1 Jyotir gaur āyur iti stomebhir yanti. ayaṃ vai loko jyotir, antarikṣaṃ gaur, asau loka āyuḥ. 2 sa eṣaiva uttarasyāṃ 'jyotir gaur āyur' iti trīṇy ahāni, tāny ahāni jyotiṣ; te ete jyotiṣī ubhayataḥ saṃlokete, tenaitenobhayatojyotiṣā ṣaḷahena yanty, anayor eva tal lokayor ubhayataḥ pratitiṣṭhanti; asmiṃś ca loke 'muṣmiṃś cobhayataḥ saṃśliṣṭaṃ bhavati yad abhiplavāḥ ṣaḷahaḥ. 6 tasya yāv abhito 'gniṣṭomau tau pradhī, ye catvāro madhya ukthyās, tan nābhiṃ gachati; yo vartamānena yatra kāmayate, tat svasti saṃvatsarasya pāram aśnute ya evaṃ veda. 8 yo vai tad yat prathamaḥ ṣaḷahaḥ, yas tad veda dvitīyo, yas tad veda tṛtīyo, yas tad veda yac caturtho, yas tad veda yat pañcamaḥ [tasyāhur yajñaḥ sam ṛdhyate] || 15 || 1 ||
1 Man tritt mit den Preisgesängen der [Worte] 'Licht, Rind, Lebenszeit' heran. Diese Erdwelt ist das Licht, der Luftraum das Rind, jene Himmelswelt die Lebenszeit. 2 Ebenso sind in der folgenden [Periode wieder] 'Licht, Rind, Lebenszeit' die drei Tage - diese Tage sind 'Licht'; diese beiden Licht-Perioden treffen sich zu beiden Seiten [des Zentrums], und mit diesem beiderseits vom Licht umgebenen Sechstagelauf (ṣaḷaha) geht man voran, man gründet sich damit eben zu beiden Seiten in diesen beiden Welten; in dieser Welt und in jener Welt entsteht so beiderseits ein Zusammenschluss durch die Abhiplava-Sechstagesläufe. 6 Die beiden Agniṣṭoma-Tage, die diesen Zentraltag beiderseits flankieren, sind gleichsam seine Deichselstützen; die vier Ukthya-Tage in der Mitte bilden die Nabe - wer diesem Kreislauf folgend erlangt, was er wünscht, der erreicht wohlbehalten das Ende des Jahres, wer dies so weiß. 8 Wer den ersten Sechstagelauf so kennt, wer den zweiten so kennt, wer den dritten, wer den vierten, wer den fünften so kennt [dem gedeiht das Opfer] [Anm.: einzelne Zahlenangaben dieses numerologischen Abschnitts bleiben im Detail unsicher] || 15 || 1 ||
1 Prathamaṃ ṣaḷaham upayanti. ṣaḍ ahāni bhavanti; ṛtava eva tat saṃvatsaram āpnuvanti, ṛtuṣv eva tat pratiṣṭhanto yanti. 2 dvitīyaṃ ṣaḷaham upayanti, dvādaśa vai māsā, māsān eva tat saṃvatsaram āpnuvanti, māsasu pratiṣṭhanto yanti. 3 tṛtīyaṃ ṣaḷaham upayanti, aṣṭādaśāhāni bhavanti; tāni dvedhā navānya-navāni; nava vai prāṇā, navabhiḥ prāṇaiḥ svargāṃś ca lokān; prāṇeṣu caiva tat svargeṣu ca lokeṣu pratiṣṭhanto yanti. 4 caturthaṃ ṣaḷaham upayanti; caturviṃśatir vā ardhamāsāḥ, ardhamāsān eva tat saṃvatsaram āpnuvanti, saṃvatsare pratiṣṭhanto yanti. 5 pañcamaṃ ṣaḷaham upayanti; triṃśad ahāni bhavanti; triṃśad vai virāḍ, virājam eva tan māsi-māsy abhisampādayanto yanty, annādyaṃ virājam eva tan māsi-māsy avaruddhyanty; asmai ca lokāya amuṣmai cobhābhyāṃ || 16 || 2 ||
1 Man tritt an den ersten Sechstagelauf heran; sechs Tage sind es - damit erreicht man eben die Jahreszeiten (ṛtu), in den Jahreszeiten gegründet geht man voran. 2 Man tritt an den zweiten Sechstagelauf heran; zwölf sind die Monate - damit erreicht man eben die Monate, in den Monaten gegründet geht man voran. 3 Man tritt an den dritten Sechstagelauf heran; achtzehn Tage sind es, in zwei Neunergruppen; neun sind die Lebenshauche (prāṇa) - mit den neun Lebenshauchen [erreicht man] auch die Himmelswelten; in den Lebenshauchen und den Himmelswelten gegründet geht man voran. 4 Man tritt an den vierten Sechstagelauf heran; vierundzwanzig sind die Halbmonate - damit erreicht man eben die Halbmonate, im Jahr gegründet geht man voran. 5 Man tritt an den fünften Sechstagelauf heran; dreißig Tage sind es; dreißigfach ist die Virāj - die Virāj eben vollendet man damit Monat für Monat, die Speise (annādya), die Virāj, erlangt man damit Monat für Monat - für diese Welt sowohl als auch für jene, für beide || 16 || 2 ||
1 Gavām ayanena yanti. gāvo vā Ādityāḥ; evaṃ yanty ayanam. 2 gāvo vai satram aśapan; tāsāṃ daśame māsi śaphāḥ śṛṅgāṇy ajāyanta. tā abruvan: yasmāt kāmād dīkṣāmahi, uttiṣṭhāmeti. tā yā udatiṣṭhaṃs, tāḥ śṛṅginyo 'bhavan; tā aśraddadhāya śṛṅgāṇi prāvartanta; tā etāḥ purā ūrjaṃ tv asunvan, tasmād u tāḥ sarvān ṛtūn prāptavatya uttamam. 5 ūrjaṃ hy asunvan; sarvasya vai gāvaḥ premāṇaṃ, sarvasya premāṇaṃ gachati, ya evaṃ vedādityāḥ svarge loke 'spardhanta: 'vayaṃ pūrva eṣyāmo, vayam' iti; te hāditya āsan: 'pūrva eṣyāmo vayam' iti, te hy Āṅgirasāḥ [?] 'pūrva eṣyāma' iti. yathā vā varṣeṣu, yathā vā ṣaḍahā akṣatāny anyāny ahāni, tad Ādityānām ayanam - prāyaṇīyaś caturviṃśa ukthyaḥ; sarve 'bhiplavā akṣatāny anyāny ahāni, tad Āṅgirasam ayanam. sā yathā śrutir añjasaiva svargasya lokasyāthaiva yathā mahāpathaḥ paryāṇa, evaṃ pṛṣṭhyaḥ ṣaḷahaḥ svargasya lokasya. tad yad ubhābhyāṃ ṣaḷahenāyanti, ubhayoḥ kāmayor upāptyai; yaḥ vaṃ na riṣyati, ubhayoḥ kāmayor api plavate, ye ca pṛṣṭhye || 17 || 3 ||
1 Mit dem 'Rinderweg' (Gavām ayana, dem großjährigen Sattra-Opfer) geht man voran. Rinder nämlich sind die Ādityas; so geht man den Weg (ayana) voran. 2 Die Rinder [d.h. die Ādityas] gelobten sich zu einem Sattra-Opfer; im zehnten Monat wuchsen ihnen Hufe und Hörner. Sie sprachen: 'Um dessentwillen, wonach wir uns sehnten, als wir uns weihten, lasst uns nun aufstehen.' Die von ihnen, die aufstanden, wurden gehörnt; die aber, die dem Glauben nicht [genug] folgten, denen wuchsen [erst später] Hörner. Diese Erstgenannten tranken damals noch Kraftsaft (ūrja, statt Soma), darum erreichten jene später [Gehörnten] alle Jahreszeiten als Letzte. 5 Denn sie tranken Kraftsaft; wer dies weiß, dem gelangt der ganze Vorrang (premāṇa) der Rinder zuteil, er gelangt zum Vorrang von allem. Die Ādityas wetteiferten einst um die Himmelswelt: 'Wir wollen zuerst dorthin gelangen, wir!' - so sprachen die Ādityas; ebenso sprachen [dem Text zufolge] die Āṅgiras[-Sänger, Anm.: Textstelle unsicher]: 'Wir wollen zuerst dorthin gelangen.' So wie es in den Jahreszeiten [einen geregelten Ablauf gibt], so ist es auch bei den Sechstagesläufen, bei denen die anderen Tage unversehrt bleiben: das ist der 'Weg der Ādityas' - der Einleitungstag, der Vierundzwanzig-Tag, der Ukthya-Tag; alle Abhiplava-Sechstagesläufe hingegen, bei denen [ebenfalls] die anderen Tage unversehrt bleiben, das ist der 'Weg der Āṅgiras'. Und wie eine [direkte] Straße unmittelbar [zum Ziel führt], so führen die Abhiplava-Läufe geradewegs zur Himmelswelt; wie aber das Umherfahren auf einer großen Straße [einen Umweg macht], so ist der Pṛṣṭhya-Sechstageslauf [ein Umweg] zur Himmelswelt. Dass man mit beiden den Sechstageslauf vollzieht, geschieht zur Erlangung beider Wünsche; wer, dies wissend, [dem Ritus folgt], nimmt keinen Schaden und gelangt schwimmend zu beiden Wünschen, sowohl bei den Abhiplava- wie bei den Pṛṣṭhya-Läufen || 17 || 3 ||
1 Ekaviṃśam etad ahar upayanti viṣuvantaṃ madhye saṃvatsarasya. tena vai devā ekaviṃśenādityaṃ svargaṃ lokam adhāyayan [udayachan]. 3 sa eṣa ita ekaviṃśas, tasya daśāvastād ahāni divi vīryasya bhavanti, daśa parastāt; madhya eṣa ekaviṃśa ubhayato virāḍ pratiṣṭhitā, ubhayato hi vā eṣa svarasāmabhir dhṛtaḥ. tasmād eṣo 'ntareṇa lokau na vyathate. 5 tasya vai devā ādityasya svargāl lokād avapātād abibhayuḥ, taṃ tribhiḥ svargair lokair avastāt pratyuttabhnuvan - stomā vai trayaḥ svargā lokāḥ; tasya parāco 'bhipātād abibhayuḥ, taṃ tribhiḥ svargair lokaiḥ parastāt pratyastabhnuvan - stomā vai trayaḥ svargā lokāḥ. tat trayo 'vastāt saptadaśa bhavanti, trayaḥ parastāt; madhya eṣa ekaviṃśa ubhayataḥ svarasāmabhir dhṛtaḥ. tasmād eṣo 'ntareṇa lokau na vyathate, ya evaṃ vidvān na vyathate. tasya vai devā ādityasya svargāl lokād avapātād abibhayus, taṃ paramaiḥ svargair lokair avastāt pratyuttabhnuvan - stomā vai paramāḥ svargā lokāḥ; tasya parāco 'bhipātād abibhayuḥ, taṃ paramaiḥ svargair lokaiḥ parastāt pratyastabhnuvan - stomā vai paramāḥ svargā lokāḥ. tat trayo 'vastāt saptadaśa bhavanti, trayaḥ parastāt; te dvau-dvau sampadya trayaś catustriṃśā bhavanti; catustriṃśo vai stomānām uttamas, teṣu vā eṣa etad adhyāhitas tapati, sarvasmād bhūtād bhaviṣyataḥ. 7 sa vā eṣa uttaraḥ sarvasmād bhūtād bhaviṣyataḥ, yad idaṃ kiṃ cottarocarate. 8 yasmād uttaro bhavati, tasmād uttaro bhavati ya evaṃ veda || 18 || 4 ||
1 Man tritt an diesen Einundzwanzigsten Tag, den 'Wendepunkt' (viṣuvant) in der Mitte des Jahres, heran. Mit dem Einundzwanzig[fachen Preisgesang] verschafften einst die Götter dem Āditya (der Sonne) den Aufgang zur Himmelswelt. 3 Dies ist der Einundzwanzigste von hier gerechnet; vor ihm liegen zehn Tage, die zur Mannkraft (vīrya) im Himmel gehören, hinter ihm zehn; in der Mitte steht dieser Einundzwanzigste, die Virāj, zu beiden Seiten gegründet - denn zu beiden Seiten wird er ja von den Svara-Sāman-Gesängen gehalten. Darum gerät er zwischen den beiden Welten nicht ins Wanken. 5 Vor dem Herabstürzen dieses Āditya aus der Himmelswelt fürchteten sich die Götter; sie stützten ihn von unten mit drei Himmelswelten - drei Preisgesänge (stoma) nämlich sind die 'Himmelswelten'. Vor seinem Hinwegstürzen fürchteten sie sich ebenso; sie stützten ihn von oben mit drei Himmelswelten. So sind es von unten insgesamt siebzehn, von oben drei; in der Mitte steht dieser Einundzwanzigste, zu beiden Seiten von den Svara-Sāman gehalten. Darum gerät, wer dies weiß, zwischen den Welten nicht ins Wanken. Ebenso fürchteten sich die Götter vor seinem Herabstürzen und stützten ihn von unten mit den höchsten Himmelswelten, vor seinem Hinwegstürzen und stützten ihn von oben mit den höchsten Himmelswelten - die höchsten Preisgesänge nämlich sind die 'Himmelswelten'. So sind es von unten siebzehn, von oben drei; je zwei davon zu einem verbunden, ergeben sie vierunddreißig - vierunddreißig ist der höchste der Preisgesänge. In diesen eben aufgesetzt (adhyāhita) glüht dieser Āditya, erhaben über alles, was gewesen und was sein wird. 7 Dieser ist ja höher als alles, was gewesen ist und was sein wird - was auch immer sonst noch höher aufsteigt. 8 Weil er höher wird als alles, darum wird höher, wer dies so weiß || 18 || 4 ||
1 Svarasāmna upayantīme vai lokāḥ svarasāmabhir āspṛṇvāṃs, tat svarasāmnāṃ svarasāmatvam. tad yat svarasāmna upayanty, eṣv evainaṃ tal lokeṣv abhijayati. 2 teṣāṃ vai devāḥ saptadaśānāṃ pravalāyad abibhayuḥ - sāmeva stomair avigulbham iva na ha pravalīyaraṃs - tān sarvaiḥ stomair avastāt paryāṇaiḥ parastāt [pratyaṣṭabhnuvan]; tad yad abhijit sarvasomo 'vastād bhavati, vikarṇaṃ madhye, sarvapṛṣṭhaḥ parastāt. 3 tasya vai devā ādityasya svargāl lokād avapātād abibhayuḥ, taṃ pañcabhī raśmibhir udayan. raśmayo vai divākīrtyāni: mahādivākīrtyaṃ pṛṣṭhaṃ bhavati, vikarṇaṃ brahmasāma, bhāsam agniṣṭomasāma, ubhe bṛhadrathaṃtare pavamānayor bhavataḥ. tad Ādityaṃ pañcabhī raśmibhir udvayanti, dhṛtyā anavapātāya. 4 tasmād Ādityaṃ prātar anuvākam anubrūyāt, sarvaṃ hy evaitad ahar divākīrtyaṃ bhavati; sauryaṃ paśum āgnāṅgasvatam [?] savanīyasyopālambhyālābheran, sūryadevatyaṃ etad ahar anubrūyāt, pratyakṣaṃ hy etad ahaḥ. ekaviṃśatiśataṃ vā dvipañcāśataṃ vā sthātvā madhye nividaṃ dadhāti, tato 'tirūttarāḥ saṃsati. satyaṃ vai puruṣaḥ satyavīryaḥ, āyuṣyevainaṃ dadhāti, tad vīryam indriyam āyuṣyevaiva dadhāti || 19 || 5 ||
1 Man tritt an die Svara-Sāman-Gesänge heran; diese Welten haben ja mit den Svara-Sāman[-Gesängen] gegeneinander aufgetönt (āspṛṇvant) - das ist die Svara-Natur der Svara-Sāman. Dass man an die Svara-Sāman herantritt, damit gewinnt man eben diese Welten. 2 Vor deren Herabsinken - der siebzehn [Preisgesänge] - fürchteten sich die Götter: gleichsam schwankend mit den Preisgesängen, wie ungefestigt, sodass sie [beinahe] herabsanken. Diese stützten sie mit allen Preisgesängen von unten, mit [ihren] Umgebungen (paryāṇa) von oben; das ist es, dass der Abhijit-Tag von unten der Allsoma-Tag ist, in der Mitte der Vikarṇa, von oben der Allpṛṣṭhya-Tag. 3 Vor dem Herabstürzen des Āditya aus der Himmelswelt fürchteten sich die Götter, und sie führten ihn mit fünf Strahlen wieder hinauf. Die Strahlen nämlich sind die 'Tagesberühmtheiten' (divākīrtya): das Mahādivākīrtya ist der Pṛṣṭha-Gesang, das Vikarṇa das Brahma-Sāman, das Bhāsa das Agniṣṭoma-Sāman, dazu Bṛhat und Rathaṃtara als die beiden Pavamāna. So führen sie den Āditya mit fünf Strahlen hinauf, damit er standhaft nicht wieder herabstürzt. 4 Deshalb rezitiere man den Morgen-Anuvāka für Āditya, denn dieser ganze Tag ist ja ein Tag der Tagesberühmtheit; man solle das Sonnentier [Anm.: Einzelheiten unsicher] nicht vom Morgentrunk fernhalten, man rezitiere diesen Tag als der Sonnengottheit gehörig, denn dieser Tag ist ja ihr sichtbares Abbild. Mit hundert[und]einundzwanzig oder mit zweiundfünfzig [Versen] legt er in der Mitte die Nivid-Formel ein und rezitiert darüber hinaus die höheren Verse. Von Wahrheit erfüllt ist der Mensch von wahrer Kraft; damit verleiht man ihm Lebenskraft (āyus); damit verleiht man Mannkraft, Sinneskraft (indriya) und Lebenskraft || 19 || 5 ||
1 Dūrohaṇaṃ rohati, svargo vai loko dūrohaṇaḥ. 2 svargam eva tal lokam eti ya evaṃ veda; [yad eva dūroho, yat sāv atra tapati, tad rohati]. 4 haṃsavatyā rohati: 'haṃsaḥ śucisad' iti - eṣa vai haṃsaḥ śucisad ya eṣa antarikṣāt. 5 'eṣa hotā vediṣad' iti - eṣa vā atithir duroṇasat. 9 'eṣa nṛṣad varasad' iti - eṣa vai varaḥ. 'ṛtasad' iti - eṣa āsannas tapati. 11 'vyomasad' ity - etat sadmanīm āsannas tapati. 'abjā gojā' ity - eṣa vai abjā yaḥ sāyaṃ praviśati, adbhyo vā eṣa prātar udeti; eṣa gojā, eṣa ṛtajā, eṣa adrijā, eṣa ṛtaṃ, eṣā satyaṃ - etāni sarvāṇy; eṣa ha vā asya chandasaḥ pratyakṣatamaṃ rūpaṃ, tasmād eṣa candrasāma; yatra rohaṇaṃ roheddhaṃsavatyaiva rohet, haṃsavatyaiva svargakāmasya rohet. 21 Tārkṣyo ha vā etam pūrvo 'dhvānam āid, yatrādo gāyatrī suparṇo bhūtvā somam āharat. tad yathā kṣetrajñam adhvanaḥ puraetāraṃ kurvīta, tādṛk tad yat tārkṣye; ayaṃ vai tārkṣyo ya eṣa pavate, eṣa svargasya lokasyābhivyūḷhaḥ. 'tyam ū ṣu vājinaṃ devajūtam' ity - eṣa vai vājī devajūtaḥ. 'sahāvānaṃ turātaraṃ rathānām' ity - eṣa vai sahāvāṃs, tarutama hy imāl lokān sadyas tarati. 'ariṣṭanemiṃ pṛtanājam āśum' ity - eṣā ariṣṭanemiḥ; svastaya iti svastim āśāste. 'svastaye iha huvema' iti - evam evainam etad Indrasyeva rathaṃ ājohuvānāḥ svastaya āśāste. eva u evainaṃ nāvam iva ruhanta sam evainam etad adhirohanti svargasya lokasya samaṣṭyai sampattyai saṃgatyai. 'urvī na pṛthvī bahule gabhīre, mā vām etau mā paretaṃ ripo naḥ' ity evaitad anumantrayeta. 'ā ca parā ca meṣyat, sadyaś cid yaḥ savasā pañca kṛṣṭīḥ' - 'sūrya iva jyotiṣāpas tatāna' ity - pratyakṣam āsuryam abhi apsu tatānety. 'sahasraśāḥ śatāsyaḥ' ity - āśiṣam evaitenāśāste, ātmane ca yajamānebhyaś ca || 20 || 6 ||
1 Man besteigt den 'Schwerbesteiglichen' Weg (dūrohaṇa); die Himmelswelt ist der 'Schwer zu Besteigende'. 2 Wer dies weiß, gelangt eben zur Himmelswelt [Anm.: die anschließenden mystischen Wortspiele um dūrohaṇa und die dort glühende Sonne sind im Text nur bruchstückhaft lesbar]. 4 Mit der 'Haṃsavatī'-Strophe besteigt man den Weg: 'ein reiner Schwan (haṃsa) sitzend' - das ist eben jener [Vogel bzw. die Sonne], der reinsitzend aus dem Luftraum aufsteigt. 5 'Dieser ist der Hotṛ, auf dem Opferplatz sitzend' - das ist der göttliche Gast, der im Hause weilt. 9 'Dieser sitzt bei den Männern, sitzt in der Wahl' - das ist der 'Erwählte' (vara). 'Im Sitz der Ordnung (ṛta) sitzend' - so glüht dieser Nahsitzende. 11 'Im Luftraum sitzend' - so glüht er, in seinem Sitze weilend. '[Er ist] im Wasser geboren, aus Rindern geboren' - er ist der, der abends in die Wasser eintritt, aus den Wassern geht er morgens wieder auf; er ist 'aus Rindern geboren', 'aus der Ordnung geboren', 'aus dem Fels geboren', er ist die Ordnung, er ist die Wahrheit - dies alles [an Bezeichnungen]; er hat die deutlichst sichtbare Gestalt unter den Versmaßen, darum heißt dies der Candra-Sāman ('Mond-Sāman'). Wo man diesen 'schwer zu besteigenden' Weg besteigen will, besteige man ihn eben mit der Haṃsavatī-Strophe; wer nach der Himmelswelt verlangt, besteige ihn eben mit der Haṃsavatī. 21 Der Vogel Tārkṣya durchmaß einst vor [den Göttern] diesen Weg, als er, zum Gāyatrī-Adler geworden, den Soma herbeitrug. So wie man einen Kenner des Geländes zum Wegführer macht, ebenso verfährt man, indem man den Tārkṣya anruft - dieser Tārkṣya ist es, der hier weht (pavate), er ist es, der zur Himmelswelt hinübergeführt hat. Mit 'tyam ū ṣu vājinaṃ devajūtam' [meint man]: dies ist das gottgetriebene, siegreiche Ross. Mit 'sahāvānaṃ turātaraṃ rathānām' [meint man]: dies ist der Überlegene, Schnellere unter den Wagen, der diese Welten sogleich durchmisst. Mit 'ariṣṭanemiṃ pṛtanājam āśum' [meint man] die 'unversehrte Radfelge'; mit 'svastaye' erfleht man sich Heil. Mit 'svastaye iha huvema' - so wie man Indras Wagen herbeiruft, erfleht man sich damit Heil. Und so, wie man ein Schiff besteigt, so besteigt man damit den Weg zur Vereinigung, zum Erreichen, zum Zusammentreffen mit der Himmelswelt. Mit 'urvī na pṛthvī bahule gabhīre, mā vām etau mā paretaṃ ripo naḥ' [Anm.: Sinn im Detail unsicher] spricht man eine Segensformel. Mit 'ā ca parā ca meṣyat, sadyaś cid yaḥ savasā pañca kṛṣṭīḥ' und 'sūrya iva jyotiṣāpas tatāna' [preist man] die sichtbare Asura-Macht (āsurya), die über die Wasser ausgebreitet ist. Mit 'sahasraśāḥ śatāsyaḥ' erfleht man sich einen Segen, sowohl für sich selbst als auch für die Opferherren || 20 || 6 ||
1 Āhūya dūrohaṇaṃ rohati, svargo vai loko dūrohaṇaḥ. vāg āhvā, brahma vāk. sa yad āhvayati, brahmaṇaivainaṃ svargaṃ lokaṃ rohati. 2 sa paśchā rohati; taṃ ardharcaśo 'ntarikṣaṃ tad āpnoti, athārdharcenottamaṃ lokam āpnoti, atha tripadyā tripadyāvarohati - yathā śākhāṃ dhārayamānas, tad amuṣmin loke pratitiṣṭhaty; ardharcaśo 'ntarikṣe, paśchād asmin loke. 3 āptvaiva tat svargaṃ lokaṃ yajamānam asmin loke pratiṣṭhāpayati. atha ya ekakāmāḥ syuḥ svargakāmāḥ, parāñcam eva teṣāṃ rohet: te jayeyur haiva svargaṃ lokaṃ, parāñcam eva loke jog iva vaseyur mithunāni || 21 || 7 ||
1 Durch Anrufung (āhūya) besteigt man den 'Schwer zu besteigenden' Weg zur Himmelswelt. Rufwort ist die Rede, die Rede ist das Brahman. Dass man ruft, damit besteigt man eben durch das Brahman die Himmelswelt. 2 Man besteigt ihn und [dann] rückwärts wieder herab: mit dem Halbvers erreicht man den Luftraum, dann mit dem [zweiten] Halbvers die höchste Welt, dann mit einer Dreifuß-Strophe steigt man Fuß für Fuß wieder herab - wie einer, der sich an einem Ast festhält, so steht er fest in jener Welt: mit dem Halbvers im Luftraum, mit dem letzten Teil in dieser Welt. 3 Damit gründet er, nachdem er die Himmelswelt erreicht hat, den Opferherrn wieder fest in dieser Welt. Wer aber allein nach der Himmelswelt verlangt, für den besteige man den Weg vorwärtsgewandt [ohne Rückkehr]: dann gewinnen sie eben die Himmelswelt, und mögen vorwärtsgewandt wie Paare in jener Welt wohnen || 21 || 7 ||
1 Yathā vai puruṣa evaṃ viṣuvān. tasya yathā dakṣiṇo 'rdha evaṃ pūrvo 'rdho viṣuvataḥ, yathottaro 'rdha evam uttaro 'rdho viṣuvataḥ, tasmād uttara ity ācakṣate. bidalasaṃhita iva vai puruṣaḥ, tad dhāpi syūmeva madhye śīrṣṇo vijñāyate. 2 tad āhuḥ: viṣuvaty evaitad ahaḥ saṃsati; tad āhur: uktānām ukthaṃ, viṣuvan viṣuvann itīha viṣuvantaḥ bhavanti śreṣṭhatām. 3 saṃvatsara evaitad ahar āpnoti, saṃvatsaraṃ hy evāhar āpnuvanti. 4 yāni vai purā saṃvatsarād retāṃsi jāyante, yāni pañcamāsyāni yāni ṣaṇmāsyāni, srivanti tāni, na vai tair bhuñjate; atha yāni daśamāsyāni jāyante yāni sāṃvatsarikāṇi, tair bhuñjate; tasmāt sāṃvatsaram. 6 saṃvatsaraṃ hy etad ahar āpnoti, saṃvatsaraṃ hy etad ahar āpnuvanty; eṣa hi vai saṃvatsareṇa pāpmānam apahate, mā pāpmānam apahataḥ; śīrṣṇo viṣuvatā pāpmānaṃ hate 'pa viṣuvatā pāpmānaṃ hate ya evaṃ veda ya evaṃ veda. vaiśvakarmaṇaṃ ṛṣabhaṃ savanīyasyopālambhyālābheran; etasmin mahāvratīye 'hani Indro Vṛtraṃ hatvā Viṣvakarmābhavat; Prajāpatiḥ prajāḥ sṛṣṭvā Viṣvakarmābhavat. Indra eva tad ātmanā Prajāpatiḥ, saṃvatsara eva tad ātmanā Prajāpatiḥ; saṃvatsare Viṣvakarmāṇam antaḥ pratitiṣṭhanti; pratitiṣṭhati ya evaṃ veda ya evaṃ veda || 22 || 8 ||
Iti caturthapañcikāyāṃ tṛtīyo 'dhyāyaḥ.
Ity aṣṭādaśe 'dhyāye 'ṣṭamaḥ khaṇḍaḥ.
1 So wie ein Mensch [gebaut ist], so ist der Viṣuvant (der 'Wendetag'). Wie bei ihm die rechte Hälfte, so ist die vordere Hälfte des Viṣuvant; wie die obere Hälfte, so die hintere Hälfte des Viṣuvant - darum nennt man ihn den 'oberen' Tag. Wie zwei zusammengefügte Schalenhälften ist der Mensch gebaut; darum wird auch [beim Viṣuvant] gleichsam eine Naht in der Mitte des Hauptes wahrgenommen. 2 Dazu sagt man: Man rezitiert an diesem Tag den Uktha-Vers der Wendung (viṣuvant); man sagt: das Uktha der Ukthas ist es - 'Wende, Wende' sprechend werden die Priester hier zu den Vorzüglichsten unter den sich Wendenden. 3 Mit diesem Tag erreicht man eben das ganze Jahr, denn diesen Tag erreichen sie ja als das Jahr [in seiner Mitte]. 4 Die Samen, die vor Ablauf eines Jahres [zur Zeugung] entstehen - die fünf- oder sechsmonatigen Föten -, die vergehen (srivanti), man ernährt sich nicht von ihnen. Die aber, die zehnmonatig, vollständig ausgereift entstehen, von denen ernährt man sich; darum ist [dieser Tag] ein 'jahresvollendender' Tag. 6 Denn diesen Tag erreicht man eben als volles Jahr; denn dieser Tag schlägt mit dem Jahr das Böse fort - er schlägt für mich mit dem Jahr das Böse fort; vom Haupt her schlägt er mit dem Wendetag das Böse fort, wer dies so weiß, wer dies so weiß. Man solle den Viśvakarman-Stier [als Opfertier] nicht vom Morgentrunk fernhalten; an diesem Mahāvratīya-Tag wurde Indra, nachdem er Vṛtra erschlagen hatte, zu 'Viśvakarman' ('Allwirker'); Prajāpati, nachdem er die Geschöpfe geschaffen hatte, wurde ebenso zu Viśvakarman. Indra eben ist durch sich selbst Prajāpati, das Jahr eben ist durch sich selbst Prajāpati; im Jahr gründen sie sich damit als Viśvakarman - es gründet sich, wer dies so weiß, wer dies so weiß || 22 || 8 ||
So [endet] in der vierten Pañcikā der dritte Adhyāya.
So [endet] im achtzehnten Adhyāya der achte Khaṇḍa.