Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Kāṇḍa 2

Adhyāya 3 Sūrya als Agnihotra, die zweifache Opfergabe und die Frage nach dem Erstopfer

sūryo ha vā agnihotram | tadyadetasyā agra āhuterudaittasmātsūryo 'gnihotram

Sūrya (die Sonne) ist ja das Agnihotra; weil er am Anfang dieser Opfergabe aufging, deshalb ist Sūrya das Agnihotra.

sa yatsāyamastamite juhoti | ya idaṃ tasminniha sati juhavānītyatha yatprātaranudite juhoti ya idaṃ tasminniha sati juhavānīti tasmādvai sūryo 'gnihotramityāhuḥ

Dass man nun abends opfert, wenn sie (die Sonne) untergegangen ist – [das geschieht in der Absicht:] „Diesem, der hier gegenwärtig ist, will ich opfern“; und dass man morgens opfert, wenn sie aufgegangen ist – ebenso: „Diesem, der hier gegenwärtig ist, will ich opfern.“ Deshalb sagt man: „Sūrya ist das Agnihotra.“

atha yadastameti | tadagnāveva yonau garbho bhūtvā praviśati taṃ garbham bhavantamimāḥ sarvāḥ prajā anu garbhā bhavantīlitā hi śere saṃjānānā atha yadrātristira evaitatkaroti tira iva hi garbhāḥ

Wenn sie (die Sonne) nun untergeht, tritt sie, zum Embryo geworden, eben in den Schoß – nämlich in Agni – ein. Diesem, der so zum Embryo wird, werden alle diese Geschöpfe gleichermaßen zu Embryonen [Anm.: Der genaue Sinn der Wendung „īlitā hi śere saṃjānānā“ bleibt unsicher, möglicherweise verderbt überliefert]. Und die Nacht macht dies eben verborgen, denn Embryonen sind ja gleichsam verborgen.

sa yatsāyamastamite juhoti | garbhamevaitatsantamabhijuhoti garbhaṃ santamabhikaroti sa yadgarbhaṃ santamabhijuhoti tasmādime garbhā anaśnanto jīvanti

Dass man nun abends opfert, wenn sie untergegangen ist, so opfert man eben diesem, der dann ein Embryo ist – man versorgt ihn als Embryo. Und weil man dem, der ein Embryo ist, opfert, deshalb leben diese Embryonen, ohne zu essen.

atha yatprātaranudite juhoti | prajanayatyevainametatso 'yaṃ tejo bhūtvā vibhrājamāna udeti śaśvaddha vai nodiyādyadasminnetāmāhutiṃ na juhuyāttasmādvā etāmāhutiṃ juhoti

Und dass man morgens opfert, bevor sie wieder aufgegangen ist, so erzeugt man sie eben dadurch neu; sie geht dann, zu Glanz geworden, strahlend auf. Beständig nämlich würde sie nicht mehr aufgehen, wenn man ihr diese Opfergabe nicht darbrächte; deshalb bringt man diese Opfergabe dar.

sa yathāhistvaco nirmucyeta | evaṃ rātreḥ pāpmanā nirmucyate yathā ha vā ahistvaco nirmucyetaivaṃ sarvasmātpāpmano nirmucyate ya yevaṃ vidvānagnihotraṃ juhoti tadetasyaivānu prajātimimāḥ sarvāḥ prajā anu prajāyante vi hi sṛjyante yathārtham

So wie eine Schlange sich von ihrer Haut löst, so löst er (die Sonne) sich vom Übel der Nacht; so wie eine Schlange sich von ihrer Haut löst, so löst sich der so Wissende von allem Übel, wer so wissend das Agnihotra darbringt. Diesem Muster, nach seiner Nachkommenschaft, folgend pflanzen sich alle diese Geschöpfe fort, denn sie werden je nach ihrer Bestimmung hervorgebracht.

sa yaḥ purādityasyāstamayāt | āhavanīyamuddharatyete vai viśve devā raśmayo 'tha yatparam bhāḥ prajāpatirvā sa indro vaitadu ha vai viśve devā agnihotraṃ juhvato gṛhānāgacantisa yasyānuddhṛtamāgacanti tasmāddevā apaprayanti tadvā asmai tadvyṛdhyate yasmāddevā apaprayanti tasyānu vyṛddhiṃ yaśca veda yaśca nānuddhṛtamabhyastamagādityāhuḥ

Wer nun, bevor die Sonne untergeht, den Āhavanīya heraushebt (d.h. neu ordnet) – diese Sonnenstrahlen sind ja die Allgötter (Viśve Devāḥ) als Strahlen, und das höchste Licht darüber ist Prajāpati oder Indra –, zu dessen Haus kommen die Allgötter, wenn er das Agnihotra darbringt. Wenn sie aber zu jemandem kommen, bei dem der Āhavanīya nicht zuvor herausgehoben wurde, dann wenden sich die Götter wieder ab; dann misslingt ihm dieses Opfer. Wessen Opfer, von dem sich die Götter abwenden, dessen Opfer folgt dem Missgeschick nach – ob er es nun weiß oder nicht. „Ihm ging die Sonne unter, ohne dass der Āhavanīya herausgehoben war“, sagt man dann von ihm.

atha yaḥ purādityasyāstamayāt | āhavanīyamuddharati yathā śreyasyāgamiṣyatyāvasathenopakLptenopāsītaivaṃ tatsa yasyoddhṛtamāgacanti tasyāhavanīyam praviśanti tasyāhavanīye niviśante

Wer nun, bevor die Sonne untergeht, den Āhavanīya heraushebt – das ist damit so, wie wenn man, in Erwartung eines Vornehmeren, mit bereits hergerichteter Herberge wartet. Zu wem sie (die Allgötter) kommen, bei dem der Āhavanīya bereits hergehoben ist, in dessen Āhavanīya treten sie ein, in dessen Āhavanīya lassen sie sich nieder.

sa yatsāyamastamite juhoti | agnāvevaibhya etatpraviṣṭebhyo juhotyatha yatprātaranudite juhotyapretebhya evaibhya etajjuhoti tasmāduditahomināṃ vicinnamagnihotram manyāmaha iti ha smāhāsuriryathā śūnyamāvasathamāharedevaṃ taditi

Dass man abends opfert, wenn sie untergegangen ist, so opfert man dies eben im Feuer diesen Göttern, die bereits eingetreten sind; und dass man morgens opfert, bevor sie wieder aufgegangen ist, so opfert man dies eben diesen, die noch nicht fortgegangen sind. „Deshalb halten wir das Agnihotra derer, die erst nach Sonnenaufgang opfern, für unterbrochen“, pflegte Asuri zu sagen, „es ist so, als brächte man eine Gabe zu einer leeren Herberge.“

dvayaṃ vā idaṃ jīvanam | mūli caivāmūlaṃ ca tadubhayaṃ devānāṃ sanmanuṣyā upajīvanti paśavo mūlā oṣadhayo mūlinyaste paśavo mūlā oṣadhīrmūlinīrjagdhvāpaḥ pītvā tata eṣa rasaḥ sambhavati

Zweifach nämlich ist diese Lebensgrundlage: eine bewurzelte und eine unbewurzelte; von diesen beiden, die den Göttern gehören, leben die Menschen. Das Vieh ist auf das Bewurzelte angewiesen, die Pflanzen sind bewurzelt; nachdem dieses Vieh die bewurzelten Pflanzen gefressen und Wasser getrunken hat, entsteht daraus dieser Saft (die Milch).

sa yatsāyamastamite juhoti | asya rasasya jīvanasya devebhyo juhavāni yadeṣāmidaṃ sadupajīvāma iti sa yattato rātryāśnāti hutociṣṭhameva tanniravattabalyaśnāti hutociṣṭasya hyevāgnihotraṃ juhvadaśitā

Dass man abends, wenn sie untergegangen ist, opfert mit den Worten: „Von diesem Saft, dieser Lebensgrundlage, will ich den Göttern opfern, weil wir ja von diesem, was ihnen gehört, leben.“ Was man dann in der Nacht davon isst, das ist eben der Opferrest, den man, nachdem man den Anteil abgetrennt hat, als übrigen Anteil isst; denn nur vom Opferrest isst, wer das Agnihotra darbringt.

atha yatprātaranudite juhoti | asya rasasya jīvanasya devebhyo juhavāni yadeṣāmidaṃ sadupajīvāma iti sa yattato 'hnāśnāti hutociṣṭameva tanniravattabalyaśnāti hutociṣṭasya hyevāgnihotraṃ juhvadaśitā

Und dass man morgens, bevor sie aufgegangen ist, opfert mit den Worten: „Von diesem Saft, dieser Lebensgrundlage, will ich den Göttern opfern, weil wir ja von diesem, was ihnen gehört, leben.“ Was man dann tagsüber davon isst, das ist eben der Opferrest, den man, nachdem man den Anteil abgetrennt hat, als übrigen Anteil isst; denn nur vom Opferrest isst, wer das Agnihotra darbringt.

tadāhuḥ | samevānye yajñāstiṣṭhante 'gnihotrameva na saṃtiṣṭhate 'pi dvādaśasaṃvatsaramantavadevāthaitadevānantaṃ sāyaṃ hi hutvā veda prātarhoṣyāmīti prātarhutvā veda punaḥ sāyaṃ hoṣyāmīti tadetadanupasthitamagnihotraṃ tasyānupasthitimanvanupasthitā imāḥ prajāḥ prajāyante 'nupasthito ha vai śriyā prajayā prajāyate ya evametadanupasthitamagnihotraṃ veda

Dazu sagt man: Die anderen Opfer kommen je für sich zu einem festen Abschluss; das Agnihotra allein kommt nicht zum Abschluss – selbst wenn es zwölf Jahre fortgeführt würde, wäre es dennoch nicht beendet, sondern eben endlos. Denn nachdem man abends geopfert hat, weiß man: „Ich werde morgens opfern“, und nachdem man morgens geopfert hat, weiß man: „Ich werde wieder abends opfern.“ So ist dieses Agnihotra stets unabgeschlossen; seiner Unabgeschlossenheit folgend werden auch diese Geschöpfe unabgeschlossen (d.h. sterblich) geboren. Unabgeschlossen nämlich pflanzt sich fort durch Glanz und Nachkommenschaft, wer so dieses unabgeschlossene Agnihotra kennt.

taddugdhvādhiśrayati | śṛtamasaditi tadāhuryarhyudantaṃ tarhi juhuyāditi tadvai nodantaṃ kuryādupa ha dahedyadudantaṃ kuryādaprajajñi vai reta upadagdhaṃ tasmānnodantaṃ kuryāt

Nachdem man die Milch gemolken hat, setzt man sie zum Erhitzen auf; „sie soll gekocht sein“, sagt man dazu; „sobald sie aufwallt, sollte man opfern.“ Man sollte sie aber nicht völlig überkochen lassen – sie würde dabei verbrennen. Verbrannter Same ist ja unfruchtbar; deshalb sollte man sie nicht überkochen lassen.

adhiśrityaiva juhuyāt | yannvevaitadagne retastena nveva śṛtaṃ yadvenadagnāvadhiśrayanti teno eva śṛtaṃ tasmādadhiśrityaiva juhuyāt

Man sollte nur nach kurzem Aufsetzen aufs Feuer opfern; denn dies ist ja der Same Agnis, dadurch eben ist es schon gekocht. Sobald man es nämlich auf das Feuer setzt, ist es dadurch bereits gekocht; deshalb sollte man nur nach dem kurzen Aufsetzen opfern.

tadavajyotayati | śṛtaṃ vedānītyathāpaḥ pratyānayati śāntyai nveva rasasyo caiva sarvatvāyedaṃ hi yadā varṣatyathauṣadhayo jāyanta 'oṣadhīrjagdhvāpaḥ pītvā tata eṣa rasaḥ sambhavati tasmādu rasasyo caiva sarvatvāya tasmādyadyenaṃ kṣīraṃ kevalam pāne 'bhyābhavedudastokamāścotayitavai brūyācāntyai nveva rasasyo caiva sarvatvāya

Dann lässt man es abkühlen [Anm.: Bedeutung von „avajyotayati“ nicht ganz sicher, etwa „die Flamme herabsetzen“], mit den Worten: „Ich weiß es als gekocht.“ Dann fügt man wieder Wasser hinzu – zur Beruhigung des Aufwallens eben, und ebenso zur Vollständigkeit des Saftes. Denn wenn es regnet, entstehen die Pflanzen; das Vieh frisst die Pflanzen, trinkt Wasser, und daraus entsteht dieser Saft (die Milch) – deshalb auch fügt man Wasser hinzu zur Vollständigkeit des Saftes. Und wenn die Milch beim Trinken pur zu stark wäre, sollte man sagen, man solle ein wenig Wasser hineinträufeln lassen – wiederum zur Beruhigung, und zur Vollständigkeit des Saftes.

atha caturunnayati | caturdhāvihitaṃ hīdam payo 'tha samidhamādāyodādravati samiddhahomāyaiva so 'nupasādya pūrvāmāhutiṃ juhoti sa yadupasādayedyathā yasmā aśanamāhariśyantsyāttadantarā nidadhyādevaṃ tadatha yadanupasādya yathā yasmā aśanamāharettasmā āhṛtyaivopanidadhyādevaṃ tadupasādyottarāṃ nānāvīrye evaine etatkaroti manaśca ha vai vākcaite āhuti tanmanaścaivaitadvācaṃ ca vyāvartayati tasmādidam manaśca vākca samānameva sannāneva

Dann schöpft er es in vierfacher Weise empor; denn vierfach geordnet ist diese Milch. Dann nimmt er ein Brennholzscheit und eilt zum Feuer, eben für das Opfer im neu entfachten Feuer; er opfert die erste Gabe, ohne das Holz erst niederzulegen. Würde er es erst niederlegen, so wäre das, wie wenn man, im Begriff, jemandem Speise zu bringen, sie zunächst irgendwo dazwischen ablegen würde – so wäre das unpassend. Legt man es aber nicht erst nieder, so ist es, wie wenn man, sobald man jemandem Speise bringt, sie ihm gleich hinlegt – so ist es richtig. Die zweite Gabe aber bringt er nach vorherigem Niederlegen dar; damit macht er die beiden Gaben von unterschiedlicher Kraft. Denken (Manas) und Rede (Vāc) nämlich sind diese beiden Opfergaben; damit trennt er eben Denken und Rede voneinander. Deshalb sind Denken und Rede, obgleich im Grunde eins, dennoch wie verschieden.

sa vai dviragnau juhoti | dvirupamārṣṭi dviḥ prāśnāti caturunnayati taddaśa daśākṣarā vai virāḍvirāḍvai yajñastadvirājamevaitadyajñamabhisampādayati

Er opfert nämlich zweimal ins Feuer, wischt zweimal ab, kostet zweimal, hebt viermal empor – das macht zehn. Aus zehn Silben aber besteht das Virāj-Metrum, und das Virāj ist das Opfer; damit vollendet er eben dieses Opfer virāj-gemäß.

sa yadagnau juhoti | taddeveṣu juhoti tasmāddevāḥ santyatha yadupamārṣṭi tatpitṛṣu cauṣadhīṣu ca juhoti tasmātpitaraścauṣadhayaśca santyatha yaddhutvā prāśnāti tanmanuṣyeṣu juhoti tasmānmanuṣyāḥ santi

Dass er ins Feuer opfert, damit opfert er unter den Göttern – deshalb gibt es Götter. Und dass er den Löffel abwischt, damit opfert er unter den Ahnen und den Pflanzen – deshalb gibt es Ahnen und Pflanzen. Und dass er nach dem Opfern kostet, damit opfert er unter den Menschen – deshalb gibt es Menschen.

yā vai prajā yajñe 'nanvābhaktāḥ | parābhūtā vai tā evamevaitadyā imāḥ prajā aparābhūtāstā yajñamukha ābhajati teno ha paśavo 'nvābhaktā yanmanuṣyānanu paśavaḥ

Die Geschöpfe, die am Opfer keinen Anteil erhalten, sind dem Verfall preisgegeben. Ebenso gilt: diesen Geschöpfen, die so nicht preisgegeben werden, gibt er am Beginn des Opfers zuerst Anteil; dadurch erhält auch das Vieh Anteil – insofern das Vieh dem Menschen im Opferanteil nachfolgt.

tadu hovāca yājñavalkyaḥ | na vai yajña iva mantavai pākayajña iva vā itīdaṃ hi yadanyasminyajñe srucyavadyati sarvaṃ tadagnau juhotyathaitadagnau hutvotsṛpyācāmati nirleḍhi tadasya pākayajñasyeveti tadasya tatpaśavyaṃ rūpam paśavyo hi pākayajñaḥ

Dazu sprach Yājñavalkya: „Man sollte dies nicht wie ein großes Opfer oder wie ein bloßes Speiseopfer (Pākayajña) betrachten.“ Denn während man bei einem anderen Opfer nur einen Teil mit dem Löffel abschneidet, opfert man hier das Ganze ins Feuer; und nachdem man dies ins Feuer geopfert hat, rutscht man heran und schlürft den Rest ab – „das ist dann wie bei einem Speiseopfer“, sagte er. Das ist dessen dem Vieh zugehörige Form, denn das Speiseopfer ist viehbezogen.

saiṣaikāhutirevāgre | yāmevāmūm prajāpatirajuhodatha yadeta etatpaścevādhriyantāgniryo 'yam pavate sūryastasmādeṣā dvitīyāhutirhūyate

Diese Opferhandlung war anfangs nur eine einzige Opfergabe – eben jene, die Prajāpati damals geopfert hatte. Und weil sich diese beiden, Agni-als-Wind und Sūrya, später dazuhielten, deshalb wird diese zweite Opfergabe zusätzlich dargebracht.

sā yā pūrvāhutiḥ | sāgnihotrasya devatā tasmāttasyai juhotyatha yottarā sviṣṭakṛdbhājanameva sā tasmāttāmuttarārdhe juhotyeṣā hi dik sviṣṭakṛtastanmithunāyaivaiṣā dvitīyāhutirhūyate dvandvaṃ hi mithunam prajananam

Diese erste Opfergabe gehört der Gottheit des Agnihotra, deshalb opfert man ihr zuerst. Und die zweite Opfergabe ist eben der Anteil des Sviṣṭakṛt, deshalb opfert man sie in der zweiten Hälfte der Handlung – denn dies ist ja der Bereich des Sviṣṭakṛt. Deshalb wird diese zweite Opfergabe eben zur Vereinigung dargebracht, denn die Zweiheit ist das Prinzip von Paarung und Fortpflanzung.

taddvayamevaite āhutī | bhūtaṃ caiva bhaviṣyacca jātaṃ ca janiṣyamāṇaṃ cāgataṃ cāśā cādya ca śvaśca taddvayamevānu

Diese beiden Opfergaben entsprechen eben einer Zweiheit: dem Gewesenen und dem Zukünftigen, dem Geborenen und dem, was noch geboren werden wird, dem Gekommenen und dem Erwarteten, dem Heute und dem Morgen – dem folgt dies eben als Zweiheit.

ātmaiva bhūtam | addhā hi tadyadbhūtamaddho tadyadātmā prajaiva bhaviṣyadanaddhā hi tadyadbhaviṣyadanaddho tadyatprajā

Das Selbst eben ist das Gewesene; denn wirklich ist, was gewesen ist, und ebenso wirklich ist, was das Selbst ist. Die Nachkommenschaft eben ist das Zukünftige; denn noch nicht wirklich ist, was zukünftig ist, und ebenso noch nicht wirklich ist, was Nachkommenschaft ist.

ātmaiva jātam | addhā hi tadyajjātamaddho tadyadātmā prajaiva janiṣyamāṇamanaddhā hi tadyajjaniṣyamāṇamanaddho tadyatprajā

Das Selbst eben ist das Geborene; denn wirklich ist, was geboren ist, und ebenso wirklich ist, was das Selbst ist. Die Nachkommenschaft eben ist das, was erst noch geboren werden wird; denn noch nicht wirklich ist, was erst geboren werden wird, und ebenso noch nicht wirklich ist, was Nachkommenschaft ist.

ātmaivāgatam | addhā hi tadyadāgatamaddho tadyadātmā prajaivāśānaddhā hi tadyadāśānaddho tadyatprajā

Das Selbst eben ist das Gekommene; denn wirklich ist, was gekommen ist, und ebenso wirklich ist, was das Selbst ist. Die Nachkommenschaft eben ist die Erwartung; denn noch nicht wirklich ist, was bloße Erwartung ist, und ebenso noch nicht wirklich ist, was Nachkommenschaft ist.

ātmaivādya | addhā hi tadyadadyāddho tadyadātmā prajaiva śvo 'naddhā hi tadyacvo 'naddho tadyatprajā

Das Selbst eben ist das Heute; denn wirklich ist, was heute ist, und ebenso wirklich ist, was das Selbst ist. Die Nachkommenschaft eben ist das Morgen; denn noch nicht wirklich ist, was morgen erst kommt, und ebenso noch nicht wirklich ist, was Nachkommenschaft ist.

sā yā pūrvāhutiḥ | sātmānamabhi hūyate tām mantreṇa juhotyaddhā hi tadyanmantro 'ddho tadyadātmā 'tha yottarā sā prajāmabhi hūyate tāṃ tūṣṇīṃ juhotyanaddhā hi tadyattūṣṇīmanaddho tadyatprajā

Diese erste Opfergabe wird im Hinblick auf das Selbst dargebracht; sie bringt man mit einer gesprochenen Formel (Mantra) dar – denn wirklich ist, was als Formel ausgesprochen wird, und ebenso wirklich ist, was das Selbst ist. Und die zweite Gabe wird im Hinblick auf die Nachkommenschaft dargebracht; sie bringt man schweigend dar – denn noch nicht wirklich ist, was schweigend bleibt, und ebenso noch nicht wirklich ist, was Nachkommenschaft ist.

sa juhoti | agnirjyotirjyotiragniḥ svāhetyatha prātaḥ sūryo jyotirjyotiḥ sūryaḥ svāheti tatsatyenaiva hūyate yadā hyevasūryo 'stametyathāgnirjyotiryadā sūrya udetyatha sūryo jyotiryadvai satyena hūyate taddevān gacati

Er opfert: „Agni ist das Licht, das Licht ist Agni – Svāhā!“, und morgens: „Sūrya ist das Licht, das Licht ist Sūrya – Svāhā!“ Damit opfert man eben der Wahrheit gemäß: denn wenn die Sonne untergeht, dann ist Agni das Licht; wenn die Sonne aufgeht, dann ist Sūrya das Licht. Was der Wahrheit gemäß geopfert wird, das gelangt zu den Göttern.

tadu haitadevāruṇaye brahmavarcasakāmāya takṣānūvācāgnirvarco jyotirvarcaḥ sūryo varco jyotirvarca iti brahmavarcasī haiva bhavati ya evaṃ vidvānagni hotraṃ juhoti

Eben dies lehrte Takṣan den Āruṇi, der nach priesterlichem Glanz (Brahmavarcasa) verlangte: „Agni ist Glanz, das Licht ist Glanz; Sūrya ist Glanz, das Licht ist Glanz.“ Wer so wissend das Agnihotra darbringt, der erlangt fürwahr priesterlichen Glanz.

tadvastyeva prajananasyeva rūpam | agnirjyotirjyotiragniḥ svāheti tadubhayato jyotī reto devatayā parigṛhṇātyubhayataḥ parigṛhītaṃ vai retaḥ prajāyate tadubhayata evaitatparigṛhya prajanayati

Dies hat gleichsam die Form der Zeugung: mit der Formel „Agni ist das Licht, das Licht ist Agni – Svāhā!“ umfasst man damit den Samen von beiden Seiten her mit den Lichtern als Gottheit; von beiden Seiten umfasster Same nämlich zeugt. Indem man dies eben von beiden Seiten umfasst, zeugt man.

atha prātaḥ | sūryo jyotirjyotiḥ sūryaḥ svāheti tadubhayato jyotī reto devatayā parigṛhṇātyubhayataḥparigṛhītaṃ vai retaḥ prajāyate tadubhayata evaitatparigṛhya prajanayati tatprajananasya rūpam

Und morgens bei der Formel: „Sūrya ist das Licht, das Licht ist Sūrya – Svāhā!“ umfasst man damit ebenso den Samen von beiden Seiten her mit den Lichtern als Gottheit; von beiden Seiten umfasster Same nämlich zeugt. Indem man dies eben von beiden Seiten umfasst, zeugt man – dies ist die Form der Zeugung.

tadu hovāca jīvalaścailakiḥ | garbhamevāruṇiḥ karoti na prajanayatīti sa etenaiva sāyaṃ juhuyāt

Dazu sprach Jīvala Caillaki: „Āruṇi bewirkt damit nur einen Embryo, er zeugt aber nicht wirklich.“ Man sollte daher mit eben dieser Formel abends opfern.

atha prātaḥ | jyotiḥ sūryaḥ sūryo jyotiḥ svāheti tadbahirdhā jyotī reto devatayā karoti bahirdhā vai retaḥ prajātam bhavati tadenatprajanayati

Und morgens opfere er: „Das Licht ist Sūrya, Sūrya ist das Licht – Svāhā!“ Damit setzt man den Samen mit den Lichtern als Gottheit nach außen, statt ihn nur zu umfassen; nach außen gesetzter Same wird ja geboren – damit zeugt man dies wirklich.

tadāhuḥ | agnāvevaitatsāyaṃ sūryaṃ juhoti sūrye prātaragnimiti tadvai taduditahomināmeva yadā hyeva sūryo 'stametyathāgnirjyotiryadā sūrya udetyatha sūryo jyotirnāsya sā paricakṣeyameva paricakṣā yattasyai nāddhā devatāyai hūyate yāgnihotrasya devatāgnirjyotirjyotiragniḥ svāheti tatra nāgnaye svāhetyatha prātaḥ sūryo jyotijyotiḥ sūryaḥ svāheti tatra na sūryāya svāheti

Dazu sagt man: Damit opfert man abends eigentlich der Sonne, aber im Agni, und morgens dem Agni, aber in Gestalt der Sonne. Das aber ist eben ein Fehler, wie ihn die erst nach Sonnenaufgang Opfernden machen. Denn wenn die Sonne untergeht, dann ist Agni das Licht; wenn die Sonne aufgeht, dann ist Sūrya das Licht – sonst wäre dies keine zutreffende Bezeichnung, weil dann nicht wirklich der rechten Gottheit selbst geopfert würde, die doch die Gottheit des Agnihotra ist. Bei der Formel „Agni ist das Licht, das Licht ist Agni – Svāhā!“ steht dort eben nicht „Svāhā dem Agni“; und bei „Sūrya ist das Licht, das Licht ist Sūrya – Svāhā!“ steht dort eben nicht „Svāhā dem Sūrya“ [Anm.: gemeint ist offenbar, dass die Gleichsetzungsformel selbst, nicht ein Dativ-Adressat, die eigentliche theologische Aussage trägt].

anenaiva juhuyāt | sajūrdevena savitreti tatsavitṛmatprasavāya sajū rātryendravatyeti tadrātryā mithunaṃ karoti sendraṃ karotīndro hi yajñasya devatā juṣāṇo agnirvetu svāheti tadagnaye pratyakṣaṃ juhoti

Man sollte besser mit eben dieser Formel opfern: „Im Einklang mit dem Gott Savitṛ“ – das ist für den von Savitṛ ausgehenden Antrieb; „im Einklang mit der Nacht, die Indra innewohnt“ – damit bildet man ein Paar mit der Nacht, man versieht sie mit Indra, denn Indra ist die Gottheit des Opfers; „der genießende Agni möge es erlangen – Svāhā!“ – damit opfert man Agni unmittelbar.

atha prātaḥ | sajūrdevena savitreti tatsavitṛmatprasavāya sajūruṣasendravatyetyahneti vā tadahnāṃ voṣasāṃ vā mithunaṃ karoti sendra karotīndro hi yajñasya devatā juṣāṇaḥ sūryo vetu svāheti tatsūryāya pratyakṣaṃ juhoti tasmādevameva juhuyāt

Und morgens: „Im Einklang mit dem Gott Savitṛ“ – das ist für den von Savitṛ ausgehenden Antrieb; „im Einklang mit der Morgenröte, die Indra innewohnt“ – oder auch „mit dem Tag“ –, damit bildet man ein Paar mit den Tagen oder mit den Morgenröten, man versieht sie mit Indra, denn Indra ist die Gottheit des Opfers; „der genießende Sūrya möge es erlangen – Svāhā!“ – damit opfert man Sūrya unmittelbar. Deshalb sollte man eben so opfern.

te hocuḥ | ko na idaṃ hoṣyatīti brāhmaṇa eveti brāhmaṇedaṃ no juhudhīti kim me tato bhaviṣyatītyagnihotrociṣṭameveti sa yatsruci pariśinaṣṭi tadagnihotrociṣṭamatha yatsthālyāṃ yathā parīṇaho nirvapedevaṃ tattasmāttadya eva kaśca pibettadvai nābrāhmaṇaḥ pibedagnau hyadhiśrayanti tasmānnābrāhmaṇaḥ pibet

Sie sprachen: „Wer wird uns dies opfern?“ – „Nur ein Brahmane.“ „Brahmane, opfere uns dies!“ – „Was wird mir daraus zuteil?“ – „Eben der Agnihotra-Rest.“ Was er im Opferlöffel zurücklässt, das ist der Agnihotra-Rest; was aber im Milchtopf übrig bleibt [Anm.: Sinn von „parīṇaha“ unsicher, etwa ein gewöhnlicher Speiserest], das ist, wie wenn man einen gewöhnlichen Speiserest ausschüttet – davon mag also trinken, wer immer will. Vom Löffel-Rest aber sollte kein Nicht-Brahmane trinken, denn dieser wird ja unmittelbar auf dem Opferfeuer erhitzt; deshalb sollte kein Nicht-Brahmane davon trinken.

etā ha vai devatā yo 'sti | tasminvasantīndro yamo rājā naḍo naiṣidho 'naśnantsāṃgamano 'sanpāṃsavaḥ

Diese Gottheiten nun, wie viele es auch seien [Anm.: der genaue Sinn von „yo 'sti“ ist grammatisch unsicher, hier idiomatisch als „so viele es gibt“ wiedergegeben; „darin“ bezieht sich vorausweisend auf das im Folgenden erklärte Sabhā-Feuer], wohnen darin: Indra, König Yama, Naḍa [der Sohn] des Niṣadha [der sagenhafte Würfelspieler-König Nala], der nicht-essende (an-aśnat) Sāṃgamana, die vergängliche (asat) Aschestaub-Gottheit (Pāṃsu).

tadvā eṣa evendraḥ | yadāhavanīyo 'thaiṣa eva gārhapatyo yamo rājāthaiṣa eva naḍo naiṣidho yadanvāhāryapacanastadyadetamaharahardakṣiṇata āharanti tasmādāhuraharaharvai naḍo naiṣidho yamaṃ rājānaṃ dakṣiṇata upanayatīti

Das nun ist eben Indra: was der Āhavanīya ist; und dies eben, der Gārhapatya, ist König Yama; und dies eben ist Naḍa Naiṣidha: was der Anvāhāryapacana (das südliche Feuer) ist. Weil man dieses Feuer Tag für Tag nach Süden trägt, deshalb sagt man: „Tag für Tag führt Naḍa Naiṣidha den König Yama nach Süden.“

atha ya eṣa sabhāyāmagniḥ | eṣa evānaśnantsāṃgamanastadyadetamanaśitvevopasaṃgacante tasmādeṣo 'naśnannatha yadetadbhasmoddhṛtya parāvapantyeṣa evāsanpāṃsavaḥ sa yo haivametadvedaivam mayyetā devatā vasantīti sarvānhaivaitāṃlokāñjayati sarvālokānanusaṃcarati

Und dieses Feuer, das in der Sabhā (Versammlungshalle) ist – dies eben ist der nicht-essende Sāṃgamana; weil man sich ihm nüchtern nähert, deshalb ist dies „nicht-essend“. Und weil man seine Asche herausnimmt und wegwirft, ist dies eben der vergängliche Aschestaub. Wer nun so weiß: „So wohnen diese Gottheiten in mir“, der gewinnt fürwahr alle diese Welten, er durchwandert alle Welten.

teṣāmupasthānam | yadeva sāyam prātarāhavanīyamupa ca tiṣṭhata upa cāste tadeva tasyopasthānamatha yadeva pratiparetya gārhapatyamāste vā śete vā tadeva tasyopasthānamatha yatraiva saṃvrajannanvāhāryapacanamupasmarettadeva tam manasopatiṣṭheta tadeva tasyopasthānam

Ihre Verehrung besteht darin: dass man sich abends und morgens dem Āhavanīya naht und bei ihm verweilt – das eben ist dessen (Indras) Verehrung. Und dass man, nachdem man zurückgekehrt ist, beim Gārhapatya sitzt oder liegt – das eben ist dessen (Yamas) Verehrung. Und dass man, wo man auch im Weitergehen ist, an den Anvāhāryapacana denkt, ihn eben in Gedanken aufsucht – das eben ist dessen (Naḍa Naiṣidhas) Verehrung.

atha prātaḥ | anaśitvā muhūrtaṃ sabhāyāmāsitvāpi kāmam palyayeta tadeva tasyopasthānamatha yatraiva bhasmoddhṛtamupanigacettadeva tasyopasthānamevamu hāsyaitā devatā upasthitā bhavanti

Und morgens: nachdem man nüchtern einen Augenblick in der Sabhā gesessen hat, mag man sich auch nach Belieben wieder entfernen – das eben ist dessen (Sāṃgamanas) Verehrung. Und dass man dort, wo die Asche herausgenommen wurde, vorbeigeht – das eben ist dessen (des Aschestaubs) Verehrung. So werden diesem all diese Gottheiten durch die Verehrung gegenwärtig.

yajamānadevatyo vai gārhapatyaḥ | athaiṣa bhrātṛvyadevatyo yadanvāhāryapacanastasmādetaṃ nāharaharāhareyurna ha vā asya sapatnā bhavanti yasyaivaṃ viduṣa etaṃ nāharaharāharantyanvāhāryapacano vā eṣaḥ

Der Gārhapatya nämlich gehört der Gottheit des Opferherrn; dieser aber, der Anvāhāryapacana, gehört der Gottheit des Rivalen (Bhrātṛvya). Deshalb sollte man dieses Feuer nicht Tag für Tag neu herbeitragen – dann hat er nämlich keine Rivalen, bei wem, der so weiß, man dieses nicht Tag für Tag herbeiträgt; denn dies ist ja der Anvāhāryapacana.

upavasatha evainamāhareyuḥ | yatraivāsminyakṣyanto bhavanti tatho hāsyaiṣo 'moghāyāhṛto bhavati

Nur am Vorbereitungstag (Upavasatha) sollte man dieses Feuer neu herbeitragen, wenn man im Begriff ist, mit ihm zu opfern; dann wird es für ihn nicht vergeblich hergebracht.

navāvasite vainamāhareyuḥ | tasminpaceyustadbrāhmaṇā aśnīyuryadyu tanna vindedyatpacedapi goreva dugdhamadhiśrayitavai brūyāttasminbrāhmaṇānpāyayitavai brūyātpāpīyāṃso ha vā asya sapatnā bhavanti yasyaivaṃ viduṣa evaṃ kurvanti tasmādevameva cikīrṣet

Oder man sollte es erst am nächsten Vorbereitungstag herbeitragen [Anm.: Bedeutung von „navāvasite“ nicht ganz sicher]; darauf sollte man kochen, das sollten Brahmanen essen. Wenn man aber nichts Geeignetes dazu hätte, um zu kochen, könnte man auch sagen, man solle wenigstens Kuhmilch aufsetzen und Brahmanen davon trinken lassen. Dann werden dessen Rivalen ja schwächer, bei wem, der so weiß, man so verfährt; deshalb sollte man eben so zu handeln beabsichtigen.

tadyatraitatprathamaṃ samiddho bhavati | dhūpyata iva tarhi haiṣa bhavati rudraḥ sa yaḥ kāmayeta yathemā rudraḥ prajā aśraddhayeva tvatsahaseva tvannighātamiva tvatsacata evamannamadyāmiti tarhi ha sa juhuyātprāpnoti haivaitadannādyaṃ ya evaṃ vidvāṃstarhi juhoti

Wenn dieses Feuer zuerst entfacht ist und gleichsam qualmt, dann ist dies eben Rudra. Wer nun wünschte: „So wie diese Geschöpfe dir, Rudra, gleichsam aus Furcht, gleichsam aus Zwang, gleichsam aus Angst vor Vernichtung dienen, so möge ich meine Speise erlangen“ – dann sollte er zu diesem Zeitpunkt opfern; er erlangt fürwahr diese Speise, wer so wissend dann opfert.

atha yatraitatpradīptataro bhavati | tarhi haiṣa bhavati varuṇaḥ sa yaḥ kāmayeta yathemā varuṇaḥ prajā gṛhṇanniva tvatsahaseva tvannighātamiva tvatsacata evamannamadyāmiti tarhi ha sa juhuyātprāpnoti haivaitadannādyaṃ ya evaṃ vidvāṃstarhi juhoti

Und wenn dieses Feuer heller aufflammt, dann ist dies eben Varuṇa. Wer nun wünschte: „So wie diese Geschöpfe dir, Varuṇa, gleichsam ergriffen, gleichsam aus Zwang, gleichsam aus Angst vor Vernichtung dienen, so möge ich meine Speise erlangen“ – dann sollte er zu diesem Zeitpunkt opfern; er erlangt fürwahr diese Speise, wer so wissend dann opfert.

atha yatraitatpradīpto bhavati | uccairdhūmaḥ paramayā jūtyā balbalīti tarhi haiṣa bhavatīndraḥ sa yaḥ kāmayetendraiva śriyā yaśasā syāmiti tarhi ha sa juhuyātprāpnoti haivaitadannādyaṃ ya evaṃ vidvāṃstarhi juhoti

Und wenn dieses Feuer voll entflammt ist, der Rauch hoch aufsteigt und es mit höchster Wucht lodert, dann ist dies eben Indra. Wer nun wünschte: „Möge ich mit Indras Glanz und Ruhm ausgestattet sein“ – dann sollte er zu diesem Zeitpunkt opfern; er erlangt fürwahr diese Speise, wer so wissend dann opfert.

atha yatraitatpratitarāmiva | tiraścīvārciḥ saṃśāmyato bhavati tarhi haiṣa bhavati mitraḥ sa yaḥ kāmayeta maitreṇedamannamadyāmiti yamāhuḥ sarvasya vā ayam brāhmaṇo mitraṃna vā ayaṃ kaṃ cana hinastīti tarhi ha sa juhuyātprāpnoti haivaitadannādyaṃ ya evaṃ vidvāṃstarhi juhoti

Und wenn dieses Feuer gleichsam ruhiger wird, seine Flamme gleichsam quer liegend erlischt, dann ist dies eben Mitra. Wer nun wünschte: „Möge ich diese Speise mit Mitras Gunst essen“ – von diesem Feuer als Brahmanen sagt man ja: „Dieser ist aller Freund, er schadet niemandem“ – dann sollte er zu diesem Zeitpunkt opfern; er erlangt fürwahr diese Speise, wer so wissend dann opfert.

atha yatraitadaṅgārāścākaśyanta iva | tarhi haiṣa bhavati brahma sa yaḥ kāmayeta brahmavarcasī syāmiti tarhi ha sa juhuyātprāpnoti haivaitadannādyaṃ ya evaṃ vidvāṃstarhi juhoti

Und wenn dessen Kohlen gleichsam hell leuchten, dann ist dies eben Brahman. Wer nun wünschte: „Möge ich priesterlichen Glanz besitzen“ – dann sollte er zu diesem Zeitpunkt opfern; er erlangt fürwahr diese Speise, wer so wissend dann opfert.

eteṣāmekaṃ saṃvatsaramupertset | svayaṃ juhvadyadi vāsyānyo juhuyādatha yo 'nyathānyathā juhoti yathāpo vābhikhanannanyadvānnādyaṃ sa sāmi nivartetaivaṃ tadatha yaḥ sārdhaṃ juhoti yathāpo vābhikhanannanyadvānnādyaṃ tatkṣipre 'bhitṛndyādevaṃ tat

Man sollte diese Beachtung der Feuerstadien ein Jahr lang fortsetzen [Anm.: der genaue Sinn des Verbs „upertset“ ist unsicher], sei es dass er selbst opfert, oder dass ein anderer für ihn opfert. Wer aber bald so, bald anders opfert (d.h. unregelmäßig wechselt), der gleicht einem, der, wie beim Graben nach Wasser oder anderer Speise, auf halbem Weg umkehrt – so verhält es sich. Wer aber beständig in derselben Weise opfert, der gleicht einem, der beim Graben nach Wasser oder anderer Speise rasch durchbricht und ans Ziel gelangt – so verhält es sich.

abhrayo ha vā etā annādyasya yadāhutayaḥ | abhi haivaitadannādyaṃ tṛṇatti ya evaṃ vidvānagnihotraṃ juhoti

Diese Opfergaben sind ja gleichsam Bohrer für die Speise [Anm.: das Bild schließt an die vorangehende Grabungs-Metapher an, „abhri“ = Bohrer/Grabwerkzeug]; er erschließt sich fürwahr eben diese Speise, wer so wissend das Agnihotra darbringt.

sā yā pūrvāhutiḥ | te devā atha yottarā te manuṣyā atha yatsruci pariśinaṣṭi te paśavaḥ

Die erste Opfergabe – das sind die Götter. Und die zweite – das sind die Menschen. Und was er im Löffel zurücklässt – das sind die Tiere.

sa vai kanīya iva pūrvāmāhutiṃ juhoti | bhūya ivottarām bhūya iva sruci pariśinaṣṭi

Er opfert die erste Opfergabe gleichsam geringer, die zweite gleichsam größer, und lässt noch mehr im Löffel zurück.

sa yatkanīya iva pūrvāmāhutiṃ juhoti | kanīyāṃso hi devā manuṣyebhyo 'tha yadbhūya ivottarām bhūyāṃso hi manuṣyā devebhyo 'tha yadbhūya iva sruci pariśinaṣṭi bhūyāṃso hi paśavo manuṣyebhyaḥ kanīyāṃso ha vā asya bhāryā bhavanti bhūyāṃsaḥ paśavo ya evaṃ vidvānagnihotraṃ juhoti tadvai samṛddhaṃ yasya kanīyāṃso bhāryā asanbhūyāṃsaḥ paśavaḥ

Dass er die erste Opfergabe gleichsam geringer opfert: denn die Götter sind an Zahl geringer als die Menschen. Und dass er die zweite gleichsam größer opfert: denn die Menschen sind zahlreicher als die Götter. Und dass er noch mehr im Löffel zurücklässt: denn die Tiere sind zahlreicher als die Menschen. Dann werden dessen Ehefrauen fürwahr wenige, die Tiere aber zahlreich, wer so wissend das Agnihotra darbringt. Das ist ja gedeihlich, bei wem die Ehefrauen wenige, die Tiere aber zahlreich sind.

yatra vai prajāpatiḥ prajāḥ sasṛje | sa yatrāgniṃ sasṛje sa idaṃ jātaḥ sarvameva dagdhuṃ dadhra ityevābilameva tā yāstarhi prajā āsustā hainaṃ sampeṣṭuṃ dadhrire so 'titikṣamāṇaḥ puruṣamevābhyeyāya

Als Prajāpati die Geschöpfe erschuf: Als er den Agni erschuf, da fasste dieser, kaum geboren, den Entschluss, dies alles gänzlich zu verbrennen. Da fassten die Geschöpfe, die damals lebten, den Entschluss, ihn zu zermalmen. Da ging er, dies nicht ertragend (atitikṣamāṇaḥ), zu Puruṣa (dem Menschen) allein.

sa hovāca | na vā ahamidaṃ titikṣe hanta tvā praviśāni tam mā janayitvā bibhṛhi sa yathaiva māṃ tvamasmiṃloke janayitvā bhariṣyasyevamevāhaṃ tvāmamuṣmiṃloke janayitvā bhariṣyāmīti tatheti taṃ janayitvābibhaḥ

Da sprach er (Agni): „Dies ertrage ich nicht. Wohlan, lass mich in dich eingehen. Zeuge mich und nähre mich; so wie du mich, in dieser Welt gezeugt, nähren wirst, so werde ich dich, in jener Welt gezeugt, nähren.“ „So sei es“, [sprach jener]. Da zeugte er ihn und nährte ihn.

sa yadagnī ādhatte | tadenaṃ janayati taṃ janayitvā bibharti sa yathā haivaiṣa etamasmiṃloke janayitvā bibhartyevamu haivaiṣa etamamuṣmiṃloke janayitvā bibharti

Wenn er nun die [beiden] Feuer errichtet, so zeugt er ihn (Agni) dabei; nachdem er ihn gezeugt hat, nährt er ihn. Und ebenso wie er ihn hier in dieser Welt zeugt und nährt, so zeugt und nährt er ihn ebenso in jener Welt.

tanna sāmyudvāsayeta | sāmi hāsmai sa glāyati sa yathā haivaiṣa etasmā asmiṃloke sāmi glāyatyevamu haivaiṣa etasmā amuṣmiṃloke sāmi glāyati tasmānna sāmyudvāsayeta

Darum soll man es nicht auf halbem Wege verlöschen lassen: Es ermattet ihm sonst halbwegs. Und so wie es ihm hier in dieser Welt halbwegs ermattet, so ermattet es ihm ebenso in jener Welt halbwegs; darum soll man es nicht auf halbem Wege verlöschen lassen.

sa yatra mriyate | yatrainamagnāvabhyādadhati tadeṣo 'gneradhijāyate sa eṣa putraḥ sanpitā bhavati

Wenn er nun stirbt und man ihn dem Feuer übergibt, so wird er aus dem Feuer wiedergeboren; er, der [zuvor] der Sohn war, wird [nun] zum Vater.

tasmādetadṛṣiṇābhyanūktaṃ | śataminnu śarado anti devā yatrā naścakrā jarasaṃ tanūnām putrāso yatra pitaro bhavanti mā no madhyā rīriṣatāyurgantoriti putro hyeṣa santsa punaḥ pitā bhavatyetannu tadyasmādagnī ādadhīta

Deswegen wurde hierzu vom Ṛṣi gesprochen: „Hundert Herbste fürwahr [liegen] vor uns, ihr Götter, in denen ihr das Altern unserer Leiber bewirkt habt; Söhne mögen dort zu Vätern werden - lasst uns nicht inmitten des Lebensweges Schaden nehmen beim Gehen.“ Denn er, der [zuvor] Sohn war, wird wieder zum Vater - eben deswegen soll man die [beiden] Feuer errichten.

tadvā eṣa eva mṛtyuḥ | sa eṣa tapati tadyadeṣa eva mṛtyustasmādyā etasmādarvācyaḥ prajāstā mriyante 'tha yāḥ parācyaste devāstasmādu te 'mṛtāstasyemāḥ sarvāḥ prajā raśmibhiḥ prāṇeṣvabhihitāstasmādu raśmayaḥ prāṇānabhyavatāyante

Dieser [die Sonne] nun ist eben der Tod. Er glüht dort. Weil eben dieser der Tod ist, deshalb sterben die Geschöpfe, die diesseits von ihm sind; die aber jenseits sind - die Götter -, deshalb sind sie unsterblich. Alle diese seine Geschöpfe sind durch [seine] Strahlen an die Lebensatem-Kräfte (prāṇa) gebunden; deshalb erstrecken sich die Strahlen zu den Lebensatem-Kräften hin.

sa yasya kāmayate | tasya prāṇamādāyodeti sa mriyate sa yo haitam mṛtyumanatimucyāthāmuṃ lokameti yathā haivāsmiṃloke na saṃyatamādriyate yadā yadaiva kāmayate 'tha mārayatyevamu haivāmuṣmiṃloke punaḥpunareva pramārayati

Wessen [Leben] er (die Sonne/der Tod) begehrt, dessen Lebensatem nimmt er und geht auf; da stirbt jener. Wer nun, ohne sich diesem Tod zu entziehen, in jene Welt eingeht - so wie man hier in dieser Welt einen Gefesselten nicht schont, [sondern ihn tötet,] sooft man es nur wünscht, so lässt [der Tod] ihn ebenso in jener Welt immer wieder von neuem sterben.

sa yatsāyamastamite dve āhutī juhoti | tadetābhyām pūrvābhyām padbhyāmetasminmṛtyau pratitiṣṭhatyatha yatprātaranudite dve āhutī juhoti tadetābhyāmaparābhyām padbhyāmetasminmṛtyau pratitiṣṭhita sa enameṣa udyannevādāyodeti tadetam mṛtyumatimucyate saiṣāgnihotre mṛtyoratimuktirati ha vai punarmṛtyum mucyate ya evametāmagnihotre mṛtyoratimuktiṃ veda

Wenn er nun abends, nach Sonnenuntergang, die zwei Opfergüsse darbringt, so steht er damit auf diesen beiden vorderen Füßen fest in diesem Tod; und wenn er morgens, vor Sonnenaufgang, die zwei Opfergüsse darbringt, so steht er damit auf diesen beiden hinteren Füßen fest in diesem Tod. Da nimmt ihn dieser [die Sonne], eben im Aufgehen, mit sich und geht auf - so entgeht er diesem Tod. Dies eben ist die Befreiung vom Tod im Agnihotra. Wahrhaftig, vom wiederholten Tod (punarmṛtyu) wird befreit, wer so diese Befreiung vom Tod im Agnihotra kennt.

yathā vā iṣoranīkam | evaṃ yajñānāmagnihotraṃ yena vā iṣoranīkameti sarvā vai teneṣuretyeteno hāsya sarve yajñakratava etam mṛtyumatimuktāḥ

Wie nun die Spitze eines Pfeils [ist], so ist das Agnihotra unter den Opfern: Denn mit welcher Pfeilspitze [der Pfeil] fliegt, mit eben dieser fliegt der ganze Pfeil. Durch eben dieses [Agnihotra] sind alle seine Opferhandlungen (yajñakratavaḥ) diesem Tod entrückt.

ahorātre ha vā amuṣmiṃloke pariplavamāne | puruṣasya sukṛtaṃ kṣiṇuto 'rvācīnaṃ vā ato 'horātre tatho hāsyāhorātre sukṛtaṃ na kṣiṇutaḥ

Tag und Nacht, die in jener Welt umlaufen, mindern das gute Werk (sukṛta) eines Menschen; das Tag-und-Nacht-Paar aber diesseits davon [hier, im Agnihotra] - dieses mindert sein gutes Werk nicht.

sa yathā rathopasthe tiṣṭhan | upariṣṭādrathacakre palyaṅyamāne upāvekṣetaivam parastādarvācīno 'horātre upāvekṣate naha vā asyāhorātre sukṛtaṃ kṣiṇuto ya evametāmahorātrayoratimuktiṃ veda

So wie einer, der im Wagenkorb steht, sich niedersetzt, während oben das Wagenrad sich dreht, so setzt er sich [hier] diesseits, jenseits des [in jener Welt umlaufenden] Tag-und-Nacht-[Paares] nieder. Wahrhaftig, Tag und Nacht mindern dessen gutes Werk nicht, der so diese Befreiung von Tag und Nacht kennt.

pūrveṇāhavanīyam parītya | antareṇa gārhapatyaṃ caiti na vai devā manuṣyaṃ vidusta enametadantareṇātiyantaṃ vidurayaṃ vai na idaṃ juhotītyagnirvai pāpmano 'pahantā tāvasyāhavanīyaśca gārhapatyaścāntareṇātiyataḥ pāpmānamapahataḥ so 'pahatapāpmā jyotireva śriyā yaśasā bhavati

Wenn er, nachdem er östlich um den Āhavanīya herumgegangen ist, zwischen [ihm] und dem Gārhapatya hindurchgeht - die Götter nehmen sonst einen Menschen nicht wahr, doch ihn, wie er so dazwischen hindurchgeht, nehmen sie wahr: „Dieser opfert hier ja nicht“ [so denken sie, Anm.: die genaue Sinnfügung dieser Stelle ist unsicher]. Denn Agni ist der Vertreiber des Übels; so vertreiben diese beiden, der Āhavanīya und der Gārhapatya, während er zwischen ihnen hindurchgeht, sein Übel. Er, dem so das Übel vertrieben ist, wird lauter Licht durch Glanz und Ruhm.

uttarato vā agnihotrasya dvāram | sa yathā dvārā prapadyetaivaṃ tadatha yo dakṣiṇata etyāste yathā bahirdhā caredevaṃ tat

Auf der Nordseite nun ist die Tür (dvāra) des Agnihotra; wer [von dort] hinzutritt, tut dies gleichsam wie einer, der durch die Tür eintritt. Wer aber von Süden herkommt und sich hinsetzt, [handelt] so, als ginge er außen herum.

naurha vā eṣā svargyā | yadagnihotraṃ tasyā etasyai nāvaḥ svargyāyā āhavanīyaścaiva gārhapatyaśca naumaṇḍe athaiṣa eva nāvājo yatkṣīrahotā

Dieses [Agnihotra] nun ist wahrlich ein himmelwärts fahrendes Schiff. Von diesem himmelwärts fahrenden Schiff sind der Āhavanīya und der Gārhapatya die beiden Bordwände (naumaṇḍe); und der, welcher die Milch darbringt (der Milchopferer, kṣīrahotṛ), ist eben der Schiffslenker.

sa yatprāṅupodaiti | tadenām prācīmabhyajati svargaṃ lokamabhi tayā svargaṃ lokaṃ samaṣnute tasyā uttarata ārohaṇaṃ sainaṃ svargaṃ lokaṃ samāpayatyatha yo dakṣiṇata etyāste yathā pratīrṇāyāmāgacetsa vihīyeta sa tata eva bahirdhā syādevaṃ tat

Wenn er nun, nach Osten gewandt, herantritt, so treibt er es (das Schiff) ostwärts, dem Himmelsraum entgegen; dadurch erlangt er den Himmelsraum. Sein (des Schiffes) Aufstieg [die Einstiegsstelle] ist im Norden; dies führt ihn vollständig zum Himmelsraum. Wer aber von Süden herkommt und sich hinsetzt, [der handelt,] als bestiege er ein bereits übersetzendes [Schiff] und würde zurückgelassen - er bliebe eben dadurch draußen. So ist es.

atha yāmetāṃ samidhamabhyādadhāti seṣṭakā yena mantreṇa juhoti tadyajuryenaitāmiṣṭakāmupadadhāti yadā vā iṣṭakopadhīyate 'thāhutirhūyate tadasyopahitāsveveṣṭakāsvetā āhutayo hūyante yā etā agnihotrāhutayaḥ

Der Anzündeholzscheit (samidh) nun, den er dabei hinzulegt, das ist [gleichsam] ein Ziegel (iṣṭakā); die Opferformel (mantra), mit der er opfert, das ist [gleichsam] der Ziegellege-Spruch (yajus), mit dem man diesen Ziegel niederlegt. Denn wenn ein Ziegel niedergelegt wird, dann wird [zugleich] ein Opferguss dargebracht; so werden diese - die Agnihotra-Opfergüsse - auf bereits gelegten Ziegeln dargebracht.

prajāpatirvā agniḥ | saṃvatsaro vai prajāpatiḥ saṃvatsare-saṃvatsare ha vā asyāgnihotraṃ cityenāgninā saṃtiṣṭhate saṃvatsare-saṃvatsare cityamagnimāpnoti ya evaṃ vidvānagnihotraṃ juhotyetadu hāsyāgnihotraṃ cityenāgninā saṃtiṣṭhate cityamagnimāpnoti

Agni nämlich ist Prajāpati; das Jahr ist Prajāpati. Jahr für Jahr vollendet sich sein Agnihotra zusammen mit dem geschichteten [Altar-]Feuer (cityagni); Jahr für Jahr erlangt er das geschichtete Feuer. Wer so wissend das Agnihotra darbringt, dessen Agnihotra vollendet sich ebenso zusammen mit dem geschichteten Feuer; er erlangt das geschichtete Feuer.

sapta ca vai śatānyaśītīnāmṛcaḥ | viṃśatiśca sa yatsāyam prātaragnihotraṃ juhoti te dve āhutī tā asya saṃvatsara āhutayaḥ sampadyante

Es gibt nämlich siebenhundert[und]achtzig [?] Verse (ṛc), und [dazu noch] zwanzig [Anm.: Zahlenwert und Wortlaut dieser Stelle sind unsicher überliefert - vgl. die parallele, eindeutige Angabe „siebenhundertzwanzig“ in der folgenden Einheit]. Wenn er nun abends und morgens das Agnihotra darbringt, so werden diese beiden Opfergüsse für ihn zu den Opfergüssen des [ganzen] Jahres.

sapta caiva śatāni viṃśatiśca | saṃvatsare saṃvatsare ha vā asyāgnihotram mahatokthena sampadyate saṃvatsare saṃvatsare mahadukthamāpnoti ya evaṃ vidvānagnihotram juhotyetadu hāsyāgnihotram mahatokthena sampadyate mahadukthamāpnoti

Siebenhundertzwanzig [Verse gibt es] fürwahr. Jahr für Jahr vollendet sich sein Agnihotra zusammen mit dem Mahad-Uktha (der „Großen Rezitation“); Jahr für Jahr erlangt er das Mahad-Uktha. Wer so wissend das Agnihotra darbringt, dessen Agnihotra vollendet sich ebenso zusammen mit dem Mahad-Uktha; er erlangt das Mahad-Uktha.

agnau ha vai devāḥ | sarvānpaśūnnidadhire ye ca grāmyā ye cāraṇyā vijayaṃ vopapraiṣyantaḥ kāmacārasya vā kāmāyāyaṃ no gopiṣṭho gopāyaditi vā

Die Götter, nun, hinterlegten alle Tiere bei Agni - sowohl die zahmen als auch die wilden -, sei es weil sie zu einem Feldzug aufbrechen wollten, sei es aus Lust am freien Umherziehen, [denkend]: „Dieser ist unser bester Hirte - er möge sie hüten.“

tānu hāgnirnicakame | taiḥ samgṛhya rātrim praviveśa punarema iti devā edagniṃ tirobhūtaṃ te ha vidāṃ cakruriha vai prāvikṣadrātriṃ vai prāvikṣaditi tametatpratyāyatyāṃ rātrau sāyamupātiṣṭhanta dehi naḥ paśūnpunarnaḥ paśūndehīti tebhyo 'gniḥ paśūnpunaradadāt

Agni nun begehrte sie [die Tiere] für sich; nachdem er sie zusammengerafft hatte, ging er in die Nacht ein. „Lasst uns zurückkehren“, [dachten] die Götter - und fanden Agni verschwunden. Da erkannten sie: „Er ist hierher eingegangen, er ist in die Nacht eingegangen.“ Deshalb traten sie ihm, als die Nacht anbrach, abends nahend gegenüber [und sprachen]: „Gib uns die Tiere, gib uns die Tiere zurück.“ Da gab ihnen Agni die Tiere zurück.

tasmai kamagnī upatiṣṭheta | agnī vai dātārau tāvevaitadyācate sāyamupatiṣṭheta sāyaṃ hi devā upātiṣṭhanta datto haivāsmā etau paṣūnya evaṃ vidvānupatiṣṭhate

Zu welchem [der beiden Feuer] soll er dafür hintreten? Die beiden Feuer sind ja die Geber; eben diese beiden bittet er darum. Er soll abends hintreten, denn abends traten die Götter [zu Agni] hin. Diese beiden haben ihm ja die Tiere gegeben - [dies gilt] für den, der so wissend hintritt.

atha yasmānnopatiṣṭheta | ubhaye ha vā idamagre sahāsurdevāśca manuṣyāśca tadyaddha sma manuṣyāṇāṃ na bhavati taddha sma devānyācanta idaṃ vai no nāstīdaṃ no 'stviti te tasyā eva yāñcyāyai dveṣeṇa devāstirobhūtā neddhinasāni neddveṣyo 'sānīti tasmānnopatiṣṭheta

Warum man nun nicht [in dieser Weise] hintreten sollte: Einst nämlich lebten beide zusammen - Asuras und Götter sowie die Menschen. Was den Menschen nun jeweils fehlte, das erbaten sie von den Göttern: „Dies haben wir nicht, dies möge uns zuteilwerden“, [sprachen sie]. Da entzogen sich die Götter eben diesem Erbitten aus Widerwillen (dveṣa) [und wurden unsichtbar], [denkend]: „Dass ich nicht schade, dass ich nicht verhasst werde.“ Deshalb soll man nicht [in solcher Weise bittend] hintreten.

atha yasmādupaiva tiṣṭheta | yajño vai devānāmāśīryajamānasya tadvā eṣa eva yajño yadāhutirāśīreva yajamānasya tadyadevāsyātra tadevaitadupatiṣṭhamānaḥ kurute tasmādupaiva tiṣṭheta

Warum man nun dennoch hintreten soll: Das Opfer ist ja der Segenswunsch der Götter für den Opferer; eben dieser Opferguss ist ja dieses Opfer, ist der Segenswunsch des Opferers. Was immer also sein [Anliegen] hierbei ist, das eben bewirkt er, indem er hintritt. Deshalb soll man dennoch hintreten.

atha yasmānnopatiṣṭheta | yo vai brāhmaṇaṃ vā śaṃsamāno 'nucarati kṣatriyaṃ vāyam me dāsyatyayam me gṛhān kariṣyatīti yo vai taṃ vādyena vā karmaṇā vābhirirādhayiṣati tasmai vai sa deyam manyate 'tha ya āha kiṃ nu tvam mamāsi yo me na dadāsītīśvara enaṃ dveṣṭorīśvaro nirvedaṃ gantostasmānnopatiṣṭhetaitadittvevaiṣa eta yācate yadinddhe yajjuhoti tasmānnopatiṣṭheta

Warum man nun nicht [so] hintreten soll: Wer einen Brahmanen lobpreisend begleitet, oder einen Kṣatriya, [in der Erwartung]: „Dieser wird mir geben, dieser wird mir ein Haus bauen“ - wer also jenen durch Rede oder durch Tat zu gewinnen sucht -, dem, so meint er, sei [etwas] zu geben schuldig. Wer aber sagt: „Was bist du mir denn, dass du mir nichts gibst?“ - der hat es in der Macht, ihn zu hassen, der hat es in der Macht, in Gleichgültigkeit zu verfallen. Deshalb soll man nicht [so] hintreten - denn genau dies erbittet er, wenn er [das Feuer] entzündet, wenn er opfert. Deshalb soll man nicht [so] hintreten.

atha yasmādupaiva tiṣṭheta | uta vai yācandātāraṃ labhata evoto bhartā bhāryaṃ nānubudhyate sa yadaivāha bhāryo vai te 'smi bibhṛhi metyathainaṃ vedāthainam bhāryam manyate tasmādupaiva tiṣṭhetedamittu samastaṃ yasmādupatiṣṭheta

Warum man nun dennoch hintreten soll: Wer bittet, findet ja auch einen Geber. Und auch ein Ehemann erkennt seine Frau nicht von selbst; erst wenn sie sagt: „Ich bin deine Frau, nähre mich“, dann erkennt er sie, dann betrachtet er sie als Frau. Deshalb soll man dennoch hintreten. Dies also ist insgesamt der Grund, weshalb man hintreten soll.

prajāpatirvā eṣa bhūtvā | yāvata īṣṭe yāvadenamanu tasya retaḥ siñcati yadagnihotraṃ juhotīdamevaitatsarvamupatiṣṭhamāno 'nuvikarotīdaṃ sarvamanuprajanayati

Als Prajāpati geworden, so weit er reicht, so weit ihm [sein Wirkungsbereich] zukommt, vergießt er seinen Samen, wenn er das Agnihotra darbringt; eben dies alles gestaltet er, indem er dabei hintritt, dies alles bringt er hervor.

sa vā upavatyā pratipadyate | iyaṃ vā upa dvayeneyamupa yaddhīdaṃ kiṃ ca jāyate 'syāṃ tadupajāyate 'tha yannyṛcatyasyāmeva tadupopyate tadahnā rātryā bhūyo-bhūya evākṣayyam bhavati tadakṣayyeṇaivaitadbhūmnā pratipadyate

Er gelangt nun [zum Ziel] durch [den Spruch, der mit] „upavatī“ [beginnt]: Diese [Erde] nämlich [heißt] „upa“ in zweifacher Weise - denn was immer hier geboren wird, das wird auf ihr geboren („upa-jāyate“); und was verwelkt/vergeht, das wird ebenso auf ihr wieder ausgesät („upa-upyate“). So wird sie, Tag für Tag und Nacht für Nacht, immer mehr und mehr unerschöpflich; eben durch diese unerschöpfliche Fülle gelangt er [zum Ziel].

sa āha | upaprayanto adhvaramityadhvaro vai yajña upaprayanto yajñamityevaitadāha mantraṃ vocemāgnaya iti mantramu hyasmā etadvakṣyanbhavatyāre asme ca śṛṇvata iti yadyapyasmadārakādasyatha na etacūṇvevaivamevaitanmanyasvetyevaitadāha

Er spricht: „upaprayanto adhvaram“ („Zum Opfer hinschreitend...“) - adhvara nämlich [bedeutet] Opfer; „zum Opfer hinschreitend“, das sagt er damit. „...mantraṃ vocema agnaye“ („...möchten wir eine Opferformel zu Agni sprechen...“) - denn er ist eben im Begriff, ihm diese Formel zu sprechen. „...āre asme ca śṛṇvata“ („...der du, ob fern oder uns nahe, [dies] hörst...“) - [damit sagt er:] auch wenn du weit von uns entfernt bist, höre es doch gleichwohl [Anm.: der genaue Wortlaut des Schlusses ist an dieser Stelle unsicher überliefert] - eben dies meint er damit.

agnirmūrdhā divaḥ | kakutpatiḥ pṛthivyā ayam apāṃ retāṃsi jinvatītyanveva dhāvati tadyathā yācan kalyāṇaṃ vadedāmuṣyāyaṇo vai tvamasyalaṃ vai tvametasmā asītyevameṣā

„agnirmūrdhā divaḥ kakutpatiḥ pṛthivyā ayam apāṃ retāṃsi jinvati“ („Agni ist das Haupt des Himmels, der Firsten-Herr der Erde; er belebt die Samen der Gewässer.“) - damit verfährt er [der Rezitierende] geradeso, wie einer, der bittend schmeichelnde Worte spricht: „Du bist ja der Sohn/Nachkomme des Soundso, du bist ja tüchtig genug hierfür“ - ebenso [verhält es sich] hier.

athaindrāgnī | ubhā vāmindrāgnī āhuvadhyā ubhā rādhasaḥ saha mādayadhyai ubhā dātārāviṣāṃ rayīṇāmubhā vājasya sātaye huve vāmityeṣa vā indro ya eṣa tapati sa yadastameti tadāhavanīyam praviśati tadubhāvevaitatsaha santā upatiṣṭhata ubhau me saha santau dattāmiti tasmādaindrāgnī

Nun die [Strophe] an Indra und Agni [gemeinsam]: „ubhā vāmindrāgnī āhuvadhyā ubhā rādhasaḥ saha mādayadhyai ubhā dātārāviṣāṃ rayīṇāmubhā vājasya sātaye huve vām“ („Euch beide, Indra und Agni, gilt es anzurufen; euch beide gemeinsam, euch an Fülle zu erfreuen; euch beide, die Geber von Labung und Reichtümern; euch beide rufe ich an, um Kraft zu gewinnen.“) Dieser [die Sonne] nämlich ist Indra, der dort glüht; wenn er untergeht, geht er in den Āhavanīya ein. So tritt er zu diesen beiden, die nun vereint sind, hin [und denkt]: „Mögen die beiden, vereint, mir [dies] gewähren.“ Deshalb [heißt diese Strophe] die Indra-Agni-Strophe.

ayaṃ te yonirṛtviyaḥ | yato jāto arocathāḥ taṃ jānannagna ārohāthā no vardhayā rayimiti puṣṭaṃ vai rayirbhūyo bhūya eva na idam puṣṭaṃ kurvityevaitadāha

„ayaṃ te yonirṛtviyaḥ yato jāto arocathāḥ taṃ jānannagna ārohāthā no vardhayā rayim“ („Dies ist dein rechter Mutterschoß, aus dem geboren du erstrahltest; ihn erkennend, o Agni, besteige ihn, und mehre uns dann den Reichtum.“) Reichtum nämlich ist Gedeihen; „mache uns dieses Gedeihen immer mehr und mehr“ - das sagt er damit.

ayamiha prathamaḥ | dhāyi dhātṛbhirhotā yajiṣṭho adhvareṣvīḍyaḥ yamapnavāno bhṛgavo virurucurvaneṣu citraṃ vibhvaṃ viśe viśa ityanveva dhāvati tadyathā yācan kalyāṇaṃ vadedāmuṣyāyaṇo vai tvamasyalaṃ vai tvametasmā asītyevameṣā yatho evaiṣa tatho evainametadāha yadāha vibhvaṃ viśe viśa iti vibhūrhyeṣa viśe viśe

„ayamiha prathamaḥ dhāyi dhātṛbhirhotā yajiṣṭho adhvareṣvīḍyaḥ yamapnavāno bhṛgavo virurucurvaneṣu citraṃ vibhvaṃ viśe viśa“ („Dieser hier wurde zuerst von den Ordnern eingesetzt, der Hotṛ, der opferwürdigste, bei den Opferhandlungen anzurufen, den Apnavāna und die Bhṛgus in den Wäldern erstrahlen ließen, den wunderbaren, alldurchdringenden, für jeden Stamm.“) - er verfährt damit ebenso wie zuvor: wie ein Bittender schmeichelnde Worte spricht: „Du bist ja der Sohn des Soundso, du bist ja tüchtig genug hierfür“ - ebenso [ist es] hier. Wie er zuvor beschrieben wurde, so eben sagt er dies von ihm. Wenn er „vibhvaṃ viśe viśa“ sagt, [so meint er]: Er ist ja alldurchdringend für jeden einzelnen Stamm.

asya pratnām | anu dyutaṃ śukraṃ duduhre ahrayaḥ payaḥ sahasrasāmṛṣimiti paramā vā eṣā sanīnāṃ yatsahasrasanistadetasyaivāvaruddhai tasmādāha payaḥ sahasrasāmṛṣimiti

„asya pratnām anu dyutaṃ śukraṃ duduhre ahrayaḥ payaḥ sahasrasāmṛṣim“ („Seinem uralten Glanz folgend, haben die Unverzagten die helle Milch gemolken - ihn, den tausendfach gewinnenden Seher.“) Dies nämlich ist der höchste der Gewinne: tausendfacher Gewinn zu sein - eben dies wird für ihn dadurch gesichert. Deshalb sagt er „die Milch des tausendfach gewinnenden Sehers“.

tadetatsamāhāryaṃ ṣaḍṛcam | tasyopavatī prathamā pratnavatyuttamāvocāma tadyasmādupavatyathāda eva pratnaṃ yāvanto hyeva sanāgre devāstāvanta eva devāstasmādadaḥ pratnaṃ tadime evāntareṇa sarve kāmāste asmā ime saṃjānāne sarvān kāmāntsaṃnamataḥ

Dies nun ist eine Sechsergruppe zusammengefasster Verse: von ihr ist die [mit] „upavatī“ [beginnende Strophe] die erste, die [mit] „pratnavatī“ [beginnende] die letzte. Warum [sie mit] „upavatī“ [beginnt]: weil eben jenes zugleich das Uralte (pratna) ist - denn so viele Götter es von alters her gab, ebenso viele Götter gibt es [noch jetzt]; deshalb ist jenes uralt. Zwischen diesen beiden [Versen] nun liegen alle Wünsche; diese beiden, miteinander im Einklang stehend, neigen ihm alle Wünsche zu.

sa vai triḥ prathamāṃ japati | triruttamāṃ trivṛtprāyaṇā hi yajñāstrivṛdudayanāstasmāttriḥ prathamāṃ japati triruttamām

Er murmelt nun die erste [Strophe] dreimal, die letzte dreimal: Denn die Opfer haben einen dreifachen Anfang und einen dreifachen Abschluss; deshalb murmelt er die erste dreimal, die letzte dreimal.

yaddha vā atrāgnihotraṃ juhvat | vādyena vā karmaṇā vā mithyā karotyātmanastadavadyatyāyuṣo vā varcaso vā prajāyai vā

Was er nun hierbei beim Agnihotra-Opfern, sei es durch Rede, sei es durch Handlung, fehlerhaft macht, das schneidet er sich damit ab - sei es an Lebenszeit, sei es an Glanz, sei es an Nachkommenschaft.

tadu khalu tanūpā agne 'si | tanvaṃ me pāhyāyurdā agne 'syāyurme dehi varcodā agne 'si varco me dehi agne yanme tanvā ūnaṃ tanma āpraṇeti

Deswegen [spricht er]: „tanūpā agne 'si tanvaṃ me pāhi āyurdā agne 'syāyurme dehi varcodā agne 'si varco me dehi agne yanme tanvā ūnaṃ tanma āpṛṇa“ („Du bist der Hüter des Leibes, o Agni - schütze meinen Leib! Du bist der Geber der Lebenszeit, o Agni - gib mir Lebenszeit! Du bist der Geber des Glanzes, o Agni - gib mir Glanz! O Agni, was mir am Leibe fehlt, das fülle mir auf.“)

yaddha vā atrāgnihotraṃ juhvat | vādyena vā karmaṇā vā mithyā karotyātmanastadavadyatyāyuṣo vā varcaso vā prajāyai vā tanme punarāpyāyayetyevaitadāha tatho hāsyaitatpunarāpyāyate

Was er nun hierbei beim Agnihotra-Opfern, sei es durch Rede, sei es durch Handlung, fehlerhaft macht, das schneidet er sich damit ab - sei es an Lebenszeit, sei es an Glanz, sei es an Nachkommenschaft. „Das fülle mir wieder auf“ - das sagt er damit; und so wird ihm dies [der Mangel] denn auch wieder aufgefüllt.

indhānāstvā | śataṃ himā dyumantaṃ samidhīmahīti śataṃ varṣāṇi jīvyāsmetyevaitadāha tāvattvā mahāntaṃ samidhīmahīti yadāha dyumantaṃ samidhīmahīti vayasvanto vayaskṛtaṃ sahasvantaḥ sahaskṛtamiti vayasvanto vayam bhūyāsma vayaskṛttvam bhūyā ityevaitadāha sahasvanto vayam bhūyāsma sahaskṛttvam būyā ityevaitadāhāgne sapatnadambhanamadabdhāso adābhyamiti tvayā vayaṃ sapatnānpāpīyasaḥ kriyāsmetyevaitadāha

„indhānāstvā śataṃ himā dyumantaṃ samidhīmahi“ („Dich entzündend, den glanzvollen, wollen wir dich für hundert Winter anfachen.“) - „möchten wir hundert Jahre leben“, das sagt er damit; „so lange wollen wir dich, den Großen, anfachen“ [ist gemeint], wenn er „dyumantaṃ samidhīmahi“ sagt. „...vayasvanto vayaskṛtaṃ sahasvantaḥ sahaskṛtam“ („Kraftvolle [rufen wir] den Kraftschaffenden, Starke den Starkmacher.“) - „mögen wir voller Kraft sein, du mögest der Kraftschaffer sein“, das sagt er damit; „mögen wir voller Stärke sein, du mögest der Starkmacher sein“, das sagt er damit. „...agne sapatnadambhanamadabdhāso adābhyam“ („O Agni, du Bezwinger der Nebenbuhler, wir, unangefochten, [rufen] den Unangreifbaren.“) - „durch dich mögen wir die Nebenbuhler zu Unterlegenen machen“, das sagt er damit.

citrāvaso svasti te pāramaśīyeti | triretajjapati rātrirvai citrāvasuḥ sā hīyaṃ saṃgṛhyeva citrāṇi vasati tasmānnārakāccitraṃ dadṛśe

„citrāvaso svasti te pāramaśīya“ („Du Reicher an Wunderbarem, möge ich wohlbehalten dein [jenseitiges] Ufer erreichen.“) - dies murmelt er dreimal. Die Nacht nämlich ist die „Citrāvasu“ (die an Wunderbarem Reiche); denn sie birgt gleichsam, [alles] in sich fassend, wunderbare [Schätze] (vasati, wortspielend mit vasu „Reichtum“). Deshalb wird aus dem Dunkel [Anm.: „nārakāt“, wörtl. etwa „aus der Finsternis/Unterwelt“, Lesung unsicher] nichts Wunderbares/Helles ersichtlich.

etena ha sma vā ṛṣayaḥ | rātreḥ svasti pāraṃ samaśnuvata eteno ha smainānrātrernāṣṭrā rakṣāṃsi na vindantyeteno evaiṣa etadrātreḥ svasti pāraṃ samaśnuta eteno enaṃ rātrernāṣṭrā rakṣāṃsi na vindantyetāvannu tiṣṭhañjapati

Durch eben dieses erlangten die Ṛṣis einst wohlbehalten das jenseitige Ufer der Nacht; durch eben dieses fanden die nächtlich umherstreifenden Unholde sie nicht. Durch eben dieses erlangt auch er [der Opferer] wohlbehalten das jenseitige Ufer der Nacht; durch eben dieses finden ihn die nächtlich umherstreifenden Unholde nicht. So viel murmelt er im Stehen.

athāsīnaḥ | saṃ tvamagne sūryasya varcasā gathā iti tadyadastaṃ yannāditya āhavanīyam praviśati tenaitadāha samṛṣīṇāṃ stuteneti tadyadupatiṣṭhate tenaitadāha sam priyeṇadhāmnetyāhutayo vā asya priyaṃ dhāmāhutibhireva tadāha samahamāyuṣā saṃ varcasā sam prajayā saṃ rāyaspoṣeṇa gmiṣīyeti yathā tvametaiḥ samagathā evamahamāyuṣā varcasā prajayā rāyaspoṣeṇeti yadbhūmneti tadevamahametaiḥ saṃgacā ityevaitadāha

Nun, sitzend [spricht er]: „saṃ tvamagne sūryasya varcasā gathāḥ“ („Du, o Agni, bist mit dem Glanz der Sonne vereint gegangen.“) - weil, wenn die Sonne untergegangen ist, sie in den Āhavanīya eingeht, sagt er damit eben dies. „...sam ṛṣīṇāṃ stutena“ („...vereint mit dem Lobpreis der Seher...“) - weil er dabei hintritt, sagt er damit eben dies. „...sam priyeṇa dhāmnā“ („...vereint mit der lieben Wohnstatt...“) - die Opfergüsse nämlich sind seine liebe Wohnstatt; eben durch die Opfergüsse sagt er dies. „samahamāyuṣā saṃ varcasā sam prajayā saṃ rāyaspoṣeṇa gmiṣīya“ („Möge ich vereint sein mit Lebenszeit, vereint mit Glanz, vereint mit Nachkommenschaft, vereint mit Zunahme des Reichtums.“) - [gemeint ist:] so wie du mit diesen [Dingen] vereint gegangen bist, so möge auch ich mit Lebenszeit, Glanz, Nachkommenschaft und Zunahme des Reichtums [vereint werden]. Was das Wort „bhūmnā“ („in Fülle“) betrifft [Anm.: dieses Wort erscheint im zitierten Versausschnitt nicht ausdrücklich, gehört aber offenbar zu demselben, hier nur teilweise angeführten Spruch] - so [meint er]: „so möge ich mit diesen [Gütern] in Fülle zusammenkommen“ - das sagt er damit.

atha gāmabhyaiti | andha sthāndho vo bhakṣīya maha stha maho vo bhakṣīyeti yāni vo vīryāṇi yāni vo mahāṃsi tāni vo bhakṣīyetyevaitadāhorja sthorja vo bhakṣīyeti rasa stha rasaṃ vo bhakṣīyetyevaitadāha rāyaspoṣa stha rāyaspoṣaṃ vo bhakṣīyeti bhūmā stha bhūmānaṃ vo bhakṣiyetyevaitadāha

Nun tritt er zur Kuh hin: „andhaḥ stha, andho vo bhakṣīya“ („Ihr seid Speise, möge ich an eurer Speise teilhaben.“) „mahaḥ stha, maho vo bhakṣīya“ („Ihr seid Größe, möge ich an eurer Größe teilhaben.“) - „welche Kräfte euer sind, welche Größe euer ist, daran möge ich teilhaben“ - das sagt er damit. „ūrjā stha, ūrjaṃ vo bhakṣīya“ („Ihr seid Kraftsaft, möge ich an eurem Kraftsaft teilhaben.“) „rasaḥ stha, rasaṃ vo bhakṣīya“ („Ihr seid Essenz, möge ich an eurer Essenz teilhaben.“) - das sagt er damit. „rāyaspoṣaḥ stha, rāyaspoṣaṃ vo bhakṣīya“ („Ihr seid Reichtumsmehrung, möge ich an eurer Reichtumsmehrung teilhaben.“) „bhūmā stha, bhūmānaṃ vo bhakṣīya“ („Ihr seid Fülle, möge ich an eurer Fülle teilhaben.“) - das sagt er damit.

revatī ramadhvamiti revanto hi paśavastasmādāha revatī ramadhvamityasminyonāvasmin goṣṭhe 'smiṃloke 'smin kṣaye | ihaiva sta māpagātetyātmana evaitadāha madeva māpagāteti

„revatī ramadhvam“ („Ihr Reichbegabten, verweilt und ergötzt euch.“) - reichbegabt nämlich sind die Rinder; deshalb sagt er „revatī ramadhvam“. „...asmin yonau, asmin goṣṭhe, asmiṃl loke, asmin kṣaye“ („...in dieser Stätte, in diesem Rinderstall, in dieser Welt, in dieser Wohnstatt...“) „...ihaiva sta, mā apagāta“ („...bleibt eben hier, entfernt euch nicht.“) - dies sagt er um seiner selbst willen: „entfernt euch nicht von mir“, so ist es gemeint.

atha gāmabhimṛśati | saṃhitāsi viśvarūpīti viśvarūpā iva hi paśavastasmādāha viśvarūpītyūrjā māviśa gaupatyenetyūrjeti yadāha raseneti tadāha gaupatyeneti yadāha bhūmneti tadāha

Nun berührt er die Kuh: „saṃhitāsi viśvarūpī“ („Du bist die Vereinte, die Allgestaltige.“) - allgestaltig nämlich sind gleichsam die Rinder; deshalb sagt er „viśvarūpī“. „ūrjā māviśa gaupatyena“ („Mit Kraftsaft geh in mich ein, mit Rinderherrschaft.“) - wenn er „ūrjā“ sagt, meint er damit [zugleich] „mit Essenz“; wenn er „gaupatyena“ sagt, meint er damit „mit Fülle“.

atha gārhapatyamabhyaiti | sa gārhapatyamupatiṣṭhata upa tvāgne dive dive doṣāvastardhiyā vayam namo bharanta emasīti nama evāsmā etatkaroti yathainaṃ na hiṃsyāt

Nun tritt er zum Gārhapatya hin und huldigt dort: „upa tvāgne dive dive doṣāvastardhiyā vayam namo bharanta emasi“ („Zu dir, o Agni, Tag für Tag, du Erhellter der Dunkelheit, kommen wir mit andächtigem Sinn, Ehrerbietung darbringend.“) - damit erweist er ihm eben Ehrerbietung, damit dieser ihm nicht schade.

rājantamadhvarāṇām | gopāmṛtasya dīdiviṃ vardhamānaṃ sve dama iti svaṃ vai ta idaṃ yanmama tanno bhūyo bhūya eva kurvityevaitadāha

„rājantamadhvarāṇām gopāmṛtasya dīdivim vardhamānaṃ sve dame“ („Den über die Opferhandlungen Herrschenden, den Hüter der Weltordnung, den Strahlenden, den im eigenen Hause Wachsenden.“) - „was mein ist, das ist ja dein Eigen; mache dieses Unsrige immer mehr und mehr“ - das sagt er damit.

sa naḥ piteva sūnave | agne sūpāyano bhava sacasvā naḥ svastaya iti yathā pitā putrāya sūpacaro naivainaṃ kena cana hinastyevaṃ naḥ sūpacara edhi maiva tvā kena cana hiṃsiṣmetyevaitadāha

„sa naḥ piteva sūnave agne sūpāyano bhava sacasvā naḥ svastaye“ („Sei uns, wie ein Vater dem Sohn, o Agni, leicht zugänglich; steh uns bei zu unserem Heil.“) - so wie ein Vater, dem Sohn leicht zugänglich, diesem in keiner Weise schadet, so sei auch uns leicht zugänglich; „auf dass wir dir in nichts zuwiderhandeln“ [Anm.: wörtl. „dich in nichts verletzen“, Sinn möglicherweise reziprok gemeint] - das sagt er damit.

atha dvipadāḥ | agne tvaṃ no antama uta trātā śivo bhavā varūthyaḥ vasuragnirvasuśravā acā nakṣi dyumattamaṃ rayiṃ dāḥ taṃ tvā śociṣṭha dīdivaḥ sumnāya nūnamīmahe sakhibhyaḥ sa no bodhi śrudhī havamuruṣyā ṇo aghāyataḥ samasmāditi

Nun die zweizeiligen (dvipadā) Sprüche: „agne tvaṃ no antama uta trātā śivo bhavā varūthyaḥ“ („O Agni, sei uns der Nächste und Retter, sei gnädig, ein Beschirmer.“) „vasuragnirvasuśravā acā nakṣi dyumattamaṃ rayiṃ dāḥ“ („Gütig ist Agni, an Reichtum berühmt; tritt heran, gib den glanzvollsten Reichtum.“) „taṃ tvā śociṣṭha dīdivaḥ sumnāya nūnamīmahe sakhibhyaḥ“ („Dich, den Leuchtendsten, Strahlendsten, erflehen wir nun um Gunst für [unsere] Freunde.“) „sa no bodhi śrudhī havamuruṣyā ṇo aghāyataḥ samasmāt“ („Sei uns gewahr, höre den Ruf, bewahre uns vor jedem Übelwollenden.“)

yadvā āhavanīyamupatiṣṭhate | paśūṃstadyācate tasmāttamuccāvacaiścandobhirupatiṣṭhata uccāvacā iva hi paśavo 'tha yadgārhapatyam puruṣāṃstadyācate tadgāyatram prathamaṃ tricaṃ gāyatraṃ vā agneścandaḥ svenaivainametaccandasopaparaiti

Wenn er nun den Āhavanīya verehrend hintritt, so erbittet er sich dabei Vieh; deshalb tritt er zu ihm mit Versmaßen verschiedenster Art hin, denn das Vieh ist ja von verschiedenster Art. Wenn er aber [zum] Gārhapatya [hintritt], erbittet er sich dabei Menschen; dabei [verwendet er] zuerst das Gāyatrī[-Metrum], einen Dreivers; denn Gāyatrī ist ja Agnis eigenes Versmaß - mit seinem eigenen Versmaß eben tritt er so zu ihm hin.

atha dvipadāḥ | puruṣacandasaṃ vai dvipadā dvipādvā ayam puruṣaḥ puruṣānaivaitadyācate puruṣānhi yācate tasmāddvipadāḥ paśumānha vai puruṣavānbhavati ya evaṃ vidvānupatiṣṭhate

Nun die zweizeiligen [Sprüche, wie eben zitiert]: Das Dvipadā-Versmaß nämlich ist das Versmaß des Puruṣa, denn dieser Puruṣa ist ja zweifüßig; damit erbittet er sich eben Menschen, denn er erbittet sich [dabei] Menschen; deshalb [verwendet er] die Dvipadā-Verse. Reich an Vieh und reich an Menschen [Gefolge] wird, wer so wissend hintritt.

atha gāmabhyaiti | iḍa ehyadita ehītīḍā hi gauraditirhi gaustāmabhimṛśati kāmyā eteti manuṣyāṇāṃ hyetāsu kāmāḥ praviṣṭāstasmādāha kāmyā eteti mayi vaḥ kāmadharaṇam bhūyādityahaṃ vaḥ priyo bhūyāsamityevaitadāha

Nun tritt er wieder zur Kuh hin: „iḍa ehi, adita ehi“ („Komm, Iḍā; komm, Aditi.“) - Iḍā nämlich ist die Kuh, Aditi nämlich ist die Kuh; er berührt sie dabei. „kāmyā ete“ („Diese sind begehrenswert.“) - denn in diese sind ja die Wünsche der Menschen eingegangen; deshalb sagt er „kāmyā ete“. „mayi vaḥ kāmadharaṇam bhūyāt“ („Möge in mir die Erfüllung eures Wunsches liegen.“) - „möge ich euch lieb werden“, das sagt er damit.

athāntareṇāhavanīyaṃ ca gārhapatyaṃ ca | prāṅ tiṣṭhannagnimīkṣamāṇo japati somānaṃ svaraṇaṃ kṛṇuhi brahmaṇaspate kakṣīvantaṃ ya auśijaḥ yo revānyo amīvahā vasuvitpuṣṭivardhanaḥ sa naḥ siṣaktu yasturaḥ mā naḥ śaṃso araruṣo dhūrtiḥ praṇaṅmartyasya rakṣā ṇo brahmaṇaspata iti

Nun murmelt er, zwischen dem Āhavanīya und dem Gārhapatya nach Osten gewandt stehend, das Feuer betrachtend: „somānaṃ svaraṇaṃ kṛṇuhi brahmaṇaspate kakṣīvantaṃ ya auśijaḥ yo revānyo amīvahā vasuvitpuṣṭivardhanaḥ sa naḥ siṣaktu yasturaḥ mā naḥ śaṃso araruṣo dhūrtiḥ praṇaṅmartyasya rakṣā ṇo brahmaṇaspata“ („Lass den Soma erklingen, o Brahmaṇaspati, gleich Kakṣīvant, dem Sohn des Uśij; er, der Reiche, der Krankheitsvertreiber, der Güterfinder, der Gedeihmehrer - er, der Mächtige, möge uns beistehen; nicht treffe uns der Schaden des missgünstigen Lästerers; beschütze uns vor dem Sterblichen, o Brahmaṇaspati.“)

yadvā āhavanīyamupatiṣṭhate | divaṃ tadupatiṣṭhate 'tha yadgārhapatyam pṛthivīṃ tadathaitadantarikṣameṣā hi digbṛhaspateretaṃ hyetaddiśamupatiṣṭhate tasmādbārhaspatyaṃ japati

Wenn er nun beim Āhavanīya huldigend hintritt, so huldigt er damit dem Himmel; wenn aber beim Gārhapatya, [so huldigt er] der Erde; und dies [dazwischen, wo er jetzt steht], ist der Luftraum - denn dies ist ja die Richtung des Bṛhaspati; eben dieser Richtung huldigt er hier. Deshalb murmelt er den an Bṛhaspati gerichteten Spruch.

mahi trīṇāmavo 'stu | dyukṣam mitrasyāryamṇaḥ durādharṣaṃ varuṇasya na hi teṣāmamā cana nādhvasu vāraṇeṣu īśe ripuraghaśaṃsaḥ te hi putrāso aditeḥ pra jīvase martyāya jyotiryacantyajasramiti tatrāsti nādhvasu vāraṇeṣvityeti ha vā adhvāno vāraṇā ya ime 'ntareṇa dyāvāpṛthivī etānhyetadupatiṣṭhate tasmādāha nādhvasu vāraṇeṣviti

„mahi trīṇāmavo 'stu dyukṣam mitrasyāryamṇaḥ durādharṣaṃ varuṇasya na hi teṣāmamā cana nādhvasu vāraṇeṣu īśe ripuraghaśaṃsaḥ te hi putrāso aditeḥ pra jīvase martyāya jyotiryacantyajasram“ („Groß sei der himmlische Beistand der drei - des Mitra, des Aryaman -, unangreifbar der des Varuṇa; denn über sie hat weder daheim noch auf den Wegen, unter den Umhegenden, der trügerische Übelredner Macht; denn sie, die Söhne der Aditi, spenden dem Sterblichen unablässig Licht zum Leben.“) Darin steckt die Wendung „nādhvasu vāraṇeṣu“ („nicht auf den Wegen, unter den Umhegenden“): Diese Wege/Umhegenden nämlich sind eben diese [Räume], die zwischen Himmel und Erde liegen; eben diesen tritt er dabei huldigend gegenüber. Deshalb sagt er „nādhvasu vāraṇeṣu“.

athaindrī | indro vai yajñasya devatā sendramevaitadagnyupsthānaṃ kurute kadā cana starīrasi nendra saścasi dāśuṣa iti yajamāno vai dāśvānna yajamānāya druhyasītyevaitadāhopopennu maghavanbhūya innu te dānaṃ devasya pṛcyata iti bhūyo bhūya eva na idam puṣṭaṃ kurvityevaitadāha

Nun der an Indra gerichtete Spruch: Indra nämlich ist die Gottheit des Opfers; so macht er diese Verehrung des Agni zugleich zu einer, die Indra mit einschließt. „...kadā cana starīrasi nendra saścasi dāśuṣaḥ“ („Niemals bist du unfruchtbar/karg; du, o Indra, verlässt den nicht, der geopfert hat.“) - der Opferer ist ja der, der geopfert hat; „du handelst dem Opferer nicht zuwider“, das sagt er damit. „...upopennu maghavanbhūya innu te dānaṃ devasya pṛcyata“ („Immer näher, du Freigebiger; immer mehr vermehrt sich deine göttliche Gabe.“) - „mache dieses unser Gedeihen immer mehr und mehr“, das sagt er damit.

atha sāvitrī | savitā vai devānām prasavitā tatho hāsmā ete savitṛprasūtā eva sarve kāmāḥ samṛdhyante tatsaviturvareṇyam bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāditi

Nun die Sāvitrī: Savitṛ nämlich ist der Antreiber der Götter; so gedeihen ihm alle diese, von Savitṛ angetriebenen Wünsche. „tatsaviturvareṇyam bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt“ („Jenes erwählenswerte Licht des Gottes Savitṛ wollen wir bedenken, der unsere Einsichten antreiben möge.“)

athāgneyī | tadagnaya evaitadātmānamantataḥ paridadāti guptyai pari te dūḍabho ratho 'smān aśnotu viśvataḥ yena rakṣasi dāśuṣa iti yajamānā vai dāśvāṃso yo ha vā asyānādhṛṣyatamo rathastenaiṣa yajamānānabhirakṣati sa yaste 'nādhṛṣyatamo ratho yena yajamānānabhirakṣasi tena naḥ sarvato 'bhigopāyetyevaitadāha triretajjapati

Nun der an Agni gerichtete Spruch: Damit übergibt er sich gänzlich dem Agni zum Schutz. „pari te dūḍabho ratho 'smān aśnotu viśvataḥ yena rakṣasi dāśuṣaḥ“ („Dein unangreifbarer Wagen umgebe uns von allen Seiten, mit dem du den Opfernden beschützt.“) - Opferer nämlich sind die „Opfernden“; mit eben jenem seinem unangreifbarsten Wagen beschützt er die Opferer. [So sagt er:] „jener dein unangreifbarster Wagen, mit dem du die Opferer beschützt - mit diesem behüte uns von allen Seiten“ - das sagt er damit. Dies murmelt er dreimal.

atha putrasya nāma gṛhṇāti | idam me 'yaṃ vīryaṃ putro 'nusaṃtanavaditi yadi putro na syādapyātmana eva nāma gṛhṇīyāt

Nun spricht er den Namen des Sohnes aus, [denkend:] „Diese meine Manneskraft möge der Sohn fortsetzen.“ Gäbe es keinen Sohn, so sollte er sogar seinen eigenen Namen aussprechen.

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