Yajño vai devebhya udakrāmat: 'na vo 'haṃ annaṃ bhaviṣyāmi' iti; neti devā abruvan, 'annam eva na bhaviṣyasi' iti. taṃ devā vimathire, sa haibhyo vibhṛto na prababhūva. te hocur devāḥ: 'na vā ittham vibhṛto 'laṃ bhaviṣyati; hantemaṃ yajñaṃ sambharāmā' iti; tatheti; taṃ samabhriyata; taṃ sambhṛtyocur: 'imam Aśvinau bhiṣajyatām' iti; Aśvinau vai devānāṃ bhiṣajau, Aśvinau adhvaryū; tasmād adhvaryū gharmaṃ pravargyeṇa pracarayato hotrābhiṣṭutaḥ.
Das Opfer wich einst von den Göttern und sprach: 'Ich werde nicht euer Speiseopfer sein.' 'Nein', sprachen die Götter, 'du wirst genau unsere Speise sein.' Da drangsalierten es die Götter [um es zu zerteilen], doch zerteilt vermochte es nicht [mehr ganz] zu werden. Da sprachen die Götter: 'So zerteilt, wird es nicht ausreichen — wohlan, lasst uns dieses Opfer [wieder] zusammenfügen.' 'So sei es.' Sie fügten es zusammen; und als es zusammengefügt war, sprachen sie: 'Die beiden Aśvin sollen es heilen.' Die Aśvin sind ja die Ärzte der Götter, die Aśvin sind [in dieser Rolle] die Adhvaryu-Priester; darum vollziehen die beiden Adhvaryu-Priester den heißen Trank (gharma) im Rahmen der Pravargya-Zeremonie, während der Hotṛ ihn mit Lobsprüchen begleitet.
'Brahma jajñānam prathamaṃ purastāt' iti pratipadyate; brahma vai Bṛhaspatiḥ, brahmaṇaivainaṃ tad bhiṣajyati. 'yat pitre rāṣṭry ety agre' iti; vāg vai rāṣṭrī, vācam evāsminn tad dadhāti. 'mahān mahī astabhāyad vi jātā, brāhmaṇaspatyā' iti; brahma vai brāhmaṇaspatyaṃ, brahmaṇaivainaṃ tad bhiṣajyati. 'prāṇaṃ Savitā amṛtatvam ohaje' iti; prāṇo vai Savitā, prāṇam evāsminn tad dadhāti. 'sam sīdasva mahān asi' ity evainaṃ samasādayanti. 'añjanti yaṃ prathayanto na viprāḥ' ity ajyamānābhirūpā; yad yajñe 'bhirūpaṃ tat samṛddham. 'patamgam aktam asurasya māyayā, hṛdā paśyanti mataye vipaścitaḥ, samudre antaḥ kavayo vicakṣate, marīcīnām padam icchanti vedhasaḥ' iti; 'yo naḥ sanutyo abhidāsad agne, bhavā no agne sumanā upetau' iti; dve dve abhirūpe; yad yajñe 'bhirūpaṃ tat samṛddham. tat samṛddhaṃ pratiṣṭhitaṃ na pṛthivyām, api vayaṃ girvaṇo giro 'dhi dvayor adadhā ukthyaṃ vacaḥ' iti; śukraṃ te anyad, yajataṃ te anyad iti — pariṣruto vai śukraṃ, mahāvīraḥ pātraṃ yajataṃ, tayor haitad ubhayoḥ samṛddhyai.
'Das Weltgesetz (brahma), als es zuerst geboren wurde, vor dem [Vater]' — mit diesem Vers tritt man [an den Pravargya-Topf] heran; das Weltgesetz ist ja Bṛhaspati, damit heilt man ihn eben durch das Weltgesetz. 'Als es dem Vater zur Herrscherin (rāṣṭrī) ward, zuvorderst' — die Herrscherin ist ja die Rede (vāc), damit legt man ihm die Rede hinein. 'Groß hat die große [Rede] gestützt, geboren aus dem Herrn des Weltgesetzes' — das Weltgesetz ist ja das, was zu Bṛhaspati (dem Herrn des Brahman) gehört, damit heilt man ihn durch das Weltgesetz. 'Den Atem legt Savitṛ zur Unsterblichkeit hinein' — Savitṛ ist ja der Atem (prāṇa), damit legt man ihm den Atem hinein. 'Setze dich nieder, du bist der Große' — damit setzt man ihn [den Topf] nieder. 'Den die Weisen ausbreitend salben' — dies bezieht sich auf das Salben [des Topfes mit Ghee], das dem Opfer angemessen ist; was im Opfer angemessen ist, das ist vollkommen. 'Wie einen Vogel, gesalbt durch die Zauberkraft des Asura, erblicken ihn mit dem Herzen die Gedankenkundigen, im Ozean schauen ihn die Seher, die Ordner suchen die Spur der Lichtstrahlen' — und 'wer uns insgeheim, o Agni, anfeinden möchte, sei uns, Agni, wohlgesinnt bei unserem Nahen' — zwei mal zwei angemessene Verse; was im Opfer angemessen ist, das ist vollkommen — es ist vollendet und fest gegründet auf der Erde. 'Auch wir, ihr Lobbegehrenden, haben unser preisendes, würdiges Wort auf euch beide gerichtet' — 'hell (śukra) ist das eine von euch, verehrungswürdig (yajata) das andere': hell ist ja der geläuterte [Milch-]Trank (pariṣruta), verehrungswürdig das Gefäß Mahāvīra — beiden zusammen dient dies zur Vollendung. [Anm.: es folgen im Original weitere, sprachlich sehr komprimierte Sätze über die Salbung des Gefäßes und über den 'einundzwanzigfachen' Menschen (zehn Finger, zehn Zehen und das Selbst als einundzwanzigstes), die den Menschen rituell 'ganz machen' — hier nur sinngemäß zusammengefasst.]
'Gaṇānāṃ tvā gaṇapatiṃ havāmahe' iti tad āhuḥ: brahma vai Bṛhaspatiḥ, brahmaṇaivainaṃ tad bhiṣajyati. 'prathaś ca yasya saprathāś ca nāma' iti; anu tad rūpam evainaṃ tat karoti. 'rathaṃtaram ā jabhāra Vasiṣṭho, Bharadvājo bṛhad rathaṃtaram ā cakre Agneḥ' iti; bṛhad rathaṃtaraṃ vīryavantam evainaṃ tat karoti. 'apaśyaṃ tvā manasā cekitānam' iti; prajāvān prājāpatyas tad dadhāti. tad u traiṣṭubham; vīryaṃ vai triṣṭub, vīryam evāsminn tad dadhāti. 'grāvāṇeva tad artham jinvethām' ity etat sūktam; akṣī iva karṇāv iva nāseva ity aṅgasamākhyāyām evāsminn tad indriyāṇi dadhāti. etābhir ha vā Aśvinoḥ priyaṃ dhāmopāgacchat, sa paramaṃ lokam ajayat; upāśvinoḥ priyaṃ dhāma gacchati, jayati paramaṃ lokaṃ ya evaṃ veda.
'Euch, den Scharenführer der Scharen, rufen wir an' — dazu sagt man: das Weltgesetz (brahma) ist ja Bṛhaspati, damit heilt man ihn eben durch das Weltgesetz. 'Dessen Name Ausbreitung und weite Ausbreitung ist' — damit verleiht man ihm eben die entsprechende Gestalt. 'Das Rathaṃtara-Sāman brachte Vasiṣṭha herbei, das große Rathaṃtara bereitete Bharadvāja aus Agni' — damit verleiht man ihm das große, kraftvolle Rathaṃtara. 'Ich sah dich mit dem Geiste als leuchtend Erkannten' — damit verleiht man ihm Nachkommenschaft, die Zugehörigkeit zu Prajāpati. Danach folgt ein Triṣṭubh-Spruch; denn Kraft (vīrya) ist die Triṣṭubh, damit legt man ihm Kraft hinein. 'Wie zwei Preßsteine sollt ihr diesem Zweck dienlich sein' — dieses Lied; 'wie zwei Augen, wie zwei Ohren, wie eine Nase' — mit dieser Aufzählung der Glieder legt man ihm eben die Sinnesvermögen hinein. Mit diesen Versen gelangte man einst zur lieben Wohnstatt der beiden Aśvin und gewann die höchste Welt; zur lieben Wohnstatt der Aśvin gelangt, gewinnt die höchste Welt, wer dies so weiß.
'Dyāvāpṛthivī pūrvacittaye' iti sūktam; 'agniṃ gharmaṃ surucaṃ yāmann iṣṭaye' ity abhirūpaṃ; yad yajñe 'bhirūpaṃ tat samṛddham. tad u jāgatam; 'yābhīr amum āvataṃ ye 'bhirūpāḥ' iti; jāgatā vai paśavaḥ, paśūn evāsminn tad dadhāti. 'arūrucad uṣasaḥ pṛśny agriyā, rucaṃ dyubhir aktubhiḥ pari pātam asmān' iti uttamayā paridadhāti. 'ariṣṭebhir aśvinā saubhagebhis, tan no mitro varuṇo māmahantām, aditiḥ sindhuḥ pṛthivī uta dyauḥ' iti — etair evainaṃ kāmaiḥ samardhayati. iti nū pūrvaṃ paṭalam.
'Himmel und Erde zur ersten Erkenntnis' — dies ist das [zugehörige] Lied; 'Agni, den hellstrahlenden Gharma, auf dem Wege zum Ziel' — dies ist ein angemessener Vers, denn was im Opfer angemessen ist, das ist vollkommen. Darauf folgt ein Jagatī-Vers: 'mit denen ihr jenen begünstiget, die angemessen sind' — Jagatī-Natur haben ja die Herden, damit legt man ihm die Herden hinein. 'Es erstrahlte die vorderste der Morgenröten; mit Tagen und Nächten schützt unseren Glanz' — damit umhüllt man ihn mit dem letzten [Spruch]. 'Mit unversehrten Segnungen, ihr Aśvin — das mögen Mitra und Varuṇa uns gewähren, Aditi, der Strom, die Erde und der Himmel' — mit diesen [Versen] gewährt man ihm eben die entsprechenden Wünsche. Hiermit endet der erste Abschnitt (paṭala) [der Pravargya-Sprüche].
'Athottaram upa hvaye sudughāṃ dhenum etāṃ, hiṅkṛṇvatī vasupatnī vasūnāṃ, sam ī vatsaṃ na mātṛbhiḥ, yas te stanaḥ śaśayo yo mayobhūḥ, gaur amīmed anu vatsam mishantaṃ, namasa upa sīdann abhijñu, ā duhatī vivasvato duhāty, ekām amuṣmai [?]' iti — tad yajñe 'bhirūpaṃ tat samṛddhaṃ. yad yajñe 'bhirūpaṃ tat samṛddham, yat karma kriyamāṇaṃ ṛg abhivadati; sa yadi ciraṃ jāyeta ...
'Ich rufe nun die andere, gut melkende Kuh herbei, die als Herrin der Güter das Hiṅkāra-Lied summt; du bist wie ein Kalb bei den Müttern, dein Euter ist das schlafende, wonnebringende — die Kuh brüllte dem blinzelnden Kalb nach, kniend nähert sie sich in Ehrfurcht, sie melkt für den Erleuchter eine [Gabe] herbei ...' [Anm.: dieser bekannte 'Gharma-Kuh'-Hymnus, der das Pravargya-Gefäß als milchgebende Kuh besingt, ist im Scan an mehreren Stellen schwer lesbar; einzelne Wortformen sind mit [?] gekennzeichnet]. Dies ist im Opfer angemessen, und was angemessen ist, das ist vollkommen — denn der Vers spricht aus, was gerade vollzogen wird.
Uc chreyā devaḥ Savitā hiraṇyayety anuttiṣṭhati, praitu brahmaṇaḥ pati ity anupraiti, gandharva itthā padam asya rakṣatīti karam avekṣate, nāke suparṇam upa yat patantam iti upaviśati, tapto vāṃ gharmo nakṣati svāhoto bhā pibatam aśvinety anuvaṣaṭkaroti, pūrvāhṇe yajaty, agne vīhity anuvaṣaṭkaroti, svishṭakṛdbhāgajaṃ ca trayāṇāṃ ha vai haviṣaḥ śiṣṭakṛte na samavadyanti: somasya gharmasya vājinasyeti — sa yad anuvaṣaṭkaroty, agner eva tantariktyaṃ viśvā āśā dakṣiṇāsād iti brahmā, japati svāhākṛtaḥ śucir deveṣu gharmaḥ, sam udram ūrmir udiyarti sakhye, sakhāyam abhi yaj jigāti, ūrdhvo naḥ pāhy abhiśastyā iti gharmasya vājinasyeti.
Man richtet sich auf mit 'Gehe auf, o Gott Savitṛ, du Goldener', man tritt hinzu mit 'Es trete voran der Herr des Weltgesetzes'; man blickt auf die Hand mit 'Der Gandharva bewacht auf diese Weise dessen Standort'; man setzt sich nieder mit 'Wie der Adler, der zum Firmament emporfliegt'. Man spricht das Nachvaṣaṭ-Wort 'der heiße Trank nähert sich euch beiden, o Aśvin, trinkt ihn, Heil!'; am Vormittag opfert man mit 'komm herbei, Agni'. Vom Svishṭakṛt-Anteil dreier Opfergaben nimmt man keinen Teil ab: von Soma, vom Gharma und vom 'Kraftvollen' (vājin — dem Pravargya-Trank); denn wenn man das Nachvaṣaṭ-Wort spricht, [gehört] dies bereits ganz zum Restanteil Agnis. Der Brahman-Priester murmelt dazu leise: 'Alle Weltgegenden sind vom Süden her geordnet ... rein ist unter den Göttern der mit Svāhā geweihte Gharma, wie die Woge aus dem Ozean steigt er zur Freundschaft empor, er geht zu seinem Freund; schütze uns von oben her vor Verwünschung' — so für den Gharma des 'Kraftvollen' [Anm.: dieser stark technische Abschnitt zu den Begleitformeln der Pravargya-Handlungen ist im Original knapp und elliptisch; die Übersetzung folgt dem erkennbaren Ritualsinn].
Devāsurā vā eṣu lokeṣu samayātanta. te vā asurā imān eva lokān puraḥ 'kurvata, yathaujjīyāṃso balīyāṃsa evaṃ [?]: ayasmayīm iva pṛthivīṃ, rajatam antarikṣaṃ, hariṇīṃ divam, te tān eva lokān puro 'kurvata. te devā abruvan: 'pura ime 'surā imāl lokān akrata, pura imāl lokān pratikaravāmahai' iti. tatheti. sahaivāgnīdhram antarikṣād, dhaviṛdhāne divas, tathaivainān pratyakurvata; puraḥ pratyakurvann agnīdhram antarikṣād, dhaviṛdhāne divaḥ. te devā abruvan: 'upasada upayāmopasadā vai mahāpuraṃ jayantī' ti. tatheti. tāṃ yām eva prathamām upasadam upāyaṃs, tayaivainān asmāl lokād anudanta; yāṃ dvitīyāṃ, tayāntarikṣāt; yāṃ tṛtīyāṃ, tayā divaḥ; tāṃs tathaivaibhyo lokebhyo nuttā asurā ṛtūn āśrayanta. te devā abruvann: upasada evopāyāmeti; tatheti. tā imās tisraḥ satīr upasado dvir-dvir ekaikām upāyaṃs, tāḥ ṣaṭ samapadyanta; ṣaḍ vai ṛtavas, tān vā ṛtubhyo 'nudanta asurā māsān āśrayanta. te devā abruvann: upasada evopāyāmeti; tatheti. tā imāḥ ṣaṭ satīr upasado dvir-dvir ekaikām upāyaṃs, tā dvādaśa samapadyanta; dvādaśa vai māsās, tān vā māsebhyo 'nudanta asurā ardhamāsān āśrayanta. te devā abruvann: upasada evopāyāmeti; tatheti. tā imā dvādaśa satīr upasado dvir-dvir ekaikām upāyaṃs, tāś caturviṃśatiḥ samapadyanta; caturviṃśatir vā ardhamāsās, tān vā ardhamāsebhyo 'nudanta asurā ahorātre āśrayanta. te devā abruvann: upasadāv evopāyāmeti; tatheti. tayaivaivā pūrvāhṇa upasadam upāyaṃs, tayaivāhno 'nudanta; yām aparāhṇe, tayā rātreḥ; tāṃs tathobhābhyām antarāyāḥ. tasmāt supūrvāhna eva pūrvayopasadā pracaritavyaṃ, svaparāhne 'parayā; tāvantam eva tad dviṣato lokaṃ pariśinaṣṭi.
Einst kämpften Götter und Asuras um diese Welten. Die Asuras nun machten sich zuerst diese Welten [nach ihrem Bilde zurecht]: gemäß ihrer Kraft und Stärke gestalteten sie die Erde wie aus Erz, den Luftraum wie aus Silber, den Himmel wie aus Gold [Anm.: dieser Satz ist im Scan schwer lesbar und nur sinngemäß übersetzt, [?]] — so machten sie sich diese Welten zu eigen. Da sprachen die Götter: 'Zuerst haben diese Asuras sich diese Welten gemacht — lasst auch uns diese Welten uns gegenüber [entsprechend] machen.' 'So sei es.' Zugleich machten sie sich das Feueraltärchen (āgnīdhra) aus dem Luftraum und die beiden Somawagenschuppen (havirdhāna) aus dem Himmel entsprechend zurecht. Da sprachen die Götter: 'Lasst uns zu den Upasad-Tagen greifen — durch die Upasad-Tage gewinnt man ja eine große Festung.' 'So sei es.' Mit dem ersten Upasad-Tag, den sie vollzogen, vertrieben sie die Asuras eben aus dieser (irdischen) Welt; mit dem zweiten aus dem Luftraum; mit dem dritten aus dem Himmel. So aus diesen Welten vertrieben, flüchteten sich die Asuras in die Jahreszeiten. Da sprachen die Götter: 'Lasst uns wiederum zu den Upasad-Tagen greifen.' 'So sei es.' Diese drei Upasad-Tage, jeder zweimal vollzogen, wurden zu sechs — sechs sind ja die Jahreszeiten; aus den Jahreszeiten vertrieben, flüchteten sich die Asuras in die Monate. Da sprachen die Götter wiederum: 'Lasst uns zu den Upasad-Tagen greifen.' Diese sechs, je zweimal vollzogen, wurden zu zwölf — zwölf sind ja die Monate; aus den Monaten vertrieben, flüchteten sich die Asuras in die Halbmonate. Diese zwölf, je zweimal vollzogen, wurden zu vierundzwanzig — vierundzwanzig sind ja die Halbmonate; aus den Halbmonaten vertrieben, flüchteten sich die Asuras in Tag und Nacht. Da sprachen die Götter: 'Lasst uns zu den beiden [verbliebenen] Upasad-Tagen greifen.' Mit dem einen vertrieben sie sie eben aus dem Vormittag, mit dem anderen aus dem Nachmittag; aus der Nacht vertrieben sie sie mit [dem Upasad] des Nachmittags — so [wurden die Asuras] durch beide aus dem Zwischenraum [vertrieben]. Darum soll der erste (vormittägliche) Upasad-Tag stets am frühen Vormittag, der zweite am Nachmittag vollzogen werden — genau in diesem Maße umschließt und begrenzt man damit die Welt des Feindes.
Das 'Haupt' des Opfers ist das Gastgeschenk (ātithya) [für Soma], sein 'Nacken' sind die Upasad-Tage; beide beruhen auf demselben Opferstreu — denn Haupt und Nacken gehören zusammen. Als das Haupt eben gestalteten die Götter diese Upasad-Tage. [Anm.: die anschließenden Sätze über die vier 'Brüste', die Vierteiligkeit und die Anrufungsverse sind im Original stark technisch-elliptisch und an mehreren Stellen im Scan nur unsicher zu entziffern [?]; sinngemäß geht es darum, dass mit diesen Versen die Götter einst die Festungen [der Asuras] durchbrachen und vorwärtsdrangen, und dass für jeden Upasad-Tag jeweils drei Sāmidhenī-Verse rezitiert werden sollen — nicht in gemischtem Versmaß, damit nichts von seiner Kraft verloren geht].
Devavarma vā etad yat prayājāś; cāpyāyāc chāpratiṣāraya apratiṣāya, sakṛd atikramyāsrāvayati, yajñasyābhikrāntyā, anapakramāya krūram iva etat somasya rājño 'nte carati; gṛhītena vajreṇendro vṛtram ahan, tam asya ghṛtenānte vardhayanty, atho enaṃ vardhayanty eva vardhayanti; yat: eṣṭā rāya eṣṭā vāmāni preṣe, bhagāya, ṛtaṃ ṛtavādibhya iti prastare nihnavate; dyāvāpṛthivībhyām eva tan namaskurvanty, atho ene vardhayanty eva vardhayanti.
Die Vor-Opferungen (prayāja) sind gleichsam eine göttliche Rüstung (devavarma); [Anm.: dieser abschließende Khaṇḍa, der die Prayāja-Spenden als Schutzrüstung für den König Soma deutet und ihre Verstärkung durch Ghee beschreibt, ist im Scan an mehreren Stellen schwer lesbar; einzelne Formulierungen bleiben mit [?] unsicher]. Wie grausam nähert sich das dem König Soma an seiner Grenze — mit der ergriffenen Vajra-Keule erschlug Indra den Vṛtra; diesen [Soma] stärkt man an seiner Grenze mit Ghee, und so stärkt man ihn wahrhaftig. Wenn man die Verse 'erstrebt für Reichtum, erstrebt für Wonnegüter, zum Auftrag, zum Glücksanteil, das Weltgesetz für die Wahrheitskundigen' spricht, verbirgt man sich beim Streubündel; damit erweist man Himmel und Erde die Ehrerbietung und stärkt sie zugleich.