Die Götter und die Asuras, beide Nachkommen des Prajāpati, stritten miteinander. Da gingen die Asuras aus bloßem Hochmut (atimāna) vor, mit dem Gedanken: „In wessen Mund sollten wir denn opfern?“ [Anm.: genauer Sinn der Wendung unsicher, evtl. Bezug auf den eigenen Mund als Opferstätte] – sie gingen umher, nur in ihren eigenen Mündern opfernd. Aus bloßem Hochmut unterlagen sie. Deshalb soll man nicht überheblich sein – dies ist ja der Anfang des Unterliegens, nämlich der Hochmut.
Die Götter aber gingen umher, einer immer in den anderen opfernd; ihnen gab Prajāpati sich selbst hin – das Opfer war nämlich nun ihr Selbst – das Opfer ist nämlich die Speise der Götter.
te hocuḥ | kasya na idam bhaviṣyatīti te mama mametyeva na sampādayāṃ cakruste hāsampādyocurājimevāsminnajāmahai sa yo na ujjeṣyati tasya na idam bhaviṣyatīti tatheti tasminnājimājanta
Da sprachen sie: „Wem von uns wird dies gehören?“ Sie brachten es, jeder für sich sagend „Mir! Mir!“, nicht zur Einigung. Als sie sich nicht einigen konnten, sprachen sie: „Lasst uns darum einen Wettlauf (āji) veranstalten; wer von uns siegen wird, dem wird dies gehören.“ „So sei es“, und sie veranstalteten in dieser Sache den Wettlauf.
sa bṛhaspatiḥ | savitārameva prasavāyopādhāvatsavitā vai devānām prasavitedam me prasuva tvatprasūta idamujjayānīti tadasmai savitā prasavitā prāsuvattatsavitṛprasūta udajayatsa idaṃ sarvamabhavatsa idaṃ sarvamudajayatprajāpatiṃ hyudajayatsarvamu hyevedam prajāpatisteneṣṭvaitāmevordhvāṃ diśamudakrāmattasmādyaśca veda yaśca naiṣordhvā bṛhaspaterdigityevāhuḥ
Da wandte sich Bṛhaspati um den Antrieb (prasava) an Savitṛ: „Savitṛ nämlich ist der Antreiber der Götter; treibe mich hierzu an; von dir angetrieben will ich dies gewinnen.“ Da trieb ihn Savitṛ, der Antreiber, an; von Savitṛ angetrieben gewann er. Er wurde zu diesem Allen, er gewann dieses Alles – denn er gewann Prajāpati, und Prajāpati ist ja eben dieses Alles. Nachdem er so geopfert hatte, stieg er in eben diese obere Himmelsrichtung empor. Deshalb sagt man, sei es, wer es weiß, sei es, wer es nicht weiß: „Dies ist die obere Richtung des Bṛhaspati.“
tadye ha sma purā vājapeyena yajante | etāṃ ha smaivordhvā diśamutkrāmanti tata aupāvinaiva jānaśruteyena pratyavarūḍhaṃ tato 'rvācīnam pratyavarohanti
Die, die früher mit dem Vājapeya opferten, pflegten eben in diese obere Richtung emporzusteigen; von dort aber steigen sie durch das Ritual des Aupavi Jānaśruteya wieder herab, von dort wieder herunter in die diesseitige Richtung [Anm.: genauer Bezug des Aupavi Jānaśruteya und seines Rituals unsicher].
Mit diesem Verfahren opferte auch Indra; er wurde zu diesem Allen, er gewann dieses Alles – denn er gewann Prajāpati, und Prajāpati ist ja eben dieses Alles. Nachdem er so geopfert hatte, stieg er in eben diese obere Himmelsrichtung empor.
tadye ha sma purā vājapeyena yajante | etāṃ ha smaivordhvāṃ diśamutkrāmanti tata aupāvinaiva jānaśruteyena pratyavarūḍhaṃ tato 'rvācīnam pratyavarohanti
Die, die früher mit dem Vājapeya opferten, pflegten eben in diese obere Richtung emporzusteigen; von dort aber steigen sie durch das Ritual des Aupavi Jānaśruteya wieder herab, von dort wieder herunter in die diesseitige Richtung.
tadāhuḥ | na vājapeyena yajeta sarvaṃ vā eṣa idamujjayati yo vājapeyena yajate prajāpatiṃ hyujjayati sarvamu hyevedam prajāpatiḥ sa iha na kiṃ cana pariśinaṣṭi tasyeśvaraḥ prajā pāpīyasī bhavitoriti
Dazu sagen manche: „Man soll nicht mit dem Vājapeya opfern; denn wer mit dem Vājapeya opfert, der gewinnt dieses Alles – er gewinnt ja Prajāpati, und Prajāpati ist ja eben dieses Alles. Er läßt hier seinen Nachkommen nichts übrig; seine Nachkommenschaft wird herrschaftsunfähig und schlechter dran sein.“
tadu vai yajetaiva | ya evametaṃ yajñaṃ kLptaṃ vidyurṛkto yajuṣṭaḥ sāmato ye prajajñayasta enaṃ yājayeyureṣā ha tvetasya yajñasya samṛddhiryadenaṃ vidvāṃso yājayanti tasmādu yajetaiva
Dennoch soll man tatsächlich opfern – nur diejenigen sollen es durchführen lassen, die eben dieses Opfer als rituell geordnet kennen, sei es von der Ṛc, sei es von der Yajus, sei es vom Sāman her, und die kundig darin sind; dies eben ist der Erfolg dieses Opfers, dass Kundige es durchführen lassen. Deshalb soll man tatsächlich opfern.
sa vā eṣa brāhmaṇasyaiva yajñaḥ | yadenena bṛhaspatirayajata brahma hi bṛhaspatirbrahma hi brāhmaṇo 'tho rājanyasya yadenenendro 'yajata kṣatraṃ hīndraṃ kṣatraṃ rājanyaḥ
Dies nun ist eigentlich das Opfer des Brahmanen – weil Bṛhaspati damit opferte und Bṛhaspati das Brahman-Prinzip ist, und der Brahmane das Brahman-Prinzip ist; und zugleich das Opfer des Kriegers (rājanya), weil Indra damit opferte und Indra die Kṣatra-Macht ist, und der Krieger die Kṣatra-Macht ist.
rājña eva rājasūyam | rājā vai rājasūyeneṣṭvā bhavati na vai brāhmaṇo rājyāyālamavaraṃ vai rājasūyam paraṃ vājapeyam
Das Rājasūya-Opfer ist dagegen nur für den König: durch das Rājasūya-Opfer wird man König; ein Brahmane ist ja für die Königsherrschaft nicht geeignet. Geringer ist das Rājasūya, höher das Vājapeya.
rājā vai rājasūyeneṣṭvā bhavati | samrāṅvājapeyenāvaraṃ hi rājyam paraṃ sāmrājyaṃ kāmayeta vai rājā samrāḍ bhavitumavaraṃ hi rājyam paraṃ sāmrājyaṃ na samrāṭkāmayeta rājā bhavitumavaraṃ hi rājyam paraṃ sāmrājyam
Durch das Rājasūya wird man König, durch das Vājapeya aber wird man Oberkönig (samrāj) – geringer nämlich ist die einfache Königsherrschaft, höher die Oberherrschaft (sāmrājya). Ein König mag wünschen, Oberkönig zu werden – geringer nämlich ist die Königsherrschaft, höher die Oberherrschaft. Ein Oberkönig aber sollte nicht wünschen, nur König zu werden – geringer nämlich ist die Königsherrschaft, höher die Oberherrschaft.
sa yo vājapeyeneṣṭvā samrāḍ bhavati | sa idaṃ sarvaṃ saṃvṛṅkte sa karmaṇaḥ-karmaṇaḥ purastādetāṃ sāvitrīmāhutiṃ juhoti deva savitaḥ prasuva yajñam prasuva yajñapatim bhagāyeti
Wer nun, durch das Vājapeya geopfert habend, Oberkönig wird, der nimmt sich dieses Alles zu eigen. Er opfert vor jeder einzelnen Handlung diese Sāvitrī-Trankspende: „O Gott Savitṛ, treibe das Opfer an, treibe den Opferherrn an, zum Glück!“
tadyathaivādo bṛhaspatiḥ | savitāram prasavāyopādhāvatsavitā vai devānām prasavitedam me prasuva tvatprasūta idamujjayānīti tadasmai savitā prasavitā prāsuvattatsavitṛprasūta udajayadevamevaiṣa etatsavitārameva prasavāyopadhāvati savitā vai devānām prasavitedam me prasuva tvatprasūta idamujjayānīti tadasmai savitā prasavitā prasauti tatsavitṛprasūta ujjayati
Ebenso wie sich einst jener Bṛhaspati um den Antrieb an Savitṛ wandte: „Savitṛ nämlich ist der Antreiber der Götter; treibe mich hierzu an; von dir angetrieben will ich dies gewinnen“ – da trieb ihn Savitṛ, der Antreiber, an; von Savitṛ angetrieben gewann er – ebenso wendet sich nun auch dieser Opferer um den Antrieb an Savitṛ: „Savitṛ nämlich ist der Antreiber der Götter; treibe mich hierzu an; von dir angetrieben will ich dies gewinnen“ – da treibt ihn Savitṛ, der Antreiber, an; von Savitṛ angetrieben gewinnt er.
Deshalb spricht er: „O Gott Savitṛ, treibe das Opfer an, treibe den Opferherrn an, zum Glück! Der himmlische Gandharva, der Reiniger der Erkenntnis, er reinige unsere Erkenntnis. Der Herr der Rede (Vācaspati) mache uns die Speisekraft schmackhaft! Svāhā!“ – Prajāpati nämlich ist der Vācaspati, Speise ist die Speisekraft (vāja), Prajāpati ist also gemeint mit: „Er mache uns diese Speise hier schmackhaft“ – eben dies spricht er damit aus. Er opfert eben diese Trankspende bis zum Tag vor dem Preßtag – denn damit ist für ihn dieses Opferwerk begonnen, und er ist diesem Opfer von Anfang an zugetan [Anm.: prasanna, genaue Nuance unsicher].
Er ergreift den Aṃśu-Graha – eben um der Allheit (sarvatva) willen; deshalb ergreift man den Aṃśu. Sodann ergreift er diese wohlbekannten Agniṣṭoma-Grahas, beginnend vom Āgrayaṇa an.
Sodann ergreift er diese fünf Vājapeya-Grahas, mit den Worten: „Dich, den Fest-Sitzenden, den Mannes-Sitzenden, den Geist-Sitzenden“ – [Formel:] „Mit dem Upayāma bist du ergriffen; dich, den Indra-Willkommenen, ergreife ich; dies ist deine Wiege, dich, den Indra-Höchst-Willkommenen.“ So setzt er ihn nieder. Von diesen Welten ist ja eben diese Erde die 'Feste' (dhruva) – eben diese Welt gewinnt er damit.
apsuṣadam tvā ghṛtasadaṃ vyomasadamupayāmagṛhīto 'sīndrāya tvā juṣṭaṃ gṛhṇāmyeṣa te yonirindrāya tvā juṣṭatamamiti sādayatyeṣāṃ vai lokānāmayameva vyomedamantarikṣamantarikṣalokamevaitenojjayati
„Dich, den im Wasser Sitzenden, den im Schmalz Sitzenden, den im Himmelsraum Sitzenden“ – [Formel:] „Mit dem Upayāma bist du ergriffen; dich, den Indra-Willkommenen, ergreife ich; dies ist deine Wiege, dich, den Indra-Höchst-Willkommenen.“ So setzt er ihn nieder. Von diesen Welten ist ja eben dieser Himmelsraum das Luftreich – eben das Luftreich gewinnt er damit.
pṛthivisadaṃ tvāntarikṣasadaṃ divisadaṃ devasadaṃ nākasadamupayāmagṛhīto 'sīndrāya tvā juṣṭaṃ gṛhṇāmyeṣa te yonirindrāya tvā juṣṭatamamiti sādayatyeṣa vai devasannākasadeṣa eva devaloko devalokamevaitenojjayati
„Dich, den auf der Erde Sitzenden, den im Luftreich Sitzenden, den im Himmel Sitzenden, den bei den Göttern Sitzenden, den im Firmament Sitzenden“ – [Formel:] „Mit dem Upayāma bist du ergriffen; dich, den Indra-Willkommenen, ergreife ich; dies ist deine Wiege, dich, den Indra-Höchst-Willkommenen.“ So setzt er ihn nieder. Der bei den Göttern, im Firmament Sitzende, eben das ist die Götterwelt – eben die Götterwelt gewinnt er damit.
apāṃ rasamudvayasaṃ sūrye santaṃ samāhitamapāṃ rasasya yo rasastaṃ vo gṛhṇāmyuttamamupayāmagṛhīto 'sīndrāya tvā juṣṭaṃ gṛhṇāmyeṣa te yonirindrāya tvā juṣṭatamamiti sādayatyeṣa vā apāṃ raso yo 'yam pavate sa eṣa sūrye samāhitaḥ sūryātpavata etamevaitena rasamujjayati
„Den Saft der Wasser, den zweifach-kräftigen, der in der Sonne ruht, niedergelegt ist; wer der Saft des Saftes der Wasser ist, den höchsten von euch beiden ergreife ich“ – [Formel:] „Mit dem Upayāma bist du ergriffen; dich, den Indra-Willkommenen, ergreife ich; dies ist deine Wiege, dich, den Indra-Höchst-Willkommenen.“ So setzt er ihn nieder. Dies ist ja der Saft der Wasser, der sich als Soma läutert; dieser ist in der Sonne niedergelegt, und läutert sich von der Sonne her – eben diesen Saft gewinnt er damit.
Die Grahas sind Nahrungskraft-Opferungen (ūrjāhuti). „Für die Erleuchteten euch Gedanken zuwendend, von euch, den den Stämmen Lieben, habe ich Labung und Nahrungskraft zusammen ergriffen“ – [Formel:] „Mit dem Upayāma bist du ergriffen; dich, den Indra-Willkommenen; dies ist deine Wiege, dich, den Indra-Höchst-Willkommenen.“ So setzt er ihn nieder. Nahrungskraft (ūrj) nämlich ist der Saft – eben den Saft gewinnt er damit.
Diese fünf Vājapeya-Grahas nun ergreift er – denn wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt Prajāpati; das Jahr nämlich ist Prajāpati, fünf aber sind die Jahreszeiten des Jahres – damit gewinnt er Prajāpati. Deshalb ergreift er die fünf Vājapeya-Grahas.
Sodann ergreift er siebzehn Soma-Grahas und siebzehn Surā-Grahas – diese beiden berauschenden Getränke (andhasī) gehören dem Prajāpati, nämlich Soma und Surā; von diesen sind: Wahrheit, Glanz, Licht der Soma; Unwahrheit, Übel, Finsternis die Surā – eben diese beiden berauschenden Getränke gewinnt er damit. Denn wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt dieses Alles – er gewinnt ja Prajāpati, und Prajāpati ist ja eben dieses Alles.
sa yatsaptadaśa | somagrahāngṛhṇāti saptadaśo vai prajāpatiḥ prajāpatiryajñaḥ sa yāvāneva yajño yāvatyasya mātrā tāvataivāsyaitatsatyaṃ śriyaṃ jyotirujjayati
Dass er siebzehn Soma-Grahas ergreift – siebzehnfach ist nämlich Prajāpati, und Prajāpati ist das Opfer; so groß eben das Opfer, so groß dessen Maß ist, in eben diesem Maß gewinnt er dessen Wahrheit, Glanz und Licht.
atha yatsaptadaśa | surāgrahāngṛhṇāti saptadaśo vai prajāpatiḥ prajāpatiryajñaḥ sa yāvāneva yajño yāvatyasya mātrā tāvataivāsyaitadanṛtam pāpmānaṃ tama ujjayati
Und dass er siebzehn Surā-Grahas ergreift – siebzehnfach ist nämlich Prajāpati, und Prajāpati ist das Opfer; so groß eben das Opfer, so groß dessen Maß ist, in eben diesem Maß gewinnt er dessen Unwahrheit, Übel und Finsternis.
ta ubhaye catustriṃśadgrahāḥ sampadyante | trayastriṃśadvai devāḥ prajāpatiścatustriṃśastatprajāpatimujjayati
Diese beiden Gruppen zusammen ergeben vierunddreißig Grahas – dreiunddreißig nämlich sind die Götter, Prajāpati der Vierunddreißigste – damit gewinnt er Prajāpati.
atha yatra rājānaṃ krīṇāti | taddakṣiṇataḥ prativeśataḥ keśavātpuruṣātsīsena parisrutaṃ krīṇāti na vā eṣa strī na pumānyatkeśavaḥ puruṣo yadaha pumāṃstena na strī yadu keśavastena na pumānnaitadayo na hiraṇyaṃ yatsīsaṃ naiṣa somo na surā yatparisruttasmātkeśavātpuruṣātsīsena parisrutaṃ krīṇāti
Und wenn er 'den König' kauft [Anm.: es handelt sich um einen rituellen Surrogat-Kauf, genauer Bezug der Figur unsicher] – dort, zur Rechten, von einem benachbarten behaarten Mann kauft er es mit Blei gegen den Parisrut-Trank – dieser Mann ist nämlich weder Frau noch Mann: dass er behaart und ein Mann zugleich ist – indem er ein Mann ist, ist er doch keine Frau, aber indem er behaart ist, ist er doch auch kein vollwertiger Mann. Auch ist dies weder Eisen noch Gold, was Blei ist; auch ist dies weder Soma noch Surā, was Parisrut ist. Deshalb kauft er von dem behaarten Mann mit Blei gegen Parisrut.
Sodann macht man am Vortag zwei 'Esel' (khara) [Anm.: technische Bezeichnung für zwei Gestelle, genaue Konstruktion unsicher] – den einen mit der Achse nach vorn, den anderen mit der Achse nach hinten, mit dem Gedanken: „Damit ich nicht die Soma-Grahas und die Surā-Grahas zusammen ungeordnet niedersetze.“ Deshalb macht man am Vortag zwei 'Esel', den einen mit der Achse nach vorn, den anderen mit der Achse nach hinten.
Und wo man durch die vordere Tür die Vasatīvarī-Wasser hineinbringt, dort bringt die Neṣṭrī durch die hintere Tür den Parisrut hinein; zur Rechten trägt man die Gefäße zusammen. An der Achse nach vorn sitzend, nach Westen gewandt, ergreift der Adhvaryu die Soma-Grahas; an der Achse nach hinten sitzend, nach Osten gewandt, ergreift die Neṣṭrī die Surā-Grahas [Anm.: der Quelltext wiederholt hier eine Passage redundant, vermutlich ein Wiederholungsartefakt] – der Adhvaryu ergreift eben den Soma-Graha, die Neṣṭrī den Surā-Graha; so ergreifen sie beide diese abwechselnd (vyatyāsa).
na pratyañcamakṣamadhvaryuḥ | somagrahamatiharati na prāñcamakṣaṃ neṣṭā surāgrahaṃ nejjyotiśca tamaśca saṃsṛjāveti
Der Adhvaryu darf den Soma-Graha nicht über die nach Westen gerichtete Achse hinaus reichen, und die Neṣṭrī darf den Surā-Graha nicht über die nach Osten gerichtete Achse hinaus reichen – damit wir nicht Licht und Finsternis miteinander vermengen.
uparyuparyevākṣamadhvaryuḥ | somagrahaṃ dhārayatyadho 'dho 'kṣaṃ neṣṭā surāgrahaṃ sampṛcau sthaḥ sam mā bhadreṇa pṛṅktamiti netpāpamiti bravāveti tau punarviharato vipṛcau stho vi mā pāpmanā pṛṅktamiti tadyatheṣīkām muñjādvivṛhedevamenaṃ sarvasmātpāpmano vivṛhatastasminna tāvaccanaino bhavati yāvattṛṇasyāgraṃ tau sādayataḥ
Immer weiter oberhalb der Achse hält der Adhvaryu den Soma-Graha, immer weiter unterhalb der Achse die Neṣṭrī den Surā-Graha, mit den Worten: „Ihr seid vereinigt; vereinigt mich mit dem Guten“ – dies, damit sie nicht sagen müssen: „Mit dem Bösen [vereinigt]“. Dann trennen sie die Gefäße wieder, mit den Worten: „Ihr seid getrennt; trennt mich vom Übel“ – so wie man ein Iṣīkā-Rohr von der Muñja-Grasscheide herauslöst, ebenso lösen sie ihn von allem Übel; dabei haftet ihm nicht einmal so viel Übel an wie die Spitze eines Grashalms ausmacht. Dann setzen sie die beiden Gefäße nieder.
Sodann ergreift der Adhvaryu mit einem Goldgefäß den Madhu-Graha (Honig-Graha) und setzt ihn in die Mitte der Soma-Grahas; sodann ergreift er den Ukthya-Graha, sodann den Dhruva-Graha. Sodann, beim obersten Stotra, verteilt man diese Soma-Grahas in die Camasa-Becher der Opferpriester und opfert daraus; sie genießen den Rest als Speise. Sodann wird beim Mittags-Savana über den Madhu-Graha und die Surā-Grahas weiter verhandelt; davon handelt hier weiter.
Beim Agniṣṭoma opfert er das dem Agni geweihte Tier – Agni nämlich ist der Agniṣṭoma; eben den Agniṣṭoma gewinnt er damit. Für die Uktha-Lieder opfert er das dem Indra-und-Agni geweihte Tier – dem Indra-und-Agni gehören ja die Ukthya-Riten, die Uktha-Lieder; eben diese gewinnt er damit. Beim Ṣoḍaśin opfert er das dem Indra geweihte Tier – Indra nämlich ist die Ṣoḍaśin; eben die Ṣoḍaśin gewinnt er damit.
sārasvataṃ saptadaśāya stotrāyālabhate | tadetadanatirātre sati rātre rūpaṃ kriyate prajāpatiṃ vā eṣa ujjayati yo vājapeyena yajate saṃvatsaro vai prajāpatistadetena sārasvatena rātrimujjayati tasmādetadanatirātre sati rātre rūpaṃ kriyate
Für das siebzehnfache Stotra opfert er das der Sarasvatī geweihte Tier – damit wird, obwohl es kein Atirātra ist, gleichsam die Gestalt einer Nacht (rātri) geschaffen. Denn wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt Prajāpati; das Jahr nämlich ist Prajāpati – damit gewinnt er mit diesem Sārasvata-Opfer die Nacht. Deshalb wird, obwohl es kein Atirātra ist, die Gestalt einer Nacht geschaffen.
atha marudbhya ujjeṣebhyaḥ | vaśām pṛśnimālabhata iyaṃ vai vaśā pṛśniryadidamasyām mūli cāmūlaṃ cānnādyam pratiṣṭitaṃ teneyaṃ vaśā pṛśnirannaṃ vā eṣa ujjayati yo vājapeyena yajate 'nnapeyaṃ ha vai nāmaitadyadvājapeyaṃ viśo vai maruto 'nnaṃ vai viśa ujjeṣebhya ityujjityā eva durvede ujjeṣavatyau yājyānuvākye yadyujjeṣavatyau na vindedapi ye eva ke ca mārutyau syātāṃ durvedo eva vaśā pṛśniryadi vaśām pṛśni na vindedapi yaiva kā ca vaśā syāt
Sodann opfert er den Marut, den 'Siegverleihenden' (ujjeṣa), die scheckige unfruchtbare Kuh (vaśā pṛśni) – diese scheckige unfruchtbare Kuh ist nämlich Symbol dafür, was an ihr gewurzelt und ungewurzelt gleichermaßen als Speise befestigt ist [Anm.: genauer Sinn dieser Wendung unsicher] – damit ist diese scheckige unfruchtbare Kuh die ganze Speise. Denn wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt Speise; 'Speisetrank' (annapeya) ist ja der wahre Name dafür, was 'Vājapeya' heißt. Die Maruts sind nämlich die einfachen Stämme (viś), und Speise ist der Stamm. Mit dem Zusatz 'für die Siegverleihenden' wird eben um des Sieges willen geopfert. Schwer aufzufinden sind aber die beiden Opfer- und Rezitationssprüche mit 'ujjeṣa'; sollte man die beiden 'ujjeṣa'-Sprüche nicht finden, so mögen es auch irgendwelche beliebigen, den Maruts zugehörigen Sprüche sein. Ebenso schwer aufzufinden ist eine echte scheckige unfruchtbare Kuh; sollte man eine solche nicht finden, so möge es auch irgendeine beliebige unfruchtbare Kuh sein.
Deren Umlauf (āvṛt, der rechte Zeitpunkt) ist folgender: Wenn der Hotṛ den Māhendra-Graha nachrezitiert, dann soll man mit deren Bauchfell (vapā) verfahren – dieser Māhendra-Graha ist ja der eigentliche Graha des Indra; auch dieses ist eben das eigentliche Stotra, das eigentliche Śastra; Indra ist nämlich der Opferer – damit legt man eben in der Mitte dieses Ablaufs dem Opferer Kraft in ihn hinein. Deshalb soll man hier mit deren Bauchfell verfahren.
dvedhāvadānāni śrapayanti | tato 'rdhānāṃ juhvāmupastīrya dvirdviravadyati sakṛdabhighārayati pratyanaktyavadānānyathopabhṛti sakṛtsakṛdavadyati dvirabhighārayati na pratyanaktyavadānāni tadyadardhānāṃ dvirdviravadyati tathaiṣā kṛtsnām bhavatyatha yadetaiḥ pracarati tena daivīṃ viśamujjayatyathārdhāni mānuṣyai viśa upaharati teno mānuṣīṃ viśamujjayati
Man kocht die Opferstücke (avadāna) in zweifacher Weise: sodann breitet er auf den Opferlöffel (juhū) die Hälfte der Stücke, schneidet je zweimal ab, besprengt einmal mit Schmalz, bestreicht dann die Opferstücke nachher nochmals; sodann nimmt er mit dem Opferbehälter (upabhṛt) die andere Hälfte, schneidet je einmal ab, besprengt zweimal, bestreicht die Opferstücke nicht nachher. Dass er von den Hälften je zweimal abschneidet, dadurch wird diese Kuh vollständig; und dass er damit verfährt, dadurch gewinnt er den göttlichen Stamm; sodann bringt er die andere Hälfte für den menschlichen Stamm dar – damit gewinnt er den menschlichen Stamm.
tadu tathā na kuryāt | hvalati vā eṣa yo yajñapathādetyeti vā eṣa yajñapathādya evaṃ karoti tasmādyatraivaitareṣām paśūnāṃ vapābhiḥ pracaranti tadevaitasyai vapayā pracareyurekadhāvadānāni śrapayanti na mānuṣyai viśa upaharanti
Doch so soll man besser nicht verfahren – denn wer so handelt, der strauchelt vom Opferpfad, ja er geht vom Opferpfad ab. Deshalb soll man genau dort, wo man mit den Bauchfellen der übrigen Tiere verfährt, auch mit deren Bauchfell verfahren; man kocht die Opferstücke dann nur in einer Weise und bringt nichts eigens für den menschlichen Stamm dar.
atha saptadaśa prājāpatyānpaśūnālabhate | te vai sarve tūparā bhavanti sarve śyāmāḥ sarve muṣkarāḥ prajāpatiṃ vā eṣa ujjayati yo vājapeyena yajate 'nnaṃ vai prajāpatiḥ paśurvā annaṃ tatprajāpatimujjayati somo vai prajāpatiḥ paśurvai pratyakṣaṃ somastatpratyakṣam prajāpatimujjayati saptadaśa bhavanti saptadaśo vai prajāpatistatprajāpatimujjayati
Sodann opfert er siebzehn dem Prajāpati geweihte Tiere – diese sind alle 'tūpara' [Anm.: technischer Rasse-/Merkmalsbegriff, genaue Bedeutung unsicher], alle dunkel-gescheckt (śyāma), alle 'muṣkara' [Anm.: unkastriert, genaue Bedeutung unsicher]. Denn wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt Prajāpati: Speise ist nämlich Prajāpati, und das Opfertier ist Speise – damit gewinnt er Prajāpati. Soma ist nämlich Prajāpati, und das Opfertier ist der sichtbare Soma – damit gewinnt er den sichtbaren Prajāpati. Sie sind siebzehn – siebzehnfach ist nämlich Prajāpati – damit gewinnt er Prajāpati.
te vai sarve tūparā bhavanti | puruṣo vai prajāpaternediṣṭhaṃ so 'yaṃ tūparo 'viṣāṇastūparo vā aviṣāṇaḥ prajāpatiḥ prājāpatyā ete tasmātsarve tūparā bhavanti
Dass diese alle 'tūpara' sind – der Mensch (puruṣa) ist ja das dem Prajāpati Nächststehende unter den Geschöpfen; er, der Mensch, ist gleichsam 'tūpara' und hornlos [Anm.: aviṣāṇa, wörtl. 'ohne Horn']; hornlos und 'tūpara' ist also gleichsam Prajāpati; diese Tiere gehören zu Prajāpati – deshalb sind sie alle 'tūpara'.
sarve śyāmāḥ | dve vai śyāmasya rūpe śuklaṃ caiva loma kṛṣṇaṃ ca dvandvaṃ vai mithunam prajananam prajananam prajāpatiḥ prājāpatyā ete tasmātsarve śyāmā bhavanti
Dass sie alle 'śyāma' sind – zweifach ist nämlich die Farbe des 'śyāma': weißes Haar und schwarzes zugleich; zweifach (dvandva) ist das Paar (mithuna), und das Paar ist Zeugung, Zeugung ist Prajāpati; diese gehören zu Prajāpati – deshalb sind sie alle 'śyāma'.
Dass sie alle 'muṣkara' sind – Zeugung ist nämlich der 'muṣkara', Zeugung ist Prajāpati; diese gehören zu Prajāpati – deshalb sind sie alle 'muṣkara'. Schwer aufzufinden sind so vollkommen ausgestattete Tiere; sollte man solche vollkommenen nicht finden, so mögen auch nur einige wenige derart vollkommen sein – alles dies ist ja eben Prajāpati.
taddhaike | vāca uttamamālabhante yadi vai prajāpateḥ paramasti vāgeva tadetadvācamujjayāma iti vadantastadu tathā na kuryātsarvaṃ vā idam prajāpatiryadime lokā yadidaṃ kiṃ ca sā yadevaiṣu lokeṣu vāgvadati tadvācamujjayati tasmādu tannādriyeta
Dazu opfern manche als Letztes ein Tier für die Rede, mit dem Gedanken: „Wenn es überhaupt etwas gibt, das über Prajāpati hinausgeht, so ist es eben die Rede; damit wollen wir die Rede gewinnen.“ Doch so soll man nicht verfahren – denn dies alles, die Welten, ist ja Prajāpati, was diese Welten sind, was irgend dieses Universum ist; was aber in diesen Welten die Rede spricht, damit gewinnt er ohnehin schon die Rede. Deshalb soll man dem zusätzlichen Rede-Opfer keine Beachtung schenken.
Deren Umlauf ist folgender: Wenn der Maitrāvaruṇa-Priester das Vāmadevya-Sāman nachrezitiert, dann soll man mit deren Bauchfellen verfahren – Zeugung ist nämlich das Vāmadevya, Zeugung ist Prajāpati; diese gehören zu Prajāpati – deshalb soll man dann mit deren Bauchfellen verfahren.
atheṣṭā anuyājā bhavanti | avyūḍhe srucāvathaiṣāṃ havirbhiḥ pracaranti so 'nto 'nto vai prajāpatistadantata evaitatprajāpatimujjayatyatha yatpurā pracaredyathā yamadhvānameṣyantsyāttaṃ gatvā sa kva tataḥ syādevaṃ tattasmādeṣāmatra havirbhiḥ pracaranti
Sodann, nachdem das Hauptopfer geopfert ist, folgen die Nach-Opfer (anuyāja), während die beiden Opferlöffel noch nicht auseinandergenommen sind. Sodann verfährt man mit deren Opferspenden – er, Prajāpati, ist ja Ende um Ende; damit gewinnt man eben am Ende Prajāpati. Würde man aber vorher damit verfahren, so wäre das, wie wenn einer, der einen Weg gehen wollte, ihn schon gegangen wäre und dann fragte: 'Wo bin ich jetzt von dort aus?' – ebenso wäre es hier. Deshalb verfährt man hier erst am Schluss mit deren Opferspenden.
Doch so soll man besser nicht verfahren – denn wer so handelt, der strauchelt vom Opferpfad, ja er geht vom Opferpfad ab. Deshalb soll man genau dort, wo man mit den Bauchfellen der übrigen Tiere verfährt, auch mit deren Bauchfellen verfahren, und wo man mit den Opferspenden der übrigen Tiere verfährt, auch mit deren Opferspende verfahren: mit einem einzigen Rezitationsspruch, einem einzigen Opferspruch, da sie einer einzigen Gottheit geweiht sind – denn 'für Prajāpati' ist die gemeinsame Widmung. Nachdem er leise 'für Prajāpati' gesprochen hat, ruft er laut: „Sprich den Spruch für die Opferspende nach!“ Nachdem er leise 'für Prajāpati' gesprochen hat, ruft er laut: „Die Opferspende ist hingestellt, sende sie!“ Nach dem Vaṣaṭ-Ruf opfert er.
Man weiht ihn (den König) nämlich beim Mittags-Savana; beim Mittags-Savana laufen sie den Wettlauf (āji) – dieses Opfer, das sich hier ausbreitet, ist ja Prajāpati, aus dem diese Geschöpfe geboren wurden; eben ihm gemäß werden alle Geschöpfe auch jetzt noch geboren – damit gewinnt man eben in der Mitte des Rituals Prajāpati.
agṛhīte māhendre | eṣa vā indrasya niṣkevalyo graho yanmāhendro 'pyasyaitanniṣkevalyameva stotraṃ niṣkevalyaṃ śastramindro vai yajamānastadenaṃ sva evāyatane 'bhiṣiñcati tasmādagṛhīte māhendre
Und zwar, während der Māhendra-Graha noch nicht ergriffen ist – dieser Māhendra-Graha ist ja der eigentliche Graha des Indra; auch dieses ist eben das eigentliche Stotra, das eigentliche Śastra; Indra ist nämlich der Opferer – damit weiht man ihn eben an seiner eigenen Stätte. Deshalb geschieht dies, während der Māhendra-Graha noch nicht ergriffen ist.
atha rathamupāvaharati | indrasya vajro 'sīti vajro vai ratha indro vai yajamānastasmādāhendrasya vajro 'sīti vājasā iti vājasā hi rathastvayāyaṃ vājaṃ sedityannaṃ vai vājastvayāyamannamujjayatvityevaitadāha
Sodann fährt man den Wagen heran, mit den Worten: „Du bist die Keule des Indra“ – der Wagen ist nämlich die Keule, und Indra ist der Opferer; deshalb sagt er „du bist die Keule des Indra.“ „Vājasā“ [Anm.: Epitheton des Wagens] – denn ein 'vājasā'-Wagen ist der Wagen; „mit dir möge dieser die Speisekraft erlangen“ – Speise ist nämlich die Speisekraft; „mit dir möge dieser die Speise gewinnen“ – eben dies spricht er damit aus.
taṃ dhūrgṛhītamantarvedyabhyavavartayati | vājasya nu prasave mātaram mahīmityannaṃ vai vājo 'nnasya nu prasave mātaram mahīmityevaitadāhāditiṃ nāma vacasā karāmahā itīyaṃ vai pṛthivyaditistasmādāhāditiṃ nāma vacasā karāmaha iti yasyāmidaṃ viśvam bhuvanamāviveśetyasyāṃ hīdaṃ sarvam bhuvanamāviṣṭaṃ tasyāṃ no devaḥ savitā dharma sāviṣaditi tasyāṃ no devaḥ savitā yajamānaṃ savatāmityevaitadāha
Diesen, an der Deichsel ergriffen, läßt er innerhalb des Vedi-Altarbereichs umherrollen, mit den Worten: „Beim Antrieb der Speisekraft nun rufen wir die große Mutter an“ – Speise ist nämlich die Speisekraft; „beim Antrieb der Speise nun die große Mutter“ – eben dies spricht er damit aus. „Wir wollen sie mit dem Wort 'Aditi' benennen“ – diese Erde ist nämlich Aditi; deshalb sagt er „wir wollen sie mit dem Wort 'Aditi' benennen.“ „In die dieses ganze Wesen eingegangen ist“ – in ihr ist ja dieses ganze Wesen eingegangen. „In ihr möge uns der Gott Savitṛ Ordnung antreiben“ – gemeint ist: „in ihr möge uns der Gott Savitṛ, den Opferer, antreiben“ – eben dies spricht er damit aus.
athāśvānadbhirabhyukṣati | snapanāyābhyavanīyamānāntsnapitānvodānītānadbhyo ha vā agre 'śvaḥ sambabhūva so 'dbhyaḥ sambhavannasarvaḥ samabhavadasarvo hi vai samabhavattasmānna sarvaiḥ padbhiḥ pratitiṣṭhatyekaikameva pādamudacya tiṣṭhati tadyadevāsyātrāpsvahīyata tenaivainametatsamardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmādaśvānadbhirabhyukṣati snapanāyābhyavanīyamānāntsnapitānvodānītān
Sodann besprengt er die Pferde mit Wasser, sei es die zum Bad Hingeführten, sei es die schon Gebadeten und Herbeigebrachten – aus dem Wasser nämlich entstand einst das Pferd; als es aus dem Wasser entstand, war es nicht vollständig entstanden – denn es entstand nur unvollständig; deshalb steht es nicht auf allen vier Füßen fest, sondern hebt jeweils immer einen Fuß hoch und steht auf den übrigen drei. Was ihm nun dabei im Wasser fehlte, das eben ergänzt man ihm damit, und macht es vollständig. Deshalb besprengt er die Pferde mit Wasser, sei es die zum Bad Hingeführten, sei es die schon Gebadeten und Herbeigebrachten.
so 'bhyukṣati | apsvantaramṛtamapsu bheṣajamapāmuta praśastiṣvaśvā bhavata vājina ityanenāpi devīrāpo yo va ūrmiḥ pratūrtiḥ kakunmānvājasāstenāyaṃ vājaṃ sedityannaṃ vai vājastenāyamannamujjayatvityevaitadāha
Er besprengt sie, mit den Worten: „In den Wassern ist Unsterblichkeit, in den Wassern ist Heilmittel; und im Lobpreis der Wasser, werdet, o Pferde, kraftvoll!“ – dann: „Und mit diesem, ihr göttlichen Wasser, mit eurer Welle, die vorwärtsdrängt, mit dem 'Höcker-tragenden' Wagen [Anm.: kakunmān, genaue Bedeutung unsicher], dem Vājasā-Wagen – damit möge dieser die Speisekraft erlangen“ – Speise ist nämlich die Speisekraft; „damit möge dieser die Speise gewinnen“ – eben dies spricht er damit aus.
Sodann schirrt er den Wagen an: er schirrt zuerst das rechte Zugpferd an – im menschlichen Ritual schirrt man zwar zuerst das linke Zugpferd an, hier aber, im göttlichen Ritual, geschieht es umgekehrt.
sa yunakti | vāto vā mano veti na vai vātātkim canāśīyo 'sti na manasaḥ kiṃ canāśīyo 'sti tasmādāha vāto vā mano veti gandharvāḥ saptaviṃśatiste 'gre 'śvamayuñjanniti gandharvā ha vā agre 'śvaṃ yuyujustadye 'gre 'śvamayuñjaṃste tvā yuñjantvityevaitadāha te asminjavamādadhuriti tadye 'sminjavamādadhuste tvayi javamādadhatvityevaitadāha
Er schirrt an, mit den Worten: „Der Wind oder der Geist“ – denn nichts ist schneller als der Wind, nichts ist schneller als der Geist; deshalb sagt er „der Wind oder der Geist.“ „Die siebenundzwanzig Gandharvas, sie schirrten einst zuerst das Pferd an“ – die Gandharvas nämlich schirrten einst zuerst das Pferd an; gemeint ist: „die, die einst zuerst das Pferd anschirrten, sie mögen dich anschirren“ – eben dies spricht er damit aus. „Sie legten in dieses Pferd Geschwindigkeit“ – gemeint ist: „die, die in dieses Pferd Geschwindigkeit legten, sie mögen in dich Geschwindigkeit legen“ – eben dies spricht er damit aus.
Sodann schirrt er das linke Zugpferd an, mit den Worten: „Windgeschwind werde, o Kraftvoller, wenn du angeschirrt wirst“ – gemeint ist: „werde windgeschwind, o Kraftvoller, wenn du angeschirrt wirst“ – eben dies spricht er damit aus. „Wie das rechte Pferd des Indra, gedeihe zum Glanz“ – gemeint ist: „wie das rechte Pferd des Indra zum Glanz gedeiht, so gedeihe zum Glanz des Opferers“ – eben dies spricht er damit aus. „Die Maruts, die Allbesitzenden, mögen dich anschirren“ – gemeint ist: „die Götter mögen dich anschirren“ – eben dies spricht er damit aus. „Tvaṣṭṛ lege in deine Füße Geschwindigkeit“ – hier gibt es nichts Verborgenes zu deuten. Sodann schirrt er das rechte Beipferd (praṣṭi) an – im menschlichen Ritual schirrt man zwar zuerst das linke Beipferd an, hier aber, im göttlichen Ritual, geschieht es umgekehrt.
sa yunakti | javo yaste vājinnihito guhā yaḥ śyene parītto acaracca vāta iti javo yaste bājinnapyanyatrāṣanihitastena na imaṃ yajñam prajāpatimujjayetyevaitadāha tena no vājinbalavānbalena vājajicca bhava samane ca pārayiṣṇurityannaṃ vai vājo 'nnajicca na edhyasmiṃśca no yajñe devasamana imaṃ yajñam prajāpatimujjayetyevaitadāha
Er schirrt an, mit den Worten: „Die Geschwindigkeit, die in dir, o Kraftvoller, verborgen niedergelegt ist, die dem Falken übergeben wurde und als Wind umherzog“ – gemeint ist: „die Geschwindigkeit, die in dir, o Kraftvoller, auch anderswo niedergelegt ist, mit dieser möge er dieses Opfer, Prajāpati, gewinnen“ – eben dies spricht er damit aus. „Mit dieser, o Kraftvoller, werde uns kraftbegabt, durch Kraft die Speisekraft gewinnend, und im Wettkampf siegreich“ – Speise ist nämlich die Speisekraft; gemeint ist: „die Speise gewinnend, und in diesem unserem Opfer, dem Götterwettkampf, gedeihend, möge er dieses Opfer, Prajāpati, gewinnen“ – eben dies spricht er damit aus.
te vā eta eva trayo yuktā bhavanti | trivṛddhi devānāṃ taddhi devatrādhipraṣṭiyuga eva caturtho 'nveti mānuṣā hi sa taṃ yatra dāsyanbhavati taccaturthamupayujya dadāti tasmādapītarasminyajña eta eva trayo yuktā bhavanti trivṛddhi devānāṃ taddhi devatrādhipraṣṭiyuga eva caturtho 'nveti mānuṣo hi sa taṃ yatra dāsyanbhavati taccaturthamupayujya dadāti
Diese eben werden also nur zu dritt angeschirrt – denn dreifach steigert sich alles bei den Göttern [Anm.: trivṛddhi devānām, genauer Sinn unsicher]; im göttlichen Ritual folgt nur beim Beipferde-Gespann ein viertes Pferd nach, denn dieses ist menschlich; wo er es zusätzlich verschenken will, dort fügt er dieses vierte hinzu und gibt es weg. Deshalb sind eben auch bei diesem anderen Opfer, dem Rājasūya, nur diese drei angeschirrt – denn dreifach steigert sich alles bei den Göttern; im göttlichen Ritual folgt nur beim Beipferde-Gespann ein viertes Pferd nach, denn dieses ist menschlich; wo er es verschenken will, dort fügt er dieses vierte hinzu und gibt es weg.
atha bhārhaspatyaṃ carum naivāraṃ saptadaśaśarāvaṃ nirvapati annaṃ vā eṣa ujjayati yo vājapeyena yajate 'nnapeyaṃ ha vai nāmaitadyadvājapeyaṃ tadyadevaitadannamudajaiṣīttadevāsmā etatkaroti
Sodann streut er einen Bṛhaspati-geweihten Brei aus wildem Reis, in siebzehn Schalen verteilt – wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt nämlich Speise; 'Speisetrank' ist ja der wahre Name dafür, was 'Vājapeya' heißt. Was er, Bṛhaspati, einst damit an Speise gewann, das eben bewirkt man nun für ihn, den Opferer.
atha yannaivāro bhavati | brahma vai bṛhaspatirete vai brahmaṇā pacyante yannīvārāstasmānnaivāro bhavati saptadaśaśarāvo bhavati saptadaśo vai prajāpatistatprajāpatimujjayati
Und dass er aus wildem Reis (nīvāra) ist – Bṛhaspati ist nämlich das Brahman-Prinzip; diese wilden Reiskörner werden nämlich durch das Brahman gekocht [Anm.: Wortspiel nīvāra/naivāra mit brahma, genauer Sinn unsicher], da sie 'nīvāra' sind; deshalb ist er aus wildem Reis. Er ist in siebzehn Schalen verteilt – siebzehnfach ist nämlich Prajāpati; damit gewinnt er Prajāpati.
Diesen läßt er die Pferde beriechen, mit den Worten: „Ihr Kraftvollen (vājin)“ – kraftvoll nämlich sind die Pferde; deshalb sagt er „ihr Kraftvollen.“ „Die Speisekraft-Gewinnenden“ – Speise ist nämlich die Speisekraft; gemeint ist „die Speise-Gewinnenden“ – eben dies spricht er damit aus. „Die zur Speisekraft laufen Wollenden“ – denn sie sind ja im Begriff, den Wettlauf zu laufen. „Ihr beriecht den Anteil des Bṛhaspati“ – dies ist nämlich der Anteil des Bṛhaspati; deshalb sagt er „ihr beriecht den Anteil des Bṛhaspati.“ Dass er die Pferde dabei beriechen läßt, geschieht mit dem Gedanken des Opferers: „Ich möchte dieses Ziel gewinnen.“ Deshalb läßt man die Pferde beriechen.
sa brahmā rathacakramadhirohati | nābhidaghna uddhitaṃ devasyāhaṃ savituḥ save satyasavaso bṛhaspateruttamaṃ nākaṃ ruheyamiti yadi brāhmaṇo yajate brahma hi bṛhaspatirbrahma hi brāhmaṇaḥ
[Anm.: Die Quelle enthält an dieser Stelle unmittelbar vor dem regulär gekennzeichneten Beginn der Kaṇḍikā 1 einen unnummerierten, nur mitten im Fließtext eingefügten Übergangssatz, der offenbar den Sinn der drei nun folgenden Handlungen zusammenfasst; er wird hier, da er inhaltlich hierher gehört, vorangestellt: „Dass sie den Wettlauf laufen – damit gewinnt man eben diese Welt; und dass der Brahman[-Priester] das Sāman auf dem Wagenrad singt, das bis zur Nabel hochgehoben ist – damit gewinnt man das Luftreich; und dass er den Opferpfosten besteigt – damit gewinnt man die Götterwelt. Deshalb werden eben diese drei [Handlungen] vollzogen.“] Er, der Brahman[-Priester], besteigt das Wagenrad, das bis zur Nabel hochgehoben ist, [mit den Worten]: „Im Antrieb des Gottes Savitṛ, dessen Antriebe wahrhaftig sind, möchte ich den höchsten Himmel des Bṛhaspati erklimmen“ – wenn ein Brahmane opfert; denn Bṛhaspati ist das Brahman, und der Brahmane ist das Brahman.
Wenn aber ein Rājanya opfert: „Im Antrieb des Gottes Savitṛ, dessen Antriebe wahrhaftig sind, möchte ich den höchsten Himmel des Indra erklimmen“ – denn Indra ist die Kṣatra-Macht, und der Rājanya ist die Kṣatra-Macht.
triḥ sāmābhigāyati | trirabhigīyāvarohati devasyāhaṃ savituḥ save satyaprasavaso bṛhaspateruttamaṃ nākamaruhamiti yadi brāhmaṇo yajate brahma hi bṛhaspatirbrahma hi brāhmaṇaḥ
Dreimal singt er im Aufstieg das Sāman; nach dreimaligem Singen steigt er wieder herab [mit den Worten]: „Im Antrieb des Gottes Savitṛ, dessen Antriebe wahrhaftig sind, bin ich den höchsten Himmel des Bṛhaspati erstiegen“ – wenn ein Brahmane opfert; denn Bṛhaspati ist das Brahman, und der Brahmane ist das Brahman.
Wenn aber ein Rājanya opfert: „Im Antrieb des Gottes Savitṛ, dessen Antriebe wahrhaftig sind, bin ich den höchsten Himmel des Indra erstiegen“ – denn Indra ist die Kṣatra-Macht, und der Rājanya ist die Kṣatra-Macht.
atha saptadaśa dundubhīnanuvedyantaṃ samminvanti | pratīca āgnīdhrātprajāpatiṃ vā eṣa ujjayati yo vājapeyena yajate vāgvai prajāpatireṣā vai paramā vāgyā saptadaśānāṃ dundubhīnām paramāmevaitadvāca paramam prajāpatimujjayati saptadaśa bhavanti saptadaśo vai prajāpatistatprajāpatimujjayati
Sodann stellt man siebzehn Kesselpauken (dundubhi) am [westlichen] Ende der Vedi auf, vom Āgnīdhra-[Feuerplatz] aus nach Westen [gerichtet]. Denn wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt eben Prajāpati: Rede ist Prajāpati, und dies ist die höchste Rede unter den siebzehn Kesselpauken; eben durch diese höchste Rede gewinnt man den höchsten Prajāpati. Es sind siebzehn, denn Prajāpati ist siebzehnfach; damit gewinnt man Prajāpati.
sa āhanti | bṛhaspate vājaṃ jaya bṛhaspataye vācaṃ vadata bṛhaspatiṃ vājaṃ jāpayateti yadi brāhmaṇo yajate brahma hi bṛhaspatirbrahma hi brāhmaṇaḥ
Er schlägt [sie] mit den Worten: „O Bṛhaspati, gewinne die Kraft! Sprecht zu Bṛhaspati die Rede! Lasst Bṛhaspati die Kraft gewinnen!“ – wenn ein Brahmane opfert; denn Bṛhaspati ist das Brahman, und der Brahmane ist das Brahman.
Wenn aber ein Rājanya opfert: „O Indra, gewinne die Kraft! Sprecht zu Indra die Rede! Lasst Indra die Kraft gewinnen!“ – denn Indra ist die Kṣatra-Macht, und der Rājanya ist die Kṣatra-Macht.
Wenn diese im Wettlauf dahingefahrenen Wagen wieder zurückgekehrt sind, bringt man von diesen Kesselpauken eine mit einer Yajus-Formel [wieder] heran; dadurch gelten alle als mit der Yajus-Formel herangebracht.
sa upāvaharati | eṣā vaḥ sā satyā saṃvāgabhūdyayā bṛhaspatiṃ vājamajījapatājījapata bṛhaspatiṃ vājaṃ vanaspatayo vimucyadhvamiti yadi brāhmaṇo yajate brahma hi bṛhaspatirbrahma hi brāhmaṇaḥ
Er bringt [sie] heran mit den Worten: „Dies ist jene wahrhaftige Übereinstimmung der Rede gewesen, durch die ihr Bṛhaspati die Kraft habt gewinnen lassen – ihr habt [ihn] die Kraft gewinnen lassen! O ihr Waldbäume [Anm.: gemeint sind wohl die aus Holz gefertigten Pauken-Schlägel bzw. -Körper], löst euch [nun] von Bṛhaspatis Kraft!“ – wenn ein Brahmane opfert; denn Bṛhaspati ist das Brahman, und der Brahmane ist das Brahman.
Wenn aber ein Rājanya opfert: „Dies ist jene wahrhaftige Übereinstimmung der Rede gewesen, durch die ihr Indra die Kraft habt gewinnen lassen – ihr habt [ihn] die Kraft gewinnen lassen! O ihr Waldbäume, löst euch [nun] von Indras Kraft!“ – denn Indra ist die Kṣatra-Macht, und der Rājanya ist die Kṣatra-Macht.
Sodann schießt der Rājanya vom [nördlichen] Ende der Vedi aus nach Norden siebzehn Wurfschüsse (pravyādha) ab. Denn so weit wie ein einzelner Wurfschuss reicht, so groß ist Prajāpati in die Breite; und so weit wie siebzehn Wurfschüsse reichen, so groß ist Prajāpati in die Länge.
tadyadrājanyaḥ pravidhyati | eṣa vai prajāpateḥ pratyakṣatamāṃ yadrājanyastasmādekaḥ sanbahūnāmīṣṭe yadveva caturakṣaraḥ prajāpatiścaturakṣaro rājanyastasmādrājanyaḥ pravidhyati saptadaśa pravyādhānpravidhyati saptadaśo vai prajāpatistatprajāpatimujjayati
Dass es der Rājanya ist, der die Schüsse abgibt: der Rājanya ist ja das sichtbarste Abbild des Prajāpati; deshalb herrscht er, obwohl er nur einer ist, über viele. Auch dies: Prajāpati besteht aus vier Silben, [und] das Wort 'rājanya' besteht aus vier Silben; deshalb ist es der Rājanya, der die Schüsse abgibt. Er schießt siebzehn Wurfschüsse ab, denn Prajāpati ist siebzehnfach; damit gewinnt man Prajāpati.
Das [Gespann], das er mit der Yajus-Formel angeschirrt hat, besteigt der Opferherr [mit den Worten]: „Im Antrieb des Gottes Savitṛ, dessen Antriebe wahrhaftig sind, will ich, [im Bunde] mit dem kraftgewinnenden Bṛhaspati, die Kraft gewinnen.“
tadyathaivādo bṛhaspatiḥ | savitāram prasavāyopādhāvatsavitā vai devānām prasavitedam me prasuva tvatprasūta idamujjayānīti tadasmai savitā prasavitā prāsuvatatsavitṛprasūta udajayadevamevaiṣa etatsavitārameva prasavāyopadhāvati savitā vai devānām prasavitedam me prasuva tvatprasūta idamujjayānīti tadasmai savitā prasavitā prasauti tatsavitṛprasūta ujjayati
Ebenso wie einst jener Bṛhaspati zu Savitṛ eilte um den Antrieb, [mit den Worten]: „Savitṛ ist der Antreiber der Götter – treibe mir dies an! Von dir angetrieben will ich dies gewinnen“ – da trieb ihm Savitṛ, der Antreiber, [es] an, und, von Savitṛ angetrieben, gewann er es – ebenso eilt auch dieser [Opferherr] zu eben jenem Savitṛ um den Antrieb: „Savitṛ ist der Antreiber der Götter – treibe mir dies an! Von dir angetrieben will ich dies gewinnen.“ Da treibt ihm Savitṛ, der Antreiber, [es] an, und, von Savitṛ angetrieben, gewinnt er [es].
Wenn nun ein Schüler oder ein Brahmacārin des Adhvaryu diese Yajus-Formel [auswendig] gelernt hat, so tritt er [an den Wagen] heran und lässt [sie] rezitieren: „vājinaḥ“ [die Kraftvollen] – denn die Pferde sind ja kraftvoll, deshalb sagt er so; „vājajitaḥ“ [die Kraftgewinnenden] – denn Kraft (vāja) ist ja Speise, deshalb sagt er so; „adhvanaḥ skabhnuvantaḥ“ [Anm.: wörtl. etwa 'den Weg stützend/festigend', genaue Nuance unsicher] – denn indem sie den Weg festigen, laufen sie; „yojanā mimānāḥ“ [die Wegstrecken abmessend] – denn indem sie wegstreckenweise abmessen, durchlaufen sie den Weg; „kāṣṭhāṃ gacete“ [zum Ziel gehend] – damit meint er, dass die bösen Geister (rakṣas) sie nicht auf dem nächsten Weg [zum Ziel] schädigen mögen. So laufen sie den Wettlauf; man schlägt die Kesselpauken; man singt hinterher das Sāman.
Sodann opfert er mit diesen beiden Jagatī-Versen, oder er spricht sie [nur] nach; ob er opfert oder [nur] nachspricht – die Verbindung (bandhu) ist dieselbe.
sa juhoti | eṣa sya vājī kṣipaṇiṃ turaṇyati grīvāyām baddho apikakṣa āsani kratuṃ dadhikrā anu saṃsaniṣyadatpathāmaṅkāṃsyanvāpanīphaṇatsvāhā
[Anm.: Ṛgveda-Zitat aus dem Dadhikrā(van)-Hymnenkreis; einige technische Ausdrücke (kṣipaṇi, apikakṣa, aṅkāṃsi, anvāpanī, phaṇat) bleiben unsicher übersetzt.] Er opfert [mit den Worten]: „Dieser kraftvolle [Renner] eilt der Peitsche/dem Antrieb voraus, am Halse gebunden, in der Achselgegend; dem Kampfeswillen (kratu) folgt Dadhikrā, dahineilend, die Wegkrümmungen [der Bahn] durcheilend, schäumend/schnaubend – svāhā!“
uta sma | asya dravatasturaṇyataḥ parṇaṃ na veranuvāti pragardhinaḥ śyenasyeva dhrajato aṅkasam pari dadhikrāvṇaḥ sahorjā taritrataḥ svāheti
[Anm.: Ṛgveda-Zitat, Fortsetzung des Dadhikrāvan-Hymnus.] Und auch: „Diesem dahinstürmenden, eilenden [Rosse] weht [der Wind] nach wie dem Fittich eines gierig dahinschießenden Falken, [wenn es] die Wegkrümmung umläuft – dem Dadhikrāvan, der mit Kraft hinüberdringt – svāhā!“
athottareṇa tricena | juhoti vānu vā mantrayate dvayaṃ tadyasmājjuhoti vānu vā mantrayate yadi juhoti yadyanumantrayate samāna eva bandhuretānevaitadaśvāndhāvata upavājayatyeteṣu vīryaṃ dadhāti tisro vā imāḥ pṛthivya iyamahaikā dve asyāḥ pare tā evaitadujjayati
Sodann opfert er mit dem folgenden Tṛca (Dreiversgruppe), oder er spricht [ihn nur] nach – dies ist zweierlei, weil er opfert oder [nur] nachspricht: ob er opfert oder [nur] nachspricht, die Verbindung ist dieselbe. Damit spornt er eben diese im Wettlauf dahinlaufenden Pferde an, legt Manneskraft (vīrya) in sie. Es gibt nämlich drei Erden: diese hier ist die eine, die beiden anderen liegen jenseits von ihr – eben diese gewinnt er damit.
so 'numantrayate | śaṃ no bhavantu vājino haveṣu devatātā mitadravaḥ svarkāḥ jambhayanto 'hiṃ vṛkaṃ rakṣāṃsi sanemyasmadyuyavannamīvāḥ
[Anm.: Ṛgveda-Zitat.] Er spricht [den Vers] nach: „Heilvoll mögen uns die kraftvollen [Rosse] sein bei den Anrufungen im Götterdienst, maßvoll dahineilend, wohlpreisend, die Schlange, den Wolf, die bösen Geister zermalmend – mögen sie gänzlich die Gebrechen von uns fernhalten!“
vāje-vāje 'vata | vājino no dhaneṣu viprā amṛtā ṛtajñāḥ asya madhvaḥ pibata mādayadhvaṃ tṛptā yāta pathibhirdevayānairiti
[Anm.: Ṛgveda-Zitat, Abschluss des Tṛca.] „Bei jedem Wettkampf steht uns bei, ihr kraftvollen [Rosse], bei den Gewinnen, ihr Weisen, Unsterblichen, Ordnungskundigen! Trinkt von diesem Süßtrank, berauscht euch, gesättigt zieht auf den Göttergängen dahin.“
atha bārhaspatyena caruṇā pratyupatiṣṭhate | tamupaspṛśatyannaṃ vā eṣa ujjayati yo vājapeyena yajate 'nnapeyaṃ ha vai nāmaitadyadvājapeyaṃ tadyadevaitadannamudajaiṣīttenaivaitadetāṃ gatiṃ gatvā saṃspṛśate tadātmankurute
Sodann tritt er dem Bārhaspatya-Grützbrei gegenüber und berührt ihn; denn wer mit dem Vājapeya opfert, gewinnt eben Speise – 'Speisetrank' (annapeya) ist ja der eigentliche Name dessen, was 'Vājapeya' heißt. Da er nun eben diese Speise gewonnen hat, berührt er sie, nachdem er diesen Wettlauf vollzogen hat, [und] macht sie sich damit zu eigen.
sa upaspṛśati | ā mā vājasya prasavo jagamyādityannaṃ vai vāja ā mānnasya prasavo jagamyādityevaitadāheme dyāvāpṛthivī viśvarūpe iti dyāvāpṛthivī hi prajāpatirā mā gantām pitarāmātarā ceti māteva ca hi piteva ca prajāpatirā mā somo amṛtatvena gamyāditi somo hi prajāpatiḥ
Er berührt [ihn mit den Worten]: „Zu mir möge der Antrieb der Kraft kommen“ – Kraft ist ja Speise, damit meint er: „zu mir möge der Antrieb der Speise kommen“; „diese beiden, Himmel und Erde, von vielfältiger Gestalt“ – Himmel und Erde sind ja Prajāpati; „zu mir mögen sie kommen, [wie] Vater und Mutter“ – denn Prajāpati ist wie eine Mutter und wie ein Vater; „zu mir möge Soma mit Unsterblichkeit kommen“ – denn Soma ist Prajāpati.
Er lässt die Pferde [wieder] daran riechen [mit den Worten]: „vājinaḥ“ [die Kraftvollen] – denn die Pferde sind ja kraftvoll, deshalb sagt er so; „vājajitaḥ“ [die Kraftgewinnenden] – denn Kraft ist ja Speise, deshalb sagt er so; „vājaṃ savṛvāṃsam“ [die errungene Kraft] – zu Beginn [des Wettlaufs] sagt man „sariṣyantaḥ“ [die erringen werden], denn dann sind sie [erst noch] Erringende; hier aber [danach sagt man] „sasṛvāṃsaḥ“ [die errungen haben], denn hier sind sie [bereits] wie Erringer-Gewordene; deshalb sagt er „sasṛvāṃsaḥ“; „bṛhaspaterbhāgamavajighrate“ [sie riechen den Anteil des Bṛhaspati] – denn dies ist ja der Anteil des Bṛhaspati, deshalb sagt er so; „nimṛjānāḥ“ [sich abstreifend/reinigend] – damit legt er dem Opferherrn Manneskraft bei. Dass er die Pferde riechen lässt: zu Beginn lässt er [sie] riechen [mit dem Gedanken] „ich will dies gewinnen“, hier aber [danach, mit dem Gedanken] „ich habe eben dies gewonnen“ – deshalb lässt er die Pferde riechen.
athaiteṣāmājiśritāṃ rathānām | ekasminvaiśyo vā rājanyo vopāsthito bhavati sa vederuttarāyāṃ śroṇā upaviśatyathādhvaryuśca yajamānaśca pūrvayā dvārā madhugrahamādāya niṣkrāmatastaṃ vaiśyasya vā rājanyasya vā prāṇāvādhatto 'tha neṣṭāparayā dvārā surāgrahānādāya niṣkrāmati sa jaghanena śālām paryetyaikaṃ vaiśyasya vā rājanyasya vā prāṇāvādadhadāhānena ta imaṃ niṣkrīṇāmīti satyaṃ vai śrīrjyotiḥ somo 'nṛtam pāpmā tamaḥ surā satyamevaitacriyaṃ jyotiryajamāne dadhātyanṛtena pāpmanā tamasā vaiśyaṃ vidhyati taiḥ sa yam bhogaṃ kāmayate taṃ kurute 'thaitaṃ sahiraṇyapātrameva madhugraham brahmaṇe dadāti tam brahmaṇe dadadamṛtamāyur ātmandhatte 'mṛtaṃ hyāyurhiraṇyaṃ tena sa yam bhogaṃ kāmayate taṃ kurute
[Anm.: Dieser Kauf-Ritus knüpft an das bereits in Adh.1 Br.2 erwähnte 'den König kaufen' an; der genaue Referent des dort mit Blei erworbenen Gegenstands bleibt auch hier unsicher.] Bei einem dieser im Wettlauf befindlichen Wagen steht ein Vaiśya oder ein Rājanya dabei; der setzt sich an die nördliche Seite der Vedi. Dann tritt der Adhvaryu zusammen mit dem Opferherrn durch die östliche Tür heraus, den Madhu-Graha in der Hand, und legt ihn dem Vaiśya oder Rājanya an die beiden Atemwege (Nasenlöcher); dann tritt der Neṣṭṛ-[Priester] durch die westliche Tür heraus, die Surā-Grahas in der Hand, umschreitet die Halle im Rücken und legt [ebenso] einem Vaiśya oder Rājanya [ein Gefäß] an die Atemwege, mit den Worten: „Hiermit kaufe ich diesen [Mann] los.“ Wahrheit nämlich ist Glanz und Licht – Soma; Unwahrheit ist Übel und Finsternis – Surā. Eben durch die Wahrheit verleiht er dem Opferherrn Glanz und Licht; durch die Unwahrheit, das Übel, die Finsternis durchbohrt/trifft er den Vaiśya – dadurch erlangt jener [der Opferherr] sich jeden Genuss, den er begehrt. Sodann gibt er diesen Madhu-Graha, [der sich] in einem goldenen Gefäß [befindet], dem Brahman-Priester. Indem er ihn dem Brahman-Priester gibt, legt er sich Unsterblichkeit [und] Lebenskraft in sich selbst bei – Unsterblichkeit ist nämlich Lebenskraft, [und] Gold [ist Unsterblichkeit]; dadurch erlangt er sich jeden Genuss, den er begehrt.