Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Kāṇḍa 5

Adhyāya 5 Diśāṃ-Opfer, Haarschur-Verzicht, Sautrāmaṇī, Traidhātavī-Udavasānīya (Indra-Viṣṇu-Vṛtra-Mythos) (Br.1-5, vollständig)

āgneyo 'ṣṭākapālaḥ puroḍāśo bhavati | tam pūrvārdha āsādayatyaindra ekādaśakapālaḥ puroḍāśo bhavati saumyo vā carustaṃ dakṣiṇārdha āsādayati vaiśvadevaścarurbhavati tam paścārdha āsādayati maitrāvaruṇī payasyā bhavati tāmuttarārdha āsādayati bārhaspatyaścarurbhavati tam madhya āsādayatyeṣa caruḥ pañcabilastadyatpañca havīṃṣi bhavanti teṣām pañca bilāni tasmāccaruḥ pañcabilo nāma

Ein Āgneya-Opferkuchen mit acht Scherben ist da; diesen setzt man im vorderen, östlichen Teil nieder. Ein Aindra-Opferkuchen mit elf Scherben ist da, oder ein Saumya-Brei; diesen setzt man im rechten, südlichen Teil nieder. Ein Vaiśvadeva-Brei ist da; diesen setzt man im hinteren, westlichen Teil nieder. Ein Maitrāvaruṇī-Milchbrei ist da; diesen setzt man im oberen, nördlichen Teil nieder. Ein Bārhaspatya-Brei ist da; diesen setzt man in der Mitte nieder. Dieser letzte Brei hat fünf Löcher; dass es fünf Opfergaben sind, dafür sind fünf Löcher im Topf – deshalb heißt der Brei 'Fünflöchriger'.

tadyadetena rājasūyayājī yajate | yadevainaṃ diśaḥ samārohayati yadṛtūnyatstomānyaccandāṃsi tasmādevainametena niṣkrīṇāti sa yaddhaitena rājasūyayājī na yajetodvā ha mādyetpra vā patettasmādvā etena rājasūyayājī yajate

Dass mit diesem Opfer der Rājasūya-Opfernde opfert: Was ihn die Himmelsrichtungen besteigen ließ – die Jahreszeiten, die anderen Stomas, die Versmaße – das löst er damit eben aus [Anm.: 'niṣkrīṇāti', wörtl. 'auslösen/zurückkaufen' – gemeint ist die symbolische Rückzahlung für die zuvor bei der Richtungs-Besteigung genommenen Kräfte]. Würde nämlich der Rājasūya-Opfernde nicht mit diesem opfern, so würde er entweder taumeln oder herabstürzen. Deshalb opfert der Rājasūya-Opfernde mit diesem.

sa yadāgneyenāṣṭākapālena puroḍāśena pracarati | yadevainam prācīṃ diśaṃ samārohayati yadṛtūnyatstomānyaccandāṃsi tasmādevainametena niṣkrīṇāti saṃsravam bārhaspatye carāvavanayati

Dass er mit dem Āgneya-Opferkuchen mit acht Scherben vorgeht: Was ihn den Osten besteigen ließ – die Jahreszeiten, die anderen Stomas, die Versmaße – das löst er damit eben aus. Die abgeflossenen Reste gießt er in den Bārhaspatya-Brei.

atha yadaindreṇaikādaśakapālena puroḍāśena pracarati | saumyena vā caruṇā yadevainaṃ dakṣiṇāṃ diśaṃ samārohayati yadṛtūnyatstomānyaccandāṃsi tasmādevainametena niṣkrīṇāti saṃsravam bārhaspatye carāvavanayati

Dann, dass er mit dem Aindra-Opferkuchen mit elf Scherben oder mit dem Saumya-Brei vorgeht: Was ihn den Süden besteigen ließ – die Jahreszeiten, die anderen Stomas, die Versmaße – das löst er damit eben aus. Die abgeflossenen Reste gießt er in den Bārhaspatya-Brei.

atha yadvaiśvadevena caruṇā pracarati | yadevainam pratīcīṃ diśaṃ samārohayati yadṛtūnyatstomānyaccandāṃsi tasmādevainametena niṣkrīṇāti saṃsravam bārhaspatye carāvavanayati

Dann, dass er mit dem Vaiśvadeva-Brei vorgeht: Was ihn den Westen besteigen ließ – die Jahreszeiten, die anderen Stomas, die Versmaße – das löst er damit eben aus. Die abgeflossenen Reste gießt er in den Bārhaspatya-Brei.

atha yanmaitrāvaruṇyā payasyāyā pracarati | yadevainamudīcīṃ diśaṃ samārohayati yadṛtūnyatstomānyaccandāṃsi tasmādevainametena niṣkrīṇāti saṃsravam bārhaspatye carāvavanayati tadyatsaṃsravānbārhaspatye carāvavanayati sarvata evāsminnetadannādyaṃ dadhāti tasmādu diśo-diśa eva rājñe 'nnādyamabhihriyate

Dann, dass er mit dem Mitra-und-Varuṇa-gehörigen Milchbrei vorgeht: Was ihn den Norden besteigen ließ – die Jahreszeiten, die anderen Stomas, die Versmaße – das löst er damit eben aus. Die abgeflossenen Reste gießt er in den Bārhaspatya-Brei. Dass er die abgeflossenen Reste in den Bārhaspatya-Brei gießt: Damit legt er ihm von allen Seiten her diese Speise hinein. Deshalb wird dem König aus jeder Himmelsrichtung Speise zugetragen.

atha yadbārhaspatyena caruṇā pracarati | yadevainamūrdhvāṃ diśaṃ samārohayati yadṛtūnyatstomānyaccandāṃsi tasmādevainametena niṣkrīṇāti

Dann, dass er mit dem Bārhaspatya-Brei vorgeht: Was ihn die Höhe besteigen ließ – die Jahreszeiten, die anderen Stomas, die Versmaße – das löst er damit eben aus.

sa ya eṣa āgneyo 'ṣṭākapālaḥ pūroḍāśo bhavati | tasya hiraṇyaṃ dakṣiṇāgneyo vā eṣa yajño bhavatyagne reto hiraṇyaṃ tasmāddhiraṇyaṃ dakṣiṇā tadagnīdhe dadātyagnirvā eṣa nidānena yadāgnīdhrastasmāttadagnīdhe dadāti

Bei diesem Āgneya-Opferkuchen mit acht Scherben ist die Dakṣiṇā-Gabe Gold. Denn dies ist ein zu Agni gehöriges Opfer; Same Agnis ist Gold – deshalb ist Gold die Dakṣiṇā-Gabe. Diese gibt er dem Āgnīdhra-Priester. Denn dieser Priester ist, was das Āgnīdhra-Amt betrifft, im Grunde Agni selbst – deshalb gibt er sie dem Āgnīdhra-Priester.

atha ya eṣa aindra ekādaśakapālaḥ puroḍāśo bhavati | tasyarṣabho dakṣiṇā sa haindro yadṛṣabho yadyu saumyaścarurbhavati tasya babhrurgaurdakṣiṇā sa hi saumyo yadbabhrustam brahmaṇe dadāti brahmā hi yajñaṃ dakṣiṇato 'bhigopāyati tasmāttam brahmaṇe dadāti

Bei diesem Aindra-Opferkuchen mit elf Scherben ist die Dakṣiṇā-Gabe ein Zuchtstier – denn zu Indra gehörig ist ja der Stier. Wenn es aber der Saumya-Brei ist, ist dessen Dakṣiṇā-Gabe eine rotbraune Kuh – denn zu Soma gehörig ist ja das Rotbraune. Diese gibt er dem Brahman-Priester. Der Brahman-Priester nämlich behütet das Opfer von der rechten Seite her; deshalb gibt er sie dem Brahman-Priester.

atha ya eṣa vaiśvadevaścarurbhavati | tasya pṛṣangaurdakṣiṇā bhūmā vā etadrūpāṇāṃ yatpṛṣato gorviśo vai viśve devā bhūmā vai viṭtasmātpṛṣangaurdakṣiṇā taṃ hotre dadāti hotā hi bhūmā tasmāttaṃ hotre dadāti

Bei diesem Vaiśvadeva-Brei ist die Dakṣiṇā-Gabe eine gesprenkelte Kuh. Vielfältigkeit nämlich ist die Gestalt einer gesprenkelten Kuh; die Allgötter sind ja die Untertanen, Vielfältigkeit ist ja die Untertanenschaft – deshalb ist eine gesprenkelte Kuh die Dakṣiṇā-Gabe. Diese gibt er dem Hotṛ-Priester. Der Hotṛ-Priester nämlich verkörpert die Vielfältigkeit – deshalb gibt er sie dem Hotṛ-Priester.

atha yaiṣā maitrāvaruṇī payasyā bhavati | tasyai vaśā dakṣiṇā sā hi maitrāvaruṇī yadvaśā yadi vaśāṃ na vindedapi yaiva kā cāpravītā syātsarvā hyeva vaśāpravītā tāmadhvaryubhyāṃ dadāti prāṇodānau vā adhvaryū prāṇodānau mitrāvaruṇau tasmāttāmadhvaryubhyāṃ dadāti

Bei diesem Mitra-und-Varuṇa-gehörigen Milchbrei ist die Dakṣiṇā-Gabe eine unfruchtbare Kuh – denn zu Mitra-und-Varuṇa gehörig ist ja die unfruchtbare Kuh. Fände er keine eigens dafür bestimmte unfruchtbare Kuh, so nehme er eine beliebige, die noch nicht besprungen wurde – denn jede noch nicht besprungene Kuh ist ja gleichsam unfruchtbar. Diese gibt er den beiden Adhvaryu-Priestern. Ein- und Ausatem sind ja die beiden Adhvaryus, Ein- und Ausatem sind Mitra und Varuṇa – deshalb gibt er sie den beiden Adhvaryus.

atha ya eṣa bārhaspatyaścarurbhavati | tasya śitipṛṣṭho gaurdakṣiṇaiṣā vā ūrdhvā bṛhaspaterdiktadeṣa upariṣṭādaryamṇaḥ panthāstasmācitipṛṣṭho bārhaspatyasya dakṣiṇā tam brahmaṇe dadāti bṛhaspatirvai devānām brahmaiṣa vā etasya brahmā bhavati tasmāttam brahmaṇe dadāti sa haitenāpi viṣṭhāvrājyannādyakāmo yajeta tadasmintsarvato 'nnādyaṃ dadhāti sa hānnāda eva bhavati

Bei diesem Bārhaspatya-Brei ist die Dakṣiṇā-Gabe eine weißrückige Kuh – denn dies ist die obere Himmelsrichtung des Bṛhaspati, oberhalb des Weges des Aryaman – deshalb ist die weißrückige Kuh die Dakṣiṇā-Gabe des Bārhaspatya. Diese gibt er dem Brahman-Priester. Bṛhaspati nämlich ist die geistliche Macht der Götter; dieser Priester ist ja dessen Brahman-Priester – deshalb gibt er sie dem Brahman-Priester. Wer auch immer nach dieser Speise verlangt, während er umherzieht, der möge auch nur mit diesem Opfer allein opfern; damit legt er sich von allen Seiten her Speise hinein – dann wird er wahrhaftig ein Speiseesser.

sa vai prayujāṃ havirbhiryajate | tadyatprayujāṃ havirbhiryajata ṛtūnvā etatsuṣuvāṇo yuṅkte ta enamṛtavo yuktā vahantyṛtūnvā prayuktānanucarati tasmātprayujāṃ havirbhiryajate

Er opfert mit den Opfergaben der Anspannungen (prayuj). Dass er mit den Opfergaben der Anspannungen opfert: Der Geweihte spannt damit eben die Jahreszeiten an; diese, angespannt, tragen ihn als Jahreszeiten; den angespannten Jahreszeiten folgt er nach. Deshalb opfert er mit den Opfergaben der Anspannungen.

tāni vai dvādaśa bhavanti | dvādaśa vai māsāḥ saṃvatsarasya tasmāddvādaśa bhavanti māsi-māsi yajetetyāhuḥ ko veda manuṣyasya tasmānna māsi-māsi yajeta śamyāparāvyādhe śamyāparāvyādha eva ṣaḍbhiryajate prāṅ yānatha punarāvṛttaḥ śamyāparāvyādhe śamyāparāvyādha eva ṣaḍbhiryajate

Diese sind nämlich zwölf. Zwölf sind ja die Monate des Jahres; deshalb sind es zwölf. 'Man solle Monat für Monat opfern' – so sagt man; doch wer kennt schon die Lebensdauer eines Menschen? Deshalb soll man nicht Monat für Monat opfern. An der Jochpflock-Grenze, an eben dieser Jochpflock-Grenze opfert er mit sechsen, wenn er vorwärts geht; dann, wieder umgekehrt, an der Jochpflock-Grenze, an eben dieser Jochpflock-Grenze opfert er wieder mit sechsen.

tadu tathā na kuryāt | ṣaḍevaitāni pūrvāṇi havīṃṣi nirvapati samānabarhīṃṣi tāsāṃ devatānāṃ rūpaṃ yathā śiśire yuktvā prāñca āprāvṛṣaṃ yāyustatṣaḍṛtūnyūṅkte ta enaṃ ṣaḍṛtavo yuktāḥ prāñca āpravṛṣaṃ vahanti ṣaḍvartūnprayuktānāprāvṛṣamanucarati pūrvāgnivāhāṃ dvau dakṣiṇā

Das soll man aber nicht so machen: Man opfert vielmehr diese sechs vorderen Opfergaben, mit gleichem Opferstreu, entsprechend der Gestalt dieser Gottheiten – so als ob man im Winter angespannt hätte und vorwärts bis zum Beginn der Regenzeit gefahren wäre. Damit spannt er sechs Jahreszeiten an; diese, angespannt, tragen ihn als sechs Jahreszeiten vorwärts bis zur Regenzeit; den sechs angespannten Jahreszeiten folgt er nach bis zur Regenzeit. Zwei Zugtiere vom vorderen Feuer sind die Dakṣiṇā-Gabe.

ṣaḍevottarāṇi havīṃṣi nirvapati | samānabarhīṃṣi tāsāṃ devatānāṃ rūpaṃ yathā punarāvarteranvārṣikamabhi tatṣaḍṛtūnyuṅkte ta enaṃ ṣaḍṛtavo yuktā vārṣikamabhi vahanti ṣaḍvartūnprayuktānvārṣikamanucarati pūrvāgnivāhāṃ dvau dakṣiṇā tadyatpūrvāgnivāho dakṣiṇa 'rtūnvā etatsuṣavāṇo yuṅkte vahanti vā anaḍvāhastasmātpūrvāgnivāho dakṣiṇā

Man opfert die sechs hinteren Opfergaben, mit gleichem Opferstreu, entsprechend der Gestalt dieser Gottheiten – so als ob man zurückkehrte, bis wieder zur Regenzeit. Damit spannt er sechs Jahreszeiten an; diese, angespannt, tragen ihn als sechs Jahreszeiten der Regenzeit entgegen; den sechs angespannten Jahreszeiten folgt er der Regenzeit entgegen nach. Zwei Zugtiere vom vorderen Feuer sind die Dakṣiṇā-Gabe. Dass die Dakṣiṇā-Gabe zwei Zugtiere vom vorderen Feuer sind: Der Geweihte spannt damit eben die Jahreszeiten an; Zugtiere ziehen ja – deshalb sind Zugtiere vom vorderen Feuer die Dakṣiṇā-Gabe.

taddha smaitatpurā kurupañcālā āhuḥ | ṛtavo vā asmānyuktā vahantyṛtūnvā prayuktānanucarāma iti yadeṣāṃ rājāno rājasūyayājina āsustaddha sma tadabhyāhuḥ

Dies pflegten einst die Kuru-Pañcālas zu sagen: 'Die Jahreszeiten, angespannt, tragen uns; den angespannten Jahreszeiten folgen wir nach' – als deren Könige Rājasūya-Opfernde waren, das pflegten sie so zu sagen.

āgneyo 'ṣṭākapālaḥ puroḍāśo bhavati | saumyaścaruḥ sāvitro dvādaśakapālo vāṣṭākapālo vā puroḍāśo bārhaspatyaścarustvāṣṭro daśakapālaḥ puroḍāśo vaiśvānaro dvādaśakapāla etāni ṣaṭ pūrvāṇi havīṃṣi bhavanti

Ein Āgneya-Opferkuchen mit acht Scherben ist da, ein Saumya-Brei, ein Sāvitra-Opferkuchen mit zwölf oder acht Scherben, ein Bārhaspatya-Brei, ein Tvāṣṭra-Opferkuchen mit zehn Scherben, ein Vaiśvānara-Opferkuchen mit zwölf Scherben – diese sind die sechs vorderen Opfergaben.

ṣaḍevottare caravaḥ | sārasvataścaruḥ pauṣṇaścarurmaitraścaruḥ kṣaitrapatyaścarurvāruṇaścarurādityaścarureta u ṣaḍuttare caravaḥ

Sechs sind die hinteren Breie: ein Sārasvata-Brei, ein Pauṣṇa-Brei, ein Maitra-Brei, ein Kṣaitrapatya-Brei, ein Vāruṇa-Brei, ein Āditya-Brei – dies sind die sechs hinteren Breie.

atha śyenīṃ vicitragarbhāmadityā ālabhate | tasyā eṣaivāvṛdyāṣṭāpadyai vaśāyā iyaṃ vā aditirasyā evainametadgarbhaṃ karoti tasyā etādṛśyeva śyenī vicitragarbhā dakṣiṇā

Dann weiht er der Aditi eine falkenfarbene Kuh mit buntem Fruchtleib. Deren Zuwachs ist eben diese Kuh, die für die 'Achtfüßige' unfruchtbare Kuh steht [Anm.: 'aṣṭāpadyai vaśāyai', wörtl. 'für die achtfüßige unfruchtbare Kuh' – wohl Bezeichnung einer trächtigen Kuh, deren Kalb ihre Beinzahl auf acht erhöht; Konstruktion insgesamt unsicher] – diese Erde nämlich ist Aditi; deren Fruchtleib eben schafft er ihr damit. Eine derartige falkenfarbene, buntfrüchtige Kuh ist die Dakṣiṇā-Gabe.

atha pṛṣatīṃ vicitracarbhām marudbhya ālabhate | tasyā eṣaivāvṛdviśo vai maruto viśāmevainametadgarbhaṃ karoti tasyāṃ etādṛśyeva pṛṣatī vicitragarbhā dakṣiṇā

Dann weiht er den Maruts eine gesprenkelte Kuh mit buntem Fruchtleib. Deren Zuwachs ist eben diese Kuh – denn Untertanen sind ja die Maruts; deren Fruchtleib eben macht er ihm damit. Eine derartige gesprenkelte, buntfrüchtige Kuh ist die Dakṣiṇā-Gabe.

etau paśubandhau | tadetāveva santāvanyathevālabhante yāmadityā ālabhanta ādityebhyastāmālabhante sarvaṃ vā ādityāḥ sarvasyaivainametadgarbhaṃ karoti yām marudbhya ālabhante viśvebhyastāṃ devebhya ālabhante sarvaṃ vai viśve devāḥ sarvasyaivainametadgarbhaṃ karoti

Dies sind die beiden Tierbindungen (paśubandha). Und obwohl es diese zwei Opfertiere sind, weiht man sie doch gleichsam anders: Die man der Aditi weiht, die weiht man eigentlich den Ādityas – denn alles sind ja die Ādityas; den Fruchtleib von allem eben schafft er ihm damit. Die man den Maruts weiht, die weiht man eigentlich den Viśve Devāḥ, den Allgöttern – denn alles sind ja die Allgötter; den Fruchtleib von allem eben schafft er ihm damit.

abhiṣecanīyeneṣṭvā | keśānna vapate tadyatkeśānna vapate vīryaṃ vā etadapāṃ rasaḥ sambhṛto bhavati yenainametadabhiṣiñcati tasyābhiṣiktasya keśānprathamānprāpnoti sa yatkeśānvapetaitāṃ śriyam jihmāṃ vināśayedvyuduhyāttasmātkeśānna vapate

Nachdem er mit dem Weihe-Opfer geopfert hat, schert er sich das Haar nicht. Dass er sich das Haar nicht schert: Kraft ist ja der gesammelte Saft der Wasser, womit man ihn weiht; dieser erreicht als erstes das Haar des Geweihten. Würde er sich nun das Haar scheren, so würde er diesen Glanz schräg, d.h. unrechtmäßig, vernichten und wegscheren. Deshalb schert er sich das Haar nicht.

saṃvatsaraṃ na vapate | saṃvatsarasammitā vai vratacaryā tasmātsaṃvatsaraṃ na vapate sa eṣa vratavisarjanīyopayogo nāma stomo bhavati keśavapanīyaḥ

Ein Jahr lang schert er sich nicht. Denn dem Jahr entsprechend ist der Vollzug des Gelübdes; deshalb schert er sich ein Jahr lang nicht. Dieser Stoma heißt dann der 'Gelübde-Entlassungs-Gebrauch', der Haarschur-Stoma.

tasyaikaviṃśam prātaḥsavanam | saptadaśam mādhyandinaṃ savanam pañcadaśaṃ tṛtīyasavanaṃ sahokthaiḥ saha ṣoḍaśinā saha rātryā

Dessen Morgenpressung ist einundzwanzigfach, die Mittagspressung siebzehnfach, die dritte Pressung fünfzehnfach – samt den Uktha-Rezitationen, samt dem Ṣoḍaśin-Trank, samt der Nacht.

trivṛdrāthantaraḥ saṃdhirbhavati | eṣa evaikaviṃśo ya eṣa tapati sa etasmādekaviṃśādapayuṅkte sa saptadaśamabhipratyavaiti saptadaśātpañcadaśam pañcadaśādasyāmeva trivṛti pratiṣṭhāyām pratitiṣṭhati

Der Übergang zum vierten Tag ist der dreifache Rathantara. Eben dieser Sonnengott, der dort brennt, ist der Einundzwanzigfache; von diesem Einundzwanzigfachen löst er sich; er geht zurück zum Siebzehnfachen, vom Siebzehnfachen zum Fünfzehnfachen, vom Fünfzehnfachen steht er fest auf eben diesem dreifachen Rathantara als Grundlage.

tasya rathantaram pṛṣṭham bhavati | iyaṃ vai rathantaramasyāmevaitatpratiṣṭhāyām pratitiṣṭhatyatirātro bhavati pratiṣṭhā vā atirātrastasmādatirātro bhavati

Dessen Pṛṣṭha-Gesang ist das Rathantara. Diese Erde nämlich ist das Rathantara; auf eben dieser Grundlage steht er fest. Es ist ein Atirātra, ein nachtübergreifendes Opfer. Grundlage nämlich ist der Atirātra; deshalb ist es ein Atirātra.

sa vai nyeva vartayate keśānna vapate vīryaṃ vā etadapāṃ rasaḥ sambhṛto bhavati yenainametadabhiṣiñcati tasyābhiṣiktasya keśānprathamānprāpnoti sa yatkeśānvapetaitāṃ śriyaṃ jihmāṃ vināśayedvyuhyādatha yannivartayate tadātmanyevaitāṃ śriyaṃ niyunakti tasmānnyeva vartayate keśānna vapate tasyaiṣaiva vratacaryā bhavati yāvajjīvaṃ nāsyām pratitiṣṭhati

Er lässt das Haar vielmehr nur nach unten umbiegen, schert es aber nicht. Kraft ist ja der gesammelte Saft der Wasser, womit man ihn weiht; dieser erreicht als erstes das Haar des Geweihten. Würde er das Haar scheren, so würde er diesen Glanz schräg vernichten und wegscheren. Dass er es aber nur umbiegen lässt: Damit bindet er sich eben diesen Glanz an sich selbst. Deshalb lässt er das Haar nur umbiegen, schert es nicht. Dies eben ist sein Gelübde-Vollzug: Lebenslang steht er nicht wieder davon ab.

āsandyā upānahā upamuñcate | upānaḍbhyāmadhi yadasya yānam bhavati ratho vā kiṃcidvā sarvaṃ vā eṣa idamuparyupari bhavatyarvāgevāsmādidaṃ sarvam bhavati yo rājasūyena yajate tasmādasyaiṣaiva vratacaryā bhavati yāvajjīvaṃ nāsyām pratitiṣṭhati

Er legt sich Sandalen vom Thronsessel an. Über die Sandalen hinaus ist, was ihm als Fahrzeug dient – sei es ein Wagen, sei es sonst etwas –: auf alldem steht er, der mit dem Rājasūya opfert, immer höher darüber; diesseits von ihm bleibt alles dies. Deshalb ist dies eben sein Gelübde-Vollzug: Lebenslang steht er nicht davon ab.

śyeta āśvino bhavati | śyetāviva hyaśvināvavirmalhā sārasvatī bhavatyṛṣabhamindrāya sṛtrāmṇa ālabhate durvedā evaṃsamṛddhāḥ paśavo yadyevaṃsamṛddhānna vindedapyajānevālabheraṃste hi suśrapatarā bhavanti sa yadyajānālabheraṃlohita āśvino bhavati tadyadetayā yajate

Ein weißes Tier gehört den Aśvins – denn weißlich sind ja die beiden Aśvins. Ein graufarbiges Schaf [Anm.: 'malhā', Bedeutung der Farbbezeichnung unsicher] gehört der Sarasvatī. Einen Stier opfert man dem Indra Sutrāman [Anm.: Quelltext 'sṛtrāmṇaḥ', hier als Variante von 'sutrāmṇaḥ' – 'dem guten Beschützer' – verstanden]. Schwer zu finden sind derart wohlbeschaffene Tiere; findet man solche wohlbeschaffenen nicht, so opfere man eben Ziegen, denn diese sind leichter zu kochen. Opfert man Ziegen, so ist die rötliche die des Aśvin. Dass man mit dieser Reihe von Tieren opfert, dazu die folgende Erklärung:

tvaṣṭurha vai putraḥ | triṣīrṣā ṣaḍakṣa āsa tasya trīṇyeva mukhānyāsustadyadevaṃrūpa āsa tasmādviśvarūpo nāma

Tvaṣṭṛs Sohn nämlich war dreiköpfig und sechsäugig; er hatte drei Mündungen. Dass er von solcher Gestalt war, deshalb hieß er 'Viśvarūpa', der Allgestaltige.

tasya somapānamevaikam mukhamāsa | surāpāṇamekamanyasmā aśanāyaikaṃ tamindro didveṣa tasya tāni śīrṣāṇi praciceda

Sein eines Maul war zum Soma-Trinken bestimmt, das andere zum Surā-Trinken, ein drittes zum gewöhnlichen Essen. Diesen hasste Indra; er schlug ihm jene Häupter ab.

sa yatsomapānamāsa | tataḥ kapiñjalaḥ samabhavattasmātsa babhruka iva babhruriva hi somo rājā

Das Haupt, das zum Soma-Trinken bestimmt war – daraus entstand der Kapiñjala-Vogel; deshalb ist dieser gleichsam rötlich-braun, denn rötlich-braun ist ja König Soma.

atha yatsurāpāṇamāsa | tataḥ kalaviṅkaḥ samabhavattasmātso 'bhimādyatka iva vadatyabhimādyanniva hi surām pītvā vadati

Und das Haupt, das zum Surā-Trinken bestimmt war – daraus entstand der Kalaviṅka-Vogel; deshalb schwatzt dieser gleichsam wie einer, der taumelnd-berauscht ist, denn taumelnd-berauscht redet man ja, nachdem man Surā getrunken hat.

atha yadatyasmā aśanāyāsa | tatastittiriḥ samabhavattasmātsa viśvarūpatama iva santyeva ghṛtastokā iva tvanmadhustokā iva tvatparṇeṣvāścutitā evaṃrūpamiva hi sa tenāśanamāvayat

Und das Haupt, das zum gewöhnlichen Essen bestimmt war – daraus entstand der Tittiri-Vogel; deshalb ist dieser gleichsam der allgestaltigste – 'Schmalztropfen sind an dir, Honigtropfen an dir, auf deinen Federn herabgeträufelt', heißt es von ihm – denn in solcher Gestalt hat er sich eben jenes Essen angeeignet.

sa tvaṣṭā cukrodha | kuvinme putramabadhīditi so 'pendrameva somamājahre sa yathāyaṃ somaḥ prasuta evamapendra evāsa

Da zürnte Tvaṣṭṛ: 'Wahrhaftig, er hat meinen Sohn erschlagen!' Da bereitete er einen Soma ohne Indra. Wie dieser Soma sonst ausgepresst wird, so war er diesmal ohne Indra.

indro ha vā īkṣāṃ cakre | idaṃ vai mā somādantaryantīti sa yathā balīyānabalīyasa evamanupahūta eva yo droṇakalaśe śukra āsa tam bhakṣayāṃ cakāra sa hainaṃ jihiṃsa so 'sya viṣvaṅṅeva prāṇebhyo dudrāva mukhāddhaivāsya na dudrāva tasmātprāyaścittirāsa sa yaddhāpi mukhādadroṣyanna haiva prāyaścittirabhaviṣyat

Indra aber überlegte: 'Man schließt mich hier vom Soma aus.' Da nahm er ihn dennoch, wie der Stärkere es gegenüber dem Schwächeren tut, auch ungerufen: Was im Droṇa-Kalaśa-Gefäß als der klare Soma war, das trank er. Der schädigte ihn; er lief ihm gleichsam nach allen Seiten aus den Lebensatemwegen heraus, doch aus dem Mund lief er ihm nicht heraus. Deshalb gab es eine Sühnehandlung. Wäre er ihm auch aus dem Mund herausgelaufen, so hätte es keine Sühnehandlung gegeben.

catvāro vai varṇāḥ | brāhmaṇo rājanyo vaiśyaḥ śūdro na haiteṣāmekaścana bhavati yaḥ somaṃ vamati sa yaddhaiteṣāmekaścitsyā tasyāddhaiva prāyaścittiḥ

Vier sind nämlich die Stände: der Brahmane, der Fürst, der Vaiśya, der Śūdra. Keiner unter diesen ist es, der den Soma erbricht. Wäre aber einer unter diesen, der ihn erbräche, für den gäbe es eben eine Sühnehandlung.

sa yannasto 'dravat | tataḥ siṃhaḥ samabhavadatha yatkarṇābhyāmadravattato kṛkaḥ samabhavadatha yadavācaḥ prāṇādadravattataḥ śārdūlajyeṣṭhāḥ śvāpadāḥ samabhavannatha yaduttarātprāṇādadravatsā parisrudatha trirniraṣṭhīvattataḥ kuvalaṃ karkandhu badaramiti samabhavatsa sarveṇaiva vyārdhyata sarvaṃ hi somaḥ

Was ihm aus der Nase herauslief – daraus entstand der Löwe. Und was ihm aus den Ohren herauslief – daraus entstand der Kṛka-Vogel. Und was ihm aus dem Atemweg der Sprachlosigkeit herauslief – daraus entstanden die Raubtiere mit dem Tiger als vornehmstem. Und was ihm aus dem oberen Lebensatemweg herauslief – das ist der 'Umherfließende' Reststoff. Und dreimal spie er aus – daraus entstanden Kuvala-, Karkandhu- und Badara-Früchte. So kam er um das Ganze; denn ganz ist ja der Soma.

sa somātipūto maṅkuriva cacāra | tametayāśvināvabhiṣajyatāṃ taṃ sarveṇaiva samārdhayatāṃ sarvaṃ hi somaḥ sa vasīyāneveṣṭvābhavat

Vom Soma über die Maßen gereinigt, wandelte er wie geschwächt umher. Diesen heilten nun die beiden Aśvins mit diesem Mittel; sie stellten ihn mit dem Ganzen wieder her, denn ganz ist ja der Soma. Nachdem er geopfert hatte, war er dann wohlhabender als zuvor.

te devā abruvan | sutrātam batainamatrāsatāmiti tasmātsautrāmaṇī nāma

Da sprachen die Götter: 'Fürwahr, gut beschützt haben ihn diese beiden hier.' Deshalb heißt es 'Sautrāmaṇī'.

sa haitayāpi somātipūtam bhiṣajyet | sarveṇa vā eṣa vyṛdhyate yaṃ somo 'tipavate sarvaṃ hi somastaṃ sarveṇaiva samardhayati sarvaṃ hi somaḥ sa vasīyāneveṣṭvā bhavati tasmādu haitayāpi somātipūtam bhiṣajyeta

Man soll auch jeden anderen, der vom Soma über die Maßen gereinigt ist, mit eben diesem Mittel heilen. Denn wen der Soma über die Maßen reinigt, der kommt um das Ganze – ganz ist ja der Soma; ihn stellt man mit dem Ganzen wieder her, denn ganz ist ja der Soma. Nachdem er geopfert hat, wird er wohlhabender. Deshalb soll man auch jeden anderen, der vom Soma über die Maßen gereinigt ist, mit eben diesem Mittel heilen.

tadyadetayā rājasūyayājī yajate | savānvā eṣa yajñakratūnavarunddhe sarvā iṣṭīrapi darvihomānyo rājasūyena yajate devasṛṣṭā vā eṣeṣṭiryatsautrāmaṇyanayā me 'pīṣṭamasadanayāpi sūyā iti tasmādvā etayā rājasūyayājī yajate

Dass der Rājasūya-Opfernde mit diesem Ritus opfert: Er erlangt damit ja alle Opferriten, alle Iṣṭis, sogar die Löffelgüsse, der mit dem Rājasūya opfert. Denn diese Opferhandlung, die Sautrāmaṇī, ist eine von den Göttern eingesetzte – [mit dem Gedanken]: 'Auch mit dieser sei mir geopfert, auch mit dieser möge man mich weihen.' Deshalb opfert der Rājasūya-Opfernde eben mit diesem Ritus.

atha yadāśvino bhavati | aśvinau vā enamabhiṣajyatāṃ tatho evainameṣa etadaśvibhyāmeva bhiṣajyati tasmādāśvino bhavati

Dass es ein Opfertier des Aśvin ist: Die Aśvins heilten ihn ja; ebenso heilt er ihn hiermit eben durch die Aśvins. Deshalb ist es ein Opfertier des Aśvin.

atha yatsārasvato bhavati | vāgvai sarasvatī vācā vā enamaśvināvabhiṣajyatāṃ tatho evainameṣa etadvācaiva bhiṣajyati tasmātsārasvato bhavati

Dass es ein Opfertier der Sarasvatī ist: Rede ist ja Sarasvatī; mit Rede heilten ihn ja die Aśvins; ebenso heilt er ihn hiermit eben mit Rede. Deshalb ist es ein Opfertier der Sarasvatī.

atha yadaindro bhavati indro vai yajñasya devatā tayaivainametadbhiṣajyati tasmādaindro bhavati

Dass es ein Opfertier des Indra ist: Indra ist ja die Gottheit des Opfers; mit eben dieser heilt er ihn hiermit. Deshalb ist es ein Opfertier des Indra.

eteṣu paśuṣu | siṃhalomāni vṛkalomāni śārdūlalomānītyāvapatyetadvai tataḥ samabhavadyadenaṃ somo 'tyapavata tenaivainametatsamardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmādetānyāvapati

Auf diese Opfertiere streut er Löwenhaare, Wolfshaare, Tigerhaare – denn dies entstand ja daraus, als der Soma ihn über die Maßen reinigte; mit eben diesem stellt er ihn hiermit wieder her, macht ihn ganz. Deshalb streut er diese Haare auf.

tadu tathā na kuryāt | ulkayā ha sa nakhinyā paśūnanuṣuvati ya etāni paśuṣvāvapati tasmādu parisrutyevāvapettathā holkayā nakhinyā paśūnnānuṣuvati tatho evainaṃ samardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmādu parisrutyevāvapeta

Das soll man aber nicht so machen: Wer diese Haare auf die lebenden Tiere streut, der besprengt gleichsam mit einer krallenbewehrten Feuerbrand-Fackel die Tiere. Deshalb soll man sie vielmehr in den Parisrut-Reststoff streuen; so besprengt man die Tiere nicht mit einer krallenbewehrten Feuerbrand-Fackel. Ebenso stellt man ihn hiermit wieder her, macht ihn ganz. Deshalb soll man sie vielmehr in den Parisrut streuen.

atha pūrvedyuḥ | parisrutaṃ saṃdadhātyāśvibhyām pacyasva sarasvatyai pacyasvendrāya sutrāmṇe pacyasveti sā yadā parisrudbhavatyathainayā pracarati

Am Vortag setzt er den Parisrut zum Gären an „Für die Aśvins reife, für Sarasvatī reife, für Indra Sutrāman reife“ – wenn er dann vergoren ist, dann geht er mit ihm vor.

dvāvagnī uddharanti | uttaravedāvevottaramuddhate dakṣiṇaṃ netsomāhutīśca surāhutīśca saha juhavāmeti tasmāddvāvagnī uddharantyuttaravedāvevottaramuddhate dakṣiṇamatha yadā vapābhiḥ pracaratyathaitayā parisrutā pracarati

Man hebt zwei Feuer heraus. Vom nördlichen Altar hebt man das nördliche heraus – [mit dem Gedanken]: 'Dass wir nicht Soma-Opfergüsse und Surā-Opfergüsse zusammen darbringen.' Deshalb hebt man zwei Feuer heraus: Vom nördlichen Altar hebt man das nördliche heraus, das andere das südliche. Wenn man dann mit den Bauchfell-Opfern vorgeht, dann geht man mit diesem vergorenen Trank vor.

tāṃ darbhaiḥ pāvayati | pūtāsaditi vāyuḥ pūtaḥ pavitreṇa pratyaṅ somo atisrutaḥ indrasya yujyaḥ sakheti tatkuvalasaktūnkarkandhusaktūnbadarasaktūnityāvapatyetadvai tataḥ samabhavadyattrirniraṣṭhīvattenaivainametatsamardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmādetānāvapati

Diesen Trank reinigt er mit Darbha-Gras „Gereinigt bist du – Vāyu ist gereinigt durch das Reinigungssieb, entgegenströmend ist der überströmende Soma, Indras verbundener Freund“ – dann streut er Kuvala-Mehl, Karkandhu-Mehl, Badara-Mehl hinein – denn dies entstand ja daraus, als er dreimal ausspie; mit eben diesem stellt er ihn hiermit wieder her, macht ihn ganz. Deshalb streut er diese Mehle hinein.

atha grahāngṛhṇāti | ekaṃ vā trīnvaikastveva grahītavya ekā hi purorugbhavatyekānuvākyaikā yājyā tasmādekā eva grahītavyaḥ

Dann nimmt er die Trünke. Einen oder drei nimmt er; einer indes soll unbedingt genommen werden – denn eines ist ja der Vorspruch, eines der Anuvākyā-Vers, eines der Yājyā-Vers. Deshalb soll zumindest einer genommen werden.

sa gṛhṇāti | kuvidaṅga yavamanto yavaṃ cidyathā dāntyanupūrvaṃ viyūya ihehaiṣāṃ kṛṇuhi bhojanāni ye barhiṣo namauktiṃ yajanti upayāmagṛhīto 'syaśvibhyāṃ tvā sarasvatyai tvendrāya tvā sutrāmṇa iti yadyu trīngṛhṇīyādetayaiva gṛhṇīyādupayāmaistu tarhi nānā gṛhṇīyādathāhāśvibhyām sarasvatyā indrāya sutrāmṇe 'nubrūhīti

Er nimmt den Trank „Wohlan, ihr Gersten-Besitzenden, wie man die Gerste selbst der Reihe nach abteilend verteilt, so schaffe hier und da ihnen Nahrung, die dem Opferstreu die Verneigungs-Rede darbringen“ – „Ergriffen mit dem Upayāma-Spruch bist du; dich für die Aśvins, dich für Sarasvatī, dich für Indra Sutrāman“ – wollte er drei Trünke nehmen, so nehme er mit eben diesem einen Vers für alle; mit den Upayāma-Sprüchen indes nehme er sie getrennt. Dann spricht er: „Sprich nach: Für die Aśvins, für Sarasvatī, für Indra Sutrāman.“

so 'nvāha | yuvaṃ surāmamaśvinā namucāvāsure sacā vipipānā subhaspatī indraṃ karmasvāvatamityāśrāvyāhāśvinau sarasvatīmindraṃ sutrāmāṇaṃ yajeti

Er spricht nach: „Ihr beide, o Aśvins, tranket in Gemeinschaft mit dem Asura Namuci die Surā, ihr Herren des Glücks; helfet dem Indra bei den Werken“ – nach dem Āśrāvaya-Ruf spricht er: „Opfere den Aśvins, der Sarasvatī, dem Indra Sutrāman.“

sa yajati | putramiva pitarāvaśvinobhendrāvathuḥ kāvyairdaṃsanābhiḥ yatsurāmaṃ vyapibaḥ śacībhiḥ sarasvatī tvā maghavannabhiṣṇagiti dvirhotā vaṣaṭkaroti dviradhvaryurjuhotyāharati bhakṣaṃ yadyu trīngṛhṇīyādetasyaivānu homamitarau hūyete

Er opfert: „Wie einen Sohn habt ihr beiden, Aśvins, den Indra mit weisen Kunstgriffen geheilt; als du die Surā mit deinen Kräften ausgetrunken hattest, heilte dich, o Freigebiger, Sarasvatī“ – zweimal spricht der Hotṛ den Vaṣaṭ-Ruf, zweimal opfert der Adhvaryu, dann holt er den Anteil herbei. Nimmt er drei Trünke, so wird nach diesem einen Opferguss hin für die beiden anderen mitgeopfert.

atha kumbhaḥ | śatavitṛṇo vā bhavati navavitṛṇo vā sa yadi śatavitṛṇaḥ śatāyurvā ayam puruṣaḥ śatatejāḥ śatavīryastasmācatavitṛṇo yadyu navavitṛṇo naveme puruṣe prāṇāstasmānnavavitṛṇaḥ

Der Krug hat entweder hundert Löcher oder neun Löcher. Hat er hundert Löcher: Hundertjährig ist dieser Mensch, hundertfach an Glanz, hundertfach an Kraft – deshalb hundert Löcher. Hat er aber neun Löcher: Neun sind die Lebensatem-Kräfte in diesem Menschen – deshalb neun Löcher.

taṃ śikyodutam | uparyuparyāhavanīyaṃ dhārayanti sā yā pariśiṣṭā parisrudbhavati tāmāsiñcati tāṃ vikṣarantīmupatiṣṭhate pitṝṇāṃ somavatāṃ tisṛbhirṛgbhiḥ pitṝṇām barhiṣadāṃ tisṛbhirṛgbhiḥ pitṝṇāmagniṣvāttānāṃ tisṛbhirṛgbhistadyadevamupatiṣṭhate yatra vai soma indramatyapavata sa yatpitṝnagacattrayā vai pitarastenaivainametatsamardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmādevamupatiṣṭhate

Diesen Krug, in einer Tragschlinge aufgehängt, hält man oberhalb des Āhavanīya-Feuers. Was von dem vergorenen Trank übrig geblieben ist, das gießt er hinein; während es heraustropft, verehrt er es mit je drei Versen für die Soma-trinkenden Väter, für die auf dem Opferstreu sitzenden Väter, für die feuer-verzehrten Väter. Dass er es so verehrt: Als der Soma für Indra hindurchgeläutert wurde, da ging er zu den Vätern – dreifach sind ja die Väter; mit eben diesen stellt er ihn hiermit wieder her, macht ihn ganz. Deshalb verehrt er es so.

athaitāni havīṃṣi nirvapati | sāvitraṃ dvādaśakapālaṃ vāṣṭākapālaṃ vā puroḍāśaṃ vāruṇaṃ yavamayaṃ carumaindramekādaśakapālam puroḍāśam

Dann opfert er diese Opfergaben: den Sāvitra-Opferkuchen mit zwölf oder acht Scherben, den Vāruṇa-Gerstenbrei, den Aindra-Opferkuchen mit elf Scherben.

sa yatsāvitro bhavati | savitā vai devānām prasavitā savitṛprasūta evaitadbhiṣajyati tasmātsāvitro bhavati

Dass es der Sāvitra ist: Savitṛ nämlich ist der Antreiber der Götter; von Savitṛ angetrieben heilt er hiermit. Deshalb ist es der Sāvitra.

atha yadvāruṇo bhavati | varuṇo vā ārpayitā tadya evārpayitā tenaivaitadbhiṣajyati tasmādvāruṇo bhavati

Dass es der Vāruṇa ist: Varuṇa ist ja der 'Zufüger' [der die Krankheit verursacht]; mit eben diesem, der der Zufüger ist, heilt er hiermit. Deshalb ist es der Vāruṇa.

atha yadaindro bhavati | indro vai yajñasya devatā sā yaiva yajñasya devatā tayaivaitadbhiṣajyati tasmādaindro bhavati

Dass es der Aindra ist: Indra ist ja die Gottheit des Opfers; mit eben dieser Gottheit des Opfers heilt er hiermit. Deshalb ist es der Aindra.

sa yadi haitayāpi somātipūtam bhiṣajyet | iṣṭā anuyājā bhavantyavyūḍhe srucāvathaitairhavirbhiḥ pracarati paścādvai somo 'tipavate paścādevainametena medhenāpidadhātyāśvinamu tarhi dvikapālam puroḍāśaṃ nirvapedatha yadā vapābhiḥ pracaratyathaitenāśvinena dvikapālena puroḍāśena pracarati

Wenn man aber auch jeden anderen, der vom Soma über die Maßen gereinigt ist, mit diesem Mittel heilen wollte: Man opfert die Anuyāja-Nachopfer, ohne die beiden Opferlöffel wegzunehmen, und geht dann mit diesen Opfergaben vor – denn hinterher läutert der Soma über die Maßen; hinterher fügt man ihn eben mit diesem Opfertier wieder ein. Man opfere dann auch einen Āśvina-Opferkuchen mit zwei Scherben; wenn man dann mit den Bauchfell-Opfern vorgeht, dann geht man mit diesem Āśvina-Opferkuchen mit zwei Scherben vor.

tadu tathā na kuryāt | hvalati vā eṣa yo yajñapathādetyeti vā eṣa yajñapathādya evaṃ karoti tasmādyatraivaiteṣām paśūnāṃ vapābhiḥ pracaranti tadevaitairhavirbhiḥ pracareyurno tarhyāśvinaṃ dvikapālam puroḍāśaṃ nirvapet

Das soll man aber nicht so machen: Wer vom Opferweg abweicht, verlässt ja den Opferweg – wer nämlich so handelt. Deshalb soll man eben dort, wo man mit den Bauchfell-Opfern dieser Tiere vorgeht, mit eben diesen übrigen Opfergaben vorgehen; dann soll man aber keinen Āśvina-Opferkuchen mit zwei Scherben zusätzlich opfern.

tasya napuṃsako gaurdakṣiṇā | na vā eṣa strī na pumānyannapuṃsako gauryadaha pumāṃstena na strī yadu strī teno na pumāṃstasmānnapuṃsako gaurdakṣiṇāśvā vā rathavāhī sā hi na strī na pumānyadaśvā rathavāhī yadaha rathaṃ vahati tena na strī yadu strī teno na pumāṃstasmādaśvā rathavāhī dakṣiṇā

Dessen Dakṣiṇā-Gabe ist ein geschlechtsloses Rind. Dieses ist ja weder weiblich noch männlich: Weil es 'männlich' heißt, deshalb ist es nicht weiblich; weil es aber ein 'Rind' ist, grammatisch weiblich, deshalb ist es nicht männlich. Deshalb ist ein geschlechtsloses Rind die Dakṣiṇā-Gabe. Oder eine Stute als Wagenzieherin – auch sie ist ja weder weiblich noch männlich: Weil sie den Wagen zieht, deshalb ist sie nicht weiblich; weil sie aber eine 'Stute' ist, grammatisch weiblich, deshalb ist sie nicht männlich. Deshalb ist eine Stute als Wagenzieherin die Dakṣiṇā-Gabe.

aindravaiṣṇavaṃ dvādaśakapālam puroḍāśaṃ nirvapati | tadyadetayā yajate vṛtre ha vā idamagre sarvanāma yadṛco yadyajūṃṣi yatsāmāni tasmā indro vajram prājihīrṣat

Er opfert den Aindravaiṣṇava-Opferkuchen mit zwölf Scherben. Dass er mit diesem opfert, dazu die folgende Erklärung: Vṛtra nämlich war einst dies alles mit Namen – was die Ṛcs, was die Yajus-Sprüche, was die Sāmans waren. Gegen ihn wollte Indra die Keule erheben.

sa ha viṣṇumuvāca | vṛtrāya vai vajram prahariṣyāmyanu mā tiṣṭhasveti tatheti ha viṣṇuruvācānu tvā sthāsye prahareti tasmā indro vajramudyayāma sa udyatādvajrādvṛtro bibhayāṃ cakāra

Da sprach er zu Viṣṇu: „Ich werde gegen Vṛtra die Keule schleudern; stehe mir bei.“ „So sei es“, sprach Viṣṇu, „ich werde dir beistehen; schleudere!“ Da erhob Indra für ihn die Keule. Vor der erhobenen Keule bekam Vṛtra Angst.

sa hovāca | asti vā idaṃ vīryaṃ tannu te prayacāni mā tu me prahārṣīriti tasmai yajūṃṣi prāyacattasmai dvitīyamudyayāma

Da sprach er: „Es gibt da diese Kraft – die will ich dir nun geben, doch schlage mich nicht.“ Da gab er ihm die Yajus-Sprüche. Da erhob er für ihn die Keule zum zweiten Mal.

sa hovāca | asti vā idaṃ vīryaṃ tannu te prayacāni mā tu me prahārṣīriti tasmā ṛcaḥ prāyacattasmai tṛtīyamudyayāma

Da sprach er wieder: „Es gibt da diese Kraft – die will ich dir nun geben, doch schlage mich nicht.“ Da gab er ihm die Ṛcs. Da erhob er für ihn die Keule zum dritten Mal.

asti vā idaṃ vīryaṃ tannu te prayacāni mā tu me prahāṣīriti tasmai sāmāni prāyacattasmādapyetarhyevamevairvedairyajñaṃ tanvate yajurbhirevāgre 'thargbhiratha sāmabhirevaṃ hyasmā etatprāyacat

„Es gibt da diese Kraft – die will ich dir nun geben, doch schlage mich nicht.“ Da gab er ihm die Sāmans. Deshalb spannt man auch jetzt noch das Opfer eben mit diesen Veden in dieser Reihenfolge: zuerst mit den Yajus, dann mit den Ṛcs, dann mit den Sāmans – denn so hat er ihm dies eben gegeben.

tasya yo yonirāśaya āsa | tamanuparāmṛśya saṃlupyācinatsaiṣeṣṭirabhavattadyadetasminnāśaye tridhāturivaiṣā vidyāśeta tasmāttraidhātavī nāma

Was dessen Schoß-Lager war, das ergriff er der Reihe nach, zerteilte es und häufte es auf – das wurde diese Opfergabe. Dass in diesem Lager gleichsam dreifach-elementhaft die dreifache Wissenschaft der Veden lag – deshalb heißt es 'Traidhātavī', die Dreifach-Elementhafte.

atha yadaindrāvaiṣṇavaṃ havirbhavati | indro hi vajramudayacadviṣṇuranvatiṣṭhata

Dass es eine dem Indra-und-Viṣṇu gehörige Opfergabe ist: Indra nämlich erhob die Keule, Viṣṇu stand ihm bei.

atha yaddvādaśakapālo bhavati | dvādaśa vai māsāḥ saṃvatsarasya saṃvatsarasammitaiṣeṣṭistasmāddvādaśakapālo bhavati

Dass sie zwölf Scherben hat: Zwölf sind ja die Monate des Jahres; dem Jahr entsprechend ist diese Opfergabe – deshalb hat sie zwölf Scherben.

tamubhayeṣāṃ vrīhiyavāṇāṃ gṛhṇāti | vrīhimayamevāgre piṇḍamadhiśrayati tadyajuṣāṃ rūpamatha yavamayaṃ tadṛcāṃ rūpamatha vrīhimayaṃ tatsāmnāṃ rūpa tadetattrayyai vidyāyai rūpaṃ kriyate saiṣā rājasūyayājina udavasānīyeṣṭirbhavati

Diese Opfergabe nimmt er von beiden Getreidearten, Reis und Gerste. Zuerst setzt er den reisenen Kuchenteig zum Backen an – das ist die Gestalt der Yajus; dann den gerstenen – das ist die Gestalt der Ṛcs; dann den reisenen – das ist die Gestalt der Sāmans. Damit wird die Gestalt der dreifachen Wissenschaft der Veden geschaffen. Dies ist die Udavasānīya-Schlussopfergabe des Rājasūya-Opfernden.

sarvānvā eṣa yajñakratūnavarunddhe | sarvā iṣṭīrapi darvihomānyo rājasūyena yajate tasya yātayāmeva yajño bhavati so 'smātparāṅiva bhavatyetāvānvai sarvo yajño yāvāneṣa trayo vedastasyaitadrūpaṃ kriyata eṣa yonirāśayastadetena trayeṇa vedena punaryajñamārabhate tathāsyāyātayāmā yajño bhavati tatho asmānna parāṅ bhavati

Er erlangt damit ja alle Opferriten, alle Iṣṭis, sogar die Löffelgüsse, der mit dem Rājasūya opfert. Dessen Opfer wird gleichsam verbraucht, abgestanden; es entfernt sich gleichsam von ihm. So groß nämlich ist das ganze Opfer, wie diese dreifachen Veden reichen; deren Gestalt wird hier geschaffen – dies ist das Schoß-Lager. Damit beginnt er mit diesen dreifachen Veden das Opfer von Neuem; so wird ihm das Opfer unverbraucht, und so entfernt es sich nicht von ihm.

sarvānvā eṣa yajñakratūnavarunddhe | sarvā iṣṭīrapi darvihomānyo rājasūyena yajate devasṛṣṭo vā eṣeṣṭiryattraidhātavyanayā me 'pīṣṭamasadanayāpi sūyā iti tasmādvā eṣā rājasūyayājina udavasānīyeṣṭhirbhavati

Er erlangt damit ja alle Opferriten, alle Iṣṭis, sogar die Löffelgüsse, der mit dem Rājasūya opfert. Denn diese Opfergabe, die Traidhātavī, ist eine von den Göttern eingesetzte – [mit dem Gedanken]: 'Auch mit dieser sei mir geopfert, auch mit dieser möge man mich weihen.' Deshalb ist eben dies die Udavasānīya-Schlussopfergabe des Rājasūya-Opfernden.

atho yaḥ sahasraṃ vā bhūyo vā dadyāt | tasya hāpyudavasānīyā syādriricāna iva vā eṣa bhavati yaḥ sahasraṃ vā bhūyo vā dadātyetadvai sahasraṃ vācaḥ prajātaṃ yadeṣa trayo vedastatsahasreṇa riricānam punarāpyāyayati tasmādu ha tasyāpyudavasānīyā syāt

Und wer tausend Kühe oder mehr als Dakṣiṇā gäbe, für den soll ebenfalls diese Udavasānīya-Gabe gelten. Denn wie einer, der zurückbleibt, erscheint gleichsam der, der tausend oder mehr gibt – dies Tausend nämlich ist als Rede hervorgebracht, nämlich diese dreifachen Veden; mit diesem Tausend belebt er den Zurückbleibenden von neuem. Deshalb soll auch für ihn diese Udavasānīya-Gabe gelten.

atho ye dīrghasattramāsīran | saṃvatsaraṃ vā bhūyo vā teṣāṃ hāpyudavasānīya syātsarvaṃ vai teṣāmāptam bhavati sarvaṃ jitaṃ ye dīrghasattramāsate saṃvatsaraṃ vā bhūyo vā sarvameṣā tasmādu ha teṣāmapyudavasānīyā syāt

Und für die, die ein langes Sattra durchführen, ein Jahr lang oder länger, soll ebenfalls diese Udavasānīya-Gabe gelten. Denn alles ist ja von ihnen erlangt, alles gewonnen, die ein langes Sattra durchführen, ein Jahr lang oder länger – alles bedeutet diese Iṣṭi. Deshalb soll auch für sie diese Udavasānīya-Gabe gelten.

atho hainayāpyabhicaret | etayā vai bhadrasenamājātaśatravamāruṇirabhicacāra kṣipraṃ kilāstṛṇuteti ha smāha yājñavalkyo 'pi ha vā enayendro vṛtrasyāsthānamacinadapi ha vā enayāsthānaṃ cinatti ya enayābhicarati tasmādu hainayāpyabhicaret

Und mit dieser Opfergabe könnte man auch Zauber gegen einen Feind wirken. Mit dieser nämlich verzauberte Āruṇi den Bhadrasena Ajātaśatru – 'schnell wahrhaftig streut man es aus', pflegte Yājñavalkya zu sagen. Auch Indra häufte mit dieser den Leichnam Vṛtras auf; auch wer mit dieser Zauber wirkt, häuft seinem Feind den Leichnam auf. Deshalb könnte man mit dieser auch Zauber wirken.

atho hainayāpi bhiṣajyet | yaṃ nvevaikayarcā bhiṣajyedekena yajuṣaikena sāmnā taṃ nvevāgadaṃ kuryātkimu yaṃ trayeṇa vedena tasmādu hainayāpi bhiṣajyet

Und mit dieser könnte man auch heilen. Wen man schon mit einem einzigen Ṛc-Vers heilt, mit einem einzigen Yajus, mit einem einzigen Sāman, den machte man schon gesund – wieviel mehr den, der mit den dreifachen Veden behandelt wird! Deshalb könnte man mit dieser auch heilen.

tasyai trīṇi śatamānāni hiraṇyāni dakṣiṇā | tāni brahmaṇe dadāti na vai brahmā pracarati na stute na śaṃsatyatha sa yaśo na vai hiraṇyena kiṃ cana kurvantyatha tadyaśastasmāttrīṇi śatamānāni brahmaṇe dadāti

Deren Dakṣiṇā-Gabe sind drei Hundert-Māna-Goldstücke. Diese gibt er dem Brahman-Priester. Der Brahman-Priester nämlich handelt nicht selbst opfernd, spricht weder Lobpreis noch Rezitation – und doch ist er Ruhm; man tut ja mit Gold nichts Praktisches, und doch ist es Ruhm. Deshalb gibt er drei Hundert-Māna-Goldstücke dem Brahman-Priester.

tisro dhenūrhotre | bhūmā vai tisro dhenavo bhūmā hotā tasmāttisro dhenūrhotre

Drei Milchkühe gibt er dem Hotṛ-Priester. Vielfältigkeit sind ja drei Milchkühe, Vielfältigkeit ist der Hotṛ – deshalb drei Milchkühe für den Hotṛ.

trīṇi vāsāṃsyadhvaryave | tanute vā adhvaryuryajñaṃ tanvate vāsāṃsi tasmāttrīṇi vāsāṃsyadhvaryave gāmagnīdhe

Drei Gewänder gibt er dem Adhvaryu-Priester. Der Adhvaryu spannt ja das Opfer, Gewänder spannt man auch – deshalb drei Gewänder für den Adhvaryu. Eine Kuh für den Āgnīdhra-Priester.

tā vā etāḥ | dvādaśa vā trayodaśa vā dakṣiṇā bhavanti dvādaśa vā vai trayodaśa vā saṃvatsarasya māsāḥ saṃvatsarasammitaiṣeṣṭistasmāddvādaśa vā trayodaśa vā dakṣiṇā bhavanti

Diese Dakṣiṇā-Gaben sind nämlich zwölf oder dreizehn. Zwölf oder dreizehn sind ja die Monate des Jahres; dem Jahr entsprechend ist diese Opfergabe – deshalb sind es zwölf oder dreizehn Dakṣiṇā-Gaben.

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