Tad āhuḥ: kā svāhākṛtīnāṃ puronuvākyāḥ kāḥ praiṣā iti? yā caitā anvāhaitāḥ puronuvākyāḥ, yaḥ praiṣaḥ sa yājyā. 'ka devatāḥ svāhākṛtayaḥ' iti: 'Viśve devā ṛtāvantaḥ' iti brūyāt, 'kā devatāḥ svāhākṛtayaḥ' iti yajantīti, tasmāt svāhākṛtaṃ havir adantu devā iti yajanti; te vāpam eva hutvā nāvakhyāyata, te 'bhitaḥ paricaranta ait: yad iyaṃ manuṣyāś ca ṛṣayaś ca prajñāsyantīti; te vidur: iyān vāva kila paśur vāpetā tha etāvān tṛtīyasavane śrapayitvā juhvati; bhūyasībhir na āhutibhir iṣṭam asat, kevalena na āhutibhir iṣṭaṃ bhavati, kevalena hāsya āhutibhir iṣṭaṃ bhavati ya evaṃ veda. sā vā eṣām amṛtāhutir eva yad vapā, amṛtāhutir agnyāhutiḥ, amṛtāhutiḥ somāhutiḥ. yaṃ vai yajamāno 'ṅgam ajīvayaty [asaṃdagdham utsṛjati] tad retaḥ; retaḥ siktaṃ pra vā līyate, śuklaṃ yad vai retaḥ śukla āpaśarīraṃ vapā; yad vai lohitaṃ yan māṃsaṃ, tac charīram. tasmād alohitaṃ vāpetaṃ na carati.
Dazu fragt man: „Welches sind die Vorspruch-Verse (*puronuvākyā*), welches die Opferspruch-Verse (*yājyā*) für die Svāhākṛti-Opfergaben?“ [Antwort:] Was hier vorgesprochen (*anvāha*) wird, das ist die Vorspruch-Formel, was als Auftrag (*praiṣa*) [zum Vaṣaṭ] ergeht, das ist der Opferspruch. „Welche Gottheiten sind die Svāhākṛtis?“ – so spreche man mit „Alle Götter, die Wahrheitshüter“ (*Viśve devā ṛtāvantaḥ*); [mit der Frage] „Welche Gottheiten sind die Svāhākṛtis?“ opfert man ihnen; darum opfert man: „Die Götter mögen die mit Svāhā dargebrachte Opfergabe verzehren.“ Als sie [einst] das Bauchfett (*vapā*) geopfert hatten, ohne dass es [ganz] beachtet worden wäre, umschritten sie [das Feuer] und dachten: „Werden nicht die Menschen und die Ṛṣis dies bemerken?“ Da erkannten sie: „So groß, wie das ganze Opfertier ist, so groß muss auch [die Vapā] sein, die man im dritten Preßgang gekocht darbringt.“ Wird nur mit einem [geringeren] Teil der Opfergüsse geopfert, so gilt das Opfer als [nur] teilweise dargebracht; nur mit einem Teil ist es dem dargebracht, der solches [ohne die volle Vapā] weiß. Dies eben ist ihre unsterbliche Opfergabe (*amṛtāhuti*), nämlich die Vapā: unsterblich ist die Gabe an Agni, unsterblich die an Soma. Denn welchen Körperteil der Opferherr am Leben lässt [und nicht verbrennt], der ist [gleichsam] Same (*retas*); der ausgegossene Same fließt hin, weiß ist der Same – weiß ist auch das Bauchfett am Leibe. Was hingegen rot ist, das Fleisch, das ist der [sterbliche] Leib. Darum verwendet man nichts Rotes als Bauchfett-Opfer. [Anm.: Diese Erörterung der „unsterblichen Opfergabe“ ist im Sanskrit an mehreren Stellen sprachlich sehr knapp und im Scan stellenweise unsicher zu lesen.]
Sā vā eṣāṃ amṛtāhutir eva yad vapā, amṛtāhutir agnyāhutiḥ, amṛtāhutiḥ somāhutiḥ. etā vā eṣāṃ āsāritāḥ ajyabhāgāḥ, tā vā etāḥ pañcāvattāḥ pañca sampadyante; yad vā evaṃ pañcāvattaṃ karoti, pañcasu vā imāḥ prajā vihitāḥ: brāhmaṇaś ca rājanyaś ca vaiśyaś ca śūdraś caniṣādaḥ pañcamaḥ; tāsāṃ prajānāṃ prajananāya pañcāvattaṃ karoti.
Diese ihre unsterbliche Opfergabe eben ist das Bauchfett; unsterblich ist die Gabe an Agni, unsterblich die an Soma. Dies sind ihre mit Schmalzbutter vermengten Anteile (*ājyabhāga*); diese werden fünffach abgeschnitten – so kommt die Fünfzahl zustande. Warum man fünffach abschneidet: In fünf Gruppen ist ja diese Menschheit eingeteilt: Brahmane, Adliger (*rājanya*), Gemeinfreier (*vaiśya*) und Śūdra, und als fünfte der Niṣāda [Wildstamm]; zur Fortpflanzung dieser [fünf] Menschengruppen schneidet man fünffach ab.
Devebhyaḥ prātaryāvabhyo hotā anubrūhīty āhādhvaryur. ete vai devāḥ prātaryāvāṇo, yad Agnir Uṣāsāśvinau; āsya saptabhiḥ saptabhiś chandobhir āgachanty, evaṃ veda Prajāpatir vai svayaṃ hotā prātaranuvākam anvakṣyat, sarvā devatā ubhaye anuvakṣyaty asmabhyaṃ devebhya evānuvakṣyaty asmabhyam iti. sa Prajāpatir aikṣata: yady ekasyai devatāyai bhāgaṃ dadhāni, atha māṃ sarvā devatā abhidhyāyeyur iti. sa etam ṛcaṃ apaśyat: apo vai sarvā devatā ity anvāha; sarvā ha vā etena devatāḥ prīṇāti, sarvābhir hāsya devatābhiḥ prīto bhavati ya evaṃ veda.
„Sprich mir zur Frühlitanei für die früh kommenden Götter vor“, spricht der Adhvaryu zum Hotṛ. Agni und die beiden Aśvin mit der Uṣas sind eben die „früh kommenden Götter“ (*prātaryāvan*); mit sieben mal sieben Versmaßen kommen sie herbei, so weiß, wer solches weiß. Prajāpati wollte einst selbst als Hotṛ die Frühlitanei rezitieren; [er überlegte:] „Rezitiere ich für alle Gottheiten gemeinsam, oder rezitiere ich nur für uns [eine bestimmte] Gottheit?“ Prajāpati erwog: „Wenn ich einer einzigen Gottheit [allein] Anteil gebe, werden mich alle [übrigen] Gottheiten missgünstig betrachten.“ Da erblickte er diesen Vers: „Die Wasser sind alle Gottheiten“ – diesen rezitierte er. Damit begütigt man wahrlich alle Gottheiten zugleich; von allen Gottheiten begütigt wird, wer solches weiß.
Tā etā navānantarāyām anvāha; hinotā no adhvarāya deva-yajyeti daśamīm ā vartitāḥ atha nu dvidhārā ity avṛttitaḥ ekadhā nu 'prati yad āpo adṛśram āyatī' iti pratidṛśyamānāsv apratidṛṣyamānāsv apāyaty ārthaṃ upāyantiṣv anyā iti samatiṣv anyā upa yanty anyā iti samayatiṣv aspardhanta. tā etayarcā samajñāpayat: sam anyā yanty upa yanty anyā iti; tāḥ samajānata, saṃjānānā hāsyāpo yajñaṃ vahantiṣ ya evaṃ veda. hotṛyaja iti hotṛyāma; samavaniyamānāsv anvāha; vasatīvaryaḥ 'ver ' upoddhavarum pratīchati; tam ānannamavarat; iyaṃ tāsv adhvaryur upahūya prati āho tem ānannamavarat; tāṣ paśyeta hotur adhvaryuṃ pratyāho tam pasyety eva tad āha.
Es folgt der Anschluss weiterer Verse. [Ausgehend von der zehnten Strophe, dann zurückgekehrt zur zweifachen Strömung, in Einheit:] „Als hervorschauend erschienen die herankommenden Wasser“ – ob sichtbar oder unsichtbar, wenn sie sich [von den Bergen] auf den Weg begeben, [treffen sie zusammen und] wetteifern miteinander: „die einen gehen zusammen, die anderen kommen hinzu.“ Mit diesem Vers verkündet er ihr Zusammenkommen: „Die einen gehen zusammen, die anderen kommen hinzu“; sie erkennen einander; und sich erkennend fahren die Wasser eben das Opfer, für den, der solches weiß. [Es folgt die Herbeiholung des Vortagswassers (*vasatīvari*):] Der Adhvaryu ruft es herbei und der Hotṛ antwortet ihm zustimmend, wenn jenes [Wasser] herangebracht wird. [Anm.: Dieser Abschnitt über die Wasser-Verse und das Vortagswasser ist im Scan an mehreren Stellen unsicher lesbar; die Übersetzung gibt den vermutlichen Sinn wieder.]
Śatam anūcyam āyuṣkāmasya. śatavīryam indriyam, āyuṣy evainaṃ tad vīryam indriye dadhāti. trīṇi ca śatāni ṣaṣṭiś ca sānūcyāni yajñakāmasya. trīṇi ca vai śatāni ṣaṣṭiś ca saṃvatsarasyāhorātrāṇi, tāvān saṃvatsaraḥ; saṃvatsaraḥ Prajāpatiḥ, Prajāpatir yajñaḥ; upainaṃ yajño namati ya evaṃ vidvāṃs trīṇi ca śatāni ṣaṣṭiṃ cānvāha. sapta ca śatāni viṃśatiś cānūcyāni prajāpaśukāmasya. sapta ca vai śatāni viṃśatiś ca saṃvatsarasyāhorātrāṇi rātryahobhir gaṇyamānāni, tāvān saṃvatsaraḥ; saṃvatsaraḥ Prajāpatiḥ; taṃ Prajāpatim eva tat prajāyamānaṃ viśvarūpam idam anuprajāyate; Prajāpatim eva tat prajāyamānam anv eti prajayā paśubhir ya evaṃ veda.
Hundert [Verse] soll rezitieren, wer nach langem Leben verlangt: Hundertfältig ist Kraft und Vermögen (*indriya*); damit legt er dem Leben Kraft und Vermögen bei. Dreihundertsechzig [Verse] soll rezitieren, wer das [vollständige] Opfer wünscht: Dreihundertsechzig sind die Tage und Nächte des Jahres, so viel beträgt das Jahr; das Jahr ist Prajāpati, Prajāpati ist das Opfer – dem neigt sich das Opfer zu, der, solches wissend, dreihundertundsechzig [Verse] rezitiert. Siebenhundertzwanzig [Verse] soll rezitieren, wer Nachkommenschaft und Vieh wünscht: Siebenhundertzwanzig sind, nach Tag und Nacht einzeln gezählt, die Tage und Nächte des Jahres; so viel beträgt das Jahr, das Jahr ist Prajāpati; diesem sich fortpflanzenden Prajāpati folgt alle vielgestaltige [Schöpfung] hier in der Fortpflanzung nach; diesem sich fortpflanzenden Prajāpati folgt, solches wissend, mit Nachkommenschaft und Vieh, wer solches weiß.
Tad āhuḥ: kathaṃ anūcyaḥ prātaranuvāka iti? yathāchandasam anūcyaḥ prātaranuvākaḥ. Prajāpatir vā etāny aṅgāni yac chandāṃsy; eṣa u eva Prajāpatir yo yajate; tad yajamānāya hitaṃ pāda-śo 'nūcyaḥ prātaranuvākaḥ. catuṣpādāḥ paśavaḥ, paśūnām avaruddhyai. ardharcaś evānūcyo, yathaivaitad anvāha, pratiṣṭhāyā eva; dvipratiṣṭho hi puruṣaś catuṣpādāḥ paśavo; yajamānam eva tad dvipratiṣṭhaṃ catuṣpātsu paśuṣu pratiṣṭhāpayati. tasmād ardharcam evānūcyāt. 'katham avyūḷho bhavati' iti: yad evāsya bṛhatī madhye naitīti, brūyāt teneti. āhutibhāgā vā anyā devatāḥ, anyāḥ stobhabhāgāś chandobhāgāḥ; tā yā agnāv āhutayo hūyante tābhir āhutibhāgāḥ prīṇāti; atha yat stuvanti ca śaṃsanti ca, tena stobhabhāgāś chandobhāgāḥ prīyante. ubhayo hāsyaitā devatāḥ prītā abhīṣṭā bhavanti ya evaṃ veda.
Dazu sagt man: „Wie soll die Frühlitanei rezitiert werden?“ – Nach dem Versmaß gegliedert, viertelweise (*pāda*) rezitiert man die Frühlitanei. Prajāpati sind diese Glieder, nämlich die Versmaße; und Prajāpati eben ist auch, wer opfert. Darum ist die versfußweise rezitierte Frühlitanei dem Opferherrn zuträglich: Vierfüßig sind die Opfertiere – zum Erlangen der Opfertiere. Auch halbstrophenweise (*ardharca*) rezitiert man sie in dieser Weise: das dient der festen Grundlage; denn zweifüßig ist der Mensch, vierfüßig sind die Opfertiere – damit gründet man den zweifüßigen Opferherrn eben in den vierfüßigen Opfertieren. Darum rezitiere man halbstrophenweise. „Wie geschieht es, dass [die Rezitation] nicht auseinandergerissen wird?“ [Antwort:] Wenn mitten [in der Folge] ein Bṛhatī-Vers auftritt, soll man mit ihm [den Übergang schaffen], so sagt man. Die einen Verse gehören zum Anteil der Opferguss-Gottheiten, die anderen zum Anteil des Lobrufs (*stobha*) und des Versmaßes: durch die Güsse, die dem Agni dargebracht werden, begütigt man die Opferguss-Anteile; und was man dabei lobsingt und rezitiert, damit werden die Lobpreis- und Versmaß-Anteile begütigt. Beide Arten von Gottheiten werden dadurch zufrieden und wohlgesonnen, wer solches weiß.
Aparimitam anūcyaṃ svargakāmasya. aparimito vai Prajāpatiḥ; Prajāpater vā etad uktham, yat prātaranuvākaḥ; tasmin sarve kāmā avarudhyante; sa yad aparimitam anvāha, sarvān eva kāmān avarunddhe ya evaṃ veda. sapta cāgneyāni chandāṃsy anvāha grāmyāṇāṃ paśūnāṃ raśanāya; sapta cāśvināni chandāṃsy anvāha āraṇyānāṃ paśūnāṃ raśanāya. tisro devatā anvāha: Agniṃ Uṣasam Aśvinau; ābhir hāsya sarvāḥ prajāḥ saṃśitā bhavanti ya evaṃ veda.
Unbegrenzt (*aparimita*) viel soll rezitieren, wer die Himmelswelt wünscht: Unbegrenzt ist Prajāpati; Prajāpatis Preislied ist ja die Frühlitanei, in ihr sind alle Wünsche eingeschlossen; wenn er also unbegrenzt viel rezitiert, erlangt er, solches wissend, alle Wünsche. Sieben an Agni [gerichtete] Versmaße rezitiert er zur Anbindung der Dorftiere (*grāmya paśu*, des Haustiers); sieben den Aśvin [gewidmete] Versmaße rezitiert er zur Anbindung der Wildtiere (*āraṇya paśu*). Drei Gottheiten rezitiert er: Agni, Uṣas, die beiden Aśvin; durch diese werden alle Geschöpfe angebunden [d. h. gesichert] für den, der solches weiß.
Dreiunddreißig sind die Soma-trinkenden Götter, dreiunddreißig die nicht Soma trinkenden. Die acht Vasu, die elf Rudra, die zwölf Āditya und Prajāpati und der Vaṣaṭkāra – dies sind die Soma-trinkenden Götter. Die elf Prayāja- und elf Upayāja-Opfer gelten den nicht Soma trinkenden Göttern, welche [dafür] durch das Opfertier [ihren Anteil] erhalten; mit Soma begütigt man die Soma-Trinker, mit dem Opfertier die Nicht-Soma-Trinker; von beiden Arten von Gottheiten wohlgesonnen wird, wer solches weiß. Mit „Aufgegangen ist die glänzende Uṣas als Opfertier“ schließt er als letztem Vers ab. Dazu sagt man: Da er doch drei [gesonderte] Handlungsbereiche rezitiert – den an Agni, den an Uṣas, den an die Aśvin gerichteten –, wie kann er sie [alle drei] mit einem einzigen Vers abschließen? [Antwort:] „Aufgegangen ist die glänzende Uṣas als Opfertier“ – das ist die Gestalt der Uṣas; „Agni, komm herbei zur rechten Zeit“ – das ist die des Agni; „Angespannt ist euch, ihr Herren des Reichtums, der Wagen, ihr wunderbaren Unsterblichen, süß-tränkigen – höret meinen Ruf“ – das ist die der beiden Aśvin. So werden also mit einem einzigen Vers alle drei Handlungsbereiche zugleich umschlossen, für den, der solches weiß.