Quellen der Menschheit

Aitareya-Brāhmaṇa · Tṛtīyā Pañcikā

Adhyāya 13: Somāharaṇa-Sauparṇākhyāna-Rohitamṛgavyādhākhyāna-nirūpaṇam Der Mythos vom Soma-Adler, die Gottheiten des dritten Trankopfers und die Sage von Prajāpati, Rohit und dem Wilddurchbohrer

Der Soma raubende Adler; Prajāpati, Rohita und Rudra.

Somo vai rājā muṣṇaml loka āsīt, taṃ devāś ca ṛṣayaś cābhyadhyāyan: kathaṃ ayam asmān somo rājā gacchatīti. te 'bruvan chandāṃsi: yūyam imaṃ somaṃ rājānam āharateti. tatheti; te suparṇā bhūtvodapatan, tad etat sauparṇam ity ākhyāyate 'cakṣate. chandāṃsi vai tat somaṃ rājānam ācakhyuḥ. tāni tarhi caturakṣarāṇi-caturakṣarāṇy eva chandāṃsy āsan. sā jagatī caturakṣarā prathamo apatat, patitvārdhaṃ adhvano gatvāśrāmyat; trīṇy akṣarāṇy ekākṣarā bhūtvā dīkṣāṃ ca tapaś ca haranti, punar abhyāvapat; tasmāt tasyā vittā dīkṣā, vittaṃ tapo yasyāṃ pravayaḥ santi; jātā hi paśavo jagati, hi tāny āharat. atha triṣṭub apatat, sā patitvā bhūyo 'rdhād adhvano gatvāśrāmyat, parasyaikam akṣaraṃ tryakṣarā bhūtvā dakṣiṇāṃ haranti, punar abhyāvapat; tasmān madhyaṃdine dakṣiṇā nīyante, triṣṭubho hi tā āharat.

König Soma war einst in einer verborgenen (muṣṇat, 'raubenden'/entrückten) Welt. Da bedachten sich die Götter und Ṛṣis: wie soll dieser König Soma zu uns gelangen? Sie sprachen zu den Versmaßen (chandas): 'Ihr sollt diesen König Soma herholen.' 'So sei es.' Da wurden sie zu Adlern und flogen davon; das wird das 'Adlerhafte' (sauparṇa) genannt, so heißt es. Die Versmaße also holten den König Soma. Damals waren die Versmaße noch alle gleich, [nämlich je] viersilbig. Die Jagatī, vierilbig, flog zuerst; nachdem sie geflogen war, ermüdete sie, als sie die Hälfte des Weges zurückgelegt hatte; zu drei Silben geworden [d.h. eine Silbe verlierend], opferten sie [die Silbe erneut hinzu], indem sie ihr Weihe (dīkṣā) und Askese (tapas) als [ersatzweise erlangte] eine Silbe eintauschte; das schüttete sie [beim Rückflug] wieder ab. Darum ist ihr Weihe [als Eigenschaft] gefunden, gefunden ihre Askese, diejenige, in der die Neugeborenen (pravayas) [enthalten] sind; denn Vieh entsteht aus der Jagatī, denn sie brachte diese [Askese-Kraft] herbei. Dann flog die Triṣṭubh; nachdem sie geflogen war, ermüdete auch sie, nachdem sie noch mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt hatte; um eine Silbe der übrigen [drei] gebracht, zu drei Silben geworden, brachte sie die Ehrengabe (dakṣiṇā) [als Ersatz] herbei und schüttete sie [beim Rückflug] wieder ab; darum werden beim Mittagstrank die Ehrengaben dargebracht, denn die Triṣṭubh hat sie herbeigebracht.

Te devā abruvan gāyatrīm: tvaṃ nu imaṃ somaṃ rājānam āharethāḥ. sā tathety abravīt: 'māṃ vai sarveṇa svastyayanenānumantrayadhvam' iti; tatheti. te devāḥ sarveṇa svastyayanenānumantrayanta: 'preti ceti cetya' — etad vai sarvaṃ svastyayanaṃ, yat preti cetya, sadyo yo 'sya priyaḥ syāt taṃ etenānumantrayeta: 'preti ceti, svasti punar āgatā' iti. sā patitvā somapālān bhiṣayitvā padbhyāṃ ca mukhena ca somaṃ samagṛhṇāt, yāny cetareṣāṃ chandasām akṣarāṇy ajahur, tāny api samagṛhṇāt. tasyā anuviṣṛjya Kṛśānuḥ somapālaḥ savyasya padasya nakham acchidat, tac chalyako 'bhavat, tasmāt sa nakham iva; yad vaṃśam āsravat, sā viṣābhavat; atha yaḥ śalyo yad ānīkam āsīt, sa sarpo nirdaṃśī abhavat, sahasā sadyo; yāni parṇāni te mantrāvalā [?]; yāni snāvāni te gaṇḍūpadāḥ; yat tejanam so 'ndhaḥ [?].

Da sprachen die Götter zur Gāyatrī: 'So bring du diesen König Soma her.' Sie sprach: 'So sei es — aber ihr sollt mich mit allem heilbringenden Geleitwort verabschieden.' 'So sei es.' Da verabschiedeten die Götter sie mit dem ganzen heilbringenden Spruch: 'Vorwärts, achte darauf, achte darauf' — dies ist ja das ganze Heilsgeleit, [dieser Ruf] 'vorwärts, achte darauf'; sogleich, wer ihm lieb sei, den solle man damit verabschieden: 'Vorwärts, achte darauf — heil bist du zurückgekehrt.' Sie [die Gāyatrī] ergriff im Flug, nachdem sie die Somahüter erschreckt hatte, mit den Füßen und dem Mund den Soma, und dazu auch die Silben, die die anderen Versmaße [zuvor] verloren hatten. Als sie [mit dem Soma] davonflog, schoß ihr der Somahüter Kṛśānu einen Pfeil nach und schnitt ihr eine Kralle des linken Fußes ab; die wurde zum Stachelschwein (śalyaka), darum ist dieses krallenartig. Was [von ihrem Blut] am Bogen [des Pfeils] herabfloß, das wurde zum Gift; und was an Pfeilspitze [ihr abgetrennt wurde], das wurde zur beißenden Schlange, plötzlich [entstanden]; was Federn [waren], das wurden die [Anm.: 'mantrāvalā', Bedeutung unsicher, [?]]; was Sehnen [waren], das wurden die Regenwürmer (gaṇḍūpada); was der [Pfeil-]Schaft war, das wurde die Pflanze Andhaḥ [Anm.: botanische Identifikation unsicher, [?]].

Sā yad dakṣiṇena padā samagṛhṇāt, tat prātaḥsavanam abhavat; tad gāyatrī svam āyatanam akuruta, tasmāt tat saṃṛddhatamam manyate sarveṣāṃ savanānām. āgriyo mukhyo bhavati, śreṣṭhatām aśnute ya evaṃ veda. tad yat savyena padā samagṛhṇāt, tan mādhyaṃdinaṃ savanam abhavat, tad virāṭ na nānvāpnot pūryaṃ savanaṃ; tad devāḥ prājijñāsanta, tasmiṃs triṣṭubham adadhur Indraṃ devatāṃ; tena tat samavadvīryam abhavat pūrvasavanenobhābhyāṃ savanābhyāṃ; samavadvīryābhyāṃ samāvajjāmibhyāṃ rādhnoti ya evaṃ veda. yat tṛtīyasavanam abhavat, tasya patantyā rasam adhāyata; tad dhīrasaṃ savanam abhavat. te devāḥ prājijñāsanta, tat paśuvyāḥ paśavo 'panayanti, ājyena tenāsiraṃ anayanti; tenā samavadvīryam abhavat pūrvābhyāṃ savanābhyāṃ; sarvaiḥ savanaiḥ samavadvīryaiḥ samāvajjāmibhī rādhnoti ya evaṃ veda.

Weil sie [den Soma] mit dem rechten Fuß ergriff, wurde das zum Morgentrank (prātaḥsavana); dabei bereitete sich die Gāyatrī ihren eigenen [festen] Sitz — darum gilt dieser als der gedeihlichste unter allen Pressungen. Zum Erstling und Vorzüglichsten wird, erlangt den Vorrang, wer dies weiß. Was sie mit dem linken Fuß ergriff, das wurde zum Mittagstrank (mādhyaṃdina savana); dieser aber, [als] Virāj, erlangte nicht das volle Maß der Pressung. Da erforschten dies die Götter und setzten in ihn die Triṣṭubh, mit Indra als Gottheit; dadurch erlangte er gleiche Kraft mit der vorigen Pressung, mit beiden Pressungen — mit gleicher Kraft, geschwisterlich vereint, erreicht sein Ziel, wer dies weiß. Was zum dritten Trank wurde, dessen [im Flug] herabfallende Substanz nahm den [Opfer-]Saft (rasa) auf; das wurde zur 'saftreichen' Pressung. Da erforschten dies die Götter: man führt dabei das dem Vieh Zugehörige [d.h. die Milch] hinzu, mit Ghee mischt man das Gemisch (āsira) bei; dadurch erlangte auch diese gleiche Kraft mit den beiden vorigen Pressungen — mit allen Pressungen gleicher Kraft, geschwisterlich vereint, erreicht sein Ziel, wer dies weiß.

Te vā ime itare chandasā gāyatrīm abhyadadhataṃ: 'vittam nāv akṣaraṃ anu paryāgur' iti. nety abravīd gāyatrī: yathāvittam eva na it. te deveṣu praśnam aitāṃ, te devā abruvan: yathā tā vittam eva na it. tasmād dhāpy etarhi vaittayaṃ vy āhur: yathāvittam eva na it. tato vā aṣṭākṣarā gāyatry abhavat, tryakṣarā triṣṭub, ekākṣarā jagatī. sāṣṭākṣarā gāyatrī prātaḥsavanam udayacchat, nāśaknot triṣṭub mādhyaṃdinaṃ savanam udyantum. tāṃ gāyatry abravīt: ānāya, api me 'trāstv iti; sā tathety abravīt triṣṭub: tvā vai maitraiḥ tribhir akṣarair upasaṃdhehīti. tathety; tām upasamādadhāt — etad vai tad gāyatryai madhyaṃdine yan marutvatīyasyottare pratipado yaś cānucaraḥ. sāikādaśākṣarā bhūtvā mādhyaṃdinaṃ savanam udayacchat, nāśaknoj jagaty ekākṣarā tṛtīyasavanam udyantum. tāṃ gāyatry abravīt: ānāya, api me 'trāstv iti; sā tathety abravīj jagatī: tvā vai maitair ekādaśabhir akṣarair upasaṃdhehīti; tathety; tām upasamādadhāt — etad vai tad gāyatryai tṛtīyasavane yad vaiśvadevasyottare pratipado yaś cānucaraḥ. sā dvādaśākṣarā bhūtvā tṛtīyasavanam udayacchat. tato vā aṣṭākṣarā gāyatry abhavat, ekādaśākṣarā triṣṭub, dvādaśākṣarā jagatī; sarvaiḥ chandobhiḥ samavadvīryaiḥ samāvajjāmibhī rādhnoti ya evaṃ veda. ekaṃ vai sat tat tredhābhavat; tasmād āhur: dātavyam evaṃ vidusheity, ekaṃ hi sat tat tredhābhavat.

Da baten die übrigen Versmaße die Gāyatrī: 'Wir wissen, du hast auch unsere verlorene Silbe zurückgebracht [wörtlich: hast [sie] mit umlaufen lassen] — gib [uns] davon.' 'Nein', sprach die Gāyatrī: 'so viel [ich] weiß [d.h. besitze], nicht mehr.' Sie gingen zu den Göttern mit dieser Frage; die Götter sprachen: 'Wie sie es weiß, so und nicht anders.' Darum sagt man auch heute noch beim Erwerb: 'Wie man es hat, so und nicht anders.' So wurde die Gāyatrī [zunächst wieder] achtsilbig, die Triṣṭubh dreisilbig, die Jagatī einsilbig. Mit ihren acht Silben führte die Gāyatrī den Morgentrank empor; die Triṣṭubh vermochte den Mittagstrank nicht emporzuführen. Da sprach sie zur Gāyatrī: 'Komm her, gib mir doch [etwas] von dir.' Die Triṣṭubh sprach: 'So sei es — füge mir doch mit den freundschaftlichen drei Silben [Anteil an dir] hinzu.' 'So sei es.' Sie fügte sie ihr hinzu — das ist eben das, was der Gāyatrī beim Mittagstrank [entspricht]: die auf den Marutvatīya-[Vers] folgende Strophe und das, was ihr nachfolgt. So wurde sie, elfsilbig geworden, imstande, den Mittagstrank emporzuführen. Die Jagatī, einsilbig, vermochte den dritten Trank nicht emporzuführen. Da sprach sie zur Gāyatrī: 'Komm her, gib mir doch [etwas] von dir.' Die Jagatī sprach: 'So sei es — füge mir mit den freundschaftlichen elf Silben [Anteil an dir] hinzu.' 'So sei es.' Sie fügte sie ihr hinzu — das ist eben das, was der Gāyatrī beim dritten Trank [entspricht]: die auf den Vaiśvadeva-[Vers] folgende Strophe und das, was ihr nachfolgt. So wurde sie, zwölfsilbig geworden, imstande, den dritten Trank emporzuführen. So wurde die Gāyatrī [beim Morgentrank] achtsilbig, [bei der Triṣṭubh] elfsilbig, [bei der Jagatī] zwölfsilbig — mit allen Versmaßen von gleicher Kraft, geschwisterlich vereint, erreicht sein Ziel, wer dies weiß. Das eine Seiende wurde so dreifach; darum sagt man: einem, der [dies] weiß, soll man geben — denn das eine Seiende wurde [ja auch hier] dreifach.

Te devā abruvann: Ādityān yuṣmābhir idaṃ savanam udyacchāmeti; tatheti; tasmād ādityārambhaṇaṃ tṛtīyasavanaṃ, ādityagraham purastāt tasya. yajaty: 'ādityāsa aditir mādayantām' iti madvatyā rūpasamṛddhyai; madvad vai tṛtīyasavanasya rūpaṃ. ānuvaṣaṭkaroti, na bhakṣayati; saṃsthā vā eṣā yad anuvaṣaṭkāraḥ, saṃsthā bhakṣaḥ; prāṇā ādityā, net prāṇān saṃsthāpayed iti. atha Ādityā abruvan Savitāram: tvayedaṃ saha savanam udyacchāmeti; tatheti; tasmāt sāvitraṃ pratibhavati tasya. yajaty: 'dāmūnā devaḥ savitā vareṇyaḥ' iti madvatyā rūpasamṛddhyai; madvad vai tṛtīyasavanasya rūpaṃ. ānuvaṣaṭkaroti, na bhakṣayati; saṃsthā vā eṣā yad anuvaṣaṭkāraḥ, saṃsthā bhakṣaḥ; prāṇaḥ Savitā, net prāṇaṃ saṃsthāpayed iti. ubhe vā eṣe savane vipavite yat sāvitryai prātaḥsavane ca tṛtīyasavane ca. tad yad apibavat, sāvitryai nividaḥ padaṃ purastād bhavati, madvad upariṣṭāt; ubhayor evainaṃ tat savanayor ābhajati. prātaḥsavane ca tṛtīyasavane ca bahvyaḥ prātar vāyavyāḥ śasyante, ekaṃ tṛtīyasavane; tasmād ūrdhvāḥ puruṣasya bhūyāṃsaḥ prāṇā, yac cāvāñco dyāvāpṛthivīye śaṃsati, pratiṣṭhathayor evainaṃ tat pratiṣṭhāpayati.

Da sprachen die Götter: 'Mit euch, den Ādityas, wollen wir diesen [dritten] Trank emporführen.' 'So sei es.' Darum hat der dritte Trank die Āditya als Grundlage, und der Āditya-Trank steht an seiner Spitze. Man opfert: 'Die Ādityas, [mit] Aditi, mögen sich freuen' — zur Vollendung der 'süßen' Gestalt [dieser Pressung]; süß (madhu) ist ja die Gestalt des dritten Trankes. Man stößt den Nach-Vaṣaṭ-Ruf aus, trinkt aber nicht [von diesem Trank]; Vollendung (saṃsthā) ist ja der Nach-Vaṣaṭ-Ruf, Vollendung ist der [rechte] Trunk; die Ādityas sind die Atems — man möge doch nicht die Atems zur Vollendung bringen [d.h. abschließend verzehren]. Dann sprachen die Ādityas zu Savitṛ: 'Mit dir zusammen wollen wir diesen Trank emporführen.' 'So sei es.' Darum vertritt der Savitṛ-Trank ihn [gewissermaßen]. Man opfert: 'Der freundliche Gott Savitṛ, der Erwählenswerte' — zur Vollendung der süßen Gestalt; süß ist ja die Gestalt des dritten Trankes. Man stößt den Nach-Vaṣaṭ-Ruf aus, trinkt aber nicht; Vollendung ist der Nach-Vaṣaṭ-Ruf, Vollendung ist der [rechte] Trunk; Savitṛ ist der Atem — man möge doch nicht den Atem zur Vollendung bringen. Beide Pressungen sind ja mit Savitṛ verbunden, der Morgentrank und der dritte Trank. Was man dabei trank [d.h. die Reihenfolge], die Nivid-Strophe der Savitṛ steht vorn [beim Morgentrank], die 'süße' [Strophe] danach [beim dritten Trank]; so verteilt man es auf beide Pressungen. Beim Morgentrank wie beim dritten Trank werden viele Vāyu-Verse am Morgen rezitiert, [aber nur] einer beim dritten Trank; darum sind beim Menschen die oberen [Atems] zahlreicher — und indem man abwärts gewandt der Himmel-und-Erde-[Gottheit] rezitiert, gründet man ihn eben in diesen beiden Verankerungen.

Ārbhavaṃ śaṃsati. Ṛbhavo vai deveṣu tapasā somapītham abhy ajayan; tebhyaḥ prātaḥsavane vāci kalpayiṣyaṃs, tān Agnir Vasubhiḥ prātaḥsavanād anudata. tebhyo mādhyaṃdine savane vāci kalpayiṣyaṃs, tān Indro Rudrair mādhyaṃdināt savanād anudata. tebhyas tṛtīyasavane vāci kalpayiṣyaṃs, tān Viśve devā anonudanta: 'neha pāsyanti' iti. sa Prajāpatir abravīt Savitāram: tava vā ime 'ntevāsās, tvam evaibhis trir āsambhāvasveti; sa tathety abravīt Savitā: tān u tvam ubhayataḥ paripibeti; taṃ Prajāpatir ubhayataḥ paryapibat. tān etena dhyāyenānirukte prājāpatye 'sya abhitārbhavam: 'surūpakṛtnum ūtaye 'yaṃ vena udayat priśnigarbham' iti; tasmād u śreṣṭhī pātre rocayaty eva. yaṃ tebhyo vai devā apaivā bibhatsanta manuṣyagandhāt, ta ete dhyāyye antaradadhata: 'yebhyo mātā vā pitra' iti.

Er rezitiert das Ṛbhu-Lied. Die Ṛbhus errangen einst durch Askese unter den Göttern den Anteil am Somatrunk. Als sie sich beim Morgentrank ihren Anteil an der Rede verschaffen wollten, stieß sie Agni mit den Vasu vom Morgentrank fort. Als sie sich beim Mittagstrank ihren Anteil verschaffen wollten, stieß sie Indra mit den Rudra vom Mittagstrank fort. Als sie sich beim dritten Trank ihren Anteil verschaffen wollten, stießen sie die Viśvedevas fort: 'Hier werden sie nicht trinken!' Da sprach Prajāpati zu Savitṛ: 'Diese sind ja deine Schüler — nimm du dich ihrer an, sei dreimal ihr Beschützer.' Er, Savitṛ, sprach: 'So sei es' — 'so trinke du an beiden Enden [des Rituals mit ihnen]'; Prajāpati [selbst] trank [darauf] an beiden Enden mit. Mit diesem noch unausgesprochenen (anirukta), Prajāpati eigenen Betrachtungsvers [sprach er] über sie, das Ṛbhu-Lied: 'Zur Hilfe [kommt] dieser, der Schönes wirkt, der Liebe [Vena], er geht auf, mit buntem Schoß' — daher leuchtet der Vorzüglichste eben im [Opfer-]Gefäß. Die, welche die Götter, wegen ihres Menschengeruchs, [zunächst] verabscheuten und zurückstießen, denen fügte er eben diesen Betrachtungsvers als Deckung hinzu: 'Denen, die von Mutter oder Vater [sind]'.

Vaiśvadevam śaṃsati. yathā vai prajā evaṃ vaiśvadevaṃ; tad yathāntaraṃ janatā evam sūktāni, yathāraṇyāny evam dhāyyāḥ; tad ubhayato dhyāyaṃ paryāharayate. yathā vai puruṣa evaṃ vaiśvadevaḥ; tasya yathāvantaram aṅgāny evam sūktāni, yathā parvāṇy evam dhāyyāḥ; tad ubhayato dhyāyaṃ paryāharayate; tasmāt puruṣasya parvāṇi śithirāṇi santi, dṛḍhāni brahmaṇā hi tāni dhṛtāni. mūlaṃ vā etad yajñasya yad dhāyyāś ca yājyāś ca yāpyāś ca; tad anyā-anyā dhāyyāś ca yājyāś ca kuryur, unmūlam eva tad yajñaṃ kuryuḥ; tasmāt tāḥ samāny eva syuḥ. pañcajanyaṃ vā etad uktham yad vaiśvadevam; sarveṣāṃ vā etat pañcajanānām uktham: deva-manuṣyāṇāṃ gandharvāpsarasāṃ sarpāṇāṃ ca pitṝṇāṃ ca.

Er rezitiert den Vaiśvadeva[-Lobgesang]. Wie die Nachkommenschaft [dem Opfer entspringt], so das Vaiśvadeva; wie das Bewohnte [Kulturland] von der freien Bevölkerung [durchsetzt wird], so verhalten sich die Sūktas; wie die Wildnis, so die Dhāyyā-Verse — so umfaßt es den Betrachtungsvers auf beiden Seiten. Wie der Mensch [aufgebaut ist], so das Vaiśvadeva; wie ihm dazwischen die Glieder [gehören], so die Sūktas, wie die Gelenke, so die Dhāyyā-Verse — so umfaßt es den Betrachtungsvers auf beiden Seiten. Darum sind die Gelenke des Menschen locker [beweglich], fest aber sind sie durch das brahman [die heiligen Sprüche] zusammengehalten. Die Wurzel des Opfers ist ja dies: die Dhāyyā-, die Opferspruch- (yājyā) und die [übrigen zugehörigen] Verse; würde man da bei jedem einzelnen [Ritual] andere Dhāyyā- und Opfersprüche verwenden, so würde man das Opfer entwurzeln; darum sollen diese [stets] dieselben sein. Ein Lied für die fünf Völker (pañcajanya) ist dieses Vaiśvadeva-Uktha; ein Lied für alle diese fünf Völker ist es: der Götter und Menschen, der Gandharven und Apsaras, der Schlangen und der Väter (Ahnen).

Caiteṣāṃ vā etat pañcajanānām uktham; sarva enam pañcajanā vidur, enam pañcajanā yatāyai havir gacchanti ya evaṃ veda. sarvadevatyo eṣa hotā yo vaiśvadevam śaṃsati; sarvā dyo dhyāyec chaṃsiṣyan; sarvāsv eva dyeṣv abhayaṃ śayāna tāṃ dhyāyed, anuhāyavāt sā tad vīryam ādatte. 'aditir dyaur antarikṣam' ity uttamayā paridadhāti; yā vā Aditir iyaṃ dyauḥ, iyam antarikṣam, mātā sā pitā sa putra ity, iyaṃ vai mātā, iyaṃ pitā, putro Viśve devā, Aditiḥ pañcajanā ity, ayaṃ vai Viśve devā, asyaṃ vai pañcajanā, aditir jātam aditir janitvam. dvir yad u yajñaḥ paridadhāti, catuṣpādā vai paśavaḥ, paśūnām avaruddhyai. sakṛd ardharcasaḥ pratiṣṭhāyā eva; dviratiṣṭho hi puruṣaś catuṣpāt paśavo; yajamānena eva tad dvipratiṣṭhaṃ catuṣpātsu paśuṣu pratiṣṭhāpayati. sadyaiva pañcajanīyayā paridadhyāt. Viśve devā aśvinam uktham śastvā vaiśvadevyā yajati, yathābhāgaṃ tad devatāḥ prīṇāti.

Dies ist [wirklich] ein Lied für diese [genannten] fünf Völker; alle fünf Völker kennen es, und alle fünf Völker gehen [zu ihm], wo die Opfergabe [für ihn dargebracht wird] — wer dies weiß. Ein allen Göttern zugehöriger Hotṛ ist, wer das Vaiśvadeva rezitiert; er soll, im Begriff zu rezitieren, an alle Himmelsräume denken; denn in allen Himmelsräumen liegt Furchtlosigkeit — daran denke er, denn ohne solche [Furchtlosigkeit] gewinnt man keine Kraft. Mit 'Aditi, Himmel, Luftraum' umhüllt (paridadhāti) er als letztem [Vers]: Aditi ist ja dieser Himmel, dieser Luftraum, die Mutter, der Vater, der Sohn — diese ist die Mutter, dieser der Vater, der Sohn die Viśvedevas. 'Aditi [sind] die fünf Völker' — diese sind ja die Viśvedevas, diese sind die fünf Völker: Aditi ist das Geborene, Aditi ist das Erzeugtsein. Zweimal umhüllt das Opfer [mit diesem Spruch]; vierfüßig ist ja das Vieh — zum Erwerb von Vieh. Einmal [rezitiert man] die Halbverse (ardharca) zur Festigung allein; zweifach gefestigt ist ja der Mensch, vierfüßig das Vieh — durch den Opferherrn eben gründet man diese zweifache Festigung im vierfüßigen Vieh. Sogleich also umhülle man mit dem den fünf Völkern zugehörigen [Spruch]. Nach Rezitation des Aśvina-Uktha der Viśvedevas opfert man der Vaiśvadeva-[Gottheit], so stellt man die Gottheiten je nach ihrem Anteil zufrieden.

Āgneyī prathamā ghṛtayajyā, saumī saumyayajyā, vaiṣṇavī ghṛtayajyā. 'tvaṃ soma pitṛbhiḥ saṃvidānaḥ' iti saumyasya pitṛmatyā yajati. ghnanti vā etat somaṃ yad abhiṣunvanti, taiṣā anustaraṇī kriyate; pitṛbhyo 'nustaraṇaṃ syāt somasya. pitṛbhyo 'nustaraṇaṃ yad abhyaghnuvan, pitṛmatyā yajati; avadhīr eṣa taṃ somaṃ, yad abhyaghnuvaṃs, tena punaḥ sambhāvayanti, punar āpyāyanty upasādāṃ rūpeṇopasādaṃ; kila vai tad rūpaṃ yad etā devatāḥ: Agniḥ Somo Viṣṇur iti. pratigṛhya somayaṃ hotā pūrvaś chandogebhyo 'vekṣate; athaike pūrvaṃ chandogebhyo haranti; tat tathā na kuryāt: vaṣaṭkartā prathamaḥ sarvabhakṣān bhakṣayatīti ha smāha, tenaiva rūpeṇa tasmād vaṣaṭkartaiva pūrvo 'vekṣeta; athainaṃ chandogebhyo haranti.

[Der] erste [Upasad-Vers ist] mit Ghee dem Agni geweiht, [der zweite] dem Soma mit Soma[-Formel] geweiht, [der dritte] dem Viṣṇu mit Ghee geweiht. Mit 'Du, Soma, einig mit den Vätern' opfert man dem Soma mit dem den Vätern zugehörigen Spruch. Man 'schlägt' den Soma sozusagen, wenn man ihn preßt; ein 'Hinstreuen für die Väter' geschieht dabei — es soll dies wie eine Streu für die Väter [wirken] hinsichtlich des Soma. Weil man ihn wie ein Opfer für die Väter 'niederschlägt', opfert man mit dem den Vätern zugehörigen Spruch: man hat diesen Soma [gleichsam] erschlagen, indem man ihn preßte — damit belebt man ihn wieder, läßt man ihn wieder erstarken, in der Gestalt der Upasad-[Gottheiten]: die Gestalt, die diese Gottheiten haben, ist ja gerade dies: Agni, Soma, Viṣṇu. Nachdem er den Soma empfangen hat, blickt der Hotṛ vor den Sāman-Sängern [zuerst darauf]; manche aber lassen [den Trank] zuerst zu den Sāman-Sängern bringen — so solle man es aber nicht machen. 'Der den Vaṣaṭ-Ruf ausstößt, trinkt als erster von allen [übrigen] Trünken' — so pflegte man zu sagen; ebendieser Gestalt gemäß solle also der, der den Vaṣaṭ-Ruf ausstößt, zuerst hinblicken (vorkosten); danach erst bringt man ihn zu den Sāman-Sängern.

Prajāpatir vai svāṃ duhitaram abhyadhyāyad, divam ity anya āhur, Uṣasam ity anye; tāṃ ṛśyo bhūtvā rohit bhūtām abhyait. tāṃ devā apaśyan: 'akṛtaṃ vai Prajāpatiḥ karotīti', etam anyonyasmin nāvindaṃs; teṣāṃ yā eva ghoratamā tanva āsan, tāḥ sambhṛtya eṣa devo 'bhavat, tasyaitad Bhūtavan nāma. bhavatī vai sa yo 'syaitad evaṃ nāma veda. taṃ devā abruvann: ayaṃ vai Prajāpatir akṛtam akar, imaṃ vidhyeti. tasmā abravīd, hai vai varam eva vṛṇā iti; vṛṇīṣveti; sa āvṛṇīta: paśūnām adhipatyam. tad asyaitad evaṃ nāma veda, paśumān bhavati yo 'syaitad evaṃ nāma veda. tam abhyāyatyā vidhyat; sa viddha ūrdhva udaprapatat; tam etaṃ Mṛgavyādha ity ācakṣate; ya u eva sa rohit, sā Rohiṇī, yo 'sy eṣus trikāṇḍas so 'śu, śreṣṭhas trikāṇḍaḥ. tad vā idaṃ Prajāpater retaḥ siktam ādhavat, tat sāro 'bhavat. te devā abruvan: medaṃ Prajāpater retaḥ dūṣad iti; yad abruvan: 'medaṃ Prajāpater retaḥ dūṣad' iti, tan mādūṣam abhavat, tan mādūṣasya mādūṣatvam; medhaṃ vai hi nāmaitam mānuṣaṃ ity ācakṣate parokṣeṇa, medhaṃ san mānuṣam iti devāḥ.

Prajāpati begehrte einst seine eigene Tochter — die einen nennen sie Div (Himmel), andere Uṣas (Morgenröte); er näherte sich ihr, indem er die Gestalt eines [männlichen] Hirsches (ṛśya) annahm, sie [selbst] hatte die eines roten [weiblichen] Rehs (rohit) angenommen. Die Götter sahen das: 'Prajāpati begeht da eine ungehörige Tat' — [sie fanden aber] keinen unter sich, [der dagegen einschreiten wollte]; da versammelten sie ihre je schrecklichsten Körperteile, und daraus wurde diese Gottheit — sein Name ist 'der Wesenhafte' (Bhūtavant). Zum Herrn (bhavant) wird, wer diesen seinen Namen so kennt. Die Götter sprachen zu ihm: 'Prajāpati hat hier eine ungehörige Tat begangen — durchbohre ihn!' Er sprach [zu ihnen]: 'So laßt mich mir eine Gunst erbitten.' 'Erbitte sie dir.' Er erwählte sich: die Oberherrschaft über das Vieh. Das ist [der Grund für] diesen seinen Namen [Paśupati]; viehreich wird, wer diesen seinen Namen so kennt. Er durchbohrte ihn [Prajāpati] mit dem gespannten [Pfeil]; durchbohrt sprang er [Prajāpati als Hirsch] aufwärts empor — diesen nennt man daher 'Mṛgavyādha' (den 'Wilddurchbohrer', d.h. Rudra, oder das gejagte Wild selbst); und eben dieses rote [Reh] (rohit) ist der Stern Rohiṇī; sein Pfeil aber, ein dreiteiliger Pfeilschaft, ist der Stern Ārdrā (der beste der dreiteiligen). Da nun floß der vergossene Same Prajāpatis dahin, der wurde zum [Fluß-]See (sāra). Die Götter sprachen: 'Dieser Same Prajāpatis möge nicht verderben (dūṣat).' Weil sie sprachen: 'Dieser Same Prajāpatis möge nicht verderben', entstand daraus 'Mādūṣa' — das ist das Wesen des Mādūṣa. Denn diesen [See] nennt man auf verhüllte Weise (parokṣeṇa) 'menschlich' (mānuṣa), 'medha' [im doppelten Sinn von Opfer/Same und Weisheit] — 'medha, das menschlich ist' [nennen] die Götter [es].

Tad Agninā paryādadhus, tan Maruto 'dhūnvans, tad agnir na prācyāvayat. tad agninā vaiśvānareṇa paryādadhur, tan Maruto 'dhūnvans, tad agnir vaiśvānaraḥ prācyāvayat. tasya yad retaḥ prathamam udadīpyata, tad asāv Āditya ābhavat; yad dvitīyam āsīt, tad Bhṛgur abhavad, Varuṇo nyagṛhṇīta, tasmāt sa Bhṛgur Vāruṇiḥ. atha yat tṛtīyam adidhyad iva, ta Āṅgirasā abhavan; ye 'ṅgārā āsaṃs te 'ṅgiraso 'bhavan. yad aṅgārāḥ punar avaśāntā udadīpyanta, tad Bṛhaspatir abhavat. yāni pariśiṣṭāny āsāṃs te kṛṣṇāḥ paśavo 'bhavan. yā lohinī mṛttikā, te rohitāḥ; atha yad bhasmāsīt, tat pṛthagbhūya vy asarpat — gauro gavayo ṛśyo uṣṭro gardabha iti; ta ete aruṇāḥ paśavas. tato haiṣa devo 'bhyavadata: 'mama vā idaṃ, mama vai vāstv' iti; tam etayarcā nirvādayanta yaiṣā raudrī: 'tvaṃ no vīro arvatī kṣamethāḥ, mo naḥ abhi amanyu' iti; anabhimāno haiṣā devāḥ prajā bhavati, prajāyemahi rudriya prajābhir iti brūyāt na rudretyam etasyaiva nāmnaḥ parihṛtyai, kim iti u khalu śaṃ naḥ karatīti eva. sa cec chami tam pratiṣṭhāpayate, sarvasmā eva śāntyai. pumāṃso vai narāḥ, striyo nāryaḥ, sarvasmā eva śāntyai. aniruktaṃ raudrī, śāntā sarvāyuḥ sarvāyattvāya. sarvam āyur eti ya evaṃ veda. sā gāyatrī, brahmaṇaivainaṃ tan namasyati.

Diesen [vergossenen Samen] umgaben sie mit [gewöhnlichem] Feuer, den schüttelten die Maruts — der Same kam nicht in Bewegung. Da umgaben sie ihn mit dem vaiśvānarischen Feuer, den schüttelten die Maruts — der vaiśvānarische Agni brachte ihn in Bewegung. Was von diesem Samen zuerst aufflammte, das wurde jener Āditya (die Sonne). Was der zweite [Teil] war, das wurde Bhṛgu — Varuṇa nahm ihn an sich, darum heißt er Bhṛgu Vāruṇi. Was aber der dritte [Teil war], gleichsam glimmend, das wurden die Āṅgiras; die [Teile], die Glutkohlen (aṅgāra) waren, wurden zu den Aṅgiras. Was an Glutkohlen wieder erlosch und dann [erneut] aufflammte, das wurde Bṛhaspati. Was übrigblieb, das wurden die schwarzen Tiere; was rötliche Erde war, das wurden die rötlichen [Tiere]. Was aber Asche war, das kroch, sich abscheidend, auseinander — [daraus wurden]: der weiße Ochse (gaura), der Gayal (gavaya), der Antilopenbock (ṛśya), das Kamel, der Esel — dies sind die 'fahlen' (aruṇa) Tiere. Da erhob diese Gottheit [Rudra] Anspruch: 'Dies ist mein, dies ist meine Wohnstätte.' Diesen besänftigte man mit jenem Rudra-Vers: 'Du, o Held, verschone unsere Rosse, richte deinen Zorn nicht gegen uns' — furchtlos [d.h. ohne dessen Zorn zu fürchten] wird so die Nachkommenschaft [des Opferherrn]. 'Wir mögen uns fortpflanzen, Rudrischer, mit Nachkommenschaft' — so spreche man, nicht [den Namen] 'Rudra' [selbst], um eben diesen [furchterregenden] Namen zu vermeiden — als wolle man [nur] fragen: 'wird er uns wohl Heil (śam) schaffen?' Wenn er 'Heil' [gewährt], so gründet man ihn darin — zum Heil für alles. Männer sind ja 'nara', Frauen 'nārī' [im Sinn des allumfassenden Bezugs] — zum Heil für alles. Ungenannt [bleibt der Name] bei der Rudra-[Strophe] — besänftigt, zu vollem Lebensalter, zu voller Zugehörigkeit des Lebens. Volles Lebensalter erreicht, wer dies weiß. Sie [die Strophe] ist im Gāyatrī-Versmaß; mit dem heiligen Wort (brahman) allein verehrt man ihn damit.

Vaiśvānarīyeṇāgnimārutaṃ pratipadyate. vaiśvānaro vā etad reto siktaṃ prācyāvayat; tasmād vaiśvānarīyeṇāgnimārutaṃ pratipadyate. Maruto ha vā etad reto siktaṃ prācyāvayaṃs, tasmān mārutaṃ śaṃsati. 'yajña-yajñā vo agnaye, devo vo draviṇodā' iti yoniṃ cānurūpaṃ ca śaṃsati; tad yan madhye yonir dhṛtā, tad u dve sūkte śastvā pratiṣṭhayor evainaṃ tat prajananaṃ dadhāti prajāyai. prajāyate prajayā paśubhir ya evaṃ veda.

Man tritt mit dem vaiśvānarischen [Sāman] zum Agni-Marut-[Lied]. Der vaiśvānarische [Agni] hat ja diesen vergossenen Samen in Bewegung gebracht; darum tritt man mit dem Vaiśvānarīya zum Agni-Marut[-Lied]. Die Maruts nun haben diesen vergossenen Samen [durch ihr Schütteln] in Bewegung gebracht; darum rezitiert man das Marut-Lied. 'Bei jedem Opfer [seid] euch, o Agni, [gnädig], der Gott, der euch Reichtum schenkt' — damit rezitiert man den Mutterschoß (yoni, den ersten Teil) sowie den entsprechenden [zweiten Teil]; daß der Mutterschoß in der Mitte gehalten wird — nach Rezitation dieser beiden Sūkta legt man ihm damit, durch die Verankerung, die Zeugungsfähigkeit zur Nachkommenschaft bei. Zeugt Nachkommenschaft mit Nachkommen und Vieh, wer dies weiß.

Jātavedasyaṃ śaṃsati. Prajāpatiḥ prajā asṛjata; tāḥ sṛṣṭāḥ parācya evāyan, na vyāvartanta. tā agninā paryagacchat, tam agnim upāvartanta; tam evādyāpy upāvṛttāḥ. so 'bravīt: jātā vai prajā anavindam iti; yad abravīj jātā anavindam iti, taj jātavedaso jātavedastvam. adbhir abhyaṣiñcat, samad upariṣṭāj jātavedasyaṃ śaṃsati, na bhakṣayati; saṃsthā vā eṣā yad anuvaṣaṭkāraḥ, saṃsthā bhakṣaḥ; prāṇā adbhir abhiṣicya nijāyata iva saṃsyāya vāstavyam. tāsu vā ahinā budhnena parokṣāt tejo 'dadhāt; eṣa ha vā agnir gārhapatyena parokṣāt tejo 'dadhāt, agninaivāsau vasu gārhapatyena parokṣāt tejo dadhāti; tasmād āhur: juhvad evāhavanīyasyāpohiṣṭhīyaṃ saṃstavyam iti.

Er rezitiert das Jātavedasya[-Lied]. Prajāpati schuf die Geschöpfe; diese, geschaffen, gingen davon (parāñc), ohne sich umzuwenden. Er umschloß sie mit Agni (dem Feuer); da wandten sie sich zu diesem Feuer um — noch heute wenden sie sich dorthin. Er sprach: 'Die geschaffenen Geschöpfe habe ich [wieder]gefunden' — weil er sprach: 'die geschaffenen [Geschöpfe] habe ich gefunden' (jātā ... avindam), kommt daher der Name Jātavedas ('der die Geschöpfe kennt/besitzt'). Er besprengte sie mit Wasser; nach diesem [Ritus] rezitiert man von oben her das Jātavedasya, trinkt aber nicht [davon]; Vollendung ist ja der Nach-Vaṣaṭ-Ruf, Vollendung ist der [rechte] Trunk; die Lebensatems, mit Wasser besprengt, werden gleichsam neu geboren — man soll [sie] nicht zur Wohnstatt bringen [d.h. nicht vorzeitig abschließen]. In diesen [Wassern] nun legte [Agni] verborgen, auf unsichtbare Weise, mittels der Schlange (ahi) im Grund die Glut (tejas) nieder; eben dieser Agni legte durch das Gārhapatya-Feuer auf unsichtbare Weise die Glut nieder, mit Feuer eben legt jener [Agni] das Gut (vasu) durch das Gārhapatya-Feuer auf unsichtbare Weise nieder. Darum sagt man: 'Nur beim [Feuer], in das man opfert, beim Āhavanīya, soll man den Apohiṣṭhīya-[Spruch] als Preisung verwenden.'

Devānāṃ patnīḥ śaṃsaty: 'añcir agnim gṛhapatim' iti, tasmād añcir patnī gṛhapatyate. tad āhur: Rākāṃ pūrvāṃ śaṃsej, jāmayai vā pūrvavepeyaṃ tan nādṛtyaṃ; devānāṃ patnīḥ pūrvāḥ śaṃset. eṣa ha vā etat patnīṣu retas dadhāti yad agnir gṛhapatyaḥ, agninaivāsu pratyakṣād retas dadhāti; gṛhapatye prajāyate prajayā paśubhir ya evaṃ veda. tasmāt samānodaryā vāsanyodaryāyai jāyāyā anujīvati. Rākāṃ śaṃsati, dhī pumāṃso 'sya putrā jāyante ya evaṃ veda. Pāvitravyai śaṃsati; vāg eva Sarasvatī pāvitravī, vāg eva tad vācaṃ dadhāti. tad āhuḥ: Yāmīm pūrvāṃ śaṃset, imāṃ Yama ā hi sīdeti pitryam iti sīdati; yā Yāmīm eva pūrvāṃ śaṃset, 'imāṃ Yama ā hi sīde' iti prastaraṃ ā hi sīdeti. rājño vai pūrvapeyaṃ, tasmād eva pūrvāṃ śaṃset. 'mātali kavyair Yamo aṅgirobhir' iti, kāvyānām aṅgirobhir Yamo 'ñcīṃ śaṃsati; āvareṇaiva devān kāvyāḥ, pareṇaiva pitṝn; tasmāt kāvyāḥ pareṇaiva devān śaṃsati. 'ud īrataṃ avara ut parāsa' iti pitṛyāḥ śaṃsati; 'ud madhyamāḥ pitaraḥ somyāsaḥ' iti — ye caivāsmā ye ca parāsā ye ca madhyamāḥ, tān sarvān anantarāyaṃ prīṇāti. 'ahaṃ pitṛn suvidatrāṃ avitsi' iti dvitīyāṃ śaṃsati. 'barhiṣado ye svadhayā sutasya' iti; etad dha vā eṣāṃ priyaṃ dhāma yad barhiṣadaḥ; priyeṇaivaināṃs tad dhāmnā samardhayati; priyeṇa dhāmnā samṛdhyate ya evaṃ veda. 'pitṛbhyo namo astv adyeti' namaskāravantaḥ śaṃsati; tasmād antataḥ pitṛbhyo namaskriyate. tad āhuḥ: vyāhāvaṃ pitṛyāṃ śaṃset, avyāhāvam iti; vyāhāvam eva śaṃset, asaṃsthitaḥ vai pitṛyajñasyādhvā, yo vyāhāvaṃ pitṛyajñaṃ saṃsthāpayati; tasmād vyāhāvam eva śaṃstavyam.

Er rezitiert das den Göttergattinnen [gewidmete Lied]: 'Añcir [Zugewandt] macht Agni zum Hausherrn' — darum macht die Gattin [ihn zum] Zugewandten, [macht ihn] zum Hausherrn. Dazu sagt man: Man solle Rākā zuerst rezitieren, denn ihr, als der Schwester [der übrigen Göttinnen], gebühre der Vortritt — dies ist aber nicht zu beachten; man soll [vielmehr] die Göttergattinnen [entsprechend ihrem Rang] zuerst rezitieren. Eben dies legt Samen in die Gattinnen, daß Agni der Hausherr ist; mit Feuer eben legt er sichtbar den Samen in sie; im Hausherrn (gārhapatya) zeugt Nachkommenschaft mit Nachkommen und Vieh, wer dies weiß. Darum lebt eine gleichgesinnte [Nebenfrau] von der Gunst der [Haupt-]Gattin. Er rezitiert [den Rākā-Vers]: kluge Söhne werden ihm geboren, wer dies weiß. Er rezitiert den Pāvitravī-[Vers]; die Sprache selbst, Sarasvatī, ist die Läuternde — mit der Sprache eben verleiht man damit Sprache. Dazu sagt man: man solle den Yamī-[Vers] zuerst rezitieren: 'Diese setze sich zu dir, Yama' — [im Sinn] des Vater-Kultes setzt sie sich; wer den Yamī-Vers zuerst rezitiert: 'diese setze sich zu dir, Yama' — [meint] 'sie setze sich auf das [Opfer-]Streu'. Dem König gebührt ja der Vortrunk; darum solle man [den ihm zugehörigen Vers] zuerst rezitieren. 'Mātali unter den Kavyas, Yama unter den Aṅgiras' — mit den Aṅgiras der Kavyas rezitiert man Yamas Zugewandtheit; mit dem näheren [Bereich sind] die Götter [verbunden], mit dem ferneren die Väter; darum rezitiert man mit dem ferneren [Bereich] die Väter, [nicht] die Götter. 'Erhebt euch, ihr Nächsten, [und] ihr Fernsten' — damit rezitiert man die Väter; 'erhebt euch, ihr mittleren, somahaften Väter' — die Nahen wie die Fernen wie die Mittleren, sie alle stellt man damit ohne Unterschied zufrieden. 'Ich habe die wohlkundigen Väter gefunden' — dies rezitiert man als zweiten [Vers]. 'Die auf der Opferstreu sitzen, mit ihrem eigenen Anteil am gepreßten [Soma]' — dies ist ja ihre liebe Wohnstatt, das Streusitzen; mit dieser lieben Wohnstatt läßt man sie damit gedeihen; mit lieber Wohnstatt gedeiht, wer dies weiß. 'Verehrung sei heute den Vätern' — mit Verehrungsformel rezitiert man; darum wird zuletzt den Vätern Verehrung erwiesen. Dazu sagt man: man solle den Väter-[Vers] getrennt (vyāhāva) oder ungetrennt rezitieren; man solle ihn getrennt rezitieren — unvollendet nämlich bleibt der Weg des Väteropfers, wer das Väteropfer getrennt zum Abschluß bringt; darum solle man ihn nur getrennt rezitieren.

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