athāto nairṛtīrharanti | etadvai devā gārhapatyaṃ citvā samārohannayaṃ vai loko gārhapatya imameva taṃ lokaṃ saṃskṛtya samārohaṃste tama evānatidṛśyamapaśyan
Nun folgt hier die Lehre vom Herbeiholen der Nairṛtī-Ziegel, der der Nirṛti geweihten Ziegel. Die Götter nämlich, nachdem sie den Gārhapatya geschichtet hatten, stiegen empor; diese Welt hier nämlich ist der Gārhapatya; eben diese Welt, nachdem sie sie zurechtgemacht hatten, stiegen sie empor; da sahen sie nichts als undurchdringliche Finsternis.
te 'bruvan | upa tajjānīta yathedaṃ tamaḥ pāpmānamapahanāmahā iti te 'bruvaṃścetayadhvamiti citimicateti vāva tadabruvaṃstadicita yathedaṃ tamaḥ pāpmānamapahanāmahā iti
Sie sprachen: „Findet heraus, wie wir diese Finsternis, dieses Übel, vertreiben können!“ Sie sprachen: „Ersinnt es!“ – eben davon kommt das Wort Citi [Schichtung]: „sie ersinnen es“ – eben das sprachen sie damals: sie ersannen, wie sie diese Finsternis, dieses Übel, vertreiben könnten.
te cetayamānāḥ | etā iṣṭakā apaśyannairṛtīstā upādadhata tābhistattamaḥ pāpmānamapāghnata pāpmā vai nirṛtistadyadetābhiḥ pāpmānaṃ nirṛtima pāghnata tasmādetā nairṛtyaḥ
Sie, so ersinnend, sahen diese Ziegel, die Nairṛtī-Ziegel; diese legten sie hin; mit ihnen vertrieben sie damals diese Finsternis, dieses Übel; Übel nämlich ist die Nirṛti [die Zerstörung, das Unheil]; dass sie also mit diesen das Übel, die Nirṛti, vertrieben, deshalb heißen diese Nairṛtī.
tadvā etatkriyate | yaddevā akurvannidaṃ nu tattama sa pāpmā devairevāpahato yattvetatkaroti yaddevā akurvaṃstatkaravāṇītyatho ya eva pāpmā yā nirṛtistametābhirapahate tadya !detābhiḥ pāpmānaṃ nirṛtimapahate tasmādetā nairṛtyaḥ
Das nun wird hier getan, was die Götter damals taten: eben diese Finsternis, dieses Übel, ist von den Göttern bereits vertrieben; dass er also dies tut: „Was die Götter taten, das will ich tun“ – so denkt er. Und ferner: eben jenes Übel, jene Nirṛti, vertreibt er damit; dass er also mit diesen das Übel, die Nirṛti, vertreibt, deshalb heißen diese Nairṛtī.
Und ferner: dass man diese Nairṛtī-Ziegel herbeiholt: dort, wo die Götter jenen zusammengesunkenen Prajāpati zurechtmachten, dort gossen sie ihn als Samen in den Schoß der Ukhā; Schoß nämlich ist die Ukhā; für ihn machten sie damals diesen Halt im Jahresverlauf zurecht, diese Welt hier – diese Welt hier nämlich ist der Gārhapatya –, in ihr erzeugten sie ihn. Was an ihm Übel war, was Schleim, was Nachgeburt, was Eihaut, das vertrieben sie mit diesen Ziegeln; dass sie also mit diesen sein Übel, seine Nirṛti, vertrieben, deshalb heißen diese Nairṛtī.
Ebenso gießt hier der Opferherr sich selbst als Samen in den Schoß der Ukhā; Schoß nämlich ist die Ukhā; für sich macht er damit diesen Halt im Jahresverlauf zurecht, diese Welt hier – diese Welt hier nämlich ist der Gārhapatya –, in ihr erzeugt er sich. Was an ihm Übel ist, was Schleim, was Nachgeburt, was Eihaut, das vertreibt man mit diesen; dass man also mit diesen sein Übel, seine Nirṛti, vertreibt, deshalb heißen diese Nairṛtī.
Sie sind eine Fußlänge groß; damit macht er eben das Übel, die Nirṛti, zu etwas Niedrigem, unter dem Fuß Liegendem. Sie sind merkmallos; was nämlich nicht existiert, das ist merkmallos; damit macht er das Übel, die Nirṛti, zu etwas nicht Existierendem. Sie sind in Spreu gebrannt; Nairṛta nämlich ist die Spreu; damit vollzieht er eben mit den Nairṛta-Dingen das Nairṛta-Werk. Sie sind schwarz; schwarz nämlich war damals jene Finsternis; und ferner: schwarz ist ja die Nirṛti.
tābhiretāṃ diśaṃ yanti | eṣā vai nairṛtī diṅnairṛtyāmeva taddiśi nirṛtiṃ dadhāti sa yatra svakṛtaṃ veriṇaṃ śvabhrapradaro vā syāttadenā upadadhyādyatra vā asyā avadīryate yatra vāsyā oṣadhayo na jāyante nirṛtīrhāsyai tadgṛhṇāti naiṛta eva tadbhūmernirṛtiṃ dadhāti tāḥ parācīrlokabhājaḥ kṛtvopadadhāti
Mit ihnen geht man in diese Himmelsrichtung, den Südwesten; diese nämlich ist die Nairṛtī-Richtung; eben in dieser Richtung legt man die Nirṛti nieder. Wo immer beim Opferplatz eine natürlich entstandene sumpfige Stelle oder eine Erdspalte, eine Grube ist, dort soll man diese Ziegel hinlegen, oder wo der Boden einbricht, oder wo keine Pflanzen wachsen – dort nämlich haftet die Nirṛti an diesem Ort; eben dort legt man der Erde die Nirṛti wieder nieder, mit Nairṛta-Dingen. Diese Ziegel legt er, nachdem er sie zu welt-teilhaften gemacht hat, abgewandt hin.
asunvantamayajamānamiceti | yo vai na sunoti na yajate taṃ nirṛtirṛcati stenasyetyāmanvihi taskarasyeti stenasya cetyāmanvihi taskarasya cetyetadatho yathā stenastaskaraḥ pralāyametyevam pralāyamihītyanyamasmadica sā ta ityetyanitthaṃvidvāṃsamicetyetannamo devi nirṛte tubhyamastviti namaskāreṇaivaināmapahate
„Ich suche den, der nicht presst, nicht opfert“ – wer nämlich nicht presst, nicht opfert, den befällt die Nirṛti. „Gedenke des Diebes, gedenke des Räubers“ bedeutet: gedenke des Diebes und gedenke des Räubers – das [ist gemeint]; und ferner: wie ein Dieb, ein Räuber, sich davonmacht, so möge sie sich von hier davonmachen – zu einem anderen gehe sie als uns; „sie sei dir zuteil“ bedeutet: ich suche einen, der es nicht so wie ich weiß – das [ist gemeint]. „Verehrung sei dir, o Göttin Nirṛti“ – mit dieser Verehrungsbezeugung vertreibt er sie eben.
namaḥ su te nirṛte tigmateja iti | tigmatejā vai nirṛtistasyā etannamaskarotyayasmayaṃ vicṛtā bandhametamityayasmayena ha vai tam bandhena nirṛtirbadhnāti yam badhnāti yamena tvaṃ yamyā saṃvidānetyagnirvai yama iyaṃ yamyābhyāṃ hīdaṃ sarvaṃ yatamābhyāṃ tvaṃ saṃvidānetyetaduttame nāke adhi rohayainamiti svargo vai loko nākaḥ svarge loke yajamānamadhirohayetyatat
„Verehrung sei dir wohl, o Nirṛti, du Scharfglühende“ – scharfglühend nämlich ist die Nirṛti; dieser erweist er damit diese Verehrung. „Löse die eiserne Fessel, die gebundene“ – mit einer eisernen Fessel nämlich fesselt die Nirṛti den, den sie fesselt. „Mit Yama, mit Yamī einig geworden“ – Agni nämlich ist Yama, diese Erde Yamī; denn durch diese beiden ist dieses Alles bewirkt, mit welchen beiden du einig geworden bist. „Lass ihn in der höchsten Himmelsfeste emporsteigen“ – die Himmelswelt nämlich ist die Feste (Nāka); in der Himmelswelt lass den Opferherrn emporsteigen – das [ist gemeint].
yasyāste ghora āsanjuhomīti | ghorā vai nirṛtistasyā etadāsanjuhoti yattaddevatyaṃ karma karotyeṣām bandhānāmavasarjanāyeti yairbandhairbaddho bhavati yāṃ tvā jano bhūmiriti pramandata itīyaṃ vai bhūmirasyāṃ vai sa bhavati yo bhavati nirṛtiṃ tvāham pariveda viśvata iti nirṛtiriti tvāham pariveda sarvata ityetadiyaṃ vai nirṛtiriyaṃ vai te nirarpayati yo nirṛcati tadyathā vai brūyādasāvāmuṣyāyaṇo 'si veda tvā mā mā hiṃsīrityevametadāha natarāṃ hi vidita āmantrito hinasti
„Wessen furchtbarer Mund ich hier opfere“ – furchtbar nämlich ist die Nirṛti; dieser opfert er damit hinein, indem er dieses Werk vollzieht, das der Gottheit gehört, zur Loslösung von diesen Fesseln, mit denen man gefesselt ist. „Die dich, o Erde, ein Mensch erfreut“ – diese Erde hier ist es, auf der jener ist, der eben ist. „Ich habe dich, Nirṛti, überall erkannt“ bedeutet: Nirṛti, ich habe dich überall erkannt – das [ist gemeint]: diese Erde hier eben ist die Nirṛti; eben dieser überantwortet man ihn, wer der Nirṛti zum Opfer verfällt. So wie man also sprechen würde: „Du bist der und der, Sohn des und des; ich kenne dich, verletze mich nicht!“ – ebenso spricht er dies; denn ein Erkannter, Angesprochener verletzt weniger.
nopaspṛśati | pāpmā vai nirṛtirnetpāpmanā saṃspṛśā iti na sādayati pratiṣṭhā vai sādanaṃ netpāpmānam pratiṣṭhāpayānīti na sūdadohasādhivadati prāṇo vai sūdadohā netpāpmānam prāṇena saṃtanavāni saṃdadhānīti
Er berührt kein Wasser zur rituellen Reinigung; Übel nämlich ist die Nirṛti, mit dem Gedanken: „Ich möchte mich nicht mit Übel berühren.“ Er setzt sie nicht; Halt nämlich ist das Setzen, mit dem Gedanken: „Ich möchte dem Übel keinen Halt geben.“ Er spricht nicht die Sūdadoha-Formel, mit dem Gedanken: „Ich möchte das Übel nicht mit Atem dehnen und zusammenfügen.“
tā haike parastādarvācīrupadadhati | pāpmā vai nirṛtirnetpāpmānaṃ nirṛtimanvavāyāmeti na tathā kuryātparācīrevopadadhyātparāñcameva tatpāpmānaṃ nirṛtimapahate
Manche legen diese Ziegel von der Ferne her, herwärts gerichtet hin, mit dem Gedanken: „Ich möchte dem Übel, der Nirṛti, nicht nachgehen.“ So soll man es nicht tun; man soll sie vielmehr abgewandt hinlegen; damit vertreibt er das Übel, die Nirṛti, eben abgewandt von sich.
athāsandīṃ śikyam | rukbhapāśamiṇḍve tatparārdhe nyasyati nairṛto vai pāśo nirṛtipāśādeva tatpramucyate yaṃ te devī nirṛtirābabandha pāśaṃ grīvāsvavicṛtyamityanevaṃviduṣā hāvicṛtyastaṃ te viṣyāmyāyuṣo na madhyādityagnirvā āyustasyaitanmadhyaṃ yaccito gārhapatyo bhavatyacita āhavanīyastasmādyadi yuvāgniṃ cinute yadi sthavira āyuṣo na madhyādityevāhāthaitam pitumaddhi prasūta ityannaṃ vai piturathaitadannamaddhi pramukta ityetattriṣṭubbhirvajro vai triṣṭubvajreṇaiva tatpāpmānaṃ nirṛtimapahate
Dann legt er Sitzgestell, Netz, Rukma-Blech, Strick und die beiden Iṇḍva-Ringe auf die andere Seite der Ziegel; ein Nairṛta-Strick nämlich ist der Strick; damit löst er sich eben vom Strick der Nirṛti. „Die gebundene Fessel, die dir die Göttin Nirṛti um den Hals band, unlösbar für einen, der es nicht so weiß – sie löse ich dir vom mittleren Teil deines Lebens“ – Agni nämlich ist das Leben; dies hier ist dessen Mitte: was geschichtet ist, das ist der Gārhapatya, was ungeschichtet ist, das Āhavanīya; deshalb, ob er jung oder alt Agni schichtet, spricht er gleichermaßen: „vom mittleren Teil deines Lebens“. „Iss nun diese väterliche Speise“ – Speise nämlich ist die des Vaters; „iss diese Speise, gelöst“ – das [ist gemeint]. Mit Triṣṭubh-Versen spricht er dies; Vajra [Donnerkeil] nämlich ist die Triṣṭubh; mit eben dem Vajra vertreibt er damit das Übel, die Nirṛti.
Drei Ziegel sind es an dieser Stelle: Sitzgestell, Netz, Rukma-Blech und Strick, die beiden Iṇḍva-Ringe: das macht acht; achtsilbig ist die Gāyatrī, Gāyatra-haft ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße vertreibt er damit das Übel, die Nirṛti.
Dann führt er den Weg zwischen den Wasserschalen (Udacamasa) hindurch; Vajra nämlich sind die Wasser; mit eben dem Vajra verbirgt er damit das Übel, die Nirṛti. „Verehrung sei dem Gedeihen (Bhūti), durch das dies hier gewirkt wurde“ – damit treten sie heran; dem Gedeihen nämlich vollzogen die Götter damals dieses Werk; dieser erwiesen sie damit diese Verehrung; und auch dieser hier vollzieht damit dieses Werk um des Gedeihens willen; dieser erweist er damit diese Verehrung. Ohne zurückzuschauen kommen sie; ohne zurückzuschauen eben verlassen sie damit das Übel, die Nirṛti.
Zurückgekehrt, tritt er zu Agni heran; damit verbirgt er nämlich das, was hier eigentlich unangemessen wäre – dass man, während man an Agni geschichtet hat, in jene Richtung geht; eben deshalb verbirgt er es dafür, um keine Verletzung zu begehen.
yadvevopatiṣṭhate | ayaṃ vai loko gārhapatyaḥ pratiṣṭhā vai gārhapatya iyamu vai pratiṣṭhāthaitadapathamivaiti yadetāṃ diśameti tadyadupatiṣṭhata imāmevaitatpratiṣṭhāmabhipratyaityasyāmevaitatpratiṣṭhāyām pratitiṣṭhati
Und ferner: dass er herantritt: diese Welt hier nämlich ist der Gārhapatya, Halt nämlich ist der Gārhapatya, und diese Erde hier ist ja der Halt; und dies hier ist gleichsam ein Abweg, dass man in jene Richtung geht; dass er also herantritt, damit kehrt er eben zu diesem Halt zurück; eben in diesem Halt findet er festen Stand.
„Die Niederlassung, der Versammlungsort der Güter“ – eine Niederlassung nämlich ist diese Welt hier, ein Versammlungsort der Güter. „Er überschaut alle Gestalten mit seinen Kräften“ bedeutet: er überschaut alle Gestalten mit seinen Kräften – das [ist gemeint]. „Wie der Gott Savitṛ von wahrhaftem Wesen, wie Indra steht er am Kreuzungspunkt der Wege“ – wie der Spruch, so ist auch dessen Bezug.
Dann bringt er die Prāyaṇīya-Opfergabe dar. Der Opferbereiter (Haviṣkṛt) lässt dabei die Stimme frei; nachdem er die Stimme freigelassen hat, holt er die Stambayajus-Formel, die Formel des Grasbüschels. Nachdem er die Stambayajus-Formel geholt hat, ergreift er den Pflug mit dem vorderen Griff, ergreift ihn und, nachdem er eine Furche gezogen hat, spricht er: „Hole Wasser!“ Dreimal holt der Āgnīdhra-Priester Wasser.
Zurückgekehrt, vollzieht er den Prāyaṇīya-Opferritus. Nachdem er den Prāyaṇīya-Opferritus vollzogen hat, spannt er den Pflug (Sīra) an; damit statteten ihn die Götter, als sie ihn zurechtmachen wollten, im Voraus mit Speise aus; ebenso stattet ihn auch dieser hier, wenn er ihn zurechtmachen will, im Voraus mit Speise aus. Er wird zum Sīra; Sera nämlich ist dies, was Sīra ist; Iḍā [Opferspeise] eben legt er damit in ihn hinein.
Er ist aus Udumbara-Holz; Speisekraft (Ūrj) ist nämlich der Saft des Udumbara; mit dieser Speisekraft, mit diesem Saft stattet er ihn aus. Das Pflug-Umwindungsseil ist aus Muñja-Gras, dreifach gedreht; dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
so 'gnerdakṣiṇāṃ śroṇim | jaghanena tiṣṭhannuttarasyāṃsasya purastādyujyamānamabhimantrayate sīrā yuñjanti kavayo yugā vitanvate pṛthagiti ye vidvāṃsaste kavayaste sīraṃ ca yuñjanti yugāni ca vitanvate pṛthagdhīrā deveṣu sumnayeti yajño vai sumnaṃ dhīrā deveṣu yajñaṃ tanvānā ityetat
Er, südlich von Agnis Hinterteil hinter dem Ochsen stehend, nördlich von der Schulter des Ochsen stehend, bespricht den Pflug, während er angespannt wird: „Die Weisen (Kavi) spannen die Pflüge an, spannen die Joche einzeln aus“ bedeutet: die Wissenden, das sind die Weisen; sie spannen sowohl den Pflug an als auch die Joche einzeln aus. „Die Weisen handeln zum Wohlgefallen unter den Göttern“ – Opfer nämlich ist das Wohlgefallen; die Weisen, das Opfer unter den Göttern ausspannend – das [ist gemeint].
yunakta sīrā vi yugā tanudhvamiti | yuñjanti hi sīraṃ vi yugāni tanvanti kṛte yonau vapateha bījamiti bījāya vā eṣā yoniṣkriyate yatsītā yathā ha vā ayonau retaḥ siñcedevaṃ tadyadakṛṣṭe vapati girā ca śruṣṭiḥ sabharā asanna iti vāgvai gīrannaṃ śruṣṭirnedīya itsṛṇyaḥ pakvameyāditi yadā vā annam pacyate 'tha tatsṛṇyopacaranti dvābhyāṃ yunakti gāyatryā ca triṣṭubhā ca tasyokto bandhuḥ
„Spannt die Pflüge an, spannt die Joche aus“ – sie spannen ja den Pflug an, spannen die Joche einzeln aus. „Im bereiteten Schoß säe hier den Samen“ – zum Samen nämlich wird eben dieser Schoß bereitet, die gepflügte Furche (Sītā); denn geradeso wie man in einen ungeeigneten Nicht-Schoß Samen gösse, ebenso wäre es, wenn man in Ungepflügtes säte. „Und mit dem Lied ertönt das gehörsame, nahrungsbringende Zustimmen“ – Rede (Vāc) nämlich ist das Lied, Speise das gehörsame Zustimmen. „Möge die gereifte Frucht nahe mit der Sichel kommen“ – wenn nämlich die Speise reift, dann bearbeitet man sie mit der Sichel. Mit zweien spannt er an, mit dem Gāyatrī- und dem Triṣṭubh-Vers; dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
Er spannt zuerst das rechte Zugtier an, dann das linke – so ist es bei den Göttern; umgekehrt bei den Menschen. Es sind sechs Rinder, oder zwölf Rinder, oder vierundzwanzig Rinder – eben eine dem Jahr entsprechende Vollzähligkeit.
athainaṃ vikṛṣati | annaṃ vai kṛṣiretadvā asmindevāḥ saṃskariṣyantaḥ purastādannamadadhustathaivāsminnayametatsaṃskariṣyanpurastādannaṃ dadhāti
Dann pflügt er ihn, den Boden, auf; Speise nämlich ist das Pflügen; damit legten die Götter, als sie ihn zurechtmachen wollten, im Voraus Speise in ihn hinein; ebenso legt auch dieser hier, wenn er ihn zurechtmachen will, im Voraus Speise in ihn hinein.
sa vā ātmānameva vikṛṣati | na pakṣapucānyātmaṃstadannaṃ dadhāti yadu vā ātmannannaṃ dhīyate tadātmānamavati tatpakṣapucānyatha yatpakṣapuceṣu naiva tadātmānamavati na pakṣapucāni
Er pflügt eben nur den Rumpf auf, nicht die Flügel und den Schwanz; damit legt er die Speise in den Rumpf. Denn die Speise, die in den Rumpf gelegt wird, die nährt sowohl den Rumpf als auch die Flügel und den Schwanz; die aber, die man in die Flügel und den Schwanz legte, die würde weder den Rumpf noch die Flügel und den Schwanz nähren.
Er pflügt, innerhalb der südlichen Hälfte von Agni, zwischen den Umfassungssteinen, die erste, ostwärts gerichtete Furche: „Wohl mögen die Pflugscharen die Erde durchpflügen, wohl mögen die Pflüger mit den Zugtieren herankommen – wohl, wohl“ – was nämlich gedeiht, das ist wohl (śuna); damit lässt er sie eben gedeihen.
atha jaghanārdhenodīcīm | ghṛtena sītā madhunā samajyatāmiti yathaiva yajustathā bandhurviśvairdevairanumatā marudbhiriti viśve ca vai devā marutaśca varṣasyeśata ūrjasvatī payasā pinvamāneti raso vai paya ūrjasvatī rasenānnena pinvamānetyetadasmāntsīte payasābhyāvavṛtsvetyasmāntsīte rasenābhyāvavṛtsvetyetat
Dann pflügt er, in der hinteren Hälfte, die nordwärts gerichtete Furche: „Mit Schmalz, mit Honig sei die Furche gesalbt“ – wie der Spruch, so ist auch dessen Bezug. „Von allen Göttern gebilligt, von den Maruts“ – die Allgötter nämlich und die Maruts gebieten über den Regen. „Speisekräftig, von Milch anschwellend“ – Saft nämlich ist die Milch; speisekräftig, vom Saft, von der Speise anschwellend – das [ist gemeint]. „Wende dich uns zu, o Furche, mit Milch“ bedeutet: wende dich uns zu, o Furche, mit Saft – das [ist gemeint].
athottarārdhena | lāṅgalam pavīravaditi lāṅgalaṃ rayimadityetatsuśevaṃ somapitsarvityannaṃ vai somastadudvapati gāmavim prapharvyaṃ ca pīvarīm prasthāvadrathavāhanamityetaddhi sarvaṃ sītodvapati
Dann pflügt er, mit der nördlichen Hälfte, nochmals: „Der Pflug, geleitet vom Donnerkeil“ bedeutet: der Pflug, reich an Reichtum – das [ist gemeint]. „Wohl geneigt, allen Somatrinkenden“ – Speise nämlich ist der Soma; damit streut er ihn aus. „Die Kuh, das Schaf, die fruchtbare, die fette, den bereitstehenden Wagenzug“ – dies alles nämlich streut die Furche aus.
Dann pflügt er, mit der vorderen Hälfte, die südliche Furche: „Wunscherfüllende, melke den Wunsch aus, für Mitra und Varuṇa, für Indra und die Aśvins, für Pūṣan, für die Geschöpfe, für die Pflanzen“ – allen Göttern gehörig nämlich ist das Pflügen; melke für diese Gottheiten alle Wünsche aus – das [ist gemeint]. „So“ spricht er beim ersten Pflügen, „so, so“ danach – das ist rechtsläufig; denn das gehört den Göttern.
Vier Furchen pflügt er mit der Formel; damit legt er die Speise, die in den vier Himmelsrichtungen ist, in ihn hinein. Das nun geschieht mit der Formel bewusst; denn bewusst ist ja, was mit der Formel geschieht – ebenso wie das, was diese Himmelsrichtungen sind.
Dann pflügt er den Rumpf auf; damit legt er die Speise, die eben im Jahr entsteht, in ihn hinein – schweigend; unausgesprochen nämlich ist, was schweigend geschieht; alles ist unausgesprochen; mit allem eben legt er damit die Speise in ihn hinein. „So“ spricht er beim ersten Pflügen, „so, so“ danach – das ist rechtsläufig; denn das gehört den Göttern.
Zwölf Furchen pflügt er schweigend; zwölf sind die Monate des Jahres, das Jahr selbst; das Jahr ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit die Speise in ihn hinein.
tā ubhayyaḥ ṣoḍaśa sampadyante | ṣoḍaśakalaḥ prajāpatiḥ prajāpatiragnirātmaṃsammitamevāsminnetadannaṃ dadhāti yadu vā ātmasammitamannaṃ tadavati tanna hinasti yadbhūyo hinasti tadyatkanīyo na tadavati
Diese beiden Furchengruppen zusammen werden zu sechzehn; sechzehnteilig ist Prajāpati, Prajāpati ist Agni; seinem eigenen Maß entsprechend legt er damit die Speise in ihn hinein. Denn die Speise, die dem eigenen Maß entspricht, die nährt und schadet nicht; was darüber hinausgeht, das schadet; was zu wenig ist, das nährt nicht.
Und ferner: dass man ihn aufpflügt: damit legten die Götter, als sie ihn zurechtmachen wollten, im Voraus die Atemkräfte in ihn hinein; ebenso legt auch dieser hier, wenn er ihn zurechtmachen will, im Voraus die Atemkräfte in ihn hinein. Es entstehen Furchenlinien; in den Linien nämlich sind diese Atemkräfte.
catasraḥ sītā yajuṣā kṛṣati | tadya ime śīrṣamścatvāro niruktāḥ prāṇāstānasminnetaddadhāti tadvai yajuṣāddhā vai tadyadyajuraddho tadyadime śīrṣanprāṇāḥ
Vier Furchen pflügt er mit der Formel; damit legt er die vier bekannten Atemkräfte des Hauptes in ihn hinein. Das nun geschieht mit der Formel bewusst; denn bewusst ist ja, was mit der Formel geschieht – ebenso wie das, was diese Hauptatemkräfte sind.
yadvevātmānaṃ vikṛṣati | ya eveme 'ntarātmanprāṇāstānasminnetaddadhāti tūṣṇīṃ ko hi tadveda yāvanta ime 'ntarātmanprāṇāḥ
Und ferner: dass er den Rumpf aufpflügt: damit legt er eben die Atemkräfte des inneren Rumpfes in ihn hinein – schweigend; denn wer weiß schon, wie viele diese Atemkräfte des inneren Rumpfes sind?
athainānvimuñcati | āptvā taṃ kāmaṃ yasmai kāmāyainānyuṅkte vimucyadhvamaghnyā ityaghnyā haite devatrā devayānā iti daivaṃ hyebhiḥ karma karotyaganma tamasaspāramasyetyaśanāyā vai tamo 'ganmāsyā aśanāyāyai pāramityetajjyotirāpāmeti jyotirhyāpnoti yo devānyo yajñamathainānudīcaḥ prācaḥ prasṛjati tasyokto bandhustānadhvaryave dadāti sa hi tai karoti tāṃstu dakṣiṇānāṃ kāle 'nudiśet
Dann spannt er sie, die Zugtiere, aus, nachdem er jenen Wunsch, um dessentwillen er sie anspannte, erreicht hat: „Löst euch, ihr Unverletzlichen“ – unverletzlich nämlich sind diese, den Göttern gehörig, göttergängig; denn mit ihnen vollzieht er ein göttliches Werk. „Wir sind ans Ende der Finsternis gelangt“ – Finsternis nämlich ist der Hunger; wir sind ans Ende dieses Hungers gelangt – das [ist gemeint]. „Dies ist der Glanz der Wasser“ – Glanz nämlich erlangt, wer die Götter, wer das Opfer erlangt. Dann lässt er sie, nordwärts gewandt, ostwärts los; dessen Bezug ist damit ausgesprochen. Er gibt sie dem Adhvaryu; denn dieser vollzieht weiter mit ihnen; zur Zeit der Dakṣiṇā-Gaben aber soll er sie zuweisen.
Und ferner: dass er ein Darbha-Grasbüschel hinlegt: dieser Agni wird ja geboren, indem geschichtet wird; er wird für alle Speise geboren; beides nämlich ist Speise, was Darbha-Gras ist – denn diese sind sowohl Wasser als auch Pflanzen. Die Wasser nämlich, die sich vor Vṛtra ekelten, zogen sich, zusammenschrumpfend, auf trockenes Land zurück; sie wurden zu Darbha-Gras – dass sie sich zusammenschrumpfend zurückzogen, deshalb heißen sie Darbha. Diese also, rein und geweiht, von Vṛtra hinweggeflossen – dass es Darbha-Gras gibt, das ist eben Darbha; damit erfreut er ihn also mit beidem, mit dieser Speise, den Pflanzen.
sītāsamare | vāgvai sītāsamaraḥ prāṇā vai sītāstāsāmayaṃ samayo vācī vai prāṇebhyo 'nnaṃ dhīyate madhyato madhyata evāsminnetadannaṃ dadhāti tūṣṇīmaniruktaṃ vai tadyatūṣṇīṃ sarvaṃ vā aniruktaṃ sarveṇaivāsminnetadanne dadhāti
An der Furchenkreuzung (Sītāsamara): Rede (Vāc) nämlich ist die Furchenkreuzung, Atemkräfte (Prāṇa) nämlich sind die Furchen; dies ist deren Kreuzungspunkt. In der Rede nämlich wird für die Atemkräfte die Speise niedergelegt, aus der Mitte heraus; aus der Mitte heraus eben legt er damit die Speise in ihn hinein – schweigend; unausgesprochen nämlich ist, was schweigend geschieht; alles ist unausgesprochen; mit allem eben legt er damit die Speise in ihn hinein.
athainamabhijuhoti | jāyata eṣa etadyaccīyate sa eṣa sarvasmā annāya jāyate sarvasyo asyaiṣa raso yadājyamapāṃ ca hyeṣa oṣadhīnāṃ ca raso 'syaivainametatsarvasya rasena prīṇāti yāvānu vai rasastāvānātmānenaivainametatsarvasya rasena prīṇāti yāvānu vai rasastāvānātmānenaivainametatsarveṇa prīṇāti pañcagṛhītena pañcacitiko 'gniḥ pañca 'rtavaḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsaro 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivainametadannena prīṇāti
Dann begießt er ihn mit einer Opfergabe; dieser Agni wird ja geboren, indem geschichtet wird; er wird für alle Speise geboren, und dies hier ist der Saft von diesem Allen, nämlich das Schmalz; denn dieses Schmalz ist der Saft sowohl der Wasser als auch der Pflanzen; mit eben diesem Saft von diesem Allen erfreut er ihn damit. So viel nämlich der Saft ist, so viel ist auch das Selbst; mit eben diesem erfreut er ihn damit mit diesem Allen. Fünfmal gefasst wird das Schmalz; fünfschichtig ist Agni, fünf sind die Jahreszeiten, das Jahr selbst; das Jahr ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße erfreut er ihn damit mit dieser Speise.
Und ferner: dass er ihn mit einer Opfergabe begießt: als damals dort die Atemkräfte, die Ṛṣis, diesen Agni zuerst zurechtmachten, da machten sie ihm einen Voranteil; deshalb gibt es Voranteile. Dass er ihn also mit einer Opfergabe begießt: eben jene Atemkräfte, die Ṛṣis, die ihm einen Voranteil machten, eben diese erfreut er damit, mit dem fünfmal gefassten Schmalz; dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
Und ferner: dass er ihn mit einer Opfergabe begießt: die Erscheinungsformen, die er noch in diesen Agni hineinlegen wird, die Stoma-Lobpreise, die Pṛṣṭha-Lieder, die Versmaße – für diese macht er damit einen Voranteil; eben diese erfreut er damit, mit dem fünfmal gefassten Schmalz; dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
yadvevainamabhijuhoti | etadvai devā abibhayurdīrghaṃ vā ida karma yadvai na imamiha rakṣāṃsi nāṣṭrā na hanyuriti ta etāmetasya karmaṇaḥ purastātsaṃsthāmapaśyaṃstamatraiva sarvaṃ samasthāpayannatrācinvaṃstathaivainamayametadatraiva sarvaṃ saṃsthāpayatyatra cinoti
Und ferner: dass er ihn mit einer Opfergabe begießt: die Götter fürchteten damals: „Lang ist ja dieses Werk; möchten doch nicht die Unholde (Rakṣas) oder die Aṣṭrā-Dämonen diesen hier verletzen!“ Da sahen sie diesen Abschluss dieses Werkes noch vorher; eben hier machten sie schon alles vollständig, hier schon schichteten sie; ebenso macht auch dieser hier eben hierdurch alles hier schon vollständig, hier schon schichtet er.
„Gemeinsam mit der Wolke“ – das ist eine Setzformel; „mit den Getreidekörnern“ – das ist eine Purīṣa-Formel; „gemeinsam mit der Morgenröte“ – eine Setzformel; „mit den rötlichen Kühen“ – eine Purīṣa-Formel; „gemeinsam einträchtig mit den beiden Aśvins“ – eine Setzformel; „mit den Wunderkräften“ – eine Purīṣa-Formel; „gemeinsam mit der Sonne“ – eine Setzformel; „mit Etaśa, dem Sonnenross“ – eine Purīṣa-Formel; „gemeinsam mit Vaiśvānara“ – eine Setzformel; „mit Iḍā“ – eine Purīṣa-Formel; „mit Schmalz“ – eine Setzformel; „svāhā“ – eine Purīṣa-Formel; „he“ – eine Setzformel [Anm.: diese Formelreihe listet Kurz-Incipits, deren volle Sprüche im Quelltext nicht ausgeschrieben sind; sinngemäß als abwechselnde Setz-/Purīṣa-Formeln wiedergegeben].
Dreizehn sind diese Ausrufungen; dreizehn sind die Monate des Jahres; dreizehn sind Agnis Schichtungs-Purīṣa-Teile; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße schichtet er ihn damit. Mit Schmalz opfert er; Agni ist dies, was Schmalz ist; eben Agni schichtet er damit. Fünfmal gefasst wird das Schmalz; fünfschichtig ist Agni, fünf sind die Jahreszeiten, das Jahr selbst; das Jahr ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße schichtet er ihn damit. Nach oben hochhaltend opfert er; nach oben schichtet er damit diesen Agni, mit den Schichtungen.
Dann führt er die Wasserschalen (Udacamasa) mit Wasser hinein; die Götter sprachen damals: „Ersinnt es!“ – eben davon kommt das Wort Citi [Schichtung]: „sie ersinnen es“ – eben das sprachen sie damals; sie, so ersinnend, sahen eben den Regen als Schichtung; diesen legten sie in ihn hinein; ebenso legt ihn auch dieser hier hinein.
udacamasā bhavanti | āpo vai vṛṣṭirvṛṣṭimevāsminnetaddadhātyaudumbareṇa camasena tasyokto bandhuścatuḥsraktinā catasro vai diśaḥ sarvābhya evāsminnetaddigbhyo vṛṣṭiṃ dadhāti
Es sind Wasserschalen; Regen nämlich sind die Wasser; eben den Regen legt er damit in ihn hinein. Mit einer Schale aus Udumbara-Holz; dessen Bezug ist damit ausgesprochen. Mit einer vierkantigen Schale; vier nämlich sind die Himmelsrichtungen; aus allen diesen Himmelsrichtungen eben legt er damit den Regen in ihn hinein.
Je drei Wasserschalen führt er hinein; dreifach aufgebaut ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit den Regen in ihn hinein.
Zwölf Wasserschalen führt er in das Gepflügte hinein; zwölf sind die Monate des Jahres, das Jahr selbst; das Jahr ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit den Regen in ihn hinein.
sa vai kṛṣṭe ninayati | tasmātkṛṣṭāya varṣati sa yatkṛṣṭa eva ninayennākṛṣṭe kṛṣṭāyaiva varṣennākṛṣṭāyātha yadakṛṣṭa eva ninayenna kṛṣṭe kṛṣṭāyaiva varṣenna kṛṣṭāya kṛṣṭe cākṛṣṭe ca ninayati tasmātkṛṣṭāya cākṛṣṭāya ca varṣati
Er führt es nun in das Gepflügte hinein; deshalb regnet es für das Gepflügte. Würde er es nur in das Gepflügte hineinführen, nicht in das Ungepflügte, so würde es nur für das Gepflügte regnen, nicht für das Ungepflügte. Würde er es dagegen nur in das Ungepflügte hineinführen, nicht in das Gepflügte, so würde es nur für das Ungepflügte regnen, nicht für das Gepflügte. Er führt es sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte hinein; deshalb regnet es sowohl für das Gepflügte als auch für das Ungepflügte.
trīnkṛṣṭe cākṛṣṭe ca ninayati | trivṛdagniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivāsminnetadvṛṣṭiṃ dadhāti
Drei führt er sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte hinein; dreifach aufgebaut ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit den Regen in ihn hinein.
Und ferner: dass er die Wasserschalen hineinführt: damit legten die Götter, als sie ihn zurechtmachen wollten, im Voraus Wasser in ihn hinein; ebenso legt auch dieser hier, wenn er ihn zurechtmachen will, im Voraus Wasser in ihn hinein.
Zwölf Wasserschalen führt er in das Gepflügte hinein; zwölf sind die Monate des Jahres, das Jahr selbst; das Jahr ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit Wasser in ihn hinein.
sa vai kṛṣṭe ninayati | prāṇeṣu tadapo dadhāti sa yatkṛṣṭa eva ninayennākṛṣṭe prāṇeṣvevāpaḥ syurnetarasminnātmannatha yadakṛṣṭa eva ninayenna kṛṣṭa ātmannevāpaḥ syurna prāṇeṣu kṛṣṭe cākṛṣṭe ca ninayati tasmādimā ubhayatrāpaḥ prāṇeṣu cātmaṃśca
Er führt es nun in das Gepflügte hinein; damit legt er das Wasser in die Atemkräfte. Würde er es nur in das Gepflügte hineinführen, nicht in das Ungepflügte, so wäre das Wasser nur in den Atemkräften, nicht auch im übrigen Rumpf. Würde er es dagegen nur in das Ungepflügte hineinführen, nicht in das Gepflügte, so wäre das Wasser nur im Rumpf, nicht in den Atemkräften. Er führt es sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte hinein; deshalb ist dieses Wasser hier an beiden Orten, sowohl in den Atemkräften als auch im Rumpf.
trīnkṛṣṭe cākṛṣṭe ca ninayati | trivṛdagniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivāsminnetadapo dadhāti
Drei führt er sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte hinein; dreifach aufgebaut ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit Wasser in ihn hinein.
Dann streut er das Allkraut (Sarvauṣadha) aus; die Götter sprachen damals: „Ersinnt es!“ – eben davon kommt das Wort Citi [Schichtung]: „sie ersinnen es“ – eben das sprachen sie damals; sie, so ersinnend, sahen eben die Speise als Schichtung; diese legten sie in ihn hinein; ebenso legt sie auch dieser hier hinein.
Es ist das Allkraut; alle Speise nämlich ist das, was Allkraut ist; alle Speise eben legt er damit in ihn hinein. Von diesen Kräutern soll man eine Speise auswählen und diese sein Leben lang nicht essen. Mit einer Schale aus Udumbara-Holz; dessen Bezug ist damit ausgesprochen. Mit einer vierkantigen Schale; vier nämlich sind die Himmelsrichtungen; aus allen diesen Himmelsrichtungen eben legt er damit die Speise in ihn hinein. Mit Anuṣṭubh-Versen streut er aus; Anuṣṭubh-haft ist die Rede (Vāc); denn durch die Rede wird Speise gegessen [Anm.: Bezug knapp formuliert, sinngemäß wiedergegeben].
Mit je drei Ṛc-Versen streut er aus; dreifach aufgebaut ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit die Speise in ihn hinein.
Mit zwölf Ṛc-Versen streut er in das Gepflügte aus; zwölf sind die Monate des Jahres, das Jahr selbst; das Jahr ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit die Speise in ihn hinein.
sa vai kṛṣṭe vapati | tasmātkṛṣṭe 'nnam pacyate yatkṛṣṭa eva vapennākṛṣṭe kṛṣṭa evānnam pacyeta nākṛṣṭe 'tha yadakṛṣṭa eva vapenna kṛṣṭe 'kṛṣṭa evānnam pacyeta na kṛṣṭe kṛṣṭe cākṛṣṭe ca vapati tasmātkṛṣṭe cākṛṣṭe cānnam pacyate
Er streut nun in das Gepflügte; deshalb reift Speise im Gepflügten. Würde er nur in das Gepflügte streuen, nicht in das Ungepflügte, so reifte Speise nur im Gepflügten, nicht im Ungepflügten. Würde er dagegen nur in das Ungepflügte streuen, nicht in das Gepflügte, so reifte Speise nur im Ungepflügten, nicht im Gepflügten. Er streut sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte; deshalb reift Speise sowohl im Gepflügten als auch im Ungepflügten.
tisṛbhiḥ kṛṣṭe cākṛṣṭe ca vapati | trivṛdagniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivāsminnetadannaṃ dadhāti
Mit dreien streut er sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte; dreifach aufgebaut ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße legt er damit die Speise in ihn hinein.
Und ferner: dass er das Allkraut ausstreut: damit heilten ihn die Götter, als sie ihn zurechtmachen wollten, im Voraus mit allem Heilmittel; ebenso heilt auch dieser hier ihn, wenn er ihn zurechtmachen will, im Voraus mit allem Heilmittel.
Mit zwölf Ṛc-Versen streut er in das Gepflügte aus; zwölf sind die Monate des Jahres, das Jahr selbst; das Jahr ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße heilt er ihn damit.
sa vai kṛṣṭe vapati | prāṇāṃstadbhiṣajyati sa yatkṛṣṭa eva vapennākṛṣṭe prāṇāneva bhiṣajyennetaramātmānamatha yadakṛṣṭa eva vapenna kṛṣṭa ātmānameva bhiṣajyenna prāṇānkṛṣṭe cākṛṣṭe ca vapati prāṇāṃśca tadātmānaṃ ca bhiṣajyati
Er streut nun in das Gepflügte; damit heilt er die Atemkräfte. Würde er nur in das Gepflügte streuen, nicht in das Ungepflügte, so heilte er nur die Atemkräfte, nicht auch den übrigen Rumpf. Würde er dagegen nur in das Ungepflügte streuen, nicht in das Gepflügte, so heilte er nur den Rumpf, nicht die Atemkräfte. Er streut sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte; damit heilt er sowohl die Atemkräfte als auch den Rumpf.
tisṛbhiḥ kṛṣṭe cākṛṣṭe ca vapati | trivṛdagniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivainametadbhiṣajyati
Mit dreien streut er sowohl in das Gepflügte als auch in das Ungepflügte; dreifach aufgebaut ist Agni; in welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße heilt er ihn damit.
Fünfzehn Wasserschalen führt er hinein, mit fünfzehn Ṛc-Versen streut er aus; das macht dreißig; dreißigsilbig ist die Virāj, vollständige Speise ist die Virāj; alle vollständige Speise eben legt er damit in ihn hinein.
„Die Pflanzen, die geboren wurden vor den Göttern, drei Zeitalter zuvor“ – die Jahreszeiten nämlich sind die Götter; für diese werden sie drei Zeitalter zuvor geboren, im Frühling, in der Regenzeit, im Herbst. „Ich gedenke der Braunen“ – Soma nämlich ist der Braune (Babhru); somahaft sind die Pflanzen. „Der Pflanzen-Mensch hat hundert Wohnstätten“ – dass dieser Mensch hundertjährig, hundert-Kraft-wert, hundert-Stärke ist – das sind eben seine hundert Wohnstätten. „Und sieben“ – mit diesen spricht er von den sieben Hauptatemkräften, die es gibt.
śataṃ vo amba dhāmāni | sahasramuta vo ruha iti yadidaṃ śatadhā ca sahasradhā ca virūḍhā adhā śatakratvo yūyamimam me agadaṃ kṛteti yamimam bhiṣajyāmītyetat
„Hundert sind eure Wohnstätten, o Mutter, und tausend euer Wachstum“ – dass dies hundertfach und tausendfach hervorgewachsen ist – das [ist gemeint]. „So möget ihr, Hundertkräftige, diesen hier für mich gesund machen“ – den, den ich hier heile – das [ist gemeint].
Diese hier haben eine einheitliche Deutung: auf eben diesen Agni beziehen sie sich, so wie man eben diesen heilt, so soll man ihn hindurchbringen. Es sind Anuṣṭubh-Verse; Anuṣṭubh-haft ist die Rede (Vāc); Rede aber ist alles Heilmittel; mit allem eben heilt er ihn damit mit diesem Heilmittel.
Nun folgt hier eine Zusammenfassung eben der bewusst ausgesprochenen und der unausgesprochenen Handlungen: mit der Formel spannt er zwei Zugtiere an, schweigend die übrigen; mit der Formel pflügt er vier Furchen, schweigend die übrigen; schweigend legt er das Darbha-Grasbüschel hin; mit der Formel begießt er mit der Opfergabe; schweigend führt er die Wasserschalen hinein; mit der Formel streut er aus.
prajāpatireṣo 'gniḥ | ubhayamvetatprajāpatirniruktaścāniruktaśca parimitaścāparimitaśca tadyadyajuṣā karoti yadevāsya niruktam parimitaṃ rūpaṃ tadasya tena saṃskarotyaśca yattūṣṇīṃ yadevāsyāniruktamaparimitaṃ rūpaṃ tadasya tena saṃstaroti sa ha vā etaṃ sarvaṃ kṛtsnam prajāpatiṃ saṃskaroti ya evaṃ vidvānetadevaṃ karoti bāhyāni rūpāṇi niruktāni bhavantyantarāṇyaniruktāni puśureṣa yadagnistasmātpaśorbāhyāni rūpāṇi niruktāni bhavantyantarāṇyaniruktāni
Dieser Agni hier ist Prajāpati; beides nämlich ist Prajāpati, sowohl das Ausgesprochene und Begrenzte als auch das Unausgesprochene und Unbegrenzte. Dass er also mit der Formel handelt: damit vollendet er dessen ausgesprochene, begrenzte Gestalt; und dass er schweigend handelt: damit breitet er dessen unausgesprochene, unbegrenzte Gestalt aus. So vollendet er also diesen ganzen, vollständigen Prajāpati, wer, dies wissend, so handelt. Die äußeren Erscheinungsformen werden ausgesprochen, die inneren unausgesprochen; ein Tier (Paśu) ist dieser Agni; deshalb werden beim Tier die äußeren Erscheinungsformen ausgesprochen, die inneren unausgesprochen.