Quellen der Menschheit

Maitrāyaṇī-Saṃhitā · Kāṇḍa 1

Prapāṭhaka 1

Der erste Prapāṭhaka der Maitrāyaṇī-Saṃhitā enthält die Opfersprüche (Yajus) des Adhvaryu für die Grundform der Neu- und Vollmondsopfer (Darśapūrṇamāsa): Zurichten von Streu (Barhis) und Opfergeräten, Reinigung der Opferspeise und des Wassers, Herrichten der Feuerstätte, Auflegen der Scheite und Ordnen der Löffel. Die Texte bestehen aus knappen Anrufungen und Handlungsformeln, die jeweils eine bestimmte Manipulation begleiten (Savitṛ-Formel „Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans“); viele Stellen sind sprachlich dunkel, teils verderbt, und ohne Ritualkontext nur unsicher zu deuten. Mit „asau“ ist im Ritual die Stelle für den Namen des jeweils Gemeinten gesetzt.

iṣe tvā subhūtāya vāyavaḥ stha devo vaḥ savitā prārpayatu śreṣṭhatamāya karmaṇa āpyāyadhvam aghnyā devebhyā indrāya bhāgaṃ mā vaḥ stena īśata māghaśaṃso dhurvā asmin gopatau syāta bahvīr yajamānasya paśūn pāhi

Für Erquickung (Iṣ) [schneide ich] dich, für gutes Gedeihen; ihr gehört dem Vāyu [Anm.: ihr, die Kälberzweige]. Der Gott Savitṛ soll euch zum vortrefflichsten Werk vorwärts treiben. Schwellt an, ihr nicht zu Tötenden [Kühe], für die Götter, für Indra als Anteil. Kein Dieb soll über euch gebieten, kein Übelwollender; seid fest [dhurvā, lies wohl dhruvā] bei diesem Herrn der Kühe, seid viele. Beschütze die Herden des Opferherrn (Yajamāna).

goṣad asi pratyuṣṭaṃ rakṣaḥ pratyuṣṭārātiḥ //

Du bist Kuhsitzer [?]. Verbrannt ist der Unhold (Rakṣas), verbrannt der Missgünstige (Arāti).

preyam agād dhiṣaṇā barhir acha manunā kṛtā svadhayā vitaṣṭā / tayāvahante kavayaḥ purastāt //

Hierher ist die Dhiṣaṇā [die Göttin, hier die Opferstätte] zur Streu (Barhis) gekommen, von Manu gemacht, mit der Svadhā zurechtgezimmert. Mit ihr ziehen die Seher (Kavi) nach Osten voran.

devānāṃ pariṣūtam asi viṣṇoḥ stupo 'tisṛṣṭo gavāṃ bhāgo devasya tvā savituḥ prasave 'śvinor bāhubhyāṃ pūṣṇo hastābhyāṃ barhir devasadanaṃ dāmi //

Du bist das von den Göttern Umschlossene [?]; du bist Viṣṇus Schopf (Stupa), der losgelassene Anteil der Kühe. Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans schneide ich [dich], Streu, den Göttersitz.

atas tvaṃ barhiḥ śatavalśaṃ viroha sahasravalśā vi vayaṃ ruhema //

Von hier aus wachse, Streu, hundertsprossig empor; möge auch ich, tausendsprossig, emporwachsen.

ayupitā yonir adityā rāsnāsīndrāṇyāḥ saṃnahanaṃ pūṣā te granthiṃ grathnātu sa te māsthād indrasya tvā bāhubhyām udyache bṛhaspater mūrdhnāharāmy urv antarikṣaṃ vīhy adityās tvā pṛṣṭhe sādayāmi

Ayupitā [?] ist der Schoß; du bist Aditis Gürtel (Rasnā), Indrāṇīs Band. Pūṣan soll dir den Knoten knüpfen; er soll dir nicht abgleiten. Mit den Armen Indras hebe ich dich empor, auf Bṛhaspatis Haupt bringe ich dich herbei. Geh in den weiten Luftraum ein. Auf Aditis Rücken setze ich dich nieder.

śundhadhvaṃ daivyāya karmaṇe vasūnāṃ pavitram asi śatadhāraṃ sahasradhāram achidratanu //

Reinigt euch für das göttliche Werk. Du bist das Reinigungsmittel (Pavitra) der Vasu, hundertströmig, tausendströmig, mit unversehrtem Leib.

dyaur asi pṛthivy asi mātariśvano gharmaḥ //

Du bist der Himmel, du bist die Erde, du bist Mātariśvans Glut-Trank (Gharma).

viśvahotur dhāmant sīda //

Setze dich auf den Sitz des Viśvahotṛ [des Alles-Opferers].

poṣāya tvādityā rāsnāsi kām adhukṣaḥ sā viśvāyur astv asau kām adhukṣaḥ sā viśvabhūr astv asau kām adhukṣaḥ sā viśvakarmāstv asau hutaḥ stoko huto drapso 'gne pāhi vipruṣaḥ supacā devebhyo havyaṃ pacāgnaye tvā bṛhate nākāya svāhā dyāvāpṛthivībhyām indrāya tvā bhāgaṃ somenātanacmi viṣṇo havyaṃ rakṣasvāpo jāgṛta

Für Nahrung [schneide ich] dich; du bist Aditis Gürtel. Welche [Kuh] hast du gemolken? Sie soll für den da [Namen] allbelebend sein. Welche hast du gemolken? Sie soll für den da allseiend sein. Welche hast du gemolken? Sie soll für den da allwirkend sein. Geopfert ist der Tropfen, geopfert der Spritzer. Agni, schütze vor den Tropfen. Gut Gekochtes, koche den Göttern die Opfergabe (Havis). Für Agni, den Großen, den Himmelsvorbau (Nāka), svāhā! Für Himmel und Erde. Für Indra lasse ich dich als Anteil mit Soma gerinnen. Viṣṇu, hüte die Opfergabe. Ihr Wasser, seid wach.

veṣāya vāṃ karmaṇe vāṃ sukṛtāya vāṃ devīr āpo 'greguvo 'greṇīyo 'gre 'sya yajñasya pretāgraṃ yajñaṃ nayatāgraṃ yajñapatiṃ yuṣmān indro 'vṛṇīta vṛtratūrye yūyam indram avṛṇīdhvaṃ vṛtratūrye prokṣitāḥ stha saṃsīdantāṃ daivīr viśo vānaspatyāsi varṣavṛddham asy urv antarikṣaṃ vīhi pratyuṣṭaṃ rakṣaḥ pratyuṣṭārātir dhūr asi dhvara dhvarantaṃ yo asmān dhvarād yaṃ vayaṃ dhvarāma taṃ dhvara

Für den Antrieb [?] euch, für das Werk euch, für die gute Tat euch, göttliche Wasser, ihr Vorangehenden, Vorausführenden, an der Spitze dieses Opfers: Geht voran und führt das Opfer an der Spitze, führt den Herrn des Opfers an der Spitze. Euch hat Indra im Vṛtra-Kampf erwählt, ihr habt Indra im Vṛtra-Kampf erwählt. Besprengt seid ihr; die göttlichen Stämme sollen sich zusammensetzen. Du bist vom Baum stammend. Du bist regengewachsen; geh in den weiten Luftraum. Verbrannt ist der Unhold, verbrannt der Missgünstige. Du bist das Joch (Dhūr): schädige den Schädiger, der uns schädigen will, und den, den wir schädigen wollen: den schädige.

devānām asi vahnitamaṃ sasnitamaṃ papritamaṃ juṣṭatamaṃ devahūtamam ahrutam asi havirdhānaṃ dṛṃhasva mā hvār viṣṇoḥ kramo 'sy uru vātāya mitrasya vaś cakṣuṣā prekṣe devasya vaḥ savituḥ prasave 'śvinor bāhubhyāṃ pūṣṇo hastābhyāṃ yachantu pañca gopīthāya vo nārātaye 'gnaye vo juṣṭān nirvapāmy amuṣmai vo juṣṭān idaṃ devānām idam u naḥ saha dṛṃhantāṃ duryāḥ svāhā dyāvāpṛthivībhyāṃ nir varuṇasya pāśād amukṣi svar abhivyakśaṃ jyotir vaiśvānaram urv antarikṣaṃ vīhy adityā va upasthe sādayāmi

Du bist der Götter bester Beförderer, bester Gewinner [?], bester Erfüller, willkommenster, von den Göttern am meisten angerufener; du bist unkrumm, du bist das Havirdhāna [Opfergabenkarren]; sei fest, krümme dich nicht. Du bist Viṣṇus Schritt. Weit [sei der Weg] für den Wind. Mit dem Auge Mitras schaue ich euch an. Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans sollen fünf [Finger] euch halten zum Schutz des Viehs, nicht zur Missgunst. Für Agni streue ich euch, die Willkommenen, hin. Dies gehört den Göttern, dies aber auch uns zusammen. Die Türen sollen fest werden, svāhā! Für Himmel und Erde. Aus der Fessel Varuṇas habe ich mich gelöst. Ich habe das Licht des Himmels, Vaiśvānara, überschaut [?]. Geh in den weiten Luftraum ein. In Aditis Schoß setze ich euch nieder.

devo vaḥ savitotpunātv achidreṇa pavitreṇa / vasoḥ sūryasya raśmibhiḥ //

Der Gott Savitṛ soll euch reinigen mit dem unversehrten Reinigungsmittel, mit den Strahlen des guten Sūrya.

agnaye vo juṣṭān prokṣāmy amuṣmai vo juṣṭān yad vo 'śuddha ālebhe tañ śundhadhvam adityās tvag asy avadhūtaṃ rakṣo 'vadhūtārātir adityās tvag asi prati tvādityās tvag vettu pṛthugrāvāsi vānaspatyaḥ prati tvādityās tvag vettv agner jihvāsi vāco visarjanam āyuṣe vo bṛhadgrāvāsi vānaspatyo devebhyo havyaṃ śamīṣva suśami śamīṣva kuṭarur asi madhujihvas tvayā vayaṃ saṃghātaṃsaṃghātaṃ jeṣmeṣam āvadorjam āvada rāyaspoṣam āvada

Für Agni besprenge ich euch, die Willkommenen; für den da [Namen] euch, die Willkommenen. Was ich an euch Unreines angefasst habe, das reinigt. Du bist Aditis Haut; abgeschüttelt ist der Unhold, abgeschüttelt der Missgünstige. Du bist Aditis Haut; Aditis Haut soll dich aufnehmen. Du bist der Breitpressstein (Pṛthugrāvan) aus Holz; Aditis Haut soll dich aufnehmen. Du bist Agnis Zunge, die Entlassung der Rede. Für langes Leben euch. Du bist der Großpressstein (Bṛhadgrāvan) aus Holz; arbeite für die Götter die Opfergabe zurecht, gut Arbeitender, arbeite zurecht. Du bist der Kuṭaru [Stößel?], honigzüngig. Mit dir wollen wir Zusammenstoß auf Zusammenstoß gewinnen. Sprich Erquickung aus, sprich Kraft aus, sprich Fülle des Reichtums aus.

varṣavṛddham asi prati tvā varṣavṛddhaṃ vettu parāpūtaṃ rakṣaḥ parāpūtārātiḥ praviddho rakṣasāṃ bhāgo 'dityās tvag asy avadhūtaṃ rakṣo 'vadhūtārātir adityās tvag asi prati tvādityās tvag vettu dhiṣaṇāsi pārvatī prati tvādityās tvag vettu dhiṣaṇāsi pārvatī prati tvā pārvatī vettv adityāḥ skambho 'si dhānyam asi dhinuhi devān prāṇāya tvāpānāya tvā vyānāya tvā dīrghām anu prasṛtiṃ saṃspṛśethām āyuṣe vo mitrasya vaś cakṣuṣāvekṣe devo vaḥ savitā hiraṇyapāṇir upagṛhṇātu

Du bist regengewachsen; regengewachsen soll dich aufnehmen. Weggeläutert ist der Unhold, weggeläutert der Missgünstige; weggeschleudert ist der Anteil der Rakṣas. Du bist Aditis Haut; abgeschüttelt ist der Unhold, abgeschüttelt der Missgünstige. Du bist Aditis Haut; Aditis Haut soll dich aufnehmen. Du bist die Dhiṣaṇā, die Bergentsprossene; die bergentsprossene soll dich aufnehmen. Du bist die Dhiṣaṇā, die Bergentsprossene; die Bergentsprossene soll dich aufnehmen. Du bist Aditis Stütze (Skambha), du bist Korn; erquicke die Götter. Für den Einatem euch, für den Ausatem euch, für den Zwischenatem euch. Berührt beide die lange Ausdehnung entlang. Für langes Leben euch. Mit dem Auge Mitras schaue ich euch an. Der Gott Savitṛ, der Goldhändige, soll euch ergreifen.

nirdagdhaṃ rakṣo nirdagdhārātiḥ samudraṃ mā dhāg dhruvam asi pṛthivīṃ dṛṃhāpāgne 'gnim āmādaṃ jahi niḥ kravyādaṃ nudasvāgne devayajanaṃ vaha dharuṇam asy antarikṣaṃ dṛṃha dhartram asi divaṃ dṛṃha dharmāsi viśvā viśvāni dṛṃha cid asi paricid asi viśvāsu dikṣu sīda sajātān asmai yajamānāya pariveśaya sajātā imaṃ yajamānaṃ pariviśantu vasūnāṃ rudrāṇām ādityānāṃ bhṛgūṇām aṅgirasāṃ gharmasya tapasā tapyadhvam //

Verbrannt ist der Unhold, verbrannt der Missgünstige. Verbrenne nicht das Meer [?]. Du bist fest; festige die Erde. Fort, Agni, erschlage das rohfleischfressende Feuer, treibe den Aasfresser hinaus. Agni, führe den Götteropferplatz herbei. Du bist Halter, festige den Luftraum; du bist Träger, festige den Himmel; du bist Dharma, festige alle Dinge. Du bist Cit, du bist Paricit [?]; setze dich in allen Himmelsrichtungen nieder. Bringe dem Opferherrn die Stammverwandten herbei; die Stammverwandten sollen diesen Opferherrn umgeben. Der Vasu, Rudras, Ādityas, Bhṛgus, Aṅgiras: werdet erhitzt durch die Hitze des Gharma.

yāni gharme kapālāny upacinvanti vedhasaḥ / pūṣṇas tāny api vrata indravāyū vimuñcatām

Die Scherben, die die Weisen bei dem Gharma aufschichten – in Pūṣans Satzung sollen Indra und Vāyu sie lösen.

devasya vaḥ savituḥ prasave 'śvinor bāhubhyāṃ pūṣṇo hastābhyāṃ saṃvapāmi //

Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans streue ich euch zusammen.

devo vaḥ savitotpunātv achidreṇa pavitreṇa / vasoḥ sūryasya raśmibhiḥ //

Der Gott Savitṛ soll euch reinigen mit dem unversehrten Reinigungsmittel, mit den Strahlen des guten Sūrya.

sam āpā oṣadhībhir gachantāṃ sam oṣadhayo rasena / saṃ revatīr jagatīḥ śivāḥ śivābhiḥ samasṛkṣatāpaḥ //

Die Wasser sollen sich mit den Pflanzen vereinigen, die Pflanzen mit dem Saft. Die reichen, beweglichen, freundlichen Wasser haben sich mit den freundlichen vermischt.

sīdantu viśo janayatyai tvā gharmo 'si viśvāyur gharma gharme śrayasvoru prathasvoru te yajñapatiḥ prathatāṃ saṃ te tanvā tanvaḥ pṛcyantām //

Die Stämme sollen sich niedersetzen. Für das Zeugen [?] dich. Du bist Gharma, allbelebend. Gharma, stütze dich auf den Gharma; breite dich weit aus. Weit breite sich dein Opferherr aus. Deine Leiber sollen sich mit deinem Leib vermischen.

pari vājapatiḥ kavir agnir havyāny akramīt / dadhad ratnāni dāśuṣe //

Der Herr der Stärkung, der Seher Agni, ist um die Opfergaben herumgeschritten und gibt dem Opferer Schätze.

devas tvā savitā śrapayatu varṣiṣṭhe adhi nāke pṛthivyā agne brahma gṛhṇīṣva

Der Gott Savitṛ soll dich garen auf dem höchsten Himmelsgewölbe der Erde. Agni, nimm das Brahman [den heiligen Spruch] an.

devasya tvā savituḥ prasave 'śvinor bāhubhyāṃ pūṣṇo hastābhyām ādada indrasya bāhur asi dakṣiṇaḥ sahasrabhṛṣṭiḥ śatatejā vāyus tigmatejāḥ pṛthivi devayajani mā hiṃsiṣaṃ tā oṣadhīnāṃ mūlaṃ vrajaṃ gacha gosthānaṃ varṣatu te parjanyo badhāna deva savitaḥ śatena pāśaiḥ paramasyāṃ parāvati yo asmān dveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmas tam atra badhāna so 'to mā moci mā vaḥ śivā oṣadhayo mūlaṃ hiṃsiṣaṃ vrajaṃ gacha gosthānaṃ varṣatu te parjanyo badhāna deva savitaḥ śatena pāśaiḥ paramasyāṃ parāvati yo asmān dveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmas tam atra badhāna so 'to mā moci drapsas te divaṃ mā skān vrajaṃ gacha gosthānaṃ varṣatu te parjanyo badhāna deva savitaḥ śatena pāśaiḥ paramasyāṃ parāvati yo asmān dveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmas tam atra badhāna so 'to mā moci vasavas tvā parigṛhṇantu gāyatreṇa chandasā rudrās tvā parigṛhṇantu traiṣṭubhena chandasādityās tvā parigṛhṇantu jāgatena chandasāpāraruṃ pṛthivyā adevayajanaṃ satyasad asy ṛtasad asi gharmasad asi //

Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvin, mit den Händen Pūṣans nehme ich dich. Du bist Indras rechter Arm, tausendzackig, hundertglühend; Vāyu, scharfglühend. Erde, du Götteropferstätte, möge ich dich nicht verletzen [?]; jene Wurzel der Pflanzen [?] – geh zum Viehgehege, zum Kuhstand; Parjanya soll auf dich regnen. Binde, Gott Savitṛ, mit hundert Schlingen in der fernsten Ferne den, der uns hasst und den wir hassen; den binde hier; er soll von hier nicht losgelassen werden. Möge ich eure Wurzel nicht verletzen, ihr freundlichen Pflanzen; geh zum Viehgehege, zum Kuhstand; Parjanya soll auf dich regnen. Binde, Gott Savitṛ, mit hundert Schlingen in der fernsten Ferne den, der uns hasst und den wir hassen; den binde hier; er soll von hier nicht losgelassen werden. Dein Tropfen soll nicht zum Himmel springen; geh zum Viehgehege, zum Kuhstand; Parjanya soll auf dich regnen. Binde, Gott Savitṛ, mit hundert Schlingen in der fernsten Ferne den, der uns hasst und den wir hassen; den binde hier; er soll von hier nicht losgelassen werden. Die Vasu sollen dich umfassen mit dem Gāyatrī-Metrum; die Rudras sollen dich umfassen mit dem Triṣṭubh-Metrum; die Ādityas sollen dich umfassen mit dem Jagatī-Metrum. [Ich entferne] das Geschwür [?] der Erde, das Nicht-Götteropfer-Taugliche. Du sitzt in der Wahrheit, du sitzt im Ṛta [der Ordnung], du sitzt im Gharma.

purā krūrasya visṛpo virapśina udādāya pṛthivīṃ jīradānum / tām airayaṃś candramasi svadhābhis tāṃ dhīrāsaḥ kavayo 'nudiśyāyajanta

Bevor der Grausame, der Umherkriechende, der Tobende [?] die Erde, die Lebensspenderin [?], emporgehoben hatte: die trieben sie auf den Mond mit Svadhā-Rufen; auf sie hinweisend opferten die weisen Seher.

pratyuṣṭaṃ rakṣaḥ pratyuṣṭārātir āyuḥ prāṇaṃ mā nirmārjīś cakṣuḥ śrotraṃ mā nirmārjīr vācaṃ paśūn mā nirmārjīr yajñaṃ prajāṃ mā nirmārjīs tejo 'si śukram asi jyotir asy amṛtam asi vaiśvadevam asi //

Verbrannt ist der Unhold, verbrannt der Missgünstige. Wische Leben und Atem nicht weg; wische Auge und Ohr nicht weg; wische Rede und Vieh nicht weg; wische Opfer und Nachkommenschaft nicht weg. Du bist Glut (Tejas), du bist das Helle, du bist Licht, du bist Unsterblichkeit, du bist allgöttlich.

havir asi vaiśvānaram unnītaśuṣmaṃ satyaujāḥ / saho 'si sahasvārātiṃ sahasva pṛtanāyataḥ //

Du bist die Opfergabe, Vaiśvānara-gehörig, mit erhobener Kraft, mit wahrer Stärke. Du bist Macht; überwinde den Missgünstigen, überwinde die, die zum Kampf ziehen.

sahasravīryam asi tan mā jinvājyasyājyam asi haviṣo haviḥ satyasya satyaṃ satyābhighṛtaṃ satyena tvābhighārayāmy adabdhena tvā cakṣuṣāvekṣe rāyaspoṣāya suprajāstvāya //

Du bist tausendfach Manneskraft (Vīrya): belebe mich damit. Du bist der Ājya des Ājya, die Opfergabe der Opfergabe, das Wahre des Wahren, mit Wahrem übergossen. Mit Wahrem lasse ich dich übergießen. Mit ungetrübtem Auge schaue ich dich an, für Fülle des Reichtums, für gute Nachkommenschaft.

dhāmāsi priyaṃ devānām anādhṛṣṭaṃ devayajanam / devavītyai tvā gṛhṇāmi //

Du bist Wohnstatt, den Göttern lieb, unangreifbar, Götteropferstätte. Für das Götter-Mahl fasse ich dich.

devīr āpaḥ śuddhā yūyaṃ devān yuyudhvaṃ śuddhā vayaṃ supariviṣṭāḥ pariveṣṭāro vo bhūyāsma kṛṣṇo 'sy ākhareṣṭho 'gnaye ghṛtaṃ bhava vedir asi barhiṣe tvā juṣṭaṃ prokṣāmi barhir asi vedyai tvā juṣṭaṃ prokṣāmi svāhā pitṛbhyo gharmapāvabhyaḥ

Göttliche Wasser, ihr reinen, ihr [kämpft/verbindet euch] für die Götter [?]. Rein, gut bewirtet, möchten wir eure Bewirter sein. Du bist schwarz, im Ākhara stehend; werde für Agni zu zerlassener Butter. Du bist die Vedi: für die Streu besprenge ich dich, die Willkommene. Du bist die Streu: für die Vedi besprenge ich dich, die Willkommene. Svāhā den Vätern, die Gharma trinken. [Anm.: Zu ākhareṣṭha nennt die Ausgabe die Lesung ākhareṣṭhā agnaye bzw. ākhareṣṭhaḥ; der Sandhi ist ungewöhnlich.]

pūṣā te granthiṃ viṣyatu viṣṇoḥ stupo 'sy uru prathasvorṇamradaṃ svāsasthaṃ devebhyo gandharvo 'si viśvāvasur viśvasmād īṣamāṇo yajamānasya paridhir iḍa īḍita indrasya bāhur asi dakṣiṇo yajamānasya paridhir iḍa īḍito mitrāvaruṇau tvottarataḥ paridhattāṃ yajamānasya paridhir asīḍa īḍitaḥ //

Pūṣan soll dir den Knoten lösen. Du bist Viṣṇus Schopf; breite dich weit aus, wollweich, gut sitzend, für die Götter. Du bist der Gandharva Viśvāvasu, von allem her strebend [?]. Du bist des Opferherrn Umlegescheit, Iḍā, angerufen. Du bist Indras rechter Arm, des Opferherrn Umlegescheit, Iḍā, angerufen. Mitra und Varuṇa sollen dich von Norden umlegen. Du bist des Opferherrn Umlegescheit, Iḍā, angerufen.

nityahotāraṃ tvā kave dyumantaḥ samidhīmahi //

Dich, den beständigen Hotṛ, o Seher, wollen wir leuchtend entflammen.

varṣiṣṭhe adhi nāke pṛthivyāḥ sūryas tvā raśmibhiḥ purastāt pātu kasyāścid abhiśastyā viśvajanasya vidhṛtī stho vasūnāṃ rudrāṇām ādityānāṃ sado 'si srucāṃ yonir dyaur asi janmanā juhūr nāma priyā devānāṃ priyeṇa nāmnā dhruve sadasi sīdāntarikṣam asi janmanopabhṛn nāma priyā devānāṃ priyeṇa nāmnā dhruve sadasi sīda pṛthivy asi janmanā dhruvā nāma priyā devānāṃ priyeṇa nāmnā dhruve sadasi sīda ṛṣabho 'si śākvaro vaṣaṭkārasya tvā mātrāyāṃ sādayāmi //

Auf dem höchsten Himmelsgewölbe der Erde: Sūrya soll dich mit den Strahlen von Osten her schützen vor jeglichem Fluch. Ihr seid die Stützen aller Menschen. Du bist der Sitz der Vasu, Rudras und Ādityas. Du bist der Schoß der Löffel, der Himmel; von Geburt heißt du Juhū, den Göttern lieb; mit dem lieben Namen setze dich auf den festen Sitz. Du bist der Luftraum; von Geburt heißt du Upabhṛt, den Göttern lieb; mit dem lieben Namen setze dich auf den festen Sitz. Du bist die Erde; von Geburt heißt du Dhruvā, den Göttern lieb; mit dem lieben Namen setze dich auf den festen Sitz. Du bist der Stier, der Śākvara-hafte; im Maß des Vaṣaṭ-Rufes setze ich dich nieder.

dhruvā asadann ṛtasya yonau sukṛtasya loke tā viṣṇo pāhi //

Die Festen haben sich im Schoß des Ṛta niedergesetzt, in der Welt der guten Tat. Diese schütze, Viṣṇu.

pāhi yajñaṃ pāhi yajñapatiṃ pāhi māṃ yajñanyam //

Schütze das Opfer, schütze den Opferherrn, schütze mich, den Opferleiter.

viṣṇūni stha vaiṣṇavāni dhāmāni stha prājāpatyāni

Ihr seid Viṣṇu-artig, dem Viṣṇu gehörig; ihr seid Stätten, dem Prajāpati gehörig.

sūyame me 'dya staṃ svāvṛtau sūpāvṛtav agnāviṣṇū vijihāthāṃ mā mā hiṃsiṣṭaṃ lokaṃ me lokakṛtau kṛṇutaṃ mā modoṣiṣṭam ātmānaṃ me pātaṃ śivau bhavatam adya no viṣṇoḥ sthāmāsīta indras tiṣṭhan vīryam akṛṇod devatābhiḥ samārabhya //

Leicht zu lenken seid mir heute, gut zu wenden, gut zurückzuwenden. Agni und Viṣṇu, springt nicht auseinander, verletzt mich nicht. Macht mir Raum, ihr Raumschaffenden; verbrennt mich nicht. Schützt meine Person, werdet uns heute freundlich. Ihr seid Viṣṇus Stand [?]; von hier aus stehend vollbrachte Indra die Heldentat, sich mit den Gottheiten zusammentuend.

ūrdhvo adhvaro divispṛg ahruto yajño yajñapateḥ / indravānt svavān bṛhadbhāḥ //

Aufrecht, unversehrt, den Himmel berührend, unkrumm ist das Opfer des Opferherrn, mit Indra, mit Eigenem, von großem Glanz.

vīhi madhor ghṛtasya svāhā saṃ jyotiṣā jyotiḥ //

Genieße Honig und zerlassene Butter, svāhā! Mit Licht [vereinige dich] Licht.

vājasya mā prasavenodgrābheṇodajigrabhat / athā sapatnān indro me nigrābheṇādharaṃ akaḥ //

Mit dem Antrieb der Stärkung hat er mich mit dem Emporgriff emporgegriffen; dann hat Indra meine Nebenbuhler mit dem Niedergriff nach unten gemacht.

udgrābhaś ca nigrābhaś ca brahma devaṃ avīvṛdhat / athā sapatnān indrāgnī me viṣūcīnān vyasyatām //

Emporgriff und Niedergriff haben das Brahman, den Gott, gemehrt; dann sollen Indra und Agni meine Nebenbuhler auseinanderwerfen, in verschiedene Richtungen.

vasur asy upāvasur asi viśvāvasur asy aptubhī rihāṇā vyantu vayo vaśā pṛśnir bhūtvā maruto gacha tato no vṛṣṭyāvata //

Du bist Vasu, du bist Upāvasu, du bist Viśvāvasu. [Von Wassern?] leckend [?] sollen sie genießen die Nahrung [oder: die Vögel?]. Werde eine unfruchtbare Kuh, eine gefleckte, geh zu den Marut; von dort aus hilf uns mit Regen.

saṃsrāvabhāgāḥ stheṣā bṛhantaḥ prastareṣṭhā barhiṣadaś ca devāḥ / imāṃ vācam abhi viśve gṛṇantaḥ svāhā devā amṛtā mādayantām //

Ihr habt Anteil am Überfließenden; ihr seid hier, große Götter, auf dem Prastara und auf der Streu sitzend [?]. Alle, diesen Spruch preisend, svāhā, sollen die unsterblichen Götter sich erfreuen.

devā gātuvido gātuṃ vittvā gātum ita manasaspate sudhātv imaṃ yajñaṃ divi deveṣu vāte dhāḥ svāhā

Ihr Götter, Wegfinder, habt den Weg gefunden, geht den Weg. Herr des Geistes, setze dieses Opfer gut in den Himmel, unter die Götter; in den Wind lege es, svāhā!