyannāgnāvaiṣṇavamekādaśakapālaṃ sarasvatyai caruṃ sarasvate caruṃ tāṃ paurṇamāsaṃ saggsthāpyānu niravapantato devā abhavan parāsurā yo bhrātṛvyavānthsyāthsa paurṇamāsaṃ saggsthāpyaitāmiṣṭimanu nirvapet paurṇamāsenaiva vajraṃ bhrātṛvyāya prahṛtyāgnāvaiṣṇavena devatāśca yajñaṃ ca bhrātṛvyasya vṛṅkte mithunān paśūnthsārasvatābhyāṃ yāvadevāsyāsti tath sarvaṃ vṛṅkte paurṇamāsīmeva yajeta bhrātṛvyavānnāmāvāsyāṃ hatvā bhrātṛvyaṃ nāpyāyayati sākaṃ prasthāyīyena yajeta paśukāmo yasmai vā alpenāharanti nātmanā tṛpyati nānyasmai dadāti yasmai mahatā tṛpyatyātmanā dadātyanyasmai mahatā pūrṇaṃ hotavyaṃ tṛpta evainamiṃdraḥ prajayā paśubhistarpayati dārupātreṇa juhoti na hi mṛnmayamāhutimānaśa auduṃbaraṃ bhavatyūrgvā uduṃbara ūrkpaśava ūrjaivāsmā ūrjaṃ paśūnava rundhe nāgataśrīrmaheṃdraṃ yajeta trayo vai gataśriyaḥ śuśruvāngrāmaṇī rājanyasteṣāṃ maheṃdro devatā yo vai svāṃ devatāmatiyajate pra svāyai devatāyai cyavate na parāṃ prāpnoti pāpīyānbhavati saṃvathsaramiṃdraṃ yajeta saṃvathsaraṃ hi vrataṃ nāti svai vainaṃ devatejyamānā bhūtyā indhe vasīyānbhavati saṃvathsarasya parastādagnaye vratapataye puroḍāśamaṣṭākapālaṃ nirvapethsaṃvathsaramevainaṃ vṛtraṃ jaghnivāṃ samagnirvratapatirvratamā laṃbhayati tato'dhi kāmaṃ yajeta etāṃ tadauduṃbaragg svā triṃśacca

Die Kenner der heiligen Formel sagen: „Man soll das Neu- und Vollmondsopfer so opfern, dass man diese beiden als von Indra begleitet (seṃdra) opfert.“ Das Vaimṛdha-Opfer wird beim Vollmond nachträglich dargebracht – dadurch ist der Vollmond von Indra begleitet; und der Aindra-Rahm wird beim Neumond dargebracht – dadurch ist der Neumond von Indra begleitet. Wer so wissend das Neu- und Vollmondsopfer opfert, opfert beide eben als von Indra begleitet; Tag für Tag wird es für ihn dann noch besser. Was die Götter beim Opfer taten, das taten nachahmend auch die Asuras. Da erschauten die Götter dieses Opfer: das Āgnāvaiṣṇava-Opfer auf elf Scherben, einen Brei für Sarasvatī und einen Brei für Sarasvant; diese brachten sie, nachdem sie das Vollmondsopfer zunächst beendet hatten, nachträglich dar. Daraufhin kamen die Götter empor, die Asuras kamen zu Fall. Wer einen Rivalen hat, soll, nachdem er das Vollmondsopfer beendet hat, dieses Opfer nachträglich darbringen: mit dem Vollmondopfer allein schleudert er die Vajra-Waffe auf den Rivalen; mit dem Āgnāvaiṣṇava-Opfer entzieht er dem Rivalen die Gottheiten und das Opfer; mit den beiden Sārasvata-Opfern entzieht er ihm das Vieh-Paar – so viel er hat, das alles entzieht er ihm. Nur das Vollmondsopfer soll opfern, wer einen Rivalen hat – denn opferte er das Neumondsopfer, würde er den Rivalen zwar schlagen, ihn aber nicht wieder gedeihen lassen. Zusammen mit dem Prasthāyīya-Opfer soll opfern, wer Vieh begehrt: Wem man wenig zuträgt, der wird selbst nicht satt und gibt auch keinem anderen etwas; wem man viel zuträgt, der wird selbst satt und gibt auch einem anderen etwas Großes – deshalb soll man reichlich opfern; gesättigt sättigt Indra ihn dann mit Nachkommenschaft und Vieh. Mit einem hölzernen Gefäß opfere er – denn nie hat er (Indra) eine irdene Opfergabe angenommen. Es sei ein Feigenholz-Gefäß: Kraft ist ja der Udumbara-(Feigen)baum, Kraft ist das Vieh; eben mit Kraft eignet er sich die Kraft des Viehs an. Nicht, wer noch ohne Glanz ist, soll dem Mahendra opfern: Drei sind es, die noch ohne Glanz sind – ein Brahmanenschüler, der die Lehre nur gehört hat, ein Dorfvorsteher, ein Adliger; deren Gottheit ist Mahendra. Wer über seine eigene, ihm gemäße Gottheit hinaus opfert, weicht von seiner eigenen Gottheit ab, erlangt nicht die andere und wird nur schlechter. Ein Jahr lang soll man dem Indra opfern – ein Jahr lang nämlich dauert das entsprechende Gelübde; nicht über das vorgeschriebene Maß hinausgehend entzündet ihn diese Gottheit, wenn man ihm opfert, zu immer mehr Gedeihen; er wird dabei immer besser. Nach Ablauf des Jahres soll man für Agni Vratapati („Herr des Gelübdes“) einen Reiskuchen auf acht Scherben darbringen: eben dadurch, dass er ein Jahr lang dem Vṛtra-Erschlager geopfert hat, lässt ihn Agni, der Herr des Gelübdes, das Gelübde erreichen (zu Ende bringen). Danach mag er nach Belieben weiter opfern. [Schlussformel: Dies ist das Feigenholz-Gefäß, das eigene.]

Wort für Wort
brahmavādino
die Kenner der heiligen Formel
vadanti
sagen
sa
man
tvai
doch
darśapūrṇamāsau
das Neu- und Vollmondsopfer
yajeta
soll opfern
ya
dass
enau
diese beiden
s-
als
eṃdrau
von Indra begleitet
yajet-
man opfert'
eti
- so
vaimṛdhaḥ
das Vaimṛdha-Opfer
pūrṇamāse'nu
beim Vollmond nachträglich
nirvāpyo
darzubringen
bhavati
ist
tena
dadurch
pūrṇamāsaḥ
der Vollmond (ist)
s-
von
eṃdra
Indra begleitet
aiṃdraṃ
der Aindra-
dadhy-
Rahm
amāvāsyāyāṃ
beim Neumond (dargebracht)
ten-
dadurch
āmāvāsyā
ist der Neumond
s-
von
eṃdrā
Indra begleitet
ya
wer
evaṃ
so
vidvān-
wissend
darśapūrṇamāsau
das Neu- und Vollmondsopfer
yajate
opfert
seṃdrāv-
als von Indra begleitet
evainau
eben diese beiden
yajate
opfert er
śvaḥśvo-
Tag für Tag
'smā
ihm
ījānāya
dem so Opfernden
vasīyo
besser
bhavati
wird es
devā
die Götter
vai
ja
yad-
was
yajñe-
beim Opfer
'kurvata
taten,
tad-
das
asurā
die Asuras
akurvata
taten (nachahmend)
te
da
devā
die Götter
etā
dieses
miṣṭim-
Opfer
apaśyann-
erschauten sie:
āgnāvaiṣṇavam-
das Āgnāvaiṣṇava-Opfer
ekādaśakapālaṃ
auf elf Scherben,
sarasvatyai
für Sarasvatī
caruṃ
einen Brei
sarasvate
für Sarasvant
caruṃ
einen Brei
tāṃ
diese
paurṇamāsaṃ
das Vollmondsopfer
saggsthāpy-
nachdem beendet,
ānu
nachträglich
niravapan-
brachten sie dar;
tato
daraufhin
devā
die Götter
abhavan
kamen empor
parāsurā
die Asuras (kamen) zu Fall
yo
wer
bhrātṛvyavānthsyāthsa
einen Rivalen hat, der
paurṇamāsaṃ
das Vollmondsopfer
saggsthāpy-
nachdem beendet,
aitāmiṣṭim-
dieses Opfer
anu
nachträglich
nirvapet
soll darbringen
paurṇamāsen-
mit dem Vollmondsopfer
aiva
eben allein
vajraṃ
die Vajra-Waffe
bhrātṛvyāya
auf den Rivalen
prahṛty-
schleudert er;
āgnāvaiṣṇavena
mit dem Āgnāvaiṣṇava-Opfer
devatāś-
die Gottheiten
ca
und
yajñaṃ
das Opfer
ca
und
bhrātṛvyasya
des Rivalen
vṛṅkte
entzieht er
mithunān
das Vieh-Paar
paśūnth-
(entzieht er ihm);
sārasvatābhyāṃ
mit den beiden Sārasvata-Opfern
yāvad-
so viel
evāsyāsti
er eben hat,
tath
das
sarvaṃ
alles
vṛṅkte
entzieht er
paurṇamāsīm-
nur das Vollmondsopfer
eva
eben
yajeta
soll opfern
bhrātṛvyavān-
wer einen Rivalen hat;
nāmāvāsyāṃ
nicht das Neumondsopfer
hatvā
nachdem geschlagen (den Rivalen)
bhrātṛvyaṃ
den Rivalen
nā-
nicht
pyāyayati
lässt er gedeihen
sākaṃ
zusammen
prasthāyīyena
mit dem Prasthāyīya-Opfer
yajeta
soll opfern
paśukāmo
Vieh begehrend
yasmai
wem
vā
auch
alpen-
wenig
āharanti
man zuträgt,
nā-
nicht
tmanā
selbst
tṛpyati
wird satt
nān-
nicht
yasmai
einem anderen
dadāti
gibt er
yasmai
wem
mahatā
viel
tṛpyaty-
wird satt;
ātmanā
selbst
dadāty-
gibt er;
anyasmai
einem anderen
mahatā
etwas Großes
pūrṇaṃ
reichlich
hotavyaṃ
soll geopfert werden
tṛpta
gesättigt
ev-
eben
ainam-
ihn
iṃdraḥ
Indra
prajayā
mit Nachkommenschaft
paśubhis-
und Vieh
tarpayati
sättigt
dārupātreṇa
mit einem hölzernen Gefäß
juhoti
opfere er
na
nie
hi
denn
mṛnmayam-
eine irdene
āhutim-
Opfergabe
ānaśa
hat er angenommen
auduṃbaraṃ
ein Feigenholz(-Gefäß sei)
bhavaty-
sei es;
ūrgvā
Kraft ist ja
uduṃbara
der Udumbara-Baum
ūrk-
Kraft
paśava
(ist) das Vieh
ūrjaiv-
eben mit Kraft
āsmā
für sich
ūrjaṃ
die Kraft
paśūn-
des Viehs
ava
-
rundhe
eignet er sich an
nāgataśrīr-
nicht wer ohne Glanz ist;
maheṃdraṃ
dem Mahendra
yajeta
soll opfern
trayo
drei
vai
ja
gataśriyaḥ
sind (noch) ohne Glanz
śuśruvān-
ein (die Lehre nur) gehört habender Schüler,
grāmaṇī
ein Dorfvorsteher,
rājanyas-
ein Adliger;
teṣāṃ
deren
maheṃdro
Mahendra (ist)
devatā
Gottheit
yo
wer
vai
ja
svāṃ
seine eigene
devatām-
Gottheit
atiyajate
opfert über hinaus,
pra
ab-
svāyai
von seiner eigenen
devatāyai
Gottheit
cyavate
weicht er
na
nicht
parāṃ
die andere
prāpnoti
erlangt er
pāpīyān-
schlechter
bhavati
wird er
saṃvathsaram-
ein Jahr lang
iṃdraṃ
dem Indra
yajeta
soll opfern
saṃvathsaraṃ
ein Jahr lang
hi
denn
vrataṃ
das Gelübde
nā-
nicht
ti
über (hinaus)
svai
sein eigenes (Maß)
vainaṃ
ihn
devate-
die Gottheit
jyamānā
während geopfert wird,
bhūtyā
zum Gedeihen
indhe
entzündet
vasīyān-
besser
bhavati
wird er
saṃvathsarasya
des Jahres
parastād-
nach Ablauf;
agnaye
für Agni
vratapataye
Vratapati
puroḍāśam-
(einen) Reiskuchen
aṣṭākapālaṃ
auf acht Scherben
nirvapeth-
soll er darbringen;
saṃvathsaram-
ein Jahr lang
evainaṃ
eben ihn
vṛtraṃ
Vṛtra
jaghnivāṃ
der erschlagen hat
sam-
-
agnir-
Agni
vratapatir-
der Herr des Gelübdes,
vratamā
das Gelübde
laṃbhayati
lässt erreichen
tato-
danach
'dhi
weiter
kāmaṃ
nach Belieben
yajeta
mag er opfern
etāṃ
dies (ist)
tad-
das
auduṃbaragg
Feigenholz-Gefäß
svā
das eigene
triṃśac-
dreißig
ca
und (Zählmarke)

nāsomayājī saṃ nayedanāgataṃ vā etasya payo yo'somayājī yadasomayājī saṃ nayetparimoṣa eva so'nṛtaṃ karotyatho paraiva sicyate somayājyeva saṃ nayetpayo vai somaḥ payaḥ sāṃnāyyaṃ payasaiva paya ātmandhatte vi vā etaṃ prajayā paśubhirardhayati vardhayatyasya bhrātṛvyaṃ yasya havirniruptaṃ purastāccaṃdramā abhyudeti tredhātaṇḍulānvi bhajedye madhyamāḥ syustānagnaye dātre puroḍāśamaṣṭākapālaṃ kuryādye sthaviṣṭhāstāniṃdrāya pradātre dadha2ṃścaruṃ ye'ṇiṣṭhāstān, viṣṇave śipiviṣṭāya śṛte carumagnirevāsmai prajāṃ prajanayati vṛddhāmiṃdraḥ pra yacchati yajño vai viṣṇuḥ paśavaḥ śipiryajña eva paśuṣu pratitiṣṭhati na dve yajeta yatpūrvayā saṃprati yajetottarayā chaṃbaṭkuryādyaduttarayā saṃprati yajeta pūrvayā chaṃbaṭkuryānneṣṭirbhavati na yajñastadanu hrīta mukhyapagalbho jāyata ekāmeva yajeta pragalbho'sya jāyate'nādṛtya taddve eva yajeta yajñamukhameva pūrvayālabhate yajata uttarayā devatā eva pūrvayāvarundha iṃdriyamuttarayā devalokameva pūrvayābhijayati manuṣyalokamuttarayā bhūyaso yajñakratūnupaityeṣā vai sumanā nāmeṣṭiryamadyejānaṃ paścāccaṃdramā abhyudetyasminnevāsmai loke'rdhukaṃ bhavati dākṣāyaṇayajñena suvargakāmo yajeta pūrṇamāse saṃ nayen maitrā varuṇyāmikṣayāmāvāsyāyāṃ yajeta pūrṇamāse vai devānāṃ sutasteṣāmetamardhamāsaṃ prasutasteṣāṃ maitrāvaruṇī vaśāmāvāsyāyāmanūbandhyā yat pūrvedyuryajate vedimeva tatkaroti yadvathsānapā karoti sadohavirdhāne eva saṃ minoti yadyajate devaireva sutyāṃ saṃpādayati sa etamardhamāsaṃ sadhamādaṃ devaiḥ somaṃ pibati yanmaitrā varuṇyāmikṣayāmā vāsyāyāṃ yajate yaivāsau devānāṃ vaśānūbandhyā so evaiṣaitasya sākṣādvā eṣa devānabhyārohati ya eṣāṃ yajña mabhyārohati yathā khalu vai śreyānabhyārūḍhaḥ kāmayate tathā karoti yadyavavidhyati pāpīyānbhavati yadi nāvavidhyati sadṛṅvyāvṛtkāma etena yajñena yajeta kṣurapavirhyeṣa yajñastājak puṇyo vā bhavati pra vā mīyate tasyaitadvrataṃ nānṛtaṃ vadenna māṃsamaśnīyānna striyamupeyānnāsya palpūlanena vāsaḥ palpūlayeyuretaddhi devāḥ sarvaṃ na kurvanti caṃdramā dve devalokameva yadyajñaṃ palpūlayeyuṣṣaṭca

Wer kein Soma-Opferer ist, soll das Sāṃnāyya nicht bereiten – nicht rechtmäßig erlangt ist ja dessen Milch-Anteil, wenn er kein Soma-Opferer ist. Wenn ein Nicht-Soma-Opferer es dennoch bereitet, begeht er reinen Diebstahl und handelt unwahr; und obendrein wird er dabei betrogen. Nur ein Soma-Opferer soll es bereiten – Milch ist ja Soma, Milch ist das Sāṃnāyya; eben mit Milch legt er sich Milch in sich selbst. Wessen Opfergabe dargebracht ist, während der Mond schon vor der rechten Zeit aufgeht, den zerteilt das Opfer mit Nachkommenschaft und Vieh, und es mehrt stattdessen seinen Rivalen. Man soll die Reiskörner in drei Teile teilen: welche mittelgroß sind, daraus soll man für Agni Dātṛ („den Geber“) einen Reiskuchen auf acht Scherben machen; welche am größten sind, daraus für Indra Pradātṛ („den Vor-Geber“) einen Dickmilch-Brei; welche am kleinsten sind, daraus für Viṣṇu Śipiviṣṭa einen gekochten Brei. Agni eben lässt ihm dadurch Nachkommenschaft entstehen, Indra gewährt sie ihm herangewachsen; das Opfer ist ja Viṣṇu, das Vieh ist Śipi [?, Beiname unsicher], und eben das Opfer verankert die Nachkommenschaft im Vieh. Man soll nicht zwei Darśapūrṇamāsa-Opfer an einem Tag opfern: Wenn man mit dem früheren zur rechten Zeit opfert, mit dem späteren aber den Vaṣaṭ-Ruf verzögert, oder wenn man mit dem späteren zur rechten Zeit opfert, mit dem früheren aber den Vaṣaṭ-Ruf verzögert, so wird daraus kein rechtes Opfer, kein gültiges Opfer; danach wird der Opferer beschämt, es entsteht ihm Schande [?]. Nur ein einziges der beiden soll man opfern – dann wird er im rechten Sinne kühn, wenn er das andere unbeachtet lässt; oder man soll beide opfern: Mit dem früheren erlangt er eben den Anfang des Opfers, mit dem späteren opfert er den Rest; mit dem früheren eignet er sich eben die Gottheiten an, mit dem späteren die Sinneskraft; mit dem früheren besiegt er eben die Götterwelt, mit dem späteren die Menschenwelt; er gelangt dadurch zu immer mehr Opferhandlungen. Dies ist das Opfer namens „Sumanā“ („die Wohlgesinnte“), bei dem der Mond nach Beginn der Opferung untergeht [?]: eben in dieser Menschenwelt wird ihm dann sein Anteil nur halb zuteil. Mit dem Dākṣāyaṇa-Opfer soll opfern, wer die Himmelswelt begehrt: Beim Vollmondsopfer soll er die Milch zusammenbereiten, beim Neumond soll er mit der Maitrāvaruṇī-Amikṣā [einer Milchspeise für Mitra-Varuṇa] opfern. Beim Vollmond nämlich findet der Soma-Ausguss der Götter statt; für sie ist dies der halbe Monat des Ausgusses; für sie folgt dann beim Neumond die Maitrāvaruṇī-Vaśā-Kuh als Nachopferung. Dass er am Vortag opfert, macht er damit eben den Altarplatz zurecht; dass er die Kälber von den Kühen trennt, richtet er damit eben die Opferplätze und die Soma-Wagen her. Wenn er dann opfert, vollzieht er eben dabei den Soma-Ausguss zusammen mit den Göttern; er trinkt dann diesen halben Monat hindurch, zusammen mit den Göttern beim gemeinsamen Trankfest, Soma – nämlich wenn er am Neumond mit der Maitrāvaruṇī-Amikṣā opfert; denn eben diese ist jene Nachopferungs-Vaśā der Götter, dieselbe Kuh ist es. Unmittelbar nämlich besteigt (erreicht) er die Götter, wer deren Opfer besteigt; denn wie jemand, der zu einem Besseren hinaufgestiegen ist, sich etwas wünscht, so verfährt er auch hier. Wenn er dabei danebenschießt, wird er schlechter; wenn er nicht danebenschießt, bleibt er gleich – abgewendet vom bloßen Verlangen soll er mit diesem Opfer opfern; denn dieses Opfer ist wie ein Rasiermesser: es macht entweder heilig-verdienstvoll, oder es verletzt. Dies ist das Gelübde dabei: Er soll nicht Unwahres sprechen, kein Fleisch essen, sich keiner Frau nähern; man soll ihm sein Gewand nicht flicken oder waschen [?] – denn dies alles tun die Götter nicht; der Mond bringt die beiden Götterwelten [?] – wenn sie das Opfer flicken oder waschen würden [?].

Wort für Wort
nā-
nicht
somayājī
(wer) Soma-Opferer (ist)
saṃ
zusammen
nayed-
soll bereiten;
anāgataṃ
nicht rechtmäßig erlangt
vā
ja
etasya
ist dessen
payo
Milch-Anteil
yo-
wer
'somayājī
kein Soma-Opferer (ist)
yad-
wenn
asomayājī
ein Nicht-Soma-Opferer
saṃ
zusammen
nayet-
es bereitet;
parimoṣa
reinen Diebstahl
eva
eben
so-
er
'nṛtaṃ
Unwahres
karoty-
begeht er; und
atho
obendrein
paraiva
wird er betrogen
sicyate
dabei
somayājy-
nur ein Soma-Opferer
eva
eben
saṃ
zusammen
nayet-
soll bereiten; Milch
payo
(ist ja Soma)
vai
ja
somaḥ
Soma (ist)
payaḥ
Milch
sāṃnāyyaṃ
(ist) das Sāṃnāyya
payas-
mit Milch
aiva
eben
paya
Milch
ātman-
in sich selbst
dhatte
legt er
vi
ver-
vā
ja
etaṃ
diesen
prajayā
mit Nachkommenschaft
paśubhir-
und Vieh
ardhayati
zerteilt es
vardhayaty-
mehrt (stattdessen);
asya
seinen
bhrātṛvyaṃ
Rivalen
yasya
wessen
havir-
Opfergabe
niruptaṃ
dargebracht ist,
purastāc-
noch bevor
caṃdramā
der Mond
abhyudeti
aufgeht
tredhā-
in drei Teile
taṇḍulān-
die Reiskörner
vi
ver-
bhajed-
soll man teilen;
ye
welche
madhyamāḥ
mittelgroß
syus-
sind,
tān-
daraus
agnaye
für Agni
dātre
Dātṛ
puroḍāśam-
(einen) Reiskuchen
aṣṭākapālaṃ
auf acht Scherben
kuryād-
soll man machen;
ye
welche
sthaviṣṭhās-
am größten sind,
tān-
daraus
iṃdrāya
für Indra
pradātre
Pradātṛ
dadha2ṃś-
einen Dickmilch-
caruṃ
Brei
ye-
welche
'ṇiṣṭhās-
am kleinsten sind,
tān,
daraus
viṣṇave
für Viṣṇu
śipiviṣṭāya
Śipiviṣṭa
śṛte
einen gekochten (Brei)
carum-
(einen Brei);
agnir-
Agni
evāsmai
eben ihm
prajāṃ
Nachkommenschaft
prajanayati
lässt entstehen
vṛddhām-
herangewachsen;
iṃdraḥ
Indra
pra
-
yacchati
gewährt sie
yajño
das Opfer (ist)
vai
ja
viṣṇuḥ
Viṣṇu
paśavaḥ
das Vieh (ist)
śipir-
Śipi [?];
yajña
eben das Opfer
eva
eben
paśuṣu
im Vieh
pratitiṣṭhati
verankert (die Nachkommenschaft)
na
nicht
dve
zwei
yajeta
soll man opfern
yat-
wenn
pūrvayā
mit dem früheren
saṃprati
zur rechten Zeit
yajet-
opfert,
ottarayā
mit dem späteren
chaṃbaṭkuryād-
aber den Vaṣaṭ-Ruf verzögert;
yad-
oder wenn
uttarayā
mit dem späteren
saṃprati
zur rechten Zeit
yajeta
opfert
pūrvayā
mit dem früheren
chaṃbaṭkuryānn-
den Vaṣaṭ-Ruf verzögert;
eṣṭir-
kein (rechtes) Opfer
bhavati
wird daraus
na
nicht (auch)
yajñas-
(kein gültiges) Opfer;
tadanu
danach
hrīta
beschämt
mukhy-
(entsteht) Schande [?],
apagalbho
ein vorlautes Gesicht [?]
jāyata
entsteht
ekām-
nur ein einziges
eva
eben
yajeta
soll man opfern
pragalbho-
kühn wird;
'sya
dessen
jāyat-
wird er, nachdem unbeachtet gelassen
e'nādṛtya
(das andere)
tad-
oder
dve
beide
eva
eben
yajeta
soll man opfern
yajñamukham-
den Anfang des Opfers
eva
eben
pūrvay-
mit dem früheren
ālabhate
erlangt er;
yajata
opfert er
uttarayā
mit dem späteren
devatā
die Gottheiten
eva
eben
pūrvayā-
mit dem früheren
varundha
eignet er sich an;
iṃdriyam-
die Sinneskraft
uttarayā
mit dem späteren
devalokam-
die Götterwelt
eva
eben
pūrvayā-
mit dem früheren
bhijayati
besiegt er;
manuṣyalokam-
die Menschenwelt
uttarayā
mit dem späteren
bhūyaso
zu immer mehr
yajñakratūn-
Opferhandlungen
upaity-
gelangt er; dies (ist)
eṣā
dieses
vai
ja
sumanā
'Sumanā'
nāmeṣṭir-
(das) Opfer namens;
yamadyejānaṃ
bei dem, wenn geopfert wird,
paścāc-
danach
caṃdramā
der Mond
abhyudety-
untergeht [?];
asminn-
in dieser
evāsmai
eben ihm
loke-
Menschenwelt
'rdhukaṃ
nur halb
bhavati
wird zuteil
dākṣāyaṇayajñena
mit dem Dākṣāyaṇa-Opfer
suvargakāmo
die Himmelswelt begehrend
yajeta
soll opfern
pūrṇamāse
beim Vollmondsopfer
saṃ
zusammen
nayen
soll er bereiten
maitrā
Maitrāvaruṇī-
varuṇyāmikṣayām-
Amikṣā
āvāsyāyāṃ
beim Neumond
yajeta
soll er opfern
pūrṇamāse
beim Vollmond
vai
ja
devānāṃ
der Götter
sutas-
(findet) der Ausguss (statt);
teṣām-
für sie
etam-
dies (ist)
ardhamāsaṃ
der halbe Monat
prasutas-
des Ausgusses;
teṣāṃ
für sie
maitrāvaruṇī
die Maitrāvaruṇī-
vaśām-
Vaśā-Kuh
āvāsyāyām-
beim Neumond
anūbandhyā
als Nachopferung (folgt)
yat
dass
pūrvedyur-
am Vortag
yajate
er opfert,
vedim-
den Altarplatz
eva
eben
tat-
damit
karoti
macht er zurecht
yad-
dass
vathsān-
die Kälber
apā
weg (trennt)
karoti
macht er
sadoh-
die Opferplätze
avirdhāne
und Soma-Wagen
eva
eben
saṃ
zurecht
minoti
richtet er her
yad-
wenn
yajate
er dann opfert,
devair-
mit den Göttern
eva
eben
sutyāṃ
den Soma-Ausguss
saṃpādayati
vollzieht er
sa
er
etam-
diesen
ardhamāsaṃ
halben Monat (hindurch)
sadhamādaṃ
beim gemeinsamen Trankfest
devaiḥ
mit den Göttern
somaṃ
Soma
pibati
trinkt er
yan-
nämlich wenn
maitrā
(mit der) Maitrāvaruṇī-
varuṇyāmikṣayām-
Amikṣā
ā
-
vāsyāyāṃ
beim Neumond
yajate
er opfert
ya-
die
ivāsau
eben; jene
devānāṃ
der Götter
vaśān-
Vaśā-Kuh
ūbandhyā
Nachopferung
so
die
ev-
eben
aiṣ-
ist diese
aitasya
dieselbe
sākṣād-
unmittelbar
vā
ja
eṣa
er
devān-
die Götter
abhyārohati
besteigt
ya
wer
eṣāṃ
deren
yajña
Opfer
mabhyārohati
besteigt
yathā
wie
khalu
wahrlich
vai
ja
śreyān-
zu einem Besseren
abhyārūḍhaḥ
hinaufgestiegen,
kāmayate
sich etwas wünscht
tathā
so
karoti
verfährt er
yad-
wenn
yavavidhyati
er danebenschießt,
pāpīyān-
schlechter
bhavati
wird er
yadi
wenn
nāv-
nicht
avidhyati
er danebenschießt
sadṛṅ-
gleich (bleibt er);
vyāvṛtkāma
abgewendet vom bloßen Verlangen
etena
mit diesem
yajñena
Opfer
yajeta
soll er opfern
kṣurapavir-
ein Rasiermesser;
hyeṣa
denn dieses (ist)
yajñas-
das Opfer,
tājak
(macht)
puṇyo
heilig-verdienstvoll
vā
oder
bhavati
wird
pra
-
vā
oder
mīyate
es verletzt
tasyaitad-
dies ist dabei
vrataṃ
das Gelübde:
nān-
nicht
ṛtaṃ
Unwahres
vaden-
soll er sprechen;
na
nicht
māṃsam-
Fleisch
aśnīyān-
soll er essen;
na
nicht
striyam-
einer Frau
upeyānn-
soll er sich nähern;
āsya
sein
palpūlanena
durch Flicken/Waschen [?]
vāsaḥ
Gewand
palpūlayeyur-
man soll flicken/waschen [?];
etaddhi
denn dies
devāḥ
die Götter
sarvaṃ
alles
na
nicht
kurvanti
tun
caṃdramā
der Mond
dve
die beiden
devalokam-
Götterwelten [?]
eva
eben
yad-
wenn
yajñaṃ
das Opfer
palpūlayeyuṣ-
flicken/waschen [?] würden
ṣaṭ-
sechs
ca
und (Zählmarke)

eṣa vai devaratho yaddarśapūrṇamāsau yo darśapūrṇamāsāviṣṭvā somena yajate rathaspaṣṭa evāvasāne vare devānāmava syatyetāni vā aṅgāparūṃṣi saṃvathsarasya yaddarśapūrṇamāsau ya evaṃ vidvāndarśapūrṇamāsau yajate'ṅgāparūgṣyeva saṃvathsarasya prati dadhātyete vai saṃvathsarasya cakṣuṣī yaddarśapūrṇamāsau ya evaṃ vidvāndarśapūrṇamāsau yajate tābhyāmeva suvargaṃ lokamanu paśya tyeṣā vai devānāṃ vikrāntiryaddarśapūrṇamāsau ya evaṃ vidvān darśapūrṇamāsau yajate devānāmeva vikrāntimanu vi kramata eṣa vai devayānaḥ panthā yaddarśapūrṇamāsau ya evaṃ vidvān darśapūrṇamāsau yajate ya eva devayānaḥ panthāstaṃ samārohatyetau vai devānāṃ harī yaddarśapūrṇamāsau ya evaṃ vidvān darśapūrṇamāsau yajate yāveva devānāṃ harī tābhyā mevaibhyo havyaṃ vahatyetadvai devānāmāsyaṃ yaddarśapūrṇamāsau ya evaṃ vidvān darśapūrṇamāsau yajate sākṣādeva devānāmāsye juhotyeṣa vai havirdhānī yo darśapūrṇamāsa yājī sāyaṃ prātaragnihotraṃ juhoti yajate darśapūrṇa māsāvaharahar havirdhānināṃ suto ya evaṃ vidvān darśapūrṇamāsau yajate havirdhānyasmīti sarvamevāsya barhiṣyaṃ dattaṃbhavati devā vā aha ryajñiyaṃ nāvindante darśapūrṇamāsāvapunantau vā etau pūtau medhyau yaddarśapūrṇamāsau ya evaṃ vidvān darśapūrṇamāsau yajate pūtāvevainau medhyau yajate nāmāvāsyāyāṃ ca paurṇamāsyāṃ ca striyamupeyādyadupeyānniriṃdriyaḥ syāthsomasya vai rājño'rdhamāsasya rātrayaḥ patnaya āsantāsāmamāvāsyāṃ ca paurṇamāsīṃ ca nopait te enamabhi samanahyetāṃ taṃ yakṣma ārcchadrājānaṃ yakṣma āraditi tadrājayakṣmasya janma yatpāpīyānabhavat tatpāpayakṣmasya yajjāyābhyāmavindat tajjāyenyasya ya evameteṣāṃ yakṣmāṇāṃ janma veda nainamete yakṣmā vindanti sa ete eva namasyannupādhāvatte abrūtāṃ varaṃ vṛṇāvahā āvaṃ devānāṃ bhāgadhe asāvāvadadhi devā ijyāntā iti tasmāth sadṛśīnāṃ rātrīṇāmamāvāsyāyāṃ ca paurṇamāsyāṃ ca devā ijyanta ete hi devānāṃ bhāgadhe bhāgadhā asmai manuṣyā bhavanti ya evaṃ veda bhūtāni kṣudhamaghnanthsadyo manuṣyā ardhamāse devā māsi pitaraḥ saṃvathsare vanaspatayastasmādaharaharmanuṣyā aśanamicchante'rdhamāse devā ijyante māsi pitṛbhyaḥ kriyate saṃvathsare vanaspatayaḥ phalaṃ gṛhṇanti ya evaṃ veda hanti kṣudhaṃ bhrātṛvyam paśyati tābhyāmaharaidasāva phalaṃ sapta ca

Dies eben ist der Götterwagen: das Neu- und Vollmondopfer. Wer nach dem Neu- und Vollmondopfer mit Soma opfert, dessen Wagen berührt am Ende eben den Höhepunkt [?] der Götter. Diese – das Neu- und Vollmondopfer – sind ja die Glieder und Gelenke des Jahres. Wer in diesem Wissen das Neu- und Vollmondopfer darbringt, der fügt sich damit die Glieder und Gelenke des Jahres zusammen. Diese sind auch die beiden Augen des Jahres: das Neu- und Vollmondopfer. Wer in diesem Wissen opfert, erblickt mit ihnen die Himmelswelt. Dies ist der Schritt der Götter: das Neu- und Vollmondopfer. Wer in diesem Wissen opfert, schreitet dem Schritt der Götter nach. Dies ist der Weg, den die Götter ziehen: das Neu- und Vollmondopfer. Wer in diesem Wissen opfert, besteigt eben diesen Weg der Götter. Dies sind die beiden Falben der Götter: das Neu- und Vollmondopfer. Wer in diesem Wissen opfert, fährt ihnen mit diesen beiden die Opfergabe zu. Dies ist der Mund der Götter: das Neu- und Vollmondopfer. Wer in diesem Wissen opfert, opfert unmittelbar in den Mund der Götter. Dies ist die Havirdhānī, der Soma-Wagenplatz: Wer als Neu- und Vollmondopferer abends und morgens das Agnihotra und dazu das Neu- und Vollmondopfer opfert, für den ist Tag für Tag der Ausguss der Havirdhānīs bereitet. Wer in diesem Wissen opfert, im Gedanken „ich bin die Havirdhānī“, dem wird alles gegeben, was auf der Opferstreu liegt. Die Götter finden sonst nichts an sich, das opferwürdig wäre; rein und makellos sind ja die beiden, das Neu- und Vollmondopfer. Wer in diesem Wissen opfert, opfert eben diese beiden als rein und makellos. Man soll sich am Neumond und am Vollmond keiner Frau nähern; würde man es doch tun, würde man sinneskraftlos. Die Nächte des halben Monats waren einst die Gattinnen des Königs Soma; jene, die ihn am Neumond und am Vollmond nicht zur rechten Zeit besuchten, wurden von ihm gefesselt [?] – die Auszehrungskrankheit (yakṣma) ergriff sie: „Den König hat die Krankheit ergriffen“, so heißt es – das ist der Ursprung der königlichen Auszehrung (Rājayakṣma), dass sie schlimmer wurde. Was er bei den Gattinnen fand, das ist die weibliche Auszehrung. Wer so den Ursprung dieser Krankheiten kennt, den suchen sie nicht heim. Da wandten sich die beiden Nächte demütig an ihn und sprachen: „Wir wählen uns einen Wunsch: dass wir unseren Anteil an den Göttern haben; an diesem und jenem Tag sollen die Götter verehrt werden.“ Deshalb werden an den gleichartigen Nächten – am Neumond und am Vollmond – die Götter verehrt, denn dies ist ja der Anteil der Götter; und wer dies weiß, dem werden die Menschen zu solchen, die ihm einen Anteil geben. Die Wesen erschlugen einst gemeinsam den Hunger: sogleich essen seither die Menschen, im Halbmonat die Götter, im Monat die Väter, im Jahr die Bäume. Deshalb begehren die Menschen Tag für Tag Speise; im Halbmonat wird den Göttern geopfert, im Monat wird für die Väter etwas getan, im Jahr nehmen die Bäume Frucht an. Wer dies weiß, erschlägt den Hunger, seinen Rivalen, und sieht mit diesen beiden den Tag heraufziehen; den Bäumen wird die Frucht gegeben. [Rezitations-Zählmarke – und sieben.]

Wort für Wort
eṣa
dies
vai
ja
devaratho
Götterwagen
yaddarśapūrṇamāsau
das: Neumond-Vollmondopfer
yo
wer
darśapūrṇamāsāviṣṭvā
Neumond-Vollmondopfer geopfert-habend
somena
mit Soma
yajate
opfert
rathaspaṣṭa
dessen Wagen berührend [?]
evāvasāne
eben am Ende
vare
den Höhepunkt [?]
devānāmava
der Götter herab-
syatyetāni
-berührt; diese
vā
ja
aṅgāparūṃṣi
Glieder-und-Gelenke
saṃvathsarasya
des Jahres
yaddarśapūrṇamāsau
[nämlich] Neumond-Vollmondopfer
ya
wer
evaṃ
so
vidvāndarśapūrṇamāsau
wissend Neumond-Vollmondopfer
yajate'ṅgāparūgṣyeva
opfert Glieder-Gelenke eben
saṃvathsarasya
des Jahres
prati
wieder-
dadhātyete
-fügt; diese
vai
ja
saṃvathsarasya
des Jahres
cakṣuṣī
die beiden Augen
yaddarśapūrṇamāsau
[nämlich] Neumond-Vollmondopfer
ya
wer
evaṃ
so
vidvāndarśapūrṇamāsau
wissend Neumond-Vollmondopfer
yajate
opfert
tābhyāmeva
eben mit diesen beiden
suvargaṃ
Himmels-
lokamanu
-welt entlang
paśya
erblickt
tyeṣā
-; diese
vai
ja
devānāṃ
der Götter
vikrāntiryaddarśapūrṇamāsau
Schritt; [nämlich] Neumond-Vollmondopfer
ya
wer
evaṃ
so
vidvān
wissend
darśapūrṇamāsau
Neumond-Vollmondopfer
yajate
opfert
devānāmeva
eben der Götter
vikrāntimanu
dem Schritt nach
vi
voran-
kramata
-schreitet
eṣa
dies
vai
ja
devayānaḥ
göttergezogene
panthā
Weg
yaddarśapūrṇamāsau
[nämlich] Neumond-Vollmondopfer
ya
wer
evaṃ
so
vidvān
wissend
darśapūrṇamāsau
Neumond-Vollmondopfer
yajate
opfert
ya
welcher
eva
eben
devayānaḥ
göttergezogene
panthāstaṃ
Weg; den
samārohatyetau
besteigt; diese beiden
vai
ja
devānāṃ
der Götter
harī
die beiden Falben
yaddarśapūrṇamāsau
[nämlich] Neumond-Vollmondopfer
ya
wer
evaṃ
so
vidvān
wissend
darśapūrṇamāsau
Neumond-Vollmondopfer
yajate
opfert
yāveva
eben die beiden, welche
devānāṃ
der Götter
harī
Falben [sind]
tābhyā
mit diesen beiden
mevaibhyo
eben; ihnen
havyaṃ
die Opfergabe
vahatyetadvai
fährt zu; dies ja
devānāmāsyaṃ
der Götter Mund
yaddarśapūrṇamāsau
[nämlich] Neumond-Vollmondopfer
ya
wer
evaṃ
so
vidvān
wissend
darśapūrṇamāsau
Neumond-Vollmondopfer
yajate
opfert
sākṣādeva
unmittelbar eben
devānāmāsye
in der Götter Mund
juhotyeṣa
opfert; dies
vai
ja
havirdhānī
die Havirdhānī (Somawagenplatz)
yo
wer
darśapūrṇamāsa
Neumond-Vollmondopfer-
yājī
-opferer
sāyaṃ
abends
prātaragnihotraṃ
morgens das Agnihotra
juhoti
opfert
yajate
opfert
darśapūrṇa
Neumond-
māsāvaharahar
-Vollmondopfer; Tag für Tag
havirdhānināṃ
der Havirdhānīs
suto
Ausguss [?]
ya
wer
evaṃ
so
vidvān
wissend
darśapūrṇamāsau
Neumond-Vollmondopfer
yajate
opfert
havirdhānyasmīti
„ich bin die Havirdhānī“ [denkend]
sarvamevāsya
ihm eben alles
barhiṣyaṃ
auf der Opferstreu Liegende
dattaṃbhavati
wird gegeben
devā
die Götter
vā
ja
aha
fürwahr
ryajñiyaṃ
Opferwürdiges
nāvindante
finden nicht
darśapūrṇamāsāvapunantau
Neumond-Vollmondopfer; die beiden [?]
vā
ja
etau
diese beiden
pūtau
rein
medhyau
makellos
yaddarśapūrṇamāsau
[nämlich] Neumond-Vollmondopfer
ya
wer
evaṃ
so
vidvān
wissend
darśapūrṇamāsau
Neumond-Vollmondopfer
yajate
opfert
pūtāvevainau
rein eben diese beiden
medhyau
makellos
yajate
opfert
nāmāvāsyāyāṃ
nicht am Neumond
ca
und
paurṇamāsyāṃ
am Vollmond
ca
und
striyamupeyādyadupeyānniriṃdriyaḥ
einer Frau soll man sich nähern; näherte man sich, würde man sinneskraftlos
syāthsomasya
würde sein; des Soma
vai
ja
rājño'rdhamāsasya
des Königs, des Halbmonats
rātrayaḥ
die Nächte
patnaya
Gattinnen
āsantāsāmamāvāsyāṃ
waren; von ihnen; den Neumond
ca
und
paurṇamāsīṃ
den Vollmond
ca
und
nopait
nicht besuchte
te
die (beiden)
enamabhi
ihn - gegen
samanahyetāṃ
fesselten die beiden
taṃ
ihn
yakṣma
die Auszehrung
ārcchadrājānaṃ
ergriff; den König
yakṣma
Auszehrung
āraditi
„hat ergriffen“, so
tadrājayakṣmasya
dies; der königlichen Auszehrung
janma
Ursprung
yatpāpīyānabhavat
dass sie schlimmer wurde
tatpāpayakṣmasya
dies; der bösen Auszehrung
yajjāyābhyāmavindat
was er bei den Gattinnen fand
tajjāyenyasya
dies; der weiblichen [Auszehrung]
ya
wer
evameteṣāṃ
so; dieser
yakṣmāṇāṃ
Krankheiten
janma
Ursprung
veda
kennt
nainamete
nicht ihn diese
yakṣmā
Krankheiten
vindanti
finden
sa
sie
ete
diese
eva
eben
namasyannupādhāvatte
sich verneigend liefen herbei; die beiden
abrūtāṃ
sprachen
varaṃ
einen Wunsch
vṛṇāvahā
wir beide wählen
āvaṃ
wir beide
devānāṃ
an den Göttern
bhāgadhe
Anteil-haben
asāvāvadadhi
an dem und jenem Tag [?] werde verehrt
devā
die Götter
ijyāntā
sollen verehrt werden
iti
so
tasmāth
deshalb
sadṛśīnāṃ
der gleichartigen
rātrīṇāmamāvāsyāyāṃ
Nächte; am Neumond
ca
und
paurṇamāsyāṃ
am Vollmond
ca
und
devā
die Götter
ijyanta
werden verehrt
ete
diese
hi
denn
devānāṃ
der Götter
bhāgadhe
Anteil
bhāgadhā
einen Anteil erhaltend
asmai
ihm
manuṣyā
die Menschen
bhavanti
werden
ya
wer
evaṃ
so
veda
weiß
bhūtāni
die Wesen
kṣudhamaghnanthsadyo
erschlugen den Hunger; sogleich
manuṣyā
die Menschen
ardhamāse
im Halbmonat
devā
die Götter
māsi
im Monat
pitaraḥ
die Väter
saṃvathsare
im Jahr
vanaspatayastasmādaharaharmanuṣyā
die Bäume; deshalb Tag für Tag die Menschen
aśanamicchante'rdhamāse
begehren Speise; im Halbmonat
devā
den Göttern
ijyante
wird geopfert
māsi
im Monat
pitṛbhyaḥ
für die Väter
kriyate
wird getan
saṃvathsare
im Jahr
vanaspatayaḥ
die Bäume
phalaṃ
Frucht
gṛhṇanti
nehmen an
ya
wer
evaṃ
so
veda
weiß
hanti
erschlägt
kṣudhaṃ
den Hunger
bhrātṛvyam
den Rivalen
paśyati
sieht
tābhyāmaharaidasāva
mit diesen beiden; den Tag heraufkommend [?]
phalaṃ
Frucht
sapta
sieben
ca
und

devā vai narci na yajuṣyaśrayanta te sāmannevāśrayanta hiṃ karoti sāmaivākarhiṃ karoti yatraiva devā aśrayanta tata evainān pra yuṅkte hiṃ karoti vāca evaiṣa yogo hiṃ karoti prajā eva tadyajamānaḥ sṛjate triḥ prathamāmanvāha triruttamāṃ yajñasyaiva tadbarsaṃ nahyatyaprasraṃsāya saṃtatamanvāha prāṇānāmannādyasya saṃtatyā atho rakṣasāmapahatyai rāthaṃtarīṃ prathamāmanvāha rāthaṃtaro vā ayaṃ loka imameva lokamabhi jayati trirvi gṛhṇāti traya ime lokā imāneva lokānabhi jayati bārhatīmuttamāmanvāha bārhato vā asau loko'mumeva lokamabhi jayati pra vo vājā ityaniruktāṃ prājāpatyāmanvāha yajño vai prajāpatiryajñameva prajāpatimā rabhate pra vo vājā ityanvāhānnaṃ vai vājo'nnamevāva rundhe pra vo vājā ityanvāha tasmātprācīnaṃ reto dhīyate'gna ā yāhi vītaya ityāha tasmātpratīcīḥ prajā jāyante pra vo vājā ityanvāha māsā vai vājā ardhamāsā abhidyavo devā haviṣmanto gaurghṛtācī yajño devāñjigāti yajamānaḥ sumnayuridamasīdamasītyeva yajñasya priyaṃ dhāmāva rundhe yaṃ kāmayeta sarvamāyuriyāditi pra vo vājā iti tasyānūcyāgna ā yāhi vītaya iti saṃtatamuttaramardharcamā labheta prāṇenaivāsyāpānaṃ dādhāra sarvamāyureti yo vā aratniṃ sāmidhenīnāṃ vedāratnāveva bhrātṛvyaṃ kurute'rdharcau saṃ dadhātyeṣa vā aratniḥ sāmidhenīnāṃ ya evaṃ vedāratnāveva bhrātṛvyaṃ kuruta ṛṣerṛrṣervā etā nirmitā yathsāmidhenyastā yadasaṃyuktāḥ syuḥ prajayā paśubhiryajamānasya vi tiṣṭherannardharcau saṃdadhāti saṃ yunaktyevaināstā asmai saṃyuktā avaruddhāḥ sarvāmāśiṣaṃ duhre barsaṃ vo jāyaṃte pra vo vājā labheta dadhāti saṃ daśa ca

Die Götter fanden Zuflucht nicht bei einem einzelnen Yajus-Spruch, sondern nur beim ganzen Sāman. Er macht den Hiṃ-Laut – eben dadurch stellt er das Sāman her. Er macht den Hiṃ-Laut: eben dort, wo die Götter Zuflucht fanden, verbindet er sie nun von dort aus. Er macht den Hiṃ-Laut: eben dies ist die Verbindung mit der Rede. Er macht den Hiṃ-Laut: eben dadurch erzeugt der Opferherr Nachkommenschaft. Dreimal rezitiert er die erste Sāmidhenī-Formel, dreimal die letzte – damit umschließt er die Opferstreu des Opfers, damit sie nicht auseinanderfällt. Er rezitiert die fortlaufende Formel zur Fortsetzung der Lebensatem und der Speise, und ferner zur Vertreibung der Unholde. Er rezitiert die Rāthaṃtarī-Formel als erste – dies ist ja die Rāthaṃtara-Welt, diese Welt hier; eben diese Welt gewinnt er damit. Dreimal löst er ab [?] – drei sind diese Welten; eben diese gewinnt er damit. Er rezitiert die Bārhatī-Formel als letzte – dies ist ja jene Welt, die Bārhata-Welt; eben jene gewinnt er damit. Er rezitiert die unbenannte, die Prājāpatyā-Formel – das Opfer ist ja Prajāpati; eben das Opfer, den Prajāpati, ergreift er damit. Er rezitiert „pra vo vājāḥ“ – Speise ist ja vāja; eben die Speise eignet er sich damit an; deshalb wird der Same ostwärts gesät. „Agne ā yāhi vītaye“ spricht er – deshalb werden die Nachkommen westwärts geboren. Er rezitiert „pra vo vājāḥ“ – Monate sind ja die vājas, Halbmonate die Abhidyu-Formeln; die Götter sind speisenreich, die Kuh ist ghee-triefend, das Opfer geht zu den Göttern; der wohlwollend gesinnte Opferherr gewinnt mit „dies bin ich, dies ist mein“ die liebe Wohnstatt des Opfers; wer sich wünscht, das ganze Leben zu erlangen, rezitiert „pra vo vājāḥ“. Danach soll er fortlaufend den nachfolgenden, letzten Halbvers „agna ā yāhi vītaye“ hinzufügen – mit dem Einatem hält er dabei gleichsam den Ausatem, indem er spricht: „Das ganze Leben sei mein.“ Wer die Elle (aratni) der Sāmidhenī-Verse kennt, macht seinen Rivalen zu einer bloßen Elle: er fügt zwei Halbverse zusammen. Eben dies ist die Elle der Sāmidhenī-Verse; wer das weiß, macht seinen Rivalen zu einer Elle. Von diesem oder jenem Ṛṣi wurden diese Sāmidhenīs geschaffen; wären sie unverbunden, würden sie sich, getrennt von Nachkommenschaft und Vieh des Opferherrn, zerstreuen; deshalb fügt er die Halbverse zusammen und verbindet sie – diese ihm nun verbundenen, angeeigneten Verse melken ihm jeden Wunsch. „Die Opferstreu wird euch geboren“ [Schlussformel]; „pra vo vājāḥ“ soll er erfassen, indem er sie verbindet. [Rezitations-Zählmarke – und zehn.]

Wort für Wort
devā
die Götter
vai
ja
narci
nicht bei einem Spruch
na
nicht
yajuṣyaśrayanta
beim Yajus fanden Zuflucht
te
sie
sāmannevāśrayanta
beim Sāman eben fanden Zuflucht
hiṃ
den Hiṃ-Laut
karoti
macht er
sāmaivākarhiṃ
das Sāman eben stellt er her; den Hiṃ-Laut
karoti
macht er
yatraiva
eben dort, wo
devā
die Götter
aśrayanta
Zuflucht fanden
tata
von dort
evainān
eben sie
pra
hin-
yuṅkte
-verbindet er nun
hiṃ
den Hiṃ-Laut
karoti
macht er
vāca
der Rede
evaiṣa
eben dies [ist]
yogo
die Verbindung
hiṃ
den Hiṃ-Laut
karoti
macht er
prajā
Nachkommenschaft
eva
eben
tadyajamānaḥ
dabei der Opferherr
sṛjate
erzeugt
triḥ
dreimal
prathamāmanvāha
rezitiert er die erste
triruttamāṃ
dreimal die letzte
yajñasyaiva
eben des Opfers
tadbarsaṃ
dies; die Opferstreu
nahyatyaprasraṃsāya
umschließt er, damit sie nicht auseinanderfällt
saṃtatamanvāha
die fortlaufende Formel rezitiert er
prāṇānāmannādyasya
der Lebensatem, der Speise
saṃtatyā
zur Fortsetzung
atho
und ferner
rakṣasāmapahatyai
zur Vertreibung der Unholde
rāthaṃtarīṃ
die Rāthaṃtarī-Formel
prathamāmanvāha
rezitiert er als erste
rāthaṃtaro
die Rāthaṃtara-
vā
ja
ayaṃ
diese
loka
Welt [ist]
imameva
eben diese
lokamabhi
Welt-
jayati
-gewinnt er
trirvi
dreimal ab-
gṛhṇāti
-löst er [?]
traya
drei
ime
diese
lokā
Welten [sind]
imāneva
eben diese
lokānabhi
Welten-
jayati
-gewinnt er
bārhatīmuttamāmanvāha
die Bārhatī-Formel rezitiert er als letzte
bārhato
die Bārhata-
vā
ja
asau
jene
loko'mumeva
Welt; eben jene
lokamabhi
Welt-
jayati
-gewinnt er
pra
(pra-)
vo
euch
vājā
Speisekräfte [Formel]
ityaniruktāṃ
so; die unbenannte
prājāpatyāmanvāha
Prājāpatyā-Formel rezitiert er
yajño
das Opfer
vai
ja
prajāpatiryajñameva
[ist] Prajāpati; eben das Opfer
prajāpatimā
den Prajāpati
rabhate
ergreift er
pra
(pra-)
vo
euch
vājā
Speisekräfte
ityanvāhānnaṃ
so rezitiert er; Speise
vai
ja
vājo'nnamevāva
[ist] vāja; eben die Speise
rundhe
eignet er sich an
pra
(pra-)
vo
euch
vājā
Speisekräfte
ityanvāha
so rezitiert er
tasmātprācīnaṃ
deshalb ostwärts
reto
der Same
dhīyate'gna
wird gesät; „Agni,
ā
her-
yāhi
komm
vītaya
zum Mahl“
ityāha
so spricht er
tasmātpratīcīḥ
deshalb westwärts gerichtet
prajā
die Nachkommen
jāyante
werden geboren
pra
(pra-)
vo
euch
vājā
Speisekräfte
ityanvāha
so rezitiert er
māsā
die Monate
vai
ja
vājā
[sind] die vājas
ardhamāsā
die Halbmonate
abhidyavo
[sind] die Abhidyu-Formeln
devā
die Götter
haviṣmanto
[sind] speisenreich
gaurghṛtācī
die Kuh [ist] ghee-triefend
yajño
das Opfer
devāñjigāti
geht zu den Göttern
yajamānaḥ
der Opferherr
sumnayuridamasīdamasītyeva
wohlwollend gesinnt; „dies bin ich, dies ist mein“ eben
yajñasya
des Opfers
priyaṃ
die liebe
dhāmāva
Wohnstatt-
rundhe
-eignet er sich an
yaṃ
wer
kāmayeta
sich wünscht
sarvamāyuriyāditi
„das ganze Leben möge ich erlangen“, so
pra
(pra-)
vo
euch
vājā
Speisekräfte
iti
so [rezitiert er]
tasyānūcyāgna
nachdem er dies rezitiert hat; „Agni,
ā
her-
yāhi
komm
vītaya
zum Mahl“
iti
so
saṃtatamuttaramardharcamā
den fortlaufenden, letzten Halbvers
labheta
soll er hinzufügen
prāṇenaivāsyāpānaṃ
mit dem Einatem eben; dessen Ausatem
dādhāra
hat er gehalten
sarvamāyureti
„das ganze Leben“, so [spricht er]
yo
wer
vā
ja
aratniṃ
die Elle
sāmidhenīnāṃ
der Sāmidhenī-Verse
vedāratnāveva
kennt; zur Elle eben
bhrātṛvyaṃ
den Rivalen
kurute'rdharcau
macht; die beiden Halbverse
saṃ
zusammen-
dadhātyeṣa
-fügt er; dies
vā
ja
aratniḥ
[ist] die Elle
sāmidhenīnāṃ
der Sāmidhenī-Verse
ya
wer
evaṃ
so
vedāratnāveva
weiß; zur Elle eben
bhrātṛvyaṃ
den Rivalen
kuruta
macht
ṛṣerṛrṣervā
von diesem oder jenem Ṛṣi
etā
diese
nirmitā
[sind] geschaffen
yathsāmidhenyastā
nämlich die Sāmidhenīs, diese
yadasaṃyuktāḥ
wenn unverbunden
syuḥ
sie wären
prajayā
von Nachkommenschaft
paśubhiryajamānasya
vom Vieh; des Opferherrn
vi
aus-
tiṣṭherannardharcau
-einanderfielen sie; die Halbverse
saṃdadhāti
fügt er zusammen
saṃ
-
yunaktyevaināstā
verbindet er eben sie, diese
asmai
ihm
saṃyuktā
verbundene
avaruddhāḥ
angeeignete
sarvāmāśiṣaṃ
jeden Wunsch
duhre
melken sie
barsaṃ
die Opferstreu
vo
euch
jāyaṃte
wird geboren
pra
(pra-)
vo
euch
vājā
Speisekräfte
labheta
soll er erfassen
dadhāti
indem er verbindet
saṃ
zusammen-
daśa
zehn
ca
und

ayajño vā eṣa yo'sāmāgna ā yāhi vītaya ityāha rathaṃtarasyaiṣa varṇastaṃ tvā samidbhiraṅgira ityāha vāmadevyasyaiṣa varṇo bṛhadagne suvīryamityāha bṛhata eṣa varṇo yadetaṃ tṛcamanvāha yajñameva tathsāmanvantaṃ karotyagniramuṣmi3ṃ lloka āsīdādityo'smintāvimau lokāvaśāntā vāstāṃ te devā abruvannetemau vi paryūhāmetyagna ā yāhi vītaya itya3ṃsmilloke'gnimadadhurbṛhadagne suvīryamityamuṣmi3ṃlloka ādityaṃ tato vā imau lokāvaśāmyatāṃ yadevamanvāhānayorlokayoḥ śāntyai śāmyato'smā imau lokau ya evaṃ veda pañcadaśa sāmidhenīranvāha pañcadaśa vā ardhamāsasya rātrayo'rdhamāsaśaḥ saṃvathsara āpyate tāsāṃ trīṇi ca śatāni ṣaṣṭiścākṣarāṇi tāvatīḥ saṃvathsarasya rātrayo'kṣaraśa eva saṃvathsaramāpnoti nṛmedhaśca parucchepaśca brahmavādyamavadetāmasmindārāvārdre'gniṃ janayāva yataro nau brahmīyāniti nṛmedho'bhyavadathsa dhūmamajanayat parucchepo'bhyavadat so'gnimajanayadṛṣa ityabravīd yathsamāvadvidva kathā tvamagnimajījano nāhamiti sāmidhenīnāmevāhaṃ varṇaṃ vedetyabravīdyad ghṛtavat padamanūcyate sa āsāṃ varṇastaṃ tvā samidbhiraṅgira ityāha sāmidhenīṣveva tajjyotirjanayati striyastena yadṛca striyastena yadgāyatriyaḥ striyastena yathsāmidhenyo vṛṣaṇvatīmanvāha tena pu2ṃsvatīstena seṃdrāstena mithunā agnirdevānāṃ dūta āsīduśanā kāvyo'surāṇāṃ tau prajāpatiṃ praśnamaitāṃ sa prajāpatiragniṃ dūtaṃ vṛṇīmaha ityabhi paryāvartata tato devā abhavanparāsurā yasyaivaṃ viduṣo'gniṃ dūtaṃ vṛṇīmaha ityanvāha bhavatyātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavatyadhvaravatīmanvāha bhrātṛvyamevaitayā dhvarati śociṣkeśastamīmaha ityāha pavitramevaitadyajamānamevaitayā pavayati samiddho agna āhutetyāha paridhimevaitaṃ pari dadhātyaskandāya yadata ūrdhvamabhyādadhyādyathā bahiḥ paridhi skandati tādṛgeva tattrayo vā agnayo havyavāhano devānāṃ kavyavāhanaḥ pitṛṇāṃ saharakṣā asurāṇāṃ ta etarhyā śaṃsante māṃ variṣyate mā miti vṛṇīdhvaṃ havyavāhanamityāha ya eva devānāṃ taṃ vṛṇīta ārṣeyaṃ vṛṇīte bandhoreva naityatho saṃtatyai parastādarvāco vṛṇīte tasmātparastādarvāñco manuṣyānpitaro'nu pra pipate āśāṃtāvāha paṃcadaśābravīdanvāhaitayā variṣyate māmekānna triṃśacca

Kein rechtes Opfer ist es, wenn man nicht mit dem Sāman verbunden ist. „Agne ā yāhi vītaye“ spricht er – dies ist die Erscheinungsform des Rathaṃtara-Sāman. „Tvā samidbhir aṅgiraḥ“ spricht er – dies ist die Erscheinungsform des Vāmadevya-Sāman. „Bṛhad agne suvīryam“ spricht er – dies ist die Erscheinungsform des Bṛhat-Sāman. Indem er diese Dreiheit rezitiert, macht er das Opfer zu einem mit dem Sāman verbundenen. Agni war einst in jener Welt, Āditya in dieser; die beiden Welten waren einander feindlich. Da sprachen die Götter: „Lasst uns diese beiden auseinanderführen!“ Mit „agne ā yāhi vītaye“ setzten sie Agni in dieser Welt fest, mit „bṛhad agne suvīryam“ Āditya in jener. Daraufhin wurden die beiden Welten befriedet. Dass man so rezitiert, dient der Befriedung dieser beiden Welten; wer dies weiß, dem werden sie friedlich. Fünfzehn Sāmidhenī-Verse rezitiert er – fünfzehn sind ja die Nächte des Halbmonats; halbmonatsweise wird das Jahr erlangt. Sie zählen dreihundertsechzig Silben – ebenso viele Nächte hat das Jahr; silbenweise erlangt er also das Jahr. Nṛmedha und Parucchepa stritten einst über die heilige Formel: „In diesem feuchten Holz wollen wir Feuer entfachen; wer von uns der bessere Kenner der Formel ist, soll sich zeigen.“ Nṛmedha sprach die Formel und erzeugte nur Rauch; Parucchepa sprach sie und erzeugte Feuer. „Ein Ṛṣi bist du“, sagte jener, „denn obwohl wir gleich gesprochen haben, hast du Feuer erzeugt, ich aber nicht.“ „Ich kenne eben die rechte Erscheinungsform der Sāmidhenīs“, erwiderte er: „Dass der ghee-haltige Vers rezitiert wird, das ist ihre rechte Form – ‚tvā samidbhir aṅgiraḥ‘.“ So sprach er es. In den Sāmidhenīs erzeugt er eben jenes Licht. Weiblich sind sie, weil sie Ṛc-Verse, weiblich, weil sie Gāyatrī-Verse, weiblich, weil sie Sāmidhenīs sind. Er rezitiert die „vṛṣaṇvatī“ (den ‚Stier-habenden‘ Vers) – dadurch werden sie männlich, von Indra begleitet und zu einem Paar. Agni war der Bote der Götter, Uśanā Kāvya der Bote der Asuras. Beide traten vor Prajāpati mit der Frage, wer der bessere Bote sei. Prajāpati wandte sich der Antwort zu: „Wir wählen Agni zum Boten.“ Daraufhin kamen die Götter empor, die Asuras zu Fall. Wer dies weiß, für den wird die Formel „wir wählen Agni zum Boten“ rezitiert; er selbst gedeiht, sein Rivale kommt zu Fall. Er rezitiert die „adhvaravatī“ – eben damit fügt er dem Rivalen Schaden zu. „Śociṣkeśa, dich rufen wir an“ spricht er – dies ist ein Läuterungsmittel, mit dem er den Opferherrn läutert. „Entzündet, o Agni, angerufen“ spricht er – eben damit umgibt er ihn mit der Einfassung, damit er nicht aus der Fassung gerät; würde er darüber hinaus noch etwas hinzufügen, wäre es, als fiele etwas außerhalb der Einfassung. Drei sind die Agnis: der Havyavāhana der Götter, der Kavyavāhana der Väter, und der mit den Unholden zusammen weilende der Asuras. Diese besingen sich nun gegenseitig: „Mich möge man wählen, mich!“ Der Adhvaryu spricht: „Wählt den Havyavāhana!“ Wer den Boten der Götter wählt, wählt den aus eigenem Geschlecht, nicht bloß den Verwandten [?]. Und ferner: zur Fortsetzung wählt er den weiter Entfernten, nicht den Nahestehenden; deshalb ziehen die Väter, weiter entfernt, den Menschen nach [?]. Er rezitiert „Āśāṃtau“ als fünfzehnten Vers. [Schlussformel: mit diesem soll man mich wählen.] [Rezitations-Zählmarke – und neunundzwanzig.]

Wort für Wort
ayajño
kein Opfer [ist es]
vā
ja
eṣa
dies
yo'sāmāgna
wer nicht mit dem Sāman [verbunden ist]; „Agni,
ā
her-
yāhi
komm
vītaya
zum Mahl“
ityāha
so spricht er
rathaṃtarasyaiṣa
des Rathaṃtara; dies [ist]
varṇastaṃ
die Erscheinungsform; dich
tvā
dich
samidbhiraṅgira
mit den Brennhölzern, Aṅgiras
ityāha
so spricht er
vāmadevyasyaiṣa
des Vāmadevya; dies [ist]
varṇo
die Erscheinungsform
bṛhadagne
„groß, Agni,
suvīryamityāha
Heldenkraft“, so spricht er
bṛhata
des Bṛhat[-Sāman]
eṣa
dies [ist]
varṇo
die Erscheinungsform
yadetaṃ
indem er diese
tṛcamanvāha
Dreiheit rezitiert
yajñameva
eben das Opfer
tathsāmanvantaṃ
zu einem mit-Sāman-versehenen
karotyagniramuṣmi3ṃ
macht er; Agni [war] in jener
lloka
Welt
āsīdādityo'smintāvimau
war; Āditya in dieser; diese beiden
lokāvaśāntā
Welten [waren] feindlich
vāstāṃ
ja; sie beide waren
te
da
devā
die Götter
abruvannetemau
sprachen: „diese beiden
vi
auseinander-
paryūhāmetyagna
-führen wir!“ so; „Agni,
ā
her-
yāhi
komm
vītaya
zum Mahl“
itya3ṃsmilloke'gnimadadhurbṛhadagne
so setzten sie Agni in dieser Welt fest; „groß, Agni,
suvīryamityamuṣmi3ṃlloka
Heldenkraft“, so; in jener Welt
ādityaṃ
Āditya [setzten sie fest]
tato
daraufhin
vā
ja
imau
diese beiden
lokāvaśāmyatāṃ
Welten wurden befriedet
yadevamanvāhānayorlokayoḥ
dass man so rezitiert; dieser beiden Welten
śāntyai
zur Befriedung
śāmyato'smā
werden friedlich; ihm
imau
diese beiden
lokau
Welten
ya
wer
evaṃ
so
veda
weiß
pañcadaśa
fünfzehn
sāmidhenīranvāha
Sāmidhenī-Verse rezitiert er
pañcadaśa
fünfzehn
vā
ja
ardhamāsasya
des Halbmonats
rātrayo'rdhamāsaśaḥ
[sind] die Nächte; halbmonatsweise
saṃvathsara
das Jahr
āpyate
wird erlangt
tāsāṃ
von ihnen [sind]
trīṇi
drei
ca
und
śatāni
hundert
ṣaṣṭiścākṣarāṇi
sechzig, an Silben
tāvatīḥ
ebenso viele
saṃvathsarasya
des Jahres
rātrayo'kṣaraśa
[sind] die Nächte; silbenweise
eva
eben
saṃvathsaramāpnoti
erlangt er das Jahr
nṛmedhaśca
Nṛmedha und
parucchepaśca
Parucchepa
brahmavādyamavadetāmasmindārāvārdre'gniṃ
stritten über die heilige Formel: „in diesem feuchten Holz; Feuer
janayāva
wollen wir beide entfachen
yataro
wer von uns beiden
nau
von uns beiden
brahmīyāniti
der bessere Formelkenner [sei]“, so
nṛmedho'bhyavadathsa
Nṛmedha sprach die Formel; er
dhūmamajanayat
erzeugte Rauch
parucchepo'bhyavadat
Parucchepa sprach die Formel
so'gnimajanayadṛṣa
er erzeugte Feuer; „ein Ṛṣi
ityabravīd
bist du“, so sprach jener
yathsamāvadvidva
da wir gleich gesprochen haben
kathā
wie
tvamagnimajījano
hast du Feuer erzeugt
nāhamiti
ich aber nicht“, so
sāmidhenīnāmevāhaṃ
der Sāmidhenīs eben ich
varṇaṃ
die Erscheinungsform
vedetyabravīdyad
kenne“, so sprach er: „dass
ghṛtavat
der ghee-haltige
padamanūcyate
Vers rezitiert wird
sa
das [ist]
āsāṃ
ihre
varṇastaṃ
Erscheinungsform: dich
tvā
dich
samidbhiraṅgira
mit den Brennhölzern, Aṅgiras
ityāha
so spricht er es
sāmidhenīṣveva
eben in den Sāmidhenīs
tajjyotirjanayati
erzeugt er jenes Licht
striyastena
weiblich sind sie dadurch
yadṛca
dass sie Ṛc-Verse [sind]
striyastena
weiblich dadurch
yadgāyatriyaḥ
dass sie Gāyatrī-Verse [sind]
striyastena
weiblich dadurch
yathsāmidhenyo
dass es Sāmidhenīs [sind]
vṛṣaṇvatīmanvāha
die „vṛṣaṇvatī“ rezitiert er
tena
dadurch
pu2ṃsvatīstena
werden sie männlich; dadurch
seṃdrāstena
von Indra begleitet; dadurch
mithunā
zu einem Paar
agnirdevānāṃ
Agni [war] der Götter
dūta
Bote
āsīduśanā
war; Uśanā
kāvyo'surāṇāṃ
Kāvya [war] der Asuras
tau
die beiden
prajāpatiṃ
vor Prajāpati
praśnamaitāṃ
traten mit der Frage
sa
er
prajāpatiragniṃ
Prajāpati; Agni
dūtaṃ
zum Boten
vṛṇīmaha
wir wählen
ityabhi
so; sich zu-
paryāvartata
-wandte er
tato
daraufhin
devā
die Götter
abhavanparāsurā
wurden [empor]; die Asuras kamen zu Fall
yasyaivaṃ
für wen so
viduṣo'gniṃ
Wissenden; „Agni
dūtaṃ
zum Boten
vṛṇīmaha
wählen wir“
ityanvāha
so rezitiert er
bhavatyātmanā
er selbst gedeiht
parāsya
fällt sein
bhrātṛvyo
Rivale
bhavatyadhvaravatīmanvāha
er rezitiert die „adhvaravatī“
bhrātṛvyamevaitayā
dem Rivalen eben damit
dhvarati
fügt er Schaden zu
śociṣkeśastamīmaha
„Śociṣkeśa, dich rufen wir an“
ityāha
so spricht er
pavitramevaitadyajamānamevaitayā
dies eben [ist] ein Läuterungsmittel; den Opferherrn eben damit
pavayati
läutert er
samiddho
„entzündet
agna
Agni
āhutetyāha
angerufen“, so spricht er
paridhimevaitaṃ
eben mit der Einfassung ihn
pari
herum-
dadhātyaskandāya
-legt er, damit er nicht ausgleitet
yadata
was darüber hinaus
ūrdhvamabhyādadhyādyathā
hinzufügen würde; wie
bahiḥ
außerhalb
paridhi
der Einfassung
skandati
fällt
tādṛgeva
ebenso eben
tattrayo
dies; drei
vā
ja
agnayo
[sind] die Agnis
havyavāhano
der Havyavāhana
devānāṃ
der Götter
kavyavāhanaḥ
der Kavyavāhana
pitṛṇāṃ
der Väter
saharakṣā
mit den Unholden zusammenweilende
asurāṇāṃ
der Asuras
ta
diese
etarhyā
jetzt
śaṃsante
besingen sich gegenseitig
māṃ
mich
variṣyate
möge man wählen
mā
mich
miti
so
vṛṇīdhvaṃ
wählt
havyavāhanamityāha
den Havyavāhana“, so spricht er
ya
wer
eva
eben
devānāṃ
der Götter
taṃ
den Boten
vṛṇīta
wählt
ārṣeyaṃ
den aus eigenem Geschlecht
vṛṇīte
wählt er
bandhoreva
eben nur des Verwandten [?]
naityatho
nicht; und ferner
saṃtatyai
zur Fortsetzung
parastādarvāco
den entfernteren, nicht den nahestehenden
vṛṇīte
wählt er
tasmātparastādarvāñco
deshalb, weiter entfernt, dem Nahestehenden
manuṣyānpitaro'nu
den Menschen die Väter nach-
pra
-
pipate
-folgen [?]
āśāṃtāvāha
„Āśāṃtau“ rezitiert er
paṃcadaśābravīdanvāhaitayā
als fünfzehnten Vers, so sprach er; er rezitiert; mit diesem
variṣyate
soll man wählen
māmekānna
mich; eins-weniger-
triṃśacca
-dreißig, und [29]

agne mahāṃ asītyāha mahān hyeṣa yadagnirbrāhmaṇetyāha brāhmaṇo hyeṣa bhāratetyāhaiṣa hi devebhyo havyaṃ bharati deveddha ityāha devā hyetamaindhata manviddha ityāha manurhyetamuttaro devebhya aindharṣiṣṭuta ityāharṣayo hyetamastuvanviprānumadita ityāha viprā hyete yacchuśruvāṃsaḥ kaviśasta ityāha kavayo hyete yacchuśruvāṃso brahmasaṃśita ityāha brahmasaṃśito hyeṣa ghṛtāhavana ityāha ghṛtāhutirhyasya priyatamā praṇīryajñānāmityāha praṇīrhyeṣa yajñānāṃ rathīradhvarāṇāmityāhaiṣa hi devaratho'tūrto hotetyāha na hyetaṃ kaścana tarati tūrṇirhavyavāḍityāha sarvagg hyeṣa taratyāspātraṃ juhūrdevānāmityāha juhūrhyeṣa devānāṃ camaso devapāna ityāha camaso hyeṣa devapāno'rāṃ ivāgne nemirdevāgstvaṃ paribhūrasītyāha devān hyeṣa paribhūryadbrūyādā vaha devāndevayate yajamānāyeti bhrātṛvyamasmai janayedā vaha devān, yajamānāyetyāha yajamānamevaitena vardhayatyagnimagna ā vaha somamā vahetyāha devatā eva tadyathāpūrvamupa hvayata ā cāgne devān, vaha suyajā ca yaja jātaveda ityāhāgnimeva tathsa2ṃśyati so'sya saṃśito devebhyo havyaṃ vahatyagnirhote tyāhāgnirvai devānāṃ hotā ya eva devānāṃ hotā taṃ vṛṇīte smo vayamityāhātmānameva sattvaṃ gamayati sādhu te yajamāna devatetyāhāśiṣamevaitāmā śāste yadbrūyādyo'gniṃ hotāramavṛthā ityagnino'bhayato yajamānaṃ pari gṛhṇīyāt pramāyukaḥ syādyajamānadevatyā vai juhūrbhrātṛvyadevatyo'pabhṛd yaddve iva brūyādbhrātṛvyamasmai janayedghṛtavatīmadhvaRyo srucamāsyasvetyāha yajamānamevaitena vardhayati devāyuvamityāha devān hyeṣāvati viśvavārāmityāha viśvagg hyeṣāvatīḍāmahai devāṃ īḍenyānnamasyāma namasyān yajāma yajñiyānityāha manuṣyā vā īḍenyāḥ pitaro namasyā devā yajñiyā devatā eva tadyathābhāgaṃ yajati viprānumadita ityāha canāsmai hotopabhṛddevatā eva trīṇi ca

„Agni, du bist groß“ spricht er – groß ist er ja, der Agni. „Brāhmaṇa“ spricht er – ein Brahmane ist er ja. „Bhārata“ (der Tragende) spricht er – denn er trägt den Göttern die Opfergabe zu. „Deveddha“ (der von den Göttern Entzündete) spricht er – die Götter haben ihn ja entzündet. „Manviddha“ (der von Manu Entzündete) spricht er – Manu hat ihn ja, nach den Göttern, entzündet. „Ṛṣiṣṭuta“ (der von den Ṛṣis Gepriesene) spricht er – die Ṛṣis haben ihn ja gepriesen. „Viprānumadita“ (der von den Redekundigen Zugejauchzte) spricht er – redekundig sind ja die, welche die Lehre gehört haben. „Kaviśasta“ (der von den Sehern Gepriesene) spricht er – Seher sind ja ebendiese. „Brahmasaṃśita“ (der durch die heilige Formel Geschärfte) spricht er – durch die heilige Formel geschärft ist er ja. „Ghṛtāhavana“ (dem Ghee geopfert wird) spricht er – der Ghee-Guss ist ihm ja der liebste. „Praṇīr yajñānām“ (Führer der Opfer) spricht er – Führer der Opfer ist er ja. „Rathī adhvarāṇām“ (Wagenlenker der Opferhandlungen) spricht er – dies ist ja der Götterwagen. „Atūrto hotā“ (der unübertroffene Hotā-Priester) spricht er – ihn übertrifft ja niemand. „Tūrṇir havyavāṭ“ (der schnelle Opferträger) spricht er – er überholt ja alles. „Āspātram juhūr devānām“ spricht er – die Juhū ist ja das Gefäß der Götter. „Camaso devapānaḥ“ spricht er – der Camasa ist ja das Göttertrinkgefäß. „Wie die Felge die Speichen, so, Agni, umschließt du die Götter“ spricht er – die Götter umschließt er ja. Würde er sprechen „bring die Götter herbei für den frommen Opferherrn“, würde er dem Rivalen einen Erben erzeugen; „bring die Götter herbei für den Opferherrn“ spricht er stattdessen – eben damit lässt er den Opferherrn gedeihen. „Agni, bring Agni herbei; bring Soma herbei“ spricht er – eben damit ruft er die Gottheiten der Reihe nach herbei, wie es üblich ist. „Und, Agni, bring die Götter herbei, und opfere gut, und opfere, Jātavedas“ spricht er – damit schärft er eben den Agni; dieser, so geschärft, trägt den Göttern die Opfergabe zu. „Agnir hotā“ (Agni ist Hotā-Priester) spricht er – Agni ist ja der Hotā-Priester der Götter; wer eben der Hotā-Priester der Götter ist, den wählt man mit den Worten: „Wir sind es!“ – eben damit lässt er sich selbst zum rechten Wesen gelangen. „Wohlgetan hast du, Opferherr, deine Gottheit verehrt“ spricht er – eben diesen Segensspruch spricht er zu. Würde er sprechen „wer den Agni als Hotā-Priester nicht recht gewählt hat“, würde er den Opferherrn von beiden Seiten mit Agni umgeben, und der Opferherr würde vorzeitig sterben. Der Juhū-Löffel gehört ja der Gottheit des Opferherrn, der Upabhṛt-Löffel der Gottheit des Rivalen; würde er sprechen wie „beide zugleich“, würde er dem Rivalen einen Erben erzeugen. „Adhvaryo, nimm den ghee-haltigen Löffel in den Mund“ spricht er – eben damit lässt er den Opferherrn gedeihen. „Devāyuvam“ (das Götter-Verlangende) spricht er – dies erlangt er ja damit. „Viśvavārām“ (das Allbegehrenswerte) spricht er – dies erlangt er ja damit. „Wir wollen die verehrungswürdigen Götter preisen, den huldigenswerten huldigen, den opferwürdigen opfern“ spricht er – Menschen sind ja verehrungswürdig, die Väter huldigenswert, die Götter opferwürdig; eben nach der jeweiligen Gottheit opfert er dann entsprechend ihrem Anteil. „Viprānumaditā“ spricht er – nicht einmal ihm gelten dann Hotā-, Upabhṛt- und andere Anteile; die Gottheit allein empfängt sie. [Rezitations-Zählmarke – und drei.]

Wort für Wort
agne
„Agni,
mahāṃ
groß
asītyāha
bist du“, so spricht er
mahān
groß
hyeṣa
ist er ja
yadagnirbrāhmaṇetyāha
nämlich Agni; „Brāhmaṇa“, so spricht er
brāhmaṇo
ein Brahmane
hyeṣa
ist er ja
bhāratetyāhaiṣa
„Bhārata“, so spricht er; dies [ist so], weil
hi
denn
devebhyo
den Göttern
havyaṃ
die Opfergabe
bharati
trägt er zu
deveddha
„Deveddha“ (der von den Göttern Entzündete)
ityāha
so spricht er
devā
die Götter
hyetamaindhata
haben ihn ja entzündet
manviddha
„Manviddha“ (der von Manu Entzündete)
ityāha
so spricht er
manurhyetamuttaro
Manu hat ihn ja, später,
devebhya
als die Götter
aindharṣiṣṭuta
entzündet; „Ṛṣiṣṭuta“ (der von den Ṛṣis Gepriesene)
ityāharṣayo
so spricht er; die Ṛṣis
hyetamastuvanviprānumadita
haben ihn ja gepriesen; „Viprānumadita“ (Zugejauchzter)
ityāha
so spricht er
viprā
redekundig
hyete
sind ja diese
yacchuśruvāṃsaḥ
die die Lehre gehört haben
kaviśasta
„Kaviśasta“ (der von den Sehern Gepriesene)
ityāha
so spricht er
kavayo
Seher
hyete
sind ja diese
yacchuśruvāṃso
die die Lehre gehört haben
brahmasaṃśita
„Brahmasaṃśita“ (der durch die Formel Geschärfte)
ityāha
so spricht er
brahmasaṃśito
durch die heilige Formel geschärft
hyeṣa
ist er ja
ghṛtāhavana
„Ghṛtāhavana“ (dem Ghee geopfert wird)
ityāha
so spricht er
ghṛtāhutirhyasya
der Ghee-Guss ist ihm ja
priyatamā
der liebste
praṇīryajñānāmityāha
„Praṇīr yajñānām“ (Führer der Opfer), so spricht er
praṇīrhyeṣa
Führer ist er ja
yajñānāṃ
der Opfer
rathīradhvarāṇāmityāhaiṣa
„Rathī adhvarāṇām“ (Wagenlenker der Opferhandlungen), so spricht er; dies [ist]
hi
denn
devaratho'tūrto
der Götterwagen; „Atūrta“ (unübertroffener)
hotetyāha
Hotā-Priester“, so spricht er
na
nicht
hyetaṃ
ihn ja
kaścana
irgendeiner
tarati
übertrifft
tūrṇirhavyavāḍityāha
„Tūrṇir havyavāṭ“ (schneller Opferträger), so spricht er
sarvagg
alles
hyeṣa
eben er ja
taratyāspātraṃ
überholt; „Āspātram
juhūrdevānāmityāha
juhūr devānām“ (Gefäß der Götter), so spricht er
juhūrhyeṣa
die Juhū ist es ja
devānāṃ
der Götter
camaso
„Camasa
devapāna
devapānaḥ“ (Göttertrinkgefäß)
ityāha
so spricht er
camaso
der Camasa
hyeṣa
ist er ja
devapāno'rāṃ
das Göttertrinkgefäß; „wie die Felge die Speichen
ivāgne
so, Agni,
nemirdevāgstvaṃ
die Felge; die Götter; du
paribhūrasītyāha
umschließt du“, so spricht er
devān
die Götter
hyeṣa
umschließt er ja
paribhūryadbrūyādā
der Umschließende; würde er sprechen: „bring her
vaha
-
devāndevayate
die Götter, für den frommen [Opferherrn]
yajamānāyeti
dem Opferherrn“, so
bhrātṛvyamasmai
dem Rivalen einen Erben
janayedā
würde er erzeugen; „bring her
vaha
-
devān,
die Götter,
yajamānāyetyāha
für den Opferherrn“, so spricht er stattdessen
yajamānamevaitena
eben den Opferherrn damit
vardhayatyagnimagna
lässt er gedeihen; „Agni,
ā
her-
vaha
bring
somamā
Soma, bring her“
vahetyāha
so spricht er
devatā
die Gottheiten
eva
eben
tadyathāpūrvamupa
ruft er damit, wie üblich, herbei
hvayata
-
ā
-
cāgne
„und, Agni,
devān,
die Götter,
vaha
bring her,
suyajā
und opfere gut,
ca
und
yaja
opfere,
jātaveda
Jātavedas“
ityāhāgnimeva
so spricht er; eben den Agni
tathsa2ṃśyati
damit schärft er
so'sya
dieser, ihm
saṃśito
geschärft
devebhyo
den Göttern
havyaṃ
die Opfergabe
vahatyagnirhote
trägt zu; „Agnir hotā“ (Agni Hotā-Priester)
tyāhāgnirvai
so spricht er; Agni ist ja
devānāṃ
der Götter
hotā
Hotā-Priester
ya
wer
eva
eben
devānāṃ
der Götter
hotā
Hotā-Priester [ist]
taṃ
den
vṛṇīte
wählt man
smo
„wir sind es!“
vayamityāhātmānameva
so spricht er; sich selbst eben
sattvaṃ
zum rechten Wesen
gamayati
lässt er gelangen
sādhu
„wohlgetan
te
hast du,
yajamāna
Opferherr,
devatetyāhāśiṣamevaitāmā
deine Gottheit [verehrt]“, so spricht er; eben diesen Segensspruch
śāste
spricht er zu
yadbrūyādyo'gniṃ
würde er sprechen: „wer den Agni
hotāramavṛthā
als Hotā-Priester nicht recht [gewählt hat]“
ityagnino'bhayato
so würde er mit Agni von beiden Seiten
yajamānaṃ
den Opferherrn
pari
herum-
gṛhṇīyāt
-umgeben
pramāyukaḥ
vorzeitig sterbend
syādyajamānadevatyā
würde er sein; der Gottheit des Opferherrn gehörig
vai
ja
juhūrbhrātṛvyadevatyo'pabhṛd
[ist] die Juhū; der Gottheit des Rivalen gehörig der Upabhṛt
yaddve
wenn beide
iva
gleichsam
brūyādbhrātṛvyamasmai
würde er sprechen; dem Rivalen
janayedghṛtavatīmadhvaRyo
würde er einen Erben erzeugen; „den ghee-haltigen Löffel, Adhvaryu,
srucamāsyasvetyāha
nimm in den Mund“, so spricht er
yajamānamevaitena
eben den Opferherrn damit
vardhayati
lässt er gedeihen
devāyuvamityāha
„Devāyuvam“, so spricht er
devān
die Götter
hyeṣāvati
erlangt er ja damit
viśvavārāmityāha
„Viśvavārām“, so spricht er
viśvagg
alles
hyeṣāvatīḍāmahai
erlangt er ja damit; „wir wollen verehren
devāṃ
die Götter,
īḍenyānnamasyāma
die verehrungswürdigen; huldigen wollen wir,
namasyān
die huldigenswerten,
yajāma
opfern wollen wir,
yajñiyānityāha
die opferwürdigen“, so spricht er
manuṣyā
die Menschen
vā
ja
īḍenyāḥ
[sind] verehrungswürdig
pitaro
die Väter
namasyā
huldigenswert
devā
die Götter
yajñiyā
opferwürdig
devatā
der Gottheit
eva
eben
tadyathābhāgaṃ
dann entsprechend ihrem Anteil
yajati
opfert er
viprānumadita
„Viprānumaditā“
ityāha
so spricht er
canāsmai
nicht einmal ihm
hotopabhṛddevatā
[gelten] Hotā-, Upabhṛt-[Anteile]; die Gottheit
eva
allein
trīṇi
drei
ca
und

trīg stṛcānanu brūyādrājanyasya trayo vā anye rājanyātpuruṣā brāhmaṇo vaiśyaḥ śūdrastānevāsmā anukānkaroti pañcadaśānu brūyādrājanyasya pañcadaśo vai rājanyaḥ sva evainagg stome prati ṣṭhāpayati triṣṭubhā pari dadhyādiṃdriyaṃ vai triṣṭugiṃdriyakāmaḥ khalu vai rājanyo yajate triṣṭubhaivāsmā iṃdriyaṃ pari gṛhṇāti yadi kāmayeta brahmavarcasamastviti gāyatriyā pari dadhyādbrahmavarcasaṃ vai gāyatrī brahmavarcasameva bhavati saptadaśānu brūyādvaiśyasya saptadaśo vai vaiśyaḥ sva evainagg stome pratiṣṭhāpayati jagatyā pari dadhyājjāgatā vai paśavaḥ paśukāmaḥ khalu vai vaiśyo yajate jagatyaivāsmai paśūnpari gṛhṇātyekaviṃśatimanu brūyāt pratiṣṭhā kāmasyaikaviṃśaḥ stomānāṃ pratiṣṭhā pratiṣṭhityai caturviṃśatimanu brūyādbrahmavarcasakāmasya caturviṃśatyakṣarā gāyatrī gāyatrī brahmavarcasaṃ gāyatriyaivāsmai brahmavarcasamava rundhe triṃśatamanu brūyādannakāmasya triṃśadakṣarā virāḍannaṃ virāḍvirājaivāsmā annādyamava rundhe dvātriṃśatamanu brūyātpratiṣṭhākāmasya dvātriṃśadakṣarānuṣṭuganuṣṭup chandasāṃ pratiṣṭhā pratiṣṭhityai ṣaṭtriṃśatamanu brūyātpaśukāmasya ṣaṭtriṃśadakṣarā bṛhatī bārhatāḥ paśavo bṛhatyaivāsmai paśū nava rundhe catuścatvāriṃśatamanu brūyādiṃdriyakāmasya catuścatvāriṃśadakṣarā triṣṭugiṃdriyaṃ triṣṭuptriṣṭubhaivāsmā iṃdriyamava rundhe'ṣṭācatvāriṃśatamanu brūyātpaśukāmasyāṣṭācatvāriṃśadakṣarā jagatī jāgatāḥ paśavo jagatyaivāsmai paśūnava rundhe sarvāṇi chandāgsyanu brūyādbahuyājinaḥ sarvāṇi vā etasya chandāgsyavaruddhāni yo bahuyājyaparimitamanu brūyādaparimitasyāvaruddhyai kāmayeta pratiṣṭhityai paśūnthsapta catvāriṃśacca

Drei Verstrias soll er für den Adligen (Rājanya) rezitieren – drei sind ja die anderen Stände außer dem Adligen: Brahmane, Vaiśya, Śūdra; eben diesen macht er ihn gleichgestellt [?]. Fünfzehn soll er für den Adligen rezitieren – fünfzehnfach ist ja der Adlige; damit verankert er ihn eben in seinem eigenen Preislied (Stoma). Mit der Triṣṭubh soll er umschließen – Sinneskraft ist ja die Triṣṭubh, und nach Sinneskraft verlangend opfert der Adlige; mit der Triṣṭubh verleiht er ihm eben ringsum Sinneskraft. Wenn er sich wünscht „Brahmanenglanz möge zuteilwerden“, soll er mit der Gāyatrī umschließen – Brahmanenglanz ist ja die Gāyatrī; eben Brahmanenglanz wird ihm dann zuteil. Siebzehn soll er für den Vaiśya rezitieren – siebzehnfach ist ja der Vaiśya; damit verankert er ihn in seinem eigenen Preislied. Mit der Jagatī soll er umschließen – zur Jagatī gehört ja das Vieh, und nach Vieh verlangend opfert der Vaiśya; mit der Jagatī verleiht er ihm eben ringsum Vieh. Einundzwanzig soll er rezitieren für den, der Festigung begehrt – einundzwanzig ist ja die Festigung der Preislieder, zur Festigung. Vierundzwanzig soll er rezitieren für den, der Brahmanenglanz begehrt – vierundzwanzig Silben hat die Gāyatrī, und Gāyatrī ist Brahmanenglanz; mit der Gāyatrī eignet er sich eben Brahmanenglanz an. Dreißig soll er rezitieren für den, der Speise begehrt – dreißig Silben hat die Virāj, und Speise ist die Virāj; mit der Virāj eignet er sich eben Speisegenuss an. Zweiunddreißig soll er rezitieren für den, der Festigung begehrt – zweiunddreißig Silben hat die Anuṣṭubh, die Festigung der Versmaße; zur Festigung. Sechsunddreißig soll er rezitieren für den, der Vieh begehrt – sechsunddreißig Silben hat die Bṛhatī, und zur Bṛhatī gehört das Vieh; mit der Bṛhatī eignet er sich eben Vieh an. Vierundvierzig soll er rezitieren für den, der Sinneskraft begehrt – vierundvierzig Silben hat die Triṣṭubh, die Sinneskraft ist; mit der Triṣṭubh eignet er sich eben Sinneskraft an. Achtundvierzig soll er rezitieren für den, der Vieh begehrt – achtundvierzig Silben hat die Jagatī, und zur Jagatī gehört das Vieh; mit der Jagatī eignet er sich eben Vieh an. Alle Versmaße soll er rezitieren für den, der viel opfert – alle Versmaße hat er sich damit ja angeeignet. Wer unbegrenzt viele Verse rezitiert, tut dies zur Aneignung des Unbegrenzten; wer aber Festigung durch Vieh begehrt, rezitiert eine begrenzte Zahl. [Rezitations-Zählmarke – und siebenundvierzig.]

Wort für Wort
trīg
drei
stṛcānanu
Verstrias soll er rezitieren
brūyādrājanyasya
[heißt es]; für den Adligen
trayo
drei
vā
ja
anye
[sind] die anderen
rājanyātpuruṣā
Stände außer dem Adligen, die Menschen
brāhmaṇo
Brahmane
vaiśyaḥ
Vaiśya
śūdrastānevāsmā
Śūdra; eben diesen ihm
anukānkaroti
macht er gleichgestellt [?]
pañcadaśānu
fünfzehn soll er rezitieren
brūyādrājanyasya
für den Adligen
pañcadaśo
fünfzehnfach
vai
ja
rājanyaḥ
[ist] der Adlige
sva
im eigenen
evainagg
eben ihn
stome
Preislied
prati
-
ṣṭhāpayati
verankert er
triṣṭubhā
mit der Triṣṭubh
pari
herum-
dadhyādiṃdriyaṃ
soll er umschließen; Sinneskraft
vai
ja
triṣṭugiṃdriyakāmaḥ
[ist] die Triṣṭubh; nach Sinneskraft verlangend
khalu
fürwahr
vai
ja
rājanyo
der Adlige
yajate
opfert
triṣṭubhaivāsmā
mit der Triṣṭubh eben ihm
iṃdriyaṃ
Sinneskraft
pari
ringsum
gṛhṇāti
verleiht er
yadi
wenn
kāmayeta
er sich wünscht
brahmavarcasamastviti
„Brahmanenglanz möge zuteilwerden“, so
gāyatriyā
mit der Gāyatrī
pari
herum-
dadhyādbrahmavarcasaṃ
soll er umschließen; Brahmanenglanz
vai
ja
gāyatrī
[ist] die Gāyatrī
brahmavarcasameva
eben Brahmanenglanz
bhavati
wird ihm zuteil
saptadaśānu
siebzehn soll er rezitieren
brūyādvaiśyasya
für den Vaiśya
saptadaśo
siebzehnfach
vai
ja
vaiśyaḥ
[ist] der Vaiśya
sva
im eigenen
evainagg
eben ihn
stome
Preislied
pratiṣṭhāpayati
verankert er
jagatyā
mit der Jagatī
pari
herum-
dadhyājjāgatā
soll er umschließen; zur Jagatī gehörig
vai
ja
paśavaḥ
[ist] das Vieh
paśukāmaḥ
nach Vieh verlangend
khalu
fürwahr
vai
ja
vaiśyo
der Vaiśya
yajate
opfert
jagatyaivāsmai
mit der Jagatī eben ihm
paśūnpari
Vieh ringsum
gṛhṇātyekaviṃśatimanu
verleiht er; einundzwanzig soll er rezitieren
brūyāt
[heißt es]
pratiṣṭhā
Festigung
kāmasyaikaviṃśaḥ
für den, der sie begehrt; einundzwanzig [ist]
stomānāṃ
der Preislieder
pratiṣṭhā
Festigung
pratiṣṭhityai
zur Festigung
caturviṃśatimanu
vierundzwanzig soll er rezitieren
brūyādbrahmavarcasakāmasya
für den, der Brahmanenglanz begehrt
caturviṃśatyakṣarā
vierundzwanzig Silben hat
gāyatrī
die Gāyatrī
gāyatrī
[die] Gāyatrī [ist]
brahmavarcasaṃ
Brahmanenglanz
gāyatriyaivāsmai
mit der Gāyatrī eben ihm
brahmavarcasamava
Brahmanenglanz
rundhe
eignet er sich an
triṃśatamanu
dreißig soll er rezitieren
brūyādannakāmasya
für den, der Speise begehrt
triṃśadakṣarā
dreißig Silben hat
virāḍannaṃ
die Virāj; Speise [ist]
virāḍvirājaivāsmā
die Virāj; mit der Virāj eben ihm
annādyamava
Speisegenuss
rundhe
eignet er sich an
dvātriṃśatamanu
zweiunddreißig soll er rezitieren
brūyātpratiṣṭhākāmasya
für den, der Festigung begehrt
dvātriṃśadakṣarānuṣṭuganuṣṭup
zweiunddreißig Silben hat die Anuṣṭubh; die Anuṣṭubh [ist]
chandasāṃ
der Versmaße
pratiṣṭhā
Festigung
pratiṣṭhityai
zur Festigung
ṣaṭtriṃśatamanu
sechsunddreißig soll er rezitieren
brūyātpaśukāmasya
für den, der Vieh begehrt
ṣaṭtriṃśadakṣarā
sechsunddreißig Silben hat
bṛhatī
die Bṛhatī
bārhatāḥ
zur Bṛhatī gehörig [ist]
paśavo
das Vieh
bṛhatyaivāsmai
mit der Bṛhatī eben ihm
paśū
Vieh
nava
-
rundhe
eignet er sich an
catuścatvāriṃśatamanu
vierundvierzig soll er rezitieren
brūyādiṃdriyakāmasya
für den, der Sinneskraft begehrt
catuścatvāriṃśadakṣarā
vierundvierzig Silben hat
triṣṭugiṃdriyaṃ
die Triṣṭubh; Sinneskraft [ist]
triṣṭuptriṣṭubhaivāsmā
die Triṣṭubh; mit der Triṣṭubh eben ihm
iṃdriyamava
Sinneskraft
rundhe'ṣṭācatvāriṃśatamanu
eignet er sich an; achtundvierzig soll er rezitieren
brūyātpaśukāmasyāṣṭācatvāriṃśadakṣarā
für den, der Vieh begehrt; achtundvierzig Silben hat
jagatī
die Jagatī
jāgatāḥ
zur Jagatī gehörig [ist]
paśavo
das Vieh
jagatyaivāsmai
mit der Jagatī eben ihm
paśūnava
Vieh
rundhe
eignet er sich an
sarvāṇi
alle
chandāgsyanu
Versmaße soll er rezitieren
brūyādbahuyājinaḥ
für den, der viel opfert
sarvāṇi
alle
vā
ja
etasya
hat sich dieser
chandāgsyavaruddhāni
Versmaße angeeignet
yo
wer
bahuyājyaparimitamanu
unbegrenzt viele Verse soll rezitieren
brūyādaparimitasyāvaruddhyai
[heißt es]; zur Aneignung des Unbegrenzten
kāmayeta
wer begehrt
pratiṣṭhityai
zur Festigung
paśūnthsapta
durch Vieh; sieben
catvāriṃśacca
und vierzig [47]

nivītaṃ manuṣyāṇāṃ prācīnāvītaṃ pitṛṇāmupavītaṃ devānāmupa vyayate devalakṣmameva tatkurute tiṣṭhannanvāha tiṣṭhan hyāśrutataraṃ vadati tiṣṭhannanvāha suvargasya lokasyābhijityā āsīno yajatyasminneva loke pratitiṣṭhati yatkrauñcamanvāhāsuraṃ tadyanmaṃdraṃ mānuṣaṃ tadyadantarā tathsadevamantarānūcyaṃ sadevatvāya vidvāṃso vai purā hotāro'bhūvantasmādvidhṛtā adhvāno'bhūvanna panthānaḥ samarukṣannantarvedyanyaḥ pādo bhavati bahirvedyanyo'thānvāhādhvanāṃ vidhṛtyai pathāmasaṃrohāyātho bhūtaṃ caiva bhaviṣyaccāva rundhe'tho parimitaṃ caivāparimitaṃ cāva rundhe'tho grāmyāgścaiva paśūnāraṇyāgścāva rundhe'tho devalokaṃ caiva manuṣyalokaṃ cābhi jayati devā vai sāmidhenīranūcya yajñaṃ nānvapaśyanthsa prajāpatistūṣṇīmāghāramāghārayattato vai devā yajñamanvapaśyan yattūṣṇīmāghāramāghārayati yajñasyānukhyātyā atho sāmidhenīrevābhyanaktyalūkṣo bhavati ya evaṃ vedātho tarpayatyevaināstṛpyati prajayā paśubhi rya evaṃ veda yadekayāghārayedekāṃ prīṇīyādyaddvābhyāṃ dve prīṇīyādyattisṛbhirati tadrecayenmanasāghārayati manasā hyanāptamāpyate tiryañcamā ghārayatyacchaṃbaṭkāraṃ vākca manaścārtīyetāmahaṃ devebhyo havyaṃ vahāmīti vāgabravīdahaṃ devebhya iti manastau prajāpatiṃ praśnamaitāṃ so'bravīt prajāpatirdūtīreva tvaṃ manaso'si yaddhi manasā dhyāyati tadvācā vadatīti tatkhalu tubhyaṃ na vācā juhavannityabravīt tasmānmanasā prajāpataye juhvati mana iva hi prajāpatiḥ prajāpaterāptyai paridhīnthsaṃ mārṣṭi punātyevaināntrirmadhyamaṃ trayo vai prāṇāḥ prāṇānevābhi jayati trirdakṣiṇārdhyaṃ traya ime lokā imāneva lokānabhi jayati triruttarārdhyaṃ trayo vai devayānāḥ panthānastānevābhi jayati trirupa vājayati trayo vai devalokā devalokānevābhi jayati dvādaśa saṃpadyante dvādaśa māsāḥ saṃvathsaraḥ saṃvathsarameva prīṇātyatho saṃvathsaramevāsmā upa dadhāti suvargasya lokasya samaṣṭyā āghāramā ghārayati tira iva vai suvargo lokaḥ suvargamevāsmai lokaṃ pra rocayatyṛjumā ghārayatyṛjuriva hi prāṇaḥ saṃtatamā ghārayati prāṇānāmannādyasya saṃtatyā atho rakṣasāmapahatyai yaṃ kāmayeta pramāyukaḥ syāditi jihmaṃ tasyāghārayet prāṇamevāsmājjihmaṃ nayati tājak pra mīyate śiro vā etadyajñasya yadāghāra ātmā dhruvāghāramāghārya dhruvāṃ samanaktyātmanneva yajñasya śiraḥ prati dadhātyagnirdevānāṃ dūta āsīddaivyo'surāṇāṃ tau prajāpatiṃ praśnamaitāṃ sa prajāpatirbrāhmaṇamabravīdetadvi brūhītyā śrāvayetīdaṃ devāḥ śṛṇuteti vāva tadabravīdagnirdevo hoteti ya eva devānāṃ tamavṛṇīta tato devā abhavanparāsurā yasyaivaṃ viduṣaḥ pravaraṃ pravṛṇate bhavatyātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati yadbrāhmaṇaścābrāhmaṇaśca praśnameyātāṃ brāhmaṇāyādhi brūyādyadbrāhmaṇāyādhyāhātmane'dhyāha yadbrāhmaṇaṃ parāhātmānaṃ parāha tasmād brāhmaṇo na parocyaḥ vā āraṇyāgścāva ruṃdhetho paśubhiḥ sobravīddakṣiṇārdhyaṃ traya iva dhruvā devāścatvāriṃśacca

Nivīta – die heilige Schnur um den Hals hängend – ist die Weise der Menschen, Prācīnāvīta – über die rechte Schulter – die der Väter, Upavīta – über die linke Schulter – die der Götter; er legt sich die Schnur um und vollzieht damit eben das Kennzeichen der Götter an sich. Stehend rezitiert er, denn im Stehen spricht man weithin hörbarer. Stehend rezitiert er zur Erlangung der Himmelswelt; sitzend opfert er, um sich in dieser Welt zu verankern. Dass er die Krauñca-Formel rezitiert, ist das Dämonische; was Mandra, die „Erfreuliche“, ist, ist das Menschliche; was dazwischenliegt, ist das Göttliche; deshalb soll man das Dazwischenliegende, Göttliche rezitieren, zur Erlangung des Göttlichen. Wissende waren einst die Hotā-Priester; deshalb entstanden geteilte Wege, nicht einzelne Pfade: sie stiegen dazwischen empor, der eine Fuß innerhalb, der andere außerhalb der Vedi; danach rezitiert er, zur Trennung der Wege, damit die Pfade nicht wieder zusammenwachsen. Ferner eignet er sich damit das Gewesene und das Zukünftige an, ferner das Begrenzte und das Unbegrenzte, ferner das Vieh der Dörfer und das der Wildnis; ferner gewinnt er die Götterwelt und die Menschenwelt. Die Götter hatten, nachdem sie die Sāmidhenīs rezitiert hatten, das Opfer noch nicht erblickt. Da ließ Prajāpati schweigend die Āghāra-Spende fließen; daraufhin erblickten die Götter das Opfer. Dass man die Āghāra-Spende schweigend fließen lässt, dient dem Sichtbarwerden des Opfers. Und ferner salbt er damit die Sāmidhenīs – nicht rau bleibt, wer dies weiß; und ferner sättigt er sie damit, und sie sättigen ihn dann mit Nachkommenschaft und Vieh, wer dies weiß. Ließe er die Spende mit nur einer Formel fließen, würde er nur eine Welt befriedigen; mit zweien, zwei; mit dreien würde er das Übrige erschöpfen. Er lässt die Spende im Sinn – schweigend – fließen, denn mit dem Sinn erlangt man das Unerreichte. Er lässt sie quer fließen, bis zum Vaṣaṭ-Ruf. Rede und Sinn stritten einst miteinander: „Ich trage den Göttern die Opfergabe zu“, sprach die Rede; „ich trage sie zu“, sprach der Sinn. Die beiden traten vor Prajāpati mit der Frage. Er sprach: „Du, Rede, bist ja eben die Botin des Sinnes; denn was man im Sinn denkt, das spricht man mit der Rede aus.“ „Dann wollen wir dir eben nicht mit der Rede opfern“, sprachen sie darauf. Deshalb opfert man dem Prajāpati mit dem Sinn – denn wie der Sinn, so ist ja Prajāpati. Zur Erlangung des Prajāpati wischt er die Einfassungen sauber und läutert sie damit. Dreimal die mittlere – drei sind ja die Lebensatem; eben die Lebensatem gewinnt er damit. Dreimal die rechte – drei sind diese Welten; eben diese gewinnt er. Dreimal die linke – drei sind die Wege, die die Götter ziehen; eben diese gewinnt er. Dreimal treibt er sie hinauf [?] – drei sind die Götterwelten; eben diese gewinnt er. Zwölf werden es zusammen – zwölf sind die Monate, das ist das Jahr; eben das Jahr befriedigt er damit, und legt sich so das Jahr hinzu. Zur Gesamtheit der Himmelswelt lässt er die Āghāra-Spende fließen – verborgen gleichsam ist ja die Himmelswelt; eben diese macht er ihm sichtbar. Er lässt sie gerade fließen, denn gerade ist ja der Lebensatem; er lässt sie fortlaufend fließen, zur Fortsetzung der Lebensatem und der Speise, und ferner zur Vertreibung der Unholde. Wessen vorzeitigen Tod er sich wünscht, für dessen Feind soll er sie schräg fließen lassen – dessen Lebensatem führt er dadurch vom rechten Weg ab, und dieser stirbt vorzeitig. Das Haupt des Opfers ist ja die Āghāra-Spende, das Selbst das Feste (die feste Opfergabe). Nachdem er die Āghāra-Spende hat fließen lassen, salbt er das Feste – eben damit setzt er dem Opfer im Selbst des Opfers das Haupt wieder auf. Agni war der Bote der Götter, [ein zweiter, unsicher benannter] [?] der der Asuras. Die beiden traten vor Prajāpati mit der Frage. Prajāpati sprach zum Brahmanen-Priester: „Sag es heraus!“ – das heißt „lass es hören“ – „dies, ihr Götter, höret!“, eben dies sprach er damit. „Agni, der Gott, sei Hotā-Priester“ – wer eben der Bote der Götter ist, den wählte er. Daraufhin kamen die Götter empor, die Asuras kamen zu Fall. Wessen so wissenden Wahlspruch man wählt, der gedeiht selbst, während sein Rivale zu Fall kommt. Kämen ein Brahmane und ein Nicht-Brahmane zusammen mit der Frage, soll man dem Brahmanen antworten; wer dem Brahmanen antwortet, antwortet sich selbst; wer den Brahmanen abweist, weist sich selbst ab. Deshalb soll man einen Brahmanen nicht abweisen. [Schlussformel unsicher, betrifft die Aneignung von wildem Vieh.] [Rezitations-Zählmarke – und vierundvierzig.]

Wort für Wort
nivītaṃ
Nivīta (um den Hals)
manuṣyāṇāṃ
[ist die Weise] der Menschen
prācīnāvītaṃ
Prācīnāvīta (über die rechte Schulter)
pitṛṇāmupavītaṃ
der Väter; Upavīta (über die linke Schulter)
devānāmupa
der Götter; um-
vyayate
-legt er sich [die Schnur]
devalakṣmameva
eben das Kennzeichen der Götter
tatkurute
vollzieht er an sich
tiṣṭhannanvāha
stehend rezitiert er
tiṣṭhan
im Stehen
hyāśrutataraṃ
spricht man ja weithin hörbarer
vadati
spricht man
tiṣṭhannanvāha
stehend rezitiert er
suvargasya
der Himmelswelt
lokasyābhijityā
zur Erlangung [dieser] Welt
āsīno
sitzend
yajatyasminneva
opfert er; eben in dieser
loke
Welt
pratitiṣṭhati
verankert er sich
yatkrauñcamanvāhāsuraṃ
dass er die Krauñca-Formel rezitiert, [ist] das Dämonische
tadyanmaṃdraṃ
dies; was Mandra [ist]
mānuṣaṃ
[ist] das Menschliche
tadyadantarā
dies; was dazwischen [ist]
tathsadevamantarānūcyaṃ
[ist] das Göttliche; das Dazwischenliegende soll man rezitieren
sadevatvāya
zur Erlangung des Göttlichen
vidvāṃso
wissend
vai
ja
purā
einst
hotāro'bhūvantasmādvidhṛtā
waren die Hotā-Priester; deshalb geteilte
adhvāno'bhūvanna
Wege entstanden; nicht
panthānaḥ
einzelne Pfade
samarukṣannantarvedyanyaḥ
stiegen dazwischen empor; innerhalb der Vedi der eine
pādo
Fuß
bhavati
ist
bahirvedyanyo'thānvāhādhvanāṃ
außerhalb der Vedi der andere; danach rezitiert er; der Wege
vidhṛtyai
zur Trennung
pathāmasaṃrohāyātho
der Pfade, zum Nicht-Wiederzusammenwachsen; und ferner
bhūtaṃ
das Gewesene
caiva
und
bhaviṣyaccāva
das Zukünftige; und
rundhe'tho
eignet er sich an; und ferner
parimitaṃ
das Begrenzte
caivāparimitaṃ
und das Unbegrenzte
cāva
und
rundhe'tho
eignet er sich an; und ferner
grāmyāgścaiva
das Vieh der Dörfer und
paśūnāraṇyāgścāva
das Vieh der Wildnis; und
rundhe'tho
eignet er sich an; und ferner
devalokaṃ
die Götterwelt
caiva
und
manuṣyalokaṃ
die Menschenwelt
cābhi
und -
jayati
-gewinnt er
devā
die Götter
vai
ja
sāmidhenīranūcya
nachdem sie die Sāmidhenīs rezitiert hatten
yajñaṃ
das Opfer
nānvapaśyanthsa
erblickten sie nicht; da
prajāpatistūṣṇīmāghāramāghārayattato
Prajāpati; schweigend die Āghāra-Spende ließ er fließen; daraufhin
vai
ja
devā
die Götter
yajñamanvapaśyan
erblickten das Opfer
yattūṣṇīmāghāramāghārayati
dass man schweigend die Āghāra-Spende fließen lässt
yajñasyānukhyātyā
dient dem Sichtbarwerden des Opfers
atho
und ferner
sāmidhenīrevābhyanaktyalūkṣo
die Sāmidhenīs eben salbt er; nicht rau
bhavati
wird [wer dies weiß]
ya
wer
evaṃ
so
vedātho
weiß; und ferner
tarpayatyevaināstṛpyati
sättigt er eben sie; sie sättigen [ihn]
prajayā
mit Nachkommenschaft
paśubhi
und Vieh
rya
wer
evaṃ
so
veda
weiß
yadekayāghārayedekāṃ
wenn er mit einer Formel fließen ließe, [würde er] eine [Welt]
prīṇīyādyaddvābhyāṃ
befriedigen; wenn mit zweien
dve
zwei
prīṇīyādyattisṛbhirati
befriedigen; wenn mit dreien, darüber hinaus
tadrecayenmanasāghārayati
dies würde er erschöpfen; im Sinn lässt er fließen
manasā
mit dem Sinn
hyanāptamāpyate
erlangt man ja das Unerreichte
tiryañcamā
quer
ghārayatyacchaṃbaṭkāraṃ
lässt er fließen, bis zum Vaṣaṭ-Ruf
vākca
Rede und
manaścārtīyetāmahaṃ
Sinn stritten einst; „ich
devebhyo
den Göttern
havyaṃ
die Opfergabe
vahāmīti
trage zu“, so
vāgabravīdahaṃ
sprach die Rede; „ich
devebhya
[trage sie] den Göttern
iti
so
manastau
sprach der Sinn; die beiden
prajāpatiṃ
vor Prajāpati
praśnamaitāṃ
traten mit der Frage
so'bravīt
er sprach
prajāpatirdūtīreva
Prajāpati: „die Botin eben
tvaṃ
du
manaso'si
bist des Sinnes
yaddhi
denn was
manasā
im Sinn
dhyāyati
man denkt
tadvācā
das mit der Rede
vadatīti
spricht man aus“, so
tatkhalu
dann fürwahr
tubhyaṃ
dir
na
nicht
vācā
mit der Rede
juhavannityabravīt
wollen wir opfern“, so sprachen sie
tasmānmanasā
deshalb mit dem Sinn
prajāpataye
dem Prajāpati
juhvati
opfert man
mana
wie der Sinn
iva
gleichsam
hi
denn
prajāpatiḥ
[ist] Prajāpati
prajāpaterāptyai
zur Erlangung des Prajāpati
paridhīnthsaṃ
die Einfassungen zusammen-
mārṣṭi
wischt er sauber
punātyevaināntrirmadhyamaṃ
läutert er eben sie; dreimal die mittlere
trayo
drei
vai
ja
prāṇāḥ
[sind] die Lebensatem
prāṇānevābhi
eben die Lebensatem-
jayati
-gewinnt er
trirdakṣiṇārdhyaṃ
dreimal die rechte
traya
drei
ime
diese
lokā
Welten [sind]
imāneva
eben diese
lokānabhi
Welten-
jayati
-gewinnt er
triruttarārdhyaṃ
dreimal die linke
trayo
drei
vai
ja
devayānāḥ
göttergezogene
panthānastānevābhi
Wege [sind]; eben diese-
jayati
-gewinnt er
trirupa
dreimal hinauf-
vājayati
-treibt er [?]
trayo
drei
vai
ja
devalokā
[sind] die Götterwelten
devalokānevābhi
eben die Götterwelten-
jayati
-gewinnt er
dvādaśa
zwölf
saṃpadyante
werden es zusammen
dvādaśa
zwölf
māsāḥ
[sind] die Monate
saṃvathsaraḥ
das ist das Jahr
saṃvathsarameva
eben das Jahr
prīṇātyatho
befriedigt er; und ferner
saṃvathsaramevāsmā
eben das Jahr sich
upa
hinzu-
dadhāti
-legt er
suvargasya
der Himmelswelt
lokasya
Welt
samaṣṭyā
zur Gesamtheit
āghāramā
die Āghāra-Spende
ghārayati
lässt er fließen
tira
verborgen
iva
gleichsam
vai
ja
suvargo
[ist] die Himmels-
lokaḥ
-welt
suvargamevāsmai
eben die Himmels-
lokaṃ
-welt ihm
pra
-
rocayatyṛjumā
macht er sichtbar; gerade [lässt er] fließen
ghārayatyṛjuriva
lässt er fließen; gerade gleichsam
hi
denn
prāṇaḥ
[ist] der Lebensatem
saṃtatamā
fortlaufend
ghārayati
lässt er fließen
prāṇānāmannādyasya
der Lebensatem, der Speise
saṃtatyā
zur Fortsetzung
atho
und ferner
rakṣasāmapahatyai
zur Vertreibung der Unholde
yaṃ
für wen
kāmayeta
er sich wünscht
pramāyukaḥ
vorzeitig sterbend
syāditi
er möge sein, so
jihmaṃ
schräg
tasyāghārayet
für dessen Feind soll er fließen lassen
prāṇamevāsmājjihmaṃ
eben dessen Lebensatem, vom Weg ab,
nayati
führt er
tājak
dieser
pra
vorzeitig-
mīyate
-stirbt
śiro
das Haupt
vā
ja
etadyajñasya
[ist] dies, des Opfers
yadāghāra
[nämlich] die Āghāra-Spende
ātmā
das Selbst
dhruvāghāramāghārya
[ist] das Feste nachdem er die Āghāra-Spende hat fließen lassen
dhruvāṃ
das Feste
samanaktyātmanneva
salbt er; im Selbst eben
yajñasya
des Opfers
śiraḥ
das Haupt
prati
wieder-
dadhātyagnirdevānāṃ
-setzt er auf; Agni [war] der Götter
dūta
Bote
āsīddaivyo'surāṇāṃ
war; ein zweiter [?]; der Asuras
tau
die beiden
prajāpatiṃ
vor Prajāpati
praśnamaitāṃ
traten mit der Frage
sa
er
prajāpatirbrāhmaṇamabravīdetadvi
Prajāpati; zum Brahmanen sprach er: „dies heraus
brūhītyā
sag!“, so; lass
śrāvayetīdaṃ
hören; „dies,
devāḥ
ihr Götter,
śṛṇuteti
höret!“, so
vāva
eben
tadabravīdagnirdevo
dies sprach er; „Agni, der Gott,
hoteti
sei Hotā-Priester“, so
ya
wer
eva
eben
devānāṃ
der Götter
tamavṛṇīta
den Boten, den wählte er
tato
daraufhin
devā
die Götter
abhavanparāsurā
wurden [empor]; die Asuras fielen
yasyaivaṃ
wessen so
viduṣaḥ
Wissenden
pravaraṃ
Wahlspruch
pravṛṇate
man wählt
bhavatyātmanā
er gedeiht selbst
parāsya
fällt sein
bhrātṛvyo
Rivale
bhavati
[dies] geschieht
yadbrāhmaṇaścābrāhmaṇaśca
wenn ein Brahmane und ein Nicht-Brahmane
praśnameyātāṃ
mit der Frage kämen
brāhmaṇāyādhi
dem Brahmanen soll man
brūyādyadbrāhmaṇāyādhyāhātmane'dhyāha
antworten; wenn man dem Brahmanen antwortet, antwortet man sich selbst
yadbrāhmaṇaṃ
wenn man den Brahmanen
parāhātmānaṃ
abweist, sich selbst
parāha
weist man ab
tasmād
deshalb
brāhmaṇo
einen Brahmanen
na
nicht
parocyaḥ
soll man abweisen
vā
ja [Schlussformel unsicher]
āraṇyāgścāva
das wilde Vieh; und
ruṃdhetho
eignet man sich an
paśubhiḥ
mit Vieh
sobravīddakṣiṇārdhyaṃ
so sprach er; die rechte
traya
drei
iva
gleichsam
dhruvā
fest
devāścatvāriṃśacca
die Götter; und vierzig [44]

āyuṣṭa āyurdā agna ā pyāyasva saṃte'va te heḍa uduttamaṃ pra ṇo devyā no divo'gnāviṣṇū agnāviṣṇū imaṃ me varuṇa tattvāyāmyudu tyaṃ citram || apāṃ napādā hyasthādupasthaṃ jihmānāmūrdhvo vidyutaṃ vasānaḥ | tasya jyeṣṭhaṃ mahimānaṃ vahantīrhiraṇyavarṇāḥ pari yanti yahvīḥ || sa manyā yantyupa yantyanyāḥ samānamūrvaṃ nadyaḥ pṛṇanti | tamū śuciṃ śucayo dīdivāṃ samapāṃ napātaṃ pari tasthurāpaḥ || tamasmerā yuvatayo yuvānaṃ marmṛjyamānāḥ pari yantyāpaḥ | sa śukreṇa śikvanā revadagnirdīdāyānidhmo ghṛtanirṇigapsu || iṃdrāvaruṇayorahaṃ samrājorava ā vṛṇe | tā no mṛḍāta īdṛśe || iṃdrāvaruṇā yuvamadhvarāya no viśe janāya mahi śarma yacchatam | dīrghaprayajyumati yo vanuṣyati vayaṃ jayema pṛtanāsu dūḍhyaḥ || ā no mitrāvaruṇā pra bāhavā | tvaṃ no agne varuṇasya vidvāndevasya heḍo'va yā sisīṣṭhāḥ | yajiṣṭho vahnitamaḥ śośucāno viśvā dveṣāṃsi pra mumugdhyasmat || sa tvaṃ no agne'vamo bhavotī nediṣṭho asyā uṣaso vyuṣṭau | ava yakṣva no varuṇaṃ rarāṇo vīhi mṛḍīkaṃ suhavo na edhi || praprāyamagnirbharatasya śṛṇve vi yathsūRyo na rocate bṛhadbhāḥ | abhi yaḥ pūruṃ pṛtanāsu tasthau dīdāya daivyo atithiḥ śivo naḥ || pra te yakṣi prata iyarmi manma bhuvo yathā vandyo no haveṣu | dhanvanniva prapā asi tvamagna iyakṣave pūrave pratna rājan || vi pājasā vi jyotiṣā || sa tvamagne pratīkena pratyoṣa yātudhānyaḥ | urukṣayeṣu dīdyat || taṃ supratīkaṃ sudṛśagg svañcamavidvāṃso viduṣṭaraṃ sapema | sa yakṣadviśvā vayunāni vidvān pra havyamagniramṛteṣu vocat yahvīssamadhvarāya no varuṇaṃ rājaggścatuścatvāriṃśacca

Lebenskraft sei dir, Lebenskraft gebend, o Agni – schwill an; dein Unmut bleibe uns fern; führe uns empor, du Höchste [?]. Von uns, vom Himmel her, Agni-Viṣṇu, Agni-Viṣṇu: dies erbitte ich von dir, Varuṇa, und dazu jenes Wunderbare empor. || Apāṃ Napāt, der Sohn der Gewässer, hat sich in den Schoß der schräg fließenden Wasser gesetzt, aufrecht, den Blitz als Gewand tragend; seine höchste Größe tragend, umkreisen ihn die goldfarbenen, jungen Fluten. || Die einen gehen bedächtig, andere nahen sich; gemeinsam füllen die Flüsse das weite Becken. Ihn, den Reinen, umstehen die reinen, leuchtenden Gewässer – den Apāṃ Napāt, den Leuchtenden. || Ihn, den Jüngling, umkreisen die lächelnden [?] jungen Frauen – die Wasser –, ihn schmückend; er, das Feuer, leuchtet mit hellem, geschicktem Glanz, reich, ohne Brennholz, ghee-gewandet, im Wasser. || Die Gunst Indras und Varuṇas, der beiden Allherrscher, erbitte ich mir; die beiden mögen uns in solcher Lage gnädig sein. || Indra und Varuṇa, gewährt ihr beide uns, dem Opfer, dem Stamm, den Menschen großen Schutz; wer den beharrlich Opfernden [?] anfeindet, den wollen wir in den Kämpfen besiegen, die bösgesinnten Feinde. || Streckt uns, Mitra und Varuṇa, eure Arme entgegen. [Fragment.] Du, Agni, der du den Zorn des Gottes Varuṇa kennst, mögest ihn lösen; als bester Opferer, als eifrigster Zieher der Opfergabe, hell aufflammend, löse alle Feindschaften von uns. || Sei du uns, Agni, der nächste Helfer, der Nächste beim Aufleuchten dieser Morgenröte; besänftige uns den Varuṇa, ihn gnädig stimmend; erlange für uns Erbarmen; sei uns leicht anzurufen. || Weithin wird dieser Agni des Bharata gehört, wie er, der Sonne gleich, weitglänzend leuchtet; der sich dem Puru in den Kämpfen entgegenstellt, leuchtete, der göttliche Gast, uns heilbringend. || Ich opfere dir voran, ich errege dir voran das Gedicht, auf dass du bei unseren Anrufungen preiswürdig seiest; wie eine Tränke in der Wüste bist du, Agni, dem Opferwilligen, dem Puru, uralter König. || Mit Glanz weithin, mit Licht weithin. [Fragment.] || Du, Agni, verbrenne mit deinem Antlitz die Zaubereien; leuchte in den weiten Wohnstätten. || Ihn, den schönantlitzigen, wohlgestalteten, hold Gehenden, wollen wir, die Unwissenden, dem Kundigeren folgend, verehren; er möge, alle rechten Weisungen kennend, opfern; Agni möge die Opfergabe den Unsterblichen kundtun. [Schlussfragment: die jungen Fluten, zum Opfer, den König Varuṇa.] [Rezitations-Zählmarke – und vierundvierzig.]

Wort für Wort
āyuṣṭa
Lebenskraft dir
āyurdā
Lebenskraft-gebend
agna
o Agni
ā
-
pyāyasva
schwill an
saṃte'va
dein Unmut fern
te
dir
heḍa
der Unmut
uduttamaṃ
empor, du Höchste [?]
pra
-
ṇo
uns
devyā
göttliche
no
uns
divo'gnāviṣṇū
vom Himmel; Agni-Viṣṇu
agnāviṣṇū
Agni-Viṣṇu
imaṃ
dies
me
ich
varuṇa
Varuṇa
tattvāyāmyudu
erbitte ich von dir; und empor
tyaṃ
jenes
citram
Wunderbare
||
||
apāṃ
der Gewässer
napādā
Sohn (Napāt) hat sich her-
hyasthādupasthaṃ
-gesetzt ja; in den Schoß
jihmānāmūrdhvo
der schräg fließenden; aufrecht
vidyutaṃ
den Blitz
vasānaḥ
als Gewand tragend
|
|
tasya
seine
jyeṣṭhaṃ
höchste
mahimānaṃ
Größe
vahantīrhiraṇyavarṇāḥ
tragend; die goldfarbenen
pari
herum-
yanti
-gehen
yahvīḥ
die jungen Fluten
||
||
sa
die einen
manyā
bedächtig
yantyupa
gehen; nahen
yantyanyāḥ
sich; andere
samānamūrvaṃ
das gemeinsame weite Becken
nadyaḥ
die Flüsse
pṛṇanti
füllen
|
|
tamū
ihn
śuciṃ
den Reinen
śucayo
die reinen
dīdivāṃ
leuchtenden [Gewässer]
samapāṃ
umstehen; der Gewässer
napātaṃ
Sohn (Napāt)
pari
herum-
tasthurāpaḥ
-stehen die Wasser
||
||
tamasmerā
ihn, die lächelnden [?]
yuvatayo
jungen Frauen
yuvānaṃ
den Jüngling
marmṛjyamānāḥ
ihn schmückend
pari
herum-
yantyāpaḥ
-gehen die Wasser
|
|
sa
er
śukreṇa
mit hellem
śikvanā
geschicktem Glanz
revadagnirdīdāyānidhmo
reich; das Feuer leuchtet; ohne Brennholz
ghṛtanirṇigapsu
ghee-gewandet, im Wasser
||
||
iṃdrāvaruṇayorahaṃ
Indras und Varuṇas; ich
samrājorava
der beiden Allherrscher; die Gunst
ā
-
vṛṇe
erbitte mir
|
|
tā
die beiden
no
uns
mṛḍāta
mögen gnädig sein
īdṛśe
in solcher Lage
||
||
iṃdrāvaruṇā
Indra und Varuṇa
yuvamadhvarāya
ihr beide; dem Opfer
no
uns
viśe
dem Stamm
janāya
den Menschen
mahi
großen
śarma
Schutz
yacchatam
gewährt
|
|
dīrghaprayajyumati
den beharrlich Opfernden [?]
yo
wer
vanuṣyati
anfeindet
vayaṃ
wir
jayema
wollen besiegen
pṛtanāsu
in den Kämpfen
dūḍhyaḥ
die bösgesinnten [Feinde]
||
||
ā
her-
no
uns
mitrāvaruṇā
Mitra und Varuṇa
pra
-
bāhavā
[streckt] die Arme entgegen
|
|
tvaṃ
du
no
uns
agne
Agni
varuṇasya
des Varuṇa
vidvāndevasya
kennend; des Gottes
heḍo'va
den Zorn; löse
yā
der du
sisīṣṭhāḥ
mögest lösen
|
|
yajiṣṭho
als bester Opferer
vahnitamaḥ
als eifrigster Zieher der Opfergabe
śośucāno
hell aufflammend
viśvā
alle
dveṣāṃsi
Feindschaften
pra
-
mumugdhyasmat
löse von uns
||
||
sa
du
tvaṃ
du
no
uns
agne'vamo
Agni; der nächste Helfer
bhavotī
sei
nediṣṭho
der Nächste
asyā
dieser
uṣaso
Morgenröte
vyuṣṭau
beim Aufleuchten
|
|
ava
besänftige
yakṣva
opfere/besänftige
no
uns
varuṇaṃ
den Varuṇa
rarāṇo
ihn gnädig stimmend
vīhi
erlange
mṛḍīkaṃ
Erbarmen
suhavo
leicht anzurufen
na
-
edhi
sei
||
||
praprāyamagnirbharatasya
weithin; dieser Agni des Bharata
śṛṇve
wird gehört
vi
-
yathsūRyo
wie die Sonne
na
-
rocate
leuchtet
bṛhadbhāḥ
weitglänzend
|
|
abhi
entgegen-
yaḥ
der
pūruṃ
dem Puru
pṛtanāsu
in den Kämpfen
tasthau
-stellte sich
dīdāya
leuchtete
daivyo
der göttliche
atithiḥ
Gast
śivo
heilbringend
naḥ
uns
||
||
pra
voran
te
dir
yakṣi
opfere ich
prata
voran
iyarmi
errege ich
manma
das Gedicht
bhuvo
du seiest
yathā
auf dass
vandyo
preiswürdig
no
bei unseren
haveṣu
Anrufungen
|
|
dhanvanniva
wie in der Wüste
prapā
eine Tränke
asi
bist du
tvamagna
du, Agni,
iyakṣave
dem Opferwilligen
pūrave
dem Puru
pratna
uralter
rājan
König
||
||
vi
weithin
pājasā
mit Glanz
vi
weithin
jyotiṣā
mit Licht
||
||
sa
du
tvamagne
du, Agni,
pratīkena
mit deinem Antlitz
pratyoṣa
verbrenne
yātudhānyaḥ
die Zaubereien
|
|
urukṣayeṣu
in den weiten Wohnstätten
dīdyat
leuchte
||
||
taṃ
ihn
supratīkaṃ
den schönantlitzigen
sudṛśagg
wohlgestalteten
svañcamavidvāṃso
hold Gehenden; wir, die Unwissenden
viduṣṭaraṃ
dem Kundigeren
sapema
wollen folgen/verehren
|
|
sa
er
yakṣadviśvā
möge opfern; alle
vayunāni
rechten Weisungen
vidvān
kennend
pra
-
havyamagniramṛteṣu
die Opfergabe; Agni; den Unsterblichen
vocat
möge kundtun
yahvīssamadhvarāya
die jungen Fluten; zum Opfer
no
uns
varuṇaṃ
den Varuṇa
rājaggścatuścatvāriṃśacca
König; und vierundvierzig [44]

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