praiṇān chṛṇīhi pra mṛṇā rabhasva maṇis te astu puraetā purastāt avārayanta varaṇena devā abhyācāram asurāṇāṃ śvaḥśvaḥ
Zerbrich sie, zermalme sie, fasse Kraft! Das Amulett sei dir Vorangeher, an der Spitze — mit dem Varaṇaholz haben die Götter Tag für Tag den Angriff der Asuras abgewehrt.
ayaṃ maṇir varaṇo viśvabheṣajaḥ sahasrākṣo harito hiraṇyayaḥ sa te śatrūn adharān pādayāti pūrvas tān dabhnuhi ye tvā dviṣanti
Dies Varaṇa-Amulett, ein Allheilmittel, tausendäugig, goldgelb, golden — es soll deine Feinde zu Fall bringen; als erster handle, schädige jene, die dich hassen!
Wenn du im Schlaf einen bösen Traum siehst, wenn ein Wild dir über den unwillkommenen Weg läuft, vor bösem Niesen, vor dem üblen Ruf eines Vogels — davor wird dieses Varaṇa-Amulett schützen.
Vor der Mißgunst, vor dem Verderben, vor der Behexung, und auch vor der Furcht, vor der Tötung durch den übermächtigen Tod wird dich der Varaṇa schützen.
yan me mātā yan me pitā bhrātaro yac ca me svā yad enaś cakṛmā vayam tato no vārayiṣyate 'yaṃ devo vanaspatiḥ
Was meine Mutter, was mein Vater, was meine Brüder und was meine eigenen Angehörigen an Sünde begangen haben, was für Sünde wir selbst begangen haben — davor wird uns dieser göttliche Baumherr schützen.
varaṇena pravyathitā bhrātṛvyā me sabandhavaḥ asūrtaṃ rajo apy agus te yantv adhamaṃ tamaḥ
Durch den Varaṇa in Schrecken versetzt, sind meine Rivalen mit ihren Verwandten in die dunkle Öde gegangen — sie sollen in die tiefste Finsternis fahren.
Wie der Wind mit Kraft die Bäume, die Baumherren, zerbricht, so zerbrich meine Rivalen, die früher geborenen und die späteren — der Varaṇa beschütze dich.
yathā vātena prakṣīṇā vṛkṣāḥ śere nyarpitāḥ evā sapatnāṃs tvaṃ mama pra kṣiṇīhi ny arpaya pūrvān jātāṃ utāparān varaṇas tvābhi rakṣatu
Wie die vom Wind gefällten Bäume niedergeworfen daliegen, so vernichte du meine Rivalen, wirf sie nieder, die früher geborenen und die späteren — der Varaṇa beschütze dich.
tāṃs tvaṃ pra chinddhi varaṇa purā diṣṭāt purāyuṣaḥ ya enaṃ paśuṣu dipsanti ye cāsya rāṣṭradipsavaḥ
Sie zerschneide du, o Varaṇa, vor ihrer zugemessenen Lebenszeit — die, die diesem Manne bei seinem Vieh Schaden zufügen wollen, und die seiner Herrschaft schaden wollen. [Anm.: 'purā diṣṭāt purāyuṣaḥ' ist unsicher, hier als 'vor der ihnen zugemessenen Lebenszeit' gedeutet]
Wort für Wort
tāṃs
sie (Akk.Pl.)
tvaṃ
du
pra
fort
chinddhi
zerschneide (2.Sg.Imp.)
varaṇa
o Varaṇa (Vok.)
purā
vor
diṣṭāt
der zugemessenen [?] (Abl.)
purāyuṣaḥ
Lebenszeit [?] (Abl.)
ya
die (Nom.Pl.)
enaṃ
diesem Manne (Akk.)
paśuṣu
bei seinem Vieh (Lok.Pl.)
dipsanti
Schaden zufügen wollen
ye
die (Nom.Pl.)
cāsya
und seiner (ca+asya)
rāṣṭradipsavaḥ
rāṣṭra 'Herrschaft' + dipsu 'schaden wollend' → der seiner Herrschaft schaden Wollenden (Nom.Pl.)
yathā sūryo atibhāti yathāsmin teja āhitam evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā
Wie die Sonne überaus strahlt, wie in ihr Glanz gelegt ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā yaśaś candramasy āditye ca nṛcakṣasi evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā
Wie der Ruhm im Mond und in der menschenschauenden Sonne wohnt, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā yaśaḥ pṛthivyāṃ yathāsmin jātavedasi evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā
Wie der Ruhm in der Erde, wie in diesem Jātavedas ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā yaśaḥ kanyāyāṃ yathāsmint saṃbhṛte rathe evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā ||20|| {8}
Wie der Ruhm in der Jungfrau, wie in diesem wohlausgestatteten Wagen ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā yaśaḥ somapīthe madhuparke yathā yaśaḥ evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā
Wie der Ruhm beim Somatrunk, wie der Ruhm beim Ehrentrank ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā yaśo 'gnihotre vaṣaṭkāre yathā yaśaḥ evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā
Wie der Ruhm beim Agnihotra, wie der Ruhm beim Vaṣaṭ-Ruf ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā yaśo yajamāne yathāsmin yajña āhitam evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā
Wie der Ruhm im Opferherrn, wie in diesem Opfer Ruhm gelegt ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā yaśaḥ prajāpatau yathāsmin parameṣṭhini evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā
Wie der Ruhm in Prajāpati, wie in diesem Höchsten ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.
yathā deveṣv amṛtaṃ yathaiṣu satyam āhitam evā me varaṇo maṇiḥ kīrtiṃ bhūtiṃ ni yachatu tejasā mā sam ukṣatu yaśasā sam anaktu mā ||25|| {9}
Wie in den Göttern die Unsterblichkeit, wie in ihnen die Wahrheit gelegt ist, so gewähre mir der Varaṇa Ruhm und Gedeihen — mit Glanz besprenge er mich, mit Herrlichkeit salbe er mich.