Quellen der Menschheit

Gopatha-Brāhmaṇa · Uttara-Bhāga

Prapāṭhaka 1 Der erste Prapāṭhaka des Uttara-Bhāga: Vom Brahman-Sitz, dem Zorn Rudras und der Ordnung der Neu- und Vollmondsopfer

Der erste Prapāṭhaka des Uttara-Bhāga (Kaṇḍikā 1–26) beginnt mit einer neuen, eigenständigen Behandlung des Darśapūrṇamāsa (Kaṇḍikā 1–12), gefolgt von den Kāmyeṣṭayaḥ, den frei nach Wunsch darzubringenden Opfern (Kaṇḍikā 13–16). Die restlichen Kaṇḍikā 17–26 wenden sich dem Āgrayaṇa (Erstlingsopfer), der Agnicayana (der kunstvollen Schichtung des Feueraltars) und den vierteljährlichen Cāturmāsya-Opfern zu.

|| gopathabrāhmaṇottarabhāgaḥ || atha yad brahmasadanāt tūrṇaṃ nirasyati śodhayaty evainaṃ tad athopaviśatīdam urvīgvasū sadane sīdāmīty urvīgvasur vai devānāṃ brahmā prāṅvasur asurāṇāṃ tam evaitat pūrvaṃ sādayaty ariṣṭiṃ yajñaṃ tanutād ity āyopaviśya japati bṛhaspatir vroktīti bṛhaspatir vā aṅgiraso devānāṃ brahmā tasminn evaitad annam icchati praṇītāsu praṇīyamānāsu vācaṃ yacchaty āhuviṣkṛta udānārdiddhe yajñasya dvāraṃ tad etad aśūnyaṃ karoty ahi ca svid ṛkalpyānuyājānāṃ prasavātity etaddha yajñasya dvitīyaṃ dvāraṃ tad evaitad aśūnyaṃ karoti yat paridhayaḥ paridhīyante yajñasya gopīthāya paridhīn paridhilaṃ mārdhi sātmavāya paridhīlsaṃmārdhi punar atyevainān smiryadhyaṃ atha ime prāṇāḥ prāṇān evābhinayati trir dakṣiṇārdhaṃ trayo vai lokāḥ lokān evābhinayati trir uttarārdhaṃ trayo vai devalokāḥ devalokān evābhinayati triḥ upavayati trayo vai devayānāḥ panthānas tān evābhinayati te vai dvādaśa bhavanti dvādaśa ha vai māsāḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsaram eva tena prāṇāty atho saṃvatsaram evāsmā upadadhāti svargasya lokasya samadhye || 1 ||

Nun, wenn er hastig vom Brahman-Sitz [den unreinen Zustand] verscheucht, reinigt er sich damit selbst; dann setzt er sich nieder [mit den Worten]: 'Dies ist der weiträumig-güterreiche [Sitz]; im Sitz setze ich mich' — Urvīgvasu ("weiträumig an Gütern") heißt nämlich der Brahman-Priester der Götter, Prāṅvasu ("vorwärts an Gütern") der der Asuras. Eben diesen [Sitz] lässt er sich zuerst niedersetzen: 'Das Opfer möge unversehrt sich ausdehnen', so [spricht er]; nachdem er sich niedergesetzt hat, murmelt er [dies]: 'Bṛhaspati spricht' — Bṛhaspati nämlich, der Aṅgiras, ist der Brahman-Priester der Götter; eben in diesem sucht er die Speise. Bei den Herbeigeleiteten, den Herangeführten [Opfergaben], hält er die Rede zurück; wenn geopfert ist [āhuta], öffnet sich das Tor des Opfers — das macht er nicht-leer. Und ob nun auch bei den vorgeschriebenen Vor- und Nachopfern (prayāja/anuyāja) — das ist das zweite Tor des Opfers, auch das macht er nicht-leer. Was die Umlegehölzer (paridhi) betrifft, die rings herumgelegt werden — dies geschieht zum Heil des Opfers: 'Die Umlegehölzer reinige ich, für die Selbst-Zugehörigkeit reinige ich die Umlegehölzer' — dann [nimmt er sie] wieder zurück, um sie zu vereinen. Sodann [bedeutet] dies die Atemhauche: Die Atemhauche bildet er nach, dreimal die rechte Hälfte; drei sind ja die Welten — die Welten bildet er nach, dreimal die linke [nördliche] Hälfte; drei sind ja die Götterwelten — die Götterwelten bildet er nach, dreimal aufwärtsgehend; drei sind ja die Götterpfade (devayāna) — die Pfade bildet er nach. Diese [Zahlen] ergeben zwölf; zwölf nämlich sind die Monate des Jahres — das Jahr eben atmet er damit; sodann legt er sich das Jahr [als Grundlage], mitten in der Himmelswelt, unter. || 1 ||

prajāpatir vai rudraṃ yajñān nirbhajantas to 'kāmayata mayeyam asmā ākṛtiḥ samarthā yo mā yajñān nirbhajanti diti sa yajñam abhyavavyadhat tāṃ vidam nirakṛtat tāṃ prāśitram abhavat tad rayacchat taṃ dagāya paryuharaṃs tat pratyagṛhṇāt tasya catuḥ parāpattaṃ tasmād ṛgrantho vai bhaga ity api ha taṃ necchayam icchati tat savitre taṃstat pratyagṛhṇāt tasya pāṇiṃ pracicheda tasmai hiraṇmayaṃ pratyadadhus tasmād ṛgaraṇyapāṇir iti stutas tat pūṣṇā paryuharaṃs tat prāśnās tasya dantāḥ proyala tasmād ṛgradakaḥ pūṣā piṣṭabhakṣaṇa iti tad abhyāyaṅgirasāya paryuharaṃs tat prāśnās tasya śiro vyapatat

Prajāpati nun [zürnte auf] Rudra, weil er ihn von den Opfern ausschloss (nirbhajant), [und Rudra] verlangte: 'Mir werde eben diese Fähigkeit [gegeben], mich nicht auszuschließen', so [drohend]. Da durchbohrte er das Opfer mit seinem Pfeil; jenen [Teil] entfernte er, der zum Prāśitra [-Anteil] geworden war; den gab er heraus, den brachte er als Beute davon; man ergriff [ihn wieder] und nahm ihn zurück entgegen; ihm [Rudra] entfiel dabei ein Viertel [des Erbeuteten]; deshalb heißt es 'Ṛgrantha ist der Anteil' — auch das begehrt er, indem er es nicht [wirklich] begehrt. Diesen [Anteil] brachte er dem Savitṛ dar, jenen nahm man zurück entgegen; ihm wurde dabei die Hand abgeschnitten; ihm setzte man eine goldene ein — deshalb heißt es 'Ṛgaraṇyapāṇi' (Golden-Hand), so wird gepriesen. Diesen [Anteil brachte er] dem Pūṣan dar, jenen aß er; ihm fielen dabei die Zähne aus — deshalb heißt es 'Pūṣan der Zahnlose, der Mehlspeise-Esser'. Diesen [Anteil brachte er] dem Aṅgiras dar, jenen aß er; ihm fiel dabei der Kopf ab.

yatra vaikalpayat teṣa ha idhmaḥ samidho ha purāṇaṃs tad dṛśo 'ṅgirasāya paryuharaṃs tasyāṅgā vyavaṃsata taṃ yatraivākalpayat tad etad dhi prastaro ha purāṇaṃs tādṛśas taya ā aṅgirasāya paryuharaṃs to abhivṛkṣaty atirityaṃ vāva syāty ārtim āriṣyatīti sa etaṃ matvam apaśyat sūryasya vā cakṣuṣā pratīta ity avravīn hi sūryasya cakṣuḥ kiṃcana hinasti so 'bhihṛt pratigṛhṇaṃ mā hiṃsiṣyatīti devasya vā savituḥ prasave 'śvinor bāhubhyāṃ pūṣṇo hastābhyāṃ prasṛtaḥ pratiśā pratigṛhṇāmīty abravīt savitṛprasūta evainaṃ taṃ devatābhiḥ pratyagṛhṇāc chūka tṛṇāni prāgdaṇḍaṃ sthaṇḍile nidhāti pṛthivyās vā nābhau sādayāmīti pṛthivī vā annānāṃ śamayitrī tayaivainacchamayāṃ cakāra so 'bhihṛt prāśitaṃ mā hiṃsiṣyatīty agred rāśyena prāśitām ity abravīt kṣemo rāsyaṃ kiṃcana hinasti so 'bhihṛt prāśitaṃ mā hiṃsiṣyatītīndrasya vā ardhe sādyāmīty abravīt kṣīndrasya ardhaṃ kiṃcana hinasti varuṇasyodaram iti na hi varuṇasyodaraṃ kiṃcana hinastīti || 2 ||

Wo er [diesen Anteil] verteilte — jenes war das Brennholz (idhma); die alten Brennhölzer [waren] so; diese brachte er dem Aṅgiras dar, ihm lösten sich dabei die Glieder. Wo er ihn [einen anderen Anteil] verteilte, das war der Streu-Halm (prastara); die alten [waren] ebenso beschaffen; diesen brachte er dem Aṅgiras dar, jener klettert hinauf — 'zu viel wäre es, [sonst] wird [Rudra] Schmerz zufügen'. Da bedachte er dies und sah: 'Durch das Auge der Sonne angeblickt [sei er]' — sprach er, denn das Auge der Sonne verletzt nichts; er brachte [den Anteil] dar [und sprach]: 'Ich nehme ihn entgegen, er möge [mich] nicht verletzen.' [Er sprach ferner:] 'Beim Antrieb des Gottes Savitṛ, durch die Arme der Aśvins, durch die Hände des Pūṣan ausgestreckt nehme ich [ihn] als Gegengabe entgegen' — von Savitṛ angetrieben, nahm er ihn eben durch diese Gottheiten entgegen. Halme und Gras legt er mit der Spitze nach vorn auf die Opferstätte: 'Im Schoß der Erde setze ich [ihn] nieder' — die Erde nämlich ist die Beschwichtigerin der Speisen; mit ihr eben besänftigte er ihn. Er brachte dar [und sprach]: 'Das Gegessene möge [mich] nicht verletzen; mit dem vorangehenden Häufchen esse ich es' — der Hausfrieden [kṣema] verletzt durch nichts. Er brachte dar [und sprach]: 'Das Gegessene möge [mich] nicht verletzen; in der Hälfte Indras setze ich [mich] nieder' — die Hälfte Indras verletzt durch nichts; 'im Bauch Varuṇas' [setze ich mich nieder] — denn der Bauch Varuṇas verletzt durch nichts. || 2 ||

atho brāhmaṇasyodara ity ātmāsyātmānnātmānaṃ me mā hiṃsīḥ svāhety annaṃ vai sarveṣāṃ bhūtānām ātmā tenaivainacchamayāṃ cakāra prāśitam anumṛdnīte yo agnir nāma brāhmaṇeṣu praviṣṭaḥ tasminn etat sujuṣṭam astu prāśitraṃ tan mā hiṃsīty ame vyomann iti tat sarveṇa brahmaṇā prāśnāty anna nāhinat samāvo brahmiṣṭhā syāt brahmāṇāṃ kurvīti bṛhaspatir ve sarvaṃ brahma sarveṇa ha etad brahmaṇā yajña dakṣiṇāta ucchrayate apa vā etasmāt prāṇāḥ krāmati ya āvidvān prāśityar dir nirgivā prāṇān saṃspṛśate vāḍ āsyanity amṛtaṃ vai prāṇāḥ prāṇān eva yathāsthānam upāhriyate tad eka āhur indrāya paryuharatīti te devā atruvann indro vai devānām oṣiṣṭho balihṛt samā hanty apariharate tat smai paryuhras tasya brahmaṇā śamayāṃ cakāra tasmād dvārinda brahmoti yavamātraṃ bhavati yavamātraṃ vai viṣasya na hinasti yad ahastād abhidhārayati tasmād dhastāt prattaraṇāṃ prajā ṛr na hinasti yad upariṣṭād abhidhārayati tasmād upariṣṭāt prattaraṇāṃ prajā ṛr na hinasti yad ubhayato 'bhidhārayaty ubhayato 'bhidhāri prajā ṛṣitukaṃ syād at saṃmābhiṣṭedanabhividdhaṃ yat svābhividhyet || 3 ||

Sodann [spricht er]: 'Im Bauch des Brahman-Priesters' — [denn] das Selbst dieses [Bauches] ist Selbst-Speise: 'Mich selbst verletze nicht, o Svāhā!' — die Speise nämlich ist das Selbst aller Wesen; mit eben dieser besänftigte er ihn. Das Gegessene knetet er zusammen [mit den Worten]: 'Der Agni, welcher Brahman genannt in die Brahmanen eingegangen ist, in ihm möge dies wohlgefällig sein, das Prāśitra; das verletze mich nicht, im Weltraum!' — dies isst er mit ganzem Brahman-Sein, sodass es ihn nicht verletzt; er soll ganz brahmankundig unter den Brahmanen sein. Bṛhaspati nämlich ist das ganze Brahman; mit diesem ganzen Brahman wird das Opfer von der Dakṣiṇā-Seite [des Priesters] erhoben. Von diesem [Opfer] weichen fürwahr die Atemhauche, wenn ein Unwissender das Prāśitra isst — er berührt die Atemhauche stumm im Munde; unsterblich nämlich sind die Atemhauche. Die Atemhauche werden eben an ihren rechten Ort gebracht — das, sagen manche, bringe man dem Indra dar. Da sprachen die Götter: Indra ist ja der Schärfste der Götter, der die Opfergabe erschlägt, wenn sie [ihm] nicht gleichmäßig zugeteilt wird; ihm brachte man [den Anteil] dar, ihn besänftigte man durch das Brahman-Wort. Deshalb ist [der Spruch] 'Indra ist das Brahman' gerstenkorngroß — gerstenkorngroß verletzt es nicht durch Gift. Wenn man [das Prāśitra] von unten her hinhält, verletzt es dadurch nicht die Nachkommenschaft der über die Furt Setzenden; wenn man es von oben her hinhält, verletzt es dadurch nicht die Nachkommenschaft der über die Furt Setzenden; wenn man es von beiden Seiten hinhält, [ist es] von beiden Seiten dargereicht — die Nachkommenschaft würde [sonst] zum Ṛṣi-Opfer [geeignet, d.h. gefährdet] werden; [deshalb reiche man es so dar,] dass es unangetastet bleibt, unverletzt, was man [eigentlich] durchbohren würde. || 3 ||

agreṇa pariṣkurute tīrthenaiva pariṣkurute vi vā etac chiśyate yat prāśitraṃ pariṣkurute yad āha brahman prasthāsvāmīti bṛhaspatir vai sarvaṃ brahma sarveṇa ha vā etad brahmaṇā yajña dakṣiṇataḥ saṃdadhāty atho atra vā etarhi yajaḥ śrito yatra brahmā tatraiva yajaḥ śritas tatraivainam ālabhate yad dhastena pramīved epanaḥ syād ucchiṣṇā śīrṣat kim ālasyāṃ tūṣṇīm āsītāsaṃpratto yajaḥ syāt pratihety eva brūyād vāci ve yajaḥ śrito yatra brahmā yatraiva yajaḥ śritas tatraivainaṃ saṃprayacchaty agrād ādhyagnimukhenaiva tūrṇaṃ prīṇātyamo tarāsām āhūtīnāṃ pratiṣṭhitya atho samidhy eva anukroti paridhītsamārṣṭi punaty evainān saṃskṛtasaṃmārṣṭi parāḍ eva jyotir hi yajñaś catuḥ saṃpadyate yo catuṣpādaḥ paśavaḥ paśūnām āyai deva savitar etat prāhi tyāg prasūtyai bṛhaspatir brahma tyāg sa hi brahmiṣṭhaḥ sa yajñaṃ pāti sa yajñapatiṃ pāti sa māṃ pāti sa māṃ karmaṇaḥ pātv ity āha yajñāya ca yajamānāya ca paśūnām āyai || 4 || na vai paurṇamāsyāṃ nāmāvasthāyāṃ dakṣiṇā dīyate ya eṣa odanaḥ pacyate dakṣiṇaiṣā dīyate yajñasyaiṣā iṣṭir vā etena yajyate atho vā etena pūrtir ya eṣa odanaḥ pacyata eṣa ha vā iṣṭāpūrtiṃ ya enaṃ pacati || 5 ||

Von vorn her reinigt er [den Opferplatz], mit der Furt eben reinigt er ihn; oder es unterscheidet sich, dass er das Prāśitra [selbst] reinigt. Wenn er spricht: 'O Brahman, ich will vortreten', [so gilt:] Bṛhaspati ist ja das ganze Brahman; mit diesem ganzen Brahman fügt sich das Opfer von der Dakṣiṇā-Seite zusammen. Nun, wo eben jetzt das Opfer gegründet ist, dort, wo der Brahman-Priester ist — genau dort ergreift er es. Wenn er es mit der Hand berührt, [so geschieht das] behutsam; nicht überstürzt, nicht schweigend soll er verweilen, [sondern] mit rechter Achtsamkeit; 'das Opfer sei ohnmächtig' [nein], vielmehr soll er sprechen: 'Halt!' — denn in der Rede ist das Opfer gegründet; wo der Brahman-Priester, dort, wo eben das Opfer gegründet ist, genau dorthin übergibt er es; von vorne, durch den Agni-Mund eben, sättigt er es rasch — durch die Festgründung dieser anderen Opferrufe. Sodann bei den Brennhölzern spricht er es ebenso nach; er reinigt die Umlegehölzer ringsum, reinigt so das Geordnete durch Abwischen — fürwahr höchstes Licht ist das Opfer. Es vollendet sich vierfach, [für] die vierfüßigen Tiere, zum Zuwachs des Viehs: 'O Gott Savitṛ, sende dies zur Erzeugung aus, Bṛhaspati sende das Brahman aus' — denn er ist der Brahman-Kundigste, er behütet das Opfer, er behütet den Opferherrn, er behütet mich, er behüte mich vor [Fehlern im] Werk — so spricht er, zum Opfer und zum Opferer und zum Zuwachs des Viehs. || 4 || Nicht wird nämlich bei der Vollmondsfeier unter dem Namen 'Zustand' eine Dakṣiṇā (Priestergabe) gegeben — [nur] dieser Reisbrei wird gekocht; das ist die Dakṣiṇā, die hierbei gegeben wird, die des Opfers; entweder wird durch ihn das Opfer (iṣṭi) vollzogen, oder auch die Wohltat (pūrti) — dieser Reisbrei, der gekocht wird: der, welcher ihn kocht, vollzieht damit fürwahr Opfer und Wohltat zugleich (iṣṭāpūrti). || 5 ||

dvayā vai devā yajamānasya gṛhān āgacchanti somapā anye 'somapā anye 'kṛtādo 'nye 'kṛtādo 'nya ete vai devā akṛtādo brāhmaṇā etad evāsya tat purānītam ete ha vā etasya prajāyāḥ paśūnām īśate te 'py aprītā iṣam ūrjam ādāya prakrāmanti yad vācāryam anvā-kurvato mā jñātā dadato me mopadasaḥ prajāpatim ahaṃ tvayā samañjmy asmīti prajāpatim eva samañjmy adhroti ya evaṃ veda ya evaṃ veda || 6 ||

Zweierlei fürwahr sind die Götter, die in das Haus des Opferers kommen: die einen Soma-Trinker, die anderen Nicht-Soma-Trinker; die einen sind 'Verfertigtes'-Esser, die anderen 'Unverfertigtes'-Esser. Diese Götter, die 'Unverfertigtes' Essenden, sind die Brahmanen — dies eben ist das ihm [dem Opferer] von alters her Zugebrachte. Diese herrschen fürwahr über seine Nachkommenschaft und sein Vieh; wenn sie unzufrieden [bleiben], ziehen sie mit Labsal und Kraft [aus dem Hause] fort — [dies gilt,] soweit man dem Lehrer nachfolgend [nicht recht handelt]: 'Handelnd, erkenne mich nicht [als Fremden]; gebend, verwirf mich nicht — ich vereine mich mit Prajāpati, ich bin [eins mit ihm]', so [spricht er]: eben mit Prajāpati vereint sich, wer dies so weiß, wer dies so weiß. || 6 ||

ye vā ihaikādhruvas te 'pi tāni jyotīṃṣi yāny amūni nakṣatrāṇi tan nakṣatrāṇāṃ nakṣatratvaṃ yan nīyati darśapūrṇamāsau vai yajñasyāvasānadarśau ye vā agniṣṭā darśapūrṇamāsābhyāṃ somena yajate teṣām etāni jyotīṃṣi yāny amūni nakṣatrāṇi patantīva tad yathā ha vā idam asyāvāsanaṃ nehāvāsasyasīti nehāvāsasyasīti no 'nuyaty evaṃ hy evaite 'muṣmāl lokān anuyate ta ete pracyavante || 7 ||

Die nun, die hier auf die eine [beständige Ordnung] gegründet sind (ekādhruva), sind eben auch jene Lichter, welche jene Sterne (nakṣatra) sind — das ist die Sternhaftigkeit der Sterne, dass sie [ihre Bahn] leiten. Neu- und Vollmondsopfer sind ja des Opfers Anfangs- und Endpunkte; die, welche mit Feueropfern durch Neu- und Vollmondsopfer mit Soma opfern, deren [Ruhm] sind diese Lichter, welche jene Sterne sind, die gleichsam herabfallen. Wie nun dieser [Ort] nicht dessen Wohnstatt ist, [sondern] eines anderen — 'nicht [ist es] hier seine Wohnstatt' — so folgen sie [den Sternen] nicht [wirklich] nach: ebenso fürwahr folgen sie jener Welt nach. Diese eben fallen ab. || 7 ||

yasya haviṣ ṛddhaṃ purastāc candramā abhy udiyāt tāṃ etāsti tāṇḍulāni bhinnāni madhya mātrāṇy agre tatra aṣṭākapālaṃ nirvapet svastyāstānindāya prādatra dadhi caruṃ ye codasyāstānviṣāve śipiviṣṭāya prīte caruṃ paśavo vā ete 'atiricyante tān eva vrāti tān anvarundhe agnīr vai || 8 ||

Für den, dessen Havis-Speise überreich (ṛddha) ist: wenn zuvor der Mond aufgehen sollte — dann [gilt Folgendes]: man zerteile die Reiskörner, mittelgroß, zuvor; dabei bringe man ein achtscheibiges Reiskuchenopfer (aṣṭākapāla) dar, zum Heil dem Indra; man biete einen Dickmilch-Speisebrei dar; für den, der [den Mond] aufsteigen lässt [?], für Viṣṇu, für den Śipiviṣṭa (den 'Strahlengehüllten', Agni/Viṣṇu) bereite man den Speisebrei zur Gunst. Vieh sind ja diese [Opfergaben, die] übrig bleiben — eben diese umfasst [der Opferer], eben diese gewinnt er hinzu. Agni ist es fürwahr [der...] || 8 || [Anm.: Diese Kaṇḍikā ist im Druck an mehreren Stellen unsicher überliefert.]

madhyamasya danta indro vai jyeṣṭhasya pradātā yad eva candra ṣaṭ praśūnāṃ tad iṣāṇaḥ śipiviṣṭaṃ tad evāpnoti paśūn evāvarundhe || 9 ||

Der Zahn des Mittleren [Sohnes] ist Indra, der Spender [gehört] dem Ältesten. Was der Mond den sechs Herden [an Zuwachs gibt], das erstrebt der, welcher zum Śipiviṣṭa [opfert]; eben das erlangt er, eben damit gewinnt er die Herden hinzu. || 9 ||

yā pūrvā paurṇamāsī sānumatiḥ yottarā sā rākā yā pūrvāmāvasyā sā sinīvālī yottarā sā kuhūś candramā eva dhātā ca vidhātā ca yat pūrṇā anyā vasatyapūrṇā anyā tan mithunam yad aśvaty anyā nānyā tan mithunam yad amāvāsyāyāṃ candramā adhi prajāyate tan mithunaṃ tasmād evāsmin mithunāty aprajanayati || 10 ||

Der frühere Vollmondstag heißt Sānumatī, der spätere Rākā; der frühere Neumondstag heißt Sinīvālī, der spätere Kuhū. Der Mond selbst ist der Ordner (Dhātṛ) und der Verordner (Vidhātṛ). Dass der eine [Tag] voll an Behausung [Licht] ist, der andere unvoll — das ist ein Paar; dass der eine [Tag noch] nicht [ganz erreicht] ist, der andere [schon] — das ist ein Paar; dass am Neumondstag der Mond [wieder] neu erzeugt wird — das ist ein Paar. Deshalb erzeugt man eben hierbei paarweise Nachkommenschaft. || 10 ||

na dve yajete yat pūrvayā saṃprati yajata uttarayā hastvaryayā uttarayā saṃprati yajate pūrvayā hastvaryayā ṇṇidivavati na yajñas tad anu jñeti mukhyapagalbho jñāyate ekam iva yajata ekam eva jñāyate anāhatya taddhe yajate yajñam eva bhavati yajata uttarayā devatā evaṃ pūrvayāpratītīndriyam ucaryā devalokam eva pūrvayāvarunddhe manuṣyalokam uttarayā bhūyaso yajñakratūn upaiti etya ha vai sumanā nāma jñānam || 11 ||

Nicht soll man mit zwei [Formeln] zugleich opfern: wenn man mit der früheren [Formel] gemäß der jetzigen [Gelegenheit] opfert, [oder] mit der späteren gemäß der vorigen, so wird es unregelmäßig; kein rechtes Opfer ist es dann. Man erkennt es an der [richtigen] Reihenfolge: der voreilig Anfangende wird [als solcher] erkannt. Als Einen gleichsam opfert man, als einen einzigen wird er erkannt; unangetastet [in seiner Ordnung] opfert man — dann eben ist es wirklich Opfer. Opfert man mit der späteren [Formel, erhält man] ebenso die Gottheit, mit der früheren das rückwärtsgewandte Erkennungsvermögen (indriya); mit der früheren erlangt man eben die Götterwelt, mit der späteren die Menschenwelt, und gelangt zu noch mehr Opferhandlungen. So gelangt man fürwahr zu dem, was 'Sumanas' (Wohlgesinntheit) heißt — [dies ist die rechte] Erkenntnis. || 11 ||

agraye aikādaśakapālaṃ nirvapet darśapūrṇamāsāv āripsamānaḥ agnir vai sarvā devatā viṣṇur yajñaḥ devatāś caiva yajñaṃ cārabhata śraddhām akṣṇoty evobhau sahārabhāv ity aṅkurud anu śṛṅkhe sito mucyata iti darśo vā etayoḥ pūrvaḥ paurṇamāsa uttaraḥ atha yat purastāt paurṇamāsam ārabhate tathā ha pūrvaṃ kriyate tad api paurṇamāsam ārambhaṇā sārasvatyaṃ caruṃ nirvapet sārasvate dvādaśakapālam amāvāsyā vai sarasvatī paurṇamāsaḥ sārasvān ity ubhāv evainau sahārabhata śraddhām akṣṇoty eva || 12 ||

Man bringe für Agni ein elfscheibiges Reiskuchenopfer dar, wer Neu- und Vollmondsopfer zu erlangen wünscht; Agni nämlich ist die ganze Gottheit, Viṣṇu das Opfer — sowohl Gottheit als auch Opfer ergreift man damit im Glauben zugleich [im Ritual verbunden]. Neumond ist von diesen beiden der frühere, Vollmond der spätere; wenn man aber zuerst mit dem Vollmondsopfer beginnt, so wird gleichwohl der frühere [Ritus] zuerst vollzogen — das ist der Beginn mit dem Vollmondsopfer. Man bringe einen Sarasvatī-Speisebrei dar, für Sarasvat ein zwölfscheibiges Reiskuchenopfer; Sarasvatī nämlich ist der Neumond, Sarasvat der Vollmond — beide ergreift man damit zugleich im Glauben. || 12 || [Anm.: Wortlaut an mehreren Stellen unsicher.]

agraye pathikṛte aṣṭākapālaṃ nirvapet asya prajātiḥ sthirātipadyate vahiṣyaṃ vā eṣa hanti yasya prajātiḥ sthirātipadyate agnir vai devānāṃ pathikṛttamaḥ eva bhāgadheyopāsarat sa enaṃ panthānam apinayaty anūḍhena dviṇā sa hi panthānam abhivṛtiḥ || 13 ||

Man bringe für Agni, den Wegbereiter, ein achtscheibiges Reiskuchenopfer dar; dessen Nachkommenschaft wird beständig und gedeiht darüber hinaus. Ein todeswürdiges [Wesen, wörtl. "was hinausgetragen werden muss"] erschlägt er ja, dessen Nachkommenschaft [sonst nicht] beständig gedeihen würde. Agni nämlich, der beste Wegbereiter der Götter, näherte sich, um seinen Anteil zu erhalten; er führt diesen auf den [rechten] Weg — denn er ist die Umhüllung [d.h. der Schutz] des Weges. || 13 || [Anm.: Wortlaut stellenweise unsicher.]

agraye vratapataye aṣṭākapālaṃ nirvapet āhitāgniḥ saṃpravasedaṅ vā eṣa vratam atipātayati ya āhitāgniḥ saṃpravasati vrate 'hni svayaṃ vopaiti māṃsaṃ vāśnāty agraye devānāṃ vratapatir grahitasya vratam agāt tasmād etasya vratam ālambhayati || 14 ||

Man bringe für Agni, den Herrn des Gelübdes, ein achtscheibiges Reiskuchenopfer dar; [wenn] der Feuer-Innehabende auswärts weilt, übertritt er gleichsam das Gelübde, [nämlich] wer mit angelegtem Feuer auswärts weilt; [oder] wenn er am Gelübde-Tag selbst hinausgeht oder Fleisch isst. Agni ist ja unter den Göttern der Herr des Gelübdes; das Gelübde des [Opferers, der ihn] ergreift, ging [von ihm aus] — deshalb lässt er dessen Gelübde [durch dieses Opfer wieder] gültig werden. || 14 || [Anm.: Text an mehreren Stellen unsicher gelesen.]

agraye vratabhṛte aṣṭākapālaṃ nirvapet āhitāgnir ārtim anyathā kuryād anīto vā eṣa devānāṃ ya āhitāgnis tasmād etenāghreṇa na kartavyaṃ na hi devā ṛtu kurvanty agraye devānāṃ vratabhṛd agnir eva tasya vratam agāt tasmād etasya vratam ālambhayati || 15 ||

Man bringe für Agni, den Träger des Gelübdes, ein achtscheibiges Reiskuchenopfer dar, [falls] der Feuer-Innehabende [sein] Gelübde auf andere Weise gebrochen haben sollte; ungeleitet nämlich ist [sonst] jener unter den Göttern, der ein Feuer innehat; deshalb soll man dies nicht mit dieser Bosheit [d.h. Nachlässigkeit] tun, denn die Götter dulden keine Regelwidrigkeit. Agni ist unter den Göttern der Träger des Gelübdes; das Gelübde ging von ihm eben aus — deshalb lässt er dessen Gelübde [wieder] gültig werden. || 15 ||

indrāgramukham anusṛṣṭam ālabheta ... [text z. T. unsicher] ... yasya pitā pitāmahaḥ somaṃ na pibati tasmād eva eva tasyā devatāyāḥ paśūnāṃ samṛddhaḥ || 16 ||

Man ergreife [ein Opfertier, dessen] Anfang Indra-Agni geweiht ist ... [Anm.: Text dieser Kaṇḍikā ist im vorliegenden Scan streckenweise nur unsicher lesbar; es geht um die Frage, ob Vater und Großväter des Opferers Soma getrunken haben, und um dessen Verhältnis zur jeweiligen Gottheit] ... dessen Vater und Großvater keinen Soma trinken — eben dadurch gedeiht er im Vieh dieser Gottheit. || 16 ||

devā vā oṣadhiṣu pakvāsv ānimṛgu ... [Text unsicher] ... rainyās tāsām eṣa uddhāro yac chyāmākaḥ yac chyāmākaḥ saumyas tam eva bhāginaṃ kṛṇute yad ṛtavāgrayaṇam ... || 17 ||

Die Götter [zogen sich] fürwahr in die reifenden Kräuter/Feldfrüchte zurück ... [Anm.: Passage im Druck unsicher] ... deren Ernteertrag ist dies, nämlich die Śyāmāka-Hirse; die Śyāmāka-Hirse, dem Soma zugehörig, macht eben diesen [Opferer] zu ihrem Anteilhaber, wenn er die Erstlingsopfergabe der Jahreszeit [darbringt] ... || 17 || [Anm.: Kaṇḍikā insgesamt nur mit erheblicher Unsicherheit transkribiert.]

atha haitat pratiratham indrasya bāhū sthavirau vṛṣaṇāv ... pratirathaṃ japann eti yad brahma pratirathaṃ japann eti yajñasyābhijitye ratnasaṃpattyai ratnasaṃpattyai || 18 ||

Nun [wird erzählt]: dies ist gleichsam der 'Gegenwagen' — die beiden Arme Indras, alt und stiernaturhaft ... Murmelnd geht er gegen den Wagen; das Brahman-Wort murmelnd geht er gegen den Wagen, zur Bezwingung des Opfers, zur Erlangung von Kleinodien, zur Erlangung von Kleinodien. || 18 || [Anm.: Bildhafte, mythologisch anspielungsreiche Passage; Einzelheiten der Erzählung bleiben im vorliegenden Scan unsicher.]

athātaś cāturmāsyānāṃ prayogaḥ ... navānuyājā aṣṭau havīṃṣi vāgninaṃ navamaṃ tan nakṣatriyāṃ virāṇ māpnoty atho jāgur daśanīṃ virāṇ miti prayājānuyājā havīṃṣy āghārāv ājyabhāgāv iti || 19 ||

Nun folgt der Vollzug der Vierjahreszeitenopfer (cāturmāsya): ... Neun Nachopfer (anuyāja), acht Havis-Spenden, dazu die neunte für Agni — damit erlangt er die sternhafte Virāj; sodann [gibt es] die zehnfache 'wache' Virāj — [d.h.] die Vor- und Nachopfer, die Havis-Spenden, die beiden Ausgießungen (āghāra) und die beiden Schmalz-Anteile (ājyabhāga). || 19 || [Anm.: technische Aufzählung der Teile des Cāturmāsya-Ritus; Anfang der Kaṇḍikā im Druck lückenhaft.]

atha yad grīṣmahomī prathamaṃ devatānāṃ yajaty agrir vai devānāṃ mukhaṃ mukhata eva tad evāgnaye prīṇātya... [Text unsicher] || 20 ||

Wenn er beim Grīṣma-Opfer [Sommer-Vierjahreszeitenopfer] zuerst der [entsprechenden] Gottheit opfert — Agni nämlich ist der Mund der Götter; eben vom Munde her besänftigt er damit den Agni ... [Anm.: weitere Ausführung im Druck unsicher lesbar]. || 20 ||

vaiśvadevena vai prajāpatiḥ prajā asṛjata tāḥ sṛṣṭā varuṇasya yavā jagṛhus tā varuṇo varuṇapāśaiḥ pratyabadhnāt tāḥ prajāḥ prajāpatiḥ pitṛmetyopāvadanapa taṃ yajñakratuṃ jānīr hi yenendra varuṇāṃ prāṇāty āt prīto varuṇo varuṇapāśebhyaḥ sarvasmāt pāpmanaḥ saṃpramucyata iti tat etat prajāpatir yajñakratum apaśyad ṛṇāpravāsaṃ tasmāt kartrenāyata teneindra varuṇāprāṇāt prīto varuṇo varuṇapāśebhyaḥ sarvasmāc pāpmano mucyate prajāḥ prāmucyanta hy vā etasya prajā varuṇapāśebhyaḥ sarvasmāc pāpmano mucyante ya evaṃ vidaṃ yad agni praṇayati yam evāmuṃ vaiśvadevena manthati tam eva tat praṇayati yan mathyate tasyokaṃ brāhmaṇam atha yat sadaśa sāṃnidhyaḥ sadaklatavābyabhāgo virāḍau saṃyāḍye teṣāmuktāṃ brāhmaṇam atha yannava anuyājā navānuyājāḥ aṣṭau havīṃṣi bhavati paurṇamāsāni teṣāmuktāṃ brāhmaṇam || 21 ||

Durch das Vaiśvadeva-Opfer schuf Prajāpati die Geschöpfe; als sie geschaffen waren, ergriffen sie Varuṇas Gerste; diese fesselte Varuṇa mit den Varuṇa-Fesseln (pāśa). Diese Geschöpfe [zu befreien] ging Prajāpati zum Vater [Varuṇa] und sprach zu ihm; dieses Opferwerk [ist es, wodurch] man weiß, wodurch Indra-Varuṇa [den Fesselnden] besänftigt; darauf, besänftigt, wird Varuṇa von den Varuṇa-Fesseln, von allem Übel, gänzlich befreit. Dieses Opferwerk sah Prajāpati als die Auslösung der Schuld; deshalb wird durch dieses [Ritual, mit dem Spruch] 'Indra-Varuṇa' Varuṇa besänftigt und von den Varuṇa-Fesseln, von allem Übel, befreit — auch die Geschöpfe werden [damit] befreit; denn dessen Geschöpfe werden von den Varuṇa-Fesseln, von allem Übel, befreit, wer dies so weiß. [Es folgen kurze Erläuterungen zu weiteren Ritualdetails — der Anzahl der Beisitzer-Anteile und zur Neun-Zahl der Nachopfer beim Vollmondsopfer — deren genauer Wortlaut im Druck unsicher ist.] || 21 || [Anm.: Mittlerer und letzter Teil dieser Kaṇḍikā nur mit erheblicher Unsicherheit transkribiert.]

atha yad indrāgnī dvādaśakapālo bhavati balaṃ vai tena tejo 'sti pratiṣṭhāpayaty atha yad āgraṇyā mīḍhenendro vāruṇaḥ sa u vai payobhāgnas tasmād āgraṇyā-nimittāṃ yan mārutī payasyāsu vai marutaḥ śritāḥ āpo hi payo yenendraḥ payas tasmān mārutī payasyāṃ yat kāya ekakapālaḥ prajāpatir vai kaḥ prajāpateraptyāya atho sukhasya vā etan nāmadheyaṃ kim iti sukham eva tad adhyātmañ chate yan mithunī gāvau dadāti tat prajātyai rūpam ukthyo atha yad apsu varuṇāṃ yajati sv evainaṃ tad ayatane prīṇātyaya yat parastād varuṇapratigṛhītiṣṭho bhavati tathā hāsya pūrvapakṣe varuṇapragrahaḥ striṣṭaṃ bhavati || 22 ||

Wenn ein Opfer an Indra-Agni zwölfscheibig ist — Kraft nämlich und Glanz gründet er damit fest. Wenn beim Āgrayaṇa-Opfer [an] Indra Vāruṇa [Milch geopfert wird] — dieser [Vāruṇa] ist ja der Milchanteil-Agni; deshalb [heißt es] Āgrayaṇa-bedingt, [nämlich] was zum Marut gehört, in der Milch, denn in der Milch sind ja die Maruts gegründet — Wasser nämlich ist die Milch, wodurch Indra [zur] Milch [wird]; deshalb [gehört] das Marutische zur Milch. Was 'Ka' [betrifft, wenn das Opfer] einscheibig ist — Prajāpati nämlich ist 'Ka'; für die Nachkommenschaft Prajāpatis [geschieht dies]. Auch ist dies der Name des Glücks (sukha) — eben dieses Glück erlangt er innerlich dabei. Dass man ein Rinderpaar gibt, das ist ein Zeichen für Nachkommenschaft, [und diese ist] preiswürdig. Wenn er ferner im Wasser Varuṇa verehrt, besänftigt er ihn damit an seinem [rechten] Ort; wenn er später als der von Varuṇa Empfangene dasteht, so ist ihm zuvor [schon] das Varuṇa-Ergreifen zuteil geworden. || 22 || [Anm.: hochtechnische, an mehreren Stellen unsichere Passage.]

vatānāṃ yajaty agrivarve devānāṃ mukhaṃ mukhata eva tad devān prīṇāty atha yan madhyaṃdine marutaḥ sāntapanāny ajayati indro vai marutaḥ sāntapanā hīndra mādhyaṃdinaṃ tasmād etāni indreṇopasaṃhitāny ajayati yasyām gṛhamedhīyena carati puṣṭikarma vai gṛhamedhīyaḥ sāyaṃ poṣaḥ paśūnāṃ tasmāt sāyaṃ gṛhamedhīyena caraty akṣo bhūte gṛhamedhīyasya niṣkāśamiśreṇa pūrdadarveṇa carati pūrvaiḥ karmaṇaivaitat prātaḥ karmapisantanvatvya ekakapālo yajaty asti vai viśvakarmā yo asti tapaty etam eva tena prīṇāty atha yad brahma dadāty endro ha yajñakratuḥ || 23 ||

... der Jahreszeiten opfert er; Agni ist ja der Mund der Götter — vom Munde her eben besänftigt er die Götter damit. Wenn er bei der Mittagspressung die Marut-Sāntapana-Opfer vollzieht — Indra nämlich [gehört zu] den Marut-Sāntapana-Riten, denn Indra [entspricht] der Mittagspressung; deshalb vollzieht er diese mit Indra verbunden. Womit er das Gṛhamedhīya-Opfer vollzieht — Gedeihen-Werk nämlich ist das Gṛhamedhīya, abendliches Gedeihen des Viehs; deshalb vollzieht er es abends. [Weitere technische Einzelheiten zum Ablauf des Gṛhamedhīya-Ritus, im Druck unsicher.] Ein einscheibiges [Opfer] bringt er dar; es gibt ja den Viśvakarman, der [alles] erschafft; eben diesen besänftigt er damit. Wenn er das Brahman-Wort spendet, ist Indra der Opferherr [bzw. der Vollstrecker des Opfers]. || 23 || [Anm.: Diese Kaṇḍikā ist im Druck an mehreren Stellen nur mit Unsicherheit lesbar.]

atha yad aparāhṇe pitṛyajñena carati aparāhṇabhāgo vai pitaras tasmād aparāhṇe pitṛyajñena carati tad ādṛg aparapakṣabhāgo vai pitaraḥ kasmād enān pūrvapakṣe yajatīti devā vā ete pitaras tasmād enān pūrvapakṣe yajatīty ayad kāṃ sāmidhenī trir anvāha śāvitrī trir anvāhāhutī sāmidhenī trir anvāha yad amānasyārthaṃ nāṅgayeta neṣṭagnaṃ pravaṇāgnīty ayaṃ prāvṛṇāgnyāhutayaḥ tāvad iti yaḥ pitṛn amiśrāvat tān nityāvāhriyati na haike svaṃ mahimānam āvāhrayati yajamāneya mahimeti vadanty āvāhriyaty āravyam avayaty āvayaty ambhy āvayaty ambhy svadheti pratyāvayati svadhākāro hi pitṛṇām atha yatprayāja-

Wenn er nachmittags das Väteropfer vollzieht — die Nachmittagsphase gehört ja den Vätern, deshalb vollzieht er nachmittags das Väteropfer; danach [gehört] die zweite [Mond-]Hälfte den Vätern — warum aber opfert er ihnen zur ersten Mondhälfte? — die Götter nämlich sind [ebenfalls] diese Väter, deshalb opfert er ihnen zur ersten Mondhälfte. [Es folgt eine detaillierte Ritualvorschrift über die Anzahl der Sāmidhenī-Sprüche, Anrufungen und Trankopfer für die Väter, im Druck an mehreren Stellen unsicher lesbar — es geht um das rechte Herbeirufen (āvāhana) der Väter mit der Formel svadhā.] || [Fortsetzung folgt in K25.]

nuyajñebhyo barhiṣmatāvuddharati prāṇā vai barhirmatprāṇāḥ pitṛṣu dvyānīti te vai barṣṭupyante paḍā ṛtava ṛtavaḥ pitaraḥ pitṛṣṇāmāptye || 24 || atha yajñīvanavalāvāḍvabhāgau bhavato yajamānam eva tañ jīvayaty atha yad ekaikasya haviṣpattis satisatso yātvyā bhavati harṣyetevainānprathamayā 'dvitīyayā gamayati prāiva tṛtīyayā yacchaty atho devayajñam evaitat pitṛyajñena āvarttayati dakṣiṇāṃsthovai pitṛyajñastam evaitad dakṣiṇaṃ saṃsthaṃ kurvati yad agni kavyavāhanam alato yajata etaṃvaḍakṛto vai pitaraḥ tasmād agni kavyavāhanamalato yajati yad idam upa prcchyā vātrā prāśnati paśavo vā iḍā nety atprūṇaprāṇāntyaha vātsūtavāke yajamānasyāśiṣo anvāhaneyajñam anpratṛṇāntyaha yatpravlin na saṃyajayati netvalin pravrṇāntyaha yatpitravaṇāmāhrayate mārdhyate yatra bhāgamavati devayajñam evaitat pitṛyajñena āvarttayati || 25 ||

... [entnimmt er] den Nachopfern das mit Barhis [Opferstreu] versehene [Väteropfer]; die Barhis-versehenen Atemhauche gehören ja den Vätern, in den zweifachen Tag-Nacht-Rhythmus; sie werden ja abgeschnitten, die Schritte, die Jahreszeiten sind die Väter, im Erlangen der Väter. || 24 || Sodann sind das opferfördernde Erntewerkzeug und der abgeschnittene Anteil [zwei Dinge], die eben den Opferer selbst am Leben erhalten. Wenn eines jeden [Priesters] Havis-Anteil [zugeteilt wird] ... [Es folgt eine detaillierte, im Druck unsicher lesbare Passage über die Reihenfolge und den zeitlichen Ablauf der Väteropfer im Verhältnis zum Götteropfer, sowie über das rechte Herbeirufen der Väter mittels der Kavyavāhana-Anrufung des Agni, und über die Anteile bei der Opferverteilung. Der Kernsatz lautet:] Eben dieses Götteropfer wendet er mit dem Väteropfer [in die entgegengesetzte, südliche Richtung] um — südwärts gerichtet nämlich ist das Väteropfer; eben dies macht er zur südlichen Vollendung. || 25 || [Anm.: Diese Kaṇḍikā, ebenso wie die vorangehende K24, ist im vorliegenden Scan an sehr vielen Stellen nur mit großer Unsicherheit lesbar; die Übersetzung gibt den erkennbaren Gesamtsinn (Ordnung des Väteropfers gegenüber dem Götteropfer) wieder, ohne für die Einzelheiten Gewähr zu leisten.]

śālir vai bheṣajam āpaḥ śālir aiveṣā bheṣajam atto yajña kriyate atha yad dhy adharyuḥ pitṛbhyo nirvapati jīvānām eva tal pitṝn manuṣyāḥ pitaro 'nupravakṣyate devayajñam evainaṃ pitṛyajñād vyāvartayaty adakṣiṇāsaṃsthaṃ vai pitṛyajñastam etad dakṣiṇaṃ saṃsthaṃ kurvati yat prāco 'bhyutkramyādityaupatiṣṭhate devalokaḥ vā ādityaḥ pitṛlokaḥ pitaro devalokam evaitat pitṛlokāt apasaṃkramatīty atha yad dakṣiṇāto 'bhyutkramyāgnim upatiṣṭhate prītyaiva taddevebhyata ityetat carati yad utkramya taryaṃ kiyate rudram eva tastvāyāṃ diśi prīṇāty atha yad devayajñam evaitat pitṛyajñena āvarttayati dakṣiṇāsaṃsthaṃ vai pitṛyajñastam evaitad dakṣiṇaṃ saṃsthaṃ kurvati yadatta ādityopāya yajatīya vā aditir tasyaivainamaty pratiṣṭhāpayaty atra ariṣṭaṃ yat pūrṇamāsena yajate tathā hāsya pūrvapakṣe sākam ādhihariṣṭaṃ bhavati || 26 || trayodaśaṃ vā etaṃ māsam āpnoti yac chunāsīreṇa yajata etāvān vai saṃvatsaro yāvān eṣa trayodaśo māsaḥ atha yad agriṃ praṇayati yam evāmuṃ vaiśvadeve manthati tam eva tat praṇayati yan mathyate tasyokā brāhmaṇaṃ yad ayo na madhyate paurṇamāsam eva tal bhavati pratiṣṭhā vai paurṇamāsaḥ pratiṣṭhitya jñātrāṃ yad agniṃ praṇayati prāṇo vai vāyuḥ prāṇam eva tena prīṇāty aścūnāsīraṃ saṃvatsaro vai śunāsīraḥ saṃvatsaram eva tena prīṇāty at sūryaṃ yajaty asau vai sūryo ya eṣa tapaty enam eva tena prīṇāty yaścūnāṃ dakṣiṇāṃ dadāty etasyaiva tad rūpaṃ kriyate atha yatrāyaścittiṃ kurvati svastyayanam ittam tat kurvati yajña eva śāntyai yajamānasya bhaiṣajyāya tvair etāny caturmāsyāny devāḥ sarvān kāmānām āmuvan saṃsṛṣṭvā iṣṭī sarvamamṛtatvaṃ sa vā eṣa prajāpatiḥ saṃvatsaraś caturviṃśo yac cāturmāsyāni tasya mukham eva vaiśvadevaṃ bāhū varuṇaprāghāsāḥ prāṇo 'panau vyānam etāstisra ṛṣṭaya ātmā mahāhaviḥ pratiṣṭhā śunāsīrāḥ sa vā eṣa prajāpatir eva saṃvatsaro yac cāturmāsyāni sarve vai prajāpatiḥ sarve cāturmāsyāni tasmād yena kena ca aturmāsyair yajate sarvair vainaiva sarvamāpnoti ya evaṃ veda yaś caivaṃ vidvāṃś cāturmāsyair yajate cāturmāsyair yajate || 26 || || ity atharvavide gopathabrāhmaṇottarabhāge prathamaḥ prapāṭhakaḥ ||

Reis (śāli) ist Heilmittel; das Wasser ist eben dieses Heilmittel — vom Gegessenen her wird das Opfer bereitet. Wenn der Adhvaryu für die Väter [ein Opfer] darbringt, geschieht dies für die Lebenden [in Vertretung] der Väter; denn Menschen [gelten] als Väter nachfolgend [d. h. werden zu Vätern]. Damit wendet er das Götteropfer vom Väteropfer ab — ohne Dakṣiṇā-Vollendung nämlich ist das Väteropfer, eben dies macht er zur Dakṣiṇā-Vollendung. Wenn er, nach Osten schreitend, sich der Sonne naht — die Sonne ist die Götterwelt, die Väter [sind] die Väterwelt; damit tritt er eben von der Väterwelt zur Götterwelt über. Wenn er, nach Süden schreitend, sich dem Feuer naht, geschieht dies eben zur Gunst der Götter. [Weitere, im Druck unsichere Einzelheiten zur Richtungssymbolik gegenüber Rudra und den Vätern.] Damit wendet er das Götteropfer mit dem Väteropfer um — ohne Dakṣiṇā-Vollendung ist das Väteropfer, eben dies macht er zur Dakṣiṇā-Vollendung. [Es folgen weitere Einzelbestimmungen zum Verhältnis von Aditi/Āditya-Verehrung und zur Vermeidung von Unheil beim Vollmondsopfer.] || 26 || Den dreizehnten Monat fürwahr erlangt er, wer mit dem Śunāsīrīya-Opfer opfert; so groß nämlich ist das Jahr, wie dieser dreizehnte [Schalt-]Monat. Wenn er das Feuer [zum Opfer] hinführt — eben denjenigen [Agni], den er beim Vaiśvadeva quirlt (entfacht), eben diesen führt er hin; was gequirlt wird, dessen Wohnstatt ist das Brāhmaṇa[-Wort]. Was nicht gequirlt wird, das ist eben der Vollmond — Grundlage nämlich ist der Vollmond; auf ihn gegründet [handelt er]. Wenn er das Feuer [weiter] hinführt — der Atemhauch nämlich ist der Wind, den Atemhauch eben besänftigt er damit. Und mit dem Śunāsīrīya-Opfer — das Jahr nämlich ist Śunāsīra —, das Jahr eben besänftigt er damit. Wenn er der Sonne opfert — jene Sonne dort, die da glüht, eben diese besänftigt er damit; und wer der Sonne die Dakṣiṇā [Priestergabe] gibt, dessen Gestalt eben wird damit hergestellt. Wenn er ferner die Sühnehandlung (āyaścitti) vollzieht, macht er dies zum heilvollen Ausgang — das Opfer eben dient der Beruhigung, dem Opferer zur Heilung. Durch diese vier Vierjahreszeitenopfer erlangten die Götter alle Wünsche; nachdem sie [alle Opfer] vereint hatten, [erlangten sie] mit dem Opfer die volle Unsterblichkeit. Dieser [Ablauf] nämlich ist Prajāpati [selbst], das vierundzwanzigfache Jahr; und was die Vierjahreszeitenopfer betrifft, so ist deren Mund eben das Vaiśvadeva, die beiden Arme die Varuṇapraghāsa[-Opfer], der Einatem und Ausatem die Sākamedha[-Opfer], diese drei Rippen [das Übrige], das Selbst das große Havis-Opfer, die Grundlage die Śunāsīrīya[-Opfer]. Dieser [Ablauf] ist also Prajāpati selbst, [ebenso wie] das Jahr [es ist], was die Vierjahreszeitenopfer betrifft; alles ist ja Prajāpati, alles sind die Vierjahreszeitenopfer — deshalb, mit welchem der Vierjahreszeitenopfer auch immer man opfert, mit allen davon erlangt man alles, wer dies so weiß; und wer, dies so wissend, mit den Vierjahreszeitenopfern opfert, opfert [wahrhaft] mit den Vierjahreszeitenopfern. || 26 || || So [lautet] im Atharva-Wissen, im Gopatha-Brāhmaṇa, Uttara-Bhāga, der erste Prapāṭhaka. || [Anm.: Diese letzte, sehr lange Kaṇḍikā 26 ist im vorliegenden Scan an zahlreichen Stellen nur mit erheblicher Unsicherheit lesbar; die Übersetzung gibt den erkennbaren Gesamtsinn wieder (Zusammenfassung der Cāturmāsya-Opferfolge, Gleichsetzung mit Prajāpati/Jahr), ohne für jedes Einzelwort Gewähr zu leisten.]

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