Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Sūkta 6

ajaiṣmādyāsanām adyāmūm anāgaso vayam

Heute haben wir gesiegt, heute haben wir jene Not überwunden – wir, die Schuldlosen [Anm.: der Bezug von 'amūm' ist unsicher, wohl auf den bösen Traum oder die Nacht].

Wort für Wort
ajaiṣmādyāsanām
wir haben gesiegt, heute, jene Not (ajaiṣma+adya+asanām) [?]
adyāmūm
heute, jene (adya+amūm) [?]
anāgaso
die Schuldlosen (Nom.Pl.)
vayam
wir (Nom.)

uṣo yasmād duṣvapnyād abhaiṣmāpa tad uchatu

O Morgenröte, vor welchem bösen Traum wir uns fürchteten – das lass durch dein Erstrahlen vergehen.

Wort für Wort
uṣo
o Morgenröte (Vok.)
yasmād
vor welchem (Abl.)
duṣvapnyād
bösen Traum (Abl.)
abhaiṣmāpa
wir fürchteten uns, fort- (abhaiṣma+apa)
tad
das (Akk.)
uchatu
lass vergehen (Imp.)

dviṣate tat parā vaha śapate tat parā vaha

Trage das fort zu dem, der uns hasst; trage das fort zu dem, der uns verwünscht.

Wort für Wort
dviṣate
zu dem, der hasst (Dat.)
tat
das (Akk.)
parā
fort
vaha
trage (Imp.)
śapate
zu dem, der verwünscht (Dat.)
tat
das (Akk.)
parā
fort
vaha
trage (Imp.)

yaṃ dviṣmo yaś ca no dveṣṭi tasmā enad gamayāmaḥ

Wen wir hassen und wer uns hasst – zu ihm senden wir dies.

Wort für Wort
yaṃ
den (Akk.)
dviṣmo
wir hassen
yaś
wer (Nom.)
ca
und
no
uns (Akk.)
dveṣṭi
hasst
tasmā
zu ihm (Dat.)
enad
dies (Akk.)
gamayāmaḥ
senden wir

uṣā devī vācā saṃvidānā vāg devy uṣasā saṃvidānā

Die Göttin Uṣas, im Einklang mit der Rede; die Göttin Rede, im Einklang mit Uṣas.

Wort für Wort
uṣā
Uṣas (Nom.)
devī
die Göttin (Nom.)
vācā
mit der Rede (Instr.)
saṃvidānā
im Einklang (Nom.)
vāg
die Rede (Nom.)
devy
die Göttin (Nom.)
uṣasā
mit Uṣas (Instr.)
saṃvidānā
im Einklang (Nom.)

uṣas patir vācas patinā saṃvidāno vācas patinā saṃvidānaḥ

Der Herr der Uṣas, im Einklang mit dem Herrn der Rede; im Einklang mit dem Herrn der Rede.

Wort für Wort
uṣas
der Uṣas (Gen.)
patir
Herr (Nom.)
vācas
der Rede (Gen.)
patinā
mit dem Herrn (Instr.)
saṃvidāno
im Einklang (Nom.)
vācas
der Rede (Gen.)
patinā
mit dem Herrn (Instr.)
saṃvidānaḥ
im Einklang (Nom.)

te 'muṣmai parā vahantv arāyān durṇāmnaḥ sadānvāḥ

Sie mögen zu jenem hin forttragen: die Habgierigen (Arāyas), die Übelbenannten, die Sadānvās.

Wort für Wort
te
sie (Nom.Pl.)
'muṣmai
zu jenem (Dat.)
parā
fort
vahantv
sollen tragen (Imp.Pl.)
arāyān
die Habgierigen (Akk.Pl.)
durṇāmnaḥ
dur- 'schlecht' + nāman 'Name' → die Übelbenannten (Akk.Pl.)
sadānvāḥ
die Sadānvās (Akk.Pl.)

kumbhīkāḥ dūṣīkāḥ pīyakān

Die Kumbhīkās, die Dūṣīkās, die Schmäher (Pīyakas).

Wort für Wort
kumbhīkāḥ
die Kumbhīkās (Akk.Pl.)
dūṣīkāḥ
die Dūṣīkās (Akk.Pl.)
pīyakān
die Schmäher (Akk.Pl.)

jāgradduṣvapnyaṃ svapneduṣvapnyam

Den bösen Traum im Wachen, den bösen Traum im Schlafen.

Wort für Wort
jāgradduṣvapnyaṃ
den bösen Traum im Wachen (jāgrat+duṣvapnyam)
svapneduṣvapnyam
den bösen Traum im Schlafen (svapne+duṣvapnyam)

anāgamiṣyato varān avitteḥ saṃkalpān amucyā druhaḥ pāśān

Die Wunschgaben dessen, der nicht wiederkehren wird, die Vorsätze der Mittellosigkeit, die unlösbaren Fesseln des Truges (Druh).

Wort für Wort
anāgamiṣyato
an- 'nicht' + āgamiṣyant 'der kommen wird' (Fut.Part.) → dessen, der nicht wiederkehren wird (Gen.)
varān
die Wunschgaben (Akk.Pl.)
avitteḥ
der Mittellosigkeit (Gen.)
saṃkalpān
die Vorsätze (Akk.Pl.)
amucyā
die unlösbaren (Akk.Pl.) [?]
druhaḥ
des Truges (Gen.)
pāśān
Fesseln (Akk.Pl.)

tad amuṣmā agne devāḥ parā vahantu vaghrir yathāsad vithuro na sādhuḥ

Das, o Agni, mögen die Götter zu jenem forttragen, auf dass er werde wie ein Entmannter, wankend, kein Tüchtiger.

Wort für Wort
tad
das (Akk.)
amuṣmā
zu jenem (Dat.)
agne
o Agni (Vok.)
devāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
parā
fort
vahantu
mögen tragen (Imp.Pl.)
vaghrir
ein Entmannter (Nom.)
yathāsad
auf dass er werde (yathā+asat)
vithuro
wankend (Nom.)
na
kein
sādhuḥ
Tüchtiger (Nom.)

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