Nachdem er getrunken hat, steht er mit den Worten auf: „Wir sind gemeinsam eingeladen worden.“ Er nimmt einen Reiskuchen-Brocken; wenn nun der Ācāvāka-Priester dort herantritt und seine Formel hersagt, dann legt er ihm diesen Reiskuchen-Brocken in die Hand, mit den Worten: „Sprich, Ācāvāka, was du zu sprechen hast.“ Der Ācāvāka wäre sonst zurückgeblieben [Anm.: Satzbau unsicher].
tamindrāgnī anusamatanutām | prajānām prajātyai tasmādaindrāgno 'cāvākaḥ sa etena ca haviṣā yadasmā etatpuroḍāśabṛgalam pāṇāvādadhātyetena cārṣeyeṇa yadetadanvāha tenānusamaśnute
Diesen verbanden Indra und Agni einst mit sich, zur Fortpflanzung der Geschöpfe; deshalb gehört der Ācāvāka Indra und Agni. Er erlangt den Anschluss sowohl mit dieser Opfergabe, die man ihm als Reiskuchen-Brocken in die Hand legt, als auch mit dieser Ārṣeya-Familienformel, die er hersagt.
sa vai sanne 'cāvāke | ṛtugrahaiścarati tadyatsanne 'cāvāka ṛtugrahaiścarati mithunaṃ vā acāvāka aindrāgno hyacāvāko dvau hīndrāgnī dvandvaṃ hi mithunam prajananaṃ sa etasmānmithunātprajananādṛtūntsaṃvatsaraṃ prajanayati
Wenn nun der Ācāvāka abgesetzt ist, vollzieht man den Ritus mit den Jahreszeiten-Preßtrünken. Dass man, wenn der Ācāvāka abgesetzt ist, den Ritus mit den Ṛtugrahas vollzieht: Ein Paar ist ja der Ācāvāka, denn der Ācāvāka gehört Indra und Agni; zwei sind ja Indra und Agni, ein Paar ist eine Zweiheit, eine Zweiheit ist Fortpflanzung; aus diesem paarigen Fortpflanzungsakt erzeugt er die Jahreszeiten, das Jahr.
Und dass man, wenn der Ācāvāka abgesetzt ist, den Ritus mit den Ṛtugrahas vollzieht: Das Ganze sind ja die Jahreszeiten, das Jahr ist das Ganze; eben dieses Ganze erzeugt er damit; deshalb vollzieht man, wenn der Ācāvāka abgesetzt ist, den Ritus mit den Ṛtugrahas.
tānvai dvādaśa gṛhṇīyāt | dvādaśa vai māsāḥ saṃvatsarasya tasmāddvādaśa gṛhṇīyādatho api trayodaśa gṛhṇīyādasti trayodaśo māsa iti dvādaśa tveva gṛhṇīyādeṣaiva sampat
Diese sollte man zwölf nehmen; zwölf sind ja die Monate des Jahres; deshalb sollte man zwölf nehmen. Man könnte auch dreizehn nehmen, mit dem Gedanken „es gibt ja auch einen dreizehnten Monat“; man sollte jedoch nur zwölf nehmen; das eben ist die richtige Entsprechung.
ubhayatomukhābhyām pātrābhyāṃ gṛhṇāti | kutastayorantā ye ubhayatomukhe tasmādayamantaḥ saṃvatsaraḥ pariplavate taṃ gṛhītvā na sādayati tasmādayamasannaḥ saṃvatsaraḥ
Er nimmt sie mit den beiden nach beiden Seiten geöffneten Gefäßen; wo ist deren Ende, wenn sie nach beiden Seiten geöffnet sind? Deshalb kreist dieses endlose Jahr immerfort. Nachdem er ihn genommen hat, setzt er ihn nicht ab; deshalb ist dieses Jahr gleichsam nicht abgeschlossen.
Er spricht keine Anuvākyā-Einladungsformel; er ruft vielmehr mit der Anuvākyā, denn diese Jahreszeit ist ja bereits gekommen, sei es bei Tag oder bei Nacht; er spricht keinen eigenen Vaṣaṭ-Nachruf, mit dem Gedanken: „Auf dass ich nicht die Jahreszeiten durcheinanderbringe“; die beiden ersten Preßtrünke nimmt man zusammen, die beiden letzten zusammen; damit umfasst er eben dieses Ganze mit dem Jahr [Anm.: Satzkonstruktion unsicher].
Nur einer von beiden geht hinaus, der andere schreitet vorwärts; deshalb folgen diese Monate der Reihe nach. Würden aber beide zusammen hinausgehen oder beide zusammen vorwärtsschreiten, so würden diese Monate getrennt verlaufen; deshalb geht nur einer hinaus, der andere schreitet vorwärts.
tau vā ṛtuneti ṣaṭ pracarataḥ | taddevā aharasṛjantartubhiriti catustadrātrimasṛjanta sa yaddhaitāvadevābhaviṣyadrātrirhaivābhaviṣyanna vyayavatsyat
Diese beiden vollziehen sechs Opferhandlungen mit den Worten „mit der Jahreszeit“; damit schufen die Götter den Tag; mit vier weiteren, mit den Worten „mit den Jahreszeiten“, schufen sie die Nacht. Wäre es nur bei diesen geblieben, so wäre es nur Nacht geworden, ohne Wechsel [Anm.: Zahlenbezug 6/4 unsicher].
tau vā ṛtunetyupariṣṭāddviścarataḥ | taddevāḥ purastādaharadadustasmādidamadyāharatha rātriratha śvo 'harbhavitā
Diese beiden vollziehen darüber hinaus zweimal weitere Opferhandlungen mit den Worten „mit der Jahreszeit“; damit gaben die Götter zuvor den Tag; deshalb ist heute dieser Tag, dann die Nacht, und dann wird morgen wieder Tag sein.
Mit den Worten „mit der Jahreszeit“ schufen die Götter die Menschen, mit den Worten „mit den Jahreszeiten“ die Tiere; was nun dazwischen liegt, womit sie die Tiere schufen – deshalb sind diese Tiere von beiden Seiten umfasst und in die Gewalt der Menschen gekommen.
tau vā ṛtuneti ṣaṭ pracarya | itarathā pātre viparyasyete ṛtubhiriti catuścaritvetarathā pātre viparyasyete anyatarata eva taddevā aharasṛjantānyatarato rātrimanyatarata eva taddevā manuṣyānasṛjantānyatarataḥ paśūn
Nachdem diese beiden sechs Opferhandlungen mit „mit der Jahreszeit“ vollzogen haben, vertauschen sie danach die Gefäße untereinander; nachdem sie vier mit „mit den Jahreszeiten“ vollzogen haben, vertauschen sie die Gefäße wieder; nur mit dem einen Gefäß eben schufen die Götter den Tag, mit dem anderen die Nacht; nur mit dem einen eben schufen die Götter die Menschen, mit dem anderen die Tiere.
Nun also nimmt er sie mit den Worten: „Du bist mit dem Upayāma genommen, für Madhu dich“ – so nimmt der Adhvaryu; „Du bist mit dem Upayāma genommen, für Mādhava dich“ – so der Pratiprasthātā; diese beiden entsprechen dem Frühling; dass im Frühling die Pflanzen geboren werden und die Bäume reifen, dadurch tragen diese beiden die Namen Madhu und Mādhava.
„Du bist mit dem Upayāma genommen, für Śukra dich“ – so nimmt der Adhvaryu; „Du bist mit dem Upayāma genommen, für Śuci dich“ – so der Pratiprasthātā; diese beiden entsprechen dem Sommer; dass die Sonne in diesen beiden Monaten am stärksten brennt, dadurch tragen diese beiden die Namen Śukra und Śuci.
„Du bist mit dem Upayāma genommen, für Nabhas dich“ – so nimmt der Adhvaryu; „Du bist mit dem Upayāma genommen, für Nabhasya dich“ – so der Pratiprasthātā; diese beiden entsprechen der Regenzeit; denn es regnet ja von jenem Himmel; dadurch tragen diese beiden die Namen Nabhas und Nabhasya.
„Du bist mit dem Upayāma genommen, für Iṣa dich“ – so nimmt der Adhvaryu; „Du bist mit dem Upayāma genommen, für Ūrja dich“ – so der Pratiprasthātā; diese beiden entsprechen dem Herbst; dass im Herbst die speisekrafthaltigen Pflanzen reifen, dadurch tragen diese beiden die Namen Iṣa und Ūrja.
„Du bist mit dem Upayāma genommen, für Sahas dich“ – so nimmt der Adhvaryu; „Du bist mit dem Upayāma genommen, für Sahasya dich“ – so der Pratiprasthātā; diese beiden entsprechen dem Winter; dass der Winter diese Geschöpfe gleichsam mit Gewalt in seine Macht bringt, dadurch tragen diese beiden die Namen Sahas und Sahasya.
„Du bist mit dem Upayāma genommen, für Tapas dich“ – so nimmt der Adhvaryu; „Du bist mit dem Upayāma genommen, für Tapasya dich“ – so der Pratiprasthātā; diese beiden entsprechen dem Spätwinter; dass es in diesen beiden Monaten am stärksten friert, dadurch tragen diese beiden die Namen Tapas und Tapasya.
„Du bist mit dem Upayāma genommen, für den Herrn der Bedrängnis dich“ – so nimmt er, falls man einen dreizehnten Preßtrunk nimmt. Dann gießt der Pratiprasthātā den Saṃsrava in das Gefäß des Adhvaryu, oder der Adhvaryu in das Gefäß des Pratiprasthātā; er bringt ihn dann als Bhakṣa-Trunk herbei.
Dann nimmt der Pratiprasthātā mit dem noch nicht getrunkenen Gefäß den Indra-Agni-Preßtrunk. Dass er mit dem noch nicht getrunkenen Gefäß den Indra-Agni-Preßtrunk nimmt: Man spricht ja bei den Ṛtugrahas keinen Vaṣaṭ-Nachruf; er wird für sie ja den Indra-Agni-Preßtrunk nehmen; damit erhalten sie eben durch den Indra-Agni-Preßtrunk ihren Vaṣaṭ-Nachruf.
yadvevaindrāgnaṃ grahaṃ gṛhṇāti | sarvaṃ vā idam prājījanadya ṛtugrahānagrahītsa idaṃ sarvam prajanayyedamevaitatsarvam prāṇodānayoḥ pratiṣṭhāpayati tadidaṃ sarvam prāṇodānayoḥ pratiṣṭhitamindrāgnī hi prāṇodānāvime hi dyāvāpṛthivī prāṇodānāvanayorhīdaṃ sarvam pratiṣṭhitam
Und dass er den Indra-Agni-Preßtrunk nimmt: Dieses Ganze hat ja erzeugt, wer die Ṛtugrahas genommen hat; nachdem er dieses Ganze erzeugt hat, gründet er es eben im Ein- und Ausatem; so ist dieses Ganze im Ein- und Ausatem gegründet, denn Indra und Agni sind ja Ein- und Ausatem, und Himmel und Erde sind Ein- und Ausatem; in diesen beiden nämlich ist dieses Ganze gegründet.
Und dass er den Indra-Agni-Preßtrunk nimmt: Dieses Ganze hat ja erzeugt, wer die Ṛtugrahas genommen hat; nachdem er dieses Ganze erzeugt hat, legt er in dieses Ganze Ein- und Ausatem; diese beiden, Ein- und Ausatem, sind in diesem Ganzen niedergelegt.
Nun also nimmt er ihn mit den Worten: „Indra und Agni, kommt zum ausgepressten Soma, zur begehrenswerten Wolke, mit Lobliedern; trinkt davon, von der Einsicht angetrieben.“ „Du bist mit dem Upayāma genommen, Indra-Agni [Anm.: „yāṃ tvā“ unklar]; dies ist dein Mutterschoß, für Indra und Agni dich“ – so setzt er ab, denn er nimmt ihn ja für Indra und Agni.
Dann nimmt er den Vaiśvadeva-Preßtrunk. Dieses Ganze hat ja erzeugt, wer die Ṛtugrahas genommen hat; wäre es nur bei diesem geblieben, so wären es nur so viele Geschöpfe geblieben, wie am Anfang geschaffen wurden; sie hätten sich nicht weiter fortgepflanzt.
atha yadvaiśvadevaṃ grahaṃ gṛhṇāti | idamevaitatsarvamimāḥ prajā yathāyathaṃ vyavasṛjati tasmādimāḥ prajāḥ punarabhyāvartam prajāyante śukrapātreṇa gṛhṇātyeṣa vai śukro ya eṣa tapati tasya ye raśmayaste viśve devāstasmācukrapātreṇa gṛhṇāti
Dass er den Vaiśvadeva-Preßtrunk nimmt: Damit entlässt er dieses ganze Ganze, diese Geschöpfe, je nachdem; deshalb werden diese Geschöpfe immer wieder neu geboren. Er nimmt ihn mit dem Śukra-Gefäß; die Sonne, die dort brennt, ist ja der Śukra; deren Strahlen sind die Viśvedevas; deshalb nimmt er ihn mit dem Śukra-Gefäß.
Nun also nimmt er ihn mit den Worten: „Ihr Hilfreichen, die Völker Stützenden, ihr Viśvedevas, kommt, ihr Gebenden, zum ausgepressten Trank des Gebenden.“ „Du bist mit dem Upayāma genommen, für die Viśvedevas dich; dies ist dein Mutterschoß, für die Viśvedevas dich“ – so setzt er ab, denn er nimmt ihn ja für die Viśvedevas.
Der Hotṛ verkündet (gṛṇāti), wenn er das Śastra rezitiert (śaṃsati); darum ruft ihm, der so ruft, der Adhvaryu entgegen (pratyāgṛṇāti) – daher [heißt es] „Pratigara“ (Gegenruf).
Ihn, der nach Osten gewandt sitzt, ruft er [der Adhvaryu] an; denn alle anderen [Priester] verrichten ihren Priesterdienst nach Osten gewandt, zum Udgātṛ hin [Anm.: Konstruktion unsicher]; so ist dessen [des Hotṛ] Priesterdienst gleichsam schon vorab (prāk) verrichtet.
Prajāpati ist ja der Udgātṛ, die Ṛc [Strophe] ist die Frau (yoṣā), der Hotṛ [ist er, Prajāpati selbst] – in die Ṛc als Frau ergießt der als Hotṛ [fungierende Prajāpati] beim Rezitieren den Samen; das erzeugt der Hotṛ mit dem Śastra. Das gerät in Erregung (cyati), wie ein erregter (śita) Mann; und weil es dies in Erregung versetzt, heißt es „Śastra“ [Anm.: volksetymologische Anspielung śita/cyati, Sinn unsicher].
Nachdem er sich [dem Hotṛ] zugewandt hat, gibt er den Gegenruf; damit berührt er gleichsam diesen ausgegossenen Samen. Würde er aber abgewandt stehend den Gegenruf geben, so würde dieser ausgegossene Same verlorengehen, und es entstünde keine Nachkommenschaft; nur indem beide einander zugewandt sind, erzeugen sie [gemeinsam] diesen ausgegossenen Samen.
yātayāmāni vai devaiścandāṃsi | candobhirhi devāḥ svargaṃ lokaṃ samāśnuvata mado vai pratigaro yo vā ṛci mado yaḥ sāmanraso vai sa taccandaḥsvevaitadrasaṃ dadhātyayātayāmāni karoti tairayātayāmairyajñaṃ tanvate
Durch die Götter sind die Versmaße (chandas) „abgenutzt“ (yātayāma) geworden, denn mit den Versmaßen erlangten die Götter die Himmelswelt. Der Gegenruf ist ja die Berauschung (mada) – sei es die Berauschung, die in der Ṛc ist, sei es der Saft (rasa), der im Sāman ist; eben diesen Saft legt er in die Versmaße hinein und macht sie [dadurch wieder] „unabgenutzt“ (ayātayāma); mit diesen unabgenutzten [Versmaßen] setzen sie das Opfer fort.
Darum soll er, wenn er halbversweise rezitiert, bei jedem Halbvers den Gegenruf geben; wenn er [Anm.: pacaḥ – unsicher, evtl. wortweise] rezitiert, soll er bei jedem Wort den Gegenruf geben. Denn wo immer beim Rezitieren eine Pause entsteht [Anm.: Konstruktion unsicher], dort verfolgen die Asura-Rakṣas das Opfer; das verschließt er mit dem Gegenruf, damit die [Anm.: āṣṭra-, unsicher] Rakṣas [dem Opfer] nicht folgen können; und so schneidet er zugleich dem Opferherrn den Platz des Rivalen (bhrātṛvya) ab.
caturakṣarāṇi ha vā agre candāṃsyāsuḥ | tato jagatī somamacāpatatsā trīṇykṣarāṇi hitvājagāma tatastriṣṭupsomamacāpatatsaikamakṣaraṃ hitvājagāma tato gāyatrī somamacāpatatsaitāni cākṣarāṇi harantyāgacatsomaṃ ca tato 'ṣṭākṣarā gāyatryabhavattasmādāhuraṣṭākṣarā gāyatrīti
In der Urzeit hatten die Versmaße [je Versfuß] vier Silben. Da flog die Jagatī auf den Soma zu; sie kam zurück, nachdem sie drei Silben abgegeben hatte. Dann flog die Triṣṭubh auf den Soma zu; sie kam zurück, nachdem sie eine Silbe abgegeben hatte. Dann flog die Gāyatrī auf den Soma zu; sie sammelte diese [abgegebenen] Silben auf und erlangte damit auch den Soma. So wurde die Gāyatrī achtsilbig; darum sagt man: „Die Gāyatrī ist achtsilbig.“
Mit ihr [der Gāyatrī] vollzogen sie die Morgenpressung; daher ist die Morgenpressung gāyatrisch. Mit ihr allein wollten sie auch die Mittagspressung vollziehen. Da sprach die Triṣṭubh zu ihr: „Ich komme mit drei Silben zu dir heran; rufe mich zu dir, lass mich nicht vom Opfer ausgeschlossen bleiben!“ – „So sei es“, [sprach die Gāyatrī] und rief sie herbei. Da wurde die Triṣṭubh elfsilbig; darum sagt man: „Die Mittagspressung ist triṣṭubhisch.“
tayaiva tṛtīyasavanamatanvata | tāṃ ha jagatyuvācopa tvāhamāyānyekenākṣareṇopa sā hvayasva mā mā yajñādantargā iti tatheti tāmupāhvayata tato dvādaśākṣarā jagatyabhavattasmādāhurjāgataṃ tṛtīyasavanamiti
Mit ihr [der Triṣṭubh] allein wollten sie die dritte Pressung vollziehen. Da sprach die Jagatī zu ihr: „Ich komme mit einer Silbe zu dir heran; rufe auch mich herbei, lass mich nicht vom Opfer ausgeschlossen bleiben!“ – „So sei es“, und sie rief sie herbei. Da wurde die Jagatī zwölfsilbig; darum sagt man: „Die dritte Pressung ist jagatisch.“
tadāhuḥ | gāyatrāṇi vai sarvāṇi savanāni gāyatrī hyevaitadupasṛjamānaiditi tasmātsaṃsiddham prātaḥsavane pratigṛṇīyātsaṃsiddhā hi gāyatryāgacatsakṛnmadvanmādhyandine savana ekaṃ hi sākṣaraṃ hitvāgacattenaivaināmetatsamardhayati kṛtsnāṃ karoti
Dazu sagt man: „Alle Pressungen sind gāyatrisch, denn die Gāyatrī durchdringt sie alle, indem sie sich [ihnen] beimischt.“ Darum soll er bei der Morgenpressung [den Gegenruf] „saṃsiddham“ (vollendet) sprechen, denn die Gāyatrī kam vollendet [ohne Verlust] an; [er soll] „sakṛn madvat“ (einmal mit Labsal) bei der Mittagspressung [sprechen], denn sie [die Triṣṭubh] kam an, nachdem sie eine Silbe abgegeben hatte; eben damit macht er sie vollständig, macht sie ganz.
Wo Triṣṭubh-Verse rezitiert werden, [soll er] „trimadvat“ (dreifach mit Labsal) bei der dritten Pressung [sprechen], denn sie [die Jagatī] kam an, nachdem sie drei Silben abgegeben hatte; eben damit macht er sie vollständig, macht sie ganz.
yatra dyāvāpṛthivyaṃ śasyate | ime ha vai dyāvāpṛthivī imāḥ prajā upajīvanti tadanayorevaitaddyāvāpṛthivyo rasaṃ dadhāti te rasavatyā upajīvanīye imāḥ prajā upajīvanti sa vā omityeva pratigṛṇīyāttaddhi satyaṃ taddevā viduḥ
Wo [ein Vers] auf Himmel und Erde rezitiert wird – von diesen beiden, Himmel und Erde, leben ja diese Geschöpfe –, da legt er eben in diese beiden, Himmel und Erde, den Saft (rasa) hinein; von diesen beiden, [nun] saftreich und lebenspendend, leben diese Geschöpfe. Da soll er nur mit „om“ antworten; denn das ist die Wahrheit, das wissen die Götter.
taddhaike | othāmodaiva vāgiti pratigṛṇanti vākpratigara etadvācamupāpnuma iti vadantastadu tathā na kuryādyathā vai kathā ca pratigṛṇātyupāptaivāsya vāgbhavati vācā hi pratigṛṇāti tasmādomityeva pratigṛṇīyāttaddhi satyaṃ taddevā viduḥ
Manche [Lehrer] geben dazu den Gegenruf: „Die Rede selbst frohlockt“ (amodate vāk) – das sei ein Rede-Gegenruf, und sie sagen: „Damit erlangen wir die Rede.“ Das aber soll man nicht so tun; denn wie auch immer man den Gegenruf gibt, seine Rede ist ohnehin schon erlangt, denn er antwortet ja [in jedem Fall] mit Rede. Darum soll er nur mit „om“ antworten; denn das ist die Wahrheit, das wissen die Götter.
Mit den Worten „Hierher! Hierher!“ presst er [den Soma]; damit bewegt er eben Indra herbei. Mit den Worten „Groß! Groß!“ bewegt er ebenso Indra herbei.
Er nimmt zuerst die Śukra- und Manthin-[Gefäße]; denn diese Pressung ist ja śukra-artig. Dann [nimmt er] das Āgrayaṇa, denn dieses wird bei allen Pressungen genommen. Dann das Marutvatīya, dann das Ukthya, denn auch hier [bei der Mittagspressung] gibt es Uktha-Rezitationen.
tānvā etān | pañca grahāngṛhṇātyeṣa vai vajro yanmādhyandinaḥ pavamānastasmātpañcadaśaḥ pañcasāmā bhavati pañcadaśo hi vajraḥ sa etaiḥ pañcabhirgrahaiḥ pañca vā imā aṅgulayo 'ṅgulibhirvai praharati
Diese fünf Gefäße also nimmt er; denn dieser Mittags-Pavamāna ist der Vajra (die Keule); darum ist er fünfzehnfach, aus fünf Sāmans bestehend, denn der Vajra ist fünfzehnfach. Mit diesen fünf Gefäßen [schlägt er zu] – diese sind ja die fünf Finger, denn mit den Fingern schlägt man zu.
Indra schleuderte die Keule gegen Vṛtra; er, nachdem er Vṛtra, das Böse, erschlagen hatte, führte die Dakṣiṇā [Opfergabe] in ein erobertes, gefahrloses, unversehrtes [Gebiet]. Darum werden auch jetzt noch, wenn man mit diesem Mittags-Pavamāna preist, die Dakṣiṇās in ein erobertes, gefahrloses, unversehrtes [Gebiet] geführt. Ebenso schlägt er mit diesen fünf Gefäßen gegen das Böse, den hassenden Rivalen (bhrātṛvya); er, nachdem er Vṛtra, das Böse, erschlagen hat, führt die Dakṣiṇā in ein erobertes, gefahrloses, unversehrtes [Gebiet]. Darum nimmt er diese fünf Gefäße.
Was nun die Marutvatīya-[Gefäße] betrifft, die er nimmt: Dies ist ja Indras eigene, ausschließliche Pressung (niṣkevalya), nämlich die Mittagspressung; mit ihr wollte er Vṛtra erschlagen, mit ihr wollte er siegen. Die Maruts aber sprachen: „[Lass uns] fort!“ und traten beiseite, [indem sie sich] auf einen Feigenbaum (aśvattha) [stellten] [Anm.: Konstruktion unsicher]. Indra ist ja das Kṣatra (die Kriegerschaft), die Maruts sind die Viś (das Volk); durch das Volk wird ja der Kṣatriya stark. Darum sollten die beiden Jahreszeiten-Gefäße aus Feigenholz (āśvattha) sein – tatsächlich aber sind sie aus Kārṣmarya-Holz.
Indra wandte sich an sie: „Wendet euch mir zu, mit eurer Kraft will ich Vṛtra erschlagen!“ Sie aber sprachen: „Was hätten wir davon?“ Da nahm er für sie diese beiden Marutvatīya-Gefäße [als ihren Anteil].
te hocuḥ | apanidhāyainamoja upāvartāmahā iti ta enamapanidhāyaivauja upāvavṛtustadvā indro 'spuṇutāpanidhāya vai mauja upāvṛtanniti
Sie aber sprachen: „Lasst uns, nachdem wir [einen Teil unserer] Kraft (ojas) zurückgehalten haben, uns ihm zuwenden!“ Sie wandten sich ihm also zu, nachdem sie [einen Teil ihrer] Kraft zurückgehalten hatten. Da war Indra unwillig [Anm.: aspṛṇuta – Bedeutung unsicher] [und sprach]: „Sie haben sich mir zugewandt, nachdem sie [einen Teil] meiner Kraft zurückgehalten hatten!“
sa hovāca | sahaiva maujasopāvartadhvamiti tebhyo vai nastṛtīyaṃ grahaṃ gṛhāṇeti tebhya etaṃ tṛtīyaṃ grahamagṛhṇādupayāmagṛhīto 'si marutāṃ tvaujasa iti ta enaṃ sahaivaujasopāvartanta tairvyajayata tairvṛtramahankṣatraṃ vā indro viśo maruto viśā vai kṣatriyo balavānbhavati tatkṣatra evaitadbalaṃ dadhāti tasmānmarutvatīyāngṛhṇāti
Da sprach er: „So wendet euch mir zu, ganz mit [meiner] Kraft!“ [Sie erwiderten:] „So nimm für uns ein drittes Gefäß!“ Da nahm er für sie dieses dritte Gefäß mit der Formel: „Du bist mit dem Upayāma ergriffen, [gehörig] zur Kraft der Maruts.“ Da wandten sie sich ihm ganz mit [seiner] Kraft zu; mit ihnen siegte er, mit ihnen erschlug er Vṛtra. Indra ist ja das Kṣatra, die Maruts sind die Viś; durch das Volk wird ja der Kṣatriya stark. So legt er eben diese Kraft in das Kṣatra hinein; darum nimmt er die Marutvatīya-[Gefäße].
sa vā idrāyaiva marutvate gṛhṇīyāt | nāpi marudbhyaḥ sa yaddhāpi marudbhyo gṛhṇīyātpratyudyāminīṃ ha kṣatrāya viśaṃ kuryādathaitadindramevānu maruta ābhajati tatkṣatrāyaivaitadviśaṃ kṛtānukarāmanuvartmānaṃ karoti tasmādindrāyaiva marutvate gṛhṇīyānnāpi marudbhyaḥ
Er soll das [Gefäß] nur für Indra-mit-den-Maruts (marutvant) nehmen, nicht auch für die Maruts [gesondert]; denn würde er es auch für die Maruts nehmen, so würde er das Volk zum Kṣatra in Auflehnung bringen. So aber teilt er die Maruts Indra nachgeordnet zu; damit macht er das Volk dem Kṣatra gehorsam und nachfolgend. Darum soll er nur für Indra-mit-den-Maruts nehmen, nicht auch für die Maruts.
Wegen ihres [früheren] Abrückens fürchtete er sich davor, dass sie sich [wieder] von ihm entfernen, dass sie nicht zu einem anderen hingezogen würden; eben deshalb machte er sie unabtrünnig [an sich gebunden]. Darum soll man nur für Indra-mit-den-Maruts nehmen, nicht auch für die Maruts.
ṛtupātrābhyāṃ gṛhṇāti | ṛtavo vai saṃvatsaro yajñaste 'daḥ prātaḥsavane pratyakṣamavakalpyante yadṛtugrahāngṛhṇātyathaitatparo 'kṣam mādhyandine savane 'vakalpayante yadṛtupātrābhyām marutvatīyāngṛhṇāti viśo vai maruto 'nnaṃ vai viśa ṛtavo vā idaṃ sarvamannādyam pacanti tasmādṛtupātrābhyām marutvatīyāngṛhṇāti
Er nimmt [die Marutvatīya-Gefäße] mit den beiden Jahreszeiten-Gefäßen. Die Jahreszeiten sind ja das Jahr, [welches] das Opfer [ist]; diese werden dort bei der Morgenpressung sichtbar (pratyakṣam) angeordnet, wenn er die Ṛtu-Gefäße nimmt; hier aber, bei der Mittagspressung, werden sie unsichtbar (parokṣam) angeordnet, indem er die Marutvatīya-[Gefäße] mit den Jahreszeiten-Gefäßen nimmt. Die Maruts sind ja das Volk (viś), das Volk ist die Nahrung, und die Jahreszeiten kochen/reifen all diese Nahrung. Darum nimmt er die Marutvatīya-[Gefäße] mit den beiden Jahreszeiten-Gefäßen.
Nun nimmt er [das Gefäß] mit den Worten: „O Indra, Marutvant, trinke hier den Soma, wie du für Śaryāta vom gepressten [Soma] trankst; unter deiner Führung, o Held, in deinem Schutz suchen die opferkundigen Weisen [deine Gunst] zu gewinnen. Du bist mit dem Upayāma ergriffen, für Indra-Marutvant [nehme ich] dich; dies ist dein Ort, für Indra-Marutvant [nehme ich] dich.“
[Mit den Worten:] „Den Marutvant-Stier, den Erstarkenden, den Freigebigen, den himmlischen Gebieter Indra, den Allbezwinger, wollen wir zum Beistand, zu neuer, gewaltiger, kraftspendender [Hilfe] hier anrufen. Du bist mit dem Upayāma ergriffen, für Indra-Marutvant [nehme ich] dich; dies ist dein Ort, für Indra-Marutvant [nehme ich] dich.“ Mit den Worten „Du bist mit dem Upayāma ergriffen, [gehörig] zur Kraft der Maruts“ nimmt er das dritte Gefäß.
Dann nimmt er das Mahendra-Gefäß. Indra war dadurch mit Bösem vermengt (saṃsṛṣṭa), dass er sich mit dem Volk, den Maruts, [vermischte] – so wie [ein König], aus Verlangen nach Sieg, mit dem Volk aus demselben Gefäß essen würde; ebenso war es damit, dass man ihm dieses Gefäß gemeinsam mit den Maruts genommen hatte.
Ihn zogen die Götter, wie man einen Schilfhalm (iṣīkā) aus dem Muñja-Gras herauszöge, so aus allem Bösen – völlig erobert, gefahrlos, unversehrt – heraus, indem sie das Mahendra-Gefäß für ihn nahmen. Ebenso wird er [der Opferer], gleichwie ein aus der Muñja-Hülle gelöster Schilfhalm, aus allem Bösen befreit, indem er das Mahendra-Gefäß nimmt.
Und was sein Nehmen des Mahendra-Gefäßes betrifft: Er war vordem, vor der Erschlagung Vṛtras, [nur] „Indra“; aber nachdem er Vṛtra erschlagen hatte, wurde er, wie ein Großkönig nach einem Sieg [größer wird], zu „Mahendra“ (dem großen Indra). Darum nimmt er das Mahendra-Gefäß, und dadurch macht er eben auch ihn [den Opferer] groß, zur Erschlagung seines [eigenen] Vṛtra [Rivalen]. Darum nimmt er das Mahendra-Gefäß mit dem Śukra-Gefäß; denn dieser [die Sonne], der da glüht, ist ja der Śukra, und er ist auch groß; darum nimmt er es mit dem Śukra-Gefäß.
Nun nimmt er [das Gefäß] mit den Worten: „Groß ist Indra, heldenhaft, die Stämme erfüllend, und doppelt gewaltig, ungeschmälert an Kräften; uns zugewandt ist er zu heldenhafter Kraft erstarkt, weit, breit, wohlgestaltet durch seine [Verehrer als] Wirker. Du bist mit dem Upayāma ergriffen, für Mahendra [nehme ich] dich; dies ist dein Ort, für Mahendra [nehme ich] dich“, und setzt es nieder; denn für Mahendra nimmt er es.
athopākṛtyaitāṃ vācaṃ vadati | abhiṣotāro 'bhiṣuṇutaulūkhalānudvādayatāgnīdāśiraṃ vinaya saumyasya vittāditi te vai tṛtīyasavanāyaivābhiṣotāro 'bhiṣuṇvanti tṛtīyasavanāyaulūkhalānudvādayanti tṛtīyasavanāyāgnīdāśiraṃ vinayati tṛtīyasavanāya saumyaṃ caruṃ śrapayatyete vai śukravatī rasavatī savane yatprātaḥsavanaṃ ca mādhyandinaṃ ca savanamathaitannirdhītaśukraṃ yattṛtīyasavanaṃ tadevaitasmānmādhyandinātsavanānnirmimīte tatho hāsyaitacukravadrasavattṛtīyasavanam bhavati tasmādetāmatra vācaṃ vadati
Dann spricht er, nachdem er sich [den Anweisungen] genähert hat [Anm.: upākṛtya – Konstruktion unsicher], diesen Ruf: „Presser, presst! Lasst die Mörser erklingen! Agnīdh, mische die Milchbeigabe! Nehmt euren Anteil am Somahaften!“ Diese [Presser] pressen damit bereits für die dritte Pressung, für die dritte Pressung lassen sie die Mörser erklingen, für die dritte Pressung mischt der Agnīdh die Milchbeigabe, für die dritte Pressung kocht er den Soma-Brei (caru). Diese beiden – die Morgenpressung und die Mittagspressung – sind ja śukra-haft [glänzend] und saftreich; die dritte Pressung aber, deren Śukra [gleichsam] ausgepresst/erschöpft ist, die bereitet er eben aus dieser Mittagspressung heraus; und so wird diese seine dritte Pressung [ebenfalls] śukra-haft und saftreich. Darum spricht er hier diesen Ruf.
Sie „erschlagen“ ja dieses Opfer, indem sie es vollziehen: Wenn sie den König [Soma] pressen, erschlagen sie ihn eben damit; wenn sie das Opfertier zur Ruhe bringen (saṃjñapayati), [und] wenn man es zerteilt, erschlagen sie es damit; mit Mörser und Stößel, mit den beiden Mahlsteinen erschlagen sie das Opfer, die Opfergabe.
sa eṣa yajño hato na dadakṣe | taṃ devā dakṣiṇābhiradakṣayaṃstadyadenaṃ dakṣiṇābhiradakṣayaṃstasmāddakṣiṇā nāma tadyadevātra yajñasya hatasya vyathate tadevāsyaitaddakṣiṇābhirdakṣayatyatha samṛddha eva yajño bhavati tasmāddakṣiṇā dadāti
Dieses so erschlagene Opfer gedieh nicht (na dadakṣe). Die Götter ließen es durch die Dakṣiṇās gedeihen (adakṣayan); weil sie es durch die Dakṣiṇās gedeihen ließen, heißt es „Dakṣiṇā“. Was hier am erschlagenen Opfer Schaden nimmt (vyathate), das eben lässt er durch die Dakṣiṇās gedeihen, und so wird das Opfer wahrhaft vollendet. Darum gibt man die Dakṣiṇā.
tadvai ṣaḍdvādaśetyeva haviryajñe dadati | na ha tvevāśatadakṣiṇaḥ saumyo 'dhvaraḥ syādeṣa vai pratyakṣaṃ yajño yatprajāpatiḥ puruṣo vai prajāpaternediṣṭhaṃ so 'yaṃ śatāyuḥ śatatejāḥ śatavīryastaṃ śatenaiva dakṣayati nāśatena tasmānnāśatadakṣiṇaḥ saumyo 'dhvaraḥ syānno haivāśatadakṣiṇena yajamānasyartvikṣyānnedasyākṣibhūrasāni yamime haniṣyantyeva na dakṣayiṣyantīti
Bei der [gewöhnlichen] Trankopfer-Opferung (haviryajña) gibt man ja nur sechs oder zwölf [Dakṣiṇās]; aber der Soma-Opferdienst sollte niemals ohne hundert Dakṣiṇās sein. Dieses [Opfer] ist ja das sichtbare Opfer, welches Prajāpati [ist]; der Mensch ist ja Prajāpati am nächsten; dieser [Mensch] hat hundert Lebensjahre, hundertfache Glut, hundertfache Kraft; ihn lässt man nur mit Hundert gedeihen, nicht mit weniger als Hundert. Darum sollte der Soma-Opferdienst nicht ohne hundert Dakṣiṇās sein [Anm.: Satzteil unsicher]; sonst würden die Priester von dem Opferherrn [meinen]: „Diesen werden sie bloß erschlagen, nicht [aber] zum Gedeihen bringen.“
dvayā vai devā devāḥ | ahaiva devā atha ye brāhmaṇāḥ śuśruvāṃso 'nūcānāste manuṣyadevāsteṣāṃ dvedhāvibhakta eva yajña āhutaya eva devānāṃ dakṣiṇā manuṣyadevānām brāhmaṇānāṃ śuśruvuṣāmanūcānānāmāhutibhireva devānprīṇāti dakṣiṇābhirmanuṣyadevānbrāhmaṇāñcuśruvuṣo 'nūcānāṃsta enamubhaye devāḥ prītāḥ svargaṃ lokamabhivahanti
Zwiefach sind ja die Götter: Die einen sind [wirklich] Götter, die anderen aber, die gelehrten (śuśruvas), [wohl]studierten (anūcāna) Brahmanen, sind die Menschengötter (manuṣyadeva). Für sie beide ist das Opfer zweigeteilt: Die Opferspenden [gehören] den Göttern, die Dakṣiṇā den Menschengöttern, den gelehrten, [wohl]studierten Brahmanen. Mit den Opferspenden erfreut er die Götter, mit den Dakṣiṇās die Menschengötter, die gelehrten, [wohl]studierten Brahmanen. Diese beiderlei Götter, [so] erfreut, tragen ihn zur Himmelswelt empor.
tā vā etāḥ | ṛtvijāmeva dakṣiṇā anyaṃ vā eta etasyātmānaṃ saṃskurvantyetaṃ yajñamṛṅmayaṃ yajurmayaṃ sāmamayamāhutimayaṃ so 'syāmuṣmiṃloka ātmā bhavati tadye mājījananteti tasmādṛtvigbhya eva dakṣiṇā dadyānnānṛtvigbhyaḥ
Diese Dakṣiṇās gehören ja allein den Priestern; denn sie bereiten ihm ein anderes Selbst, dieses aus Ṛc, aus Yajus, aus Sāman, aus Opferspenden bestehende Opfer, das ihm dort in jener Welt zum Selbst wird – auf dass er [sagen könne]: „Diese haben mich [neu] gezeugt.“ Darum soll man die Dakṣiṇā nur den Priestern geben, nicht Nicht-Priestern.
atha pratiparetya gārhapatyam | dakṣiṇāni juhoti sa daśāhomīye vāsasi hiraṇyam prabadhyāvadhāya juhoti devaloke me 'pyasaditi vai yajate yo yajate so 'syaiṣa yajño devalokamevābhipraiti tadanūcī dakṣiṇā yāṃ dadāti saiti dakṣiṇāmanvārabhya yajamānaḥ
Dann, zum Gārhapatya-Feuer zurückgekehrt, opfert er die Dakṣiṇā-Spenden; er bindet das Gold in ein für zehn Opferungen [bestimmtes] Gewand und legt es nieder, während er opfert [mit dem Gedanken]: „Möge auch mir ein Platz in der Götterwelt zuteilwerden“ – so opfert man ja. Wer [so] opfert, dessen Opfer geht eben zur Götterwelt; dabei folgt die Dakṣiṇā, die er gibt, [diesem Opfer] nach, indem der Opferherr die Dakṣiṇā berührt.
catasro vai dakṣiṇāḥ | hiraṇyaṃ gaurvāso 'śvo na vai tadavakalpate yadaśvasya pādamavadhyādyadvā gauḥ pādamavadadhyāttasmāddaśāhomīye vāsasi hiraṇyam prabadhyāvadhāya juhoti
Es gibt vier Dakṣiṇās: Gold, eine Kuh, ein Gewand, ein Pferd. Denn es würde sich nicht geziemen, einem Pferd ein Bein abzuschneiden [um es zu verteilen], oder [ebenso] einer Kuh ein Bein. Darum bindet er das Gold in das für zehn Opferungen [bestimmte] Gewand, legt es nieder und opfert.
saurībhyāmṛgbhyāṃ juhoti | tamasā vā asau loko 'ntarhitaḥ sa etena jyotiṣā tamo 'pahatya svargaṃ lokamupasaṃkrāmati tasmātsaurībhyāmṛgbhyāṃ juhoti
Er opfert mit den beiden sonnenbezogenen (saurī) Ṛc-Versen; denn jene Welt ist von Finsternis verhüllt; er, mit diesem Licht die Finsternis vertreibend, gelangt zur Himmelswelt. Darum opfert er mit den beiden sonnenbezogenen Ṛc-Versen.
Er opfert [mit den Worten]: „Empor tragen den Jātavedas, den Gott, die Lichtzeichen (ketavaḥ), damit alle Welt die Sonne erblicke. Svāhā!“ – mit diesem Gāyatrī-Vers; denn die Gāyatrī ist diese Erde, sie ist der feste Grund (pratiṣṭhā); damit gewinnt er eben in diesem festen Grund festen Stand.
Dann opfert er die zweite [Spende mit den Worten]: „Das strahlende Antlitz der Götter ist aufgestiegen, das Auge Mitras, Varuṇas, Agnis; es erfüllte Himmel und Erde, den Luftraum; Sūrya ist die Seele des Beweglichen und des Unbeweglichen. Svāhā!“ – mit diesem Triṣṭubh-Vers; damit gelangt er eben zu [jener] Welt.
athāgnīdhre | dve vaikāṃ vā juhoti tadyadagnāvāgnīdhre dve vaikāṃ vā juhotyagnirvai paśūnāmīṣṭe ta enamabhitaḥ pariṇiviśante tametayāhutyā prīṇāti so 'smai prīto 'numanyate tenānumatāṃ dadāti
Dann opfert er am Āgnīdhra-[Feuer] zwei [Spenden], oder auch nur eine. Was sein Opfern von zweien oder einer am Feuer des Āgnīdhra betrifft: Agni herrscht ja über das Vieh, [und] dieses lagert sich rings um ihn; ihn erfreut er mit dieser Opferspende; er, [so] erfreut, gibt seine Zustimmung; mit dieser [Zustimmung] gibt er [dann die Vieh-Dakṣiṇā].
sa juhoti | agne naya mupathā rāye asmānviśvāni deva vayunāni vidvān | yuyodhyasmajjuhurāṇameno bhūyiṣṭhāṃ te namauktiṃ vidhema svāhetyatha yadyaśvaṃ yuktaṃ vāyuktaṃ vā dāsyantsyādatha dvitīyāṃ juhuyādyadyu na nādriyeta
Er opfert [mit den Worten]: „O Agni, führe uns auf gutem Weg zu Reichtum, du Gott, der alle Ordnungen kennt; halte von uns fern die krumm schleichende Sünde; reichlich wollen wir dir Verehrung erweisen. Svāhā!“ Wenn er dann ein Pferd, sei es angeschirrt oder nicht angeschirrt, geben will, soll er eine zweite [Spende] opfern; wenn er es aber nicht [zu tun] gedenkt, [braucht er es] nicht [Anm.: Konstruktion unsicher].
sa juhoti | ayaṃ no agnirvarivaskṛṇotvayam mṛdhaḥ pura etu prabhindan ayaṃ vājānjayatu vājasātāvayaṃ śatrūnjayatu jarhṛṣāṇaḥ svāheti vājasā hyaśvaḥ
Er opfert [mit den Worten]: „Dieser unser Agni schaffe [uns] Freiraum/Fülle; er gehe uns voran, die Widersacher zerschmetternd; er gewinne die Kampfpreise im Wettstreit um die Preise; er besiege jauchzend die Feinde. Svāhā!“ – denn das Pferd ist ja preisgewinnend (vājasā).
atha hiraṇyamādāya śālāmabhyaiti | dakṣiṇena vediṃ dakṣiṇā upatiṣṭhante so 'greṇa śālāṃ tiṣṭhannabhimantrayate rūpeṇa vo rūpamabhyāgāmiti na ha vā agre paśavo dānāya cakṣamire te 'panidhāya svāni rupāṇi śarīraiḥ pratyupātiṣṭhanta tānetaddevāḥ svaireva rūpairyajñasyārdhādupāyaṃste svāni rūpāṇi jānānā abhyavāyaṃste rātamanaso 'laṃ dānāyābhavaṃstatho evaināneṣa etatsvaireva rūpairyajñasyārdhādupaiti te svāni rūpāṇi jānānā abhyavāyanti te rātamanaso 'laṃ dānāya bhavanti
Dann, das Gold nehmend, geht er zur Halle (śālā); südlich vom Altar stehen die zur Dakṣiṇā [bestimmten Tiere] bereit. Er, vor der Halle stehend, spricht die Formel: „Mit [meiner] Gestalt bin ich zu eurer Gestalt herangetreten.“ Denn in der Urzeit ertrugen es die Tiere nicht, weggegeben zu werden; sie verbargen ihre eigenen [wahren] Gestalten und traten [nur] mit [gewöhnlichen] Körpern hervor. Diesen näherten sich die Götter mittels ihrer eigenen [verborgenen] Gestalten, vom halben [Anteil] des Opfers her; diese [Tiere], ihre eigenen Gestalten erkennend, kamen [den Göttern] entgegen; sie wurden willigen Sinnes zum Weggeben bereit. Ebenso nähert sich ihnen nun auch er [der Priester] mittels ihrer eigenen Gestalten, vom halben [Anteil] des Opfers her; sie, ihre eigenen Gestalten erkennend, kommen [ihm] entgegen, und sie werden willigen Sinnes zum Weggeben bereit.
tatho vo viśvavedā vibhajatviti | brahma vai tuthastadenā brahmaṇā vibhajati brahma vai dakṣiṇīyaṃ cādakṣiṇiyaṃ ca veda tatho hāsyaitā dakṣiṇīyāyaiva dattā bhavanti nādakṣiṇīyāya
[Er spricht:] „So möge euch der Allwissende (viśvaveda) zuteilen!“ – der Brahmán-Priester ist ja [hierfür zuständig] [Anm.: tuthaḥ unsicher]; mit dieser [Formel] verteilt er sie durch den Brahmán; denn der Brahmán weiß, wer der Dakṣiṇā würdig ist und wer nicht. So werden diese [Gaben] von ihm nur einem der Dakṣiṇā Würdigen gegeben, nicht einem Unwürdigen.
ṛtasya pathā preteti | yo vai devānām pathaiti sa ṛtasya pathaiti candradakṣiṇā iti tadetena jyotiṣā yanti
[Er spricht:] „Geht auf dem Pfad des Ṛta (der Wahrheit) dahin!“ – denn wer auf dem Pfad der Götter geht, der geht auf dem Pfad des Ṛta. [Und:] „Mond-Dakṣiṇās [seid ihr]!“ – damit gehen sie mit diesem Licht dahin.
atha sado 'bhyaiti | vi svaḥ paśya vyantarikṣamiti vi tvayā dakṣiṇayā lokaṃ khyeṣamityevaitadāha
Dann geht er zum Sadas hin [mit den Worten]: „Schau den Himmel, schau den Luftraum!“ – damit meint er: „Durch dich, o Dakṣiṇā, möchte ich die Welt erblicken.“
Dann blickt er zum Sadas [mit den Worten]: „Strenge dich an mit den Sadasyas [Beisitzern]!“ – damit meint er: „Lass dich von den Sadasyas nicht übertreffen!“
atha hiraṇyamādāyāgnīdhramabhyaiti | brāhmaṇamadya videyam pitṛmantam paitṛmatyamiti yo vai jñāto jñātakulīnaḥ sa pitṛmānpaitṛmatyo yā vai jñātāyāpi katipayīrdakṣiṇā dadāti tābhirmahajjayatyṛṣimārṣeyamiti yo vai jñāto 'nūcānaḥ sa ṛṣirārṣeyaḥ sudhātudakṣiṇāmiti sa hi sudhātudakṣiṇaḥ
Dann, das Gold nehmend, geht er zum Āgnīdhra [mit den Worten]: „Möge ich heute einen Brahmanen finden, der einen [würdigen] Vater hat, von väterlicher Abkunft!“ – denn wer bekannt (jñāta) ist, aus bekanntem Geschlecht, der „hat einen Vater“, ist „von väterlicher Abkunft“; dem Bekannten gibt man, wenn auch nur wenige Dakṣiṇās, so gewinnt man damit doch Großes. [Und:] „[Möge ich finden] einen Ṛṣi, von Ṛṣi-Abstammung!“ – denn wer bekannt und wohlstudiert ist, der ist ein „Ṛṣi“, „von Ṛṣi-Abstammung“. [Und:] „[Eine] wohlgesetzte Dakṣiṇā!“ – denn ihm ist ja die Dakṣiṇā wohlgesetzt.
athaivamupasadya | agnīdhe hiraṇyaṃ dadātyasmadrātā devatrā gacateti yāṃ vai rātamanā avicikitsandakṣiṇāṃ dadāti tayā mahajjayati devatrā gacateti devaloke me 'pyasaditi vai yajate yo yajate taddevaloka evainametadapitvinaṃ karoti pradātāramāviśateti māmāviśatetyevaitadāha tatho hāsmādetāḥ parācyo na praṇaśyanti tadyadagnīdhe prathamāya dakṣiṇāṃ dadātyato hi viśve devā amṛtatvamapājayaṃstasmādagnīdhe prathamāya dakṣiṇāṃ dadāti
Dann, so herangetreten, gibt er dem Āgnīdh Gold [mit den Worten]: „Von uns geschenkt, geht zu den Göttern!“ – denn die Dakṣiṇā, die man willigen Sinnes, ohne Zögern gibt, mit ihr gewinnt man Großes. [Und:] „Geht zu den Göttern!“ [mit dem Gedanken:] „Möge auch mir ein Platz in der Götterwelt zuteilwerden“ – so opfert man ja; wer [so] opfert, den macht dies eben zum Teilhaber der Götterwelt. [Und:] „Tretet ein in den Geber!“ – damit meint er: „Tretet ein in mich.“ So gehen diese [Gaben], obwohl sie fortgehen, ihm nicht verloren. Was nun sein Geben der Dakṣiṇā zuerst an den Āgnīdh betrifft: Denn von diesem her gewannen die Allgötter (Viśve Devāḥ) die Unsterblichkeit; darum gibt er dem Āgnīdh zuerst die Dakṣiṇā.
athaivamevopasadya | ātreyāya hiraṇyaṃ dadāti yatra vā adaḥ prātaranuvākamanvāhustaddha smaitatpurā śaṃsantyatrirvā ṛṣīṇāṃ hotāsāthaitatsado 'suratamasamabhipupruve ta ṛṣayo trimabruvannehi pratyaṅṅidaṃ tamo 'pajahīti sa etattamo 'pāhannayaṃ vai jyotirya idaṃ tamo 'pābadhīditi tasmā etajjyotirhiraṇyaṃ dakṣiṇāmanayajjyotirhi hiraṇyaṃ tadvai sa tattejasā vīryeṇarṣistamo 'pajaghānāthaiṣa etenaivaitajjyotiṣā tamo 'pahanti tasmādātreyāya hiraṇyaṃ dadhāti
Dann, ebenso herangetreten, gibt er dem Ātreya[-Priester] Gold. Wo man dort jenen Morgen-Anuvāka rezitiert, dazu erzählte man einst Folgendes: Atri war der Hotṛ der Ṛṣis. Da wurde dieser Sadas (Versammlungsraum) von Asura-Finsternis überflutet; die Ṛṣis sprachen zu Atri: „Komm, tritt [ihr] entgegen, vertreibe diese Finsternis!“ Er vertrieb diese Finsternis. [Da sprachen sie:] „Dies ist das Licht, [nämlich] er, der diese Finsternis vertrieben hat!“ Darum brachten sie ihm dieses Licht als Gold, als Dakṣiṇā; denn Gold ist ja Licht. Denn er, der Ṛṣi, vertrieb die Finsternis mit jener Glut, mit [seiner] Kraft; ebenso vertreibt nun auch dieser [Priester] mit eben diesem Licht die Finsternis. Darum gibt er dem Ātreya Gold.
Dann [gibt er] dem Brahmán-[Priester] – denn der Brahmán bewacht das Opfer von Süden her. Dann dem Udgātṛ, dann dem Hotṛ, dann den beiden am Havirdhāna sitzenden Adhvaryus, dann, wieder zurückkehrend, dem Prastotṛ, dann dem Maitrāvaruṇa, dann dem Brāhmaṇācchaṃsin, dann dem Potṛ, dann dem Neṣṭṛ, dann dem Ācāvāka, dann dem Unnetṛ, dann dem Grāvastut, dann dem Subrahmaṇya; zuletzt gibt er dem Pratihartṛ. Denn dieser ist ja der „Zurückbringer“ (pratihartṛ); er bringt ihm dies am Ende zurück. So gehen diese [Gaben], obwohl sie fortgehen, ihm nicht verloren.
athāhendrāya marutvate 'nubrūhīti | yatra vai prajāpatiragre dadau taddhendra īkṣāṃ cakre sarvaṃ vā ayamidaṃ dāsyati nāsmabhyaṃ kiṃ cana pariśekṣyatīti sa etaṃ vajramudayacadindrāya marutvate 'nubrūhītyadānāya tato nādadātsa eṣo 'pyetarhi tathaiva vajra udyamyata indrāya marutvate 'nubrūhītyadānāya tato na dadāti
Dann spricht er: „Rezitiere für Indra-mit-den-Maruts!“ Als Prajāpati einst zuerst [Gaben] verteilte, da überlegte Indra: „Dieser wird ja alles weggeben, uns wird nichts übrigbleiben.“ Da erhob er diese Keule (vajra); mit [dem Ausruf] „Rezitiere für Indra-mit-den-Maruts!“ [wollte er ihn] am Weitergeben hindern – da gab jener nichts mehr. Ebenso wird auch jetzt noch diese Keule erhoben, [und] mit „Rezitiere für Indra-mit-den-Maruts!“ [zum Zweck] des Nicht-mehr-Gebens – da gibt er nichts mehr.
Es gibt vier Dakṣiṇās: Das Gold – damit bewahrt man das eigene Leben (āyus), denn Gold ist ja Leben; dieses gab er [Prajāpati] dem Agni, der das Amt des Āgnīdh versieht; darum wird auch jetzt noch dem Āgnīdh Gold gegeben.
atha gauḥ | prāṇamevaitayātmanastrāyate prāṇo hi gaurannaṃ hi gaurannaṃ hi prāṇastāṃ rudrāya hotre 'dadāt
Dann die Kuh – damit bewahrt man den eigenen Atem (prāṇa), denn die Kuh ist ja Atem, die Kuh ist ja Nahrung, und Nahrung ist ja Atem. Diese gab er dem Rudra, der [das Amt des] Hotṛ [versieht].
Dann das Gewand – damit bewahrt man die eigene Haut (tvac), denn das Gewand ist ja [wie] Haut. Dieses gab er dem Bṛhaspati, der [das Amt des] Udgātṛ [versieht].
athāśvaḥ | vajro vā aśvo vajramevaitatpurogāṃ kurute yamaloke me 'pyasaditi vai yajate yo yajate tadyamaloka evainametadapitvinaṃ karoti taṃ yamāya brahmaṇe 'dadāt
Dann das Pferd – denn das Pferd ist ja der Vajra; damit lässt er diesen [Vajra] vorangehen [mit dem Gedanken]: „Möge auch mir ein Platz in der Welt Yamas zuteilwerden“ – so opfert man ja; wer [so] opfert, den macht dies eben zum Teilhaber der Welt Yamas. Dieses [Pferd] gab er dem Yama, der [das Amt des] Brahmán [versieht].
sa hiraṇyam pratyeti | agnaye tvā mahyaṃ varuṇo dadātvityagnaye hyetadvaruṇo 'dadhātso 'mṛtatvamaśīyāyurdātra edhi mayo mahyam pratigrahītra iti
Er nimmt das Gold entgegen [mit den Worten]: „Dich möge Varuṇa mir für Agni geben!“ – denn dieses gab Varuṇa ja dem Agni. „Er möge Unsterblichkeit erlangen; sei Leben dem Geber, sei Wohlergehen mir, dem Empfänger!“
Dann nimmt er die Kuh entgegen [mit den Worten]: „Dich möge Varuṇa mir für Rudra geben!“ – denn diese gab Varuṇa ja dem Rudra. „Er möge Unsterblichkeit erlangen; sei Atem dem Geber, sei Lebenskraft mir, dem Empfänger!“
Dann nimmt er das Gewand entgegen [mit den Worten]: „Dich möge Varuṇa mir für Bṛhaspati geben!“ – denn dieses gab Varuṇa ja dem Bṛhaspati. „Er möge Unsterblichkeit erlangen; sei Haut dem Geber, sei Wohlergehen mir, dem Empfänger!“
Dann nimmt er das Pferd entgegen [mit den Worten]: „Dich möge Varuṇa mir für Yama geben!“ – denn dieses gab Varuṇa ja dem Yama. „Er möge Unsterblichkeit erlangen; sei Ross[-kraft] dem Geber, sei Lebenskraft mir, dem Empfänger!“
atha yadanyaddadāti | kāmenaiva taddadātīdam me 'pyamutrāsāditi tatpratyeti ko 'dātkasmā adātkāmo 'dātkāmāyādāt kāmo dātā kāmaḥ pratigrahītā kāmaitatta iti taddevatāyā atidiśati
Und was er sonst noch gibt, das gibt er aus [eigenem] Verlangen (kāma) [mit dem Gedanken]: „Möge dies auch mir dort [im Jenseits] zuteilwerden.“ Das nimmt er entgegen [mit den Worten]: „Wer gab? Wem gab er? Kāma gab, dem Kāma gab er; Kāma ist der Geber, Kāma ist der Empfänger; dies ist Kāmas, [nämlich] dein.“ Damit weist er es [pauschal] einer [unbestimmten] Gottheit zu.
tadāhuḥ | na devatāyā atidiśedidaṃ vai yāṃ devatāṃ saminddhe sā dīpyamānā śvaḥ-śvaḥ śreyasī bhavatīdaṃ vai yasminnagnāvabhyādadhati sa dīpyamāna eva śvaḥ-śvaḥ śreyānbhavati śvaḥ-śvo ha vai śreyānbhavati ya evaṃ vidvānpratigṛhṇāti tadyathā samiddhe juhuyādevametāṃ juhoti yāmadhīyate dadāti tasmādadhīyannātidiśet
Dazu sagt man: Man soll [eine Gabe] nicht [pauschal, ohne Bezug] einer [unbestimmten] Gottheit zuweisen; denn jene Gottheit, die man [gezielt] entzündet, die wird, [einmal] entflammt, Tag für Tag vortrefflicher; jenes Feuer, dem man [gezielt] Brennstoff zulegt, das wird, [einmal] entflammt, Tag für Tag vortrefflicher. Tag für Tag wird ja vortrefflicher, wer, dies wissend, [die Gabe richtig, d.h. einer bestimmten Gottheit zugeordnet,] empfängt. So wie man in ein [ordnungsgemäß] entzündetes [Feuer] opfern würde, so opfert er diese [Gabe], die er unter Nennung [der zugehörigen Gottheit] gibt. Darum soll man, [die Gottheit] nennend, [die Gabe] nicht [nur pauschal Kāma] zuweisen.
Dreifach sind ja die Götter: die Vasus, die Rudras, die Ādityas. Ihnen sind die Pressungen zugeteilt: den Vasus die Morgenpressung, den Rudras die Mittagspressung, den Ādityas die dritte Pressung. Dabei ist die Morgenpressung der Vasus unvermischt (amiśra), unvermischt [auch] die Mittagspressung der Rudras, [aber] vermischt die dritte Pressung der Ādityas.
te hādityā ūcuḥ | yathedamamiśraṃ vasūnāṃ prātaḥsavanamamiśraṃ rudrāṇām mādhyandinaṃ savanamevaṃ na imam purā miśrādgrahaṃ juhutheti tatheti devā abruvaṃste saṃsthita eva mādhyandine savane purā tṛtīyasavanādetamajuhavuḥ sa eṣo 'pyetarhi tathaiva graho hūyate saṃsthita eva mādhyandine savane purā tṛtīyasavanāt
Da sprachen die Ādityas: „So wie diese Morgenpressung der Vasus unvermischt ist, [und] die Mittagspressung der Rudras unvermischt ist, so opfert auch für uns dieses [Gefäß gesondert], nicht aus einer vermischten [Quelle], noch bevor [unsere Pressung beginnt]!“ „So sei es“, sprachen die Götter. Sie opferten dieses [Gefäß] noch während der Abschluss der Mittagspressung im Gange war (saṃsthita), vor der dritten Pressung. Ebenso wird auch jetzt noch dieses [selbe] Gefäß dargebracht, noch während der Abschluss der Mittagspressung im Gange ist, vor der dritten Pressung.
te hādityā ūcuḥ | neva vā itarasmintsavane smo nevetarasminyadvai no rakṣāṃsi na hiṃsyuriti
Da sprachen die Ādityas: „Wir sind gleichsam nicht in der einen Pressung, und gleichsam auch nicht in der anderen [Anm.: Konstruktion unsicher] – damit uns die Rakṣas nicht schaden mögen.“
te ha dvidevatyā ūcuḥ | kimasmākaṃ tataḥ syādityasmābhiranuvaṣaṭkṛtā bhaviṣyathetyu hādityā ūcustatheti te dvidevatyānprāviśan
Die Zwei-Gottheiten-[Wesen] sprachen: „Was hätten wir davon?“ – „Ihr werdet von uns mit dem Vaṣaṭ-Ruf bestätigt werden“, sprachen die Ādityas. „So sei es“ – da gingen sie in die Zwei-Gottheiten-[Wesen] ein.
Wo er bei der Morgenpressung mit den Zwei-Gottheiten-[Gefäßen] verfährt, da soll der Pratiprasthātṛ mit dem Āditya-Gefäß aus dem Droṇakalaśa [Soma] auffangen; mit eben der Formel „Du bist mit dem Upayāma ergriffen“ kündigt allein der Adhvaryu an; nach dem Adhvaryu opfert er [der Pratiprasthātṛ] die Spende, [wobei] der Pratiprasthātṛ [hinzufügt]: „aber für die Ādityas!“ [Dann] gießt er den Saṃsrava (Rest-Mischtrank) aus. Ebenso [verfährt man] in allen [entsprechenden Fällen].
Was das Auffangen [des Soma] durch den Pratiprasthātṛ betrifft: Die Ādityas waren ja in die Zwei-Gottheiten-[Wesen] eingegangen [mit den Worten]: „Ihr werdet von uns mit dem Vaṣaṭ-Ruf bestätigt werden“, hatten die Ādityas gesagt. Was jene zweite Spende betrifft, die er opfert: Er opfert sie ja dem Sviṣṭakṛt, denn durch Sviṣṭakṛt werden diese [Ādityas] bestätigt. So werden sie ihm, mit dem Vaṣaṭ-Ruf bestätigt, zu solchen, für die durch Sviṣṭakṛt das Opfer wohlvollzogen ist. Er opfert in der nördlichen Hälfte [des Feuers]; denn dies ist die Richtung dieses Gottes; darum opfert er in der nördlichen Hälfte.
Was das Auffangen durch den Pratiprasthātṛ betrifft: Sie [die Ādityas] waren ja in die Zwei-Gottheiten-[Wesen] eingegangen; er bereitet dies eben für jene, in die sie eingegangen waren. Dann legt er auch [etwas] bei – denn sie fürchteten sich vor den Rakṣas – [mit den Worten]: „O Viṣṇu, du Weitschreitender, dies ist dein Soma; bewahre ihn, dass sie dir nicht schaden!“ – denn Viṣṇu ist ja das Opfer; damit übergibt er dies eben dem Opfer selbst zum Schutz. Dann spricht er: „Noch während des Abschlusses der Mittagspressung, vor der dritten Pressung, komm, o Opferherr!“
Sie treten nun gemeinsam heran: der Adhvaryu, der Opferherr, der Āgnīdh, der Pratiprasthātṛ und der Unnetṛ; und wer sonst noch Diener ist. Sie verschließen beide Türen, denn sie fürchteten sich vor den Rakṣas. Dann nimmt der Adhvaryu den Āditya-Topf und das Āditya-Gefäß; er hält [sie] übereinander, das geseihte [Soma] tragend, [darauf bedacht,] dass es nicht heruntertropfe.
Dann nimmt er [das Gefäß mit den Worten]: „Niemals bist du unfruchtbar, o Indra, noch versagst du dem Opfernden; immer mehr, o Freigebiger, möge deine Gabe, die des Gottes, sich vermehren.“ – aber für die Ādityas!
taṃ vai nopayāmena gṛhṇīyāt | agre hyevaiṣa upayāmena gṛhīto bhavatyajāmitāyai jāmi ha kuryādyadenamatrāpyupayāmena gṛhṇīyāt
Man soll dieses [Gefäß] nicht mit der Upayāma-[Formel] nehmen; denn dieses ist ja bereits zuvor mit der Upayāma-[Formel] genommen worden; um der Vermeidung von Wiederholung (jāmi) willen würde er eine Wiederholung schaffen, wenn er es auch hier mit der Upayāma-[Formel] nehmen würde.
Dann, [es] beiseite genommen, bringt er es wieder herbei [mit den Worten]: „Niemals versagst du, du behütest beide Geschlechter/Welten; o vierte Āditya-Pressung, dein Indriya [deine Kraft] hat unsterblich im Himmel Bestand gefunden.“ [Anm.: Wortlaut unsicher] – aber für die Ādityas!
atha dadhi gṛhṇāti | ādityānāṃ vai tṛtīyasavanamādityānvā anu paśavastatpaśuṣvevaitatpayo dadhāti tadidam paśuṣu payo hitam madhyata iva gṛhṇīyādityāhurmadhyata iva hīdam paśūnām paya iti paścādiva tveva gṛhṇīyātpaścādiva hīdam paśūnām payaḥ
Dann nimmt er die Dickmilch (dadhi). Die dritte Pressung gehört ja den Ādityas, und das Vieh folgt ja den Ādityas [ist ihrer Sphäre zugehörig]; so legt er eben diese Milch in das Vieh. Diese Milch ist ja im Vieh niedergelegt. „Man solle sie gleichsam aus der Mitte nehmen“, sagen [manche], „denn diese Milch des Viehs ist gleichsam in der Mitte“; „man solle sie aber vielmehr gleichsam von hinten/danach nehmen“, [sagen andere], „denn diese Milch des Viehs ist gleichsam [erst] danach [entstanden].“
Was sein Nehmen der Dickmilch betrifft: Diese Saṃsravas (Rest-Mischtränke) werden durch das [vorangegangene] Opfern erschöpft, nicht mehr ausreichend zur Opferspende; diese lässt er eben dadurch wieder anschwellen, so dass sie zur Opferspende ausreichend werden. Darum nimmt er Dickmilch.
sa gṛhṇāti | yajño devānām pratyeti sumnamādityāso bhavatā mṛḍayantaḥ ā vo 'rvācī sumatirvavṛtyādaṃhościdyā varivovittarāsadādityebhyastveti
Er nimmt [das Gefäß mit den Worten]: „Das Opfer geht der Gunst der Götter entgegen; o Ādityas, seid gnädig; möge sich eure Gunst uns zuwenden, die selbst aus Bedrängnis Erleichterung schafft.“ – aber für die Ādityas!
tamupāṃśusavanena mekṣayati | vivasvānvā eṣa ādityo nidānena yadupāṃśusavana ādityagraho vā eṣa bhavati tadenaṃ sva eva bhāge prīṇāti
Er vermischt es mit dem Upāṃśu-Preßtrunk. Dieser [betreffende] Āditya ist ja Vivasvant durch [seine] Verbindung (nidāna) [Anm.: Konstruktion unsicher], indem dies zu einem Āditya-Gefäß beim Upāṃśu-Preßtrunk wird; damit erfreut er ihn eben mit seinem eigenen Anteil.
taṃ na daśābhirna pavitreṇopaspṛśati ete vai śukravatī rasavatī savane yatprātaḥsavanaṃ ca mādhyandinaṃ ca savanamathaitannirdhītaśukraṃ yattṛtīyasavanaṃ sa yanna daśābhirna pavitreṇopaspṛśati teno hāsyaitacukravadrasavattṛtīyasavanam bhavati tasmānna daśābhirna pavitreṇopaspṛśati
Er berührt es weder mit den Fingern noch mit dem Seihtuch (pavitra). Diese beiden – die Morgenpressung und die Mittagspressung – sind ja śukra-haft [glänzend] und saftreich; die dritte Pressung aber, deren Śukra [gleichsam] ausgepresst ist – indem er sie weder mit den Fingern noch mit dem Seihtuch berührt, wird eben dadurch diese seine dritte Pressung [ebenfalls] śukra-haft und saftreich. Darum berührt er sie weder mit den Fingern noch mit dem Seihtuch.
sa mekṣayati | vivasvannādityaiṣa te somapīthastasminmatsvetyathonnetra upāṃśusavanam prayacatyathāhonnetāramāsṛja grāvṇa iti tānādhavanīye vāsṛjati camase vā
Er vermischt [es, sprechend]: „O Vivasvant Āditya, dies ist dein Soma-Trank; erfreue dich daran!“ Dann übergibt er dem Unnetṛ den Upāṃśu-Preßtrunk. Dann spricht er: „Unnetṛ, lass die Presssteine los!“ Diese lässt er entweder [in ein Gefäß] beim Āhavanīya[-Feuer] oder in den Camasa[-Becher] fallen.
rājānamunnīya | ādityānāṃ vai tṛtīyasavanamādityānvā anu grāvāṇastadenāntsva eva bhāge prīṇātyaporṇuvanti dvāre
Nachdem er den König [Soma] emporgehoben hat – die dritte Pressung gehört ja den Ādityas, und die Presssteine folgen ja den Ādityas [gehören ihrer Sphäre an] –, erfreut er sie [die Presssteine] eben mit ihrem eigenen Anteil. [Dann] öffnen sie die beiden Türen [wieder].
Dann, [die Türen wieder] verschließend, tritt er hinaus [Anm.: apidhāya – Bezug unsicher] – denn sie fürchteten sich vor den Rakṣas. Dann spricht er: „Rezitiere für die Ādityas!“ Hierbei mag er, wenn er will, [eine eigene Formel] ersinnen, doch erst nach dem Āśrāvaya-Ruf soll er sie ersinnen: „Für die Ādityas, die lieben, von lieber Wohnstatt, von lieben Observanzen, die Herren der großen Weide, die Aufseher des weiten Luftraums.“ Er opfert, wenn der Vaṣaṭ-Ruf ertönt, [aber] er gibt nicht den [zusätzlichen] Antwort-Vaṣaṭ, [damit] „ich nicht das Vieh im Feuer verletze“ [Anm.: Sinnzusammenhang unsicher]. Er übergibt dem Pratiprasthātṛ die beiden Saṃsravas.
Dann, wieder vortretend, nimmt er das Āgrayaṇa-[Gefäß]. Man breitet das Seihtuch mit nördlich gerichtetem Rand aus. Der Adhvaryu lässt das Āgrayaṇa[-Soma] durchtropfen; der Pratiprasthātṛ fängt es auf. Er bringt die beiden Saṃsravas herbei, der Unnetṛ, entweder mit dem Camasa-Becher oder mit dem Schöpfgefäß (udañcana).
taṃ catasṛṇāṃ dhārāṇāmāgrayaṇaṃ gṛhṇāti | ādityānāṃ vai tṛtīyasavanamādityānvā anu gāvastasmādidaṃ gavāṃ caturdhāvihitaṃ payastasmāccatasṛṇāṃ dhārāṇāmāgrayaṇaṃ gṛhṇāti
Er nimmt das Āgrayaṇa-[Gefäß] aus vier Strömen. Die dritte Pressung gehört ja den Ādityas, und die Kühe folgen ja den Ādityas; darum ist diese Milch der Kühe vierfach eingeteilt [wie die vier Zitzen einer Kuh]; darum nimmt er das Āgrayaṇa aus vier Strömen.
Was das Auffangen der beiden Saṃsravas durch den Pratiprasthātṛ betrifft: Dies wird ja zu einem Āditya-Gefäß, doch man gibt für das Āditya-Gefäß keinen [eigenen] Antwort-Vaṣaṭ; denn aus diesem [Rest] wird er ja das Sāvitra-Gefäß nehmen; damit wird es [das Āditya-Gefäß] eben durch das Sāvitra[-Gefäß] mit dem Antwort-Vaṣaṭ bestätigt.
Was das Auffangen der beiden Saṃsravas durch den Pratiprasthātṛ betrifft: Früher hatte man ihnen [den Ādityas] ja dieses Gefäß aus einer vermischten [Quelle] dargebracht, vor der dritten Pressung; [nun aber] wird dieses Gefäß für die dritte Pressung genommen; damit gehen die Ādityas auch in die dritte Pressung ein, so dass sie nicht außerhalb des Opfers bleiben. Darum fängt der Pratiprasthātṛ die beiden Saṃsravas auf.