Quellen der Menschheit

Aitareya-Brāhmaṇa · Caturthī Pañcikā

Adhyāya 19: Dvādaśāhaprakaraṇam Prajāpatis Schöpfung und das Zwölftagesopfer

Prajāpatis Askese und die Erschaffung des Zwölftagesopfers.

1 Prajāpatir akāmayata: prajāyeya bhūyāṃ syām iti. sa tapo 'tapyata, sa tapas taptvemāṃ dvādaśāham apaśyad ātmana evāṅgeṣu ca prāṇeṣu ca; taṃ ātmana evāṅgebhyaś ca prāṇebhyaś ca dvādaśadhā niramimīta, taṃ āharat; tato vai so 'bhavad ātmanā, pra prajayā paśubhir ajāyata; pra prajayā paśubhir jāyate ya evaṃ veda. 3 sa kāmayata: kathaṃ nu gāyatryā sarvato dvādaśāhaṃ paribhūya sarvāṃ ṛddhim ṛdhnuyām iti. taṃ vai tejasaiva purastāt paryabhavac chandobhir madhyato 'kṣarair upariṣṭāt. gāyatryā sarvato dvādaśāhaṃ paribhūya sarvāṃ ṛddhim ṛdhnoti ya evaṃ veda. 5 yo vai gāyatrīṃ pakṣiṇīṃ cakṣuṣmatīṃ jyotiṣmatīṃ bhāsvatīṃ veda, gāyatryā pakṣiṇyā cakṣuṣmatyā jyotiṣmatyā bhāsvatyā svargaṃ lokam eti. eṣā vai gāyatrī pakṣiṇī cakṣuṣmatī jyotiṣmatī bhāsvatī yad dvādaśāhas; tasya yāv abhito 'tirātrau tau pakṣau, yāv antarāgniṣṭomau te cakṣuṣī, ye madhya ukthyāḥ sa ātmā - gāyatryāḥ pakṣiṇyāś cakṣuṣmatyā jyotiṣmatyā bhāsvatyā svargaṃ lokam eti ya evaṃ veda || 23 || 1 ||

1 Prajāpati wünschte: 'Möchte ich mich fortpflanzen, möchte ich mehr werden.' Er übte Askese (tapas); durch die Askese erblickte er dieses Zwölftagesopfer (dvādaśāha) in seinen eigenen Gliedern und Lebenshauchen (prāṇa); er gestaltete es zwölffach aus den eigenen Gliedern und Lebenshauchen heraus, brachte es hervor; da wurde er selbst [vollständig] durch sich selbst, durch Nachkommenschaft und Vieh vermehrte er sich - durch Nachkommenschaft und Vieh vermehrt sich, wer dies so weiß. 3 Er wünschte: 'Wie könnte ich mit der Gāyatrī das Zwölftagesopfer von allen Seiten umfassend allen Wohlstand zum Gedeihen bringen?' Da umfasste er es durch den Glanz von vorn, durch die Versmaße in der Mitte, durch die einzelnen Silben von oben. Mit der Gāyatrī das Zwölftagesopfer von allen Seiten umfassend, bringt allen Wohlstand zum Gedeihen, wer dies so weiß. 5 Wer die Gāyatrī als geflügelt, mit Augen versehen, lichtvoll und strahlend kennt, gelangt mit der geflügelten, augenversehenen, lichtvollen, strahlenden Gāyatrī zur Himmelswelt. Diese Gāyatrī nämlich, geflügelt, augenversehen, lichtvoll, strahlend, das ist das Zwölftagesopfer: die beiden Atirātra-Tage, die es zu beiden Seiten flankieren, sind ihre Flügel; die beiden dazwischenliegenden Agniṣṭoma-Tage sind ihre Augen; die mittleren Ukthya-Tage sind ihr Leib (ātman). Zur Himmelswelt gelangt mit der geflügelten, augenversehenen, lichtvollen, strahlenden Gāyatrī, wer dies so weiß || 23 || 1 ||

1 Trayaś ca vā ete tryahā ā daśamam ahar a dvāv atirātrau ca, dvādaśāhaḥ. 2 dvādaśāhāni dīkṣito bhavati, yajñīyas tair etair bhavati. 3 dvādaśa rātrīr upasada upaiti, śarīram eva tābhir dhūnute. 4 dvādaśāham prasuto 5 bhūtvā śarīraṃ dhūtvā śuddhaḥ pūto devatā abhyeti ya evaṃ veda. 6 ṣaṭtriṃśad vā eṣa yad dvādaśāhaḥ, ṣaṭtriṃśadakṣarā vai bṛhatī; bṛhatyā vā etad ayanaṃ yad dvādaśāhaḥ, bṛhatyā vā etad devā imāl lokān āśnuvata. te vai daśabhir evākṣarair imaṃ lokam āśnuvata, daśabhir antarikṣaṃ, daśabhir divaṃ, caturbhiś catasro diśaḥ, dvābhyām evāsmiml loke pratyatiṣṭhan. 7 pratitiṣṭhati ya evaṃ veda. 8 tad āhuḥ: yad anyāni chandāṃsi varṣīyāṃsi bhūtvākṣaratāny, atha kasmād etāṃ bṛhatīty ācakṣata iti? etayā vai devā imāl lokān āśnuvata; te vai daśabhir evākṣarair imaṃ lokam āśnuvata, daśabhir antarikṣaṃ, daśabhir divaṃ, caturbhiś catasro diśaḥ, dvābhyām evāsmiml loke pratyatiṣṭhan; tasmād etāṃ bṛhatīty ācakṣate. 9 etayā kāmayate ya evaṃ veda || 24 || 2 ||

1 Diese drei Dreitagesperioden bis zum zehnten Tag, dazu zwei Atirātra-Tage, das ist das Zwölftagesopfer. 2 Zwölf Tage lang ist er geweiht (dīkṣita); durch eben diese wird er opferwürdig. 3 Zwölf Nächte durchläuft er die Vorbereitungstage (upasad); dabei schüttelt er eben seinen Leib durch. 4 Zwölf Tage angetrieben, 5 nachdem er seinen Leib durchgeschüttelt hat, gelangt er, gereinigt und geläutert, zu den Gottheiten - wer dies so weiß. 6 Sechsunddreißigfach ist dieses Zwölftagesopfer, sechsunddreißig Silben hat die Bṛhatī; mit der Bṛhatī ist eben dieser Weg (ayana), das Zwölftagesopfer, beschritten; mit der Bṛhatī erlangten die Götter diese Welten. Mit zehn Silben erlangten sie eben diese Erdwelt, mit zehn den Luftraum, mit zehn den Himmel, mit vieren die vier Himmelsrichtungen, mit zweien gründeten sie sich in dieser Welt. 7 Wer dies so weiß, gründet sich fest. 8 Dazu sagt man: Da doch andere Versmaße größer sind und mehr Silben haben, warum nennt man gerade diese 'Bṛhatī' ('die Große')? Mit ihr erlangten die Götter diese Welten; mit zehn Silben erlangten sie diese Welt, mit zehn den Luftraum, mit zehn den Himmel, mit vieren die vier Himmelsrichtungen, mit zweien gründeten sie sich in dieser Welt; darum nennt man sie 'Bṛhatī'. 9 Mit ihr erlangt, was er wünscht, wer dies so weiß || 24 || 2 ||

1 Prajāpatiyajño vā eṣa yad dvādaśāhaḥ, Prajāpatir vā etenāgra ayajata. so 'bravīd ṛtūṃś ca māsāṃś ca: yājayata mā dvādaśāheneti. tān dīkṣayitvānapakramaṃ gamayitvābruvan: dehi no 'tha tvā yājayiṣyāma iti. tebhya iṣam ūrjaṃ prāyachat, saiṣā ṛtuṣu māseṣu nihitā. dadataṃ vai tam ayājayan, taṃ pratigṛhṇanto vai tam ayājayan, taṃ pratigṛhṇatā yajyāṃ ubhaye rādhnuvanti ya evaṃ vidvāṃso yajante ca yājayanti ca. 3 te vā ima ṛtavaś ca māsāś ca Prajāpatau pratigṛhya, gauravam iva manyanta dvādaśāhe pratigṛhya; te 'bruvan Prajāpatim: dīkṣā no dvādaśāheneti. sa tathety abravīt: taiḥ dīkṣayitvā pūrve didīkṣiṣata, te 'natarapāpmāno 'pahatapāpmānaḥ. aparapakṣā apare dīkṣanta, te tathaivānapahatapāpmānaḥ. tasmād evaṃ vidvān dīkṣamāneṣu pūrvaḥ-pūrvo didīkṣiṣeta, 4 apa pāpmānaṃ hate ya evaṃ veda. 5 sa vā ayaṃ Prajāpatiḥ saṃvatsara ṛtuṣu ca māseṣu ca pratiṣṭhan, ta ime ṛtavaś ca māsāś ca Prajāpatāv eva tad anyonyasmin pratiṣṭhitāḥ. evaṃ ha vāva sa ṛtvig yo dvādaśāhena yajate; tasmād āhuḥ: na pāpaḥ puruṣo yājyo dvādaśāhena, ned ayaṃ mayi pratitiṣṭhad iti. sa vai devānāṃ jyeṣṭhayajño ya eṣa yad dvādaśāhaḥ. tasmād āhuḥ: na pāpaḥ puruṣo yājyo dvādaśāhena, ned ayaṃ mayi pratitiṣṭhād iti. 8 Indrāya so 'bravīd Bṛhaspatim: yājaya mā dvādaśāheneti. tam ayājayat; tato vai tasmai devā jyaiṣṭhyāya śraiṣṭhyāyātiṣṭhanta; tiṣṭhante 'smai svā jyaiṣṭhyaśraiṣṭhyāya, saṃ asmin svaḥ śreṣṭhatāyāṃ jñāte ya evaṃ veda. 10 ūrdhvo vai prathamas trayaḥ, tiryaṅ madhyamaḥ, arvāṅ uttamaḥ. sa yad ūrdhvaḥ prathamas trayaḥ, tasmād agnir ūrdhva uddīpyate, ūrdhvā hy etasya dig; yat tiryaṅ madhyamaḥ, tasmād ayaṃ vāyus tiryak pavate, tiraścī hy etasya dig; yad arvāṅ uttamaḥ, tasmād asāv arvāṅ tapati, arvāci nakṣatrāṇy; arvācī hy etasya dik. samyañco vā ime lokāḥ, samyañca ete trayaḥ; samyañco 'smai loka śriyai bhavanti ya evaṃ veda || 25 || 3 ||

1 Ein Opfer Prajāpatis nämlich ist das Zwölftagesopfer; Prajāpati opferte damit zuerst. Er sprach zu den Jahreszeiten und den Monaten: 'Lasst mich mit dem Zwölftagesopfer opfern.' Nachdem er sie geweiht und ans Ziel geführt hatte, sprachen sie: 'Gib uns [Kraft], dann werden wir dich opfern lassen.' Er gewährte ihnen dafür Kraft-Speise (ūrja); diese ist es, die jahreszeitweise in den Monaten niedergelegt ist. Indem sie die Kraftspeise gaben, ließen sie ihn opfern; indem sie sie annahmen, ließen sie ihn opfern; durch dieses Geben und Annehmen kommen beide, Opfernde und Opfernlassende, zum Erfolg, wer dies wissend opfert und opfern lässt. 3 Diese Jahreszeiten und Monate aber, nachdem sie die Kraftspeise von Prajāpati angenommen hatten, empfanden dies als schwere Last; sie sprachen zu Prajāpati: 'Weihe uns mit dem Zwölftagesopfer.' Er sagte: 'So sei es.' Nachdem er sie geweiht hatte, weihten sich die Ersten [unter ihnen] zuerst und wurden [dadurch zuerst] von Bösem befreit; die andere Partei weihte sich später und wurde entsprechend [später] nicht [sogleich] von Bösem befreit. Darum weihe sich, wer dies weiß, unter den sich Weihenden stets als Erster, 4 [und] schlägt das Böse fort, wer dies so weiß. 5 Dieses Jahr nämlich ist Prajāpati, in den Jahreszeiten und Monaten gegründet; diese Jahreszeiten und Monate sind wechselseitig ineinander, in Prajāpati, gegründet. So eben ist derjenige Opferpriester, der mit dem Zwölftagesopfer opfert. Darum sagt man: Kein böser (unwürdiger) Mensch soll mit dem Zwölftagesopfer geopfert werden lassen, damit er sich nicht darin festsetze. Dies ist das ranghöchste Opfer der Götter, das Zwölftagesopfer. Darum sagt man: Kein böser Mensch soll damit opfern lassen, damit er sich nicht darin festsetze. 8 Indra sprach zu Bṛhaspati: 'Lass mich mit dem Zwölftagesopfer opfern.' Er ließ ihn opfern; daraufhin ordneten sich ihm die Götter unter, [ihn anerkennend] als Ersten und Vorzüglichsten; ihm wird so der Vorrang des Erstseins und Vorzüglichseins eigen, ihm wird die Erkenntnis der eigenen Vorzüglichkeit eigen, wer dies so weiß. 10 Der erste [Tagesabschnitt ist] aufwärts gerichtet, der mittlere querläufig, der letzte abwärts. Dass der erste aufwärts gerichtet ist, darum flammt Agni aufwärts empor, denn aufwärts ist seine Richtung; dass der mittlere querläufig ist, darum weht dieser Wind (Vāyu) querläufig, denn querläufig ist seine Richtung; dass der letzte abwärts gerichtet ist, darum glüht jene Sonne abwärts, [und] abwärts [liegen] die Sternbilder, denn abwärts ist ihre Richtung. Zusammenstimmend (samyañc) sind ja diese Welten, zusammenstimmend diese drei Richtungen; zusammenstimmend werden ihm diese Welten zum Heile, wer dies so weiß || 25 || 3 ||

1 Dīkṣā ha vā devebhyo 'pakrāmat. tāṃ vāsantikābhyāṃ māsābhyām anvayuñjata, tāṃ vāsantikābhyāṃ māsābhyāṃ nodāpnuvan; tāṃ graiṣmābhyāṃ, tāṃ vārṣikābhyāṃ, tāṃ śāradābhyāṃ, tāṃ haimantikābhyāṃ māsābhyām anvayuñjata, tāṃ haimantikābhyāṃ māsābhyāṃ nodāpnuvan. tāṃ śaiśirābhyāṃ māsābhyām anvayuñjata, tāṃ śaiśirābhyāṃ māsābhyām āpnuvan; 2 āpnoti yam īpsati, nainaṃ dviṣann āpnoti, ya evaṃ veda. 3 tasmād yaṃ śaiśirayor māsayor āgatayor dīkṣopanamed, etayor eva śaiśirayor māsayor āgatayor dīkṣeta. sākṣāc caitad yad dīkṣāyām āgatāyāṃ dīkṣate, pratyakṣāc chikṣāṃ parigṛhṇāti. tasmād etayor eva śaiśirayor māsayor āgatayor ye caiva grāmyāḥ paśavo ye cāraṇyāḥ, animānām eva tat paruṣīmatām niyanti, dīkṣārūpam eva tad upaniplavante. 4 sa purastād dīkṣāyai prājāpatyaṃ paśum ālabhate, tasya saptadaśa samidhenīr anubrūyāt; saptadaśo vai Prajāpatiḥ, Prajāpater āptyai. 7 tad āhuḥ: yad anye jāmadagnyāny eveti 8 asmin sarveṣāṃ jāmadagnya eveti; sarvarūpa eṣa paśuḥ, sarvasamṛddhaḥ, sarvarūpatvāyai. 9 tasya vāyavyaḥ paśupuroḷāśo bhavati, sarvasamṛddhyai. 10 tad āhuḥ: yad anyad devatā uta paśur bhavaty, atha kasmād vāyavyaḥ paśupuroḷāśaḥ kriyata iti. Prajāpatir vai yajñaḥ, yajñasyetayātayāmatāyai brūyāt. yad u vāyavya iti, antar ādatte na eti, Prajāpatir eva vāyavya iti brūyāt; tena Prajāpatinaiti, Vāyur hy eva Prajāpatiḥ. 12 tad uktaṃ ṛṣiṇā: pavamānaḥ Prajāpatir. 13 satraṃ u cet saṃnyupāgnim yajeran, sarve dīkṣeran, vasantam iṣam eva tad ūrjam abhyudavasyati. ūrg vai vasantaḥ, iṣam eva tad ūrjam abhyudavasyati || 26 || 4 ||

1 Die Weihe (dīkṣā) entzog sich einst den Göttern. Sie verbanden sich mit den beiden Frühlingsmonaten - mit den beiden Frühlingsmonaten erlangten sie sie nicht; sie versuchten es mit den beiden Sommermonaten, den beiden Regenzeitmonaten, den beiden Herbstmonaten, den beiden Wintermonaten - mit den beiden Wintermonaten erlangten sie sie nicht. Sie verbanden sich mit den beiden Spätwinter- (śiśira-) Monaten, und mit den beiden Spätwintermonaten erlangten sie sie. 2 Wer, dies wissend, [seine Weihe in dieser Zeit vollzieht], erlangt, was er begehrt; kein Feind erlangt es dann noch, ihm zu schaden. 3 Darum, wenn die Weihe an einen herantritt, während die beiden Spätwintermonate da sind, so weihe man sich eben in diesen beiden Spätwintermonaten. Es ist gleichsam unmittelbar, dass man sich weiht, wenn die Weihe von selbst herangekommen ist - unmittelbar ergreift man dann die rechte Gelegenheit (śikṣā). Darum geraten, wenn eben diese beiden Spätwintermonate da sind, sowohl das Dorfvieh als auch das Wild in Bewegung und Unruhe [Anm.: Sinn im Detail unsicher] - sie geraten gleichsam selbst in die Gestalt der Weihe (dīkṣārūpa). 4 Er berührt vor der Weihe das Prajāpati-Tier [als Opfertier]; dazu rezitiere er die siebzehn Samidhenī-Verse; siebzehnfach ist ja Prajāpati - dies dient der Erlangung Prajāpatis. 7 Dazu sagt man: [das Tier gehöre] den anderen, den Jāmadagnya-Nachkommen [Anm.: Bezug unsicher]. 8 Hierbei gilt es für alle als 'Jāmadagnya'-[Opfer]; allgestaltig ist dieses Tier, allgedeihlich, zur Erlangung aller Gestalten. 9 Ihm gehört der Vāyu-geweihte Tierkuchen (paśupuroḷāśa), zum allseitigen Gedeihen. 10 Dazu sagt man: Da doch sonst [immer die Gottheit des Haupttiers auch die des Kuchens ist] und nur das Tier verschieden ist - warum wird dann hier ein dem Vāyu geweihter Tierkuchen bereitet? Prajāpati ist das Opfer; man spreche es, damit das Opfer seine Vollständigkeit (ayātayāmatā) erlange. Und weil es 'dem Vāyu gehörig' heißt, dabei aber innerlich Prajāpati nimmt, ohne dass es verloren geht - man spreche eben: 'Es ist Prajāpati in Gestalt des Vāyu'; damit geht man mit Prajāpati vereint, denn Vāyu ist eben Prajāpati. 12 Das hat der Ṛṣi gesagt: 'Der sich läuternde (pavamāna) [Vāyu] ist Prajāpati.' 13 Sollten sie aber ein Sattra-Opfer gemeinsam darbringen, so opfern sie gemeinsam am [einen] Feuer, alle weihen sich gemeinsam; damit steigen sie zum Frühling, eben zur Kraft-Speise (ūrj), auf. Kraft ist ja der Frühling; eben zur Kraft-Speise steigen sie damit auf || 26 || 4 ||

1 Chandāṃsi vā anyonyasyāyatanam abhyadhyāyan: gāyatrī triṣṭubhaś ca jagatyāś ca āyatanaṃ, triṣṭub gāyatryāś ca jagatyāś ca, jagatī gāyatryāś ca triṣṭubhaś ca. tato vai etaṃ Prajāpatir vyūḷhachandasaṃ dvādaśāham apaśyat, taṃ āharat, tenāyajata; tena sarvān kāmān gachati ya evaṃ veda. 3 chandāṃsi vyūhaty āyatanāya. 4 chandāṃsy eva vyūhati. tad āhuḥ: 'svair vānair anyair-anyair aśrāntatarair upavimokaṃ yānti' - evam eva chandobhir anyair-anyair aśrāntatarair upavimokaṃ svargaṃ lokaṃ yanti, yac chandāṃsi vyūhati. 5 dvau vai lokau sahāstāṃ, tau na āvarhan, na samatapat, te pañcajanā na samajānata; tau devāḥ saṃyantva etaṃ devavivāham vyavahetām. rathaṃtareṇaiyam amuṃ jinvati, bṛhatsāv imāṃ; 6 naudhaseneyam amuṃ jinvati, syaitenāsāv imāṃ; dhūmeneyam amuṃ jinvati, vṛṣṭyāsāv imāṃ; devayajanam eveyam amuṣyām adadhāt, paśūn asāv asyāṃ. 7 etad vā iyam amuṣyāṃ devayajanam adadhād yad etac candramasi kṛṣṇam iva; 8 tasmād āpūryamāṇapakṣeṣu yajanta etad evopepsantaḥ. 9 ūṣāṃ asāv asyām adadhāt; tad dhāpi Turaḥ Kāvaṣeya uvāca: 'oṣadhīpoṣo janam ejayeti'; tasmād dhāpy etarhi gavyāṃ mīmāṃsamānāḥ pṛchanti: santi tatrauṣadhīpoṣo hi. 10 tato vai dyāvāpṛthivī abhavatām [Anm.: der Schlusssatz ist im genauen Sinn unsicher] || 27 || 5 ||

1 Die Versmaße überlegten sich gegenseitig als Sitz (āyatana): Gāyatrī ist der Sitz von Triṣṭubh und Jagatī, Triṣṭubh der Sitz von Gāyatrī und Jagatī, Jagatī der Sitz von Gāyatrī und Triṣṭubh. Danach erblickte Prajāpati dieses in die Versmaße 'auseinandergelegte' (vyūḍha) Zwölftagesopfer; er brachte es hervor, opferte damit; damit gelangt zu allen Wünschen, wer dies so weiß. 3 Man legt die Versmaße zum wechselseitigen Sitz auseinander. 4 Man legt eben die Versmaße auseinander. Dazu sagt man: 'Mit eigenen, doch immer wieder anderen, weniger ermüdeten Zugtieren gelangt man rastend ans Ziel' - ebenso gelangt man mit immer wieder anderen, weniger ermüdeten Versmaßen rastend zur Himmelswelt, indem man die Versmaße auseinanderlegt. 5 Zwei Welten waren einst zusammen; sie trennten sich nicht, sie stimmten nicht überein, die fünf Stämme (pañcajanāḥ) einigten sich nicht über sie. Da vermittelten die Götter, indem sie diese Götterhochzeit (devavivāha) [zwischen Himmel und Erde] vollzogen: mit dem Rathaṃtara belebt er jene [Erde], mit dem Bṛhat diese [den Himmel]; 6 mit dem Naudhasa[-Sāman] belebt er jene, mit dem Syaita diese; mit dem Rauch (dhūma) belebt er jene, mit dem Regen diese; den Opferplatz (devayajana) legte diese in jene, das Vieh legte jene in diese [Anm.: die genaue wechselseitige Zuordnung von 'diese/jene' bleibt im Text unsicher]. 7 Dass sie den Opferplatz dorthin legte, das ist das, was am Mond gleichsam schwarz erscheint; 8 darum opfern sie in der zunehmenden Mondhälfte, eben dies erstrebend. 9 [Das Erglühen] legte jene in diese; dazu hat Tura Kāvaṣeya gesagt: 'Das Gedeihen der Kräuter erregt die Menschen' [Anm.: Übersetzung unsicher]; darum fragen auch jetzt noch, die über das Rindvieh nachsinnen: 'Gibt es dort Gedeihen der Kräuter?' - denn danach richtet sich das Wohlergehen. 10 Daraus wurden Himmel und Erde [Anm.: der Schlusssatz ist im Sinn nicht sicher zu erschließen] || 27 || 5 ||

1 Bṛhac ca vā idam agre rathaṃtaraṃ cāstāṃ, vāk ca vai tan manaś cāstāṃ; vāg vai rathaṃtaraṃ, mano bṛhat. tad bṛhat pūrvaṃ sasṛjānaṃ rathaṃtaram atyamanyata. tad rathaṃtaraṃ garbham adhatta, tad vairūpam asṛjata. 2 te dve bhūtvā rathaṃtaraṃ ca vairūpaṃ ca bṛhad atyamanyetām. tad bṛhad garbham adhatta, tad vairājam asṛjata. 3 te dve bhūtvā bṛhac ca vairājaṃ ca rathaṃtaraṃ ca vairūpaṃ catyamanyetām. tad rathaṃtaraṃ garbham adhatta, tac chākvaram asṛjata. 4 te bhūtvā rathaṃtaraṃ ca vairūpaṃ ca śākvaraṃ ca bṛhac ca vairājaṃ catyamanyetām. tad bṛhad garbham adhatta, tad raivatam asṛjata. 5 tāni trīṇy anyāni trīṇy anyāni ṣaṭ pṛṣṭhāny āsan, ṣaṭ tāni; harī iti trīṇi chandāṃsi ṣaṭ pṛṣṭhāni nodāpnuvan. sā gāyatrī garbham adhatta, sānuṣṭubham asṛjata; triṣṭub garbham adhatta, sā pāṅktim asṛjata; jagatī garbham adhatta, sātichandasam asṛjata. tāni trīṇy anyāni trīṇy anyāni ṣaṭ chandāṃsy āsan, ṣaṭ pṛṣṭhāni. tāni tathā kalpanta; kalpate yajño 'pi tasyai janatāyai kalpate, yatraivam etaṃ chandasāṃ ca pṛṣṭhānāṃ ca kḷptiṃ vidvān dīkṣate dīkṣate || 28 || 6 || Iti caturthapañcikāyāṃ caturtho 'dhyāyaḥ. Ity ekonaviṃśādhyāye ṣaṣṭhaḥ khaṇḍaḥ.

1 Im Anfang waren Bṛhat und Rathaṃtara [beide da]; sie waren Rede (vāc) und Geist (manas) - die Rede ist das Rathaṃtara, der Geist das Bṛhat. Da überragte das zuerst entstandene Bṛhat das Rathaṃtara. Da empfing das Rathaṃtara dadurch einen Keim, und es brachte das Vairūpa[-Sāman] hervor. 2 Diese beiden, Rathaṃtara und Vairūpa geworden, überragten nun ihrerseits das Bṛhat. Da empfing das Bṛhat einen Keim und brachte das Vairāja[-Sāman] hervor. 3 Diese beiden, Bṛhat und Vairāja geworden, überragten nun Rathaṃtara und Vairūpa. Da empfing das Rathaṃtara einen Keim und brachte das Śākvara[-Sāman] hervor. 4 Diese, Rathaṃtara, Vairūpa und Śākvara geworden, überragten nun Bṛhat und Vairāja. Da empfing das Bṛhat einen Keim und brachte das Raivata[-Sāman] hervor. 5 So gab es je drei und drei, sechs Pṛṣṭha-Sāman insgesamt - doch diese sechs erreichten die drei Versmaße [Anm.: Bezug von 'harī' unsicher] nicht von selbst. Da empfing die Gāyatrī einen Keim und brachte die Anuṣṭubh hervor; die Triṣṭubh empfing einen Keim und brachte die Pāṅkti hervor; die Jagatī empfing einen Keim und brachte das Aticchandas hervor. So gab es je drei und drei, sechs Versmaße insgesamt, sechs Pṛṣṭha-Sāman. So fügten sie sich zusammen; auch das Opfer fügt sich dementsprechend zusammen, es fügt sich zusammen für diejenige Nachkommenschaft des Opferers, bei der man, dies wissend, um diese Verknüpfung der Versmaße und der Pṛṣṭha-Sāman weiß und sich danach weiht, sich weiht || 28 || 6 || So [endet] in der vierten Pañcikā der vierte Adhyāya. So [endet] im neunzehnten Adhyāya der sechste Khaṇḍa.

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