Vom behaarten Menschen[-Bildnis]: Er durchbohrt dessen eisernes Maul [Anm.: 'keśavasya puruṣasya lohāyasam āsyam' – genaue rituelle Bedeutung des 'behaarten Menschen' unklar, evtl. ein Schlangen-Dämon-Bildnis] mit den Worten: „Entwundene Schlangen!“ Denn dieser König entgeht so allen Todesarten, allen gewaltsamen Toden, der mit dem Rājasūya opfert; für ihn wird nur das Alter zum Tod. Was Tod, was gewaltsamer Tod ist, das überwindet er eben damit, wenn er 'Schlangen' spricht.
atha yatkeśavasya puruṣasya | na vā eṣa strī na pumānyatkeśavaḥ puruṣo yadaha pumāstena na strī yadu keśavasteno na pumānnaitadayo na hiraṇyaṃ yallohāyasaṃ naite krimayo nākrimayo yaddandaśūkā atha yallohāyasam bhavati lohitā iva hi dandaśūkāstasmātkeśavasya puruṣasya
Und dass es das eines behaarten Menschen ist: Dieser ist ja weder Frau noch Mann. Dass er ein 'behaarter Mensch' ist: Weil er 'Mann' [heißt], deshalb ist er keine Frau; weil er aber 'behaart' [heißt], deshalb ist er kein Mann. Und dies ist weder Eisen noch Gold, was 'lohāyasa' genannt wird; diese sind weder Würmer noch Nicht-Würmer, was 'Schlangen' genannt wird. Und dass es 'lohāyasa' (Roteisen) ist: Rötlich nämlich sind die Schlangen – deshalb heißt es 'vom behaarten Menschen'.
Dann lässt er ihn die Himmelsrichtungen besteigen: „Besteige den Osten! Die Gāyatrī möge dich schützen, das Rathantara-Sāman, der Trivṛt-Stoma, der Frühling als Jahreszeit, geistliche Macht als Reichtum.“
„Besteige den Süden! Die Triṣṭubh möge dich schützen, das Bṛhat-Sāman, der Pañcadaśa-Stoma, der Sommer als Jahreszeit, die Herrschermacht als Reichtum.“
„Besteige den Westen! Die Jagatī möge dich schützen, das Vairūpa-Sāman, der Saptadaśa-Stoma, die Regenzeit als Jahreszeit, die Untertanenschaft als Reichtum.“
„Besteige die Höhe! Die Paṅkti möge dich schützen, die beiden Sāmans Śākvara und Raivata, die beiden Stomas Triṇava und Trayastriṃśa, Winter und Kühlzeit als Jahreszeiten, Glanz als Reichtum.“
Dass er ihn die Himmelsrichtungen besteigen lässt: Das ist eben die Gestalt der Jahreszeiten; er lässt ihn eben die Jahreszeiten, das Jahr, besteigen. Er, der so die Jahreszeiten, das Jahr, bestiegen hat, steht über allem immer höher; diesseits von ihm bleibt alles dies Übrige.
śārdūlacarmaṇo jaghanārdhe | sīsaṃ nihitam bhavati tatpadā pratyasyati pratyastaṃ namuceḥ śira iti namucirha vai nāmāsura āsa tamindro nivivyādha tasya padā śiro 'bhitaṣṭhau sa yadabhiṣṭhita udabādhata sa ucvaṅkastasya padā śiraḥ praciceda tato rakṣaḥ samabhavattaddha smainamanubhāṣate kva gamiṣyasi kva me mokṣyasa iti
Im hinteren Teil des Tigerfells ist Blei niedergelegt. Dieses stößt er mit dem Fuß fort „Fortgestoßen ist Namucis Haupt“ – Namuci nämlich war der Name eines Asura; ihn durchbohrte Indra. Mit dem Fuß stand er auf dessen Haupt; als es niedergetreten wurde, drängte es sich hervor – das war der Dämon Ucvaṅka; mit dem Fuß zerschnitt er dessen Haupt. Daraus entstand ein Unhold; dieser redet ihn seither an: „Wohin wirst du gehen, wo wirst du mir entrinnen?“
tatsīsenāpajaghāna | tasmātsīsam mṛdu sṛtajavaṃ hi sarveṇa hi vīryeṇāpajaghāna tasmāddhiraṇyarūpaṃ sanna kiyaccanārhati sṛtajavaṃ hi sarveṇa hi vīryeṇāpajaghāna tadvai sa tannāṣṭrā rakṣāṃsyapajaghāna tatho evaiṣa etannāṣṭrā rakṣāṃsyato 'pahanti
Das schlug er mit Blei fort. Deshalb ist Blei weich, denn geschmolzen-fließfähig ist es; mit aller Kraft schlug er es fort. Deshalb verdient es, obgleich goldfarben, doch keinerlei Wertschätzung – denn fließfähig ist es, mit aller Kraft schlug er es fort. Damit schlug er jene Unholde für die Menschen fort; ebenso schlägt auch dieser König hiermit die Unholde für die Menschen fort.
athainaṃ śārdūlacarmārohayati | somasya tviṣirasīti yatra vai soma indramatyapavata sa yattataḥ śārdūlaḥ samabhavattena somasya tviṣistasmādāha somasya tviṣirasīti taveva me tviṣirbhūyāditi śārdūlatviṣimevāsminnetaddadhāti tasmādāha taveva me tviṣirbhūyāditi
Dann lässt er ihn das Tigerfell besteigen „Du bist der Glanz des Soma“ – denn als Soma für Indra hindurchgeläutert wurde, entstand daraus ein Tiger – dadurch entstand der Glanz des Soma. Deshalb spricht er: „Du bist der Glanz des Soma.“ „Nur dein Glanz möge mir zuteilwerden“ – damit legt er ihm eben den Tiger-Glanz hinein. Deshalb spricht er: „Nur dein Glanz möge mir zuteilwerden.“
Dann legt er ihm die Goldscheibe von unten an „Schütze mich vor dem Tod“ – Gold ist ja unsterbliches Leben; damit steht er fest im unsterblichen Leben.
Die Goldscheibe hat entweder hundert Löcher oder neun Löcher. Hat sie hundert Löcher: Hundertjährig ist dieser Mensch, hundertfach an Glanz, hundertfach an Kraft – deshalb hundert Löcher. Hat sie aber neun Löcher: Neun sind die Lebensatem-Kräfte in diesem Menschen – deshalb neun Löcher.
Diese legt er ihm oberhalb des Hauptes an „Du bist Kraft, du bist Stärke, du bist unsterblich“ – Gold ist ja unsterbliches Leben; damit legt er ihm eben unsterbliches Leben hinein. Dass zwei Goldscheiben vorhanden sind: Gold ist unsterbliches Leben; mit diesem unsterblichen Leben stärkt er ihn eben von beiden Seiten. Deshalb sind zwei Goldscheiben vorhanden.
Dann hebt er dessen beide Arme empor „Goldgestaltig ist das Aufleuchten der Morgenröten, goldgestaltig beide, Indra der Aufgehende und die Sonne. Besteigt, Varuṇa und Mitra, den Sitz, von dort blicket auf Aditi und Diti“ – die beiden Arme sind ja Mitra und Varuṇa, der Sitz zwischen ihnen; deshalb spricht er: „Besteigt, Varuṇa und Mitra, den Sitz.“ 'Von dort blicket auf Aditi und Diti' – 'von dort schauet auf das Eigene und das Umherziehende', das meint er eben damit.
naitenodgṛhṇīyāt | mitro 'si varuṇo 'sītyevodgṛhṇīyādbāhū vai mitrāvaruṇau bāhubhyāṃ vai rājanyo maitrāvaruṇastasmānmitro 'si varuṇo 'sītyevodgṛhṇīyāt
Damit soll man aber nicht heben; man soll vielmehr heben nur „Du bist Mitra, du bist Varuṇa“ – die beiden Arme sind ja Mitra und Varuṇa; durch die beiden Arme ist der Fürst ein Maitrāvaruṇa (Mitra-und-Varuṇa-Zugehöriger). Deshalb soll man heben nur mit „Du bist Mitra, du bist Varuṇa.“
Dass er ihn mit erhobenen Armen weiht: Kraft ist ja das, was die Arme des Fürsten sind; Kraft ist ja auch der gesammelte Saft der Wasser, womit er ihn weiht – [mit dem Gedanken]: 'Diese Kraft, die Kraft, der gesammelte Saft der Wasser, soll nicht an den Armen abgleiten.' Deshalb weiht er ihn mit erhobenen Armen.
taṃ vai prāñcaṃ tiṣṭhantamabhiṣiñcati | purastādbrāhmaṇo 'bhiṣiñcatyadhvaryurvā yo vāsya purohito bhavati paścāditare
Ihn weiht man, während er ostwärts gewandt steht. Von vorn weiht ihn der Brahmane – sei es der Adhvaryu-Priester, sei es wer sein Purohita ist; von hinten die anderen.
„Mit dem Glanz des Soma weihe ich dich“ – mit Kraft, das meint er eben damit. „Mit dem Feuerglanz Agnis“ – mit Kraft, das meint er eben damit. „Mit dem Glanz der Sonne“ – mit Kraft, das meint er eben damit. „Mit der indriya-Kraft Indras“ – mit Kraft, das meint er eben damit. „Sei der Herrscher der Herrschermächte“ – 'sei der Oberkönig der Könige', das meint er eben damit. „Vor den Geschossen schütze dich“ – Pfeile sind ja Geschosse; das Sterben durch Pfeile überwindet er damit eben. Deshalb spricht er: „Vor den Geschossen schütze dich.“
„Ihr Götter, weiht diesen als einen ohne Nebenbuhler“ – 'ihr Götter, weiht diesen als einen ohne Rivalen', das meint er eben damit. „Für große Herrschermacht, für großen Vorrang“ – hier ist nichts verborgen zu deuten. „Für große Königsherrschaft über die Menschen“ – 'für große Herrschaft über die Leute', das meint er eben damit. „Für Indras indriya-Kraft“ – 'für seine Kraft', das meint er eben damit. Wenn er spricht: 'Für Indras indriya-Kraft, diesen Sohn des Soundso, den Sohn der Soundso' – das eben ist seine Geburt, deshalb spricht er dies. „Für diese Untertanenschaft“ – wessen Untertanenschaft der König ist, dem gilt: 'Dieser euer König dort ist Soma, unser König der Brahmanen.' Damit macht er ihm dies alles zur ersten Speise; den Brahmanen aber nimmt er davon aus. Deshalb ist der Brahmane speisefrei – denn er hat Soma als seinen König.
Dann, während dieser Weihe: Mit dem schwarzen Antilopenhorn wird das Weihwasser nachgestrichen. Kraft ist ja der gesammelte Saft der Wasser, womit er ihn weiht – [mit dem Gedanken]: 'Diese ganze Kraft von mir möge meinen eigenen Leib berühren.' Deshalb wird nachgestrichen.
so 'nuvimṛṣṭe | pra parvatasya vṛṣabhasya pṛṣṭhāditi yathāyam parvato 'tiṣṭhāvā yatharṣabhaḥ paśūnatiṣṭhāvaivaṃ vā eṣa idaṃ sarvamatitiṣṭhatyarvāgevāsmādidaṃ sarvam bhavati yo rājasūyena yajate tasmādāha pra parvatasya vṛṣabhasya pṛṣṭhānnāvaścaranti svasica iyānāḥ tā āvavṛtrannadharāgudaktā ahim budhnyamanu rīyamāṇā iti
Beim Nachstreichen spricht er: „Vom Rücken des Berges, des Stiers“ – so wie dieser Berg über anderes emporragt, wie ein Stier über das übrige Vieh emporragt, so überragt eben dieser König all dies; diesseits von ihm bleibt alles dies, der mit dem Rājasūya opfert. Deshalb spricht er: „Vom Rücken des Berges, des Stiers, wandeln die Schiffe, sich selbst umhüllend, dahinziehend; diese wandten sich abwärts, nach oben strömend, dem Ahi Budhnya nachfließend.“
Dann lässt er ihn, noch auf dem Tigerfell stehend, die Viṣṇu-Schritte ausschreiten „Du bist Viṣṇus Ausschreiten, du bist Viṣṇus Ausgeschrittenes, du bist Viṣṇus Geschrittenes“ – diese Welten nämlich sind Viṣṇus Ausschreiten, Viṣṇus Ausgeschrittenes, Viṣṇus Geschrittenes; damit besteigt er eben diese Welten und steht über allem immer höher; diesseits von ihm bleibt alles dies.
Dann gießt er die abgeflossenen Reste des Weihwassers in das Gefäß des Brahmanen zusammen. Damit macht er den Brahmanen zum Ruhm des Königs; deshalb ist der Brahmane der Ruhm, der dem König folgt.
atha pratiparetya gārhapatyamanvārabdhe juhoti | prajāpate na tvadetānyanyo viśvā rūpāṇi pari tā babhūva yatkāmāste juhumastanno astvayamamuṣya piteti tadyaḥ putrastam pitaraṃ karoti yaḥ pitā tam putraṃ tadenayorvīrye vyatiṣajatyasāvasya piteti tadyaḥ pitā tam pitaraṃ karoti yaḥ putrastam putraṃ tadenayorvīrye vyatiṣajya punareva yathāyathaṃ karoti vayaṃ syāma patayo rayīṇāṃ svāhetyāśīrevaiṣaitasya karmaṇa āśiṣamevaitadāśāste
Dann geht er zurück und opfert, während er den Sohn am Gārhapatya-Feuer berührend festhält: „O Prajāpati, kein anderer als du hat diese Gestalten alle umfasst; was du dir wünschst, das opfern wir dir – dies möge uns zuteilwerden: Dieser sei der Vater von jenem!“ Damit macht er den, der Sohn ist, zum Vater, und den, der Vater ist, zum Sohn; damit vertauscht er ihre beider Kraft – [mit den Worten]: 'Jener ist sein Vater.' Damit macht er den, der Vater ist, wieder zum Vater, den, der Sohn ist, wieder zum Sohn; nachdem er ihre beider Kraft vertauscht hat, stellt er sie eben wieder in die rechte Ordnung zurück. „Wir möchten Herren der Reichtümer sein, svāhā!“ – das ist eben ein Segenswunsch für dieses Ritualwerk; diesen Segen erbittet er sich damit eben.
Und was von diesem Weihwasser übrig bleibt, das opfert er ins Āgnīdhra-Feuer. Dieser Überschuss nämlich ist der Rest; im Āgnīdhra-Feuer werden die Überschuss-Opfergaben [normalerweise dargebracht], am Gārhapatya-Feuer die Speisen gekocht, ins Āhavanīya-Feuer geopfert [Anm.: Konstruktion und genaue Zuordnung der Feuerstätten in diesem Satz unsicher überliefert]. So ist dieser Überschuss eben der Überschuss; er legt ihn in die obere Hälfte [des Feuers], er opfert in die obere Hälfte – denn dies ist die Himmelsrichtung dieses Gottes, deshalb opfert er in die obere Hälfte. Er opfert: „Rudra, was dein höchster Name als Krivi ist, dem sei dies geopfert, dir sei es zuteilgeworden, dir sei es gewünscht, svāhā!“
weil von Varuṇa, dem Weihenden, die indriya-Kraft stets wieder entweicht: Dieser gesammelte Saft der Wasser, womit er ihn weiht, hat ihm die indriya-Kraft herausgeschlagen; diese fand sie beim Vieh wieder – deshalb ist Vieh Ruhm, weil sie die Kraft darin wiederfand. Beim Vieh, nachdem er sie wiedergefunden hat, legt er sich die indriya-Kraft wieder in sich hinein. So entweicht ihm diese indriya-Kraft nicht mehr. Denn dies ist eine Varuṇa-Weihe, das Rājasūya – 'Varuṇa vollzieht es', sagt man, doch eben er, der König, vollzieht es.
sa upāvaharati | indrasya vajro 'sīti vajro vai ratha indro vai yajamāno dvayena vā eṣa indro bhavati yacca kṣatriyo yadu ca yajamānastasmādāhendrasya vajro 'sīti
Man fährt ihn heran „Du bist die Keule Indras“ – die Keule ist ja der Wagen, Indra ist ja der Opferherr; auf zweifache Weise nämlich ist dieser Indra: sowohl als Kṣatriya wie als Opferherr. Deshalb spricht er: „Du bist die Keule Indras.“
tamantarvedyabhyavavartya yunakti | mitrāvaruṇayostvā praśāstroḥ praśiṣā yunajmīti bāhū vai mitrāvaruṇau bāhubhyāṃ vai rājanyo maitrāvaruṇastasmādāha mitrāvaruṇayostvā praśāstroḥ praśiṣā yunajmīti
Nachdem er ihn innerhalb des Opferplatzes gewendet hat, spannt man an „Ich spanne dich an nach der Anweisung von Mitra und Varuṇa, den beiden Gebietern“ – die beiden Arme sind ja Mitra und Varuṇa; durch die beiden Arme ist der Fürst ein Maitrāvaruṇa. Deshalb spricht er: „Ich spanne dich an nach der Anweisung von Mitra und Varuṇa, den beiden Gebietern.“
taṃ caturyujaṃ yunakti | sa jaghanena sado 'greṇa śālāṃ yenaiva dakṣiṇā yanti tena pratipadyate taṃ jaghanena cātvālamagreṇāgnīdhramudyacati
Man spannt ihn vierspännig an. Er geht hinter dem Sadas-Zelt, vor der Halle vorbei, auf demselben Weg, auf dem die Dakṣiṇā-Gaben gefahren werden. Man treibt ihn hinter dem Cātvāla-Loch, vor dem Āgnīdhra-Feuerplatz vorbei.
Man besteigt ihn „Dir zur Unerschütterlichkeit, dir zur Eigenkraft“ – 'dir zur Schmerzlosigkeit', das meint er eben damit. Wenn er spricht 'dir zur Unerschütterlichkeit', 'dir zur Eigenkraft' – 'dir zum Lebenssaft', das meint er eben damit. „Unversehrt, Arjuna“ – Arjuna nämlich war ein geheimer Name Indras, sein Geheimname; auf zweifache Weise nämlich ist dieser Indra: sowohl als Kṣatriya wie als Opferherr. Deshalb spricht er: „Unversehrt, Arjuna.“
atha dakṣiṇāyugyamupārṣati | marutām prasavena jayeti viśo vai maruto viśā vai tatkṣatriyo jayati yajjigīṣati tasmādāha marutām prasavena jayeti
Dann treibt man das rechte Zugtier an „Siege durch den Antrieb der Maruts“ – Untertanen sind ja die Maruts; durch die Untertanen siegt der Kṣatriya, wenn er zu siegen wünscht. Deshalb spricht er: „Siege durch den Antrieb der Maruts.“
Dann treibt er den Wagen mitten durch die Kühe „Wir haben mit dem Geist erlangt“ – mit dem Geist nämlich ist all dies erlangt; damit erlangt er eben all dies mit dem Geist. Deshalb spricht er: „Wir haben mit dem Geist erlangt.“
Dann berührt er mit der Bogenspitze eine Kuh „Zusammen mit indriya-Kraft“ – Kraft ist ja die indriya-Kraft, die Kühe sind ja indriya-Kraft; damit legt er sich eben diese Kraft in sich hinein. Dann spricht er: „Ich besiege diese, mache sie zu den meinen.“
Dass er dies bei den Kühen des Sippenangehörigen treibt: Was nämlich einem Menschen entgeht – sei es Ruhm, sei es sonst etwas – sein Eigenes weicht ihm ja gleichsam zuerst. Beim Eigenen angelangt legt er sich eben diese indriya-Kraft wieder in sich hinein. Deshalb treibt er dies bei den Kühen des Sippenangehörigen.
Diesem gibt er ebenso viele oder mehr Kühe zurück. Denn nicht zu grausamem Tun ist der Opferherr bestimmt; gleichsam grausam nämlich handelt er, wenn er spricht: „Ich besiege diese, mache sie zu den meinen.“ Damit wird ihm dies eben ungrausam gemacht. Deshalb gibt er ebenso viele oder mehr zurück.
atha dakṣiṇānāyacati | so 'greṇa yūpaṃ dakṣiṇena vediṃ yenaiva dakṣiṇā yanti tena pratipadyate taṃ jaghanena sado 'greṇa śālāmudyacati
Dann fährt er zu den Dakṣiṇā-Gaben zurück. Er fährt vor dem Opferpfosten vorbei, südlich des Opferplatzes, auf demselben Weg, auf dem die Dakṣiṇā-Gaben gefahren werden. Man treibt ihn hinter dem Sadas, vor der Halle vorbei.
mā na indra te vayaṃ turāṣāṭ | ayuktāso abrahmatā vidasāma tiṣṭhā rathamadhi yaṃ vajrahastā raśmīndeva yamase svaśvānityudyacatyevaitayābhīśavo vai raśmayastasmādāhā raśmīndeva yamase svaśvānityatha rathavimocanīyāni juhoti prīto ratho vimucyātā iti tasmādrathavimocanīyāni juhoti
„Nicht sollen wir, o Indra, du Bezwinger der Überlegenen, ohne dich angespannt, in Machtlosigkeit vergehen; besteige den Wagen, den du, keulenbewehrt, wie ein Gott die Zügel deiner schönen Rosse lenkst“ – mit diesem Vers treibt er an. Zügel sind ja die Zügel; deshalb spricht er: 'wie ein Gott die Zügel deiner schönen Rosse lenkst.' Dann opfert er die Wagen-Ausspann-Formeln: „Erfreut löse sich der Wagen.“ Deshalb opfert er die Wagen-Ausspann-Formeln.
Er opfert: „Für Agni, den Hausherrn, svāhā!“ Damit erfreut er eben, was am Wagen zu Agni gehört; die Zugtiere nämlich gehören zu Agni am Wagen – damit erfreut er eben die Zugtiere. Glanz nämlich ist das Hausherrentum, soweit einer herrscht; mit diesem Glanz eben wird ihm hiermit das Hausherren-Königtum vollendet.
somāya vanaspataye svāheti | dvayāni vai vānaspatyāni cakrāṇi rathyāni cānasāni ca tebhyo nvevaitadubhayebhyo 'riṣṭiṃ kurute somo vai vanaspatiḥ sa yadeva vānaspatyaṃ rathasya tadevaitena prīṇāti dārūṇi vai vānaspatyāni rathasya dārūṇyevaitena prīṇāti kṣatraṃ vai somaḥ kṣatramevāsyaitadrājyamabhivimucyate
„Für Soma, den Herrn der Bäume, svāhā!“ Zweifach nämlich sind die von Bäumen stammenden Teile: die Räder der Wagen und der Lastwagen; für diese beiden schafft er damit eben Unversehrtheit. Soma nämlich ist der Herr der Bäume; damit erfreut er eben, was am Wagen zu den Bäumen gehört. Die Holzteile nämlich gehören zu den Bäumen am Wagen – damit erfreut er eben die Holzteile. Herrschermacht nämlich ist Soma; mit dieser Herrschermacht eben wird ihm hiermit das Königtum vollendet.
marutāmojase svāheti | sa yadeva mārutaṃ rathasya tadevaitena prīṇāti catvāro 'śvā rathaḥ pañcamo dvau savyaṣṭhṛsārathī te sapta sapta-sapta va māruto gaṇaḥ sarvamevaitena ratham prīṇāti viśo vai maruto viśamevāsyaitadrājyamabhivimucyate
„Für die Kraft der Maruts, svāhā!“ Damit erfreut er eben, was am Wagen zu den Maruts gehört. Vier Pferde, der Wagen als fünftes, dazu zwei – der Beifahrer und der Wagenlenker – das sind sieben; sieben-und-siebenfach ist die Schar der Maruts. Mit diesem Opfer erfreut er den ganzen Wagen eben. Untertanen sind ja die Maruts; mit diesen Untertanen eben wird ihm hiermit das Königtum vollendet.
indrasyendriyāya svāheti | sa yadevaindraṃ rathasya tadevaitena prīṇāti savyaṣṭhā vā aindro rathasya savyaṣṭhāramevaitena prīṇātīndriyaṃ vai vīryamindra indriyamevāsyaitadvīryaṃ rājyamabhivimucyate
„Für Indras indriya-Kraft, svāhā!“ Damit erfreut er eben, was am Wagen zu Indra gehört. Der Beifahrer-Platz nämlich gehört zu Indra am Wagen – damit erfreut er eben den Beifahrer. Kraft ist ja die indriya-Kraft, Indra ist Kraft; mit dieser indriya-Kraft eben wird ihm hiermit das Kraft-Königtum vollendet.
Dann legt er sich Sandalen aus Eberhaut an. Die Götter ließen nämlich einst einen Topf Schmalz ins Feuer eingehen; daraus entstand ein Eber. Deshalb ist der Eber fett, denn aus Schmalz ist er entstanden. Deshalb erkennen die Kühe sich im Eber wieder – sie erkennen darin eben ihren eigenen Saft wieder. Damit steht er fest im Saft des Viehs. Deshalb legt er sich Sandalen aus Eberhaut an.
athemām pratyavekṣamāṇo japati | pṛthivi mātarmā mā hiṃsīrmo ahaṃ tvāmiti varuṇāddha vā abhiṣiṣicānātpṛthivī bibhayāṃ cakāra mahadvā ayamabhūdyo 'bhyaṣeci yadvai māyaṃ nāvadṛṇīyāditi varuṇa u ha pṛthivyai bibhayāṃ cakāra yadvai meyaṃ nāvadhūnvīteti tadanayaivaitanmitradheyamakuruta na hi mātā putraṃ hinasti na putro mātaram
Dann, auf diese Erde hinabblickend, murmelt er: „Erde, Mutter, verletze mich nicht, ich werde auch dich nicht verletzen“ – vor Varuṇa, dem Weihenden, hatte nämlich die Erde einst Angst: 'Groß ist doch der geworden, den man weiht – dass er mich nur nicht zerreißt!' Und Varuṇa hatte seinerseits Angst vor der Erde: 'Dass sie mich nur nicht abschüttelt!' Damit schuf man beiden eben dieses Freundschaftsverhältnis; denn eine Mutter verletzt nicht ihren Sohn, noch ein Sohn seine Mutter.
varuṇasavo vā eṣa yadrājasūyam | pṛthivyu haitasmādbibheti mahadvā ayamabhūdyo 'bhyaṣeci yadvai māyaṃ nāvadṛṇīyādityeṣa u hāsyai bibheti yadvai meyaṃ nāvadhūnvīteti tadanayaivaitanmitradheyaṃ kurute na hi mātā putraṃ hinasti na putro mātaraṃ tasmādevaṃ japati
Denn dies ist eine Varuṇa-Weihe, das Rājasūya; davor hat die Erde nun Angst: 'Groß ist doch der geworden, den man weiht – dass er mich nur nicht zerreißt!' Und er hat seinerseits Angst vor ihr: 'Dass sie mich nur nicht abschüttelt!' Damit schafft man beiden eben dieses Freundschaftsverhältnis; denn eine Mutter verletzt nicht ihren Sohn, noch ein Sohn seine Mutter. Deshalb murmelt er dies.
so 'vatiṣṭhati | haṃsaḥ śuciṣadvasurantarikṣasaddhotā vediṣadatithirduroṇasat | nṛṣadvarasadṛtasadvyomasadabjā gojā ṛtajā adrijā ṛtam bṛhadityetāmaticandasaṃ japanneṣā vai sarvāṇi candāṃsi yadaticandāstathainam pāpmā nānvavatiṣṭhati
Er steigt ab, indem er murmelt: „Der Gänserich, im Reinen sitzend, der Vasu, im Luftraum sitzend, der Hotṛ, am Altar sitzend, der Gast, im Hause sitzend, unter den Menschen sitzend, im höchsten Sitz sitzend, in der Weltordnung sitzend, im Himmelsraum sitzend, im Wasser geboren, aus der Kuh geboren, aus der Weltordnung geboren, aus dem Fels geboren – die Weltordnung, die Große“ – indem er diesen Aticchandas-Vers murmelt (der über alle Versmaße hinausgeht, denn er ist ein Über-Metrum), folgt ihm hernach kein Übel nach.
Der Zügelhalter soll nicht gleich hinter ihm an derselben Stelle absteigen – [aus der Sorge]: 'Er könnte sonst diesen Ort betreten, den der König beim Herabsteigen zuletzt betreten hat.' Man setzt ihn samt Gespann vielmehr auf den Wagentransportwagen; von dort fährt er abwärts hinab. So betritt er nicht denselben Ort, den der König beim Herabsteigen betreten hat.
uttareṇāhavanīyam pūrvāgnirudvṛto bhavati | sa rathavāhanasya dakṣiṇamanvanuṣyandaṃ śatamānau pravṛttāvābadhnāti
Nördlich des Āhavanīya-Feuers ist das östliche alte Feuer herausgehoben. An der rechten Radspur des Wagentransportwagens bindet er zwei umlaufende Hundert-Māna-Goldstücke an.
Er umfasst einen Udumbara-Zweig. Mit einem dieser beiden Goldstücke berührt er ihn „Welches Leben dieses Zweiges ist, dieses Leben lege in mich; du bist verbunden mit Glanz, lege Glanz in mich“ – damit legt er sich Leben und Glanz in sich hinein.
Dann berührt er den Udumbara-Zweig mit dem anderen Goldstück „Von der Kraft die Kraft lege in mich“ – damit legt er sich Kraft in sich hinein. Für dieses Ritualwerk sind eben diese beiden umlaufenden Hundert-Māna-Goldstücke die Dakṣiṇā-Gabe; diese gibt er dem Brahman-Priester. Der Brahman-Priester nämlich behütet das Opfer von der rechten Seite her; deshalb gibt er sie dem Brahman-Priester.
Vor der Feuerstätte des Maitrāvaruṇa-Priesters ist ein Milchbrei-Gericht niedergelegt, das Mitra-und-Varuṇa gehört. Damit bestreicht er ihm die beiden Arme „Eure beider, Indras Kraft schaffende Arme bestreiche ich“ – der Saft des Viehs nämlich ist dieser Milchbrei; damit bestreicht er ihm eben diesen Saft des Viehs auf die Arme. Dass es 'Mitra-und-Varuṇa gehörig' heißt: Mitra und Varuṇa sind ja die beiden Arme; deshalb heißt es 'Mitra-und-Varuṇa gehörig'.
Mit dem Mitra-und-Varuṇa-gehörigen Milchbrei vollzieht er den Rest der Opferhandlung; darauf folgt das Sviṣṭakṛt-Schlussopfer. Dann bringt man ihm den Thronsessel. Wer nämlich siegt, der erlangt das Obersitzen; wer das Sitzen im Luftraum erlangt – dann, während er oben sitzt, dienen ihm von unten diese Geschöpfe. Deshalb bringt man ihm den Thronsessel. Dieser ist aus Khadira-Holz, mit Löchern versehen, mit Lederriemen bespannt, wie ihn die Bharatas verwenden.
Diesen setzt man vor der Feuerstätte des Maitrāvaruṇa-Priesters nieder „Du bist bequem, du bist gut zum Sitzen“ – damit macht er ihn eben freundlich und tauglich.
Dann lässt er ihn sich setzen „Setz dich auf die Bequeme, setz dich auf die Gutsitzende“ – 'setz dich auf die Freundliche, Taugliche', das meint er eben damit. „Setz dich auf den Schoß der Herrschermacht“ – was eben der Schoß der Herrschermacht ist, darauf setzt er ihn eben damit.
athāntarāṃse 'bhimṛśya japati | niṣasāda ghṛtavrata iti ghṛtavrato vai rājā na vā eṣa sarvasmā iva vadanāya na sarvasmā iva karmaṇe yadeva sādhu vadedyatsādhu kuryāttasmai vā eṣa ca śrotriyaścaitau ha vai dvau manuṣyeṣu ghṛtavratau tasmādāha niṣasāda ghṛtavrata iti varuṇaḥ pastyāsveti viśo vai pastyā vikṣvetyevaitadāha sāmrājyāya sukraturiti rājyāyetyevaitadāha yadāha sāmrājyāya sukraturiti
Dann berührt er ihn zwischen den Schultern und murmelt: „Er hat sich niedergesetzt, der von reinem Gelübde“ – von reinem Gelübde ist ja der König: Nicht ist er für jedes beliebige Reden, nicht für jedes beliebige Handeln bestimmt, sondern nur für das, was er Rechtes redet, was er Rechtes tut – dafür ist er bestimmt – und dieser König und der Śrotriya, diese beiden nämlich sind unter den Menschen von reinem Gelübde. Deshalb spricht er: „Er hat sich niedergesetzt, der von reinem Gelübde.“ 'Varuṇa unter den Wohnstätten' – 'unter den Untertanen', das meint er eben damit, denn Wohnstätten sind ja die Untertanen. 'Zur Oberherrschaft, der Guttatkräftige' – 'zur Königsherrschaft', das meint er eben damit, wenn er spricht 'zur Oberherrschaft, der Guttatkräftige'.
athāsmai pañcākṣānpāṇāvāvapati abhibhūrasyetāste pañca diśaḥ kalpantāmityeṣa vā ayānabhibhūryatkalireṣa hi sarvānayānabhibhavati tasmādāhābhibhūrasītyetāsta pañca diśaḥ kalpantāmiti pañca vai diśastadasmai sarvā eva diśaḥ kalpayati
Dann streut er ihm fünf Würfel in die Hand „Du bist der Überwinder – diese fünf Himmelsrichtungen mögen dir gelingen“ – dieser Überwinder der Unglückswürfe ist nämlich der Kali-Wurf – denn dieser überwindet ja alle Unglückswürfe. Deshalb spricht er: „Du bist der Überwinder – diese fünf Himmelsrichtungen mögen dir gelingen.“ Fünf sind ja die Himmelsrichtungen; damit lässt er ihm alle Himmelsrichtungen gelingen.
Dann schlägt man ihn von hinten stumm mit Stöcken. Indem man ihn mit Stöcken schlägt, führt man ihn über die Strafe des Stockes hinweg. Deshalb ist der König nicht mehr strafbar, weil man ihn hier über die Stockstrafe hinwegführt.
atha varaṃ vṛṇīte | yaṃ ha vai kaṃ ca suṣuvāṇo varaṃ vṛṇīte so 'smai sarvaḥ samṛdhyate tasmādvaraṃ vṛṇīte
Dann wählt er sich einen Wunsch. Welchen Wunsch auch immer der Geweihte sich wünscht, der geht ihm ganz in Erfüllung. Deshalb wählt er sich einen Wunsch.
Er redet ihn zuerst mit „Brahman!“ an – [mit dem Gedanken]: 'Als erstes will ich das Brahman aussprechen, will ich eine vom Brahman entsandte Rede reden.' Deshalb redet er ihn zuerst mit 'Brahman!' an. 'Du bist das Brahman' – der andere antwortet: 'Du bist Savitṛ, von wahrhaftigem Antrieb.' Damit legt er ihm eben Kraft hinein; er macht ihn eben zum Savitṛ von wahrhaftigem Antrieb.
Zum zweiten Mal redet er ihn mit „Brahman!“ an: 'Du bist das Brahman' – der andere antwortet: 'Du bist Varuṇa, von wahrhaftiger Stärke.' Damit legt er ihm eben Kraft hinein; er macht ihn eben zum Varuṇa von wahrhaftiger Stärke.
Zum dritten Mal redet er ihn mit „Brahman!“ an: 'Du bist das Brahman' – der andere antwortet: 'Du bist Indra, von allumfassender Stärke.' Damit legt er ihm eben Kraft hinein; er macht ihn eben zum Indra von allumfassender Stärke.
Zum vierten Mal redet er ihn mit „Brahman!“ an: 'Du bist das Brahman' – der andere antwortet: 'Du bist Rudra, der Gütige.' Damit legt er ihm eben die vorherigen Kräfte hinein und besänftigt ihn zugleich damit. Deshalb ist dieser, als Herrscher über alles, gnädig, weil man ihn hier besänftigt.
Zum fünften Mal redet er ihn mit „Brahman!“ an: 'Du bist das Brahman' – der andere antwortet unausgesprochen, ohne Namen. Begrenzt nämlich ist das Ausgesprochene; damit legt er ihm eben diese vorherige Kraft als begrenzte hinein. Dann aber, indem er hier unausgesprochen antwortet – unbegrenzt nämlich ist das Unausgesprochene – legt er ihm damit eben diese ganze Kraft als unbegrenzte hinein. Deshalb antwortet er hier unausgesprochen.
Dann ruft er ihn mit einem glückverheißenden Namen: „Vielschaffender, Trefflicheres-Schaffender, Mehr-Schaffender“ – wer einen solchen Namen trägt, der spricht damit eben Heilvolles für die menschliche Rede.
athāsmai brāhmaṇa sphyam prayacati | adhvaryurvā yo vāsya purohito bhavatīndrasya vajro 'si tena me radhyeti vajro vai sphyaḥ sa etena vajreṇa brāhmaṇo rājānamātmano 'balīyāṃsaṃ kurute yo vai rājā brāhmaṇādabalīyānamitrebhyo vai sa balīyānbhavati tadamitrebhya evainametadbalīyāṃsaṃ karoti
Dann übergibt ihm der Brahmane den Opferspaten – sei es der Adhvaryu-Priester, sei es wer sein Purohita ist – „Du bist die Keule Indras; mit ihr gelinge es mir“ – die Keule ist ja der Spaten; mit dieser Keule macht der Brahmane den König sich selbst gegenüber schwächer. Denn der König, der schwächer ist als der Brahmane, ist dennoch stärker als die Feinde – damit macht er ihn eben nur den Feinden gegenüber stärker.
taṃ rājā rājabhrātre prayacati | indrasya vajro 'si tena me radhyeti tena rājā rājabhrātaramātmano 'balīyāṃsaṃ kurute
Diesen übergibt der König dem Königsbruder „Du bist die Keule Indras; mit ihr gelinge es mir“ – damit macht der König den Königsbruder sich selbst gegenüber schwächer.
taṃ rājabhrātā sūtāya vā sthapataye vā prayacati | indrasya vajro 'si tena me radhyeti tena rājabhrātā sūtaṃ vā sthapatiṃ vātmano 'balīyāṃsaṃ kurute
Diesen übergibt der Königsbruder dem Sūta oder dem Sthapati „Du bist die Keule Indras; mit ihr gelinge es mir“ – damit macht der Königsbruder den Sūta oder den Sthapati sich selbst gegenüber schwächer.
taṃ sūto vā sthapatirvā grāmaṇye prayacati | indrasya vajro 'si tena me radhyeti tena sūto vā sthapatirvā grāmaṇyamātmano 'balīyāṃsaṃ kurute
Diesen übergibt der Sūta oder der Sthapati dem Grāmaṇī „Du bist die Keule Indras; mit ihr gelinge es mir“ – damit macht der Sūta oder der Sthapati den Grāmaṇī sich selbst gegenüber schwächer.
taṃ grāmaṇīḥ sajātāya prayacati | indrasya vajro 'si tena me radhyeti tena grāmaṇīḥ sajātamātmano 'balīyāṃsaṃ kurute tadyadevaṃ samprayacante netpāpavasyasamasadyathāpūrvamasaditi tasmādevaṃ samprayacante
Diesen übergibt der Grāmaṇī einem Sippengenossen „Du bist die Keule Indras; mit ihr gelinge es mir“ – damit macht der Grāmaṇī den Sippengenossen sich selbst gegenüber schwächer. Dass man so die Kette weiterreicht: [aus der Sorge] 'Dass nur nicht ein Übel entstehe, wie es zuvor gewesen wäre ohne diese Weitergabe' – deshalb reicht man so weiter.
atha sajātaśca pratiprasthātā ca | etena saphyena pūrvāgnau śukrasya purorucādhidevanaṃ kuruto 'ttā vai śukro 'ttāramevaitatkurutaḥ
Dann bereiten der Sippengenosse und der Pratiprasthātṛ-Priester mit diesem Spaten am östlichen Feuer den Würfelplatz für den Śukra-Vorkuchen vor. Essend ist ja der Śukra-Trank – damit machen sie eben den Essenden-Platz.
Dann grenzen sie den Platz für den Manthin-Vorkuchen ab. Essend ist ja der Manthin-Trank; nachdem sie so eben den Essenden-Platz geschaffen haben, erzeugen sie ihm damit dieses Essbare. Deshalb grenzen sie den Platz für den Manthin-Vorkuchen ab.
Dann nimmt der Adhvaryu-Priester vierfach gefasstes Schmalz und opfert, nachdem er Gold auf dem Würfelplatz niedergelegt hat: „Agni, der Weite, der Herr der Ordnung, wohlgefällig – Agni, der Weite, der Herr der Ordnung, möge das Schmalz begehren, svāhā!“
Dann streut er die Würfel aus: „Mit Svāhā geweiht durch die Strahlen der Sonne – strebet, ihr Sippengenossen, nach der mittleren Stellung!“ Dieser Würfelplatz ist ja Agni, der Weite; dessen Glutkohlen sind die Würfel – damit erfreut er eben diesen. Bei diesem König, der mit dem Rājasūya opfert, der dies so weiß, wird das Würfelspiel mit Zustimmung im Hause gespielt. Auf diese Würfel spricht er: „Spielt um eine Kuh!“ Ein Zugtier vom östlichen Feuer ist die Dakṣiṇā-Gabe.
Dann spricht er: „Sprich nach: Für Agni Sviṣṭakṛt.“ Dass zwischen den beiden Opfergüssen dieses Ritualwerk vollzogen wird: Denn dieser Prajāpati ist es, der als dieses Opfer sich hinzieht, aus dem diese Geschöpfe geboren wurden – ihm gemäß werden sie auch jetzt noch geboren. So setzt man ihn eben in die Mitte dieses Prajāpati; aus der Mitte weiht man ihn. Deshalb wird zwischen den beiden Opfergüssen dieses Ritualwerk vollzogen. Nach dem Āśrāvaya-Ruf spricht er: „Opfere dem Agni Sviṣṭakṛt.“ Nach dem Vaṣaṭ-Ruf opfert er.
Dann setzt er die Iḍā-Speise nieder. Nachdem die Iḍā angerufen ist, berührt er Wasser und nimmt den Māhendra-Trank. Nachdem er den Māhendra-Trank genommen hat, leitet er das Lobgesang ein; für den Lobgesang bereitet er ihn vor. Er steigt zum Schluss herab; er befindet sich am Ende des Lobgesangs, am Ende der Rezitation.
varuṇāddha vā abhiṣiṣicānādbhargo 'pacakrāma | vīryaṃ vai bharga eṣa viṣṇuryajñaḥ so 'smādapacakrāma śaśvadya eṣo 'pāṃ rasaḥ sambhṛto bhavati yenainametadabhiṣiñcati so 'sya bhargaṃ nirjaghāna
Von Varuṇa, dem Weihenden, entwich nämlich der Glanz (bharga). Kraft ist ja dieser Glanz – dieser Glanz ist Viṣṇu, ist das Opfer; dieser entwich ihm. Denn stets ist dieser gesammelte Saft der Wasser, womit man ihn weiht, es, der ihm den Glanz herausgeschlagen hat.
Diesem folgte er nach mit diesen Gottheiten: mit Savitṛ, dem Antreiber, mit Sarasvatī, der Rede, mit Tvaṣṭṛ, den Gestalten, mit Pūṣan, dem Vieh, mit Indra [Anm.: Quelltext 'indreṇāsme' – vermutlich verderbt für 'indreṇendriyeṇa' (Indra, mit indriya-Kraft), analog zum Muster der übrigen Glieder; hier textgetreu unaufgelöst übersetzt], mit Bṛhaspati, der geistlichen Macht, mit Varuṇa, der Stärke, mit Agni, dem Glanz, mit Soma, dem König – und fand ihn eben durch die zehnte Gottheit, durch Viṣṇu, wieder.
Dass er ihm mit diesen Gottheiten nachfolgte: Deshalb heißt es 'Saṃsṛp' (das Nachschleichen). Und weil es am zehnten Tag in Gang gesetzt wird, deshalb heißt es 'Daśapeya' (Zehn-Trunk). Und weil zehn Priester, je einer, einem einzelnen Becher nachfolgen, deshalb eben ist es der Daśapeya.
Dazu sagt man: 'Zehn großväterliche Soma-Trinker soll er in Freundschaft aufsuchen; dann erlangt er ja dessen Soma-Trunk, denn es ist der Daśapeya.' Meistens findet man aber nur zwei oder drei großväterliche Soma-Trinker tatsächlich vor. Deshalb soll er eben diese Gottheiten der Zahl nach aufsuchen.
Mit eben diesen Gottheiten erlangte Varuṇa dessen Soma-Trunk. Ebenso erlangt eben dieser König mit eben diesen Gottheiten dessen Soma-Trunk. Deshalb soll er eben diese Gottheiten der Zahl nach aufsuchen. Und wenn dann dieses Udavasānīya-Schlussopfer vollendet wird, dann ist dieses Weihe-Opfer beendet.
Dann opfert er diese Opfergaben: den Sāvitra-Opferkuchen mit zwölf oder acht Scherben. Savitṛ nämlich ist der Antreiber der Götter; von Savitṛ angetrieben folgte eben Varuṇa nach. Ebenso folgt eben dieser König, von Savitṛ angetrieben, nach. Dabei übergibt er eine Lotosblüte.
Dann opfert er den Sārasvata-Brei. Rede ist ja Sarasvatī; mit Rede folgte eben Varuṇa nach. Ebenso folgt eben dieser mit Rede nach. Dabei übergibt er eine Lotosblüte.
Dann opfert er den Tvāṣṭra-Opferkuchen mit zehn Scherben. Tvaṣṭṛ nämlich gebietet über die Gestalten; mit eben den Gestalten Tvaṣṭṛs folgte Varuṇa nach. Ebenso folgt eben dieser mit eben den Gestalten Tvaṣṭṛs nach. Dabei übergibt er eine Lotosblüte.
Dann opfert er den Pauṣṇa-Brei. Vieh ist ja Pūṣan; mit eben dem Vieh folgte Varuṇa nach. Ebenso folgt eben dieser mit eben dem Vieh nach. Dabei übergibt er eine Lotosblüte.
Dann opfert er den Aindra-Opferkuchen mit elf Scherben. Kraft ist ja die indriya-Kraft, Indra ist Kraft; mit eben dieser indriya-Kraft folgte Varuṇa nach. Ebenso folgt eben dieser mit eben dieser indriya-Kraft nach. Dabei übergibt er eine Lotosblüte.
Dann opfert er den Bārhaspatya-Brei. Geistliche Macht ist ja Bṛhaspati; mit eben dieser geistlichen Macht folgte Varuṇa nach. Ebenso folgt eben dieser mit eben dieser geistlichen Macht nach. Dabei übergibt er eine Lotosblüte.
Dann opfert er den Vāruṇa-Gerstenbrei. Mit eben der Stärke, mit der Varuṇa diese Geschöpfe ergriff, mit eben dieser Stärke folgte Varuṇa nach. Ebenso folgt eben dieser mit eben dieser Stärke nach. Dabei übergibt er eine Lotosblüte.
Die Upasad-Opfer gehören den zehn Gottheiten [Anm.: Konstruktion 'daśamyo devatāḥ' unsicher – wohl Bezug auf die in Ka.2 genannte Zehnerkette bis Viṣṇu]. Dabei übergibt er noch fünf weitere Lotosblüten hinzu. Diesen Zwölf-Lotosblüten-Kranz legt er sich um; das ist die Weihe; mit dieser Weihe wird er geweiht.
atha yaddvādaśa bhavanti | dvādaśa vai māsāḥ saṃvatsarasya sarvaṃ vai saṃvatsaraḥ sarveṇaivainametaddīkṣayati yāni puṇḍarīkāṇi tāni divo rūpaṃ tāni nakṣatrāṇāṃ rūpaṃ ye vadhakāste 'ntarikṣasya rūpaṃ yāni bisāni tānyasyai tadenameṣu lokeṣvadhi dīkṣayati
Und dass es zwölf sind: Zwölf sind ja die Monate des Jahres; das ganze Jahr ist es ja – mit dem Ganzen weiht man ihn eben damit. Die Lotosblüten sind die Gestalt des Himmels, sie sind die Gestalt der Sternbilder; die Stängel sind die Gestalt des Luftraums; die Wurzelknollen sind die Gestalt dieser Erde – damit weiht man ihn eben in diesen Welten.
Dann, nachdem man den König 'gekauft' hat, umwickelt man ihn zweifach und trägt ihn umher; dann setzt er sich mit der einen Hälfte auf den Thronsessel und vollzieht das Opfer. Und die andere Hälfte, die im Hause des Brahman-Priesters niedergelegt ist, legt er ebenso auf den Thronsessel und vollzieht das Opfer mit dem Ātithya-Gastopfer. Dass er mit dem Ātithya vollzieht, dann vollzieht er mit den Upasad-Opfern; dass er mit den Upasad-Opfern vollzieht –
dann opfert er diese Opfergaben: den Āgneya-Opferkuchen mit acht Scherben, den Saumya-Brei, den Vaiṣṇava-Opferkuchen mit drei Scherben oder als Brei – damit opfert er wie bei der gewöhnlichen Iṣṭi.
tadu tathā na kuryāt | hvalati vā eṣa yo yajñapathādetyeti vā eṣa yajñapathādya upasatpathādeti tasmādupasatpathādeva neyāt
Das soll man aber nicht so machen: Wer vom Opferweg abweicht, verlässt ja den Opferweg – wer nämlich vom Upasad-Weg abweicht, tut dies. Deshalb soll man nur auf dem Upasad-Weg vorgehen.
sa yadagniṃ yajati | agninaivaitattejasānusaṃsarpatyatha yatsomaṃ yajati somenaivaitadrājñānusaṃsarpatyatha yadviṣṇuṃ yajati yajño vai viṣṇustadyajñam pratyakṣamāpnoti tam pratyakṣamāptvātmankurute
Dass er dem Agni opfert: Damit folgt er eben mit dem Glanz Agnis nach. Dass er dem Soma opfert: Damit folgt er eben mit dem König Soma nach. Dass er dem Viṣṇu opfert: Opfer ist ja Viṣṇu; damit erlangt er das Opfer unmittelbar. Nachdem er es unmittelbar erlangt hat, macht er es sich zu eigen.
sa eṣa saptadaśo 'gniṣṭomo bhavati | saptadaśo vai prajāpatiḥ prajāpatiryajñastadyajñam pratyakṣamāpnoti tam pratyakṣamāptvātmankurute
Dieser Ritus ist ein siebzehnfacher Agniṣṭoma. Siebzehnfach nämlich ist Prajāpati; Prajāpati ist das Opfer – damit erlangt er das Opfer unmittelbar. Nachdem er es unmittelbar erlangt hat, macht er es sich zu eigen.
tasya dvādaśa prathamagarbhāḥ paṣṭhauhyo dakṣiṇā | dvādaśa vai māsāḥ saṃvatsarasya saṃvatsaraḥ prajāpatiḥ prajāpatiryajñastadyajñam pratyakṣamāpnoti tam pratyakṣamāptvātmankurute
Dessen Dakṣiṇā-Gabe sind zwölf erstträchtige und ebenso viele Paṣṭhauhī-Kühe (zum zweiten Mal trächtig). Zwölf sind ja die Monate des Jahres, das Jahr ist Prajāpati, Prajāpati ist das Opfer – damit erlangt er das Opfer unmittelbar. Nachdem er es unmittelbar erlangt hat, macht er es sich zu eigen.
Von diesen sind es zwölf Föten dazu – diese, Kühe und Föten zusammen, sind vierundzwanzig; vierundzwanzig sind ja die Halbmonate des Jahres, das Jahr ist Prajāpati, Prajāpati ist das Opfer – damit erlangt er das Opfer unmittelbar. Nachdem er es unmittelbar erlangt hat, macht er es sich zu eigen.
Diese Kühe gibt er dem Brahman-Priester. Der Brahman-Priester nämlich behütet das Opfer von der rechten Seite her; deshalb gibt er sie dem Brahman-Priester. Einen goldenen Kranz gibt er dem Udgātṛ-Priester, eine Goldscheibe dem Hotṛ-Priester, zwei goldene 'Leuchtende' den beiden Adhvaryu-Priestern, ein Pferd dem Prastotṛ-Priester, eine unfruchtbare Kuh dem Maitrāvaruṇa-Priester, einen Zuchtstier dem Brāhmaṇācaṃsin-Priester, zwei Gewänder den beiden Priestern Neṣṭṛ und Potṛ, einen einseitig angeschirrten, mit Gerste beladenen Wagen dem Ācāvāka-Priester, eine Kuh dem Āgnīdhra-Priester.
tā vā etāḥ | dvādaśa vā trayodaśa vā dakṣiṇā bhavanti dvādaśa vā vai trayodaśa vā saṃvatsarasya māsāḥ saṃvatsaraḥ prajāpatiḥ prajāpatiryajñastadyajñam pratyakṣamāpnoti tam pratyakṣamāptvātmankurute
Diese Dakṣiṇā-Gaben sind nämlich zwölf oder dreizehn. Zwölf oder dreizehn sind ja die Monate des Jahres, das Jahr ist Prajāpati, Prajāpati ist das Opfer – damit erlangt er das Opfer unmittelbar. Nachdem er es unmittelbar erlangt hat, macht er es sich zu eigen.